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		<title>Albanien 1930 – Reiseeindrücke</title>
		<link>https://www.albanien.ch/une/blog/2492</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lars]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Apr 2024 09:17:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[Auszüge aus »Prof. Dr. Martin Rikli: Reiseeindrücke aus Albanien«, erschienen 1931 in den »Raschers Monatsheften«, einer Zürcher Zeitschrift. Raschers Monatshefte war eine »kulturelle Querschnittszeitschrift« aus Zürich (Verlag Rascher), die 1931 im 4. Jahrgang aus wirtschaftlichen Verhältnissen eingestellt wurde. Darin waren Texte und Bilder verschiedenster Autoren zu einer breiten Palette von Themen publiziert – darunter auch ... <p class="moree"><a class="btn btn-inverse btn-normal btn-primary " href="https://www.albanien.ch/une/blog/2492">Read more</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Auszüge aus »Prof. Dr. Martin Rikli: Reiseeindrücke aus Albanien«, erschienen 1931 in den »Raschers Monatsheften«, einer Zürcher Zeitschrift.</p>



<span id="more-2492"></span>



<p>Raschers Monatshefte war eine »kulturelle Querschnittszeitschrift« aus Zürich (Verlag Rascher), die 1931 im 4. Jahrgang aus wirtschaftlichen Verhältnissen eingestellt wurde. Darin waren Texte und Bilder verschiedenster Autoren zu einer breiten Palette von Themen publiziert – darunter auch ein Vorabdruck von C.G. Jung über »Seelenprobleme«.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><a href="https://www.albanien.ch/une/?attachment_id=2499"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="350" height="508" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2024/04/Martin-Rikli-Portrait-350x508.jpg" alt="Porträt von Martin Rikli in Anzug um 1920 " class="wp-image-2499" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2024/04/Martin-Rikli-Portrait-350x508.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2024/04/Martin-Rikli-Portrait-800x1160.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2024/04/Martin-Rikli-Portrait-1059x1536.jpg 1059w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2024/04/Martin-Rikli-Portrait-1412x2048.jpg 1412w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2024/04/Martin-Rikli-Portrait-scaled.jpg 1766w" sizes="(max-width: 350px) 100vw, 350px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Martin Rikli um 1920</figcaption></figure></div>


<p>Mehr bekannt ist über den Autor dieser Reiseeindrücke aus Albanien: Martin Rikli war ab 1909 Professor an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Der Botaniker hatte einen Schwerpunkt auf dem Mittelmeerraum und bereiste die Länder der Region intensiv. Der in Basel geborene Forscher hatte vor allem in Zürich Spuren hinterlassen als Mitgründer und Leiter der Volkshochschule, Präsident der Naturforschenden Gesellschaft Zürich und in verschiedenen weiteren Funktionen. </p>



<p>Im Herbst 1930 reiste Rikli nach Albanien. Sein Reisebericht, der auf vier Ausgaben der Zeitschrift verteilt war, präsentierte damals den Lesern ein Land, das noch viel unbekannter und fremder war, als es heute ist. Mit den folgenden Auszügen wollen wir ein Bild der damaligen Verhältnisse vermitteln. Sie geben Einblick in das junge Albanien, rund zehn Jahren nach dem Ersten Weltkrieg und der Wiedererlangung der Eigenständigkeit. Seine Schreibweisen und Formulierungen wurden weitestgehend beibehalten.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>»Noch vor kaum einem Menschenalter war Albanien ein nahezu verschlossenes Land, über das nur spärliche Nachrichten weniger Forschungsreisender vorlagen. Die hafenlose, malariaverseuchte Küste, ein unübersichtliches, fast wegloses gebirgiges Hinterland, ein Volk, das in zahlreiche sich immer befehende Stämme zerfiel und in einzelnen, in sich abgeschlossenen Landschaften lebte, die untereinander fast ohne Verkehr blieben, das waren alles Momente, die einen sehr wirksamen Schutz gegen das Eindringen westeuropäischer Kultur bedeuteten.«</p>
</blockquote>



<p>Das Land entwickelte sich gerade heraus aus der osmanischen Rückständigkeit:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>»Heute befindet sich Albanien mitten in einer Entwicklung, die vielfach ganz amerikanisch anmutet. Auf Schritt und Tritt begegnet man einem gerade grotesken Mischmasch von Okzident und Orient, von Primitivität und Modernismus letzter Observanz, kurz gesagt, von alter und neuer Zeit.«</p>
</blockquote>



<p>Noch immer war es abseits der gängigen Reiserouten –&nbsp;erst 100 Jahre später begann sich dies zu ändern:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>»Touristenlang ist Albanien noch nicht. Der Fremdenstrom reicht bis an seine Nordgrenze. Vor den Toren Albaniens macht er plötzlich Halt. Was von Norden kam, strömt nun wieder zurück oder geht über Meer nach Ancona oder Bari. Dubrovnik […] ist im Herbst von Fremden, besonders von Deutschen und Österreichern, überfüllt, so daß man Mühe hat, Platz zu finden […]. Ganze Autokolonnen gehen täglich über Kotor nach Cetinje. Hier macht alles kehrt, als ob Albanien ein verwunschenes Land wäre. So sind die Straßen nach Süden verlassen und menschenleer.«</p>
</blockquote>



<p>Nicht nur im Tourismus, auch in der Natur sah Rikli viel Potenzial:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>»Im Gegensatz zur Steilküste Dalmatiens zeigen die meernahen Gebiete [Albaniens] hauptsächlich Flachland. […] Dahinter erheben sich Berge, die größtenteils sehr gut bewaldet sind. Neben Buschwald trifft man prächtigen Hochwald, in dem verschiedene Arten der Eiche vorherrschen. Die dem Hinterland entströmenden mächtigen Flüsse führen selbst noch am Schluß der Trockenheit ansehnliche Wassermassen. […] Bedenken wir, daß zu diesen reichlichen Niederschlägen vielfach auch noch günstige Bodenverhältnisse kommen: feiner und sehr fruchtbarer Schwemmlandboden, eisenschüssige Terra rossa und auch Löß, so erscheinen die Zukunftsaussichten Albaniens geradezu glänzend. Es gilt nur, die malariaschwangeren Sumpfgebiete zu entwässern; dafür zu sorgen, daß die großen Wassermassen nicht unbenutzt ins Meer abfließen, sondern durch ein Netz sorgfältig ausgebauter Bewässerungskanäle dem Lande zum Segen werden. Dann wird das milde Kli,a und die südliche Sonne das ihre dazu beitragen, um aus dem bisher vernachlässigten und wenig bevölkerten Land einen wahren Fruchtgarten zu schaffen.«</p>
</blockquote>



<p>Diese Pläne – die nicht zwingend von Rikli stammen –&nbsp;wurden in den folgenden Jahrzehnten umgesetzt.</p>



<p>In den Schilderungen des Botanikers nehmen natürlich die Vegetation und Landwirtschaft Albaniens viel Platz ein.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>»Hauptfrucht ist Mais, der Anfang Oktober eingeerntet wird. Längst eingebracht sind dann Weizen und Gerste, die viel weniger Raum in Anspruch nehmen. Daneben sieht man in kleinen Parzellen oft Tabak angepflanzt. An den Lauben der Häuser werden die Blätter zum Trocknen an langen Schnüren aufgehängt. Mehr versuchsweise wird gelegentlich auch Baumwolle gehalten. Kleine Äckerchen sahen wir in der Umgebung von Tirana und bei Elbasan. Der Ölbaum [= Olivenbaum] spielt lange nicht die Rolle, wie in den übrigen Mittelmeerländern. Ebenso hat die Weinrebe in diesem vorwiegend mohammedanischen Land nur untergeordnete Bedeutung. Man hält sie daher fast ausschließlich der Trauben wegen. So ist sie zur Gartenpflanze geworden, die als Liane den ums Haus angelegten Obsthain ziert und in sehr vielen Rassen gehalten, köstliche Früchte liefert.<br><br>Ein ganz ungewohntes Bild für Mittelmeerländer ist der ungewöhnlich reiche Viehstand. Vor allem fällt die Menge an Rindern auf, einer struppig kleinen, fast zwerghaften Rasse. […] Umso fremder mutet die geradezu vorsintflutliche Erscheinung des hauptsächlich als Zugtier verwendeten schwarzen Wasserbüffels an. Es ist ein starkes Tier mit weit ausladendem Gehörn und unglaublich stumpfsinnigem Gesichtsausdruck […]. Ihm ist das Baden in Pfützen oder im Schlamm der Sümpfe Lebensbedürfnis. Wenn er den Fluten entsteigt, den ganzen Körper mit Schmutz bedeckt, kann er geradezu als Sinnbild der Häßlichkeit gelten.«</p>
</blockquote>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.albanien.ch/une/?attachment_id=2494"><img decoding="async" width="800" height="586" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2024/04/Nordalbaner-mit-Ochsenkarren-Carleton-Coon-1929-800x586.jpg" alt="Historisches Foto aus Nordalbanien: ein Ochsenkarre auf einer Landstrasse mit einem Albaner daneben" class="wp-image-2494" style="width:400px;height:293px" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2024/04/Nordalbaner-mit-Ochsenkarren-Carleton-Coon-1929-800x586.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2024/04/Nordalbaner-mit-Ochsenkarren-Carleton-Coon-1929-350x256.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2024/04/Nordalbaner-mit-Ochsenkarren-Carleton-Coon-1929.jpg 1024w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Nordalbaner mit Ochsenkarren – Foto: Carleton Coon, 1929</figcaption></figure></div>


<p>Der Wasserbüffel scheint nicht die Sympathie des Autoren gewonnen zu haben. Bei der albanischen Bürokratie und Verwaltung war ihm ein Urteil schwieriger. Vergeblich hatte er versucht, in Genf, Mailand oder Dubrovnik ein Visum zu erhalten:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>»Die Einreise in Albanien hat ihre Schwierigkeiten. Davon läßt sich einiges erzählen, was ganz orientalisch anmutet. […] So schifften wir uns auf einem italienischen Dampfer nach Durazzo ein in der Erwartung, daß die Bemerkung unseres Reisehandbuches, die Hafenbehörden […] hätten das Recht, Einreisebewilligungen zu erteilen, zutreffe. Völlig ungewiß über unsere nächste Zukunft fuhren wir dem gesetzten Ziel entgegen. […]<br><br>In Erwartung der Gesundheits- und Polizeibehörden. Die sich gegen eine Stunde Zeit ließen, genießen wir noch vom Deck des Schiffes aus den ersten Anblick des Landes. Im Osten der Stadt bemerkt man eine große Lagune mit anschließenden, ausgedehnten, im Sommer fieberschwangeren Sümpfen. Nur ein schmaler Dünenstreifen ermöglicht die direkte Verbindung [von Durrës] mit dem Lande. […]<br><br>Der Polizeikommissär gestattet uns schließlich an Land zu gehen und bestellt uns auf das Paßbureau. Hier scheint die Bezeichnung ›professore‹ eine für uns günstige Stimmung ausgelöst zu haben. Wir erhalten die Pässe mit der Einreiseerlaubnis zurück, doch als ich ›pagare‹ sage, schüttelt der Beamte den Kopf. Es will mir dies nicht einleuchten. Mitreisende Engländer haben in London für das Visum je ein Pfund bezahlt und hier sollte man leichten Herzens auf 50 frs. verzichten? In Anbetracht unserer unabgeklärten Lage war ich auf Verweigerung der Einreise oder eine Extraschröpfung gefaßt und sah daher in dieser Geste nur eine orientalische List, hinter der neue Schwierigkeiten lauern. […] Da kommt der Offizier auf mich zu, schüttelt mir die Hand, führt mich vor das Bild des Königs und sagt mit sichtlichem Stolz: ›Unser König zahlt.‹ Daß ein König für mich zahlt, ist mir noch nie vorgekommen und wird wohl auch nie mehr vorkommen. Eine bessere Methode, um Interesse und Sympathie für Seine Majestät zu werben, dürfte es kaum geben. […] Damit war die Sache erledigt, Albanien stand uns offen.«</p>
</blockquote>



<p>Die Sprache und Sprachkenntnisse der Albaner war damals erst recht herausfordernd –&nbsp;die Problemlösung bleibt die gleiche:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>»Einige Sorge bereitete die Verständigungsfrage, doch auch sie verlor in diesem merkwürdigen Lande schon am ersten Tage ihre ernste Seite und bekam gleich einen komischen Akzent, als der Wirt uns mit den Worten zum Abendessen einlud: ›Pranzo fertig, if you please.‹ In größeren Ortschaften verfügt beinahe jeder Albanese über einige Brocken der wichtigsten europäischen Sprachen, und kommt man zu keinem Ergebnis, so gibt es sicher Nachbarn, die sofort hilfsbereit herbeieilen.«</p>
</blockquote>



<p>Während wir uns heute beim Geld mit alten und neuen Lek abmühen, gab es vor 100 Jahren noch viel grössere Probleme, die entfern an die 1990er Jahre erinnern:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>»Noch einzigartiger sind die Geldverhältnisse. Es zirkulieren so ziemlich alle Münzen Europas und der neuen Welt. […] Auf meinen ersten verausgabten Napoleon erhielt ich als Restgeld mehrere österreichische Silberkronen, zwei Lirestücke, eine Dollarnote und einige albanesische Lecks [sic!] heraus. Solche Verhältnisse scheinen einen günstigen Nährboden für allerlei Übervorteilung zu bieten. Die Bevölkerung ist aber noch nicht verdorben. Wiederholt ist es vorgekommen, daß unsere Rechenkünste nicht ausreichten und wir zu viel zahlten. Jedes Mal wurde das Zuviel zurückerstattet.«</p>
</blockquote>



<p>Rikli schildert kaum Sehenswürdigkeiten, sondern vermittelt mehr ein allgemeines Bild des Landes und des Alltags. Ausführlich widmet er sich demTreiben in den Städten wie zum Beispiel am Geburtstag des Königs in Tirana, dessen Hauptplatz er »nach der Art der ›Etoile‹ in Paris« beschreibt, oder der Kleidung.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>»Scutari, Elbasan und Tirana liegen in weiten, fruchtbaren Becken, umgeben von einem Kranz von Bergen. Der kleinere Teil der Stadt ist jeweilen eng gebaut. Er umfaßt einige winkelige, enge Bazarstraßen, Moscheen, Amtsgebäude und Herbergen und beansprucht nur wenig Raum. Die kleinen Häuschen, oft nur von Zimmerbreite, bestehen vielfach einzig aus dem Erdgeschoß oder sind einstöckig. Im Geschäftsviertel reiht sich Butik an Butik. […] Wie im ganzen Orient spielt sich auch in Albanien das Leben hauptsächlich auf der Straße ab. Auf dieser sieht man vielfach sogar die Waren ausgebreitet, selbst Tücher, Kleidungsstücke, Gemüse, Obst und Eier. Bei einbrechender Dunkelheit werden die Waren wieder eingeholt und die Butik mit Brettern geschlossen. Nicht selten zieht sich alsdann auch der Handelsmann in diesen wenige Quadratmeter großen Raum zurück und schläft in unmöglicher Stellung, die Beine hochgezogen, auf einem Warenballen. Er spart sich so nicht nur eine Wohnung, sondern auch den Nachtwächter. Diese Budenviertel mit ihrem vielfach feuergefährlichen Inhalt sind eine beständige Gefahr. Ein ausbrechender Brand muß unbedingt zur Katastrophe werden. Es ist ein Wunder, daß dies nicht häufiger der Fall ist, werden doch inmitten dieser engen, aus Holz hergestellten Räume auf glühenden Kohlen täglich unzählige Tassen türkischen schwarzen Kaffee zubereitet und ungezählte Zigaretten angezündet. Doch Allah ist groß, Allah wacht.<br><br>Um diese Geschäfts- und Amtsstadt erstreckt sich in weitem Umkreis die Wohnstadt, so daß trotz ihrer bescheidenen Einwohnerzahl diese albanesischen Städte ungewöhnlcih große Gebiete in Anspruch nehmen und ihr Durchwandern viel Zeit erfordert. Dieser Teil der Siedelung hat den ausgesprochenen Charakter einer Gartentsadt. Von einem erhöhten Punkt der Umgebung sieht man beinahe nur die schlanken, weißen Minaretts, eingebettet in eine parkartige, herrlich grüne Landschaft. Man kann schon in der Stadt sein und hat kaum eine Ahnung davon, werden doch die menschenleeren Straßen von 2–3,5 m hohen Mauern aus Stein oder Lehm begleitet. Hinter ihnen erheben sich allerlei Obstbäume […]. Auch stattliche Schattenspender fehlen nicht, die häufigsten sind uralte orientalische Platanen, mächtige Zürgelbäume mit über halb Meter dickem Stamm […].<br><br>Durch ein offen gebliebenes Tor erhascht man gelegentlich einen flüchtigen Blick in das Innere der einzelnen Grundstücke, die neben Obstbau auch Gemüse- und Ziergärten aufweisen. Zuweilen bemerkt man auch etwas Getreide. Äckerchen mit Mais und Moorhirse (Sorghum) oder Parzellen mit Tabak.«</p>
</blockquote>



<p>Manche Sitten wurden zwischenzeitlich modernisiert, haben aber alte Wurzeln – so der anschliessende Satz zum Aberglauben:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>»An den Bäumen werden öfters gebleichte Pferdeschädel befestigt, ein Zeugnis des noch herrschenden Aberglaubens der Bevölkerung; sie bilden einen Talisman, der vor bösem Blick und Verzauberung schützt und zugleich für größere Fruchtbarkeit zu sorgen hat.«</p>
</blockquote>



<p>Die Beschreibungen von dem, was sich hinter den Hofmauern verbirgt, setzt er noch um mehrere Seiten fort. Aber auch der Wandel im Land, insbesondere in Tirana, wird dokumentiert:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>»Von Durrës kommend, begegnet man schon weit vor der Stadt modernen Gebäulichkeiten, dem Elektrizitätswerk, großen Kasernementen, den hohen Masten einer Station für drahtlose Telegraphie, der jugoslawischen Gesandtschaft und dem Flugplatz mit mächtigem Hangar […]. Dieses mehrere Kilometer lange, schnurgerade letzte Teilstück der Straße führt in das Zentrum der Stadt, auf einen großen Platz, der in vollem Umbau begriffen ist. […] großartige Boulevards, die in gar keinem Verhältnis zur heutigen Kleinstadt von kaum 15&#8217;000 Einwohnern stehen. Im ersten Teil fertig ist der mit hohen elektrischen Bogenlampen ausgestattete Boulevard Mussolini. Bei einer Breite von vollen 42 Schritten hat er schon eine Länge von mehr als einem Kilometer. […] Die Häuser sind jedoch noch spärlich. Neben sehr modernen, nüchternen Betonbauten stehen heimelige Türkenhäuser, eine feudale Kaserne, das Cinema populore, ein hocheleganter Tearoom und viele Baracken, denen man ansieht, daß, obwohl erst entstanden, ihre Tage doch schon gezählt sind. […]<br><br>Viel bietet Tirana zur Zeit sonst noch nicht. Der bescheidene Königspalast wird von Vorbauten und Mauern so umgeben, daß eine direkte Annäherung schwer fällt. Stolzer als der Bau ist die Königswache.«</p>
</blockquote>



<p>Auch der Verkehr, der Strassenbau und das Reisen waren Thema:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>»In Tirana war die große Zahl an Mietautos auffallend, Pferdefuhrwerke fehlten fast ganz. Umgekehrt war das Verhältnis in Scutari. Und als wir einige Tage später in Italien, in Bari landeten, erwarteten uns am Hafen nur lange Reihen von Droschken, die wenigen Autos gehörten ausnahmslos Privaten.«</p>
</blockquote>



<p>Erstaunlicherweise war das Thema Sicherheit und Blutrache zu der Zeit noch nicht so raumfüllend wie in vielen später verfassten Berichten. Unsicher scheint sich der Reisende Rikli nicht gefühlt zu haben, so dass die Bewaffnung nur beim Thema Trachten Erwähnung findet.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>»Früher trug der Mann stets das Gewehr mit sich. Vor einiger Zeit hat im Unterland die Regierung durch Militär die Waffen einziehen lassen, und seither ist das Waffentragen nur mit Erlaubnisschein gestattet. Im Gebirge wurde diese Maßnahme noch nicht gewagt. Auch im Unterland scheinen sie nur zum Teil durchgeführt zu sein; viele Waffen wurden in den Wäldern und Felsklüften versteckt. Es ist vorgekommen, daß, kaum nachdem die Durchsuchugn eines Dorfes abgeschlossen war, Blutrache durch Erschießen des Gegners ausgeübt wurde. Gegen die Vendetta gehen übrigens die Behörden mit aller Strenge vor. Um die Unterstützung des Flüchtlings durch Familienangehörige und Freunde zu verunmöglichen, werden dieselben nach einem Vendettafall in eine entfernte Landesgegend evakuiert.«</p>
</blockquote>



<p>Eine knappe Seite widmet der Autor auch der Stellung der Frau:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>»Die Frau hat in Albanien ein schweres Leben. Ihre Arbeitskraft wird über alles Maß ausgenützt. Auf schmalem, steilem Bergpfad sieht man sie schwere Lasten tragen, dabei die mitziehenden Kinder betreuen und dazu erst noch spinnen. Hat sie einen Säugling, so wird derselbe samt der Wiege auf dem Rücken mitgeschleppt […]. Neben seiner Familie schreitet stolz der Mann, nur mit einem Stock in der Hand; wir haben uns oft darüber aufgehalten. Die Erklärung soll darin zu suchen sein, daß der Mann bis vor kurzer Zeit die Aufgabe hatte, die Frau zu schützen. Da ihm nun die Waffen genommen worden sind, fällt diese Mission dahin. Mache Arbeiten hält er aber jetzt noch als unter seiner Würde stehend. So verbringt er einen großen Teil seiner Zeit mit Herumlungern, Kaffeetrinen, Zigarettenrauchen. Leichter ist es, die Waffen wegzunehmen, als zur Arbeit zu erziehen.«</p>
</blockquote>



<p>Rückblickend scheint Rikli die Zeit in Albanien genossen zu haben. Eine Spur Zweifel zur Zukunft des Landes scheint in den Schlussworten aber doch durchzudringen. Die Verhältnisse und Entwicklung scheint bei ihm zwiespältige Gefühle hinterlassen zu haben. So bezieht er sich da auf die vielen Krähen, die in Massen ängstlich und hilflos durch Tiranas Himmel flogen, als 52 italienische Flugzeuge zu Ehren des Königs an seinem Geburtstag über der Stadt kreisen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>»[…] und wenn ich heute an Albanien zurückdenke, das uns so gastlich aufgenommen hat so will ich gerne hoffen, daß dieser Vogel [die Krähe], von alters her das Symbol der Allwissenheit, aber auch die Personifikation des Todesschattens, am Geburtstag des Königs nicht zum Unglücksboten geworden ist.«</p>
</blockquote>



<p class="has-text-align-left has-small-font-size">   <br><em>Das Foto mit dem Ochsenkarren stammt vom umstrittenen amerikanischen Anthropologen Carleton S. Coon, der 1929 Nordalbanien bereiste.</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Kukës geschlossen</title>
		<link>https://www.albanien.ch/une/blog/2473</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lars]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Aug 2023 00:00:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[aufwärts – Projekte und Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bilder]]></category>
		<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[Fluggesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Kukës]]></category>
		<category><![CDATA[Schliessung]]></category>
		<category><![CDATA[Wizz AIr]]></category>
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					<description><![CDATA[Nur zwei Jahre nach Inbetriebnahme ist wieder Lichterlöschen am Flughafen von Kukës. Wizz AIr hat alle Verbindungen eingestellt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Nur zwei Jahre nach Inbetriebnahme ist wieder Lichterlöschen am Flughafen von Kukës. Aktuell wird nur noch ein wöchentlicher Flug von Air Albania nach Basel durchgeführt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/une/kukes-airport-landing-plain"><img decoding="async" width="800" height="533" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/08/kukes-airport-landing-plain-800x533.jpg" alt="Flughafen Kukës: Flugzeug kurz vor der Landung" class="wp-image-2471" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/08/kukes-airport-landing-plain-800x533.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/08/kukes-airport-landing-plain-350x233.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/08/kukes-airport-landing-plain-1536x1024.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/08/kukes-airport-landing-plain-2048x1366.jpg 2048w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<p>Die albanische Regierung hat verzweifelt versucht, mit grossen Investitionen den Flughafen von Kukës zum »Fliegen« zu bringen –&nbsp;und Stimmen zu sammeln. Die Hoffnungen waren hoch bei der <a href="https://www.albanien.ch/bb/2021/07/helvetic-eroeffnet-den-flughafen-von-kukes/" data-type="URL" data-id="https://www.albanien.ch/bb/2021/07/helvetic-eroeffnet-den-flughafen-von-kukes/">Eröffnung vor zwei Jahren</a>. Es wurde jetzt aber zur Bruchlandung: Wizz Air, mit etwa acht Flügen pro Woche die einzige namhafte Airline am Flughafen, hat alle Flugverbindungen eingestellt. Mitten in der Hochsaison wurden sämtliche für den Rest des Sommers geplanten Flüge gestrichen.</p>



<p>Gemäss albanischen Medien sei der Anflug auf den Flughafen inmitten der nordalbanischen Berge zu schwierig. Ein Landeanflug zwischen den Bergen durch mit einer Kurve kurz vor dem Aufsetzen war mit Instrumenten nicht möglich. Und ein paar Wolken verhindert oft eine Landung nach Sicht. Unter diesen Umständen war die Destination für die Low-Cost-Airline Wizz Air nicht sinnvoll zu betreiben.</p>



<p>Wie es weitergehen soll mit der Millioneninvestition ist unklar. Es besteht wenig Hoffnung, dass andere Airlines die Lücke füllen werden. Air Albania kämpfte in den letzten Jahren ebenfalls mit Problemen: Die kleine Fluggesellschaft hat Flugzeuge nur am Hauptflughafen stationiert, weshalb man immer leer von Tirana nach Kukës und am Ende des Arbeitstags zurück nach Tirana flog.</p>



<p>Die Bilder von landenden Wizz-Air-Fliegern aus Kukës wird es wohl nicht so schnell wieder geben. Der tolle Anflug auf Kukës bleibt ein paar wenigen Glücklichen vorbehalten.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped is-style-rectangular wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/une/kukes-airport-landing-plain-wizzair-1"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="1422" data-id="2469" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/08/kukes-airport-landing-plain-wizzair-1-800x1422.jpg" alt="Flughafen Kukës: Flugzeug kurz vor der Landung" class="wp-image-2469" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/08/kukes-airport-landing-plain-wizzair-1-800x1422.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/08/kukes-airport-landing-plain-wizzair-1-350x622.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/08/kukes-airport-landing-plain-wizzair-1-864x1536.jpg 864w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/08/kukes-airport-landing-plain-wizzair-1.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Pashtrik im Hintergrund</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/une/kukes-airport-landing-plain-wizzair-0"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="1422" data-id="2470" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/08/kukes-airport-landing-plain-wizzair-0-800x1422.jpg" alt="Flughafen Kukës: Flugzeug kurz vor der Landung" class="wp-image-2470" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/08/kukes-airport-landing-plain-wizzair-0-800x1422.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/08/kukes-airport-landing-plain-wizzair-0-350x622.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/08/kukes-airport-landing-plain-wizzair-0-864x1536.jpg 864w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/08/kukes-airport-landing-plain-wizzair-0.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Gjallica neben dem Flughafen</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/une/kukes-airport-takeoff-plain-wizzair-1"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="1422" data-id="2468" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/08/kukes-airport-takeoff-plain-wizzair-1-800x1422.jpg" alt="Flughafen Kukës: Flugzeug kurz nach dem Abheben" class="wp-image-2468" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/08/kukes-airport-takeoff-plain-wizzair-1-800x1422.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/08/kukes-airport-takeoff-plain-wizzair-1-350x622.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/08/kukes-airport-takeoff-plain-wizzair-1-864x1536.jpg 864w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/08/kukes-airport-takeoff-plain-wizzair-1.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Berge auch im Süden</figcaption></figure>
</figure>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/une/kukes-airport-landing-plain-wizzair-2"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="438" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/08/kukes-airport-landing-plain-wizzair-2-800x438.jpg" alt="Flughafen Kukës: Flugzeug beim Aufsezten auf der Piste" class="wp-image-2467" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/08/kukes-airport-landing-plain-wizzair-2-800x438.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/08/kukes-airport-landing-plain-wizzair-2-350x192.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/08/kukes-airport-landing-plain-wizzair-2-1536x842.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/08/kukes-airport-landing-plain-wizzair-2.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



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<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/une/kukes-from-above-landing-approach"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="450" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/08/kukes-from-above-landing-approach-800x450.jpg" alt="Kukës von oben: Landeanflug auf den Flughafen" class="wp-image-2472" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/08/kukes-from-above-landing-approach-800x450.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/08/kukes-from-above-landing-approach-350x197.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/08/kukes-from-above-landing-approach-1536x864.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/08/kukes-from-above-landing-approach-2048x1151.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Kukës von oben: Im Landeanflug kurz vor der Landung</figcaption></figure>



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		<title>Armutsgefälle – oder: Wie man seinen Kaffee gesichtswahrend selber zahlt</title>
		<link>https://www.albanien.ch/une/blog/2429</link>
					<comments>https://www.albanien.ch/une/blog/2429#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lars]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Jan 2023 12:16:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Treffen der Kulturen]]></category>
		<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[Armut]]></category>
		<category><![CDATA[Bezahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Geiz]]></category>
		<category><![CDATA[Kaffee]]></category>
		<category><![CDATA[Käpt&#039;n Eddy]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Tourismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie weit darf Gastfreundschaft gehen? Darf man sich in einem armen Land wie Albanien einladen lassen? Wie kann doch bezahlen?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Was ist Armutsgefälle? – Wenn der Tageslohn meines Gegenüber unter meinem Stundenlohn liegt. Oder auch: Wenn es ihn einen Tageslohn kostet, mich zum Kaffee einzuladen. Wer Albanien kennt weiß: Er macht es trotzdem. Und ich habe eine Weile gebraucht, einen Weg zu finden, damit umzugehen.</p>



<p>Es gibt etwas, was mich in Albanien bei der Begegnung mit Landsleuten (zu denen ich jetzt mal großzügig auch Österreicher und Schweizer zähle) ärgert und beschämt. Touristen wie Expats loben die albanische Gastfreundschaft. Die Großzügigkeit und die Kultur, einzuladen und zu schenken. Wie auch nicht? Selbst Leute, die eigentlich etwas verkaufen sollten, schenken es oft her. Ein Hotelbesitzer, den ich für die Gastkultur lobte, stöhnte mal: »Ja, so sind wir. Am liebsten würden meine Kellner jeden einladen. Nur: Wovon bezahle ich dann ihren Lohn?«</p>



<p>Leider nehmen Gespräche darüber mit Landleuten öfter einen für mich ganz unerfreulichen Verlauf. Da geht es schon mal einen halben Abend lang darum, wo und wieviel man sparen kann, wenn man »es richtig anstellt«. Wo man hingeht, um sich einladen zu lassen. Wer etwas billig oder sogar umsonst für einen macht. Wie man den Preis drückt. Und: Wie man vermeidet, dass der Albaner an einem selbst ein gutes Geschäft macht. Ich empfinde das als Schnorren. Und es ekelt mich an.</p>



<p>Wenn ich mit einem Fahrzeug, dass den halben Lebenslohn meines »Gastgebers« kostet, in die Werkstatt komme, lass ich mir nicht mal eben was »für umme« richten. Ich finde einen Weg, dass ökonomisch nicht ich, sondern mein Gegenüber profitiert. Denn ich bin ja schon beschenkt. Mit seiner Zeit. Mit seinen guten Absichten. Und ja, das ist manchmal kompliziert. Wenn der Albaner partout kein Geld annehmen will und ich Zeit brauche, ein ihm nützendes Geschenk zu besorgen.</p>



<p>Aber was macht man im Café? – Ich werde oft angesprochen. Und eingeladen. Und nein, ich bin kein attraktives Mädel. <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.0.3/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Mir war das angesichts des Armutsgefällt lange peinlich. Andererseits ist der Versuch, den Albaner an seinem Heimatort einzuladen, aussichtslos. No chance! Wer Albanien kennt weiß, wovon ich spreche ”¦</p>



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<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1500" height="1016" data-id="2432" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/01/kaffee-albanien.jpg" alt="Kaffee in Albanien ist fester Bestandteil des Alltags" class="wp-image-2432" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/01/kaffee-albanien.jpg 1500w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/01/kaffee-albanien-350x237.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/01/kaffee-albanien-800x542.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 1500px) 100vw, 1500px" /><figcaption>Und wenn am Schluss der Arme für den Reichen bezahlt?</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1400" height="1477" data-id="2433" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/01/Himara-Sunset-Apero.jpg" alt="Sonnenuntergang Aperitif Albanien" class="wp-image-2433" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/01/Himara-Sunset-Apero.jpg 1400w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/01/Himara-Sunset-Apero-350x369.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2023/01/Himara-Sunset-Apero-800x844.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 1400px) 100vw, 1400px" /><figcaption>Kaffee, Bier, Raki – und wer begleicht die Rechnung?</figcaption></figure>
</figure>



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<p>Meine Lösung ist der Gang zur Toilette. Jedenfalls der vermeintliche. Und der will gut getimed sein. Nämlich so, dass ich Kellner oder Kellnerin in einem freien Moment und außerhalb des Sichtfeldes meiner mich einladenden Tischgenossen erwische. Dann zahle ich einfach den Tisch. Natürlich verkünde ich es am selbigen nicht. Sondern verabschiede mich irgendwann. Mit klammheimlicher Freude.</p>



<p>Erzähle ich das albanischen Freunden, freuen sie sich. Denn, so sagen sie, ich hätte nicht nur etwas fürs Portemonnaie getan. Sondern vor allem etwas für die Herzen. Wenn ich weg sei, würden Keller und Gäste sicher eine Weile darüber reden und sich freuen, wie nett da jemand sei. »Nga zemra« – <em>von Herzen</em>. Und ja, ich freue mich auch. Und zwar von Herzen.</p>



<p>Herzlichst,<br><strong>Käpt&#8217;n Eddy</strong><br>(<a href="http://www.romotour.ro" target="_blank" rel="noreferrer noopener">www.romotour.ro</a>)</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Über den Zaun: (kein) Urban Exploring in Albanien</title>
		<link>https://www.albanien.ch/une/blog/2344</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lars]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Sep 2022 06:44:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[Bilder]]></category>
		<category><![CDATA[Reisebericht]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Schlüssel]]></category>
		<category><![CDATA[Sehenswürdigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Tourismus]]></category>
		<category><![CDATA[Ungesehene Sehenswürdigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Urbex]]></category>
		<category><![CDATA[Zaun]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer Albanien erkundet, steigt früher oder später mal über einen Zaun. Ist das Urban Exploring?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Urban Exploring ist zur Zeit in aller Munde. Dass Menschen irgendwo über Zäune steigen, um alte, verlassene Anlagen zu erkunden, scheint für viele fremd zu sein. Dabei ist der Grat zum Illegalen sehr schmal. </p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><a href="https://www.albanien.ch/une/himara-durchgang"><img loading="lazy" decoding="async" width="350" height="467" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/himara-durchgang-350x467.jpg" alt="Alte Mauern: Durchgang in Alt-Himara" class="wp-image-2360" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/himara-durchgang-350x467.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/himara-durchgang-800x1066.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/himara-durchgang-480x640.jpg 480w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/himara-durchgang.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px" /></a></figure></div>


<p>Seit fast 30 Jahren erkundige ich Albanien. Immer wieder habe ich Orte besucht, bevor sie in den touristischen Fokus gelangten. Dabei habe ich auch manchen Zaun überwunden, Bunker inspiziert und bin auf Militärgelände gelangt. Ein Urban Explorer bin ich deswegen noch lange nicht. Aber ich bin sicherlich auch nicht der einzige, dem Zäune regelmässig in die Quere kommen.</p>



<p>Es gibt Touristen, denen reicht das Besuchen von Sehenswürdigkeiten, die alle anderen auch besuchen. Es gibt aber andere, die gerne Neues sehen möchten – gerade, wenn sie das Standardprogramm schon abgeklappert haben. Da beginnt in Albanien das Problem: Viel Sehenswertes, viel Altes ist noch gar nicht erschlossen. Es stehen zwar im ganzen Land am Strassenrand Hinweisschilder, die auf Sehenswürdigkeiten verweisen. Wenn man sie aber dann mal gefunden hat über holprige Strassen oder längere Wandertouren, steht man im besten Fall vor ungeschützten und unbeschriebenen antiken Mauern in der Landschaft. Im schlechteren Fall steht man vor verschlossenen Türen.</p>



<p>Manchmal hat jemand in der Nachbarschaft den Schlüssel für die Kirche oder die Moschee. Und manchmal verschafft man sich halt selber Zutritt. Irgendein Loch im Zaun findet sich immer!</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/une/zgerdhesh-entrance"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="411" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/zgerdhesh-entrance-800x411.jpg" alt="Zgërdhesh Eingang/Zaun" class="wp-image-2361" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/zgerdhesh-entrance-800x411.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/zgerdhesh-entrance-350x180.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/zgerdhesh-entrance-1536x790.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/zgerdhesh-entrance.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<p>In Zgërdhesh, einer antiken Stadt aus illyrischer Zeit und oft als das alte Albanopolis vermutet, galt es gleich mehrere Viehzäune zu überwinden, die zum Teil mit Dornen gesichert waren. Schon der Eingang zum Areal war eine einfache Holztür versteckt im Gebüsch.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/une/arapaj-basilika-schafe"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="411" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/arapaj-basilika-schafe-800x411.jpg" alt="Schafe zwischen den Ruinen der Basilika von Arapaj" class="wp-image-2362" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/arapaj-basilika-schafe-800x411.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/arapaj-basilika-schafe-350x180.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/arapaj-basilika-schafe-1536x790.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/arapaj-basilika-schafe.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<p>Bei der antiken Basilika von Arapaj war mein Skrupel ebenfalls klein, durch den Zaun zu steigen: Immerhin war ja auch schon eine Herde Schafe dieses Kulturdenkmal am Besichtigen. </p>



<p>In Rubik reichte ein Griff durch das Eisentor, um sich Zutritt zum Kirchengelände zu verschaffen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/une/borsh-burg"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="411" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/borsh-burg-800x411.jpg" alt="Burg von Borsh" class="wp-image-2363" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/borsh-burg-800x411.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/borsh-burg-350x180.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/borsh-burg-1536x790.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/borsh-burg.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<p>An anderen Orten wie der alten Burg von Borsh sind ebenfalls keine Wegweiser oder Ähnliches zu finden, das die Besucher leiten würde. Man stolpert über Felsgestein und alte Mauern und weiss nicht, wo man aufhören soll. Aber der Schafhirte würde ja schon reklamieren …</p>



<p>In Südalbanien sind zum Teil ganze Dörfer fast menschenleer und verlassen. Wie beim Wandern in den Bergen ist man meist auf sich selber gestellt: Man sucht sich einen Weg, kraxelt über Viehzäune und Mauern, schlägt sich durchs Gestrüpp. Umso grösser die Freude, wenn man dann am Ziel angelangt ist. Eine Geschichte mehr zu Erzählen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/une/albania-communist-jail"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="411" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/albania-communist-jail-800x411.jpg" alt="Ruinen eines kommunistisches Gefängnisses" class="wp-image-2370" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/albania-communist-jail-800x411.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/albania-communist-jail-350x180.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/albania-communist-jail-1536x790.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/albania-communist-jail.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<p>Das Klettern über alte Mauern und dergleichen gehört immer wieder zum Besichtigungsprogramm –&nbsp;auch wenn nicht immer ganz ungefährlich. Das Erklimmen alter, verfallener Mauern birgt ein beträchtliches Risiko. Beim Besteigen der Pyramide in Tirana konnte man auch abrutschen. Und zur Skanderbeg-Burg am Kap Rodon ist schon der Weg teilweise kriminell. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/une/castle-cape-rodon"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="411" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/castle-cape-rodon-800x411.jpg" alt="Ruinen der Burg am Kap Rodon" class="wp-image-2366" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/castle-cape-rodon-800x411.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/castle-cape-rodon-350x180.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/castle-cape-rodon-1536x790.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/castle-cape-rodon.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<p>Ein Wegweiser steht direkt an der Wand eines alten Artilleriebunkers. Im Bunker drin? Eine Herde Ziegen, die Schutz vor der Sommerhitze sucht. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/une/bunker-mit-ziegen"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="411" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/bunker-mit-ziegen-800x411.jpg" alt="Bunker mit Ziegen" class="wp-image-2365" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/bunker-mit-ziegen-800x411.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/bunker-mit-ziegen-350x180.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/bunker-mit-ziegen-1536x790.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/bunker-mit-ziegen.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/une/exploring-bunker-in-albania"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="411" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/exploring-bunker-in-albania-800x411.jpg" alt="Erkunden eines grossen Bunkers" class="wp-image-2369" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/exploring-bunker-in-albania-800x411.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/exploring-bunker-in-albania-350x180.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/exploring-bunker-in-albania-1536x790.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/exploring-bunker-in-albania.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<p>Bunker stehen in Albanien ja sowieso überall rum. Mal kleiner, mal grösser. Kaum je findet sich ein Zaun, der Neugierige abhält. Meist sind es eher Dornengestrüpp, Müll und Dreck, die einen von vertieften Besichtigungen abhalten.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/une/bunkart-tirana"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="411" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/bunkart-tirana-800x411.jpg" alt="Bunk'art Tirana: Gänge im Nuklearbunker" class="wp-image-2382" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/bunkart-tirana-800x411.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/bunkart-tirana-350x180.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/bunkart-tirana-1536x790.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/bunkart-tirana.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<p>Wobei: in Tirana gehört die Besichtigung von Bunkern aus kommunistischer Zeit schon zum Standard-Touristenprogramm. »Bunk&#8217;Art 1« ist aber viel mehr als ein Bunker. Hier werden Militärgeschichte, Urban Exploring und Kultur zu einem Erlebnis vereint.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/une/old-military-base-drenova"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="411" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/old-military-base-drenova-800x411.jpg" alt="Alte Militärbasis in Drenova" class="wp-image-2380" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/old-military-base-drenova-800x411.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/old-military-base-drenova-350x180.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/old-military-base-drenova-1536x790.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/old-military-base-drenova.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<p>Auch sonst sind Militärgelände zwar noch gelegentlich umzäunt – sie scheinen meist aber ebenfalls verlassen und mehrheitlich verfallen. In solche Gelände bin ich nie eingedrungen. Aber nicht immer ist das Betreten vom militärischem Gelände verboten. Bei der Besichtigung von Orikum wurde man am Tor der Marinebasis noch kontrolliert.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/une/shengjin-albanian-navy"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="411" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/shengjin-albanian-navy-800x411.jpg" alt="Hafen Shëngjin: alte Boote der albanischen Marine" class="wp-image-2383" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/shengjin-albanian-navy-800x411.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/shengjin-albanian-navy-350x180.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/shengjin-albanian-navy-1536x790.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/shengjin-albanian-navy.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<p>Anders in Shëngjin, wo die Strasse durch den Marine-Hafen führt. Hier wirft man natürlich auch einen Blick auf die schrottreifen Kähne am Ufer. Und in Gjadër quert die Landstrasse die Rollbahn, die den unterirdischen Flugzeughangar mit der Piste verbindet. Sazan gehört heute zum Routineprogramm von Ausflugsbooten. Und auch der von Soldaten bewachte Brigadenpalast am südlichen Stadtrand von Tirana darf am Wochenende besichtigt werden (von aussen). Man muss es nur wisse und freundlich die Wachen fragen.</p>



<p>Nicht immer ist ganz klar, wo man sich jetzt überhaupt befindet. Beim Wandern auf dem Dajti kehrte ich mal um, weil mir ein Haus zu militärisch vorkam. Kurz darauf traf ich auf patrouillierende Soldaten. Einen Zaun oder ein Verbotsschild hatte ich nicht passiert. Und sie waren wohl genauso überrascht, auf mich zu treffen, wie umgekehrt –&nbsp;aber es blieb beim freundlichen Gruss. Auf der Infotafel waren Wanderwege bis zum Gipfel verzeichnet. Kurz zuvor machte ich aber kehrt am Zaun.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/une/rrjoll-channel"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="411" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/rrjoll-channel-800x411.jpg" alt="Albaner unterwegs auf einer schmalen Mauer in den Bergen" class="wp-image-2376" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/rrjoll-channel-800x411.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/rrjoll-channel-350x180.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/rrjoll-channel-1536x790.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/rrjoll-channel.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<p>In Albanien ist sowieso vieles nicht ganz so klar definiert wie in Mitteleuropa. Übergänge scheinen oft fliessend: Manches, was zu Hause niemals als Weg dienen darf, ist hier die bevorzugte Verbindung – zum Beispiel Eisenbahnschienen oder das Mäuerchen eines alten Wasserkanals in einer Felswand in den Albanischen Alpen. Oft ist auch der Verfallszustand nicht ganz klar: Ist das ein Weg? War das ein Weg? Wird das ein Weg? Ist dieses Gebäude noch genutzt oder schon Ruine?</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/une/old-military-base-durres"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="411" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/old-military-base-durres-800x411.jpg" alt="Alte Militärbasis in Durrës – Porto Romano" class="wp-image-2381" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/old-military-base-durres-800x411.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/old-military-base-durres-350x180.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/old-military-base-durres-1536x790.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/old-military-base-durres.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<p>Verfallene Gebäude waren früher in Albanien noch viel häufiger anzutreffen. Zwischenzeitlich ist vieles renoviert, restauriert und umgenutzt. So zum Beispiel das ehemalige Albturist-Hotel in Valbona. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/une/kukes-turizmi-lobby"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="411" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/kukes-turizmi-lobby-800x411.jpg" alt="Kukës Turizmi: Lobby" class="wp-image-2374" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/kukes-turizmi-lobby-800x411.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/kukes-turizmi-lobby-350x180.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/kukes-turizmi-lobby-1536x790.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/kukes-turizmi-lobby.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/une/kukes-turizmi-entrance"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="411" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/kukes-turizmi-entrance-800x411.jpg" alt="Kukës Turizmi: Eingang" class="wp-image-2373" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/kukes-turizmi-entrance-800x411.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/kukes-turizmi-entrance-350x180.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/kukes-turizmi-entrance-1536x790.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/kukes-turizmi-entrance.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<p>In Kukës ist das Albturist-Hotel noch immer eine Ruine, die wegen ihrer idyllischen Lage Ziel vieler Spaziergänger aus der Stadt ist. Der Garten lädt noch heute zum Verweilen. Die Ruine ist nicht abgesperrt –&nbsp;die leeren Türöffnungen laden ein zum Erkunden. Auch hier ist Vorsicht geboten: Die Ruine ist vermüllt, und wer weiss, wie sicher die alten Mauern und Böden sind? Es bietet sich aber ein interessanter Einblick in die Parade-Architektur aus sozialistischer Zeit.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/une/?attachment_id=2384"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="411" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/kukes-turizmi-walls-800x411.jpg" alt="Kukës Turizmi: Wandmalerei im Restaurant" class="wp-image-2384" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/kukes-turizmi-walls-800x411.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/kukes-turizmi-walls-350x180.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/kukes-turizmi-walls-1536x790.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/kukes-turizmi-walls.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<p>Die Reste von Wandmalereien im ehemaligen Restaurant zeigen spannende Details ideologischer Geschichtenerzählung.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/une/theth-hiking-over-the-fence"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="411" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/theth-hiking-over-the-fence-800x411.jpg" alt="Über den Zaun: Hindernis beim Wandern" class="wp-image-2375" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/theth-hiking-over-the-fence-800x411.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/theth-hiking-over-the-fence-350x180.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/theth-hiking-over-the-fence-1536x790.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/theth-hiking-over-the-fence.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<p>Wer in Albanien unterwegs ist – zum Teil auch einfach wandernd in den Bergen –&nbsp;steht also immer wieder vor Zäunen und fragt sich: Darf ich hier durch? Soll ich hier durch? Muss ich hier durch? </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/une/korca-kinder-zaun"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="519" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/korca-kinder-zaun-800x519.jpg" alt="Spielende Kinder an einem Zaun" class="wp-image-2358" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/korca-kinder-zaun-800x519.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/korca-kinder-zaun-350x227.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/korca-kinder-zaun-1536x996.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/korca-kinder-zaun.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<p>Nicht immer ist der Sinn des Zauns klar – gerade, wenn er halb verfallen ist: Hindernis für Mensch? Oder Hindernis nur fürs Tier? Oder Überbleibsel aus alter Zeiten?</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/une/?attachment_id=2385"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="411" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/gjirokastra-bunker-800x411.jpg" alt="Einganz zur Bunkeranlage unter der Burg von Gjirokastra – der Guide schliesst auf" class="wp-image-2385" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/gjirokastra-bunker-800x411.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/gjirokastra-bunker-350x180.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/gjirokastra-bunker-1536x790.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/gjirokastra-bunker.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<p>Manchmal muss man frustriert umkehren, weil man keinen Einlass findet. Oft findet sich die Person mit dem Schlüssel –&nbsp;oder ein Wächter lässt einen passieren. Aber wenn weit und breit kein Mensch ist, der helfen kann, dann muss man sich auch ab und zu selber helfen. Nicht immer kann man abschätzen, ob das Öffnen der Türe, das Kriechen durch den Zaun ok und akzeptiert, oder nur tolleriert oder sogar unerwünscht ist. Aber man richtet ja keinen Schaden an …</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/une/military-area-albania"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="411" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/military-area-albania-800x411.jpg" alt="Verbotsschilder bei Militärgelände" class="wp-image-2379" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/military-area-albania-800x411.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/military-area-albania-350x180.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/military-area-albania-1536x790.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/military-area-albania.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<p>Natürlich sind klare Verbote zu akzeptieren. Aber auch das kann eine erzählenswerte Geschichte geben:</p>



<p>Einmal waren wir in Ulza unterwegs. Mehrere Einheimische waren auf der Krone der Staumauer unterwegs. Ein Wächter verwehrte uns aber den Zutritt zum Damm. Auch nach telefonischer Rückfrage beim Chef wollte er uns nicht durchlassen: »Nur für Dorfbewohner!«. Da meinte der Amerikaner in unserer kleinen Reisegruppe: »Unë jam fshatar!« In einem kleinen, abgelegenen Ort im Nordwesten der USA aufgewachsen und lange in Alaskas Wildnis lebend, fühlte er sich im Herzen immer noch als »Dörfler«. Aber auch das mochte den Wächter nicht erweichen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/une/ulza-dam"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="411" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/ulza-dam-800x411.jpg" alt="Staudamm von Ulza" class="wp-image-2367" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/ulza-dam-800x411.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/ulza-dam-350x180.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/ulza-dam-1536x790.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/ulza-dam.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<p>A propos Zaun: Kennen Sie den südalbanischen Besteckzaun?</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/une/?attachment_id=2386"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="411" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/Albanischer-Besteckzaun-800x411.jpg" alt="Zaun aus Resten vom Stanzen von Besteck" class="wp-image-2386" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/Albanischer-Besteckzaun-800x411.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/Albanischer-Besteckzaun-350x180.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/Albanischer-Besteckzaun-1536x790.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2022/09/Albanischer-Besteckzaun.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<p>Rund um Gjirokastra finden sich immer wieder Zäune, die aus Resten vom Stanzen in der örtlichen Besteck-Fabrik entstanden sind. </p>



<p>Hast auch du in Albanien auch Zaun-Erlebnisse gemacht? Schreibe es in die Kommentare unten –&nbsp;wir freuen uns, deine Geschichten zu lesen!</p>
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		<title>Was ist aus meinem Albanien geworden?</title>
		<link>https://www.albanien.ch/une/blog/2084</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lars]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Aug 2019 12:22:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Reiz Albaniens waren immer die Freiheiten gewesen, die man hier im Gegensatz zu anderen Länden hat. Hier ist nicht alles reglementiert, die Regeln werden etwas laxer ausgelegt, der Alltag ist nicht bis ins kleinste Detail vorbestimmt und geregelt. Diese Freiheiten gaben etwas Luft zum Atmen, forderten aber auch die Spontanität in einem. Insofern war ... <p class="moree"><a class="btn btn-inverse btn-normal btn-primary " href="https://www.albanien.ch/une/blog/2084">Read more</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ein Reiz Albaniens waren immer die Freiheiten gewesen, die man hier im Gegensatz zu anderen Länden hat. Hier ist nicht alles reglementiert, die Regeln werden etwas laxer ausgelegt, der Alltag ist nicht bis ins kleinste Detail vorbestimmt und geregelt. </p>



<p>Diese Freiheiten gaben etwas Luft zum Atmen, forderten aber auch die Spontanität in einem. Insofern war Albanien immer eine bereichernde Abwechslung, um aus dem Alltagstrott herauszukommen und um Überraschungen zu erleben. Oft musste man aus neuen Situation das Beste machen, erlebte aber auch Positives. </p>



<p>Etwas enttäuscht war ich deshalb, als ich vor Kurzem in Tirana über ein Schild gestolpert – nicht wortwörtlich – bin, das mir verbieten wollte, einen Rasen zu betreten. </p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="483" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/08/tirana-keep-off-the-gras-pyramid-800x483.jpg" alt="Tirana Pyramide: Schild «Keep off the gras»" class="wp-image-2085" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/08/tirana-keep-off-the-gras-pyramid-800x483.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/08/tirana-keep-off-the-gras-pyramid-350x211.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/08/tirana-keep-off-the-gras-pyramid.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption>Schild in Tirana bei der Pyramide</figcaption></figure>



<p>Ich fragte mich, was denn aus meinem Albanien geworden ist? Darf man sich in dem Land jetzt auch nicht mehr frei bewegen? Nicht mehr am Polizisten vorbei mit dem Fahrrad in die Einbahnstrasse? Nicht mehr bei den antiken Sehenswürdigkeiten alles erleben anstatt nur von weitem über Abschrankungen hinweg betrachten? Nicht mehr ins Meer springen, wo es einem gefällt?</p>



<p>Keine kleinen Freiheiten mehr im Alltag? Keine grosszügige Auslegung von Verboten, die keinen Sinn machen?</p>



<p>Umso erlöster war ich, als ich dann am nächsten Tag sah, dass die Schilder zwar auch anderswo stehen, aber von den Albanern komplett ignoriert werden. Das Betreten-Verboten-Schild am Skanderbegplatz konnte niemanden davon abhalten, es sich auf dem Grün bequem zu machen.</p>



<p>Also alles noch beim Alten: Es gibt zwar Regeln, und ab und zu erhält ein Schildermaler einen lukrativen Auftrag von der Bashkia. Aber die Albaner legen die Regeln zum Glück immer noch weit aus. Sie lassen sich von sinnlosen Verboten nichts vorschreiben: Man geniesst die Wiese, die zum Geniessen ausgesät wurde. Das Verbot wird eher auf einzelne Grashalme bezogen als auf den ganzen Rasen.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="786" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/08/tirana-keep-off-the-gras-skanderbegsuqare-800x786.jpg" alt="Tirana Skanderbegplatz: Schild «Keep off the gras»" class="wp-image-2086" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/08/tirana-keep-off-the-gras-skanderbegsuqare-800x786.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/08/tirana-keep-off-the-gras-skanderbegsuqare-350x344.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/08/tirana-keep-off-the-gras-skanderbegsuqare.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption>Schild am Skanderbegplatz</figcaption></figure>



<p>Und nein: Ich bin nicht für Anarchie und hirnlose Raserei oder sonstigem »Wildwest« auf Strassen oder Hinterhöfen. Ich bin für die Einhaltung von Recht und Ordnung, gegen Gewalt in der Familie und gegen Korruption. Natürlich bin ich für Respekt gegenüber der Natur und den Mitmenschen. Aber die – mitunter kreative – Dehnung von Regeln, wo sie niemandem schadet, sondern eher ein Schmunzeln hervorruft, hat schon immer zum guten Lebensgefühl in Albanien beigetragen.</p>
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		<title>Die Mär von den unberührten Stränden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lars]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Jun 2019 21:41:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[aufwärts – Projekte und Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[Badeurlaub]]></category>
		<category><![CDATA[Betonisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Hochsaison]]></category>
		<category><![CDATA[Küste]]></category>
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					<description><![CDATA[Die neue Ausgabe des »Konsumentenmagazins Saldo« enthält einen Artikel zu Badeurlaub in Albanien und anderen südosteuropäischen Ländern. Und gleich zu Beginn findet sie sich wieder – die abgedroschene Floskel der »letzten unverbauten Küste am europäischen Mittelmeer«. Endlose Häuserzeilen – endlose Baustelle Aber nur, weil Albanien lange in den Katalogen der westeuropäischen Reisebürose fehlte, ist es ... <p class="moree"><a class="btn btn-inverse btn-normal btn-primary " href="https://www.albanien.ch/une/blog/2056">Read more</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Die neue Ausgabe des »Konsumentenmagazins Saldo« enthält einen <a href="https://www.saldo.ch/artikel/d/es-muss-nicht-immer-italien-sein/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Artikel (opens in a new tab)">Artikel</a> zu Badeurlaub in Albanien und anderen südosteuropäischen Ländern. Und gleich zu Beginn findet sie sich wieder – die abgedroschene Floskel der »letzten unverbauten Küste am europäischen Mittelmeer«.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Endlose Häuserzeilen – endlose Baustelle<br></h4>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright"><a href="https://www.albanien.ch/une/?attachment_id=2061"><img loading="lazy" decoding="async" width="350" height="233" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/06/Karaburun-Strand-350x233.jpg" alt="" class="wp-image-2061" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/06/Karaburun-Strand-350x233.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/06/Karaburun-Strand-800x532.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/06/Karaburun-Strand.jpg 1881w" sizes="auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px" /></a><figcaption>Kaum Menschen, aber nicht unberührt: Strand auf der Halbinsel Karaburun vor der Hochsaison</figcaption></figure></div>



<p>Aber nur, weil Albanien lange in den Katalogen der westeuropäischen Reisebürose fehlte, ist es nicht so, dass dort alles unberührt, unverbaut und unerschlossen ist. Vor 20 Jahren hat ein regelrechter Bauboom eingesetzt, zuerst in Durrës und schnell entlang fast der ganzen albanischen Küste. Immer mehr Küstenabschnitte wurden verkehrsmässig erschlossen und überbaut. In Durrës-Plazh reihen sich endlos Hotelblocks und Appartmenthäuser aneinander. Saranda schreckte Touristen mit unfertigen Häusern – typisch albanischen Endlosbaustellen – ab. In Ksamil trübten von den Behörden zerstörte illegal errichtete Bauten das Bild. Andernorts ist die »Betonisierung« noch nicht ganz so flächendeckend, die Häuser stehen weiter auseinander und haben weniger Etagen. Im Hochsommer sind die Strände Albaniens aber überall meist übervoll – die Sonnenanbeter  haben jedoch mehrheitlich albanische Wurzeln.</p>



<p>Deshalb muss man von den Begriffen »unberührt«, »unverbaut« und »unerschlossen« Abstand nehmen, wie wir es in unserem <a href="https://albanien.ch/albanien_info/straende/"><i class="wp-svg-map-2 map-2"></i> Albanischen Strand-Guide</a> schon lange tun.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Die abgeschiedenen und einsamen Strände</h4>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright"><a href="https://www.albanien.ch/une/?attachment_id=2060"><img loading="lazy" decoding="async" width="350" height="204" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/06/Himara-Strand-Livadh-350x204.jpg" alt="Strand von Livadh bei Himara" class="wp-image-2060" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/06/Himara-Strand-Livadh-350x204.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/06/Himara-Strand-Livadh-800x466.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/06/Himara-Strand-Livadh.jpg 1718w" sizes="auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px" /></a><figcaption>Nicht wie vor 20 Jahren menschenleer und unverbaut: Strand von Livadh bei Himara</figcaption></figure></div>



<p>Vor 20 Jahren entstanden in Himara gerade die ersten Unterkünfte. Die Uferpromenade war noch unasphaltiert, das kulinarische Angebot sehr limitiert. Und ein nicht allzu langer Spaziergang oder eine kurze Autofahrt entlang der Küste führte rasch zu menschenleeren Stränden.</p>



<p>Heute sieht es ganz anders aus. Auch in Himara reiht sich sommers Liegestuhl an Liegestuhl, im Ortszentrum an der hübsch gestalteten, vom Verkehr befreiten Uferpromenade Restaurant an Restaurant. Viele Strände in der Region sind mit Asphaltstrassen erschlossen, so dass jetzt auch dort Hotels und Campingplätze zu finden sind. </p>



<p>Wer in Albanien im Hochsommer noch einen abgeschiedenen, unberührten Strand geniessen möchte, muss meist eine längere Wanderung auf sich nehmen oder sich von einem Boot absetzen lassen. Und immer wieder erwartet einen leider auch an diesen abgeschiedenen Orten viel Müll.</p>



<p>Ausserhalb der Hochsaison sieht es etwas anders aus. Da hat man auch die gut erschlossenen Strände oft für sich alleine – zum Teil kommt auch etwas <a href="https://www.albanien.ch/une/blog/1623"><i class="wp-svg-newspaper newspaper"></i> bedrückende Geisterstadt-Feeling</a> auf.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Geheimtipp?</h4>



<p>Der Autor des Saldo-Artikels, der vermutlich nicht alle Urlaubsdestinationen selber getestet hat, hat nicht ganz unrecht: Albanien ist in unseren Breiten noch immer ein Geheimtipp. Man kann schönen Urlaub in Ruhe erleben, kann Sommer und sauberes Wasser geniessen, eine neue Kultur entdecken und tolle Landschaften geniessen – definitiv eine Alternative zu Italien und andere populären Reisezielen. Man darf die Destination jedoch nur mit Vorbehalt anpreisen: Der Geheimtipp ist unter Albanern aber schon lange bekannt und beliebt. Im Hochsommer übervoll mit Einheimischen und recht laut, viele Strände recht verbaut, das ausserordentliche Natuerlebnis nur mit Aufwand zu erreichen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright"><a href="https://www.albanien.ch/une/?attachment_id=2059"><img loading="lazy" decoding="async" width="350" height="263" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/06/Blick_Albanienartikel_20190608-350x263.jpg" alt="" class="wp-image-2059" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/06/Blick_Albanienartikel_20190608-350x263.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/06/Blick_Albanienartikel_20190608-800x600.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/06/Blick_Albanienartikel_20190608.jpg 1632w" sizes="auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px" /></a><figcaption>Blick vom 8. Juni 2019: »Balkanland Albanien ist die neue Trend-Destination«</figcaption></figure></div>



<p>Da ist das Boulevard-Blatt »Blick« schon etwas ehrlicher. Im <a rel="noreferrer noopener" aria-label="neusten Artikel über Albanien (opens in a new tab)" href="https://www.blick.ch/news/wirtschaft/balkanland-albanien-ist-die-neue-trend-badedestination-schweizer-fliegen-auf-den-doppeladler-id15364046.html" target="_blank">neusten Artikel über Albanien</a> ist keine Rede von »unverbauter Küste« oder »unberührter Natur« – wahrheitsgetreu wird geschrieben von »hoher Nachfrage«, viel »unberührter Natur« und »Albanien gehört bei den Badeferien zu unseren gefragtesten Destinationen mit dem grössten Zuwachs«. Nur das Bild, überschrieben mit »Traumstrand«, zeigt den kaum erreichbaren Grama-Strand auf der Karaburun-Halbinsel.</p>



<p>   </p>



<h4 class="wp-block-heading">Mehr zum Thema</h4>



<p><a href="https://albanien.ch/albanien_info/straende/"><i class="wp-svg-map-2 map-2"></i> Albanischer Strand-Guide</a> </p>



<p><a href="https://www.albanien.ch/une/blog/1623"><i class="wp-svg-newspaper newspaper"></i> Viel zu kurze Saison an albanischen Stränden</a> </p>
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		<title>25 Jahre: 1994 in Albanien</title>
		<link>https://www.albanien.ch/une/blog/2040</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lars]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 May 2019 15:05:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[albanien.ch]]></category>
		<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[1994]]></category>
		<category><![CDATA[Lars]]></category>
		<category><![CDATA[Reisebericht]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute vor 25 Jahren bin ich von meiner ersten Albanienreise heimgekehrt. Damals war ich noch kein grosser Albanien-Fan – das sollte sich aber rasch ändern. Noch im gleichen Jahr bin ich wieder nach Albanien gereist und seither jedes Jahr mindestens ein Mal. Schnell habe ich Albanien und die Albaner schätzen und lieben gelernt und zwischenzeitlich ... <p class="moree"><a class="btn btn-inverse btn-normal btn-primary " href="https://www.albanien.ch/une/blog/2040">Read more</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-drop-cap">Heute vor 25 Jahren bin ich von meiner ersten Albanienreise heimgekehrt. Damals war ich noch kein grosser Albanien-Fan – das sollte sich aber rasch ändern. Noch im gleichen Jahr bin ich wieder nach Albanien gereist und seither jedes Jahr mindestens ein Mal. Schnell habe ich Albanien und die Albaner schätzen und lieben gelernt und zwischenzeitlich das ganze Land erkundigt.</p>



<figure class="wp-block-image"><a href="https://www.albanien.ch/une/rubik-kinder-1994-ha"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="537" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/05/Rubik-Kinder-1994-ha-800x537.jpg" alt="Kinder in Rubik" class="wp-image-2046" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/05/Rubik-Kinder-1994-ha-800x537.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/05/Rubik-Kinder-1994-ha-350x235.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/05/Rubik-Kinder-1994-ha.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption>Kinder in Rubik</figcaption></figure>



<p>Die Welt war eine andere damals, auch bei uns. Aber das lange abgeschlossene und verarmte Albanien war wie von einer anderen Welt. Leider habe ich nur wenige Fotos zurückgebracht – man fotografierte noch anders in der Zeit vor der überhandnehmenden Digitalisierung. Dafür habe ich zum Glück – das Gedächtnis lässt ja nach mit dem Alter –  einen mehrseitigen Reisebericht verfasst, der auf Papier die Jahre überdauert hat.</p>



<span id="more-2040"></span>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>»Nach dem Besuch in der Schule fuhren wir ins Kinderkrankenhaus von Tirana. Obwohl die Zustände dort noch immer viel zu wünschen übriglassen – so hatten 90 Prozent der Kinder durchnässte Kleider an, und die alltermeisten lage in nassen Betten, das Dach weist mehrere Löcher auf etc. – , hat sich in den letzten Jahren doch schon vieles zum Besseren gewandelt. Im Eingang stehen jetzt auch Waschmaschinen und Boiler aus der Schweiz, so dass das Spital im nächsten Monat endlich wieder Warmwasser haben sollte.«</p><cite><br></cite></blockquote>



<p>Auch sonst war die Infrastruktur damals noch sehr bescheiden, das Land kaum entwickelt. Für ein spätes Frühstück durchquerten wir halb Tirana – das damals aber auch noch nicht allzu gross war – um irendwo am Strassenrand aus einem alten Wohnwagen ein paar Sachen zu kaufen. Und nach einer Woche hatten wir wohl schon fast alle Restaurants, die ordentliche Mahlzeiten auftischen konnten, getestet.</p>



<figure class="wp-block-image"><a href="https://www.albanien.ch/une/tirana-durres-strasse-1994"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="422" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/05/Tirana-Durres-Strasse-1994-800x422.jpg" alt="Strasse Tirana–Durrës 1994" class="wp-image-2043" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/05/Tirana-Durres-Strasse-1994-800x422.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/05/Tirana-Durres-Strasse-1994-350x185.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/05/Tirana-Durres-Strasse-1994.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption>Strasse Tirana–Durrës vor dem Bau der Autobahn</figcaption></figure>



<p>Neubauten gab es noch nicht. Die oben genannten Restaurants, natürlich das »Café Europa«, die ausländischen Vertretungen und ein paar erste Hütten im Vorort Kamza waren praktisch die einzigen Renovationen, Um- und Neubauten. Dafür sah man überall noch die Bunker sehr gut, die zwischenzeitlich überwuchert sind, ausgegraben wurden oder hinter Neubauten verschwinden.</p>



<figure class="wp-block-image"><a href="https://www.albanien.ch/une/tirana-dajti-1994"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="544" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/05/Tirana-Dajti-1994-800x544.jpg" alt="Tirana vom Dajti 1994" class="wp-image-2044" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/05/Tirana-Dajti-1994-800x544.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/05/Tirana-Dajti-1994-350x238.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/05/Tirana-Dajti-1994.jpg 1583w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption>Tirana vom Dajti vor der Bauwut</figcaption></figure>



<p>Keiner wusste damals, was der kommende Tag bringen würde. Arbeit gab es kaum, Geld noch viel weniger. Neue Strukturen mussten erst gebildet werden. Aber die Hoffnung auf rasche Besserung war gross. Rohstoffe, Arbeitskräfte, Strände – der Glaube in das Potenzial Albaniens war unendlich. Niemand konnte sich vorstellen, welche Schwierigenkeiten und Herausforderungen in den kommenden Jahren noch auf das Land und die Leute zukommen würden. </p>



<figure class="wp-block-image"><a href="https://www.albanien.ch/une/rubik-primarschule-1994"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="520" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/05/Rubik-Primarschule-1994-800x520.jpg" alt="Primarschule von Rubik 1994" class="wp-image-2047" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/05/Rubik-Primarschule-1994-800x520.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/05/Rubik-Primarschule-1994-350x228.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/05/Rubik-Primarschule-1994.jpg 1846w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption>Primarschule von Rubik</figcaption></figure>



<p>Die Menschen waren sehr freundlich und offen. Als Ausländer war man eine Sensation. Auf der Strasse wurde man angesprochen von Personen, die ihre Fremsprachenkenntnisse testen wollten oder neugierig waren, was man denn hier mache. Kinder gab es überall und »verfolgten« einen auf Schritt und Tritt.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter"><a href="https://www.albanien.ch/une/durres-strand-1994-ha"><img loading="lazy" decoding="async" width="720" height="960" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/05/Durres-Strand-1994-ha.jpg" alt="Am Strand von Durrës im Frühjahr 1994" class="wp-image-2041" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/05/Durres-Strand-1994-ha.jpg 720w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/05/Durres-Strand-1994-ha-480x640.jpg 480w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/05/Durres-Strand-1994-ha-350x467.jpg 350w" sizes="auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px" /></a><figcaption>Sonniger Frühlingstag am Strand von Durrës</figcaption></figure></div>



<p>Wir waren eine kleine Gruppe von jungen Leuten, die in der Schweiz Material und Geld gesammelt hatten, um den Albanern zu helfen. Ein ganzer Lastwagen voll Waren sollte verteilt werden, was nicht ganz einfach war: Zoll, noch mehr administrativer Aufwand beim Zoll, schlechte Strassen und wegen orthodoxen Ostern tagelang geschlossene Behörden und Institutionen hielten uns auf respektive sorgten dafür, dass wir auch ein paar Tage mit Ausflügen totschlagen durften. Wir erfuhren aber auch viel Dankbarkeit – in Rubik fand abends im Biologiezimmer eine grosse Feier zu unseren Ehren statt. </p>



<figure class="wp-block-image"><a href="https://www.albanien.ch/une/rubik-schulzimmer-1994"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="524" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/05/Rubik-Schulzimmer-1994-800x524.jpg" alt="Schulzimmer in Rubik 1994" class="wp-image-2048" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/05/Rubik-Schulzimmer-1994-800x524.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/05/Rubik-Schulzimmer-1994-350x229.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/05/Rubik-Schulzimmer-1994.jpg 1526w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption>Schulzimmer </figcaption></figure>



<p>Seit über 25 Jahren verfolge ich jetzt die Entwicklungen in Albanien. Die ständigen Veränderungen sind aufregend und faszinierend. Und auch nach 25 Jahren gibt es in diesem Land noch immer Neues zu entdecken. Aber: Der Grund, weshalb ich über die ganze Zeit immer wieder nach Albanien fahre, sind vor allem auch die Albaner: jeden Tag viele freundliche, herzliche und bereichernde Begegnungen mit offenen Menschen.</p>



<figure class="wp-block-image"><a href="https://www.albanien.ch/une/durres-strand-kinder-bunker-1994"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="520" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/05/Durres-Strand-Kinder-Bunker-1994-800x520.jpg" alt="Am Strand von Durrës 1994" class="wp-image-2045" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/05/Durres-Strand-Kinder-Bunker-1994-800x520.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/05/Durres-Strand-Kinder-Bunker-1994-350x227.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/05/Durres-Strand-Kinder-Bunker-1994.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption>Strand von Durrës</figcaption></figure>



<p></p>
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		<title>Endlich wieder Direktflüge</title>
		<link>https://www.albanien.ch/une/blog/2019</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lars]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Apr 2019 20:09:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles aus Albanien]]></category>
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		<category><![CDATA[Erstflug]]></category>
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					<description><![CDATA[Kein Aprilscherz: Seit heute gibt es wieder eine direkte Flugverbindung zwischen Zürich und Tirana. Nach fast zehn Jahren Unterbruch – die albanische »Belle Air« war nicht lange erfolgreich – entfällt für uns Schweizer endlich wieder das lästige Umsteigen, und auch wir können uns am Duty Free wieder mit alkoholischen Spezialitäten eindecken. Die »Swissair« war die ... <p class="moree"><a class="btn btn-inverse btn-normal btn-primary " href="https://www.albanien.ch/une/blog/2019">Read more</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Kein Aprilscherz: Seit heute gibt es wieder eine direkte Flugverbindung zwischen Zürich und Tirana. Nach fast zehn Jahren Unterbruch – die albanische »Belle Air« war nicht lange erfolgreich – entfällt für uns Schweizer endlich wieder das lästige Umsteigen, und auch wir können uns am Duty Free wieder mit alkoholischen Spezialitäten eindecken.</p>



<figure class="wp-block-image"><a href="https://www.albanien.ch/une/erstflug-ankunft"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="411" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/04/erstflug-ankunft-800x411.jpg" alt="Wasserfontäne" class="wp-image-2014" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/04/erstflug-ankunft-800x411.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/04/erstflug-ankunft-350x180.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/04/erstflug-ankunft.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption>Begrüssung des Edelweiss-Fliegers in Tirana</figcaption></figure>



<span id="more-2019"></span>



<p>Die »Swissair« war die erste westliche Fluggesellschaft, die in den 1980er Jahren ins kommunistische Albanien flog. Die Schweizer waren lange Platzhirsch in Tirana – bis zum abrupten Ende. Seit 2001 flog keine Schweizer Airline mehr nach Tirana.</p>



<figure class="wp-block-image"><a href="https://www.albanien.ch/une/erstflug-boarding"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="532" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/04/erstflug-boarding-800x532.jpg" alt="Boarding" class="wp-image-2016" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/04/erstflug-boarding-800x532.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/04/erstflug-boarding-350x233.jpg 350w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption>Erstflug: Boarding heute Morgen in Tirana</figcaption></figure>



<p>Die Swissair-Lufhansa-Tochter »Edelweiss« ist aber nicht die einzige Airline, die dieses Jahr von der Schweiz aus nach Tirana fliegen wird. Ab Mai nimmt auch die Schweizer »Germania Flug AG« die Verbindung Zürich–Tirana auf. Und soeben wurde bekannt, dass ab Juni die albanische »Albawings« von Tirana nach Basel fliegen wird. In der Hochsaison wird es damit sechs Flugverbindungen pro Woche zwischen der Schweiz und Albanien geben.</p>



<p>Für die Beteiligten war der heutige Tag durchaus ein Grund zum Feiern: Nebst Vertretern vom Flughafen und Edelweiss war auch Botschafter Adrian Maître und albanische Behördenvertreter vor Ort.</p>



<figure class="wp-block-image"><a href="https://www.albanien.ch/une/erstflug-kuchen"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/04/erstflug-kuchen-800x600.jpg" alt="Torte" class="wp-image-2018" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/04/erstflug-kuchen-800x600.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/04/erstflug-kuchen-350x263.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/04/erstflug-kuchen.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption>In Tirana wurde die neue Flugverbindung mit einer Torte gefeiert</figcaption></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright"><a href="https://www.albanien.ch/une/erstflug-flighradar"><img loading="lazy" decoding="async" width="350" height="367" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/04/erstflug-flighradar-350x367.jpg" alt="Flightradar" class="wp-image-2031" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/04/erstflug-flighradar-350x367.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/04/erstflug-flighradar.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px" /></a><figcaption>Erstflug</figcaption></figure></div>



<p>Die heutigen Erstflüge waren nicht voll ausgelastet: Der Airbus A320 war mit rund 80 Passagieren nur rund zur Hälfte besetzt. Touristen waren kaum an Bord – die meisten Passagiere waren Albaner, viele sind in Zürich umgestiegen.</p>



<p>Es bleibt zu hoffen, dass sich die Auslastung während der Sommersaison trotz der zusätzlichen Konkurrenz noch verbessern wird, damit uns die Verbindung erhalten bleibt. Im albanischen Flugmarkt haben wir ja schon viele Überraschungen erlebt.</p>



<figure class="wp-block-embed-vimeo wp-block-embed is-type-video is-provider-vimeo wp-embed-aspect-9-16 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="Erstflug Edelweiss Tirana-Zürich, 1. April 2019" src="https://player.vimeo.com/video/327800884?dnt=1&amp;app_id=122963" width="563" height="1000" frameborder="0" allow="autoplay; fullscreen; picture-in-picture; clipboard-write"></iframe>
</div></figure>



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<div class="fb-post" data-href="https://www.facebook.com/tiranainternationalairport/posts/270367250342042" data-width="552"></div>
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<p><br></p>
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		<title>Ungesehene Sehenswürdigkeiten: Kirchenruine in Shirgj</title>
		<link>https://www.albanien.ch/une/blog/2002</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lars]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Feb 2019 14:40:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Mittelalter]]></category>
		<category><![CDATA[Ruinen]]></category>
		<category><![CDATA[Sehenswürdigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Shirgj]]></category>
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		<category><![CDATA[Tourismus]]></category>
		<category><![CDATA[Ungesehene Sehenswürdigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Velipoja]]></category>
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					<description><![CDATA[Kirchen hatten in Albanien immer wieder einen schweren Stand – Bau- und Renovierungsverbote durch die Osmanen, Umnutzung, Vernachlässigung oder Zerstörung durch die Kommunisten. So überrascht es nicht, dass viele Kirchen in Vergessenheit gerieten und jetzt in unserer Artikelfolge »Ungesehene Sehenswürdigkeiten« wieder auftauchen. Die Ruinen der Kirche von Shirgj ist ein solches Beispiel – weder das ... <p class="moree"><a class="btn btn-inverse btn-normal btn-primary " href="https://www.albanien.ch/une/blog/2002">Read more</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Kirchen hatten in Albanien immer wieder einen schweren Stand – Bau- und Renovierungsverbote durch die Osmanen, Umnutzung, Vernachlässigung oder Zerstörung durch die Kommunisten. So überrascht es nicht, dass viele Kirchen in Vergessenheit gerieten und jetzt in unserer <a href="https://www.albanien.ch/une/blog/tag/ungesehene-sehenswuerdigkeiten">Artikelfolge »Ungesehene Sehenswürdigkeiten«</a> wieder auftauchen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright"><a href="https://www.albanien.ch/une/?attachment_id=2004"><img loading="lazy" decoding="async" width="350" height="233" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/02/Shirq-Ruins-350x233.jpg" alt="" class="wp-image-2004" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/02/Shirq-Ruins-350x233.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/02/Shirq-Ruins-800x533.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/02/Shirq-Ruins.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Ruine am Flussufer</figcaption></figure></div>


<p>Die Ruinen der Kirche von Shirgj ist ein solches Beispiel – weder das Dorf am Unterlauf der Bune bei Shkodra, noch die Sehenswürdigkeit oder die Geschichte der alten Klosteranlage sind im Land weit bekannt.</p>



<p>Von der ehemals grossen Kirche von Shirgj ist nicht mehr viel übrig. Der Zahn der Zeit hat dem Bau stark zugesetzt. Vor 100 Jahren war die Ruine noch ein Gebäude mit vier Wänden und ohne Dach – heute stehen nur noch ein paar Meter einer Seitenwand und ein Pfeiler aus dem Kirchenschiff. </p>



<p>Die Buna hat zu sehr am Ufer genagt, so dass ein Grossteil der Mauern verschwunden ist. </p>



<h4 class="wp-block-heading">Ein grosser Rest einer grossen Vergangenheit</h4>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright"><a href="https://www.albanien.ch/une/?attachment_id=2003"><img loading="lazy" decoding="async" width="350" height="233" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/02/Shirq-Ruins-Wall-350x233.jpg" alt="" class="wp-image-2003" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/02/Shirq-Ruins-Wall-350x233.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/02/Shirq-Ruins-Wall-800x533.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/02/Shirq-Ruins-Wall.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die spärlichen Reste der Kirche</figcaption></figure></div>


<p>Die Kirchenruinen sind bescheidene Zeugen einer grossen Vergangenheit. Sie stammen aus dem Jahr 1290, sind also älter als die Schweizer Eidgenossenschaft. Stifterin war die serbische Köngin Hélène d&#8217;Anjou. Im 14. Jahrhundert war das Kloster um die Kirche einer der wichtigsten Handelsplätze des Westbalkans: Hier wurde verladen, was von den Schiffen in Richtung Land sollte oder was exportiert werden sollte. Bis hier war die Buna befahrbar, weshalb an diesem Ort ein Umschlagsplatz, ein bedeutender Markt und ein kleines Städtchen entstand. Noch vor dem Einfall der Türken hatte das Kloster an Bedeutung verloren – und schnell verschwand es in der Vergessenheit.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Ländliche Idylle</h4>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright"><a href="https://www.albanien.ch/une/?attachment_id=2005"><img loading="lazy" decoding="async" width="350" height="233" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/02/Drin-bei-Shirgj-350x233.jpg" alt="" class="wp-image-2005" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/02/Drin-bei-Shirgj-350x233.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/02/Drin-bei-Shirgj-800x532.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2019/02/Drin-bei-Shirgj.jpg 1505w" sizes="auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Landschaftsidylle: der Fluss Drin bei Shirq</figcaption></figure></div>


<p>Das Dorf Shirq ist ein unauffälliges Bauerndorf zwischen Shkodra und Velipoja. Auf guter Strasse ist es nur ein kleiner Abstecher.</p>



<p>Die beiden grössten Neubauten im Ort weisen darauf hin, dass hier Katholiken und Muslime zusammenwohnen. Über Feldwege geht es von der Strasse nach Westen zum Fluss Buna. Die hohen Dämme erinnern daran, dass die Region immer wieder überschwemmt wird. An Bauernhäusern und Feldern vorbei erreicht man nach 15 Minuten das Flussufer mit der Kirchenruine, die sich idyllisch zwischen den Bäumen versteckt.</p>



<p>Auch der markierte Radweg von Shkodra nach Velipoja führt unweit der Kirche vorbei. Ob mit zwei oder vier Rädern unterwegs: Mit einem Abstecher zur Kirchenruine lässt sich ein Besuch in Velipoja am Meer gut mit etwas Kultur und einem Ausflug in die Geschichte des Landes verbinden.</p>



<p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ruinen_der_Kirche_von_Shirgj" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="&lt;&quot;span&quot; class=&quot;wp-svg-&quot;wordpress&quot; &quot;wordpress&quot;&quot;&gt;&lt;/&quot;span&quot;&gt; Wikipedia: Informationen zur Geschichte der Kirche (opens in a new tab)"><span class="wp-svg-wordpress wordpress"></span> Wikipedia: Informationen zur Geschichte der Kirche</a></p>
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		<title>Ungesehene Sehenswürdigkeiten: Shelcan</title>
		<link>https://www.albanien.ch/une/blog/1888</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lars]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Feb 2018 20:03:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte & Kultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Ausflug]]></category>
		<category><![CDATA[Berge]]></category>
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					<description><![CDATA[In der Region Elbasan finden sich mehrere ungesehene Sehenswürdigkeiten – die Region wird wohl wegen ihrer Nähe zur Hauptstadt immer wieder missachtet. Dieses Mal wenden wir uns von Elbasan gegen Süden ins kaum besuchte Shpati-Bergland. Der Ausflug verspricht Kultur, Kulinarik und Naturerlebnisse. Ein Bergsträsschen windet sich gleich jenseits der Shkumbin-Brücke von Elbasan den Berg hoch. ... <p class="moree"><a class="btn btn-inverse btn-normal btn-primary " href="https://www.albanien.ch/une/blog/1888">Read more</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In der Region Elbasan finden sich mehrere <a href="https://www.albanien.ch/une/blog/tag/ungesehene-sehenswuerdigkeiten">ungesehene Sehenswürdigkeiten</a> – die Region wird wohl wegen ihrer Nähe zur Hauptstadt immer wieder missachtet. Dieses Mal wenden wir uns von Elbasan gegen Süden ins kaum besuchte Shpati-Bergland. Der Ausflug verspricht Kultur, Kulinarik und Naturerlebnisse.</p>
<p><div id="attachment_1893" style="width: 360px" class="wp-caption alignright"><a href="https://www.albanien.ch/une/blog/1888/shelcan_kirche_aussen" rel="attachment wp-att-1893"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1893" class="size-medium wp-image-1893" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2018/02/Shelcan_Kirche_aussen-350x228.jpg" alt="" width="350" height="228" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2018/02/Shelcan_Kirche_aussen-350x228.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2018/02/Shelcan_Kirche_aussen-800x522.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2018/02/Shelcan_Kirche_aussen.jpg 1533w" sizes="auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px" /></a><p id="caption-attachment-1893" class="wp-caption-text">Niklauskirche in Shlecan</p></div></p>
<p>Ein Bergsträsschen windet sich gleich jenseits der Shkumbin-Brücke von Elbasan den Berg hoch. Schnell gewinnt man an in der ruhigen Landschaft an Höhe, schnell bleibt die Stadt in der Tiefe zurück. Es eröffnet sich ein Panoramablick weit hinaus ins Umland – schon bald taucht am westlichen Horizont das Meer auf. Schon bald führt die Strasse durchs das Dorf Shelcan. Die angesteurte Sehenswürdigkeit liegt aber noch anderthalb Kilometer weiter in »Shelcan 2«, einem Weiler oberhalb der Asphaltstrasse.</p>
<p>Hier liegt zwischen Bauernhäusern die Niklauskirche, eine kleine orthodoxe Dorfkirche. Von aussen ein eher einfacher Bau, im Inneren finden sich aber Wandmalereien, die zu den schönsten Albaniens gehören. Nachdem die Bäuerin aus dem Nachbarhaus das kleine Türchen aufgeschlossen hat, taucht der Besucher in eine bunte Welt ein: Der komplette Innenraum ist vom Boden bis zur Decke mit Fresken bedeckt. Hinzu kommt, dass hier im Gegensatz zu vielen anderen Kirchen in Albanien die Wandmalereien noch gut ehalten sind – klare Farben, kaum beschädigt, nicht vorsätzlich zerstört. Ein Juwel, das den kommunistischen Antireligionswahn überstanden hat. Zumindest ein Teil der Fresken soll von Onufri stammen, dem berühmten Ikonenmaler aus dem 16. Jahrhundert. Gewisse Teile der Kirche dürften aber noch deutlich älter sein und werden auf das 14. Jahrhundert geschätzt.</p>
<p>
<a href='https://www.albanien.ch/une/blog/1888/shelcan_fresko_detail'><img loading="lazy" decoding="async" width="480" height="640" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2018/02/Shelcan_Fresko_Detail-480x640.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" /></a>
<a href='https://www.albanien.ch/une/blog/1888/shelcan_kirche_innen'><img loading="lazy" decoding="async" width="480" height="640" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2018/02/Shelcan_Kirche_innen-480x640.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" /></a>
</p>
<p>Nach der Kultur kommt die Natur: Von Shelcan führt die Strasse weiter nach Süden, an den Hängen der Shpati-Berge entlang immer weiter an Höhe gewinnend. Auf 1000 Metern verändert sich die Landschaft: Die karge, trockenen Berghänge weichen ausgedehnten Nadelwäldern.</p>
<p><div id="attachment_1891" style="width: 360px" class="wp-caption alignright"><a href="https://www.albanien.ch/une/blog/1888/gjinar" rel="attachment wp-att-1891"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1891" class="size-medium wp-image-1891" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2018/02/Gjinar-350x237.jpg" alt="" width="350" height="237" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2018/02/Gjinar-350x237.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2018/02/Gjinar-800x543.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2018/02/Gjinar.jpg 1474w" sizes="auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px" /></a><p id="caption-attachment-1891" class="wp-caption-text">Shpati-Berge bei Gjinar</p></div></p>
<p>Mitten drin liegt das Dorf Gjinar, wo der Asphalt endet. Wer hierher kommt, will die Bergluft und die Natur geniessen. Andere Sehenswürdigkeiten hat das Dorf nicht zu bieten. Eine Fahrt nach Gjinar ist ein netter Ausflug – nur rund 30 Minuten von Elbasan entfernt kann man hier in eine komplett andere Welt eintauchen. Und: Es gibt mehrere Restaurants, die frische Küche und lokale Produkte anbieten. Mancherorts hat man eine wunderbare Aussicht weit hinaus über die mittel- und südalbanischen Hügel.</p>
<p>Vielleicht wird diese Sehenswürdigkeit irgendwann auch noch von der Tourismusförderung entdeckt. Die Shpati-Berge erreichen bei Gjinar Höhen von über 1800 Metern und würde sich gut für Wanderungen und Bike-Touren eignen. Aktuell gebe es aber noch keine Wege.</p>
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