carla hat geschrieben:Dem möchte ich noch anschließen, dass sicher jeder Mensch seine ganz persönliche Hölle hat, für jeden gibt es andere Situationen oder Umstände, in denen er sich in der Hölle begreifen würde.
Wenn man die Idee der Hölle so auffasst, dass man zu Lebzeiten ein möglichst gerechtes und gutes Leben führen sollte, mit sich selbst und seiner Umgebung am Schluss in Einklang ist, um eben nicht in der Verdammnis zu landen, finde ich diese Idee keine schlechte. Wenn es allerdings als Druckmittel von Kirchen oder religiösen Führern missbraucht wird, dann kann es gefährlich werden. Frei nach dem Motto "Wenn du so lebst, wie ich es dir sage, wenn du brav Kirchensteuer zahlst und wild missionierend durch die Gegend läufst, dann kommst du in den Himmel". Interessant finde ich auch, das islamistische Selbstmordattentäter ja fest davon überzeugt sind, dass sie ins Paradies kommen wo dann allerlei Sinnesfreuden auf sie warten. Dabei übersehen sie, dass auch nach dem Koran Selbstmord und selbstverständlich Mord verboten sind, genauso wie in jeder anderen Religion. So nutzt wieder jede das heilige Buch für seine eigenen Zwecke.
Schön finde ich auch die Idee des Buddhismus, nach der man so oft wiedergeboren wird, bis man ein gutes Leben geführt hat. Man wird also nicht umgehend verdammt, sondern hat die Chance, auch nach dem Tod seine Fehler wieder gut zu machen. In den meisten anderen Religionen hat man diese Möglichkeit eher nur zu Lebzeiten.
Der Buddhismus sagt, man soll gute Taten zu Lebzeiten verbringen, um für sein Karma zu sammeln. Das Karma ist sozusagen die Summe aller guten Taten, die ich auf Erden verbringe. Ich klebe sozusagen meine Rabattmarken in mein Büchlein und am Ende meines Lebens löse ich dieses Büchlein ein. Ist mein Büchlein voll brauche ich nicht mehr wiedergeboren zu werden, denn ich bin ja der vollkommene Mensch. Fehlen mir allerdings ein paar Marken, na dann muss ich so lange wiedergeboren werden, damit ich mein Büchlein vollbekomme.
Bin ich ein schlechter Mensch und ermorde z. B. einen Menschen, dann werden mir Rabattmarken abgezogen und ich muss ein Leben umsonst leben, um das verlorene LEben als Mörder wiederaufzuarbeiten.
Ich war oft in Asien im Urlaub und der Buddhismus hat mich sofort fasziniert. Der Buddhismus ist keine "anstrengende" Religion, da Buddha ja selber ein Mensch voller Fehler war und sich auf den Weg der Erkenntnis gemacht hat, gibt es kein Fegefeuer oder dergleichen.
Allerdings redet der Buddhismus von den Stufen der Erlösung bis hin zur Erleuchtung und im übertragenen Sinne gibt es das ja auch im Christentum.
Klopft ein böser Mensch nach seinem Tod an das Höllentor, muss er durch die 7 Stufen des Fegefeuer um Läuterung zu erfahren. Wenn jemand Dantes Inferno gelesen hat, der weiß was ich meine.
Ein Mensch durchläuft WÄHREND seines Lebens das Fegefeuer um Läuterung zu erfahren und am Ende eben nicht in die Hölle zu müssen.
Ein Zitat von Dante "jeder Mensch hängt sich zuhause seinen eigenen Galgen auf"!
Wenn ein Mensch vom Weg abgekommen ist, ist es wichtig zu Lebzeiten anzuhalten und umzukehren. Die Hölle ist nur ein Bildnis, die Hölle aber die in manchen Menschen zu Lebzeiten tobt ist wahrlich schlimmer.
Die Vision von Hölle und Himmel gab es schon immer. Alte Götterglauben berichten von der Unterwelt und dem Fährmann, der mit Gold bezahlt wird, damit man von der einen Seite der Welt auf die andere gelangt. Bezahlt man den Fährmann nicht, muss man auf ewig umherirren.
Schöne Story an Rande, ...deshalb legen Italiener ihren Toten 2 Goldstücke auf die Augen, damit der Tote den Fährmann bezahlen kann
Ich glaube wenn ich tod bin, bin ich so eine Art von Energie.
