Nicht schlecht gestaunt, als ich in Chile am Flughafen als erster Willkommensgruss die albanische Fahne in solch prominenter Gesellschaft gesehen habe.
Da Chilenen in Albanien für die Einreise zahlen müssen, gilt das gleiche für albanische Touristen in Chile. Die Visumsgebühr am Flughafen ist aber moderat (gerade im Vergleich zu derjenigen für Amerikaner) und die Warteschlange kürzer als für Touristen, die ohne Visum einreisen können.
Albanien hatte ein solches System von Einreisegebühren, die sich nach der Höhe der Visumsgebühr für Albaner im Herkunftsland des Reisenden orientierte, auch einmal. Schien aber etwas kompliziert und tourismushemmend gewesen zu sein, denn die Regelung wurde schnell wieder aufgegeben. Und zwischenzeitlich ist ja auch für die Albaner für die meisten Länder Europas die Visumspflicht entfallen.
Dass albanische Fahrweisen nicht jeden Australien erfreuen (auch wenn sie sich Off-Road-Pisten gewohnt sein sollten) und ein eisbedecktes Stück albanische Strasse sie doch sehr erstaunt, dürfte wenig überraschen. Wir freuen uns über den netten Reisebericht von Nick Johns-Wickberg gespickt mit Epissoden, die uns allen vielleicht allzu gut bekannt sind:
We”™re within spitting distance when, at the last minute, my man swerves right, narrowly avoiding the truck, various farm animals, and a group of local children, all of whom look completely unfazed.
”¦ the scenery out the window shifts from the grungy buildings of Shkodra to a kind of agricultural nothingness ”¦
The bus pulls over, and we all take a 15 minute break at a lively pub for our 9.30am shot of rakija (bus driver included), because no man would dare face the Albanian mountains sober.
Of course, the only one who speaks English is an uneducated 11 year-old boy, who has accordingly become the manager of the local guesthouse, but somehow this is the kind of occurrence that stops being surprising once you”™ve spent more than a day in Albania.
Und wer sich für die Geschichte mit dem Minibus auf Eis interessiert, lese den ganzen Bericht:
>> Welcome to Albania, where ice on the road gets the bus driver dancing
Ein Journalist fragte Sali Berisha kürzlich bei einem Besuch in der montenegrinischen Hauptstadt, was denn aus den nuklearen Träumen des albanischen Präsidenten geworden sei. Berisha zeigte, dass er entweder erkannt hat, dass Atomenergie in Albanien wirklich gefährlich sein könnte oder dass er damit zumindest derzeit nirgendswo punkten kann. Seine Antwort bereitete den atomaren Plänen ein Ende:
I believe nuclear energy is the cleanest and of low cost. But, Fukushima pushes us to review our approach as the area is tectonic. Thus, the project is put on hold until science clarifies all risks related to the use of technology. (Sali Berisha)
Wir lernen, dass Sali Berisha durchaus fähig ist, einen neuen Standpunkt einzunehmen, wenn es der Wählergunst dient, und können fürs Erste ja mal wieder aufatmen: Die Pläne für ein Bau eines Atomkraftwerks bei Shkodra sind begraben.
Politiker neigen dazu, Grosses und Sinnloses zu schaffen, gerade in totalitären Systemen. Die Ausstellung „Utilitas Interrupta“ an der „Experimenta Design“ in Lissabon hat sich Sinnloses in Architektur zum Thema gemacht.
Grosses Anschauungsobjekt dieser Ausstellung sind zwei typische Bunker aus Albanien, die auf dem Dach des Museums installiert wurden.
Mehr dazu heute im Feuilleton der NZZ.
Und dabei seien die Fähren seine grösste Angst gewesen, schreibt Thomas Hodgkinson in »The Guardian«. Das ist keine weitere Räubergeschichte aus Albanien, sondern alles passierte mehr oder weniger freiwillig und mehr oder weniger nach Plan. Ein Plan, der vorsah, als Erster mit Genehmigung von Albanien nach Griechenland zu schwimmen.
Nur etwas mehr als zwei Kilometer ist die Strasse von Korfu an ihrer engsten Stelle – Griechenland un Albanien kommen sich hier sehr nah. Keine grosse Herausforderung für Schwimmer, meinte Hodgkinson und stellte sich dieser. Eine grosse Herausforderung stellte hingegen die griechische Bürokratie dar, die am Schluss aber doch zustimmte und zumindest dafür sorgte, dass die Kapitäne der Schiffe auf dieser stark befahrenen Wasserstrasse ihr Tempo drosseln mussten. Auch wenn es keine grosse Herausforderung war, so doch eine Strapaze für gewisse Körperteile des Schwimmers, was diesen ungeplant veranlasste, im Wasser bald einmal die Hose auszuziehen.
Mit seinem Schwumm gedachte der Schwimmer auch all jenen, die während des kommunistischen Regimes in Albanien vor 1991 versuchten, hier in den Westen zu fliehen. Vielen, die ihr Glück im Westen suchten, ist diese Herausforderung zu gross gewesen. Neben allen Tragödien weiss Hodgkinson aber auch von anderen Glücklichen zu berichten, die schon vor ihm von Albanien nach Korfu geschwommen sind.
Ein etwas anderer Reisebericht:
>> Freestyle challenge: swimming from Albania to Corfu
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Nochmals ein neuer Blog aus Albanien. Hier berichtet ein Deutsch-Türke, der sechs Monate lang an der Schule Sami Frashëri in Tirana aushelfen wird: