Fr, 20. Aug 2010, 11:54
puh, ich muss mich erstmal sammeln.
alket danke ich natürich auch für die blumen, kann sie aber, wenn auch aus anderen gründen als estra, gar nicht annehmen. z.b. spreche ich und meine kinder viel zu schlecht albanisch. den rest versuche wir so gut es geht zu vermitteln, aber ich denke da spielt es keine rolle, in binationalen familien ist die wahrscheinlichkeit größer, daß man das lebe-land als eigentiche heimat empfindet.
estra: mich haben deine zeilen sehr nachdenklich gestimmt und ich war sowohl erschrocken als auch positiv überrascht wie man so ehrlich und schonungslos mit sich selbst und der beziehung sein kann. ich habe auch überlegt, was bei uns anders ist als bei euch - und dieses mal habe ich es zum ersten mal klar erkannt. mein mann ist in D geblieben, weil er mit mir zusammen sein wollte und spürte, daß ich in ks nicht glücklich werden würde. bei deinen erzählungen hatte ich oft das gefühl, daß das leben aus ks 1:1 in die schweiz importiert wurde. und unter den schilderungen warum dein mann dort ist, ging mir auch ein licht auf.
du hattest schon mal erwähnt, daß du dich früh zu sehr angepasst hast und jetzt kein zurück mehr siehst.
das hört sich so schwér an, daß mir richtig das herz schwer wurde. zumal auch wenn es um die eltern geht!
und was ich so klasse dabei finde, bei all den unterschieden zwischen uns zwein, dass du dich dabei nicht aufgegeben hast. daß ich eine frau sehe, die stark ist, die so selbstreflektiert ist wie man es nur sein kann, stückweit weise und überlegt. so hab ich das noch nie erlebt!
und dann muss ich euch noch etwas beichten, als alket von den hochnäsigen frauen schrieb, die einen mann vll. ablehnen, weil er kosovare ist, da wurde mir ganz anders.
ich war mit meinen mann über zwei jahre nur gut befreundet, eben aus diesem grund. ich hatte bei einer freundin miterlebt, was man hier auch zuhaus sehen kann und vor allem auch einen kleinen einblick in die kultur bekommen. und ich wußte, daß das so für mich und meinen charakter auf keinen fall gut gehen kann.
natürich hatte ich aber ncihts gegen die freundschaft und so sind wir nach unzähligen diskussionen und erzählungen doch ein paar geworden.
aber eines ist sicher: eine natioanle beziehung ist um vieles leichter! in der theorie ist es nicht so schwer wie in der praxis, auch wenn beide seiten offen und zu kompromissen bereit sind.
aber ich würde es wieder tun und laut seiner aussage mein mann auch. es ist umgekehrt auch eine tolle bereicherung.
was nun aus unseren kindern wird, das weiß noch niemand zu sagen. vll. gibt es ein wirtschaftswunder wie in deutschland damals, ks boomt und sie werden sich freuen dort fuß fassen zu können. als ich nach polen zog, hat auch niemand verstanden warum ich dazu lust hatte und mich dort so wohl fühlte.
traditionelle können sie nicht sein, das ist so bei unserer konstellation. aber ich hoffe sie gehen ihren weg und werden glücklich und bereichert mit beiden kulturen und wurzeln.
nach alkets ausführungen, die wirklich super offen waren und dafür möchte ich mich noch mal serh bedanken, versteht man auch besser wie es so verhärtet zwischen den fronten werden konnte
wenn alle so ehrlich wären, gäbe es auch viel weniger mißverständnisse. aber wenn man sich angegriffen fühlt, dann werde ich auch oft viel deutscher als ich es eigentlich bin. daher verstehe ich das sehr gut.
mein sohn hat vor kurzem eine süße brasilianerin kennengelernt (6 jahre;-) und die mutter hat mir etwas erzäht, das ich auch sehr interessant fand. beide waren hier, um deutsch zu lernen, da der vater deutschstämmig ist. und auch die eltern udn großeltern waren es. daheim wurde und wird nur deutsch gesprochen, das ist sehr regide, mit allen traditionen, die eben weiter gegeben wurden, hier aber schon lange abgeschafft sind. sie kam aus littauen und hat ähnliches erlebt.
diese generation ist die erste, wo sich die ursprungsländer auch mal mischen und eine ehe nach der nächsten geht schief.
vll. brauchen auch die mischungen eine weile, bis sie gelingen, denn alt bekanntes muss zu neuen rezepten abgändert werden.
bislang für mich übrigens die beste diskussion über binationale ehen, die mich wirklich berührt und zum nachdenken gebraucht hat.
Paulo Coelho
Anyone who love in the expectation of being loved in return is wasting their time. Love for the sake of love itself //