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Limonadenverkäufer
Freitag, 29. Juni 2012Liebe Mutter
Sonntag, 13. März 2011Mitunter sammle ich ja auch alte Ansichtskarten aus Albanien. Diese Postkarten sind nicht nur Zeitzeugen, die uns Einblick in den albanischen Alltag von damals geben, sondern oftmals findet sich auch ein interessanter Text, der ebenfalls einiges über die damaligen Verhältnisse zu vermitteln mag.
Diese Karte wurde im Mai 1938 von Shkodra nach Meiningen im Süden Thüringens verschickt. Das Motiv zeigt die Berge bei Theth. Anscheinend war der damals noch kaum zugängliche Ort – der erste Fahrweg wurde erst zwei Jahre zuvor fertiggestellt – schon berühmt für seine schöne Landschaft. Die vorderseitige Beschriftung ist auf Französisch, was nicht gerade alltäglich war für Albanien zu dieser Zeit. Auf der Rückseite finden wir eine Briefmarke mit dem Kopf des Königs Ahmet Zogu – seine Tage sollten gezählt sein – und den folgenden Text:
(Skutari, 10. Mai 1938)
Liebe Mutter, vermutlich braucht die Post etwas lang von hier nach hause, deshalb möchte ich schon heute Dir zum Muttertag meine herzlichsten Grüsse senden. – Die Fahrt hierher ging erst noch überm Blauen Meer hin bis zur Cattaro-Bucht, dann auf schwindeligen, halsbrecherischen Strassen durch die Schwarzen Berge und drüber hinunter zum Skutari-See Albanien. Das Treiben hier ist mehr als orientalisch. Da ist Dubrovnik zahm und nüchtern dagegen. – Am Sonntag werden wir wohl, leider, nach Venedig zurückkkommen, in Ragusa ist’s eben sehr schön. Dir und den Tanten herzlichste Grüsse
James Bond in Dhërmi
Donnerstag, 3. September 2009Der britische Geheimagent James Bond war bekanntlich im Film For Your Eyes Only kurz zu Besuch in Albanien – dunkle Szenen in Sarandas Gassen oder etwas änliches sollte die Sequenz darstellen. Weniger bekannt ist, dass 007 später nochmals auf Badeurlaub an der Albanischen Riviera weilte. Dieser Eindruck entsteht zumindest beim Betrachten der folgenden Postkarte aus dem Jahr 1989.
Das Bild erinnert zwar eher an die 60er Jahre – Mode und Technik wollen nicht ganz in die 80er passen. Aber wären im Hintergrund nicht ganz deutlich die Kurven der Llogara-Passstrase zu erkennen, niemand würde wohl dieses Bild ins kommunistische Albanien erwarten. Die hier dargestellten dekadenten Badevergnügen passen so gar nicht zur Sozialistischen Volksrepublik Albanien. Dass sich dieses, damals noch stalinistische Land mit solchen Bilder präsentiert, ist für mich jedes Mal aufs Neue eine Überraschung. Wer weiss, vielleicht verbrachte Roger Moor 1980 eben doch ein paar Tage in Albanien.
Viele weitere interessante Bilder aus dem kommunistischen Albanien finden sich im Blog »Albania During Communism«. Nur schade, dass der nicht mehr unterhalten wird.




