Werbung aus den albanischen Bergen

Wohl zum ersten Mal macht ein Unternehmen Werbung in Albanien, wählte also Albanien als Ort, um für sein Produkt zu werben. Der neue Land Rover sei sogar für das raue Terrain der albanischen Alpen geschaffen – schöne Bilder aus den Bergen:

In weiteren Testimonials wird noch mehr von Land und Leuten erzählt.
>> Into the Valley with the Land Rover Discovery
>> Land Rover Discovery vs. The Accursed Mountains

Auch wenn die Videos die Stärke des Produkts mit den rauen Verhältnissen im Land verknüpft, wird doch auch betont, dass sich eine Reise nach Albanien lohnt – mit dem richtigen Auto. Mein Auto hatte übrigens einen platten Reifen diese Woche, aber auch das ist kein Problem im Land dieser hilfreichen und gastfreundlichen Menschen.

Die letzten Zeitzeugen: Gastfreundschaft im Zweiten Weltkrieg

Ein ganzer Saal hing an den Lippen einer 83-jährigen, etwas gebrechlich wirkenden, sehr kleinen und zierlichen Dame. Die Zuhörer letzten Donnerstag in Basel waren fasziniert von ihrem Bericht: »Es ist jedes Mal eine Freude, wenn ich über Albanien sprechen darf,« erklärte Johanna Neumann in ihrem amerikanisch gefärbten, aber klarem Hamburger Dialekt und übertrug die Freude sogleich auf die vielen Zuhörenden.

Johanna Neumann berichtete aus ihrem Leben, wie sie als kleines Kind in den 30er Jahren aus Nazi-Deutschland flüchten musste und mit ihren Eltern zufällig in Albanien eine vorübergehende Heimat fand. Von 1939 bis 1945 lebte die jüdische Familie in Albanien, geschützt von Albanern und deren Gastfreundschaft. Sie erzählte vom schwierigen Leben, das insbesondere nach dem Einmarsch der Wehrmacht lebensgefährlich wurde. »Es ist unglaublich zu beschreiben, wie aufopfernd die Albaner waren,« berichtete sie von ihren Gastgebern, die ebenso ihr Leben aufs Spiel setzten und die fremden Gäste mit Unterkunft, Kleidern, Essen und Süssigkeiten versorgten.

»Albanien ist das einzige Land in Europa, das nach dem Krieg mehr Juden hatte als vorher,« sagte Johanna Neumann. Diese Botschaft will auch die Ausstellung »Besa« verbreiten, die zur Zeit in Basel zu sehen ist und im Verlaufe der nächsten Monate durch die Schweiz ziehen wird. Im Zentrum der Ausstellung stehen die Fotografien von Norman Gershman: Portraits einzelner Albaner, die Juden beherbergt hatten, sowie kurze Erklärungen von ihnen. Mit einem besonderen Programm für Schulklassen soll besonders auch ein junges Publikum angesprochen werden. Ziel ist aber, allen die kaum bekannte Geschichte der Rettung der Juden in Albanien bekannt zu machen, von der einzigartigen Gastfreundschaft der Albaner zu berichten, die auf dem Ehrenwort der »Besa« beruht. Der Holocaust sei der Ausdruck einer unglaublichen menschlichen Niedertracht gewesen, führte Johanna Neumann aus, aber gleichzeitig seien die Albaner, die albanische Regierung und Menschen im Land moralisch hoch hinaufgestiegen: »Albanien hat die Moral der Welt gerettet.«

Johanna Neumanns Geschichte hatte berührt. Und die Ausstellung hatte erneut Menschen zusammengebracht, die sonst selten zusammenfinden: Juden und andere interessierte Schweizer sowie Albaner aller Religionen. Allen tat es gut, über diese menschliche Grösse zu hören und zu lesen, die für die Albaner so selbstverständlich ist. Einer der in der Ausstellung Portraitierten hatte zu Protokoll gegeben: »Es gibt keine Ausländer in Albanien, es gibt nur Gäste.« Diese ehrenvolle Offenheit rettete nicht nur vielen Juden das Leben, sie ist auch noch heute in Albanien zu erfahren. In vielen Ländern ist dies aber nicht die Norm – gerade den Albanern widerfährt in der Schweiz viel Abneigung, und sie waren umso erfreuter, mal als wahre Helden ohne Vorbehalte anerkannt zu werden. Johanna Neumann schloss ihren Vortrag mit den Worten: »Wir können den Albanern nicht dankbar genug sein.« Fast wie ein Superstar wurde sie daraufhin an diesem Abend vom Basler Publikum gefeiert. Vor allem die Albaner, die sonst oft von negativen Vorurteilen geplagt werden, zollten ihr Anerkennung für dieses Lob, jeder wollte ein Foto von ihr.

Traumstrände im Himmel

»Skylines«, das Bord-Magazin von Austrian Airlines, hat in seiner letzten Ausgabe die schönen Strände Albaniens zum Thema gemacht. Die Geschichte aus der New York Times (»On the Albanian Riviera, a Frugal Paradise« und »52 places to go in 2014«Â mit der Albanischen Riviera auf Platz 4) wird somit in alle Himmelsrichtungen verbreitet.

»Traumsträne« - Artikel im Austrian-Airlines-Magazine Skylines

»Traumsträne« – Artikel im Austrian-Airlines-Magazine Skylines (auf das Bild klicken für grössere Ansicht)

Wichtige Fakten

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>> Ganzer Video

Einbahn – nicht zu spassen

Manchmal muss man wohl den Vorschriften mit etwas Nachdruck dazu verhelfen, dass sie auch befolgt werden. In Pogradec findet sich ein besonderes Muster, wie den albanischen Autofahrern die Verkehrsvorschriften nahe gelegt werden.

Einbahnstrasse in Pogradec – Nagelstreifen

Einbahnstrasse in Pogradec – Nagelstreifen

Mittels eines Nagelstreifen, der fest im Boden installiert ist, wird hier die Richtung vorgegeben

Weisheit

Ein alter Baba der Bektaschi brachte vor über 80 Jahren die albanische religiöse Toleranz zum Ausdruck (National Geographic Magazine 1931):

It is only what man believes he has found that divides the world’s religions. It is the still-unfound, for which we all search, that makes mankind one.

Young Boys gegen und in Korça

Der Berner Fussballklub »BSC Young Boys«, aktuell dritter der Meisterschaft, weilte soeben in Portugal im Trainingslager. Vor 50 Zuschauern im grossen Stadion von Faro trat man dort zu einem Testspiel gegen »KF Skënderbeu Korça« an, den albanischen Meister. Dem kurzen Matchbericht ist zu entnehmen, dass der Führungstreffer »hochverdient« gewesen sei – wer sich selber ein Bild davon machen will, kann sich das YouTube-Filmchen mit den Höhenpunkten des Spiels anschauen. Bern-Trainer Uli Forte beurteilte die Albaner als schwierigen, »technisch sehr versierten« Gegner.

Dieses neuste albanisch-schweizerische Fussballrencontre wäre aber nicht unbedingt einen Blogbeitrag wert, wäre da nicht noch eine Verbindung zwischen YB und Korça: Seit dieser Saison spielt in der vierten albanischen Liga – die sich bezeichnenderweise »Kategorie e Tretë« nennt – nämlich ein Klub namens »FK Young Boys« mit, der auch aus Korça kommt.

Viel ist über den kleinen Klub aus Südostalbanien nicht in Erfahrung zu bringen. Ob sich die Gründer bewusst waren, dass es in der fernen Schweiz bereits einen Fussballklub mit diesem Namen gibt, konnten wir ebensowenig in Erfahrung bringen wie die Gründe, die zu dieser Namenswahl führten. Wir wissen nur, dass die Spieler alle sehr jung sind – nur einer  ist schon 20 Jahre alt. Auch wenn fünf Spieler der Mannschaft über eine Profilizent verfügen, benötigt der Verein dringend etwas Erfolg. In acht Spielen hat man bis jetzt erst sieben Punkte erzielt, obwohl man schon 20 Tore geschossen hat. So ist »Young Boys« zur Zeit auf dem zweitletzten Tabellenplatz, zum Glück aber noch in Reichweite der ersten Tabellenhälfte.

Früher hat BSC YB eine Fussballschule in der Elfenbeinküste unterstützt – mit dem Engagement wollte man nicht nur in Afrika Gutes tun, sondern auch Nachwuchstalente finden. Vielleicht könnten die Berner jetzt ja die Namensvettern in Albanien unterstützen? Wie wir an den raketenhaften Aufstiegen von albanischen Fussballklubs wie »Gramoz Erseka« und Kukës gesehen haben, können auch kleine Mannschaften mit etwas Förderung schnell in der Meisterschaft des Landes vorne mitspielen. So wäre es nicht ausgeschlossen, dass in ein paar Jahren plötzlich andere »Young Bogys« den albanischen Meister »Skënderbeu« aus Korça herausfordern könnten ”¦

Zeit Online mit schöner Fotoreportage

Auszüge aus dem neuen Buch »Life After Zog and other Stories« der italienischen Fotografin Chiara Tocci:
>> Weite Landschaften, Blutfehden und Aluminiumdosen

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