Seit gegrüßt! (Hat sich ja einiges getan seit meinem letzten Besuch!)
Noch ein Nachtrag zu den vorherigen Kommentaren (sorry)
Also ich bin mehr der Jurisprudenz als der Ökonomie zugehörig
Ich finde es aber etwas gewagt die Behauptung hier aufzustellen, dass Gewerkschaften mehr Schaden als Nutzen bringen.
Ich denke doch, dass die Geschichte längst das Gegenteil bewiesen hat!
Wo würden wir heute sein ohne Arbeiteraufstände und -organisationen.
Ich bin kein Historiker und möchte mir auch nicht anmaßen zu behaupten zu wissen wie es wirklich ausgesehen hätte.
Wahrscheinlich hätten wir es tatsächlich irgendwann geschafft den düsteren Verhältnissen, die in der Industriellen Revolution geherrscht haben, zu entfliehen (oder auch nicht).
Jedoch sähe es heute mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um einiges düsterer, in unserer Gesellschaft aus.
Wir stimmen denke ich alle darin überein, dass die Gewerkschaften nicht die einzigen Faktoren in der Entwicklung einer Gesellschaft sind.
Doch historisch betrachtet, waren sie die ersten Interessenverbände, die es wagten sich der Obrigkeit entgegen zu stellen. Insbesondere in Dt. haben sie einen großen Anteil an der historischen Demokratisierung und an der Parlamentarismusentwicklung beigetragen.
Dass das dt. System sich nicht auf Maz. Übertragen lässt ist evident! Dazu ist es zu sehr mit der historischen Entwicklung in der BRD verwurzelt.
Jedoch bin ich der Meinung, dass man sich an einem solchen System orientieren kann und orientieren sollte.
In Maz. (Tetovo) herrscht doch gegenwärtig eine Klima vergleichbar mit England in der Industriellen Revolution, die meisten Arbeiter werden dort ausgebeutet und das ist ein Faktum!
Und diese Situation zu verhindern, muss doch ebenfalls ein mindestens gleichwertiges Ziel, wie die wirtschaftliche Förderung sein!
Nur ist mir bis jetzt nichts darüber bekannt, dass überhaupt eine vergleichbare Diskussion dort geführt wird (ob das in Kosovo oder Albanien der Fall ist, weiß ich nicht)
Vielmehr ist doch die lokale Politik damit beschäftigt, sich gegenseitig zu diffamieren und persönlich zu beleidigen.
Gewerkschaften sind doch in erster Linie dazu da, den Arbeitnehmern eine gleichwertige Verhandlungsposition, gegenüber ihren Arbeitgebern zu verschaffen und nicht um Unternehmen in die Insolvenz zu treiben!
Sowie der Kündigungsschutz den Schutz vor ungerechtfertigter Kündigung zum Zweck hat. Sprich also, dass ein Betrieb mit mehr als 10 Arbeitnehmern, seine Entlassung an bestimmten Faktoren nicht binden darf und dass er in Rechtfertigungsnöten gedrängt wird.
Ob das wirklich so verheerende Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung in Maz. haben würde wage ich zu bezweifeln. Schließlich ist man in der BRD auch lange damit gut gefahren!
Das "es nie Gerechtigkeit gab" ist kein Grund aufzugeben, vielmehr ist das gerade ein Grund dafür der Ungerechtigkeit den Kampf anzusagen!!!!
Ob wirklich immer nur die starken über die schwachen regieren, mag ich nicht zu beurteilen, aber diese darwinistische Aussage, nach der Devise der stärkere überlebt, bedeutet ja nicht dass der Schwache sich nicht zu Wehr setzen darf!
Ich bezweifele auch, dass die Problem, die gegenwärtig Deutschland quälen wirklich den Gewerkschaften zu zurechnen sind.
Deutschland hat sich dafür entschieden ein Sozialstaat zusein, dann muss man höhere Steuern etc. hinnehmen.
Dafür muss man dann aber kein schlechtes gewissen haben, wenn man an einem Bettler vorbei geht, denn es muss hier keiner betteln gehen. Man wird auch im Krankenhaus zuerst nach den Beschwerden gefragt und nicht nach den Versicherungsschutz
Deutschland leidet auch an den Verlegen von Betriebsstätten ins billige Ausland (Slowakei etc.)
O.K. sicher kann man jetzt behaupten, dass gerade die "kampfhungrigen" Gewerkschaften daran Schuld sind.
Was jedoch dann ein Beweis dafür wäre, dass wenn man ein Unternehme nur lassen würde, diese sehr wohl nicht davor zurückschrecken würde, die Arbeiter auf Dauer auszubeuten und noch Dank von ihnen erwarten würden, dafür das sie überhaupt arbeiten dürfen! (Gegenwärtige Situation im besagten Unternehmen in Tetovo)
Bei den Stundenlöhnen, die solche Unternehmen im Ausland zahlen, ist das wohl Ausbeutung genug!
Zu beachten ist, dass die Arbeitnehmer doch immer diejenigen sind, die in schlechten Zeiten stets Zugeständnisse (Verzicht auf Weihnachtsgratifikation, mehr Arbeit etc.) machen, während die Chefetage nicht auf die Idee kommt den Gürtel enger zu schnallen.
Viel mehr ziehen dann zB Geschäftsführer im Ruhestand vor den Gerichten um ihre Privilegien (Firmenwagen) einzuklagen.
Funky du hast recht, man kann über Gewerkschaften so oder so denken.
Ich denke halt so darüber
Aber wie gesagt ich bin kein Ökonom
@ arta -wien
Ich komme aus Tetovo
Die Definition der eigenen kulturellen Identität und Zugehörigkeit durch Abgrenzung ist unsinnig, weil diese Abgrenzung unmöglich ist. Denn Kulturen bekämpfen sich nicht, sie fließen zusammen. (Ilija Trojanow/Ranjit Hoskoté)