mogli_at
Senior Member
Senior Member
Beiträge: 1223
Registriert: Mi, 18. Jan 2006, 10:24

Re: hey

Fr, 12. Mai 2006, 23:10

arta-wien hat geschrieben:@ shpendi

das weiss ich, trotzdem halten wir lieber zusammen und als über etwas anderes zu streiten es ergibt keinen sinn
DER war gut arta :D
Stöber mal rum im Forum, du wirst es nicht glauben um was alles sich hier einige Albaner streiten was keinen Sinn ergibt ;)
Und wie so auch nicht? Albaner sind doch auch nur Menschen, oder?
Und nichts Menschliches sei uns fremd... ;)

Ansonsten: Ich finde es voll ok und super, wenn sich Albaner (oder welche Nationalität auch immer) sich auch für das Land in dem sie leben politisch, gesellschaftlich usw. interessieren!

Benutzeravatar
Shpendi1984
Senior Member
Senior Member
Beiträge: 1162
Registriert: Sa, 04. Mär 2006, 17:26

Re: hey

Fr, 12. Mai 2006, 23:18

arta-wien hat geschrieben:@ shpendi

das weiss ich, trotzdem halten wir lieber zusammen und als über etwas anderes zu streiten es ergibt keinen sinn
Das ist doch nur ein normaler Diskurs, also ein gesundes Streiten und nichts mehr. Zusammenhalt? Mit wem? Ich bin doch nur im Forum um mit anderen zu diskutieren und einen Meinungsaustausch zu finden und nicht um zusammenzusein , dafür habe ich meine Familie und Freunde.

arta-wien
Senior Member
Senior Member
Beiträge: 152
Registriert: Do, 26. Jan 2006, 19:39

hey

Fr, 12. Mai 2006, 23:21

ja jeton das sind nur diskusionen aber die werden immer härter und härter, ich will nicht das es gesperrt wird, deswegen auch ein voralarm :D :D

mogli ich finds auch ok wenn man darüber diskutiert vor allem wenns ums politik geht

shpendi ich hab was anderes unter zusammenhalten gemeint, und natürlich tauschen wir unsere meinungen aber wie gesagt nicht zu hart!!!!

Jeton
Senior Member
Senior Member
Beiträge: 146
Registriert: Mo, 27. Feb 2006, 0:00

Re: hey

Sa, 13. Mai 2006, 0:08

arta-wien hat geschrieben:ja jeton das sind nur diskusionen aber die werden immer härter und härter, ich will nicht das es gesperrt wird, deswegen auch ein voralarm :D :D

mogli ich finds auch ok wenn man darüber diskutiert vor allem wenns ums politik geht

shpendi ich hab was anderes unter zusammenhalten gemeint, und natürlich tauschen wir unsere meinungen aber wie gesagt nicht zu hart!!!!
ja da gebe ich dir recht. diskusionen bei uns albanern sind doch oftmals am ende immer nur noch beleidigend. sowas nennt man glaube ich temperament und davon bekommen wir eimer weise jeden morgen zum frühstück zu essen. :wink: jetzt verstehe ich auch deinen beitrag. ja so ne senkung der männlichen hormone bekommt uns schon ganz gut.

Benutzeravatar
Lars
Site Admin
Site Admin
Beiträge: 9644
Registriert: So, 29. Dez 2002, 4:07

Re: hey

Sa, 13. Mai 2006, 16:39

Jeton hat geschrieben:sowas nennt man glaube ich temperament und davon bekommen wir eimer weise jeden morgen zum frühstück zu essen. :wink:
jetzt wird mir einiges klar - weshalb hat mir das nie früher jemand verraten?

Viktor
Senior Member
Senior Member
Beiträge: 2947
Registriert: Mo, 26. Dez 2005, 16:51

Re: hey

Sa, 13. Mai 2006, 18:34

Lars hat geschrieben:
Jeton hat geschrieben:sowas nennt man glaube ich temperament und davon bekommen wir eimer weise jeden morgen zum frühstück zu essen. :wink:
jetzt wird mir einiges klar - weshalb hat mir das nie früher jemand verraten?
ach lars, du musst einfach Fragen :lol: :lol:


..am bestens isst es sich mit einer portion Wahrnsinn

arta-wien
Senior Member
Senior Member
Beiträge: 152
Registriert: Do, 26. Jan 2006, 19:39

Re: hey

Sa, 13. Mai 2006, 19:36

@ lars was ist das einiges??? kannst mir erklären, hmm was verstehst du daruntern genau??

Benutzeravatar
Bizza
Site Admin
Site Admin
Beiträge: 1029
Registriert: So, 12. Feb 2006, 15:28

Sa, 13. Mai 2006, 20:08

@ arta-wien ich denke das Lars das sehr sehr sarkastisch gemeint hat :wink:
Gib deine Träume niemals auf. Wenn du sie verloren hast, existiert noch der Körper, aber innerlich bist du längst tot.

Për të gjithë e në të gjitha pikëpamjet kam qenë e jam njeriu kot, i humbur.

Nostalgie wird durch heimatliche Luft gestillt.

arta-wien
Senior Member
Senior Member
Beiträge: 152
Registriert: Do, 26. Jan 2006, 19:39

hey

Sa, 13. Mai 2006, 20:31

@ bizza uurrrr bin gespannt auf sein atwort :D :D :wink:

wehe er beleidigt uns :wink:

Benutzeravatar
ari83
Senior Member
Senior Member
Beiträge: 141
Registriert: Fr, 12. Mai 2006, 17:04

Sa, 13. Mai 2006, 21:40

Hallo alle,

ich hab mich extra für dieses Thema hier angemeldet......schade ist nur, dass ab Seite 2 die Beiträge vom Thema abgekommen sind.....

ich möchte jetzt mal nicht bezug auf die anderen Sachen nehmen, sonder zum Thema schreiben.....

Wie wichtig ist Albanern Bildung????
Das ist eine gute Frage....allerding gibt es hierzu keine 08/15 Antwort, denn es hängt immer von Umfeld und der Familie ab, die einen prägen und somit auch bewußt/unbewußt lenken.......
Sind die Eltern vorausschauend, egagiert und legen wert auf ein hohes Bildungsniveau, so bekommt das Kind dies auch mit und macht sich Gedanken über die Zukunft (klar gibt es auch Fälle wo das alles nichts hilft)
Wächst man aber in einer Familie/Umgebung auf wo Bildung keine wesentlich Rolle spielt, so haben ganz andere Dinge priorität, wie z.B. Haus, tolles Auto etc.

Letztendlich ist es auch eine Frage des eigenen Ergeizes und der Fähigkeiten was man aus sich macht......und keine ob man albaner/in ist oder nicht.....
Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden!

arta-wien
Senior Member
Senior Member
Beiträge: 152
Registriert: Do, 26. Jan 2006, 19:39

hey

Sa, 13. Mai 2006, 22:22

@ ari freut mich, dass du dich dafür eingetragen hast

ich gebe dir vor allem hier recht:
Wächst man aber in einer Familie/Umgebung auf wo Bildung keine wesentlich Rolle spielt, so haben ganz andere Dinge priorität, wie z.B. Haus, tolles Auto etc.

z.b wenn man von schweiz spricht, wo die meisten albaner einen job haben, weil die meisten sich auch gegenseitig anschauen

Ergeiz und Fähigkeit, die sind zwei unterschieliche wörter mit zwei unterschiedlichen bedeutungen du kannst ergeizig sein und es bis wohin schaffen aber wenn du die fähigkeit nicht besitzt dann kannst auch nicht weit kommen
unter fähigkeit meine ich z.b. wenn jemand erst in 8 klasse nach deutschland,schweiz oder österreich kommt und man kann die sprache nicht, da kann man nicht wirklich weit kommen



nun ich hab albaner geschrieben weil wir albanern sind

tung

Benutzeravatar
ari83
Senior Member
Senior Member
Beiträge: 141
Registriert: Fr, 12. Mai 2006, 17:04

Hallo

Sa, 13. Mai 2006, 22:41

@ arta-wien
Danke :)

Ich hab auch nichts anderes behauptet daher " Ehrgeiz UND Fähigkeit"
Ehrgeiz ist gut nur ohne die Möglichkeiten ein Vorhaben zu realisieren geht es nicht.......

Schönen abend noch....

Lg ari
Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden!

Jeton
Senior Member
Senior Member
Beiträge: 146
Registriert: Mo, 27. Feb 2006, 0:00

Re: hey

Sa, 13. Mai 2006, 23:12

Lars hat geschrieben:
Jeton hat geschrieben:sowas nennt man glaube ich temperament und davon bekommen wir eimer weise jeden morgen zum frühstück zu essen. :wink:
jetzt wird mir einiges klar - weshalb hat mir das nie früher jemand verraten?
ach lars, das muss dir niemand vorher verraten das merkst du spätestestens (alb. sprichwort, frei übersetzt)"wenn du deine augen öffnest und nur nasenhaare siehst." :wink: doch dann ist es meistens zu spät. :D

arta-wien
Senior Member
Senior Member
Beiträge: 152
Registriert: Do, 26. Jan 2006, 19:39

hey

Sa, 13. Mai 2006, 23:26

@ jeton diesen sprichwort hör ich zum ersten mal, wäre ganz nett wenn du es albanisch übersetzen würdest viell. kommt mir bekannt vor

Jeton
Senior Member
Senior Member
Beiträge: 146
Registriert: Mo, 27. Feb 2006, 0:00

Re: hey

So, 14. Mai 2006, 1:41

arta-wien hat geschrieben:@ jeton diesen sprichwort hör ich zum ersten mal, wäre ganz nett wenn du es albanisch übersetzen würdest viell. kommt mir bekannt vor
leider kann ich nicht auf albanisch schreiben. aber ich werde mal so schreiben wie ich die laute deute.

nuk ke pa alla hund(nase) leshi.

zu diesem satz gibt es noch eine geschichte. ich erzähl mal.

jeden tag geht das ganze dorf wasser holen vom brunnen und es bildet sich immer eine lange schlange. deshalb muss man schon sehr früh aufstehen um möglichst zeitig wasser zu bekommen. doch es gab einen junge starken mann der bis mittags geschlafen hat und erst dann zum brunnen kam und jedes mal ging er immer direkt zum brunnen ohne sich anzustellen wie alle anderen. doch keiner konnte ihn hindern weil sie alle angst hatten wegen seiner stärke. doch einem alten mann wurde es eines tages zu viel und er rief seinen sehr starken schwiegersohn aus dem nachbarsdorf. als sie nun wieder in der schlange standen um wasser zu holen kam gegen mittag der mann und drängelte sich wieder vor. doch dieses mal versperrte der schwiegersohn des alten den weg zum brunnen und boxte den jungen mann K.O.!! der junge lag nun auf den boden und war bewusstlos. als er dann die augen öffnete und von boden hoch schaute sah er nur von unten die nasenlöcher mit vielen haaren drinn und da sagte ihm der alte mann "ske pa ti alla hund leshi".

diese geschichte hörte ich von meinem opa als ich mich in jungen jahren für den stärksten hielt und ständig schlägereien verursachte und meine familie kurz vor der verzweiflung mit mir war.
die moral: behandle alle immer fair denn es gibt immer einen der stärker ist als du.

ach ja hätte ich ganz vergessen, nach der geschichte bekam ich dann noch eine ordentliche backpfeiffe, damit ich die moral der geschichte auch verstand :wink:

Vienna
Senior Member
Senior Member
Beiträge: 975
Registriert: So, 16. Apr 2006, 0:27

So, 14. Mai 2006, 11:51

:lol: :lol: Wieso geht es eigentl. in fast allen alten alban. Geschichten oder Hintergründen von Sprichwörtern ums schlagen/boxen oder Krieg? :lol: :lol:

Und dann wundert man sich wieso so viele heutzutage noch Hero spielen, wie sollten wir anders, wenn es sogar nahzu alle Vorfahren im Blut hatten :lol: :lol:
"Im Leben kommt es nicht darauf an gute Karten zu haben, es kommt darauf an mit schlechten Karten gut zu spielen"
R. L. Stevenson

arta-wien
Senior Member
Senior Member
Beiträge: 152
Registriert: Do, 26. Jan 2006, 19:39

hey

So, 14. Mai 2006, 12:51

jeton die geschichte kannte ich nicht, ist interessant und gleichzeitig lustig, mein großvater erzähltl auch immer sehr interessante geschichten, man kann wirklich was daraus lernen, vorallem wenn es älterer leute erzählen

@ Vienna naja selbst das wort sagt es :D im Fach Geschichte lernt man nur über die Kriege die früher gab, deswegen erzählen auch alte leute immer über krieg geschichten sonst würden sie ja keine geschichten sein oder???? :D :wink:

und ich glaub das ist überall so, nicht nur bei uns

tung

Benutzeravatar
Orphelia
Senior Member
Senior Member
Beiträge: 221
Registriert: Mo, 01. Mai 2006, 18:16

So, 14. Mai 2006, 14:48

Seit gegrüßt! (Hat sich ja einiges getan seit meinem letzten Besuch!)

Noch ein Nachtrag zu den vorherigen Kommentaren (sorry)

Also ich bin mehr der Jurisprudenz als der Ökonomie zugehörig :)
Ich finde es aber etwas gewagt die Behauptung hier aufzustellen, dass Gewerkschaften mehr Schaden als Nutzen bringen.
Ich denke doch, dass die Geschichte längst das Gegenteil bewiesen hat!

Wo würden wir heute sein ohne Arbeiteraufstände und -organisationen.
Ich bin kein Historiker und möchte mir auch nicht anmaßen zu behaupten zu wissen wie es wirklich ausgesehen hätte.
Wahrscheinlich hätten wir es tatsächlich irgendwann geschafft den düsteren Verhältnissen, die in der Industriellen Revolution geherrscht haben, zu entfliehen (oder auch nicht).
Jedoch sähe es heute mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um einiges düsterer, in unserer Gesellschaft aus.

Wir stimmen denke ich alle darin überein, dass die Gewerkschaften nicht die einzigen Faktoren in der Entwicklung einer Gesellschaft sind.
Doch historisch betrachtet, waren sie die ersten Interessenverbände, die es wagten sich der Obrigkeit entgegen zu stellen. Insbesondere in Dt. haben sie einen großen Anteil an der historischen Demokratisierung und an der Parlamentarismusentwicklung beigetragen.

Dass das dt. System sich nicht auf Maz. Übertragen lässt ist evident! Dazu ist es zu sehr mit der historischen Entwicklung in der BRD verwurzelt.
Jedoch bin ich der Meinung, dass man sich an einem solchen System orientieren kann und orientieren sollte.

In Maz. (Tetovo) herrscht doch gegenwärtig eine Klima vergleichbar mit England in der Industriellen Revolution, die meisten Arbeiter werden dort ausgebeutet und das ist ein Faktum!
Und diese Situation zu verhindern, muss doch ebenfalls ein mindestens gleichwertiges Ziel, wie die wirtschaftliche Förderung sein!
Nur ist mir bis jetzt nichts darüber bekannt, dass überhaupt eine vergleichbare Diskussion dort geführt wird (ob das in Kosovo oder Albanien der Fall ist, weiß ich nicht)
Vielmehr ist doch die lokale Politik damit beschäftigt, sich gegenseitig zu diffamieren und persönlich zu beleidigen.

Gewerkschaften sind doch in erster Linie dazu da, den Arbeitnehmern eine gleichwertige Verhandlungsposition, gegenüber ihren Arbeitgebern zu verschaffen und nicht um Unternehmen in die Insolvenz zu treiben!
Sowie der Kündigungsschutz den Schutz vor ungerechtfertigter Kündigung zum Zweck hat. Sprich also, dass ein Betrieb mit mehr als 10 Arbeitnehmern, seine Entlassung an bestimmten Faktoren nicht binden darf und dass er in Rechtfertigungsnöten gedrängt wird.
Ob das wirklich so verheerende Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung in Maz. haben würde wage ich zu bezweifeln. Schließlich ist man in der BRD auch lange damit gut gefahren!

Das "es nie Gerechtigkeit gab" ist kein Grund aufzugeben, vielmehr ist das gerade ein Grund dafür der Ungerechtigkeit den Kampf anzusagen!!!!
Ob wirklich immer nur die starken über die schwachen regieren, mag ich nicht zu beurteilen, aber diese darwinistische Aussage, nach der Devise der stärkere überlebt, bedeutet ja nicht dass der Schwache sich nicht zu Wehr setzen darf!

Ich bezweifele auch, dass die Problem, die gegenwärtig Deutschland quälen wirklich den Gewerkschaften zu zurechnen sind.
Deutschland hat sich dafür entschieden ein Sozialstaat zusein, dann muss man höhere Steuern etc. hinnehmen.
Dafür muss man dann aber kein schlechtes gewissen haben, wenn man an einem Bettler vorbei geht, denn es muss hier keiner betteln gehen. Man wird auch im Krankenhaus zuerst nach den Beschwerden gefragt und nicht nach den Versicherungsschutz :wink:

Deutschland leidet auch an den Verlegen von Betriebsstätten ins billige Ausland (Slowakei etc.)
O.K. sicher kann man jetzt behaupten, dass gerade die "kampfhungrigen" Gewerkschaften daran Schuld sind.
Was jedoch dann ein Beweis dafür wäre, dass wenn man ein Unternehme nur lassen würde, diese sehr wohl nicht davor zurückschrecken würde, die Arbeiter auf Dauer auszubeuten und noch Dank von ihnen erwarten würden, dafür das sie überhaupt arbeiten dürfen! (Gegenwärtige Situation im besagten Unternehmen in Tetovo)
Bei den Stundenlöhnen, die solche Unternehmen im Ausland zahlen, ist das wohl Ausbeutung genug!
Zu beachten ist, dass die Arbeitnehmer doch immer diejenigen sind, die in schlechten Zeiten stets Zugeständnisse (Verzicht auf Weihnachtsgratifikation, mehr Arbeit etc.) machen, während die Chefetage nicht auf die Idee kommt den Gürtel enger zu schnallen.
Viel mehr ziehen dann zB Geschäftsführer im Ruhestand vor den Gerichten um ihre Privilegien (Firmenwagen) einzuklagen.

Funky du hast recht, man kann über Gewerkschaften so oder so denken.
Ich denke halt so darüber
Aber wie gesagt ich bin kein Ökonom :wink:


@ arta -wien

Ich komme aus Tetovo
Die Definition der eigenen kulturellen Identität und Zugehörigkeit durch Abgrenzung ist unsinnig, weil diese Abgrenzung unmöglich ist. Denn Kulturen bekämpfen sich nicht, sie fließen zusammen. (Ilija Trojanow/Ranjit Hoskoté)

Benutzeravatar
Shpendi1984
Senior Member
Senior Member
Beiträge: 1162
Registriert: Sa, 04. Mär 2006, 17:26

So, 14. Mai 2006, 15:35

Orphelia hat geschrieben:Seit gegrüßt! (Hat sich ja einiges getan seit meinem letzten Besuch!)

Noch ein Nachtrag zu den vorherigen Kommentaren (sorry)

Also ich bin mehr der Jurisprudenz als der Ökonomie zugehörig :)
Ich finde es aber etwas gewagt die Behauptung hier aufzustellen, dass Gewerkschaften mehr Schaden als Nutzen bringen.
Ich denke doch, dass die Geschichte längst das Gegenteil bewiesen hat!

Wo würden wir heute sein ohne Arbeiteraufstände und -organisationen.
Ich bin kein Historiker und möchte mir auch nicht anmaßen zu behaupten zu wissen wie es wirklich ausgesehen hätte.
Wahrscheinlich hätten wir es tatsächlich irgendwann geschafft den düsteren Verhältnissen, die in der Industriellen Revolution geherrscht haben, zu entfliehen (oder auch nicht).
Jedoch sähe es heute mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um einiges düsterer, in unserer Gesellschaft aus.

Wir stimmen denke ich alle darin überein, dass die Gewerkschaften nicht die einzigen Faktoren in der Entwicklung einer Gesellschaft sind.
Doch historisch betrachtet, waren sie die ersten Interessenverbände, die es wagten sich der Obrigkeit entgegen zu stellen. Insbesondere in Dt. haben sie einen großen Anteil an der historischen Demokratisierung und an der Parlamentarismusentwicklung beigetragen.

Dass das dt. System sich nicht auf Maz. Übertragen lässt ist evident! Dazu ist es zu sehr mit der historischen Entwicklung in der BRD verwurzelt.
Jedoch bin ich der Meinung, dass man sich an einem solchen System orientieren kann und orientieren sollte.

In Maz. (Tetovo) herrscht doch gegenwärtig eine Klima vergleichbar mit England in der Industriellen Revolution, die meisten Arbeiter werden dort ausgebeutet und das ist ein Faktum!
Und diese Situation zu verhindern, muss doch ebenfalls ein mindestens gleichwertiges Ziel, wie die wirtschaftliche Förderung sein!
Nur ist mir bis jetzt nichts darüber bekannt, dass überhaupt eine vergleichbare Diskussion dort geführt wird (ob das in Kosovo oder Albanien der Fall ist, weiß ich nicht)
Vielmehr ist doch die lokale Politik damit beschäftigt, sich gegenseitig zu diffamieren und persönlich zu beleidigen.

Gewerkschaften sind doch in erster Linie dazu da, den Arbeitnehmern eine gleichwertige Verhandlungsposition, gegenüber ihren Arbeitgebern zu verschaffen und nicht um Unternehmen in die Insolvenz zu treiben!
Sowie der Kündigungsschutz den Schutz vor ungerechtfertigter Kündigung zum Zweck hat. Sprich also, dass ein Betrieb mit mehr als 10 Arbeitnehmern, seine Entlassung an bestimmten Faktoren nicht binden darf und dass er in Rechtfertigungsnöten gedrängt wird.
Ob das wirklich so verheerende Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung in Maz. haben würde wage ich zu bezweifeln. Schließlich ist man in der BRD auch lange damit gut gefahren!

Das "es nie Gerechtigkeit gab" ist kein Grund aufzugeben, vielmehr ist das gerade ein Grund dafür der Ungerechtigkeit den Kampf anzusagen!!!!
Ob wirklich immer nur die starken über die schwachen regieren, mag ich nicht zu beurteilen, aber diese darwinistische Aussage, nach der Devise der stärkere überlebt, bedeutet ja nicht dass der Schwache sich nicht zu Wehr setzen darf!

Ich bezweifele auch, dass die Problem, die gegenwärtig Deutschland quälen wirklich den Gewerkschaften zu zurechnen sind.
Deutschland hat sich dafür entschieden ein Sozialstaat zusein, dann muss man höhere Steuern etc. hinnehmen.
Dafür muss man dann aber kein schlechtes gewissen haben, wenn man an einem Bettler vorbei geht, denn es muss hier keiner betteln gehen. Man wird auch im Krankenhaus zuerst nach den Beschwerden gefragt und nicht nach den Versicherungsschutz :wink:

Deutschland leidet auch an den Verlegen von Betriebsstätten ins billige Ausland (Slowakei etc.)
O.K. sicher kann man jetzt behaupten, dass gerade die "kampfhungrigen" Gewerkschaften daran Schuld sind.

Was jedoch dann ein Beweis dafür wäre, dass wenn man ein Unternehme nur lassen würde, diese sehr wohl nicht davor zurückschrecken würde, die Arbeiter auf Dauer auszubeuten und noch Dank von ihnen erwarten würden, dafür das sie überhaupt arbeiten dürfen! (Gegenwärtige Situation im besagten Unternehmen in Tetovo)
Bei den Stundenlöhnen, die solche Unternehmen im Ausland zahlen, ist das wohl Ausbeutung genug!
Zu beachten ist, dass die Arbeitnehmer doch immer diejenigen sind, die in schlechten Zeiten stets Zugeständnisse (Verzicht auf Weihnachtsgratifikation, mehr Arbeit etc.) machen, während die Chefetage nicht auf die Idee kommt den Gürtel enger zu schnallen.
Viel mehr ziehen dann zB Geschäftsführer im Ruhestand vor den Gerichten um ihre Privilegien (Firmenwagen) einzuklagen.

Funky du hast recht, man kann über Gewerkschaften so oder so denken.
Ich denke halt so darüber
Aber wie gesagt ich bin kein Ökonom :wink:


@ arta -wien

Ich komme aus Tetovo
Das ist falsch. Dt. leidet nicht darunter das Gegenteil ist der Fall, aber man muss doch bedenken wieviele Milliarden immer noch in den Osten fließen und der Osten entwickelt sich überhaupt nicht, das ist das dt. Problem. Andererseits sind die Gewerkschaften in Dt. ganz anders wie in anderen Ländern, wie in Frankreich, wo Menschen die Regierung gar keinen Spielraum lassen, weil sie sofort auf die Barrikaden gehen. Dagegen sind die Gewerkschaften in Dt. viel zu EInsichtig und werten die Argumente Pro ung Contra Lohnerhöhungen sehr lang bevor sie auf Protest gehen oder mit Streik drohen. Außerdem sollte mir doch jemand einen Land nennen, welches besser steht als Deutschland, denn abgesehen der Probleme ist die Produktivität höher als in USA und Japan.

Benutzeravatar
Kusho1983
Senior Member
Senior Member
Beiträge: 2625
Registriert: Di, 05. Jul 2005, 14:48

So, 14. Mai 2006, 16:06

Shpendi1984 hat geschrieben:Das ist falsch. Dt. leidet nicht darunter das Gegenteil ist der Fall, aber man muss doch bedenken wieviele Milliarden immer noch in den Osten fließen und der Osten entwickelt sich überhaupt nicht, das ist das dt. Problem. Andererseits sind die Gewerkschaften in Dt. ganz anders wie in anderen Ländern, wie in Frankreich, wo Menschen die Regierung gar keinen Spielraum lassen, weil sie sofort auf die Barrikaden gehen. Dagegen sind die Gewerkschaften in Dt. viel zu EInsichtig und werten die Argumente Pro ung Contra Lohnerhöhungen sehr lang bevor sie auf Protest gehen oder mit Streik drohen. Außerdem sollte mir doch jemand einen Land nennen, welches besser steht als Deutschland, denn abgesehen der Probleme ist die Produktivität höher als in USA und Japan.
wizo ist das denn falsch,was die verlegung von arbeitplätzen betrifft?die folgen manifestieren sich doch tagtäglich(wenn wir uns die hohe arbeitslosigkeit in dt.vor augen halten)...
ausserdem sind die gewerkschaften in dt.gar nicht so zimperlich.klar,du musst die dt.gewerkschaften mit den "hardcore"gewerkschaften frankreichs oder italiens vergleichen,aber im mitteleuropäischen raum ist deutschland schon führend,was die protestaktivitäten betrifft.wenn du mal deutschland mit der schweiz oder belgien vergleichst...
zur produktivität deutschlands:dass deutschland viel höhere produktivität als die usa aufweist,wage ich zu bezweifeln...kannst du das irgendwie belegen?die grössten multinationalen konzerne haben ihren hauptsitz in den usa und folglich wird auch die produktivität nach dem hauptsitz der unternehmen und unternehmengewinne kalkuliert...deutschland ist führend in europa,was die massen an produktion betrifft,aber sicherlich nicht weltweit...
und noch was:was hat denn bitteschön produktivität mit wohlergehen und wohlstand zu tun,wenn die unternehmen immer mehr arbeitsplätze wegrationalisieren und die produktion nach osteuropa oder südostasien verlegen?!davon profitiert doch ein arbeiter in deutschland nichts...

Zurück zu „Kultur & Gesellschaft“