Albanien und Kosovo und die Zölle

Ministertreffen der Regierungen Kosovos und Albaniens in Peja

Ministertreffen in Peja

Heute sind die Regierungen Albaniens und Kosovos erneut zu einem Ministertreffen zusammengekommen. Die fünfte Konferenz dieser Art fand dieses Mal in der westkosovarischen Stadt Peja statt. Geprägt wurde das Treffen von den neuen Spannungen zwischen Serbien und Kosovo: Serbien hatte vor Kurzem die Aufnahme Kosovos in die Polizeivereinigung »Interpol« verhindert, worauf Kosovo die Steuern für Importe aus Serbien verdoppelte. Die EU kritisierte diesen Schritt der Regierung in Prishtina – Rückendeckung kam heute vom albanischen Ministerpräsidenten Edi Rama.

Schwindende Grenzen
Grenzübergang Morina

Grenzübergang Morina

Beim albanisch-kosovarischen Arbeitestreffen ging es in erster Linie um die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten. Neun verschiedene Vereinbarungen wurden unterzeichnet. So wurde unter anderem die Abschaffung von Roaming-Gebühren zwischen den beiden Ländern beschlossen.

Ein weiteres Abkommen betrifft die Zusammenarbeit am Grenzübergang Morina-Vërmica, dem wichtigsten Übergang zwischen den beiden Ländern. Albanische und kosovarische Zöllner sollen in Zukunft gemeinsam Zollkontrollen durchführen, es soll nur noch eine Grenzstation geben. Dadurch solle der grenzüberschreitende Verkehr von Personen und Waren spürbar erleichtert werden, erklärte Rama.

Vereinzelt wurde dies als Abschaffung der Zölle verstanden. Die Zollunion kommt wohl noch nicht – aber die beiden Staaten mit albanischer Bevölkerungsmehrheit rücken immer näher zusammen.

Viel nationale Symbolik

Peja

Beim Treffen in Peja gab es wiederum viel albanische Symbolik. Rama kündigte an, dass die beiden Staaten im Jahr 2025 auf einem Weg der Vereinigung befinden würden. Wunschgemäss wäre das eine Vereinigung der beiden Länder in der Europäischen Union.

Auf dem Gruppenbild formen die Minister der beiden Staaten ihre Hände zum Adler. Auf einem anderen Foto vereinen die beiden Ministerpräsidenten Ramush Haradinaj und Edi Rama ihre Hände mit dem Doppeladler der albanischen Staatsflagge.

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