Nicht nur ich bin gerade schreibfaul – auch meine anderen Lieblingsblog sind zur Zeit sehr inaktiv. Wird aber sicher bald wieder besser, hier und bei den anderen Kollegen.
Geniesst das Wochenende!
Nicht nur bei uns ist es kalt, auch in Albanien sind weite Gebiete eingeschneit. In den Bergen ist das nichts aussergewöhnliches. Da ist zur Zeit auch kein Durchkommen mehr: Die meisten Strassen sind blockiert und viele Gegenden von der Umwelt abgeschnitten.
An der Küste ist Schnee aber selten und bleibt meist kaum liegen. Dieses Foto aus Shkodra vom Blog «Living in Shkoder» bietet deshalb einen seltenen Anblick.
In einer losen Folge sollen die verschiedenen Bilder, die auf der Homepage dieser Website im Hintergrund erscheinen, hier vorgestellt werden. Denn jedes hat seine kleine Geschichte oder einen besonderen Grund, weshalb es ausgewählt wurde. Für den Beginn habe ich das Bild Dajti-Express ausgewählt.
Die in die Höhe schwebende Gondelbahn ist sicherlich eines der markantesten Zeichen des Aufschwungs in Albanien. Das Bild kombiniert die touristischen Reize des Landes – hier den Nationalpark Dajti – mit Fortschritt und Entwicklung. Es entspricht kaum den Erwartungen, die die meisten Leser von Albanien haben. Gerade dieser Überraschungseffekt gefällt mir.
Der Dajti ist der Hausberg von Tirana. Er ist über 1.600 Meter hoch und bildet eine gründe Oase unweit der hektischen albanischen Hauptstadt. Seit 2006 führt eine Gondelbahn aus österreichischer Produktion auf den Balkoni i Tiranës, einer Geländeterrasse auf rund 1.000 Meter Höhe. Die Spitze des Berges ist eigentlich militärisches Sperrgebiet – hier zeigt sich noch kommunistische Ideologie –, kann aber zumindest von Wanderern erklommen werden.
Der Dajti ist Teil des markanten Randgebirges der Skanderbeg-Berge, die steil aus der Küstenebene emporsteigt und diese vom bergigen Hinterland abgrenzt. Obwohl nur wenige Kilometer von der Grossstadt Tirana entfernt, führt die Gondelbahn in eine völlig andere Welt, wo sich Fuchs und Hase Gut‘ Nacht! sagen. Der Nationalpark, in dem tatsächlich viele Wildtiere ein Refugium finden, und die Berge hinter dem Dajti sind unerschlossenes Niemandsland. Nur wenige Menschen leben hier, nur holprige Wege führen durch diese Gegend. Die top-moderne Gondelbahn ist somit ein Eintritt in eine Welt wie vor 100 Jahren.
Vermutlich werde ich noch bei anderer Gelegenheit darauf zu sprechen kommen. Es wird genügend darüber zu berichten geben, von diesem schönen, einzigartigen, leider wohl auch einmaligen Abend in St. Gallen vor einer Woche. Verschiedene albanische Opernsänger haben in der Tonhalle ein Benefizkonzert geboten – Weltstars haben grossartige Kunst ins Land gebracht. Den Veranstaltern – unter anderem Kiwanis – möchte ich meinen Dank aussprechen für dieses unvergessliche Ereignis. Mir war nicht bewusst, dass Albanien so tolle Künstler für klassische Musik hervorgebracht hat. Staunend, überrascht und sehr erfüllt ging es zurück nach Hause.
Es ist Unabhängigkeit, und keiner geht hin. In Kosova wird unaufhaltsam der Weg zur Festigung der Eigenstaatlichkeit gegangen, während die Welt es kaum beachtet. Wir gratulieren und wünschen weiterhin viel Erfolg!