Wenn man Albanien mit Sport verbindet, denkt man wohl meist an Fussball, vielleicht noch an Volleyball oder Basketball oder manchmal an ehemalige albanische Leichtathleten, die heute für Griechenland Medallien sammeln. An albanische Fahrradfahrer denkt wohl kaum jemand. Zwar gehören Zweiräder durchaus zum Stadtbild jeder albanischen Stadt – aber meist sind es eher ältere Herren, die äusserst gemütlich durch die Gegend fahren.
Deswegen war auch ich immer wieder erstaunt, wenn immer wieder auf stark befahrenen Landstrassen am Strassenrand oder in der steilsten Steigung am Llogarapass plötzlich Radrennfahrer auftauchten. Es gibt sie auch in Albanien, die wahren Helden des Asphalts – in diesem Land sind es wirklich richtige Helden, die sich meist auf alten, einfachsten Rädern über schlechte, rauhe, schlaglochdurchsetzte, randlose Strassen und durch stinkende Abgaswolken alter, mit Diesel aus Ballsh gefütterter westeuropäischer Gebrauchtwagen kämpfen.
Die albanischen Radrennfahrer sind nicht nur in Vereinen, sondern auch in einem nationalen Verband organisiert. Und dieser Verband organisiert auch eine nationale Rundfahrt, den Rrethi i Shqipërise. Dieses Wochenende startet die Albanien-Rundfahrt zum 66. Mal. 1925, als Albanien noch ein junger Staat war und kaum Strassen hatte, wurde das Rennen zum ersten Mal ausgetragen. Seit 1946 wird das Rennen jährich ausgetragen. Nur 1992, als die Armut in Albanien am Schlimmsten war, konnte es nicht durchgeführt werden. Gelegentlich nahm auch das deutsche Team Profiline teil (Bilder von der Tour 2008) – dieses Jahr ist ein Team aus Griechenland mit am Start.
In sechs Etappen geht es dieses Jahr durch den bergigen Süden des Landes: Am Prolog sind 20 Runden auf dem Boulevard in Tirana zu bestreiten. Die erste Etappe führt von Tirana nach Elbasan. Tags darauf geht es von Elbasan nach Korça. Die dritte Etappe führt von Korça nach Përmet, die nächste wieder zurück. Am Folgetag steht ein Einzelzeitfahren von Korça nach Bilisht und zurück auf dem Programm. Die Schlussetappe führt von Korça zurück nach Tirana.
Aber Radfahren ist in Albanien eben doch nur Nebensache. Dies beweist die kurzfristige Verschiebung des Starts der Tour vom Samstag auf den Sonntag. Der Grund war das am Samstag anstehende Fussballspiel zwischen dem Stadtclub K.F. Tirana und Vllaznia Shkodra. Es treffen die beiden Spitzenteams der albanischen Meisterschaft aufeinander, die sich am Samstag auch entscheiden wird. Die Radfahrer waren dem Fussballfest im Wege und wurden kurzerhand auf den Sonntag vertagt. Eine Radrundfahrt um einen Tag verschieben – in Albanien sagen sie da nur: S’ka problem!
Die schönen, bekannten Adriastrände sind in den letzten Jahren oft zu unschönen Betonwüsten und lärmigen Rimini-Kopien verbaut worden. Die rasante Tourismus-Entwicklung der letzten zehn Jahre hat wohl Arbeit und vielen Gebieten infrastrukturellen Fortschritt gebracht, aber leider keine Rücksicht auf die Landschaft und Natur genommen.
Es gibt anscheind aber doch noch ein paar Strände und Küsten entlang der Adria, die Ruhe und Erholung versprechen und wahres Strandgefühl aufkommen lassen. Der Strand von Lalëz scheint dazu zu gehören – noch. Die Bucht Gjiri i Lalëzit ist eine langgestreckte Bucht nördlich von Durrës. Ein paar Dörfer verlieren sich in diesem abgeschiedenen Streifen Schwemmland zwischen Adria und den Hügeln. Der Strand ist noch fast unberührt – nur einfachste Restaurants mit vorzüglichem und güstigen Sea Food sind vorhanden, wie Fiona aus Australien von ihrem Ausflug berichtet.
Aktuell werde an einer neuen Strasse zum Strand gebaut, die von der Autobahn zwischen Shijak und Vora abgeht, berichtet sie. Zudem seien noch Fragen ungeklärt, wem das Land überhaupt gehöre. Der Strassenbau dürfte dem bis jetzt abgelegenen Strand zu einer schnellen Entwicklung verhelfen, da die Fahrzeit von Tirana dann keine 45 Minuten betragen sollte. Und wenn die rechtlichen Auseinandersetzungen geklärt sind, wird es wohl mit der Ruhe endgültig vorbei sein. Der albanische Staat plant jetzt bereits, eine Segel-Marina für mehrere Millionen Euro bauen zu lassen. Und im Internet finden sich Pläne, wie die Dünenlandschaft hinterm Strand mit 100 Ferienhäuschen, Appartementhäusern und Hotels inklusive Golfplatz überbaut werden könnte.
Landschaftlich und touristisch noch reizvoller dürfte die nördlich angrenzende Halbinsel mit dem Rodon-Kap sein. Unweit des Kepi i Rodonit finden sich eine alte byzantinische Kirche und Befestigungsanlagen aus Skanderbegs Zeit. Auf der mehrere Kilometer spitz ins Meer hinaus führenden Halbinsel liegen zerstreut ein paar Bauerndörfer – kaum erschlossen. Hier liesse sich problemlos die Ruhe geniessen, die Gegend zu Fuss erkunden.
Vielleicht werde ich es noch schaffen, das Kepi i Rodonit zu erkunden, bevor auch hier eine neue Strasse erbaut ist und viele unschöne Hotels entstanden sind.
Fortsetzung in unserer Serie »Bilderbeschreibung«:
Byllis ist eine der typischen touristischen Trouvaillen Albaniens. Anderswo wären diese Ruinen überlaufen und kommerzialisiert. In Albanien ist das ein touristischer Geheimtipp, wo man sich noch als Entdecker fühlen und die Ruhe geniessen kann. Um diesem schönen Flecken zu ein wenig mehr Bekanntheit zu verhelfen, erhielt er von mir sein eigenes Plätzchen auf der Homepage.
Byllis war ursprünglich eine bedeutende illyrische Siedlung. Später wurde die Stadt teil des römischen Reichs. Der Bischofsitz wurde im Mittelalter wiederholt zerstört, die Stadt irgendwann nicht wieder aufgebaut. Der einige Kilometer entfernte Ort Ballsh wurde hingegen immer bedeutender und ist heute die nächstgelgene Stadt. Byllis liegt auf einem Hügel hoch über dem Fluss Vjosa. Der weite Tafelberg-artige Hügel bot auch ohne grosse Befestigung eingiermassen Schutz. Im Süden Albaniens gelegen, wurde der Ort dank Handel und Ackerbau immer grösser und bedeutender. Die Überreste des Theaters, von grossen Badeanlagen und einer noch grösseren Agora, die 2200 Meter lange Stadtmauer und die Reste von mehreren Kirchen zeugen von der damaligen Bedeutung.
Schon lange ist die Ruhe zurückgekehrt auf den Hügel. Ruhig ist es noch heute meistens, auch wenn ein asphaltiertes Strässchen die Ruinenstätte erreichbar macht. Wenn der Wind nicht gerade Schwefelgestank von den Ölfeldern bei Ballsh herüberweht, bietet sich dem Besucher ein eindrücklicher Blick über das Hügelland der Mallakastra.
Byllis ist ein Parku Arkeologjik Kombetar, ein Nationaler Archäologiepark. Jedem, der zwischen Gjirokastra und Mittelalbanien unterwegs ist, empfehle ich den Abstecher ein paar Kilometer südlich von Ballsh dringend. Dem ausländischen Besucher werden ein paar Euro Eintrittsgeld abgenommen. Dafür ist alles einigermassen gepflegt, zum Teil sogar beschrieben und vor allem auch bewacht. Man könnte den Touristen mehr bieten: Die vielen eindrücklichen Boden-Mosaike sind meist zu ihrem Schutz unter einer mit Sand beschwerten Plastikfolie begraben. Zu graben gäbe es auch noch viel. Fremdenführer würden sicherlich einiges zu berichten haben. Ein Museum, das einem mehr zur Geschichte des Ortes berichtet und Fundstücke zeigt, fehlt leider auch. Das kleine Restaurant neben der Tekke der Bektaschi bietet zumindest einen idyllischen Ort zur Erholung sowie Erfrischungen.
Dafür kann man – oder muss eben – den Entdecker spielen. Ohne von Gruppen gestört zu werden, macht man sich in Byllis zu Erkundungen auf, kann die alten Mauern erleben und erfühlen, darauf herumgehen, berühren, auch die verborgenen Ecken erkunden – alles mögliche, was in Italien oder Griechenland schon lange verboten ist. Den Reiseführer muss man halt selber spielen: Das Buch von Neritan Ceka kaufen und daraus lesen, während man durchs Ruinenfeld stolpert oder im Theater Platz nimmt und den weiten Blick ins Vjosa-Tal geniesst.
Typisch Albanien eben!
Wie viele Länder auf dem Balkan hat auch Albanien ein schwerwiegendes Energieproblem. Stromausfälle gehören in manchen Jahreszeiten zur Tagesordnung. Die Politik verspricht seit Jahren, Abhilfe zu schaffen. Die Lösung ist aber nicht so einfach. Importe sind teuer und schwierig, die Stauseen der Wasserkraftwerke meist bedenklick leer, neue Kraftwerke brauchen lange Bauzeiten und sind teuer.
Berisha scheint gerade für das Finanzierungsproblem eine besondere Lösung gefunden zu haben. Ausländer sollen in Albanien bauen, was sie zu Hause nicht können: Atomkraftwerke. Albanien ermöglicht den Bau auf eigenem Gebiet und kriegt dafür sein Stromproblem gelöst, die ausländischen Investoren verfügen über eine weiteres lukratives Kraftwerk. Schon im November 2007 präsentierte Berisha einen Plan, bei Durrës mit ausländischer Hilfe ein KKW zu bauen (News vom 12. November 2007).

Bildmontage von albanien.ch: Atomkraftwerk in Durrës
Berisha berichtete damals von mehreren ausländischen Firmen, die Interesse bekundet hätten, in Albanien Atomstrom zu produzieren und nach Italien zu exportieren, wo neue Atomkraftwerke gesetzlich verboten sind. Schnell wurde es wieder still um das Projekt, und man hätte glauben können, dies sei nur ein PR-Gag der Regierung gewesen, um vom Stromproblem abzulenken.
Jetzt scheint Berisha aber einen interessierten Investor gefunden zu haben. Mit seinem kroatischen Amtskollegen Ivo Sanader hat er das Thema besprochen und eine Expertengruppe eingesetzt. Geplant ist das Atomkraftwerk jetzt in Nordalbanien bei Shkodra am Ufer der Buna. Den KKW-Bau durchführen und das Kraftwerk betreiben wäre Aufgabe des kroatischen Versorgers HEP. Kosten würde der Atommeiler rund 4 Milliarden Euro. Noch diesen Monat möchte man eine Vereinbarung unterzeichnen.
Auf den ersten Blick mag das eine gute Lösung für ein chronisches Problem sein. Ob die nordalbanische Provinz aber wirklich der geeignete Ort für ein Atomkraftwerk ist, bezweifeln nicht nur diejenigen, die grundsätzlich etwas gegen den Bau neuer Anlagen haben, solange wenigstens nicht das Problem der Entsorgung atomaren Abfalls gelöst ist. Probleme mit giftigen industriellen und militärischen Abfällen und Altlasten hat Albanien ja schon genug – und sich oft unfähig gezeigt, diese Probleme alleine in den Griff zu kriegen und die Überreste ohne grosse Explosionen aus der Welt zu schaffen.
Wenig Freude an den albanischen Atomplänen haben auch die Nachbarn. 2007 sprach Griechenland den Albanern die Fähigkeit ab, ein Atomkraftwerk sicher zu betreiben. Schon das einfache bestehende albanische Stromnetz ist mangels Unterhalt verrufen – Fachpersonal für Nuklearenergie fehlt wohl komplett. Jetzt hat vor allem Montenegro Bedenken angemeldet. Das Atomkraftwerk würde in unmittelbarer Nachbarschaft zu Montenegro am Grenzfluss Buna gebaut, wo seit 1995 Atomanlagen gesetzlich verboten sind. In Podgorica sieht man das Tourismuspotenzial des Landes bedroht und hofft, dass Tirana die Pläne nicht ohne bilaterale Einigung umsetzt. Die kaum berührte Buna mit einer reichen Artenvielfalt ist in Albanien seit 2005 Naturschutzgebiet – aber wohl der einzige Fluss im Land, der ganzjährig ausreichend Wasser führt, um den Reaktor zu kühlen.
Bedenken werden auch wegen der drohenden Erdbebengefahr angemeldet. Albanien ist ein Land mit hoher seismischer Aktivität. Interessant ist insofern, dass in unmittelbarer Nähe zum geplanten Bauort 1979 bei einem Erdbeben ein ganzes Dorf zerstört wurde.
Berisha scheint eine Lösung für seine Probleme gefunden zu haben. Dass Albanien in diesem Spiel den Drecks-Job übernimmt und einen Bauplatz für ein Kernkraftwerk zur Verfügung stellt, das niemand im eigenen Land bauen möchte, stimmt wenig zuversichtlich. In Albanien ist noch kein grosser Protest entstanden – die Anti-Atomstrom-Bewegung ist hier leider noch nicht angekommen. Nur auf Facebook formiert sich Widerstand.
Feuerwerk, laute Musik auf Strassenfesten, Europa-Fahnen, Nato-Fahnen, US-Fahnen, Albanien-Fahnen, grosse Banner und viele Plakate – ganz Albanien feierte vor zwei Wochen laut und heftig den Beitritt zur Nato. Endlich ist man nicht mehr ausgeschlossen: Albanien wird von europäischen Staaten und Nordamerika in ihren engen Kreis aufgenommen, wird Teil des reichen Europas.
Was für viele andere Staaten – wie zum Beispiel die Kroaten, die gleichzeitig die Nato-Mitgliedschaft erlangten, aber nicht gross feierten – nur ein weiteres Bündnis ist, ist für die Albaner tatsächlich ein Grund zum Feiern. Nach langen Jahren der Transformation mit vielen Gewaltexzessen, nach der Ära der stalinistischen Isolation und Schreckensherrschaft unter Hoxha, nach den zwei Weltkriegen mit vielen Besatzern und dem schwirigen Kampf um die Unabhängigkeit dazwischen und nach 500 Jahren unter osmanischer Besatzung haben die Albaner jetzt die Bestätigung erhalten: Ihr seid Nato-reif, Ihr seid zivilisiert, Ihr seid wie wir, wir vertrauen Euch.
Auf dem südlichen Balkan ist es auch wichtig, dass die Nato garantiert, sich für seine Mitglieder einzusetzen. Die Zeiten, als Albanien von seinen Nachbarn bedroht werden konnte, sind endgültig vorbei. Die Nato bietet den Albanern Schutz – wie sie 1999 die Albaner in Kosova beschützt hatte. Noch ein Grund zum Feiern: Europa akzeptiert unsere Rechte.
Albanien war ausgeschlossen. Zuerst hatte sich die sozialistische Volksrepublik selbst distanziert von der Welt. Dann wurde es ausgeschlossen. Europa hatte Angst vor den Abanern, vor den albanischen Flüchtlingen. Europa half den Albanern, brachte Hilfe – aber aus einem Grund: Man wollte mit dem heruntergewirtschafteten, armen Land möglichst wenig zu tun haben. Heute ist es anders: Europa hat seine Angst vor den Albanern verloren, nimmt Albanien in seinen Bund auf. Wenn Europa und Nordamerika die Albaner endlich auch in ihre Länder reisen lässt, wird Albanien tatsächlich in Europa angekommen sein.
An vorderster Front bejubeln die albanische Politiker den Beitritt zur Nato. Jeder brüstet sich, den Beitritt selber herbeigeführt zu haben. Dabei zog sich dieser Prozess über Jahre hin. Mehrere Regierungen waren involviert.
Der Nato-Beitritt ist ein wichtiger Schritt für Albanien. Die Politiker sollen sich nur grosstun, es ist eben Wahlkampf – die Albaner nehmen sie so oder so nicht ernst. Sie wissen genau – wie dies Albanian Blogger geschrieben hat – , dass der Beitritt nicht der grosse Erfolg der Politiker ist. Der Nato-Beitritt ist vor allem ein Erfolg des albanischen Volks auf seinem Weg nach Europa.
Diverse Internetseiten berichten heute von einer Schulklasse in Saranda, die sich einen besonderen Aprilscherz ausdachte: Die Gymnasiasten kauften Schlaftabletten, schluckten diese und dösten – wie im Plan vorgesehen – in der Schulstunde ein. Auch der Erfolg des Aprilscherzes blieb nicht aus: Der Lehrer wurde durch die Aktion reichlich verängstigt.
Über den weiteren Verlauf der Ereignisse hatten sich die Schüler einer Privatschule aber wohl keine Gedanken gemacht. Die Reaktion des Lehrers, der eine komatöse Klasse vor sich hat, hatten sie nicht vorgesehen: Geschockt wählte er den Notruf und liess die 20 schlafenden Schüler in eine Klinik einliefern. Weder die Jugendlichen, noch der Lehrer hätten durch den Aprilscherz bleibenden Schaden genommen. Es ginge allen gut, liessen die Medien verbreiten.
Und was lehrt uns diese Geschichte? Wenn 20 16- bis 17-jährige Schüler sich in Apotheken mit dermassen viel Schlafmitteln eindecken können, dass sie gleich reihenweise umfallen, hat die notwendige Kontrolle versagt. Leider ist es so, dass in albanischen Apotheken fast alles auch ohne ärztliches Rezept erhältlich ist.
Wie der Streich der Schüler zeigt, kann eine solche Praxis durchaus gefährlich enden. Die Schüler hatten Glück, dass sich niemand ernsthaft vergiftet oder gar in den ewigen Schlaf gebracht hat.
Das Leben im kommunistischen Albanien scheint eine starke Faszination auf alle auszustrahlen, die das nicht erlebt haben. Westeuropäer scheinen laufend Fragen zu dieser Zeit zu stellen, bei der Albanien-Berichterstattung ist diese Epoche immer präsent.
In jedem Artikel zum Reiseland Albanien nehmen die Bunker nach wie vor eine wichtige Rolle ein, obwohl sie in vielen Landesgegenden kaum mehr zu sehen sind. Und wie kein Interview mit Ismail Kadare ohne Fragen zu seiner kommunistischen Vergangenheit auskommt, scheint auch jeder andere Westeuropäer mit Vorliebe Albaner mit Fragen über das Leben im Kommunismus zu löchern – zumindest beim ersten Aufeinandertreffen
Mit dem Velo durch Tirana – habe ich auch schon gemacht. In der Vorstellung der meisten muss das schlimm sein. Ist es aber gar nicht. Man muss sich einfach mit dem chaotischen Strom treiben lassen. Platz ist meist auch genug, weil der ganze Verkehr ja nicht dermassen in Spuren gepresst ist und die freundlichen Albaner dem von Weitem als Ausländer erkennbaren Fahrradfahrer mit Helm und enganliegender Hose auch nicht zu fest auf die Pelle rücken. Und da der Verkehr meistens auch nicht allzu schnell fliesst, kommt man recht gut mit den Autos mit, so dass die Gefahr auch nicht allzu gross ist.
So weit, so gut.
Wie ist es aber, wenn man sich vorstellt, in Tirana mit dem Velo in Gegenrichtung über den Boulevard und den Skanderbeg zu fahren?