Mit diesen Worten begann heute Morgen ein Beitrag in den Radionachrichten. Kein Wunder, dass die Leute, die meist nichts von Albanien wissen, den Eindruck haben, dass es dort meist lebensgefährlich ist.
Die Albaner sind zwar riesige Fussball-Fans, für die Fussballszene im eigenen Land interessiert sich aber kaum einer. So einfach lässt sich ein interesanter Artikel im Guardian über Fussball in Albanien zusammenfassen:
>> Albania loves football – just not the version played in its stadiums
Was in den grossen europäischen Ligen geschieht, beschäftigt die albanischen Fussballfanatiker und Wettsüchtigen einiges mehr, als das Gekicke zu Hause. Entsprechend endet der Artikel: »It’s a country that loves the game, just not necessarily the version of the game played in its own stadiums.«
Schon wieder ist es in Albanien in einem Munitionsdepot beim Zerlegen alter Munition zu einer Explosion gekommen, siehe Nachricht vom 30. April. Vom schweren Unglück im März 2008 in Gërdec, das immer noch die Gerichte beschäftigt und politisch nicht wirklich aufbereitet ist, und anderen Vorfällen scheint man wenig gelernt zu haben. Schade – diese Menschenleben müssten nicht geopfert werden.
Die NZZ über die türkischen Bemühungen, auf dem Balkan an Einfluss zu gewinnen:
>> Der Halbmond über dem Balkan
Was haben Usedom und Albanien gemeinsam? Nicht viel – wohl auch nicht bei genauerem Hinsehen.
Bevor Aurela Gaçe nächsten Monat beim Eurovision Song Contest in Düsseldorf auftreten wird, wird ein kurzer Film zu sehen sein, der das schöne Usedom vorstellen wird. Die Ostsee-Zeitung schreibt dazu:
»Im Mittelpunkt des Videoclips steht ein albanisches Pärchen, das sich übrigens erst auf Usedom kennenlernte. Beim Bummel über die Promenade und romantisch turtelnd im Strandkorb werden die jungen Leute – und mit ihnen die Schokoladenseiten der Insel – zu sehen sein.«
Das Kommen und Gehen von Pyramiden hat schon wiederholt die albanische Geschichte geprägt. Mitte der 1990er Jahre kamen die Pyramidensysteme – Schneeballsysteme, die Verderben über Albanien gebracht, das Land ins Chaos geführt und die Ersparnisse fast der ganzen Bevölkerung in Luft auflösten.
Der, der damals Präsident im Lande war und dem vorgewurfen wurde, zu wenig gegen die Pyramiden gemacht zu haben, unterstützt jetzt das Verschwinden einer anderen Pyramide: Mitten in Tirana steht noch heute das Enver-Hoxha-Museum. Der Bau, der anfangs der 1990er Jahre mal irgendeinen anderen Namen erhalten hat, als ihm auch die Funktion eines Museums entzogen wurde, wird von allen nur Piramida genannt. Er beherbergte die eine oder andere Messe und diente auch als Disco und Bar. Seit ein paar Jahren steht der Bau aber vor allem leer.
Jetzt soll die Piramida verschwinden. Dass dieses Symbol des kommunistischen Terrorregimes verschwinden soll, überrascht eigentlich nicht – überraschend ist eher, dass es sich zusammen mit der ehemaligen ungenutzten Hoxha-Villa im Blloku überhaupt während 20 Jahren Demokratie erhalten konnte. Ersetzt werden soll es durch ein Symbol der neuen Herrschaft. An seiner Stelle wird jetzt ein neues Parlament geplant.
»Das Design soll >demokratische Werte wie Offenheit, Transparenz und öffentliche Mitbestimmung< verbinden,« erklärt der österreichische Architekt Wolf D. Prix, der mit seinem Architekturbüro »Coop Himmelblau« den Wettbwerb für den Neubau gewonnen hat, gegenüber der Wiener Zeitung »Der Standard«. Wie die albanische Variante von Offenheit, Transparenz und Mitbestimmung in dreidimensionale Formen gepresst aussehen wird, lässt uns mit grosser Spannung dessen Vollendung erwarten.
Auf wenig Zustimmung trifft das Projekt bei der Opposition, die sich vor allem über die hohen Kosten von mehreren Hundert Millionen Euro beklagt und vielleicht auch ein wenig der alten Piramida nachtrauert.
Mitunter sammle ich ja auch alte Ansichtskarten aus Albanien. Diese Postkarten sind nicht nur Zeitzeugen, die uns Einblick in den albanischen Alltag von damals geben, sondern oftmals findet sich auch ein interessanter Text, der ebenfalls einiges über die damaligen Verhältnisse zu vermitteln mag.
Diese Karte wurde im Mai 1938 von Shkodra nach Meiningen im Süden Thüringens verschickt. Das Motiv zeigt die Berge bei Theth. Anscheinend war der damals noch kaum zugängliche Ort – der erste Fahrweg wurde erst zwei Jahre zuvor fertiggestellt – schon berühmt für seine schöne Landschaft. Die vorderseitige Beschriftung ist auf Französisch, was nicht gerade alltäglich war für Albanien zu dieser Zeit. Auf der Rückseite finden wir eine Briefmarke mit dem Kopf des Königs Ahmet Zogu – seine Tage sollten gezählt sein – und den folgenden Text:
(Skutari, 10. Mai 1938)
Liebe Mutter, vermutlich braucht die Post etwas lang von hier nach hause, deshalb möchte ich schon heute Dir zum Muttertag meine herzlichsten Grüsse senden. – Die Fahrt hierher ging erst noch überm Blauen Meer hin bis zur Cattaro-Bucht, dann auf schwindeligen, halsbrecherischen Strassen durch die Schwarzen Berge und drüber hinunter zum Skutari-See Albanien. Das Treiben hier ist mehr als orientalisch. Da ist Dubrovnik zahm und nüchtern dagegen. – Am Sonntag werden wir wohl, leider, nach Venedig zurückkommen, in Ragusa ist’s eben sehr schön. Dir und den Tanten herzlichste Grüsse


»Die Zeit« berichtet von deutschen Studenten in Tirana – Anektoten wie »mit dem Wintermantel in der Vorlesung« oder »die Hilfsbereitschaft der Professoren war unglaublich«.