Offiziell scheint es nicht zu sein. Aber irgendjemand muss da auf originelle Weise Werbung gemacht haben in New Yorks Strassen für Tourismus in Albanien. Habe ich irgendwo im Internet gefunden – vielleicht weiss ja jemand mehr darüber.
»Now he adventured on a shore unknown,
which all admire, but many dread to view!«(Jetzt wagte er ein Abenteuer an einer unbekannten Küste,
die alle bewundern, doch viele fürchten kennen zu lernen.)
Lord Byron in »Childe Harold”™s Pilgrimage« (1818) über Albanien.
Um die Berufsausbildung für behinderte Jugendliche in Albanien zu fördern, sollte im schwäbischen Spaichingen (keine Ahnung, wo das genau sein soll) ein Verein gegründet werden.
Im ersten Anlauf hat es anscheinend nicht geklappt – zu wenig Unterstützung. Ein zweiter Versuch ist geplant. Meines Erachtens eine unterstützenswerte Sache.
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Auch wenn es doch ein paar Unterschiede gegeben haben dürfte, so gab es auch auffallende Gemeinsamkeiten zwischen dem berühmten deutschen Indianerbücherautor und dem hier vorzustellenden Schriftsteller. Beide haben Abenteuerromane verfasst, die zu guten Teilen auf wilder Fantasie beruhen. Und beide widmeten eines ihrer Bücher dem Land der Albaner. Klar: Ganz so berühmt wie Karl May ist er heute nicht mehr – aber zu Lebzeiten soll Gustav Renker mit seinen über 50 Berg- und Heimatromanen doch ein vielgelesener Autor gewesen sein.
Karl May verhalf zwar mit seinem Buch »Durch das Land der Skipetaren« der Eigenbezeichnung der Albaner zu einer weltweit Bekanntheit. Leider handelt Mays Roman kaum vom Land der Albaner, das die Protagonisten erst auf den letzten Seiten erreichen. Ganz anders der Roman von Gustav Renker, der in »Abenteuer in Albanien« zwei Schweizer Zoologen in den Albanischen Alpen rumkraxeln lässt.
>> Über die Fotodokumentation von Pepa Hristova
(interessanter Link mit schönen Fotos und TV-Beitrag über die Sworn Virgins)
Die Weltwirtschaftskrise macht sich in Albanien insbesondere dadurch bemerkbar, dass weniger Geld von Emigranten ins Land fliesst. Gerade die billigen albanischen Arbeitskräfte in Griechenland kriegen das zu spüren. Der Spiegel zitiert in seiner neuen Ausgabe einen Albaner:
[Der Wirt] Sakis hält noch durch, ab und an ist ein Tisch bei ihm besetzt. »Eigentlich gibt es hier keine Arbeit mehr für mich«, sagt seine albanische Hilfskraft, die sich in Griechenland Eleni nennt. »Viele meiner Landsleute gehen zurück nach Albanien, da ist es auch nicht schlimmer als hier. Mal sehen, wann ich fahren muss.«
Weniger schlimm trifft es wohl die Griechen und Albaner, die mit ausländischen Touristen zu tun haben. Dieser Wirtschaftszweig scheint noch einigermassen zu funktionieren. Ein Albaner aus Durrës berichtete mir diesen Sommer auf Santorini ganz überzeugt, dass dort im Sommer mehr Albaner als Griechen leben. Im Winter, wenn keine Touristen mehr kommen, fährt der Oberkellner dann zurück nach Albanien und erholt sich von seiner fast pausenlosen Tätigkeit an meist sieben Tagen die Woche.
Noch immer scheinen Reisen nach Albanien vielen Mitmenschen einem Himmelsfahrtkommando gleichzukommen. Die Journalistin Grit Warnat hat dies in ihrem Reisebericht »Ein Land will raus aus dem Bunker« in der Magdeburger Zeitung Volksstimme sehr treffend in Worte gefasst:
Doch das Bild von den Schuften und Gaunern muss wirklich tief sitzen. Ungläubiges Kopfschütteln bei Bekannten, Verwandten, Kollegen, als ich verriet: In meinem Urlaub geht’s nach Albanien. Zu Hütchenspielerkursen wurde mir da geraten und zum Haarefärben. Lieber dunkel als auffallend blond – der Überfälle und der Entführungen wegen. Einige haben mich aufmunternd gedrückt, weil sie wohl befürchteten, dass ich Deutschland nie mehr wiedersehen werde. So muss es sein, wenn man als Kriegsberichterstatter nach Afghanistan fährt oder über mafiöse Strukturen in Sizilien berichten will. Ich aber bin nur in meinen Urlaub geflogen.