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	<title>News by newsletter Albanien</title>
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	<description>Nachrichten aus und über Albanien</description>
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		<title>Mission Eisenbahn</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Admin albanien.ch]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Oct 2025 16:33:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles aus Albanien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die stellvertretende albanische Ministerpräsidentin Belinda Balluku war letzte Woche zu Besuch in der Schweiz: Beim Schienenfahrzeugbauer Stadler Rail und bei Bundesrat Albert Rösti Die albanische Eisenbahn soll eine Renaissance erfahren. Während kaum mehr Züge im Land fahren, wird schon seit Längerem an der Erneuerung der Eisenbahnstrecke von Durrës nach Tirana gearbeitet. Das Projekt zieht sich [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.albanien.ch/bb/2025/10/mission-eisenbahn/">Mission Eisenbahn</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.albanien.ch/bb">News by newsletter Albanien</a>.</p>
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<p><strong>Die stellvertretende albanische Ministerpräsidentin Belinda Balluku war letzte Woche zu Besuch in der Schweiz: Beim Schienenfahrzeugbauer Stadler Rail und bei Bundesrat Albert Rösti</strong></p>



<span id="more-2123"></span>



<p>Die albanische Eisenbahn soll eine Renaissance erfahren. Während kaum mehr Züge im Land fahren, wird schon seit Längerem an der Erneuerung der Eisenbahnstrecke von Durrës nach Tirana gearbeitet. Das Projekt zieht sich in die Länge, aber es geht voran. Finanziert wird das Vorhaben mit Geldern der Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. Eine Stärkung des öffentlichen Verkehrs wäre für den staubelasteten Grossraum Tirana sicherlich von Vorteil.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/bb/bahnbau-durres-2025/"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="529" src="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/10/bahnbau-durres-2025-1024x529.jpg" alt="Verlegung neuer Schienen in Durrës" class="wp-image-2124" srcset="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/10/bahnbau-durres-2025-1024x529.jpg 1024w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/10/bahnbau-durres-2025-300x155.jpg 300w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/10/bahnbau-durres-2025-768x397.jpg 768w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/10/bahnbau-durres-2025-600x310.jpg 600w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/10/bahnbau-durres-2025-1536x794.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/10/bahnbau-durres-2025-2048x1059.jpg 2048w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/10/bahnbau-durres-2025-1320x682.jpg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Verlegen neuer Schienen in Durrës – Mai 2025</figcaption></figure>



<p>Während sich Bahnenthusiasten freuen, dass sogar die Arbeiten an der Strecke zum Flughafen vorangehen, bleiben doch noch grundlegende Fragezeichen offen. So wurde die Öffentlichkeit noch immer nicht orientiert, wo genau am Flughafen der Bahnhof zu liegen kommen soll. Ähnliche Spekulationen gibt es rund um den Bahnhof von Tirana: Gibt es doch noch einen Innenstadtbahnhof oder endet die Strecke an der Peripherie? Auch die Frage, wie ein Kollaps des Verkehrs zwischen Kamza und Tirana verhindert werden soll, wenn da mehrfach pro Stunde Züge die Strasse queren, ist noch völlig offen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fehlendes Rollmaterial</h2>



<p>Aber all diese Fragen sind eigentlich völlig irrelevant, solange nicht geklärt ist, womit die neuen Strecken in Albanien überhaupt befahren werden sollen. Mit den alten tschechoslowakischen Diesellokomotiven lassen sich die versprochenen Geschwindigkeiten nicht erreichen. Und in die Passagierwagen der Hekurudha Shqiptare HSH trauen sich nur die abenteuerlustigsten Touristen. Das ist alles nichts für eine moderne Eisenbahn oder Flughafenanbindung und weit entfernt von den hübschen Filmchen, die produziert wurden, um die Zukunft des albanischen Schienenverkehrs zu illustrieren.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/10/hsh-train-peqin.jpg"><img decoding="async" width="1024" height="639" src="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/10/hsh-train-peqin-1024x639.jpg" alt="Zug der albanischen Eisenbahn in Peqin" class="wp-image-2127" srcset="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/10/hsh-train-peqin-1024x639.jpg 1024w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/10/hsh-train-peqin-300x187.jpg 300w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/10/hsh-train-peqin-768x479.jpg 768w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/10/hsh-train-peqin-600x374.jpg 600w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/10/hsh-train-peqin-1320x824.jpg 1320w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/10/hsh-train-peqin.jpg 1333w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">»Durrës-Elbasan-Express« in Peqin (2019)</figcaption></figure>



<p>Wie beim Strassenbau ist auch bei der Eisenbahn nicht mit einer perfekten Lösung ab dem ersten Tag zu rechnen. So wird die Strecke aktuell nicht zur Doppelspur ausgebaut, was betrieblich herausfordernd wird. Aber das kann man ja auch noch ändern, wenn die Eisenbahn zum Erfolg wird. </p>



<p>Ebenfalls wurde auch angekündigt, dass die Oberleitungen erstmal nicht installiert werden – man rechnet wohl damit, dass zu Beginn weiterhin mit den alten Dieselloks gefahren wird. Generell scheint die HSH, das jahrzehntelang vernachlässigte und unterfinanzierte staatliche Eisenbahnunternehmen, mit grossen Bauprojekten überfordert zu sein. Und lange war die albanische Regierung wohl nur wegen der ausländischen Fördergelder am Thema Eisenbahnbau interessiert, ohne wirklich Begeisterung fürs Thema zu zeigen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zur Chefsache erklärt</h2>



<p>Allmählich wird man sich aber auch in Albanien der Probleme bewusst. Das Thema Rollmaterial scheint jetzt zur Chefsache erklärt worden zu sein. Belinda Balluku, Ministerin für Infrastruktur und Energie und stellvertretende Ministerpräsidentin, ist extra wegen dieses Themas in die Schweiz gereist.</p>



<p>Normalerweise sieht man Balluku in Albanien von Baustelle zu Baustelle, von Tunneleröffnung zu Strasseneröffnung eilen. Balluku leitet schon seit sechs Jahren eines der wichtigsten und korruptionsanfälligsten Ministerien Albaniens – ohne Skandal und überraschend lange ohne Versetzung. Die Enkelin des kommunistischen Verteidigungsministers Beqir Balluku, der 1974 von Enver Hoxha wegen eines angeblichen Staatsstreichs hingerichtet wurde, scheint das volle Vertrauen von Edi Rama zu geniessen. Aus der Schweiz meldete sie sich auf Social Media per Video aus einem SBB-Zug – grauenhaft wacklige Bombardier-Dosto-Fahrt – und kündigte ähnlichen Bequemlichkeiten bald auf der Strecke zwischen Durrës und Tirana an.</p>



<p>Balluku und ihre Delegation trafen in der Schweiz Peter Spuhler, Verwaltungsratspräsident des Schienenfahrzeugbauers »Stadler Rail«. Stadler verkauft weltweit Lokomotiven, Gelenktriebwagen, Trams und massgefertigte Schienenfahrzeuge aller Art. </p>



<p>Tirana nimmt sich jetzt also ernsthaft dem Thema Rollmaterial an. Undie Schweizer Züge scheinen in Tirana doch noch nicht abgeschrieben zu sein, obwohl Stimmen gemunkelt hatten, dass nur Siemens eine Chance habe für diesen Deal.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Höflichkeitsbesuch beim Bundesrat</h2>



<p>In Bern traf Balluku zudem Bundesrat Albert Rösti, als Vorsteher des Departments für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) sozusagen ihr Schweizer Counterpart.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/bb/balluku-roesti-oktober-2025/"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/10/balluku-roesti-oktober-2025-1024x683.jpg" alt="Belinda Balluku und Bundesrat Albert Rösti am Händeschütteln" class="wp-image-2122" srcset="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/10/balluku-roesti-oktober-2025-1024x683.jpg 1024w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/10/balluku-roesti-oktober-2025-300x200.jpg 300w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/10/balluku-roesti-oktober-2025-768x512.jpg 768w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/10/balluku-roesti-oktober-2025-600x400.jpg 600w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/10/balluku-roesti-oktober-2025-1320x880.jpg 1320w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/10/balluku-roesti-oktober-2025.jpg 1440w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Ministerin Belinda Balluku und Bundesrat Albert Rösti</figcaption></figure>



<p>Balluku schrieb auf Social Media, dass man sich über die »Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Albanien und der Schweiz im Bereich des Verkehrs« ausgetauscht  habe, wobei die Förderung der Eisenbahn, die Modernisierung des albanischen Eisenbahnnetzes und die Verbesserung der Dienstleistungen im Mittelpunkt standen. Balluku bezeichnete die Eisenbahn als »Schlüsselkomponente nachhaltiger Infrastruktur und regionaler Konnektivität« – eine eher überraschende Aussage angesichts des Dornröschenschlafs des albanischen Schienenverkehrs. Gerne wolle man »von den erfolgreichen Schweizer Erfahrungen in diesem Bereich« profitieren.</p>



<p>Balluku schreibt auch, dass man »über ein zwischenstaatliches Abkommen im Bereich wirtschaftliche Zusammenarbeit« gesprochen habe. Das UVEK betonte auf Anfrage gegenüber albanien.ch, dass es beim Treffen keine Verhandlungen gegeben habe. Es sei ein »kurzes Höflichkeitstreffen« gewesen mit informellen Meinungsaustausch: »Bei diesem Anlass stand das gegenseitige Kennenlernen im Vordergrund.«</p>



<p>Uns würde es freuen, wenn auf das Kennenlernen noch weitere Schritte der Zusammenarbeit folgen würden. Es wäre natürlich schön, wenn man bald mit Stadler-Zügen durch Albanien fahren könnte – schnell vom Flughafen in die Innenstadt von Tirana oder von Tirana an den Strand in Durrës und hoffentlich auch bald wieder auf weiteren Strecken.</p>



<p class="has-text-align-right"><em>Lars Haefner</em></p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><a href="https://www.facebook.com/reel/1342416647584204">Video aus dem SBB-Zug auf Facebook.com</a></p>



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		<title>Erste Umfrageresultate der Wahlen und ein neuer König von Albanien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Admin albanien.ch]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 May 2025 20:30:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles aus Albanien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Sozialistische Partei liegt nach den heutigen Parlamentswahlen vorne – Edi Rama wird wohl den vierten Wahlsieg in Folge feiern</p>
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<p><strong>Die Sozialistische Partei liegt nach den heutigen Parlamentswahlen vorne – Edi Rama wird wohl den vierten Wahlsieg in Folge feiern</strong></p>



<span id="more-2107"></span>



<p>Die Welt schaute heute auf Albanien – aber nicht wegen der Politik oder anderen unschönen Ereignissen. In Südalbanien war der Giro d&#8217;Italia unterwegs. Die dritte Etappe von der »Grande Partenza« wurde in Vlora gestartet, führte im Hinterland nach Süden und entlang der Albanischen Riviera und über den Llogara-Pass zurück nach Vlora. Sieger nach 160 Kilometern und 2800 Höhenmetern wurde um Haaresbreite Mats Pedersen. Der Däne hatte schon am Freitag die erste Etappe von Durrës nach Tirana – mit ein paar Umwegen und Zusatzschleifen – gewonnen und darf sich jetzt wohl »König von Albanien« nennen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Geschäftigter Wahl-Sonntag</h2>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/bb/albanien-giro-ditalia-und-wahlen-illustration-ai/"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="585" src="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/05/Albanien-Giro-dItalia-und-Wahlen-Illustration-AI-1024x585.jpg" alt="Realistische Illustration erstellt mit künstlicher Intelligenz: Berge am Meer, albanische Flaggen, Fahrradfahrer auf der Strasse und Albaner am Strassenrand, die zum Wählen anstehen" class="wp-image-2109" srcset="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/05/Albanien-Giro-dItalia-und-Wahlen-Illustration-AI-1024x585.jpg 1024w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/05/Albanien-Giro-dItalia-und-Wahlen-Illustration-AI-300x171.jpg 300w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/05/Albanien-Giro-dItalia-und-Wahlen-Illustration-AI-768x439.jpg 768w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/05/Albanien-Giro-dItalia-und-Wahlen-Illustration-AI-600x343.jpg 600w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/05/Albanien-Giro-dItalia-und-Wahlen-Illustration-AI-1536x878.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/05/Albanien-Giro-dItalia-und-Wahlen-Illustration-AI-1320x754.jpg 1320w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/05/Albanien-Giro-dItalia-und-Wahlen-Illustration-AI.jpg 1792w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Wahlsonntag in Albanien: Giro d&#8217;Italia und Urnengänger – Symbolbild</figcaption></figure>



<p>Viele Menschen standen nicht gerade am Strassenrand, als die Radfahrer vorbeidüsten. Das liegt sicherlich an der fehlenden Fahrrad-Tradition in Albanien und der geringen Bevölkerungsdichte in Südalbanien, aber auch daran, dass die Albaner nicht in den Süden zum Rennen fuhren, sondern an die Urnen gerufen worden waren.</p>



<p>Allzu hoch wird die Wahlbeteiligung zwar voraussichtlich nicht ausfallen – eher noch etwas tiefer als die 46 % beim letzten Mal. Gerade die Jungen blieben den Urnen fern, berichten Beobachter aus Tirana.</p>



<p>Die tiefe Wahlbeteiligung ist sicher Ausdruck der grossen Politikverdrossenheit im Land: Die Preise haben in den letzten Jahren deutlich angezogen, die Korruptionsvorwürfe wurden nicht unbedingt weniger, viele Albaner sehen wenig Zukunft.</p>



<p>Viele Gründe für viele Albaner, das Land zu verlassen. Zehntausende kehren der Heimat jedes Jahr den Rücken zu. Inwiefern sich die Emigration und das Ausbleiben der Neuwähler auswirkt, bleibt abzuwarten. </p>



<p>Neu ist dieses Jahr zudem, dass Emigranten wählen dürften, ohne nach Albanien reisen zu müssen. Auch diese Stimmen dürften den Wahlausgang beeinflussen.</p>



<p>Die Resultate werden in den nächsten Tagen erwartet.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nicht viel Wahl</h2>



<p>Die Zeiten, als in Albanien nur eine Partei zur Wahl stand, sind zum Glück schon lange vorbei. Heute hatten viele Albaner wohl eher die Qual der Wahl: Einerseits die oppositionellen Demokraten mit Sali Berisha an der Parteispitze, andererseits die von Premierminister Edi Rama angeführten Sozialisten. Die weiteren Parteien sind zu klein und zu wenig einflussreich, um viele Stimmen anziehen zu können.</p>



<p>Sali Berisha konnte nach Jahren des internen Parteikampfes sich als Parteivorsitzender durchsetzen. Die Machtkämpfe innerhalb der Partei, die US-Sanktionen gegen ihn, die Gerüchte über Unterstützung von Amerikas Rechten, zwischenzeitlicher Hausarrest und sein Alter von über 80 Jahren – damit sind die Demokraten weiterhin nur für treue Stammwähler attraktiv.</p>



<p>Auf der anderen Seite steht Edi Rama – ebenfalls nicht besonders beliebt in der breiten Bevölkerung. Es wird ihm vorgeworfen, immer autokratischer zu werden. Auch die Vorwürfe der Korruption werden nicht weniger, die Unzufriedenheit bei den Albanern steigt. Andererseits wäre wohl auch ein Berisha nicht weniger korrupt oder weniger autokratisch, und es geht doch voran in Albanien.</p>



<p>Insbesondere der Tourismus boomte in den letzten Jahren, und weiterhin wird ununterbrochen gebaut. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Ruhiger Wahlverlauf, hektischer Rennverlauf</h2>



<p>Dass wir dieses Jahr fast mehr vom Fahrradrennen als von der Politik sprechen, liegt sicherlich auch am ruhigen Wahlverlauf. Es waren wohl die ruhigsten Wahlen in der Geschichte der Republik Albanien: Keine Boykotts und Ultimaten der Opposition, keine hässlichen Zwischenfälle, keine grundlegenden Änderungen des Wahlrechts in letzter Sekunde.</p>



<p>Dass die Regierung Rama den Giro d&#8217;Italia nach Albanien bringen konnte, war ein gelungener PR-Coup, der Edi Rama sicherlich auch politisch in die Karten spielte. Die Innenstadt von Tirana war an den Tagen vor der Wahl gesperrt wegen der Radfahrer – kein Raum für politische Aufmärsche und medienwirksame Proteste. </p>



<p>Den Giro d&#8217;Italia nach Albanien zu holen, war nicht ganz günstig. Man sagt, dass Albanien sich die Werbeaktion sieben Millionen Euro habe kosten lassen. Und auch wenn in Himara die Arbeiten für einen neuen Strassenbelag nicht ganz fertig geworden sind und etliche Rennfahrer sich an einem Strassenloch einen Platten geholt haben: Albanien hat sich der Welt von einer sehr guten Seite präsentiert.</p>



<p>Auch das <a href="https://www.facebook.com/albaniench/posts/pfbid02ZoEbjBr4o52CyvhDxsJ2DWiVte31pKJ8SqSGs9RWHRebzLqypWfRfwgLwiXvQwMFl" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bild von der Ziege</a>, die die Strasse mitten durchs Fahrerfeld quert und einen Rennfahrer attackiert, trägt am Schluss positiv zum Image Albaniens bei. Solche Wochenende wie dieses dürfte es ruhig öfters geben.</p>



<p class="has-text-align-right"><em>Lars Haefner</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.albanien.ch/bb/2025/05/erste-umfrageresultate-der-wahlen-und-ein-neuer-koenig-von-albanien/">Erste Umfrageresultate der Wahlen und ein neuer König von Albanien</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.albanien.ch/bb">News by newsletter Albanien</a>.</p>
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		<title>Schweiz steigt aus Entwicklungshilfe in Albanien aus</title>
		<link>https://www.albanien.ch/bb/2025/02/schweiz-steigt-aus-entwicklungshilfe-in-albanien-aus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Admin albanien.ch]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Feb 2025 16:10:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gut zu wissen]]></category>
		<category><![CDATA[DEZA]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungshilfe]]></category>
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		<category><![CDATA[Zusammenarbeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Während über 30 Jahren war Albanien Schwerpunktland der Schweizer Entwicklungshilfe. Der Bundesrat setzt die Sparvorgaben des Parlaments in Albanien um und streicht in Albanien.</p>
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<p><strong>Während über 30 Jahren war Albanien Schwerpunktland der Schweizer Entwicklungshilfe. Der Bundesrat setzt die Sparvorgaben des Parlaments in Albanien um und streicht in Albanien.</strong></p>



<span id="more-2095"></span>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><a href="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/02/flaggen-albanien-schweiz.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="258" height="300" src="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/02/flaggen-albanien-schweiz-258x300.jpg" alt="Flaggen von Albanien und der Schweiz" class="wp-image-2094" srcset="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/02/flaggen-albanien-schweiz-258x300.jpg 258w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/02/flaggen-albanien-schweiz-882x1024.jpg 882w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/02/flaggen-albanien-schweiz-768x891.jpg 768w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/02/flaggen-albanien-schweiz-600x696.jpg 600w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/02/flaggen-albanien-schweiz-1323x1536.jpg 1323w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/02/flaggen-albanien-schweiz-1320x1532.jpg 1320w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/02/flaggen-albanien-schweiz.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 258px) 100vw, 258px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Albanien werden in eine neue Phase treten</figcaption></figure></div>


<p>Rund 25 Millionen Schweizer Franken hat die Schweiz jedes Jahr in Albanien an Entwicklungshilfe ausgegeben. Damit wird jetzt Schluss sein: Bis 2028 zieht sich die Schweiz schrittweise aus Albanien zurück, da das Parlament deutlich weniger Geld budgetiert hat.</p>



<p>Entwicklungshilfe wird oft für die Ewigkeit angedacht. Das soll und darf nicht sein. Insofern ist ein schrittweiser Rückzug unabdingbar. Und anscheinend hat Albanien sich gut genug entwickelt, dass sich die Schweiz einen solchen Rückzug leisten kann.</p>



<p>Typisch schweizerisch stand die eidgenössische Entwicklungshilfe selten im Rampenlicht. Die Projekte dienten mehr dem Aufbau langfristiger Strukturen und der Unterstützung von Behörden im Hintergrund. Damit dürfte die Schweiz einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung in Albanien geleistet haben. Eine Unterstützung, die vom offiziellen Albanien auch immer geschätzt wurde.</p>



<p>Über den Ausstieg per Ende 2028 hinaus möchte Bern Albanien weiterhin mit Finanzhilfe (via SECO) unterstützen. </p>



<p>Was haben 34 Jahre Entwicklungshilfe gebracht? Und wie soll es bei den albanisch-schweizerischen Beziehungen weitergehen? Mehr dazu im <a href="https://www.schweiz-albanien.ch/2025/02/schweiz-beendet-entwicklungshilfe-nach-ueber-30-jahren/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Beitrag der Gesellschaft Schweiz-Albanien</a>. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/02/botschaft-tirana-infoboard.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="449" src="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/02/botschaft-tirana-infoboard-1024x449.jpg" alt="Infotafel der Botschaft in Tirana mit Infos zur Entwicklungshilfe" class="wp-image-2096" srcset="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/02/botschaft-tirana-infoboard-1024x449.jpg 1024w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/02/botschaft-tirana-infoboard-300x131.jpg 300w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/02/botschaft-tirana-infoboard-768x337.jpg 768w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/02/botschaft-tirana-infoboard-600x263.jpg 600w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/02/botschaft-tirana-infoboard-1536x673.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/02/botschaft-tirana-infoboard-2048x897.jpg 2048w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/02/botschaft-tirana-infoboard-1320x578.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Infotafel der Botschaft in Tirana mit Infos zur Entwicklungshilfe (2022)</figcaption></figure>



<p>Weitere Verunsicherung hat in Albanien eine Ankündigung aus Washington ausgelöst: Die Regierung Trump hat vorläufig alle Projekte der Entwicklungshilfe sistiert. Es soll überprüft werden, welche Ausgaben sinnvoll sind.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.albanien.ch/bb/2025/02/schweiz-steigt-aus-entwicklungshilfe-in-albanien-aus/">Schweiz steigt aus Entwicklungshilfe in Albanien aus</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.albanien.ch/bb">News by newsletter Albanien</a>.</p>
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		<title>Tiktok-Verbot</title>
		<link>https://www.albanien.ch/bb/2024/12/tiktok-verbot-albanien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lars Haefner]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Dec 2024 13:57:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles aus Albanien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Edi Rama]]></category>
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		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
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		<category><![CDATA[Verbot]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Albanien will 2025 Tiktok verbieten, um die Jugend vor schlechten Einflüssen zu schützen. Hintergründe und Antworten auf alle Fragen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.albanien.ch/bb/2024/12/tiktok-verbot-albanien/">Tiktok-Verbot</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.albanien.ch/bb">News by newsletter Albanien</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Albanien will 2025 Tiktok verbieten, um die Jugend vor schlechten Einflüssen zu schützen.</h4>



<span id="more-2077"></span>



<p>Der albanische Ministerpräsident Edi Rama hat vor wenigen Tagen angekündigt, dass Tiktok nächstes Jahr in Albanien gesperrt werden soll. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/12/DALL·E-cartoon-style-illustration-depicting-the-ban-of-TikTok-in-Albania.webp"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="585" src="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/12/DALL·E-cartoon-style-illustration-depicting-the-ban-of-TikTok-in-Albania-1024x585.webp" alt="Illustration generiert mit künstlicher Intelligenz: Ein Jugendlicher, der ein Smartphone in der Hand hält. Der Hintergrund zeigt das TikTok-Verbot und die kulturelle Umgebung und eine städtische Umgebung mit einer Moschee und zahlreichen Albanien-Flaggen." class="wp-image-2078" srcset="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/12/DALL·E-cartoon-style-illustration-depicting-the-ban-of-TikTok-in-Albania-1024x585.webp 1024w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/12/DALL·E-cartoon-style-illustration-depicting-the-ban-of-TikTok-in-Albania-300x171.webp 300w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/12/DALL·E-cartoon-style-illustration-depicting-the-ban-of-TikTok-in-Albania-768x439.webp 768w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/12/DALL·E-cartoon-style-illustration-depicting-the-ban-of-TikTok-in-Albania-600x343.webp 600w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/12/DALL·E-cartoon-style-illustration-depicting-the-ban-of-TikTok-in-Albania-1536x878.webp 1536w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/12/DALL·E-cartoon-style-illustration-depicting-the-ban-of-TikTok-in-Albania-1320x754.webp 1320w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/12/DALL·E-cartoon-style-illustration-depicting-the-ban-of-TikTok-in-Albania.webp 1792w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Tiktok-Verbot in Albanien (KI-Illustration)</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Update: Inkraftreten</h2>



<p>Das Verbot trat Mitte März 2025 in Kraft und soll für mindestens ein Jahr gelten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie kam es zum Verbot?</h2>



<p>Am 18. November kam es in Tirana ausserhalb einer Schule zu einer Auseinandersetzung zwischen drei Vierzehnjährigen. Einer erlitt tödliche Stichwunden, die beiden anderen musste mit teilweise schweren Verletzungen ins Spital eingeliefert werden. Schnell hiess es, dass dem Vorfall ein »Streit auf Social Media« vorausgegangen sei. Der Angreifer habe nachträglich auch Fotos und Videos von der Tatwaffe und seinen Wunden geteilt.</p>



<p>Der Mord erschütterte die albanische Gesellschaft. Der Präsident des albanischen Fussballverbands sprach sein Beileid aus, da der Tote ein aktiver Jungfussballer war. Und auch Politiker bis zum Staatspräsidenten gaben Stellungnahmen ab. Schnell wurde die Tat auch im Parlament diskutiert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wer entschied über das Tiktok-Verbot?</h2>



<p>Ministerpräsident Edi Rama unterstreicht, dass die Sperre kein Schnellschuss sei. In der Zeit zwischen dem Mordfall und der Ankündigung des Verbots fanden in ganz Albanien Gesprächsrunden mit Lehrern und Elternvereinigungen statt. </p>



<p>Die Zahlen sind schon fast unglaubhaft kommunistisch: Im November und Dezember will man 1300 Treffen mit 65&#8217;000 Eltern durchgeführt haben, bei denen sich 90&nbsp;% der Eltern für ein Verbot von Tiktok ausgesprochen haben.</p>



<p>Edi Rama erklärte, dass Albanien ein kleines Land sei und keinen Druck ausüben könne auf Tech-Giganten. Und da Tiktok nicht die albanischen Kinder schützen, müsse Albanien die Kinder vor Tiktok schützen. Er wünsche sich, dass Tiktok selber mehr unternehmen würde, um junge Nutzer zu schützen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was verspricht man sich von der Sperre?</h2>



<p>Eine <a href="https://euronews.al/en/save-the-children-tiktok-is-the-space-where-children-are-bullied-the-most-in-kosovo/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Umfrage unter Kindern in Kosova</a> vom Frühsommer zeigte, das 78 % der Mobbing in ihren Schulen wahrnehmen. Auf Tiktok ist das Mobbing gleich stark. Auf Snapchat erleben noch mehr als die Hälfte der Schüler Mobbing, auf Instagram und vor allem Facebook deutlich weniger.</p>



<p>In Albanien sei auf Tiktok nur Gewalt und »Dreck« zu sehen, erklärte Rama. Man wolle deshalb den »Gauner im Viertel für ein Jahr verjagen«. Stattdessen sollen Bildungsprogramme angeboten werden, um die Jugendlichen sinnvoll zu beschäftigen. Und auch Eltern sollen mehr Unterstützung erhalten, wie sie ihre Kinder erziehen können.</p>



<p>Die Tiktok-Sperre ist natürlich nur eine von verschiedenen Massnahmen, die Rama angekündigt hatte, um die Sicherheit für Jugendliche im schulischen Umfeld zu erhöhen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie waren die Reaktionen?</h2>



<p>Auf Tiktok war nicht viel Positives zu lesen. Viele Jugendliche erklärten, dass ihnen die Plattform zur Unterhaltung diene und nicht schädlich sei.</p>



<p>Auch die Opposition machte der albanischen Regierung Vorwürfe: Es würde die Meinungs- und Pressefreiheit stark eingeschränkt. Sali Berisha erklärte, die Sperre sei ein Akt der Zensur. Er werde das Verbot am ersten Tag als Ministerpräsident aufheben, wenn er im Sommer gewählt werde.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was meint Tiktok selber zum Verbot?</h2>



<p>Tiktok erklärte gegenüber CNN, dass man dringend Klarheit von der albanischen Regierung verlange. Es gäbe keinen Hinweis, dass Täter oder Opfer überhaupt Tiktok-Accounts gehabt hätten. Dafür gäbe es Hinweise, so ein Sprecher von Tiktok zu CNN, dass sie andere Social-Media-Plattformen genutzt haben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie wird die Sperre umgesetzt?</h2>



<p>Zur Umsetzung der Sperre gibt es noch viele Fragezeichen. Rama erklärte, dass man in sechs bis acht Wochen so weit sei. Vermutlich gibt es da noch diverse technische und rechtliche Hürden zu nehmen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kann das Verbot auch umgangen werden?</h2>



<p>Eine solche Sperre kann recht einfach mit VPN umgangen werden. Das kostet aber eine monatliche Gebühr oder benötigt etwas technisches Know-how. </p>



<p>Es ist deshalb eher zu erwarten, dass die Jugendlichen in Albanien auf andere Plattformen ausweichen werden als in Massen das Verbot zu umgehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wen betrifft das Verbot?</h2>



<p>Über die Anzahl der Tiktok-Benutzer in Albanien gibt es sehr unterschiedliche Angaben. Gemäss der Website start.io gibt es in Albanien rund 140&#8217;000 Nutzer, in den Medien wird meist der zehnfache Wert von 1,4&nbsp;Millionen Nutzern genannt (also mehr als die Hälfte aller Albaner). Mehr als die Hälfte sind gemäss start.io unter 24 (wobei die Unterachtzehnjährigen gar nicht ausgewiesen werden). Drei Viertel der Nutzer sind gemäss dieser Quelle männlich. Die Anzahl User sei fast gleich gross wie in Österreich und grösser als in der Schweiz.</p>



<p>Andere Quellen nennen deutlich höhere Zahlen. Darauf deutet auch hin, dass die Fernsehmoderatorin Fabjola Elezaj 440&#8217;000 Follower hat. Davon sind wohl nicht alle aus Albanien – aber ihre Inhalte sind albanisch. Modash, einem Spezialdienst für Influencer, weist noch andere Accounts auf mit bis zu 250&#8217;000 Followern. </p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-tiktok wp-block-embed-tiktok"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="tiktok-embed" cite="https://www.tiktok.com/@olaelee/video/7381814384378645765" data-video-id="7381814384378645765" data-embed-from="oembed" style="max-width:605px; min-width:325px;"> <section> <a target="_blank" title="@olaelee" href="https://www.tiktok.com/@olaelee?refer=embed">@olaelee</a> <p>What I love<img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f60d.png" alt="😍" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/26bd.png" alt="⚽" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p> <a target="_blank" title="♬ sonido original - OSCAR" href="https://www.tiktok.com/music/sonido-original-7231383140323855109?refer=embed">♬ sonido original &#8211; OSCAR</a> </section> </blockquote> <script async src="https://www.tiktok.com/embed.js"></script>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Die TV-Moderatorin Fabjola Elezaj gehört zu den erfolgreichsten Tiktokern aus Albanien</figcaption></figure>



<p>Wie überall auf der Welt ist auch in Albanien das Publikum sehr jung. Es sind also zu einem Grossteil männliche Schüler und Studenten betroffen. Es gibt aber auch Ausnahmen:</p>



<p>Sali Berisha postet regelmässig auf Tiktok und hat 60&#8217;000 Follower. Edi Rama hat sogar mehr als doppelt so viele Follower und 2 Millionen Likes generiert. Damit würde er es unter die Top 20 Influencer Albaniens auf Tiktok schaffen.</p>



<p>Soziologen empfehlen Eltern gemäss Euronews Albania, den Jugendlichen mit gutem Beispiel voranzugehen und mit ihnen nicht-digitale Aktivitäten zu unternehmen. Ansonsten wären die betroffenen Jugendlichen einfach frustriert und würden auf andere Plattformen ausweichen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Betrifft das Verbot auch Touristen?</h2>



<p>Ja, auch Touristen werden vom »Tiktok Ban« betroffen sein. Fleissige User sollten sich also vor der Reise um ein VPN-Angebot kümmern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gibt es einen wirtschaftlichen Schaden?</h2>



<p>Einerseits ist da der Tourismus: Albanian Daily News schrieb im Sommer: »Tourist are making Albania famous on Tiktok«. Mit 3,8 Millionen Posts zu Albanien auf Tiktok sei das kleine Balkanland besser vertreten als wichtige Touristendestinationen wie Griechenland, Italien, Thailand oder Frankreich. Die Posts seien 106 Milliarden mal aufgerufen worden. Tiktok ist somit sicherlich eine gute Werbeplattform für den Brand Albanien, die nicht mehr so funktionieren wird, wenn Tiktok in Albanien nicht funktioniert.</p>



<p>Als Werbeplattform dürfte Tiktok in Albanien weniger stark ins Gewicht fallen. Der albanische Markt ist überschaubar, nicht besonders gross. Tiktok wird zwar von einzelnen Brands für Werbung genutzt, die zum Beispiel mit Influencern zusammenarbeiten. Die Werbetreibenden werden aber wohl schnell auf andere Kanäle ausweichen. So sind es wohl nur einzelne Influencer oder Online-Dienste, die eine wesentliche Einnahmequelle verlieren. So hat der Online-Shop »Buzi Store« auf Tiktok ähnlich viele Follower wie auf Instagram. Andere Tiktoker wie Aleks Visha aus Kukës, der behauptet, auf Tiktok mit Online-Spielen Millionen verdient zu haben, sind vom Verbot kaum betroffen, da ihre Follower mehrheitlich ausserhalb Albanien leben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ist Albanien ein Modell für andere Länder?</h2>



<p>Tiktok wird immer wieder kritisiert: Es gehe ein Sicherheitsrisiko von diesem Tool aus. Man hat Angst vor Spionage, weshalb Staatsangestellten in vielen Ländern die Nutzung verboten wird. Trump wollte Tiktok schon verbieten.</p>



<p>Nach den Wahlen in Rumänien vom November wurde Tiktok fest kritisiert: Es habe namhafte Beeinflussung gegeben, was nach Wahlgesetz nicht erlaubt sei.</p>



<p>In Kosova finden ähnliche Diskussionen statt wie in Albanien.</p>



<p>Im Gegensatz zu Albanien planen viele andere Länder keinen TIktok-Bann, sondern eine Einschränkung von Social Media allgemein für Kinder und Jugendliche: In Australien wird ab 2026 ein generelles Social-Media-Verbot für alle unter 16 Jahren gelten. Das Verbot soll durch Strafen gegen die Anbieter durchgesetzt werden, die Zugangsschranken einführen müssen. In Florida tritt bereits Anfang 2025 ein Gesetz in Kraft, das Social-Media-Accounts für alle unter 14 Jahren verbietet. Frankreich hat ein Smartphone-Verbot bis 12 Jahre und ein Social-Media-Verbot bis 17 Jahre, überlässt die Durchsetzung aber den Eltern. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Was bringt das Verbot von Tiktok jetzt wirklich?</h2>



<p>Das beste am Verbot ist wohl, dass eine Diskussion ausgelöst wurde. Wie viel Zeit sollen Kinder – und Eltern – auf Social Media verbringen? Wie kann man sich sonst beschäftigen?</p>



<p>Ansonsten bringt ein Tiktok-Bann wohl nicht viel: Die Jugendlichen werden auf andere Social-Media-Plattformen ausweichen und dort das machen, was sie zuvor auf Tiktok gemacht haben: blöde Kurzvideos mit Gewalt und anderem Schrott schauen, selber Kurzvideos mit Drohungen und Macho-Gehabe aufnehmen.</p>



<p>Der Nachteil in einer Demokratie ist zwar beträchtlich – gerade in einem Wahljahr: Die Meinungsäusserungsfreiheit wird stark eingeschränkt. Aber schlussendlich stehen genügend andere Social-Media-Kanäle zur Verfügung. Und die Opposition ist auf Tiktok nicht wirklich stark vertreten.</p>



<p>Es braucht also deutlich mehr als ein Tiktok-Verbot: Die Begleitmassnahmen sind aktuell für Albanien wichtiger. Aber vielleicht wird es dank Druck aus grossen Ländern bald auch in Albanien zum Standard, dass die Alterskontrolle für Social Medie konsequent um- und durchgesetzt wird. Insofern regt das Beispiel Albanien vielleicht auch dazu an, dass sich bei den Tech-Konzernen etwas bewegt.</p>



<p class="has-text-align-right"><em>(nlA/Lars Haefner)</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"> </h2>
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		<title>Der grosse Exodus</title>
		<link>https://www.albanien.ch/bb/2024/07/der-grosse-exodus/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Admin albanien.ch]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jul 2024 15:04:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles aus Albanien]]></category>
		<category><![CDATA[Albanien]]></category>
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		<category><![CDATA[Volkszählung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Zahlen der Volkszählung vom letzten Jahr zeigen: Albanien verliert mehr Einwohner denn je</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.albanien.ch/bb/2024/07/der-grosse-exodus/">Der grosse Exodus</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.albanien.ch/bb">News by newsletter Albanien</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Dies könnte auch der Titel eines Romans von Ismail Kadare sein, der heute in Tirana verstorben ist. Hier geht es aber nicht um Literatur oder ein Einzelschicksal, sondern um die albanische Gesellschaft als Ganzes. Die Zahlen der Volkszählung vom letzten Jahr zeigen: Albanien verliert mehr Einwohner denn je.</h4>



<span id="more-2062"></span>



<p>Das Statistische Institut Albaniens (INSTAT) hat soeben die ersten Ergebnisse der Volkszählung vom letzten Jahr veröffentlicht. Erfasst wurden 2,4&nbsp;Millionen Einwohner. Damit ist die Bevölkerung Albaniens wieder unter den Wert von 1979 geschrumpft.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/07/albanien-emigration.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="585" src="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/07/albanien-emigration-1024x585.jpg" alt="Karte Albaniens mit ganz vielen Menschen mit Gepäck, die das Land verlassen – Symbolbild" class="wp-image-2063" srcset="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/07/albanien-emigration-1024x585.jpg 1024w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/07/albanien-emigration-300x171.jpg 300w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/07/albanien-emigration-768x439.jpg 768w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/07/albanien-emigration-600x343.jpg 600w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/07/albanien-emigration-1536x878.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/07/albanien-emigration-1320x754.jpg 1320w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/07/albanien-emigration.jpg 1792w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>(Bild: Dall-E)</em></figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Alle wollen weg</h2>



<p>Seit der letzten Volkszählung hat Albanien 420&#8217;000 Einwohner verloren, etwa 15&nbsp;Prozent der Bevölkerung. Die rund <a href="https://www.albanien.ch/forum/p3/viewtopic.php?t=18555&amp;start=1340#p262895" target="_blank" rel="noreferrer noopener">15&#8217;000 Corona-Toten</a> haben da keinen grossen Einfluss. In erster Linie geht es immer noch um den tiefen Wunsch ganz vieler –&nbsp;insbesondere junger – Albaner, ihr Land zu verlassen. Und heutzutage scheint das auch einfacher zu sein als früher: Der Bevölkerungsrückgang hat sich etwas verdoppelt im Vergleich zur Zeit zwischen den beiden vorangehenden Volkszählungen (2001 und 2011).</p>



<p>Obwohl es auch Rückkehrer und ausländische Einwanderer gibt, ist der grosse Drang zum Auswandern ein klares Zeichen, dass viele Albaner mit den Verhältnissen im Land nicht zu frieden sind. Zwar fehlt Vielen ein klares Bild über die Verhältnisse im Ausland, Viele haben unrealistische Vorstellungen, dass andernorts das Leben deutlich einfacher und bequemer sei.  Für Albanien ist die Abwanderung all dieser Menschen aber ein grosses Problem.</p>



<p>Heute werden überall in Albanien Arbeits- und vor allem ausgebildete Fachkräfte gesucht. Das Land bildet Menschen aus, die dann in Westeuropa Lücken im Arbeitsmarkt füllen. Zurück bleiben vielerorts nur alte Menschen, ganze Regionen entvölkern mehr und mehr. Dieser Brain-drain ist nicht auf Albanien beschränkt, sondern zeigt sich auch in allen anderen Balkan-Ländern und sogar in vielen strukturschwachen Regionen Westeuropas. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Landflucht</h2>



<p>Nur wenige Gemeinden (»Bashkie«) im Land konnte noch ein Bevölkerungswachstum verzeichnen. Auch die meisten grossen Städte verzeichneten einen Rückgang. Von diesen sind nur Berat und Tirana noch gewachsen: Alles drängt in die Hauptstadt, deren Infrastruktur immer mehr überlastet ist. Dass auch Tirana (jetzt offiziell 600&#8217;000 Einwohner, mit Kamza und anderen Vororten 700&#8217;000) nur noch ein geringes Wachstum hatte, weist auf die weit verbreitete Migration ins Ausland hin.</p>



<p>Die Küstengebiete im Süden (Himara, Saranda) verzeichnen ebenfalls ein kleines Wachstum, wobei dies zumindest an einzelnen Orten (Himara, Finiq, Dropull) auch damit zusammenhängen könnte, dass die griechische Minderheit dieses Mal die Volkszählung nicht boykottierte.</p>



<p>An vielen anderen Orten sind in den letzten 20 Jahren ein Drittel der Einwohner abgewandert, seit dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes oft die Hälfte oder mehr. Das stellt viele Gemeinschaften vor grosse Herausforderungen. Detailliertere Zahlen zu den einzelnen Gemeinden, die hoffentlich bald veröffentlicht werden, werden noch mehr Informationen bieten zur Überalterung, der Geburtenrate und hoffentlich auch zur Einwanderung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kleine Minderheiten</h2>



<p>Der neuste Zensus bietet auch mehr Zahlen zu Minderheiten, als wir das aus der Vergangenheit kannten. Da 2011 die Griechen die Volksbefragung boykottiert hatten, waren die Angaben früher in diesem Punkt auch stark verfälscht. Denn die Griechen sind mit 23&#8217;000 Personen die grösste Minderheit. Roma und Ägypter zusammen kommen auch auf 22&#8217;000 Angehörige. Von den Aromunen (jetzt 2500) sind mindestens 70 % in den letzten zwölf Jahren abgewandert. Mazedonier und Bulgaren kommen auf rund 9000 Personen (umfasst eventuell auch Goranen). Unter den 4000 weiteren Slawen stellen Bosnier fast drei Viertel.  Noch immer liegen aber für 150&#8217;000 Einwohner keine Angaben vor. Nicht ganz 4000 Personen gaben andere ethnische Herkünfte an.</p>



<p>Rund 15&#8217;000 Ausländer leben aktuell in Albanien –&nbsp;darunter könnten aber auch viele Albaner sein, die eine ausländische Staatsbürgerschaft erhalten haben, oder Minderheiten. 50&#8217;000 Personen sprechen nicht oder nicht nur Albanisch zu Hause, für 160&#8217;000 liegen bezüglich Sprache aber keine Daten vor. </p>



<p>Bei den Religionen hat sich das Bild nicht gross verändert seit 2011: Die Hälfte der Albaner bekennen sich zum Islam (fünf Prozent sind Bektashi). Der Anteil der Katholiken ist mit acht Prozent leicht grösser als derjenige der Orthodoxen (sieben Prozent). 14 Prozent bezeichnen sich als gläubig ohne Religionsangehörigkeit. Neben den vier Prozent bekennenden Atheisten liegen für 16 Prozent keine Antwort oder keine Angaben vor – ein Drittel der Albaner bekennen sich also zu keiner Religion.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><a href="https://www.instat.gov.al/al/publikime/librat/2024/censi-i-popullsis%C3%AB-dhe-banesave-n%C3%AB-shqip%C3%ABri-2023/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><i class="wp-svg-file-3 file-3"></i> Resultate herunterladen</a></p>



<p class="has-text-align-right"><em>(Lars Haefner)</em></p>
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		<title>Badewasser – Qualität hat sich verschlechtert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Admin albanien.ch]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Jun 2024 18:50:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles aus Albanien]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Strand]]></category>
		<category><![CDATA[Tourismus]]></category>
		<category><![CDATA[Touristen]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Wasserqualität an Albaniens Stränden hat sich 2023 deutlich verschlechtert. Der wachsende Tourismus hat wohl Einfluss auf die Umwelt. 2007 berichteten wir hier von besorgniserregender Wasserqualität an gewissen stadtnahen Stränden in Albanien. 2014 sah es schon viel besser aus: Die EU hatte das Wasser an den allermeisten Badeorten für gut befunden. Und der Trend hielt [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Die Wasserqualität an Albaniens Stränden hat sich 2023 deutlich verschlechtert. Der wachsende Tourismus hat wohl Einfluss auf die Umwelt.</h4>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/bb/ksamil-strand/"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="538" src="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/06/Ksamil-Strand-1024x538.jpg" alt="Strand von Ksamil – Ort mit guter Wasserqualität. Strandszene mit Tretboot, Badendem und im Hintergrund vor den Hängen von Korfu einer grossen Fähre" class="wp-image-1733" srcset="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/06/Ksamil-Strand-1024x538.jpg 1024w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/06/Ksamil-Strand-300x158.jpg 300w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/06/Ksamil-Strand-768x404.jpg 768w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/06/Ksamil-Strand-600x315.jpg 600w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/06/Ksamil-Strand-1536x807.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/06/Ksamil-Strand-1320x694.jpg 1320w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/06/Ksamil-Strand.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Strand von Ksamil: hier noch gute Qualität trotz viel Verkehr auf dem Wasser</figcaption></figure>



<p>2007 berichteten wir hier von besorgniserregender <a href="https://www.albanien.ch/bb/tag/strand/">Wasserqualität</a> an gewissen stadtnahen Stränden in Albanien. 2014 sah es schon viel besser aus: Die EU hatte das Wasser an den allermeisten Badeorten für gut befunden. Und der Trend hielt an. Bis zum letzten Jahr.</p>



<p>Die Resultate der Proben, welche die EU vor zwei Wochen publiziert hat, zeigen für das Jahr 2023 eine markante Verschlechterung. Albanien fällt jetzt im europäischen Vergleich  deutlich ab. Zwar sind noch immer viele Strände sauber oder sogar sehr sauber. Seit vielen Jahren gab es aber nicht mehr so viele Strände mit schlechter Wasserqualität, und auch der Anteil der Strände mit hervorragender Wasserqualität hat ein langjähriges Tief erreicht.</p>



<p>Gerade an Stränden weit ab von grossen Städten ist das Wasser noch immer sehr gut. Und auch im Norden bringen die Flüsse nicht mehr so viel Schmutz mit sich. Aber an einigen Hotspots gibt es Probleme: hier und dort werden Abwässer zugeleitet.</p>



<p>Unschön ist, dass es meist altbekannte Probleme sind, wo sich die Lage in der letzten Zeit noch weiter verschlechtert hat. Das liegt wohl einerseits an Schlendrian, andererseits auch am wachsenden Tourismus. Die vielen Touristen bringen die Infrastruktur im ganzen Land an ihre Kapazitätsgrenzen. Die vielen Menschen hinterlassen immer mehr Schmutz –&nbsp;und das wohl in Mengen, die die Abwasseranlagen überfordern. Oder die Umwelt an Orten, wo ein gutes Schmutzwassermanagement fehlt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/bb/saranda-strand-szene/"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="470" src="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/06/Saranda-Strand-Szene-1024x470.jpg" alt="Treiben am Stadtstrand von Saranda: hier gute Wasserqualität trotz Stadtnähe" class="wp-image-1734" srcset="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/06/Saranda-Strand-Szene-1024x470.jpg 1024w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/06/Saranda-Strand-Szene-300x138.jpg 300w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/06/Saranda-Strand-Szene-768x352.jpg 768w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/06/Saranda-Strand-Szene-600x275.jpg 600w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/06/Saranda-Strand-Szene-1536x705.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/06/Saranda-Strand-Szene-2048x939.jpg 2048w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/06/Saranda-Strand-Szene-1320x606.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Strand in Saranda inmitten der Stadt – gute Wasserqualität in diesem Bereich</figcaption></figure>



<p>Die problematischen Messwerte im letzten Jahr stamme von Stränden in vier Bereichen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Ohridsee: Südufer in Pogradec und bis Drilon</li>



<li>Saranda: Mündung des Çuka-Kanals am Südrand der Stadt</li>



<li>Vlora: Bucht in Stadtnähe bis zum Tunnel</li>



<li>Durrës: südliche Bucht bei Shkëmbi i Kavajës, Golem und Qeret sowie an der Uferpromenade im Westen der Stadt</li>
</ul>



<p>In diesen Bereichen ist etwas Vorsicht geboten: nicht zu lange im Wasser bleiben, danach gründlich duschen, kein Wasser schlucken und eher keine Kinder ins Wasser lassen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/06/Wasserqualitaet-Albanien.2023-scaled.jpg" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="366" src="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/06/Wasserqualitaet-Albanien.2023-1024x366.jpg" alt="Wasserqualität in Albanien 2023: Karte für Strände in Durrës, Vlora, Saranda und Pogradec basierend auf Daten European Environment Agency" class="wp-image-1735" srcset="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/06/Wasserqualitaet-Albanien.2023-1024x366.jpg 1024w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/06/Wasserqualitaet-Albanien.2023-300x107.jpg 300w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/06/Wasserqualitaet-Albanien.2023-768x275.jpg 768w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/06/Wasserqualitaet-Albanien.2023-600x215.jpg 600w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/06/Wasserqualitaet-Albanien.2023-1536x550.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/06/Wasserqualitaet-Albanien.2023-2048x733.jpg 2048w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2024/06/Wasserqualitaet-Albanien.2023-1320x472.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Wasserqualität in Albanien 2023: Karte für Strände in Durrës, Vlora, Saranda und Pogradec <br>(Daten: European Environment Agency)</figcaption></figure>



<p>Die rasante touristische Entwicklung zeigt mehr und mehr negative Auswirkungen. Nicht nur Abwasser stellt Albanien vor Herausforderungen, sondern auch die Versorgung der Massen mit Frischwasser. So gab es Anfang Jahr Proteste von der lokalen Bevölkerung und Umweltorganisationen gegen Pläne, Quellwasser aus dem Vjosa-Nationalpark an die Badeorte der Albanischen Riviera zu leiten.</p>



<p>Touristische Infrastruktur bedeutet eben nicht nur, Strassen und Flughäfen zu bauen. Erneut müssen die Albaner sich bewusst sein, dass vor allem die natürlichen Schönheiten des Landes  die Touristen anlocken. Diesen gilt es Sorge tragen.</p>



<p><a href="https://www.eea.europa.eu/data-and-maps/explore-interactive-maps/state-of-bathing-waters-in-2023" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&gt; Interaktive Karte mit Informationen zur Wasserqualität</a></p>



<p class="has-text-align-right"><em>(nlA/Lars Haefner)</em></p>



<p><a href="https://www.albanien.ch/forum/p3/viewtopic.php?p=263364#p263364"><i class="wp-svg-bubbles-4 bubbles-4"></i> Weitere Updates auch in unserem Forum</a></p>
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		<title>Afrikanische Flüchtlinge nach Albanien</title>
		<link>https://www.albanien.ch/bb/2023/11/afrikanische-fluechtlinge-nach-albanien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Admin albanien.ch]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Nov 2023 10:33:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles aus Albanien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Edi Rama]]></category>
		<category><![CDATA[Giorgia Meloni]]></category>
		<category><![CDATA[Gjadër]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Italien und Albanien haben ein Abkommen unterzeichnet, dass Albanien Tausende Flüchtlinge und Asylbewerber aufnehmen wird, die aus dem Mittelmeer gerettet wurden. Bis zu 36'000 Migranten werden pro Jahr in Albanien die Bearbeitung ihrer Asylanträge abwarten.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Italien und Albanien unterzeichneten ein Abkommen, dass Tausenden Bootsflüchtlinge aus dem Mittelmeer nach Albanien verbracht werden sollen</strong></p>



<span id="more-1715"></span>



<p>Albanien hat eine lange Tradition Menschen aufzunehmen, die nirgendwo sonst erwünscht sind. Tausende Juden haben in Albanien während dem Zweiten Weltkrieg eine sichere Zuflucht gefunden. 1999 hat das kleine Land Hunderttausende Vertriebene aus Kosova aufgenommen. Zuletzt hat Albanien wiederholt für die Amerikaner eine praktische Lösung geboten, als es <a href="https://www.albanien.ch/bb/2016/02/wie-viele-mudschahedin-kann-albanien-ertragen/">iranische Mudschahedin</a> und afghanische Flüchtlinge aufgenommen hat. Jetzt hat Albanien angeboten, italienische Migrationsprobleme zu lösen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Lager für Bootsflüchtlinge aus dem Mittelmeer</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><a href="https://www.albanien.ch/bb/?attachment_id=1716"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="285" src="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/11/rama-meloni-2023-300x285.jpg" alt="Edi Rama und Giorgia Meloni bei der Unterzeichnung des Abkommens" class="wp-image-1716" srcset="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/11/rama-meloni-2023-300x285.jpg 300w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/11/rama-meloni-2023-1024x974.jpg 1024w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/11/rama-meloni-2023-768x731.jpg 768w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/11/rama-meloni-2023-600x571.jpg 600w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/11/rama-meloni-2023-1536x1461.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/11/rama-meloni-2023-2048x1948.jpg 2048w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/11/rama-meloni-2023-1320x1256.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Edi Rama und Giorgia Meloni bei der Unterzeichnung des Abkommens</figcaption></figure></div>


<p>Gestern haben Edi Rama und Giorgia Meloni in Rom ein Abkommen unterzeichnet, dass Albanien Tausende Flüchtlinge und Asylbewerber aufnehmen werde, die von italienischen Schiffen aus dem Mittelmeer gerettet wurden. Sie sollen in Albanien in Lagern untergebracht werden, solange die Asylanträge bearbeitet werden. Pro Jahr wird mit bis zu 36&#8217;000 Personen gerechnet, die nach Albanien verbracht werden.</p>



<p>Im nordalbanischen Hafen Shëngjin soll ein Registrierungszentrum entstehen, das von Italien betrieben wird. In Gjadër etwas weiter nordöstlich, bekannt für seinen ehemaligen Militärflugplatz, soll dann die Bearbeitung der Fälle durchgeführt werden. Das Lager soll – anfänglich – 3000 Personen fassen und unterstehen italienischer Gerichtsbarkeit.</p>



<p>Nach Albanien gebracht werden einzig Flüchtlinge, die noch keinen italienischen Boden betreten haben, sondern von italienischen Schiffen aus dem offenen Meer gerettet wurden. Minderjährige, Schwangere und andere gefährdete Personen sollen nicht nach Albanien kommen.</p>



<p>In Italien sind im laufenden Jahr bereits über 145&#8217;000 Migranten gelandet (2022: 88&#8217;000). Die rechte italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat die Bekämpfung der Migration zu einem Hauptziel ihrer Arbeit erklärt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/bb/shengjin_und_umgebung_aus_der_luft/"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="518" src="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/11/shengjin_und_umgebung_aus_der_luft-1024x518.jpg" alt="Shëngjin und Umgebung aus der Luft" class="wp-image-1717" srcset="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/11/shengjin_und_umgebung_aus_der_luft-1024x518.jpg 1024w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/11/shengjin_und_umgebung_aus_der_luft-300x152.jpg 300w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/11/shengjin_und_umgebung_aus_der_luft-768x389.jpg 768w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/11/shengjin_und_umgebung_aus_der_luft-600x304.jpg 600w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/11/shengjin_und_umgebung_aus_der_luft-1536x778.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/11/shengjin_und_umgebung_aus_der_luft-2048x1037.jpg 2048w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/11/shengjin_und_umgebung_aus_der_luft-1320x668.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Shëngjin – links oben hinter dem zweiten Hügelzug die Piste des Militärflugplatzes Gjadër</figcaption></figure>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Umstrittenes Vorgehen</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><a href="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/03/a_sinking_ship_in_the_adriatic_sea_in_a_printmaking_style_vTRMwoJvohvoeTylM4C3_7.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="300" src="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/03/a_sinking_ship_in_the_adriatic_sea_in_a_printmaking_style_vTRMwoJvohvoeTylM4C3_7-300x300.jpg" alt="Havariertes Schiff – Symbolbild" class="wp-image-1666" srcset="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/03/a_sinking_ship_in_the_adriatic_sea_in_a_printmaking_style_vTRMwoJvohvoeTylM4C3_7-300x300.jpg 300w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/03/a_sinking_ship_in_the_adriatic_sea_in_a_printmaking_style_vTRMwoJvohvoeTylM4C3_7-150x150.jpg 150w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/03/a_sinking_ship_in_the_adriatic_sea_in_a_printmaking_style_vTRMwoJvohvoeTylM4C3_7-600x600.jpg 600w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/03/a_sinking_ship_in_the_adriatic_sea_in_a_printmaking_style_vTRMwoJvohvoeTylM4C3_7.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Flucht nach Europa bleibt für Migranten gefährlich</figcaption></figure></div>


<p>Die Idee Grossbritanniens, Asylsuchende für das Verfahren nach Ruanda auszuschaffen, ist auf viel Kritik gestossen und bis heute – zum Glück – nicht umgsetzt worden. Italien hatte zuvor versucht, ein ähnliches Abkommen mit Tunesien zu schliessen.</p>



<p>Auch das italienisch-albanische Abkommen ist auf reichlich Kritik gestossen. Brüssel mahnt, man müsse internationales Recht und sämtliche EU-Bestimmungen einhalten. Die Opposition in Albanien beklagt fehlende Transparenz und den fehlende Diskurs im Parlament. Auch in Italien gibt es Bedenken: Zu viele Details seien noch unklar.</p>



<p>Offen ist  vor allem, was mit abgelehnten Asylanten geschehen soll, da Albanien keine Rückübernahmeabkommen mit anderen Ländern hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wer profitiert – nicht?</h2>



<p>Die Vorteile für Italien und die rechte italienische Regierung, die eine Lösung für ein heisses politisches Eisen finden konnte, liegen auf der Hand.</p>



<p>Albanien wird sich die Hilfsbereitschaft wohl gut entschädigen lassen – Details hierzu sind nicht bekannt. Zudem werden die Flüchtingszentren wohl Arbeit und Umsätze im strukturschwachen albanischen Norden generieren. Die Bedenken, dass Tausende junge Menschen in ein Land gebracht werden, das von Abwanderung geplagt ist, sind wohl unberechtigt: Albanien könnte gut arbeitswillige Menschen gebrauchen. Aber die Lücken im albanischen Arbeitsmark dürfen und können die Migranten wohl kaum füllen.</p>



<p>Edi Rama, der albanische Ministerpräsident, verwies auf die lange Tradition der albanischen Gastfreundschaft. Er machte aber auch deutlich, dass auch Albaner nach Italien geflüchtet seien: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>»Ich glaube nicht, dass wir in den kommenden Jahren in der Lage sein werden zu begleichen, was wir Italien, dem italienischen Volk und den italienischen Institutionen schulden für das, was sie für uns getan haben, seitdem wir uns an ihrer Küste landeten, um Unterstützung zu finden und ein besseres Leben zu führen.«</p>
<cite>Edi Rama</cite></blockquote>



<p>Rama ergänzte, dass Italien der wichtigste Handelspartner sei für Albanien und man diesem gerne helfe, eine Lösung für ein wichtiges Problem zu finden. Insofern schafft Tirana in Rom sicherlich viel Goodwill.</p>



<p>Ob das Abkommen den Menschenhandel einzudämmen vermag, ist nicht voraussehbar. Für die Migranten aus Afrika, Nahost und anderen asiatischen Krisengebieten ist eine Abschiebung nach Albanien sicherlich nicht erfreulich: Sie wollen in die EU, ins reiche Europa. Vielleicht mag es den einen oder anderen vor der gefährilchen Flucht übers Meer abhalten – vermutlich eher nicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Umsetzung: albanisch-italienischer Schlendrian in Kombination</h2>



<p>Eine rasche Bearbeitung der Asylanträg der nach Albanien verbrachten Migranten durch die italienischen Behörden ist wohl nicht zu erwarten. Ganz nach dem Motto »Aus den Augen, aus dem Sinn« ist wohl eher davon auszugehen, dass die Lager sich eher füllen werden als leeren.</p>



<p>Ein Lager mit 3000 Migranten – mehrheitlich junge Männer – auf engem Raum zu betreiben, dürfte herausfordernd sein. Inwiefern die Menschen die Lager verlassen dürfen, wurde nicht erläutert. Es kann aber wohl nicht ausgeschlossen werden, dass viele Leute versuchen werden sich abzusetzen und selber Weg zu finden, nach Nordeuropa zu gelangen – eine einfache Lösung für alle Beteiligten.</p>



<p class="has-text-align-right"><em>Lars Haefner</em></p>



<p></p>
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		<title>Die prominenteste Touristin</title>
		<link>https://www.albanien.ch/bb/2023/08/die-prominenteste-touristin/</link>
					<comments>https://www.albanien.ch/bb/2023/08/die-prominenteste-touristin/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Admin albanien.ch]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Aug 2023 12:42:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles aus Albanien]]></category>
		<category><![CDATA[Besuch]]></category>
		<category><![CDATA[Edi Rama]]></category>
		<category><![CDATA[Giorgia Meloni]]></category>
		<category><![CDATA[Grossbritannien]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[Overtourism]]></category>
		<category><![CDATA[Staatsbesuch]]></category>
		<category><![CDATA[Statistik]]></category>
		<category><![CDATA[Tony Blair]]></category>
		<category><![CDATA[Tourismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Tourismus in Albanien boomt. Für das Land ist das einerseits ein Erfolg. Die Medaille hat aber auch eine Kehrseite: Overtourism!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.albanien.ch/bb/2023/08/die-prominenteste-touristin/">Die prominenteste Touristin</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.albanien.ch/bb">News by newsletter Albanien</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Die rechte italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni macht aktuell mit Angehörigen Ferien in Albanien.</strong></p>



<span id="more-1700"></span>



<p>Fertig Geheimtipp. Albanien wird diesem Sommer von Touristen überlaufen. Die Zahlen steigen kontinuierlich. Die Einreisen von Ausländern liegen diesen Sommer rund ein Drittel über den Werten vom Vorjahr. Am Flughafen Tirana freut man sich über vier Millionen Fluggäste seit Jahresbeginn (während der <a href="https://www.albanien.ch/une/blog/2473">Flughafen Kukës praktisch stillsteht</a>) – etwas über fünf Millionen waren es im ganzen Jahr 2022 gewesen.</p>



<p>Für Albanien ist das einerseits ein Erfolg, bringen die Touristen ja Geld ins Lande und kehren hoffentlich mit guten Eindrücken zurück. Die Medaille hat aber auch eine Kehrseite.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Schattenseiten der vielen Touristen</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><a href="https://www.albanien.ch/bb/many_people_sunbathing_at_a_beach_in_albania_in_a_printmaking_style__pyx3dawnx0unhictds8s_8/"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="300" src="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/03/many_people_sunbathing_at_a_beach_in_albania_in_a_printmaking_style__PyX3dAWNX0UnHIctds8S_8-300x300.jpg" alt="Überfüllter Strand in Albanien – von künstlicher Intelligenz generiertes Symbolbild " class="wp-image-1620" srcset="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/03/many_people_sunbathing_at_a_beach_in_albania_in_a_printmaking_style__PyX3dAWNX0UnHIctds8S_8-300x300.jpg 300w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/03/many_people_sunbathing_at_a_beach_in_albania_in_a_printmaking_style__PyX3dAWNX0UnHIctds8S_8-150x150.jpg 150w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/03/many_people_sunbathing_at_a_beach_in_albania_in_a_printmaking_style__PyX3dAWNX0UnHIctds8S_8-600x600.jpg 600w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/03/many_people_sunbathing_at_a_beach_in_albania_in_a_printmaking_style__PyX3dAWNX0UnHIctds8S_8.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Überfüllter Strand in Albanien – von künstlicher Intelligenz generiertes Symbolbild </figcaption></figure></div>


<p>Overtourism wird immer mehr beklagt. Man sieht auf Social Media Bilder von endlosen Staus an Grenzen und zur Anfahrt an die Strände. Neue Strassen lösen die Verkehrsprobleme nicht nachhaltig. Staus und Gedränge, Hitze und Stress: Die Geduld der Touristen wird mehr und mehr strapaziert. Viele beklagen sich auch über teure Flugtickets. Kabinen auf Fähren sind nur schwer zu kriegen. Die Preise steigen auch in Albanien – 60 Prozent der Albaner können sich keinen Urlaub leisten.</p>



<p>Steigende Preise sind auch in anderen Ländern ein Thema. In Italien beklagen sich viele, dass sie sich keine Ferien zur Hochsaison mehr leisten könnten, und weichen auf die andere Seite der Adria aus: »Topdestination dieses Jahr ist Albanien«, schreibt die NZZ heute über die Urlaubspräferenzen der Italiener. Edi Rama hat auf Social Media schon über den <a href="https://www.facebook.com/ediramaal/posts/847278883434441" target="_blank" rel="noreferrer noopener">italienischen Exodus nach Albanien</a> Witze gemacht. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Ministerpräsidentin zu Besuch</h2>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/bb/edi-rama-und-giorgia-meloni-tirana-2022/"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="589" src="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/08/edi-rama-und-giorgia-meloni-tirana-2022-1024x589.jpg" alt="Edi Rama empfängt Giorgia Meloni bei EU-Westbalkan-Gipfel im Dezember 2022 in Tirana" class="wp-image-1703" srcset="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/08/edi-rama-und-giorgia-meloni-tirana-2022-1024x589.jpg 1024w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/08/edi-rama-und-giorgia-meloni-tirana-2022-300x173.jpg 300w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/08/edi-rama-und-giorgia-meloni-tirana-2022-768x442.jpg 768w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/08/edi-rama-und-giorgia-meloni-tirana-2022-600x345.jpg 600w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/08/edi-rama-und-giorgia-meloni-tirana-2022-1536x884.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/08/edi-rama-und-giorgia-meloni-tirana-2022-1320x760.jpg 1320w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/08/edi-rama-und-giorgia-meloni-tirana-2022.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Edi Rama empfängt Giorgia Meloni beim <a href="https://www.albanien.ch/bb/2022/12/eu-gipfeltreffen-in-tirana/">EU-Westbalkan-Gipfel im Dezember 2022</a> in Tirana</figcaption></figure>



<p>Prominenteste Besucherin aus Italien in diesem Sommer ist die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Sie ist gestern früh mit der Fähre aus Apulien, wo sie in den Ferien weilte, in Vlora eingetroffen. Mit auf der Reise: der Ehemann, die Tochter, die Schwester und deren Partner Francesco Lollobrigida, Verwandter <em>der</em> Lollobrigida.</p>



<p>Meloni und Familie sind rein privat unterwegs. Zwar hat Edi Rama die Gäste persönlich am Hafen von Vlora willkommen geheissen, aber nicht einmal er hat Bilder veröffentlich. Die Reise ist rein privat. Meloni war einer Einladung von Rama gefolgt. Sie logiert im Gästehaus der Regierung in Vlora (Ujë i ftohtë) und bleibt wohl für zwei, drei Tage.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ex-Ministerpräsident zu Besuch</h2>



<p>Ein anderer ehemaliger Ministerpräsident ist weniger bescheiden angereist. Mit dem Hubschrauber landete Tony Blair, ehemaliger britischer Premierminister, in Himara auf dem Fussballplatz – ebenfalls in Begleitung. Blair ist Albanien schon länger verbunden als Berater für die Regierung von Edi Rama und war auch schon wiederholt in Albanien zu Besuch. Es wäre so nicht verwunderlich, wenn sein Besuch noch in England ausgeschlachtet wird um das Bild von Albanien zu verbessern.</p>



<p class="has-text-align-right"><em>(Redaktion)</em></p>
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		<title>Lokalwahlen ohne viel Wahl</title>
		<link>https://www.albanien.ch/bb/2023/05/lokalwahlen-ohne-viel-wahl/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Admin albanien.ch]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 May 2023 16:50:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratische Partei]]></category>
		<category><![CDATA[Erion Veliaj]]></category>
		<category><![CDATA[Sali Berisha]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialistische Partei]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutlicher Sieg der Sozialisten bei den Lokalwahlen über heillos zerstrittene Opposition Die Wahlen am Sonntag verliefen recht ruhig. Das Resultat ist wenig überraschend: Die Sozialisten erzielen einen deutlichen Sieg. Vermutlich werden sie in mehr als 50 der 61 Gemeinden (»bashkie«) Albaniens den Bürgermeister stellen. Die endgültigen Resultate liegen noch nicht vor, mit grossen Überraschungen ist [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Deutlicher Sieg der Sozialisten bei den Lokalwahlen über heillos zerstrittene Opposition</strong></p>



<span id="more-1685"></span>



<p>Die Wahlen am Sonntag verliefen recht ruhig. Das Resultat ist wenig überraschend: Die Sozialisten erzielen einen deutlichen Sieg. Vermutlich werden sie in mehr als 50 der 61 Gemeinden (»bashkie«) Albaniens den Bürgermeister stellen. Die endgültigen Resultate liegen noch nicht vor, mit grossen Überraschungen ist aber nicht mehr zu rechnen.</p>



<p>Nur in ein paar unbedeutenden Gemeinden liegen die Sozialisten zurück: Has, Fushë-Arrëz, Puka und Mirdita im Norden, Himara, Memaliaj und Finiq im Süden [Nachtrag 16. Mai: in Kavaja haben die Sozialisten auch verloren]. Somit werden sämtliche grossen Städte auch in den nächsten vier Jahren von Sozialisten regiert – inklusive die PD-Hochburg Shkodra. Die Hauptstadt Tirana als bedeutendster Schauplatz ist da auch keine Ausnahme: Erion Veliaj hatte leichtes Spiel und bleibt Bürgermeister.</p>



<p>Die OSZE-Beobachter beurteilen die Wahlen als »mehrheitlich gut organisiert«. Auch die üblichen Schuldzuweisungen und Betrugsvorwürfe blieben bisher aus. Zwar gab es im Vorfeld etliche Vorwürfe von Stimmenkauf – diese waren aber kaum ausschlaggebend. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Opposition nimmt sich erneut aus dem Spiel</h2>



<p>Vor vier Jahren hatte die Opposition alles auf eine Karte gesetzt und die <a href="https://www.albanien.ch/bb/2019/07/wahlen-ohne-wahl/">Wahlen boykottiert</a>. Am Schluss übernahmen die Sozialisten 59 Rathäuser. Der sinnlose Boykott wurde darauf zwar beendet –&nbsp;die Opposition stellt für die Wählerinnen und Wähler aber noch immer keine attraktive Alternative dar. Nachdem die USA <a href="https://www.albanien.ch/bb/2021/05/usa-erklaeren-berisha-zur-persona-non-grata/">Sali Berisha zur persona non grata erklärt</a> hatten, ist ein grosser <a href="https://www.albanien.ch/bb/2022/01/wie-die-usa-die-demokratische-partei-zerstoerten/">Machtkampf innerhalb der Demokratischen Partei</a> (PD) ausgebrochen. Ex-Präsident Sali Berisha ist zwar vom Ausland kaltgestellt, aber hat immer noch die Massen der PD-Wähler hinter sich. Der Parteileitung gehören der Parteiname und die Büros, ihr fehlt es aber an Unterstützern.</p>



<p>Und so ist eine stark zerstrittene Opposition zu den diesjährigen Wahlen angetreten. Die offizielle PD konnte in vielen Gemeinden nicht einmal einen Kandidaten aufstellen. Sie war auch fast überall abgeschlagen und chancenlos.</p>



<p>Sali Berisha bildete zusammen mit dem Ex-Präsidenten Ilir Meta – seine Partei LSI heisst jetzt »Partia e Lirisë«: Freiheitspartei –, mit der Partei der griechischen Minderheit und der kleinen christdemokratischen Partei die Koalition »Bashkë Fitojmë«. Aus dem gemeinsamen Sieg wurde aber nichts. In lediglich sechs Gemeinden ist sie in Führung. Eine PD im Machtkampf und ihre meist eher unbekannten Kandidaten waren für die breite Wählerschaft keine Alternative. Die Urgesteine Berisha und Meta konnten höchstens ihre Stammwähler motivieren. </p>



<p>Die meisten Wählerinnen und Wähler blieben so oder so zu Hause. Sie waren der Streitigkeiten der Mächtigen müde. Man wollte die Sozialisten nicht bestätigen, fand aber unter den 39 anderen Parteien auch keine gute Alternative. So war die Stimmbeteiligung mit rund 31 % äusserst gering. Vor allem junge Wähler gingen kaum zur Urne.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Albanien ein Ein-Parteien-Staat?</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><a href="https://www.albanien.ch/bb/families_voting_at_elections_in_albania_in_a_printmaking_style_gb3bnnoarwshaplw4vhl_5/"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="300" src="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/03/families_voting_at_elections_in_albania_in_a_printmaking_style_Gb3bnnOARwSHaPLW4VhL_5-300x300.jpg" alt="Mehrere Menschen werfen Stimmzettel in die Urne – Symbolbild" class="wp-image-1656" srcset="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/03/families_voting_at_elections_in_albania_in_a_printmaking_style_Gb3bnnOARwSHaPLW4VhL_5-300x300.jpg 300w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/03/families_voting_at_elections_in_albania_in_a_printmaking_style_Gb3bnnOARwSHaPLW4VhL_5-150x150.jpg 150w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/03/families_voting_at_elections_in_albania_in_a_printmaking_style_Gb3bnnOARwSHaPLW4VhL_5-600x600.jpg 600w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/03/families_voting_at_elections_in_albania_in_a_printmaking_style_Gb3bnnOARwSHaPLW4VhL_5.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Qual der Wahl – mit künstlicher Intelligenz generiertes Bild</figcaption></figure></div>


<p>Angesichts des einseitigen Resultats wird in Sozialen Medien die Frage diskutiert, ob Albanien wieder zum Ein-Parteien-Staat verkommen sei? Die Frage kann einfach mit der Unzufriedenheit der Verlierer abgetan werden. Die demokratischen Prozesse in Albanien laufen wohl besser als je zuvor. Natürlich gibt es Korruption, Machtmissbrauch und einige andere Unschönheiten. Aber in erster Linie müssen sich Wähler und Oppositionsparteien selber an die demokratischen Spielregeln halten.</p>



<p>So haben die PD und die LSI – Entschuldigung: »Freiheitspartei«&nbsp;–&nbsp;in den letzten Jahren vor allem daran gearbeitet, sich unwählbar zu machen. Sie boten keine Lösungen für Probleme an, sondern blockierten mit Maximalforderungen und Aufrufen zum Rücktritt den politischen Dialog. Durch den Boykott haben sie sich zwischendurch komplett aus dem Spiel genommen. Heute fehlt es der Partei an bekannten und vertrauenserweckenden Gesichtern.</p>



<p>Andere Oppositionsparteien haben bis heute keine nationale Basis aufbauen können. Sie sind meist sehr klein, unbedeutend und lokal beschränkt. Für die Wählerschaft stellen sie keine Alternative dar: Die Albaner wählen lieber mächtige Player, von denen sie sich dann auch einen direkten Profit erhoffen.</p>



<p>Generell ist die albanische Politik bisher von Personen geprägt, nicht von Sachthemen. Die Parteien unterscheiden sich in den Programmen nicht wesentlich. Man wählt nicht eine politische Richtung, sondern Einfluss. Und so nähren die Wählerinnen und Wähler das Monster der Korruption, das sie immer verfluchen, aber selber davon profitieren möchten.</p>



<p>Das seit vielen Jahren nur eine Partei das Sagen hat, liegt vor allem am Unvermögen der Demokraten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Demokratie spielte gegen Demokraten</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><a href="https://www.albanien.ch/bb/sali-berisha-epp-congress-6901-2012/"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="206" src="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2022/01/Sali-Berisha-EPP-Congress-6901-2012-300x206.jpg" alt="Sali Berisha am EPP-Kongress 2012" class="wp-image-1480" srcset="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2022/01/Sali-Berisha-EPP-Congress-6901-2012-300x206.jpg 300w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2022/01/Sali-Berisha-EPP-Congress-6901-2012-1024x703.jpg 1024w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2022/01/Sali-Berisha-EPP-Congress-6901-2012-768x527.jpg 768w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2022/01/Sali-Berisha-EPP-Congress-6901-2012-600x412.jpg 600w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2022/01/Sali-Berisha-EPP-Congress-6901-2012.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Sali Berisha (Aufnahme von 2012) kann nicht die Finger von der Politik lassen</figcaption></figure></div>


<p>Um Macht geht es auch innerhalb der PD. Sali Berisha kann mit 78 noch immer nicht die Finger von der Politik lassen. Er hat versagt, eine Nachfolge in der Partei aufzubauen, die eine breite Wählerschaft hätte anziehen können und ein starkes Gegengewicht zu den Sozialisten bilden würde. Ein Rückzug zugunsten der Partei kommt für den sturen Berisha nicht in Frage. Zwar konnte er den internen Kampf gegen seinen Ziehsohn <a href="https://www.albanien.ch/bb/2022/03/lulzim-basha-ruecktritt/">Lulzim Basha</a> für sich entscheiden –&nbsp;die PD steht aber vor einem Scherbenhaufen.</p>



<p>Im Kampf um die Macht hatten beide PD-Fraktionen Mühe mit den demokratischen Institutionen. Die juristischen Mühlen mahlen langsam –&nbsp;das Ausbleiben von Entscheiden erschwerte die politische Arbeit. Und manche Eingabe in der Vorbereitung zu den Wahlen musste mehrfach gemacht werden, weil man sich als Vertreter einer Partei ausgab, die man de jure nicht vertritt. So ging viel zu viel Energie in den internen Kampf und die Administration, während die Wähler viel zu wenig Aufmerksamkeit erhielten.</p>



<p>Vielleicht werden die Demokraten bis zu den Parlamentswahlen im Sommer 2025 geeint auftreten. Viele Wählerinnen und Wähler würden sich freuen, einen Regierungswechsel herbeiführen zu können. Dafür braucht es aber Politiker, die auch die Wechselwähler und Nichtwähler motivieren können, an die Urne zu gehen. Aber weder eine persona non grata wie Sali Berisha, noch ein unbekannter Newcomer werden hierzu in der Lage sein. Und somit ist zu befürchten, dass in Albanien – wegen der Uneinsichtigkeit, der Machtbesessenheit und der Unorganisiertheit von Vertretern der Opposition –&nbsp;noch länger vor allem nur eine Partei im politischen Alltag Einfluss haben wird. </p>



<p class="has-text-align-right"><em>(Lars Haefner)</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.albanien.ch/bb/2023/05/lokalwahlen-ohne-viel-wahl/">Lokalwahlen ohne viel Wahl</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.albanien.ch/bb">News by newsletter Albanien</a>.</p>
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		<title>Schüsse auf Fernsehsender »Top Channel«</title>
		<link>https://www.albanien.ch/bb/2023/03/schuesse-auf-fernsehsender-top-channel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Admin albanien.ch]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Mar 2023 18:32:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles aus Albanien]]></category>
		<category><![CDATA[Edi Rama]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalität]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Pressefreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Schiesserei]]></category>
		<category><![CDATA[Top Channel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Wachmann getötet bei Attacke auf Albaniens grösstes Medienhaus in der Nacht auf Montag</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.albanien.ch/bb/2023/03/schuesse-auf-fernsehsender-top-channel/">Schüsse auf Fernsehsender »Top Channel«</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.albanien.ch/bb">News by newsletter Albanien</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Ein Wachmann <strong>in der Nacht auf Montag</strong> getötet bei Attacke auf Albaniens grösstes Medienhaus</strong> </p>



<p>Noch immer ist unklar, wer hinter der Attacke auf den Fernsehsender »Top Channel« steht. Nach Mitternacht wurde am späten Sonntag mit Kalaschnikow-Gewehren auf das Gebäude des Medienunternehmens geschossen. Rund 25 Schuss wurden abgegeben. Ein Wachmann wurde dabei tödlich getroffen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Fragile Pressefreiheit in Albanien</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><a href="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/03/Top_Channel_Schild.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="201" height="300" src="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/03/Top_Channel_Schild-201x300.jpg" alt="Schild mit Aufdruck »Top Channel« – Symboldbild" class="wp-image-1673" srcset="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/03/Top_Channel_Schild-201x300.jpg 201w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/03/Top_Channel_Schild-686x1024.jpg 686w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/03/Top_Channel_Schild-768x1147.jpg 768w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/03/Top_Channel_Schild-600x896.jpg 600w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2023/03/Top_Channel_Schild.jpg 883w" sizes="auto, (max-width: 201px) 100vw, 201px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Hinter den Kulissen des TV-Senders – Symbolbild</figcaption></figure></div>


<p>Die Tat ist ein brutaler Angriff gegen die Pressefreiheit. Drohungen und Einflussnahme durch Mächtige gehören leider schon länger zum journalistischen Alltag in Albanien. Die Sicherheit von Journalisten ist nicht immer gewährt. Mit der kriminellen Attacke zu Wochenbeginn hat dies aber eine neue Stufe erreicht.</p>



<p>Das Attentat wurde von allen Seiten verurteilt: Journalistenverbände im In- und Ausland sowie alle bedeutenden Politiker Albaniens. Im Gegensatz zu internationalen Beobachtern beurteilte Ministerpräsident Edi Rama in einem Interview gestern die Medienfreiheit in Albanien jedoch als gut: Es sei im Land noch nie besser gestellt gewesen um die Medienfreiheit.</p>



<p>Edi Rama selber wird beschuldigt, in jüngster Vergangenheit Medienschaffende bedrängt zu haben. Wiederholt kritisierte er öffentlich Journalistinnen und Journalisten, zeigte seinen Unmut über regierungskritische Berichterstattung. Letzten Dezember attackierte die Regierung direkt den Besitzer eines anderen Medienhauses, siehe <a href="https://www.albanien.ch/bb/2022/12/hotel-gesprengt/">unsere Berichterstattung zum gesprengten Hotel in Golem</a>.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Strafverfolgungsbehörden untersuchen</h3>



<p>Trotz der hohen Belohnung, die für Hinweise ausgesetzt wurde, liegen der Polizei und der Staatsanwaltschaft bis heute Abend noch keine Hinweise auf die Täter vor. Die Täter haben das Auto auf der Flucht in Brand gesetzt. Der Range Rover war im Juli 2020 kosovarischen Touristen gestohlen worden, die Kennzeichen wurden vor drei Monaten entwendet. Im ausgebrannten Wagen wurden zwei Maschinengewehre AK-47 gefunden, vermutlich die Tatwaffen, die jetzt forensich untersucht werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Motiv unklar</h3>



<p>»Top Channel« ist der grösste Fernsehsender Albaniens. Der private Kanal wurde 2001 gegründet. Neben dem Fernsehsender gehören auch weitere Medienprodukte, ein Kabelanbieter und eine Kaffeemarke zum Konzern. Der Sender verurteilte in einer Erklärung die Tat als »terroristische Attacke« und sprach der Familie des getöteten Mitarbeiters ihr Beileid aus.</p>



<p>Über Hintergründe der Attacke ist nichts öffentlich bekannt. Es ist aber wenig wahrscheinlich, dass die Täter dieses aufwändig geplanten Überfalls keine Nachricht hinterlassen haben, nicht eine deutliche Drohung übermitteln wollten. Die Urheberschaft ist vermutlich in diesem Fall nicht in der Politik zu suchen. Das Vorgehen deutet eher auf das organisierte Verbrechen hin. Ob es um eine Abrechnung unter »konkurrierenden Geschäftemachern« geht oder eine unliebsame Berichterstattung verhindert werden soll, ist aktuell wohl nur sehr wenigen Leuten bekannt.</p>



<p class="has-text-align-right"><em>Lars Haefner</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.albanien.ch/bb/2023/03/schuesse-auf-fernsehsender-top-channel/">Schüsse auf Fernsehsender »Top Channel«</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.albanien.ch/bb">News by newsletter Albanien</a>.</p>
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