Anonymous vs. Albanien

Internet-Hacker von »Anonymous« drohen der »selbstüchtigen« albanischen Regierung.

Das Internetkollektiv »Anonymous« hat der albanischen Regierung den Kampf angesagt. Die Internethacker werfen den albanischen Politikern selbstsüchtiges Verhalten vor, sich nicht für das albanische Volk zu engagieren. Vom politischen System würden nur die Politiker profitieren.

»Verzweifelte Bürger«

Die Aktivisten sprechen von einer bedrückenden Situation: Die Bürger seien verzweifelt über all die Korruption und die Arbeitslosigkeit, sie hätten die Hoffnung verloren. Spezifisch wird der Regierung in einem Bekennervideo (siehe unten) vorgeworfen, dass sie die Steuern zu Last der Bürger und Kleinfirmen erhöht habe. Im Bildungsbereich wird eine Gesetzesreform kritisiert, die private Universitäten bevorzuge und das staatliche Hochschulsystem schwäche. Auch die Freiheitsrechte der Bürger werden eingeschränkt, da sich die Regierung Zugriff auf private und vertrauliche Daten verschaffen wolle.

Die Regierung bestehend aus »Mördern, Kriminellen und Vergewaltigern« habe versagt. Es gäbe Obdachlose und Familien, denen das Geld zum Überleben fehle. Andere würde sich keine Ausbildung mehr leisten können und die Arbeitslosigkeit werde immer schlimmer. Das Land werde nicht im Sinne der Bevölkerung geführt. Nur die Politiker würden profitieren und ihrem eigenen selbstsüchtigen Spiel folgen.

Erster Angriff auf Justizminister

Man erwarte von der Regierung, dass sie dem Land diene und es nicht kontrolliere. Warnungen seien lange ignoriert worden. Jetzt beginne der Protest des Volkes, schliesst der Sprecher im Video.

Wie »Jeta Osh Qef« gestern berichtet, ist der Justizminister Ylli Manjani erstes Opfer der Aktivisten geworden. Seine Facebook-Seite war gestern für eine kurze Zeit deaktiviert und er hatte keinen Zugriff darauf. Eine Aktion, die keine besonderen technsichen Fähigkeiten benötigt.

Mit vielen weiteren, grösseren Aktionen von Seiten »Anonymous« ist nicht rechnen. Vermutlich steckt nur eine sehr kleine Gruppe von Personen hinter diesem Aufruf, der zwar viele berechtigte Probleme nennt, aber in seiner Analyse auch einer sehr vereinfachten Schuldzuweisung folgt. Der Lose »Anonymous«-Verbund scheint in Albanien schon länger eine kleine Splittergruppe zu haben, die gegen »Anti-Albaner« kämpfend in der Vergangenheit gemäss eigenen Angaben auch wiederholt serbische Websites gehackt und griechischen Medien gedroht habe. Grossen Wirbel haben die Aktionen aber nicht erzeugt.

(nlA)

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