Lagune mit Extras

Die Lagune von Narta bei Vlora ist wohl auch eine dieser wenig beachteten Sehenswürdigkeiten, wie es so viele in Albanien gibt. Das Kloster von Zvërnec ist zwar gut bekannt, wird aber oft links liegengelassen, insbesondere seitdem der Holzsteg zum Inselchen mit der hübschen, alten Kirche zerstört ist. Abgesehen von der romantischen, bewaldeten Insel, die gut mit Booten erreicht werden kann, gibt es aber noch weitere gute Gründe für einen Abstecher nach Zvërnec, wo die asphaltierte Strasse von Vlora endet.

Mein Highlight beim letzten Besuch war nicht die Kultur, sondern die Natur. Die Lagune von Narta ist mit viel Umland zur »Landschaftsschutzgebiet« erklärt worden – aber ein solcher Schutz besteht in Albanien oft nur auf dem Papier. Hier scheint es aber wirklich etwas zu bewirken – vielleicht auch in Verbindung mit dem landesweiten Jagdverbot, das die Regierung erlassen hat.

Als wir uns letzte Woche der Lagune näherten, sahen wir Hunderte Vögel im Wasser. Im Näherkommen erwiesen sich diese Vögel zu meiner grossen Freude als Flamingos. Durchs seichte Wasser stapfend, suchten sie in der Lagune nach Wasser.  Bis jetzt hatte ich weder je Bilder von diesen Flamingos in Narta gesehen, noch je von Flamingos in Albanien gehört.

Kloster Zvërnec in der Lagune von Narta

Kloster Zvërnec in der Lagune von Narta

Nahaufnahme

Flamingos in Nahaufnahme

Was anderswo eine grosse Sensation ist und stark touristisch beworben wird (Camargue, Chile), ist in Albanien komplett unbekannt. Zum Glück, muss man wohl sagen, wenn man sieht, wie anderswo in Albanien Natur mit touristischem Potential zerstört wird.

Eine Neuigkeit ist die Gegenwart der Flamingo hingegen nicht. Auf dem Schild des Landschaftsschutzgebiets sind sie am Rande erwähnt und die Einheimischen scheinen die Vögel auch gut zu kennen. Die Flamingos besuchen die Narta-Lagune vor allem im Winter, fand ich noch in einem Buch erwähnt. Flamingos sind zwar keine wirklichen Zugvögel, fliegen aber weit, um geeignete Futterplätze aufzusuchen. Ob die Vögel auch in Albanien brüten, konnte ich nicht herausfinden. Was nicht ist, kann ja noch werden ”¦

Neben den Flamingos sind in der Narta-Lagune gelegentlich auch Pelikane und viele andere Wasservögel anzutreffen. Spaziergänge in der Region sind aber nicht nur für Vogelliebhaber spannend. Die Meeresküste bei Zvërnec ist im Sommer ein beliebter Badestrand. Beim nahegelegen Treport-Kap fanden sich Reste eines römischen Hafens. Und weiter draussen finden Wanderer noch viel unberührte Küstenlandschaft mit abgeschiedenen Buchten und schönen Kliffs, die Ausblick über die Bucht von Vlora und nach Sazan bieten. Ein weiteres »Extra« der Narta-Lagune sind die Salinen im nördlichen Teil, von denen aber eher eine Bedrohung für das Ökosystem ausgeht.

Nach Frankreich …

Die Freude der Albaner über die Qualifikation für die Fussball-Europameisterschaften in Frankreich ist riesig.

Impressionen vom Freudentaumel nach dem Sieg gegen Armenien.

>> Unser Video von den Feierlichkeiten

 

Tirana autofrei

Tiranas neuer Bürgermeister Erion Veliaj hat sich vorgenommen, Vieles zu ändern. Den 22. September, in vielen Ländern als autofrei erklärt, wollte Veliaj auch in Tirana begehen – kein Wunder, ist der 35-jährige Fahrradfahrer doch Mitbegründer der jugendlichen Protestbewegung »Mjaft!«.

Und so waren heute die Strassen im Zentrum rund um den Skanderbegplatz gesperrt für jeglichen motorisierten Verkehr. An einem Tag im Jahr dürften die Strassen auch mal den Fussgängern gehören. 

22. September 2015, Skanderbegplatz

Tagsüber waren vor allem viele Schüler unterwegs. Aber auch zahlreiche andere haben den neuen Freiraum genossen. Es gab zahlreiche Aktivitäten, und neben vielen Fahrradfahrern und Fussgängern waren auch Skater, Inliner und sogar Paraglider unterwegs. An Ständen stellten sich Produzenten aus den Dörfern der neu vergrösserten Gemeinde Tirana vor, Schüler spielten Fuss- und Volleyball auf der Strasse und Bands sorgten von einer kleinen Bühne für musikalische Unterhaltung. 

Die Wiese des Skanderbegplatzes, sonst vom Verkehr umbraust, wurde zum gemütlichen Rast- und Spielplatz. Die Fussgängerzone nebenan, wo gerade das »Tirana Bier-Fest« stattfindet, zog vor allem am Abend viel Publikum an. 

 

22. September 2015, Skanderbegplatz

 
Wirklich weniger Verkehr hatte es in Tirana nicht. Aber der Bürgermeister und die Fahrradaktivisten konnten doch ein Zeichen setzen, dass Albaniens Strassen nicht nur den Autofahrern gehören. 

So ist übrigens zur Zeit auch jeden Abend der Platz vor der Universität für den Verkehr gesperrt. Viele nutzen diese Gelegenheit, um ein erstes Mal auf dem Fahrrad zu sitzen oder einfach mal ein paar Runden zu drehen. Und rund um den Platz sitzen Jugendliche, die sich hier treffen und den lauen Abend geniessen – ohne Verkehrslärm.
 

Platz vor der Universität, September 2015

>> Video
>> Bilder 

Die Sphinx von Durrës

Die neueste Sehenswürdigkeit der Stadt – kommt nicht schlecht …

  

   

Rendez-vous der Vierbeiner

Wer ist stärker?

Wer ist stärker? Wer hat mehr Angst?

Wenn der Park nicht nur fürs Gassi-Gehen mit dem Hund da ist ”¦
Vor ein paar Jahren fotografiert im grossen Park von Tirana.

Wobei noch anzumerken wäre: Kühe gibt es wohl schon einiges länger in albanischen Parks als Schosshunde.

Asyl wegen Autobahn?

Ein gutes Stück der Umfahrungsstrasse von Tirana – »Unaza e madhe« genannt – ist bereits fertiggebaut. Aktuell endet der von Elbasan kommende Teil aber mitten in einem Wohnquartier.

Ringautobahn von Tirana beim Grossen Park

Ringautobahn von Tirana beim Grossen Park

Vor Kurzem wurden die Bauarbeiten wieder aufgenommen. Das Problem ist aber: Die Strasse endete mitten in einem Wohnquartier. Um weiterbauen zu können, müssen Wohnhäuser aus dem Weg geräumt werden. Wohin mit den Bewohnern?

Wie »Gazeta Shqip« gestern berichtete, sind die betroffenen Personen sehr unglücklich angesichts der geringen und auch noch nicht ausbezahlten Entschädigungen. Wie weiter?

Die Zeitung weiss auch zu berichten, dass 50 Familien aus dem betroffenen Quartier jetzt nach Deutschland gereist seien und dort Asyl beantrag hätten. In Albanien hätten sie jetzt alles verloren und keine Zukunft.

In Deutschland Asyl zu beantragen ist unter den Albanern ja gerade Mode. Im ersten Halbjahr hätten 31’400 Personen aus dem Kosovo und 22’209 Personen aus Albanien in Deutschland nach Asyl ersucht, wie das Bundesministerium des Innern informierte. Allein im Juni reichten fast 6’000 Personen aus Albanien Asyl in Deutschland ein – vier Mal mehr als Personen aus dem Kosovo.

Die Kampagne der Deutschen Botschaft, dass Deutschland Albanern kein Asyl gewähre aus Wirtschaftsgründen, hat also noch keine grosse Wirkug gezeigt. Dabei hatte Botschafter Hellmutt Hoffmann im Februar gerade dieses Viertel von Tirana besucht, wo jetzt die Autobahn gebaut wird. Des Botschafters Botschaft scheint nicht angekommen zu sein, obwohl das Thema auch die albanischen Medien stark beschäftigt – auch gestern versuchte die Botschaft, Gerüchte um Entschädigungen richtigzustellen.

»Tartan Prancer 2015« – erstes albanisches Auto

  • 29. Juli 2015
  •  Im WWW
  • Kommentare deaktiviert für »Tartan Prancer 2015« – erstes albanisches Auto

Vor 30 Jahren war der gänzlich im eigenen Land hergestellte Traktor der Stolz Albaniens. Heute ist es der »Tartan Prancer 2015« – das erste Auto aus Eigenproduktion, ein Van mit vielen verspielten Extras, der Star der albanischen Fahrzeugproduktioin: »Clever wie ein Luchs, schnell wie ein Adler, stark wie ein Bär«. Der Mittelklasse-Van sei perfekt für jegliche Strasse und kann auch jede Strassensperre durchbrechen.

Werbung für den »Tartan Prancer 2015«

Werbung für den »Tartan Prancer 2015«

So zumindest im neuen Film »Vacation – Wir sind die Griswolds«, der im August bei uns in die Kinos kommt.

Der Werbefilm ist täuschend echt, wenn man bedenkt, dass Hollywood dahinter steckt:

Im Film selber überzeugt die »hohe albanische Technologie« für grösstes Fahrvergnügen des »albanischen Hondas« nicht komplett:

Wieder mal ein Hollywood-Film mit vielen Negativbildern über Albanien – aber doch mit Liebe gemacht. So auch die Website des »Tartan Prancer 2015«.

Alle feiern mit

Fastenbrechen? Ramadan? Mit diesen Begriffen wusste noch vor wenigen Jahren kaum jemand was anzufangen. Jetzt scheint es auch im Westen Mode geworden zu sein, hier zumindest zu gratulieren.

Screenshot Facebook Seite von Blick am Abend

Screenshot Twitter Tweet von Hillary Clinton
Vielleicht feiern wir in ein paar Jahr alle zusammen – wie in Albanien.

Wir natürlich auch: Gëzuar Ramadanin

Powered by WordPress. Theme by Arinio