Jeton hat geschrieben:
ich sehe du bist ein anhänger des neo klassischen liberalismus und möchtest dem markt seine eigene kontrolle überlassen und selbstregulierung geben. doch das ist für mich der falsche ansatz. schau dir mal die theorien der wirtschaftsordungen von walter eucken an. jedes unternehmen hat die intention gewinn zu erwirtschaften. überlässt man nun den unternehmen freie hand, geht die soziale verantwortung der unternehmen verloren. es gibt nunmal eine interdependenz der ordnungen. das heist es gibt einen kausalen zusammenhang zwischen wirtschaft und politik. jedoch mit unterschiedlichen intentionen. gewinnmaximierung auf der einen seite und einen pareto optimalen zustand (wohlfahrtsheorie)auf der anderen seite. überlässt man nun den markt sich selber kommt es unweigerlich zu einem marktversagen (monopole, externe effekte usw) weil die intetion der gewinnmaximierung es einfach mitsichbringt. in solchen fällen muss der staat eingreifen und es regulieren zb durch kündigungsschutz, mindestlöhne usw. ansonsten herrschen in kürzester zeit sogenannte marktmachten. gutes beispiel in deutschland 4 oder 5 energieversorger zwischen denen kein wettbewerb herrscht sondern sie sich den markt aufgeteilt haben und ungehindert die preise erhöhen können weil die "konkurrenz" miterhöht und dem verbraucher keine wahl bleibt. das gleiche prinzip ist bei gewerkschaften anzusehen weil sie im prinzip nichts anderes sind als eine regulierungsbehörde wie das kartellamt um solch einem marktversagen gegenzuwirken. es kann nicht sein das ein unternehmen milliardengewinne macht und gleichzeitig tausende arbeitnehmer entlässt um noch mehr gewinn zu erwirtschaften (zb deutsche bank). und gerade diese eigendynamik wie du sagst die sich durch die intention der gewinnmaximierung entwickelt, muss seitens des staates, gewerkschaften usw reguliert werden. das sind unteranderem hauptmerkmale einer sozialen marktwirtschaft. und man sollte sich nicht an den beipielen der USA orientieren sondern eher an den skandinavischen ländern die uns die soziale marktwirtschaft vorleben.
ne ne, hast mich falsch verstanden. eine gewisse regelung ist überall
notwendig. aber regulierung ist für mich nicht mit gewerkschaften gleich
zusetzen. betr. monopol, also die grössten befürworter von monopolen
sind doch die gewerkschaften. das sind die ersten die aufschreien, sobald
ein staatsunternehmen privatisiert werden soll und der markt dadurch
liberalisiert wird. diese funktion wird sowieso von der
wettbewerbskommission wahrgenommen. ausserdem keine unternehmen
der welt, welches langfristig erfolgreich sein will, hatt ein interesse ihre
MA's auszubeuten. Die Stakeholder Interessen sind nicht mehr nur eine
passage im leitbild, sondern werden mittlerweile von den unternehmen
auch wahrgenommen.
ich nehme mir kein Beispiel
zum gewinn der deutschen bank, der in milliardenhöhe anfiel und trotzdem
stellen abgebaut wurden. ein unternehmen wird nie in absoluten zahlen
bewertet sondern in relativen. die eigenkapital rendite war damals unter
die 20 % von der DB. Joe Ackermann war gezwungen diese massnahmen
einzuleiten um für investoren weiterhin attraktiv zu bleiben. wenn das nicht
passiert wäre, wären die aktien der DB massiv zusammengebrochen.
ich sehe es, du gehört der SPD-Fraktion! Ich bin ein Liberaler mit der
nötigen portion vernunft!
ich bin kein fan des amerikanischen Prinzips. jedoch halte ich auch nicht
viel von den skandinavischem die haben auch solche steuersätze wie die
deutschen. da bevorzuge ich schon das ch-system!