Bluebunny hat geschrieben:trotzdem machen sie nicht so einen dummen Thread auf und schimpfen auf die deutschen Schlampen!
Aus dem ganz einfachen Grund weil das Wort "Schlampe" in meinem Wortschatz nicht existiert, unabhängig welcher Nation.
Definieren wir einmal das Wort "Schlampe". Wikipedia definiert Schlampe wie folgt:
Wikipedia.de hat geschrieben:Schlampe ist im heutigen Deutsch ein stark abwertendes Schimpfwort für promiske (=Als Promiskuität wird die Praxis eines nicht an langfristigen Bindungen orientierten Geschlechtsverkehrs mit verschiedenen Partnern bezeichnet.) Frauen.
Wie wir alle wissen wird das Wort "Schlampe" meistens abwertend verwendet (Ausnahme: Bei homosexuellen Männern gilt es als Kompliment, wird als Anerkennung verwendet). Also stelle ich mir die Frage: Wer oder was gibt mir das Recht über den Lebensstil von jemanden zu urteilen bzw. diesen abzuwerten und somit einen anderen als besseren bzw. tugendhafteren darzustellen?
Wenn sich eine junger (oder ältere) Lady entschließt fleißig Erfahrungen sammeln zu wollen so ist sie in meinen Augen, auch wenn mir das viele nicht abkaufen, in keinster Weise schlechter als eine Nonne, die gänzlich auf Sex verzichtet oder ein Mädl das sich für den "Richtigen" aufhebt.
Ich habe generell etwas gegen Wört die über die Art und Weise wie jemand sein Leben lebt richten, sie abwerten oder aufwerten.
Was mich am meisten aufregt sind Menschen die diese verwenden um sich persönlich besser darzustellen. Ein nettes Bsp: Die "Schlampe" nennt das enthalsame Mädl "verklempt", das enthalsame Mädl nennt das fleißig an Erfahrung sammelnde Mädl "Schlampe". Somit stellt das enthalsame Mädl ihren Weg als besseren dar während das aktive Mädl wiederum ihren Weg als besseren darstellt.
Wer hat nun Recht???
Hmmm... schwierig, schwierig, nun wird vermutlich ein drittes Mädl (bzw. in dem Fall jetzt der Leser) den Weg als ansprechender empfinden der dem eigenen Weg entspricht (Einfach mal ausprobieren: Welchen Weg findest du besser? Und jetzt: Welcher Weg entspricht mehr deinem Weg? Zu 99% wird es wohl zweimal die gleiche Antwort sein).
Wie man sieht ist das also alles sehr persönlich. Auch wenn ich Philosophie in der Schule gehasst hab wie der Teufel das Weihwasser, so kann ich hier doch deutlich sagen das hier der Egoismus des Menschen ins Spiel kommt. Jeder geistig gesunde Mensch wird sich selber nicht abwerten, und zwar ganz unbewusst.
Wenn man sich diesem Phänomen bewusst wird, überlegt man sich es zweimal bevor man über jemanden wertet.
Ich habe in meinem engen Freundeskreis Vertreterinnen beider oben angesprochener Gruppen. Ich behandle beide mit gleichem Respekt, da ich wirklich nicht sagen kann welcher Weg besser ist. Es gibt vermutlich gar keinen allgemeinen besseren Weg sondern jeweils nur einen individuellen. Also soll man für sich selber entscheiden welcher Weg besser ist, es aber nicht für andere tun, und somit auf- und abwertungen bezüglich nicht-Leistungsbezogenen Aspekten (dort sind sie sehr wichtig) verzichten.
Ich hoffe es kommt einigermaßen das rüber was ich sagen will und was ich meine.
"Im Leben kommt es nicht darauf an gute Karten zu haben, es kommt darauf an mit schlechten Karten gut zu spielen"
R. L. Stevenson