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	<title>Parlament Archive &#8211; News by newsletter Albanien</title>
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	<description>Nachrichten aus und über Albanien</description>
	<lastBuildDate>Sun, 11 May 2025 20:34:46 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Erste Umfrageresultate der Wahlen und ein neuer König von Albanien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Admin albanien.ch]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 May 2025 20:30:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles aus Albanien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratische Partei]]></category>
		<category><![CDATA[Edi Rama]]></category>
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		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Sozialistische Partei liegt nach den heutigen Parlamentswahlen vorne – Edi Rama wird wohl den vierten Wahlsieg in Folge feiern</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.albanien.ch/bb/2025/05/erste-umfrageresultate-der-wahlen-und-ein-neuer-koenig-von-albanien/">Erste Umfrageresultate der Wahlen und ein neuer König von Albanien</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.albanien.ch/bb">News by newsletter Albanien</a>.</p>
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<p><strong>Die Sozialistische Partei liegt nach den heutigen Parlamentswahlen vorne – Edi Rama wird wohl den vierten Wahlsieg in Folge feiern</strong></p>



<span id="more-2107"></span>



<p>Die Welt schaute heute auf Albanien – aber nicht wegen der Politik oder anderen unschönen Ereignissen. In Südalbanien war der Giro d&#8217;Italia unterwegs. Die dritte Etappe von der »Grande Partenza« wurde in Vlora gestartet, führte im Hinterland nach Süden und entlang der Albanischen Riviera und über den Llogara-Pass zurück nach Vlora. Sieger nach 160 Kilometern und 2800 Höhenmetern wurde um Haaresbreite Mats Pedersen. Der Däne hatte schon am Freitag die erste Etappe von Durrës nach Tirana – mit ein paar Umwegen und Zusatzschleifen – gewonnen und darf sich jetzt wohl »König von Albanien« nennen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Geschäftigter Wahl-Sonntag</h2>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.albanien.ch/bb/albanien-giro-ditalia-und-wahlen-illustration-ai/"><img decoding="async" fetchpriority="high" width="1024" height="585" src="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/05/Albanien-Giro-dItalia-und-Wahlen-Illustration-AI-1024x585.jpg" alt="Realistische Illustration erstellt mit künstlicher Intelligenz: Berge am Meer, albanische Flaggen, Fahrradfahrer auf der Strasse und Albaner am Strassenrand, die zum Wählen anstehen" class="wp-image-2109" srcset="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/05/Albanien-Giro-dItalia-und-Wahlen-Illustration-AI-1024x585.jpg 1024w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/05/Albanien-Giro-dItalia-und-Wahlen-Illustration-AI-300x171.jpg 300w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/05/Albanien-Giro-dItalia-und-Wahlen-Illustration-AI-768x439.jpg 768w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/05/Albanien-Giro-dItalia-und-Wahlen-Illustration-AI-600x343.jpg 600w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/05/Albanien-Giro-dItalia-und-Wahlen-Illustration-AI-1536x878.jpg 1536w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/05/Albanien-Giro-dItalia-und-Wahlen-Illustration-AI-1320x754.jpg 1320w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2025/05/Albanien-Giro-dItalia-und-Wahlen-Illustration-AI.jpg 1792w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Wahlsonntag in Albanien: Giro d&#8217;Italia und Urnengänger – Symbolbild</figcaption></figure>



<p>Viele Menschen standen nicht gerade am Strassenrand, als die Radfahrer vorbeidüsten. Das liegt sicherlich an der fehlenden Fahrrad-Tradition in Albanien und der geringen Bevölkerungsdichte in Südalbanien, aber auch daran, dass die Albaner nicht in den Süden zum Rennen fuhren, sondern an die Urnen gerufen worden waren.</p>



<p>Allzu hoch wird die Wahlbeteiligung zwar voraussichtlich nicht ausfallen – eher noch etwas tiefer als die 46 % beim letzten Mal. Gerade die Jungen blieben den Urnen fern, berichten Beobachter aus Tirana.</p>



<p>Die tiefe Wahlbeteiligung ist sicher Ausdruck der grossen Politikverdrossenheit im Land: Die Preise haben in den letzten Jahren deutlich angezogen, die Korruptionsvorwürfe wurden nicht unbedingt weniger, viele Albaner sehen wenig Zukunft.</p>



<p>Viele Gründe für viele Albaner, das Land zu verlassen. Zehntausende kehren der Heimat jedes Jahr den Rücken zu. Inwiefern sich die Emigration und das Ausbleiben der Neuwähler auswirkt, bleibt abzuwarten. </p>



<p>Neu ist dieses Jahr zudem, dass Emigranten wählen dürften, ohne nach Albanien reisen zu müssen. Auch diese Stimmen dürften den Wahlausgang beeinflussen.</p>



<p>Die Resultate werden in den nächsten Tagen erwartet.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nicht viel Wahl</h2>



<p>Die Zeiten, als in Albanien nur eine Partei zur Wahl stand, sind zum Glück schon lange vorbei. Heute hatten viele Albaner wohl eher die Qual der Wahl: Einerseits die oppositionellen Demokraten mit Sali Berisha an der Parteispitze, andererseits die von Premierminister Edi Rama angeführten Sozialisten. Die weiteren Parteien sind zu klein und zu wenig einflussreich, um viele Stimmen anziehen zu können.</p>



<p>Sali Berisha konnte nach Jahren des internen Parteikampfes sich als Parteivorsitzender durchsetzen. Die Machtkämpfe innerhalb der Partei, die US-Sanktionen gegen ihn, die Gerüchte über Unterstützung von Amerikas Rechten, zwischenzeitlicher Hausarrest und sein Alter von über 80 Jahren – damit sind die Demokraten weiterhin nur für treue Stammwähler attraktiv.</p>



<p>Auf der anderen Seite steht Edi Rama – ebenfalls nicht besonders beliebt in der breiten Bevölkerung. Es wird ihm vorgeworfen, immer autokratischer zu werden. Auch die Vorwürfe der Korruption werden nicht weniger, die Unzufriedenheit bei den Albanern steigt. Andererseits wäre wohl auch ein Berisha nicht weniger korrupt oder weniger autokratisch, und es geht doch voran in Albanien.</p>



<p>Insbesondere der Tourismus boomte in den letzten Jahren, und weiterhin wird ununterbrochen gebaut. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Ruhiger Wahlverlauf, hektischer Rennverlauf</h2>



<p>Dass wir dieses Jahr fast mehr vom Fahrradrennen als von der Politik sprechen, liegt sicherlich auch am ruhigen Wahlverlauf. Es waren wohl die ruhigsten Wahlen in der Geschichte der Republik Albanien: Keine Boykotts und Ultimaten der Opposition, keine hässlichen Zwischenfälle, keine grundlegenden Änderungen des Wahlrechts in letzter Sekunde.</p>



<p>Dass die Regierung Rama den Giro d&#8217;Italia nach Albanien bringen konnte, war ein gelungener PR-Coup, der Edi Rama sicherlich auch politisch in die Karten spielte. Die Innenstadt von Tirana war an den Tagen vor der Wahl gesperrt wegen der Radfahrer – kein Raum für politische Aufmärsche und medienwirksame Proteste. </p>



<p>Den Giro d&#8217;Italia nach Albanien zu holen, war nicht ganz günstig. Man sagt, dass Albanien sich die Werbeaktion sieben Millionen Euro habe kosten lassen. Und auch wenn in Himara die Arbeiten für einen neuen Strassenbelag nicht ganz fertig geworden sind und etliche Rennfahrer sich an einem Strassenloch einen Platten geholt haben: Albanien hat sich der Welt von einer sehr guten Seite präsentiert.</p>



<p>Auch das <a href="https://www.facebook.com/albaniench/posts/pfbid02ZoEbjBr4o52CyvhDxsJ2DWiVte31pKJ8SqSGs9RWHRebzLqypWfRfwgLwiXvQwMFl" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bild von der Ziege</a>, die die Strasse mitten durchs Fahrerfeld quert und einen Rennfahrer attackiert, trägt am Schluss positiv zum Image Albaniens bei. Solche Wochenende wie dieses dürfte es ruhig öfters geben.</p>



<p class="has-text-align-right"><em>Lars Haefner</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.albanien.ch/bb/2025/05/erste-umfrageresultate-der-wahlen-und-ein-neuer-koenig-von-albanien/">Erste Umfrageresultate der Wahlen und ein neuer König von Albanien</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.albanien.ch/bb">News by newsletter Albanien</a>.</p>
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		<title>Aufstand der Opposition – ernsthafte Krise oder Politposse?</title>
		<link>https://www.albanien.ch/bb/2019/04/aufstand-der-opposition-ernsthafte-krise-oder-politposse/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lars]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Apr 2019 11:06:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratische Partei]]></category>
		<category><![CDATA[Demonstration]]></category>
		<category><![CDATA[Edi Rama]]></category>
		<category><![CDATA[Lulzim Basha]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Proteste]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit ihrem Rücktritt in corpore wollten die Parlamentsmitglieder der Demokratischen Partei die albanische Politik in ein Dilemma führen – der Plan ist nicht aufgegangen. Edi Ramas Stern ist am Sinken. Von immer mehr Seiten kommt Kritik an seinem autoritären Führungsstil, die Korruptionsvorwürfe werden immer lauter, die politische Situation im Land ist mal wieder äusserst verzwickt. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.albanien.ch/bb/2019/04/aufstand-der-opposition-ernsthafte-krise-oder-politposse/">Aufstand der Opposition – ernsthafte Krise oder Politposse?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.albanien.ch/bb">News by newsletter Albanien</a>.</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Mit ihrem Rücktritt in corpore wollten die Parlamentsmitglieder der Demokratischen Partei die albanische Politik in ein Dilemma führen – der Plan ist nicht aufgegangen.</h4>



<span id="more-973"></span>



<p>Edi Ramas Stern ist am Sinken. Von immer mehr Seiten kommt Kritik an seinem autoritären Führungsstil, die Korruptionsvorwürfe werden immer lauter, die politische Situation im Land ist mal wieder äusserst verzwickt. Nach den Studentenprotesten vom Winter (siehe Beitrag <a href="https://www.albanien.ch/bb/2018/12/demonstranten-setzen-regierung-unter-druck/">»Demonstranten setzen Regierung unter Druck«</a>) streikt seit Februar die Opposition regelmässig in Tirana – meist friedlich, letzten Samstag aber kam es wieder zu Zusammenstössen mit der Polizei. Trotz des ganzen Drucks sitzt der Ministerpräsident aber nach wie vor Fest im Sattel. Denn die Methoden, mit denen die Opposition an seinem Stuhl sägen möchte, finden nur wenige Unterstützer.</p>



<h5>Demokraten spielen nicht mehr mit</h5>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright"><a href="https://www.albanien.ch/bb/2019/04/aufstand-der-opposition-ernsthafte-krise-oder-politposse/demonstration-tirana-maerz-2019-parlament/"><img decoding="async" width="300" height="214" src="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2019/04/Demonstration-Tirana-Maerz-2019-Parlament-300x214.jpg" alt="Demonstration in Tirana, März 2019:" class="wp-image-999" srcset="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2019/04/Demonstration-Tirana-Maerz-2019-Parlament-300x214.jpg 300w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2019/04/Demonstration-Tirana-Maerz-2019-Parlament-768x547.jpg 768w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2019/04/Demonstration-Tirana-Maerz-2019-Parlament-1024x729.jpg 1024w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2019/04/Demonstration-Tirana-Maerz-2019-Parlament-600x427.jpg 600w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2019/04/Demonstration-Tirana-Maerz-2019-Parlament.jpg 2000w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption>Demonstranten vor dem Parlament, März 2019</figcaption></figure></div>



<p>Begonnen hat alles mit der grossen Demonstration in Tirana Mitte Februar. Tausende versammelten sich, um gegen die Regierung zu protestieren. Sie forderten den Rücktritt von Rama und seinen Ministern, die nur dank Verbrechen und der Mafia an die Macht gekommen seien. »Sie haben zwei Albanien geschaffen – eines für die Mehrheit, die von der Aussicht auf ein besseres Leben beraubt und ins Gefängnis geworfen wird, weil sie die Stromrechnung nicht bezahlen kann, und ein zweites Albanien … für diejenigen, die über dem Gesetz stehen,« erklärte Lulzim Basha, Vorsitzender der Demokratischen Partei. Leider ist es bei dieser Demonstration zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Wütende Demonstranten versuchten den Sitz des Ministerpräsidenten zu stürmen und zerstörten unter anderem Kunstwerke.</p>



<p>Da die Regierung – erwartungsgemäss – nicht auf die Rücktrittsforderung einging, setzten die Demokraten wieder auf die Karte »Erpressung«, mit der sie schon im Frühling 2017 den Politbetrieb über Wochen blockierten und Eingeständnisse ertrotzt haben (siehe <a href="https://www.albanien.ch/bb/2017/05/die-spaete-einigung/">Beitrag vom Mai 2018</a>). Dieses Mal kam es nicht zum Hungerstreik oder Boykott der Parlamentssitzungen. Dieses Mal traten die oppositionellen Parlamentarier der Demokratischen Partei und der LSI geschlossen zurück.</p>



<p>Zu verlieren hatten sie nach der katastrophalen <a href="https://www.albanien.ch/bb/2017/06/unaufgeregte-wahlen/">Wahlschlappe im Sommer 2017</a> sowieso nichts mehr.</p>



<h5>Ramas Baustellen: Gekaufte Wahlen und andere Vorwürfe</h5>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright"><a href="https://www.albanien.ch/bb/?attachment_id=998"><img decoding="async" width="300" height="143" src="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2019/04/Demonstration-Tirana-Maerz-2019-Schild-300x143.jpg" alt="Demonstration in Tirana, März 2019" class="wp-image-998" srcset="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2019/04/Demonstration-Tirana-Maerz-2019-Schild-300x143.jpg 300w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2019/04/Demonstration-Tirana-Maerz-2019-Schild-768x367.jpg 768w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2019/04/Demonstration-Tirana-Maerz-2019-Schild-1024x489.jpg 1024w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2019/04/Demonstration-Tirana-Maerz-2019-Schild-600x287.jpg 600w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption>Demonstranten in den Strassen von Tirana</figcaption></figure></div>



<p>Der Vorwurf der Korruption ist nicht neu, aber wird immer lauter. Häufiger hört man auch Kritik an Ramas autoritären Gebaren: Andere Meinungen scheint der Ministerpräsident je länger je weniger zu akzeptieren, Projekte werden auch mal auf dubiose Art und Weise umgesetzt, um möglichst schnell mit guten Schlagzeilen punkten zu können.</p>



<p>Im Dezember wurde bekannt, dass der Bürgermeister von Durrës, Vangjush Dako, mit der Mafia zusammengearbeitet habe: Die Verbrecher hätten bei den Parlamentswahlen anderthalb Jahre zuvor Stimmen gekauft und Wähler bedroht. Auch wenn solche Vorkommnisse stark zu verurteilen sind und es nicht verständlich ist, dass Dako noch immer Bürgermeister ist, kann deswegen nicht die ganzen Wahlen in Frage gestellt werden.</p>



<p>Im Verlaufe der Studentenproteste vom letzten Winter hat Rama nach Weihnachten zahlreiche Minister entlassen. Darunter waren seine Stellvertreterin, Wirtschafts- und Finanzminister Arben Ahmetaj, langjährige Weggefährten wie Aussenminister Ditmir Bushati und Kulturministerin Mirela Kumbaro und natürlich Bildungsministerin  Lindita Nikolla. Die Umbildung des Kabinetts wurde wiederholt als Ausdruck von Schwäche und Ungewissheit gedeutet. Die Einsetzung von mehreren unbekannten Personen – darunter als  Bildungsministerin eine junge Kosovarin – unterstreicht diesen Eindruck.</p>



<p>Das Bild, das die Regierung Rama aktuell bietet, ist nicht gerade das beste und Kritik ist durchaus berechtigt. Aber für eine Stilllegung des Politbetriebs ist nicht ansatzweise genügend Grund gegeben. Die Opposition hat die Spielregeln der Demokratie arg strapaziert.</p>



<h5>Grosse Ungewissheit bei den Analytikern</h5>



<p>Die Lage war verfahren: Natürlich sind Rama und Co. nicht den Forderungen der Opposition nachgekommen. Dass die demokratischen Abgeordneten zurückkrebsen und ins Parlament zurückkehren – was eigentlich auch gar nicht mehr geht –, konnte auch schnell ausgeschlossen werden.</p>



<p>Bei einem Rücktritt eines Parlamentariers rutscht laut Verfassung die nächste nichtgewählte Person von der gleichen Wahlliste nach. Wenn diese die Annahme der Wahl verweigert, müssen alle anderen Personen auf den Wahllisten der Opposition als Ersatzleute aufgeboten werden – ein Prozess, der Monate dauern kann. Beobachter machten sich Sorgen, was passieren würde, wenn alle Oppositionellen verweigern und Parlamentssitze vakant bleiben. Denn die Verfassung regelt nicht, wie mit dieser Situation zu verfahren ist. Man sah Albanien schon auf ein neues grosses Chaos zusteuern. Ist ein unvollständig besetztes Parlament überhaupt beschlussfähig? Können unter diesen Voraussetzungen überhaupt die Lokalwahlen im Sommer stattfinden?  Das Verfassungsgericht kann hierauf auch keine Antwort liefern, weil es beschlussunfähig ist (bis heute gelang es nicht, entlassene Richter, die die Korruptionsüberprüfung nicht bestanden, zu ersetzen).  </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright"><a href="https://www.albanien.ch/bb/?attachment_id=997"><img decoding="async" loading="lazy" width="300" height="167" src="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2019/04/Demonstration-Tirana-Maerz-2019-Boulevard-300x167.jpg" alt="Demonstranten in Albanien" class="wp-image-997" srcset="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2019/04/Demonstration-Tirana-Maerz-2019-Boulevard-300x167.jpg 300w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2019/04/Demonstration-Tirana-Maerz-2019-Boulevard-768x429.jpg 768w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2019/04/Demonstration-Tirana-Maerz-2019-Boulevard-1024x571.jpg 1024w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2019/04/Demonstration-Tirana-Maerz-2019-Boulevard-600x335.jpg 600w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2019/04/Demonstration-Tirana-Maerz-2019-Boulevard.jpg 2000w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption>Demonstranten vor den Ministerien im März 2019</figcaption></figure></div>



<p>Die andauernden Demonstrationen der Opposition – es wurde angekündigt, dass während jeder Parlamentssitzung demonstriert werde – und die politische Unsicherheit sind Gift für ein Land im Umbruch. Die <a href="https://www.albanien.ch/bb/2018/06/eu-beitrittsgespraeche-koennen-beginnen/">Beitrittsverhandlungen mit der EU</a> haben noch immer nicht begonnen,  die Überprüfung von Richtern und Staatsanwälten (siehe Beitrag zur <a href="https://www.albanien.ch/bb/2016/07/gesetzesreform-fuer-mehr-rechtstaatlichkeit/">Justizreform</a>) kommt nur schleppend voran, und auch bei anderen Belangen besteht Reformbedarf. Man befürchtete vor allem, dass die unsichere Lage negativen Einfluss auf die Touristensaison diesen Sommer haben könnte.</p>



<p>Dass eine der Parteien schnell einlenken würde, war nicht zu erwarten. Die Opposition hatte sich aus dem Spiel genommen, und die Demokratische Partei bietet keine realistische Lösungen. Ihre Maximalforderung – typisch albanisch – brachte sowohl sie selbst als auch das System in ein Dilemma.</p>



<p>Für die Regierung kamen weder Neuwahlen noch ein Rücktritt in Frage. Die Bildung einer neuen Regierung unter einem anderen sozialistischen Politiker wäre wohl die eleganteste Lösung gewesen, entspricht aber nicht Ramas Machtanspruch. Denn immerhin war man gewählt worden und hatte eine bequeme Mehrheit im Parlament.</p>



<h5>Plan nicht aufgegangen</h5>



<p>Zwei Monate später wird immer deutlicher: Der Plan der Opposition ist nicht aufgegangen – aus verschiedenen Gründen.</p>



<p>Ein wesentlicher Grund ist, dass es reichlich Personen auf den Wahllisten der Opposition gibt, die nur zu gerne ins Parlament nachrutschen. Die Sitze der zurückgetretenen Oppositionellen bleiben somit nicht lange leer. Die neuen Parlamentarier begründen ihre »Untreue« zur Partei meist mit ihren verfassungsmässigen Pflichten – und freuen sich wohl insgeheim über die Chancen, die ihnen das Leben da bietet. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright"><a href="https://www.albanien.ch/bb/?attachment_id=1008"><img decoding="async" loading="lazy" width="300" height="253" src="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2019/04/Lulzim-Basha-300x253.jpg" alt="" class="wp-image-1008" srcset="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2019/04/Lulzim-Basha-300x253.jpg 300w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2019/04/Lulzim-Basha-768x648.jpg 768w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2019/04/Lulzim-Basha-1024x865.jpg 1024w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2019/04/Lulzim-Basha-600x507.jpg 600w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2019/04/Lulzim-Basha.jpg 1702w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption>Lulzim Basha</figcaption></figure></div>



<p>In erster Linie fehlt der Opposition aber der Rückhalt bei der breiten Bevölkerung. Gerade Lulzim Basha, Parteichef der Demokraten, wird in breiten Bevölkerungsschichten als wenig kompetent erachtet. Nur wenige sehen in ihm eine bessere Alternative zur aktuellen Regierung. Der blasse und wenig von Erfolg gekrönte Basha und seine Kollegen vermögen den politikverdrossenen Albanern keine wirklich neuen Perspektiven zu bieten. Da in der Demokratischen Partei auch andere Führungspersönlichkeiten fehlen, erachten viele Albaner die grösste Oppositionspartei als unwählbar. Neben dem bescheidenen Leistungsausweis von Basha und seinen Mitstreitern in der Vergangenheit bieten sie auch keine Lösungen: Das politische Programm der Demokraten besteht nur aus Vorwürfen und Forderungen.</p>



<p>Auch die Jugend, die mit ihren Protesten im Dezember grossen Erfolg hatten, distanziert sich ausdrücklich von den politischen Parteien, möchte mit diesen nichts zu tun haben. Der Versuch der Opposition, auf diesen Zug aufzuspringen, misslang.</p>



<p>Innerhalb der Demokratischen Partei wurde zwischenzeitlich auch schon Kritik am Rücktritt laut. Es sei kein Mehrheitsentscheid gewesen, sondern nur in der Parteiführung entschlossen worden. Entsprechend unkoordiniert scheint das Vorgehen der Demokraten während der Proteste zu sein. Weiter wird moniert, Sali Berisha ziehe noch immer im Hintergrund die Fäden und Basha sei nicht fähig, sich von ihm zu lösen.</p>



<p>Zu guter Letzt fand das Vorgehen der Opposition aber auch im Ausland keine Unterstützung. Die westlichen Regierungen haben wiederholt ihre Mühe mit dem Austritt aus dem Parlament zum Ausdruck gebracht. Nach ihrem Demokratieverständnis hat die Opposition eine andere Aufgabe und ihre Geduld mit den Demokraten, die schon vor zwei Jahren während des Parlamentsboykotts und während der Justizreform stark strapaziert worden ist, scheint aufgebraucht. Man ist der langen Verhandlungen mit albanischen Politikern und der nervenaufreibenden Spiele müde.</p>



<p>Die wenigen Demonstranten, die sich regelmässig in Tirana vor dem Parlament treffen und noch immer den Rücktritt der Regierung fordern, stehen also recht einsam da.</p>



<h5>Das Leben geht weiter</h5>



<p>Die Überschrift zu diesem Abschnitt mag simpel sein, aber fasst die Lage in Albanien gut zusammen. Die wenigsten Albaner interessieren sich für die Politikspiele, die die Berichterstattung in den Medien nur dominieren, wenn es mal wieder zu gewalttätigen Protesten kommt. Wenn man nicht gerade im Stau steht, weil Demonstranten Verkehrswege blockieren oder die Polizei zum Schutz der Institutionen Strassen absperrt, spürt man im albanischen Alltag nichts vom politischen Gezänk.</p>



<p>Eine ernsthafte Krise hat die Opposition nicht ausgelöst. Parlament und Regierung, fest in der Hand der Regierung, arbeiten wie gewohnt weiter. Es stehen Herausforderungen an, Probleme gilt es zu lösen. Aber das ist gewohnter Alltag.</p>



<p>Der Rückzug der Opposition aus dem Parlament ist zwar nicht lustig, wird im Rückblick aber wohl eher als Politposse in Erinnerung bleiben. Zwei Monate später ist klar, dass die Demokraten sich ein Eigentor geschossen haben, das noch lange ihr Ansehen belasten dürfte.</p>



<p style="text-align:right"><em>(nlA – Lars Haefner)<br></em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.albanien.ch/bb/2019/04/aufstand-der-opposition-ernsthafte-krise-oder-politposse/">Aufstand der Opposition – ernsthafte Krise oder Politposse?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.albanien.ch/bb">News by newsletter Albanien</a>.</p>
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		<title>Hitchhiker’s Guide für die albanische Verfassung (und ihre Krise)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lars]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Dec 2017 16:58:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Journalist von »exit.al« bietet eine juristische Analyse der aktuellen politischen Krise in Albanien und antwortet auf die Kritik an aktuellen Beiträgen. Von Vincent W.J. van Gerven Oei, Tirana Übersetzung eines zuerst auf exit.al publizierten Artikels In den letzten Tagen hat »Exit.al« verschiedene Reaktionen erhalten, die Bezug nahmen auf unseren Kommentar. Darin haben wir die [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.albanien.ch/bb/2017/12/hitchhikers-guide-fuer-die-albanische-verfassung-und-ihre-krise/">Hitchhiker’s Guide für die albanische Verfassung (und ihre Krise)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.albanien.ch/bb">News by newsletter Albanien</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h4>Ein Journalist von »exit.al« bietet eine juristische Analyse der aktuellen politischen Krise in Albanien und antwortet auf die Kritik an aktuellen Beiträgen.</h4>
<p><span id="more-839"></span></p>
<h6>Von <a href="https://www.albanien.ch/bb/author/Vincent-W.J.-van-Gerven-Oei/">Vincent W.J. van Gerven Oei</a>, Tirana<br />
Übersetzung eines zuerst auf exit.al publizierten <a href="http://www.exit.al/en/2017/12/21/a-hitchhikers-guide-to-the-albanian-constitution/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Artikels</a></h6>
<p>In den letzten Tagen hat »Exit.al« verschiedene Reaktionen erhalten, die Bezug nahmen auf unseren <a href="http://www.exit.al/en/2017/12/11/the-anti-constitutional-coup-for-the-general-prosecutor/" target="_blank" rel="noopener">Kommentar</a>. Darin haben wir die juristischen Einschätzungen der amerikanischen und EU-Diplomaten in Tirana sowie die <a href="http://www.exit.al/en/2017/12/18/the-intolerable-disingeneousness-of-us-ambassador-lu/" target="_blank" rel="noopener">Versuche</a> der Botschafter Donald Lu und Romana Vlahutin kritisiert, die eine vermutlich offensichtliche Verletzung der albanischen Verfassung – des obersten rechtliche Schriftstücks des albanischen Staats – zu rechtfertigen versuchten.</p>
<p>Die meisten dieser Reaktionen waren positiv. Dies stellt vielleicht einen Wandel der öffentlichen Meinung dar in Bezug auf die übergrosse Rolle, die ausländische Diplomaten weiterhin in der albanischen Politik spielen. Sie sind vielleicht Anzeichen eines zögerlichen Aufkommens einer kritischen Haltung, wie sie im Kosovo schon lange gang und gäbe ist. Andere Reaktionen hingegen stellten die Aufrichtigkeit unserer [»exit.al«] Behauptungen in Frage.</p>
<p><div id="attachment_844" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img aria-describedby="caption-attachment-844" decoding="async" loading="lazy" class="size-medium wp-image-844" src="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2017/12/hitchhikers_guide_verfassung-300x179.jpg" alt="" width="300" height="179" srcset="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2017/12/hitchhikers_guide_verfassung-300x179.jpg 300w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2017/12/hitchhikers_guide_verfassung-768x458.jpg 768w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2017/12/hitchhikers_guide_verfassung-1024x611.jpg 1024w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2017/12/hitchhikers_guide_verfassung-600x358.jpg 600w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-844" class="wp-caption-text">Hitchhiker’s Guide für die albanische Verfassung</p></div></p>
<p>Viele dieser verschwommenen Antworten kamen von Ausländern, die in Albanien leben, aber nicht so viel Albanisch beherrschenb, um die aktuellen juristischen Debatten rund um die Ernennung der interimistischen Generalstaatsanwältin und die Rolle der ausländischen Botschaften im albanischen Gesetzgebungsprozess zu verstehen. Andere meinen vielleicht, dass unsere Kritik an den ausländischen Diplomaten nicht mit ihren eigenen Erfahrungen übereinstimmt. Hier ist es aber wichtig, das Persönliche vom Politischen zu trennen!</p>
<p>Das Fehlen einer englischen Übersetzung der albanischen Verfassung war einer der Hauptgründe, weshalb die aktuellen Ereignisse nicht verstanden wurden. Deshalb haben wir [»exit.al«] die nicht googlebare Fassung auf der <a href="http://www.euralius.eu/index.php/en/albanian-legislation/category/9-constitution" target="_blank" rel="noopener">Website von EURALIUS</a>, die juristische Untestützungsmission der EU in Tirana, in ein leserfreundliches <a href="http://www.exit.al/en/wp-content/uploads/2017/12/Constitution-of-the-Republic-of-Albania.pdf" target="_blank" rel="noopener">PDF-Dokument</a> verwandelt.</p>
<p>Im Folgenden werden wir einzelne Gesetzesartikel, die für die aktuelle Verfassungskrise sntscheidend sind und von jedem nach Belieben überprüft werden können, besprechen.3</p>
<h5>Die Verfassung und das Verfassungsgericht</h5>
<blockquote><p><strong>Art. 4(2)</strong> The Constitution is the highest law in the Republic of Albania.<br />
(Kushtetuta është ligji më i lartë në Republikën e Shqipërisë. — Die Verfassung ist das höchste Gesetz in der Republik Albanien.)*</p></blockquote>
<p>Dies scheint recht offensichtlich zu sein: Alle anderen albanischen Rechtsakte sollten mit der Verfassung in Einklang stehen, und die Verfassung hat, sollte dies nicht der Fall sein, Vorrang. Es ist die Aufgabe des Verfassungsgerichts, über solche Unstimmigkeiten zu urteilen:</p>
<blockquote><p><strong>Art. 124(1)</strong>  The Constitutional Court settles constitutional disputes and makes the final interpretation of the Constitution.<br />
(Gjykata Kushtetuese zgjidh mosmarrëveshjet kushtetuese dhe bën interpretimin përfundimtar të Kushtetutës. — Das Verfassungsgericht klärt Konflikte der Verfassung und entscheidet abschliessend über die Auslegung der Verfassung.)</p>
<p><strong>Art. 131(1)(a) </strong>The Constitutional Court decides on compatibility of the law with the Constitution or with international agreements as provided for in Article 122.<br />
(Gjykata Kushtetuese vendos për pajtueshmërinë e ligjit me Kushtetutën ose me marrëveshjet ndërkombëtare, siç parashikohet në nenin 122. — Das Verfassungsgeircht entscheidet über die Vereinbarkeit der Gesetze mit der Verfassung oder mit internationalen Abkommen gemäss Artikel 122.)</p></blockquote>
<p>Dies bedeuted auch, dass die Regierung sich nie alleine auf die Meinung von internationalen juristischen Untestützungsmissionen verlassen kann. Unabhängig der <a href="http://www.exit.al/en/2017/11/22/general-prosecutor-to-be-nominated-by-a-simple-majority/" target="_blank" rel="noopener">Einschätzungen</a> von OPDAT [»Overseas Prosecutorial Development Assistance and Training«, Abteilung des amerikanischen Justizdepartements mit Büro in Albanien] und EURALIUS sollte bei (offensichtlichen) Widersprüchen zwischen Verfassung und Gesetz das Verfassungsgericht angerufen werden. Ein solcher Fall von Unklarheit bezüglich der Verfassungsmässigkeit gewisser Entscheide ist die soeben erfolgte Wahl eines interimistischen Generalstaatsanwalts mit einfacher Mehrheit und das Gesetz Nr. 97/2016.</p>
<p>Es ist unklar, weshalb die Opposition nicht das Verfassungsgericht angerufen hat, obwohl Art. 134(1)(c) bestimmt, dass eine Überprüfung durch den Gerichtshof von einem Fünftel des Parlaments verlangt werden kann.</p>
<p>Aber wenden wir uns nun der Ersatzwahl des Generalstaatsanwalts zu, die zur aktuellen Verfassungskrise geführt hat. Kapitel 10 der Verfassung behandelt die Staatsanwaltschaft.</p>
<h5>Der Generalstaatsanwalt</h5>
<p>Das erste Problem, das auftaucht, ist die Frage, ob das Mandat des früheren Generalstaatsanwalts Adriatik Llalla überhaupt vorbei war. Art 148/c/(1)(b) hält fest, dass »das Mandat des Generalstaatsanwalts mit Ablauf der siebenjährigen Amtsperiode endet«. Dies war jedoch nicht der Fall, da Llalla für eine fünfjährige Amtsperiode gewählt worden war – die Justizreform verlängerte sie auf sieben Jahre. Man kann zwar behaupten, dass Llallas Amtsperiode fünf Jahre dauerte, aber man kann auch der Ansicht sein, dass er während sieben Jahren hätte im Amt bleiben sollen.</p>
<p>Genau solch eine Situation war in der Verfassung vorgesehen, die festhält, dass die Beendigung des Mandats durch einen Entscheid des Hohen Rats für die Staatsanwaltschaft gefällt werden soll:</p>
<blockquote><p><strong>Art. 148/c(2) </strong>The termination of the mandate of the Prosecutor General is declared by decision of the High Prosecutorial Council.<br />
(Mbarimi i mandatit deklarohet me vendim të Këshillit të Lartë të Prokurorisë. — Die Beendigung des Mandats wird durch Entscheid des Hohen Rats für die Staatsanwaltschaft gefällt.)</p></blockquote>
<p>Dies bedeuted, dass Llallas Mandat trotz Ablauf nicht beendet werden kann, weil der Hohe Rat für die Staatsanwaltschaft noch nicht besetzt worden ist. In anderen Worten gesagt, entstand hier ein rechtliches Vakuum, das nur vom Verfassungsgericht, nicht vom Parlament und sicherlich nicht von internationalen Diplomaten geklärt werden kann.</p>
<p>Das zweite Problem ist, dass die Verfassung klar festlegt, dass eine Drei-Fünftel-Mehrheit notwendig ist, um einen neuen Generalstaatsanwalt zu wählen:</p>
<blockquote><p><strong>Art. 148/a(1)</strong> The Prosecutor General is appointed by three-fifths of the members of Assembly among three candidates proposed by the High Prosecutorial Council, for a seven- year mandate, without the right to re-appointment.<br />
(Prokurori i Përgjithshëm zgjidhet me tre të pestat e anëtarëve të Kuvendit, mes tre kandidatëve të propozuar nga Këshilli i Lartë i Prokurorisë, për një mandat 7-vjeçar dhe pa të drejtë riemërimi. — Der Generalstaatsanwalt wird durch drei Fünfel der Mitglieder des Parlaments aus drei Kandidaten, die vom Hohen Rat für die Staatsanwaltschaft vorgeschlagen wurden, für eine Dauer von sieben Jahren gewählt ohne Möglichkeit auf Wiederwahl.)</p></blockquote>
<p>Dieser Artikel wiederholt einen früheren Verfassungsartikel:</p>
<blockquote><p><strong>Art. 6/1 </strong>The election or appointment to or assumption of a public function with one of the bodies foreseen in this Constitution or established by law, regardless of the regulation contained in other provisions of this Constitution, shall be prohibited, as long as circumstances are established impairing the integrity of the public functionary, under the conditions and rules provided for by law being approved by three-fifths of the entire members of the Assembly.<br />
(Ndalohet zgjedhja, emërimi apo ushtrimi i një funksioni publik në një nga organet e parashikuara në këtë Kushtetutë, ose të krijuara me ligj, pavarësisht përcaktimeve të bëra në dispozitat e tjera të kësaj Kushtetute, nëse verifikohen rrethana që cenojnë integritetin e funksionarit publik, sipas kushteve dhe rregullave të përcaktuara me ligj të miratuar me tri të pestat e të gjithë anëtarëve të Kuvendit. — Die Wahl, Berufung oder Annahme einer öffentlichen Funktion in einer von dieser Verfassung vorgesehenen oder durchs Gesetz geschaffenen Institution, ist – unabhänging von Bestimmungen in anderen Vorschriften dieser Verfassung – verboten, solange Umstände bestehen, die die Integrität des öffentlichen Funktionärs beeinträchtigen, unter den Bedingungen und Gesetzesbestimmungen, die mit einer Mehrheit von drei Fünfteln der Parlamentsmitglieder angenommen werden.)</p></blockquote>
<p>Dieser Artikel regelt nicht nur, dass der Generalstaatsanwalt durch drei Fünftel der 140 Abgeordneten gewählt wird, weil sein Amt in der Verfassung erwähnt ist, sondern auch, dass eine solche Wahl verboten ist, »solange Umstände bestehen, die die Integrität des öffentlichen Funktionärs beeinträchtigen«. Die Tatsache, dass die interimistische Generalstaatsanwältin Arta Marku ein Protégé des Vorsitzenden des Rechtsausschusses war, darf wohl als ausreuchend Grund betrachtet werdeb, um Markus Integrität beeinträchtigt zu sehen.</p>
<p>Weiter verlangt die Verfassung, dass ein neuer Generalstaatsanwalt wie jeder andere Staatsanwalt überprüft wird, bevor er ein Amt antreten kann:</p>
<blockquote><p><strong>Art. 148/ç(1) </strong>Prosecutor can be Albanian citizens appointed by the High Prosecutorial Council after being graduated from the School of Magistrates and after the conduction of a preliminary process of verification of their assets and their background checks, in accordance with the law.<br />
(Prokurorë mund të jenë shtetasit shqiptarë, që emërohen nga Këshilli i Lartë i Prokurorisë pas përfundimit të Shkollës së Magjistraturës dhe pas kryerjes së procesit të verifikimit paraprak të pasurisë dhe të figurës së tyre, sipas ligjit. — Staatsanwalt können albanische Bürger werden, die vom Hohen Rat für die Staatsanwaltschaft vorgeschlagen wrden, nachdem sie die Magistratenschule abgeschlossen haben und nachdem in Übereinstimmung mit dem Gesetzt eine Vermögens- und Hintergrundsüberprüfung durchgeführt wurde.)</p></blockquote>
<p>Keiner der Nominierten, Marku inbegriffen, wurde durch irgendeine der für die Sicherheitsüberprüfungen verantwortlichen Institutionen kontrolliert. In anderen Worten: Durch die Wahl von Marku als interimistische Generalstaatsanwältin hat das Parlament möglicherweise mindestens drei Artikel der Verfassung gebrochen.</p>
<h5>Die Rechtsauffassung von OPDAT und EURALIUS</h5>
<p>Und wie begründet die Regierung dieses Vorgehen? Überraschenderweise hat sie nie eine Begründung veröffentlicht. Aber wir können das Rechtsgutachten vom 22. November, das von OPDAT und EURALIUS verfasst wurde, heranziehen, da die Regierung sich vermeintlich darauf stützt: Das »internationale« Gutachten basiert vor allem auf dem Gesetz Nr. 97/2016 »über die Organisation und Funktionsweise der Staatsanwaltschaft in der Republk Albanien«.</p>
<p>Die Verfassung steht jedoch, wie weiter oben festgestellt, in Albanien über allen Gesetzen. Dies bedeuted, dass die Verfassung immer Vorrang hat, wenn das Gesetz Nr. 97/2016 der Verfassung widersprecht.</p>
<p>Art. 109(2) des Gesetzes Nr. 97/2016 hält Folgendes fest:</p>
<blockquote><p>In the event the mandate of the Prosecutor General ends prematurely, before the establishment of the High Prosecutorial Council, the functions of the Prosecutor General shall be temporarily assigned, by a decision of the Assembly, to be performed by one of the most experienced prosecutors from the ranks of the prosecutors who meets the requirements and criteria of Chapter IV, Section I of this law.<br />
(Në rast se mandati i Prokurorit të Përgjithshëm përfundon përpara kohe, përpara krijimit të Këshillit të Lartë të Prokurorisë, funksionet e Prokurorit të Përgjithshëm, me vendim të Kuvendit, caktohet t’i kryejë përkohësisht një nga prokurorët me më shumë eksperiencë nga radhët e prokurorëve dhe që përmbush kushtet dhe kriteret e kreut IV, seksioni I, të këtij ligji. — Sollte das Mandat des Generalstaatsanwalts vor Ende der Amtsdauer, vor der Einsetzung des Hohen Rats für die Staatsanwaltschaft enden, wird das Amt des Generalstaatsanwalt durch einen Beschluss des Parlaments interimistisch übertragen auf einen der erfahrensten Staatsanwälte, der die Anforderung und Kriterien von Kapitel IV, Abschnitt I dieses Gesetzes erfüllt.)</p></blockquote>
<p>Zuerst ist festzuhalten, dass in diesem Artikel von einem vorzeitigen Ende des Mandats des Generalstaatsanwalt die Rede ist. Dies bedeuted, dass es den Fall regelt, dass Llallas Amtsperiode vor April 2017 endet, als der Hohe Rat für die Staatsanwaltschaft, der die Nachfolgekandidaten nominiert, gemäss Verfassung (Art. 179(5)) hätte aktiv werden sollen.</p>
<p>Im aktuellen Fall endete Llallas Amtsperiode aber nicht vorzeitig, sondern nach Ablauf der fünfjährigen Dauer, die in der Verfassung festgehalten war, bevor sie durch die Justizreform angepasst wurde. Es ist also bereits fraglich, ob dieser Artikel überhaupt zur Anwedung kommen kann.</p>
<p>OPDAT und EURALIUS scheinen den Artikel jedoch anders zu interpretieren:</p>
<blockquote><p>This provision intends to provide the rules in case where the mandate of the Prosecutor General ends at a time where the High Prosecutorial Council is not yet established.<br />
(Diese Vorschrift beabsichtigt, die Fälle zu regeln, in denen das Mandat des Generalstaatsanwalts zu einem Zeitpunkt endet, zu dem der Hohe Rat für die Staatsanwaltschaft noch nicht gegründet ist.)</p></blockquote>
<p>Dies ist eine sehr weite Auslegung von »vorzeitig«, denn gemäss der Verfassung kann Llallas Amtsperiode nur dann vor der Gründung des Hohen Rats für die Staatsanwaltschaft enden, wenn dies vor April 2017 geschehen wäre. Jedes spätere Datum ist bereits eine Verletzung der Verfassung.</p>
<p>Dies ist auch die Grundlage für die Behauptung der Opposition, dass die Regierung verfassungswidrig die Gründung des Hohen Rats für die Staatsanwaltschaft hinausgezögert habe. Dadurch hätte Llallas Amtsdauer geendet, bevor der Rat gegründet ist, was der Regierung erlaubt hat, einen eigenen Kandidaten mit einfacher Mehrheit zu nominieren. Diese Behauptung ist jedoch schwierig zu bestätigen und für den Rest der Argumentation auch nicht von Bedeutung.</p>
<p>Die Lösung der Interantionalen für das Problem war zu behaupten, dass der interimistische Generalstaatsanwalt überhaupt kein Generalstaatsanwalt ist und deswegen nicht einer der Verfassungsvorschriften inklusive der Wahl mit Drei-Fünftel-Mehrheit unterliegt:</p>
<blockquote><p>The fact that the PO Law [no. 97/2016] foresees specific rules for the temporary acting Prosecutor General, who has a limited period of mandate and is not to be considered the Prosecutor General, but just a senior prosecutor who in the transitory period is assigned the functions of a Prosecutor General, suggest that this figure is rather comparable with the figure of a deputy Prosecutor General, which is not regulated in the Constitution.<br />
(Die Tatsache, dass das Staatsanwaltschaftsgesetz [Nr. 97/2016] spezielle Regeln für den interimistischen Generalstaatsanwalt vorsieht, der eine begrenzte Amtsperiode hat und nicht als Generalstaatsanwalt betrachtet wird, sondern lediglich als höchstrangiger Staatsanwalt, der in der Übergangsperiode das Amt des Generalstaatsanwalts führt, legt nahe, dass dieser Amtsträger mehr mit einem stellvertretenden Generalstaatsanwalt zu vergleichen ist, der nicht in der Verfassung geregelt wird.)</p></blockquote>
<p>Dieser Argumentationsfaden basiert auf der grosszügigen Auslegung von »vorzeitig« in Art. 109(2) des Gesetzes Nr. 97/2016, das die Dauer regelt, in welcher die Regierung die Verfassung verletzt, weil sie den Hohen Rat für die Staatsanwaltschaft nicht einsetzt.</p>
<p>Weiter wird davon ausgegangen, dass das Mandat des interimistischen Generalstaatsanwalts begrenzt ist, weil es »vorübergehend« ist. Das ist ein Zirkelschluss. Während die Verfassung die Amtsdauer des Generalstaatsanwalts auf sieben Jahre begrenzt, wird der interimistische Generalstaatsanwalt gemäss Gesetz Nr. 97/2916 für eine unbegrenzte Dauer gewählt.</p>
<p>Und zuletzt wird der interimistische Generalstaatsanwald mit einem stellvertrtenden Generalstaatsanwalt verglichen und damit die Verfassung umgangen. Der grundlegende Unterschied ist nämlich, dass ein stellvertretender Generalstaatsanwalt am Schluss immer gegenüber seinem Vorgesetzten, dem Generalstaatsanwalt, verantwortlich ist. Dem interimistischen Generalstaatsanwalt werden alle »Funktionen des Generalstaatsanwalts« übertragen, ohne dass irgendjemand in der Hierarchie über ihm steht. Deswegen entspricht er viel mehr einem Generalstaatswalt als einem Stellvertreter. Wenn es aussieht wie eine Ente und quackt wie eine Ente, dann ist es eine Ente!</p>
<p>Diese Frage ist also der Kern der aktuellen Verfassungskrise: sollte der interimistische Generalstaatsanwalt dem Generalstaatsanwalt gleichgestellt werden oder nicht. Wenn ja, dann findet die Verfassung Anwendung, ansonsten nicht.</p>
<p>Dies ist eine Frage, die nur das Verfassungsgericht entscheiden kann. Die Rechtsgutachten von OPDAT und EURALIUS waren nicht nur voreilig, sondern schaffen auch einen gefährlichen Präzedenzfall. Was bedeuted es, wenn das höchste Gesetz durch die Regierung umgestossen werden kann, die mit einem Brief winkt, der von einem Jon Smibert, »entsandter Rechtsberater« von OPDAT, unterzeichnet ist?</p>
<p><a href="http://www.exit.al/en/2017/12/21/a-hitchhikers-guide-to-the-albanian-constitution/" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" loading="lazy" class="alignright" src="http://www.exit.al/en/wp-content/uploads/2017/12/Screen-Shot-2017-12-21-at-14.37.18-701x395.png" alt="" width="701" height="395" /></a></p>
<p><small>*) Die englischen Verfassungs- und Gesetzesauszüge folgen dem Original-Artikel von exit.al basierend auf der EURALIUS-Übersetzung der Verfassung. Die albanischen Texte stammen aus den offiziellen Originalversionen. Die deutschen Auszüge sind freie, unverbindliche Übersetzungen der Redaktion von albanien.ch.<br />
</small></p>
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		<title>Wahl der Generalstaats&#173;anwältin eskaliert</title>
		<link>https://www.albanien.ch/bb/2017/12/wahl-der-generalstaatsanwaeltin-eskaliert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Admin albanien.ch]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Dec 2017 11:48:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurznews]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>KURZNEWS: Proteste in und vor dem Parlament. Die fünfjährige Amtsperiode des Generalstaatsanwalts Adriatik Llalla näherte sich ihrem Ende – die Wahl eines neuen Generalstaatsanwalts stand an. In der Justizreform war ein Verfassungszusatz aufgenommen worden, dass diese Wahl nicht mehr im Parlament, sondern durch einen neuen Rat für die Staatsanwaltschaft zu erfolgen habe. Da dieser Rat [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.albanien.ch/bb/2017/12/wahl-der-generalstaatsanwaeltin-eskaliert/">Wahl der Generalstaats&shy;anwältin eskaliert</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.albanien.ch/bb">News by newsletter Albanien</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h5>KURZNEWS: Proteste in und vor dem Parlament.</h5>
<p><span id="more-831"></span></p>
<p>Die fünfjährige Amtsperiode des Generalstaatsanwalts Adriatik Llalla näherte sich ihrem Ende – die Wahl eines neuen Generalstaatsanwalts stand an. In der <a href="https://www.albanien.ch/bb/2016/07/gesetzesreform-fuer-mehr-rechtstaatlichkeit/">Justizreform</a> war ein Verfassungszusatz aufgenommen worden, dass diese Wahl nicht mehr im Parlament, sondern durch einen neuen Rat für die Staatsanwaltschaft zu erfolgen habe. Da dieser Rat aber noch nicht gewählt war, wollte die Sozialisten unter Edi Rama die Wahl einer temporären Generalstaatsanwältin im Parlament verabschieden. Gegen dieses »verfassungswidrige Vorgehen« wehrte sich die Opposition. Schlichtungsgespräche zwischen Opposition und Regierung verliefen erfolglos.</p>
<p>Tausende Oppositionsanhänger demonstrierten heute vor dem Parlament in Tirana gegen die Wahl von Arta Marku. Es kam zu heftigen Zusammenstössen mit der Polizei, die das Parlamentsgebäude sichern musste.</p>
<p>Wie draussen wurden auch im Parlament durch Oppositionspolitiker Rauchbomben gezündet. Trotzdem wurde das Verfahren fortgesetzt und die 41-jährige Marku aus Shkodra zur Übergangsstaatsanwältin gewählt – wie von EU und den USA empfohlen.</p>
<p style="text-align: right;"><em>(div)</em></p>
<p><iframe loading="lazy" class="youtube-player" width="635" height="358" src="https://www.youtube.com/embed/54fYt5nCoiA?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent" allowfullscreen="true" style="border:0;" sandbox="allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox"></iframe></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.albanien.ch/bb/2017/12/wahl-der-generalstaatsanwaeltin-eskaliert/">Wahl der Generalstaats&shy;anwältin eskaliert</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.albanien.ch/bb">News by newsletter Albanien</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Die späte Einigung</title>
		<link>https://www.albanien.ch/bb/2017/05/die-spaete-einigung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lars]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 May 2017 11:50:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Boykott]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratische Partei]]></category>
		<category><![CDATA[Edi Rama]]></category>
		<category><![CDATA[Lulzim Basha]]></category>
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		<category><![CDATA[Regierung]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialistische Partei]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.albanien.ch/bb/?p=735</guid>

					<description><![CDATA[<p>Sozialisten und Demokraten finden Einigung, damit doch noch ordentliche Wahlen durchgeführt werden können – eine Woche später Das Zelt auf dem Boulevard ist verschwunden: Die Demokraten haben nach drei Monaten ihr Protest-Camp vor dem Büro des Ministerpräsidenten geräumt, nachdem man sich am Donnerstag endlich einem Kompromiss zugestimmt hatten. Drei Monate lang haben die Demokraten das [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.albanien.ch/bb/2017/05/die-spaete-einigung/">Die späte Einigung</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.albanien.ch/bb">News by newsletter Albanien</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4>Sozialisten und Demokraten finden Einigung, damit doch noch ordentliche Wahlen durchgeführt werden können – eine Woche später</h4>
<p><span id="more-735"></span></p>
<p><div id="attachment_720" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><a href="https://www.albanien.ch/bb/2017/04/ilir-meta-praesident/protest_pd_2017/"><img aria-describedby="caption-attachment-720" decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-720 size-medium" src="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2017/04/Protest_PD_2017-300x208.jpg" alt="" width="300" height="208" srcset="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2017/04/Protest_PD_2017-300x208.jpg 300w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2017/04/Protest_PD_2017-768x533.jpg 768w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2017/04/Protest_PD_2017-1024x710.jpg 1024w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2017/04/Protest_PD_2017-600x416.jpg 600w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2017/04/Protest_PD_2017.jpg 1299w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-720" class="wp-caption-text">Das Protestlager der PD vor dem Ministerpräsidentenamt wurde erst am Donnerstag geräumt</p></div></p>
<p>Das Zelt auf dem Boulevard ist verschwunden: Die Demokraten haben nach drei Monaten ihr <a href="https://www.albanien.ch/bb/2017/04/ilir-meta-praesident/">Protest-Camp vor dem Büro des Ministerpräsidenten</a> geräumt, nachdem man sich am Donnerstag endlich einem Kompromiss zugestimmt hatten. Drei Monate lang haben die Demokraten das Parlament boykottiert und bis jetzt auch keine Kandidaten für die Wahlen im nächsten Monat nominiert. Sie forderten einen Rücktritt der Regierung Rama, damit freie und faire Wahlen garantiert seien.</p>
<h5>Deutscher Vermittler</h5>
<p>Wieder einmal war viel internationaler Druck von der EU und den USA nötig, um in der albanischen Politik etwas zu bewegen. Die nach dem deutsch-britischen Europaabgeordenten David McAllister benannte Einigung zwischen Oppositionsführer Lulzim Basha und Ministerpräsident Edi Rama sieht vor, dass die Parlamentswahlen eine Woche später am 25. Juni stattfinden – ein Termin, der bei vielen muslimischen Führern im Land auf Kritik stösst, da er mit dem Bajram-Fest am Ende des Ramadan zusammenfällt.</p>
<h5>Neue Minister</h5>
<p>Die Vereinbarung enthält zahlreiche Punkte: Viele internationale Beobachter sollen die Überprüfung der Kandidaten und einen ordentlichen Wahlverlauf garantieren. Die Sozialisten stimmten in erster Linie zu, sechs Ministerämter zu überlassen: Die Demokraten können neue, parteilose Minister für Inneres, Bildung, Gesundheit, soziale Wohlfart und Jugend, Finanzen und Justiz bestimmen. Auch diverse Chefämter in staatlichen Behörden werden neu besetzt. Die Bestimmungen über die Parteienfinanzierung werden verschärft und neue Strafbestimmungen im Zusamemenhang mit Wahlen werden eingeführt, darunter solche betreffend Stimmenkauf und das Fotografieren von Stimmzetteln.</p>
<p>Lulzim Basha, Chef der Opposition, erklärte gegenüber seinen Anhängern, dass ihre Forderung nach einer Allparteienregierung erfüllt worden sei. Beobachter sehen Bashas Zugeständnis aber als sehr bescheidenen Erfolg: Er habe starkem parteiinternem und internationalen Druck nachgegeben und kaum etwas erreicht. Die Demokraten seien schlecht vorbereitet für die bald anstehenden Wahlen. Und viele der wichtigsten Forderungen konnten nicht durchgebracht werden.</p>
<p>Edi Rama fühlt sich vor allem bestätigt, dass die Demokraten zugestimmt haben, der in der <a href="https://www.albanien.ch/bb/2016/07/gesetzesreform-fuer-mehr-rechtstaatlichkeit/">Justizreform</a> vorgesehenen Überprüfung von Richtern und Staatsanwälten keine Steine mehr in den Weg zu legen. Den Preis, den die Sozialisten zahlen müssen, ist marginal.</p>
<h5>Keine Stärkung der Demokratie</h5>
<p>Obwohl sich viele der internationalen Vermittler erfreut zeigen über die Einigung und die Parteiführer loben, war die ganze Situation ein erneutes Trauerspiel und Ausdruck für die schwachen Institutionen Albaniens. Politische Forderungen wurden auf der Strasse geäussert, nicht im Parlament. Und Einigungen sowie wegweisende Beschlüsse wurden im Hinterzimmer vereinbart unter Ausschluss kleinerer Parteien und der Parlamentsabgeordneten, die nur noch zustimmen dürfen.</p>
<p style="text-align: right;"><em>nlA</em></p>
<p><iframe loading="lazy" style="border: none; overflow: hidden;" src="https://www.facebook.com/plugins/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Fdavid.mcallister%2Fposts%2F1677440235616808&amp;width=500" width="500" height="338" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.albanien.ch/bb/2017/05/die-spaete-einigung/">Die späte Einigung</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.albanien.ch/bb">News by newsletter Albanien</a>.</p>
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		<title>Gesetzesreform für mehr Rechtstaatlichkeit</title>
		<link>https://www.albanien.ch/bb/2016/07/gesetzesreform-fuer-mehr-rechtstaatlichkeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lars]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Jul 2016 09:52:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Reform]]></category>
		<category><![CDATA[Richter]]></category>
		<category><![CDATA[Sali Berisha]]></category>
		<category><![CDATA[Verfassung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach viel internationalem Druck hat das albanische Parlament einstimmig die Justizreform verabschiedet, die der Korruption im Justizwesen ein Ende bereiten soll. Mit seltener Einigkeit hat das albanische Parlament diese Nacht ohne Gegenstimme der Justizreform zugestimmt. Gelungen ist dieser wichtige Schritt zu mehr Rechtstaatlichkeit aber nur durch immensen Druck der EU und der USA. Die Justizreform [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.albanien.ch/bb/2016/07/gesetzesreform-fuer-mehr-rechtstaatlichkeit/">Gesetzesreform für mehr Rechtstaatlichkeit</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.albanien.ch/bb">News by newsletter Albanien</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h4>Nach viel internationalem Druck hat das albanische Parlament einstimmig die Justizreform verabschiedet, die der Korruption im Justizwesen ein Ende bereiten soll.</h4>
<p><span id="more-564"></span></p>
<p>Mit seltener Einigkeit hat das albanische Parlament diese Nacht ohne Gegenstimme der Justizreform zugestimmt. Gelungen ist dieser wichtige Schritt zu mehr Rechtstaatlichkeit aber nur durch immensen Druck der EU und der USA.</p>
<p>Die Justizreform beinhaltet die Anpassung von 58 Verfassungsartikeln und mehrere neue Gesetze. Es ging dabei vor allem um eine bessere Bekämpfung der Korruption im Land (durch eine neue Sonderstaatsanwaltschaft und ein Sondergericht) und im Justizbereich im Besonderen. Der politische Einfluss auf die Justiz soll eingeschränkt werden. Diese Machtbeschränkung und die drohende Transparenz machte die Vorlage bei vielen Parlamentariern – Politik, Justiz und Kriminalität sind eng verflochten – nicht besonders beliebt, sägen sie ja damit am Ast, auf dem sie sitzen.</p>
<p>Wegen der Verfassungsänderung war aber eine Zweidrittelsmehrheit im Parlament und somit ein Mitwirken der Opposition notwendig, was in Albanien traditionell sehr schwierig ist.</p>
<h5>Schwierige Verhandlungen</h5>
<p>Am Gesetzespaket wurde mindestens anderthalb Jahre gearbeitet. Zahlreiche prominente ausländische Politiker flogen nach Tirana, um Druck auf die Albaner auszuüben, darunter der amerikanische Aussenminister <a href="https://www.albanien.ch/bb/2016/02/wie-viele-mudschahedin-kann-albanien-ertragen/">John Kerry im letzten Februar</a>. Man wollte verhindern, dass die Reform in den Mühlen der Politik versandet.</p>
<p>Gestern sollte es endlich so weit sein. Aber die Opposition der Demokratischen Partei verweigerte im letzten Moment ihre Zustimmung doch noch – es ging um die Frage, wie viel Kontrolle das Ausland ausüben darf. Nach langen und zähen Nachverhandlungen unter Vermittlug von US-Botschafter Donald Lu und der EU-Botschafterin Romana Vlahutin gab es am späten Abend doch noch Grünlicht aus der Parteizentralle der PD. Es soll Sali Berisha selbst gewesen sein, der am Schluss die entscheidende Zustimmung gab – der ehemalige Parteichef und Ministerpräsident scheint noch immer das Sagen zu haben.</p>
<p>Der Druck insbesondere aus den USA war aber auch sehr stark. Washington drohte der PD-Fraktion mit Einreiseverbot und Einfrieren von Vermögen, sollten sie nicht zustimmen. Darauf wollten mehrere demokratische Parlamentarier die Partei verlassen.</p>
<h5>Eigenverantwortung Albanern nicht zugetraut</h5>
<p>Dass die internationale Gemeinschaft den Albanern nicht zutraut, ihren Staat selber korrekt zu führen, geht schon über 100 Jahre zurück, als der Deutsche Wilhelm zu Wied als Fürst eingesetzt wurde. Auch im Fall der Korruptionsbekämpfung wollten die EU und die USA das Feld nicht den Albanern allein überlassen. Die Ermittlungsbehörden werden in Amerika ausgebildet. Die Beteiligung des Auslands bei den Aufsichtskommissionen war der umstrittene Punkt am Schluss – die PD wehrte sich gegen allzu viel Einmischung.</p>
<p>In den Verhandlungen der letzten Nacht einigte man sich dann darauf, dass nur das albanische Parlament die Mitglieder der Aufsichtskommissionen über Staatsanwälte und Richter wählen kann. Es wurde aber ein neues Gremium (»International Monitoring Operation«) geschaffen, das die Kandidaten vorab überprüfen kann.</p>
<p>Das verabschiedete Reformpaket wurde von allen Parteien gewürdigt. Vor allem die albanischen Bürger und das Ausland hoffen, dass korrupte Richter und bestechliche Staatsanwälte von ihren Ämtern enthoben werden. In Zukunft wird es möglich sein, ihre Einkommen und Vermögenslage viel besser zu überprüfen. Durch die Reform wird das Justizsystem neu organisiert und mancher Justizbeamte, von denen viele unter der Berisha-Regierung angestellt wurden, muss um seine Stelle bangen. Korrupte Politiker und das organisierte Verbrechen müssen jetzt fürchten, dass früher oder später doch noch gegen sie vorgegangen wird.</p>
<h5>Schritt in Richtung EU</h5>
<p>Die Verabschiedung des Reformpakets war eine Voraussetzung der EU für die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen. Albanien ist Europa somit hoffentlich einen weiteren entscheidenden Schritt nähergekommen.</p>
<p style="text-align: right;"><em>(nlA)</em></p>
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		<title>Meta entflieht Rummel nach Bern</title>
		<link>https://www.albanien.ch/bb/2015/03/meta-entflieht-rummel-nach-bern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lars]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Mar 2015 23:01:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bern]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Während die Opposition in Albanien die Absetzung von Ilir Meta fordert, ist dieser auf Besuch beim Parlament in BernIlir Meta weilte dieser Tage in der Schweiz: Der Parlamentspräsident Albaniens besuchte das Schweizer Parlament. Nationalratspräsident Stéphane Rossini hatte ihn eingeladen, nachdem seine Amtsvorvorgängerin Maya Graf vor zwei Jahren zu Gast in Tirana war. Was wirklich Zweck [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Während die Opposition in Albanien die Absetzung von Ilir Meta fordert, ist dieser auf Besuch beim Parlament in Bern<span id="more-391"></span>Ilir Meta weilte dieser Tage in der Schweiz: Der Parlamentspräsident Albaniens besuchte das Schweizer Parlament. Nationalratspräsident Stéphane Rossini hatte ihn eingeladen, nachdem seine Amtsvorvorgängerin Maya Graf vor zwei Jahren zu Gast in Tirana war.</p>
<p><div id="attachment_392" style="width: 360px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.albanien.ch/bb/?attachment_id=392"><img aria-describedby="caption-attachment-392" decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-392" src="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2015/03/11030723_969573139722611_8864765821738594108_n-300x221.jpg" alt="Ilir Meta zu Besuch beim Berner Stadtpräsidenten Alexander Tschäppät" width="350" height="258" srcset="https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2015/03/11030723_969573139722611_8864765821738594108_n-300x221.jpg 300w, https://www.albanien.ch/bb/wp-content/uploads/2015/03/11030723_969573139722611_8864765821738594108_n.jpg 960w" sizes="(max-width: 350px) 100vw, 350px" /></a><p id="caption-attachment-392" class="wp-caption-text">Ilir Meta zu Besuch beim Berner Stadtpräsidenten <br /> Alexander Tschäppät (Foto: Facebook LSI)</p></div></p>
<p>Was wirklich Zweck der Reise und Gegenstand der Gespräche, auch mit Ständeratspräsident Claude Hêche sowie EDA-Staatssekretär Yves Rossier, war, blieb bis jetzt offen. Auf der Facebook-Seite von Metas Partei LSI war von gegenseitigen Freundschaftserklärungen die Rede. Vielleicht erhielt Meta in der Schweiz ja eine Lektion in Demokratie – zumindest gemäss der albanischen Opposition hätte er das dringend nötig.</p>
<p>Denn es werden heftige Vorwürfe gegen den Parlamentspräsidenten erhoben. Der Parlamentarier Tom Doshi beschuldigt Meta, einen Auftragskiller auf ihn und ein weiteres Parlamentsmitglied angesetzt zu haben. Doshi wurde daraufhin aus der Fraktion der Sozialistischen Partei ausgeschlossen, Reibungen zwischen ihm und der Parteispitze gab es aber schon länger.</p>
<p>Die Beschuldigten tun Doshis Vorwürfe als »Seifenoper« und revanchierende Verleumdung ab. Doshi, der ein einflussreicher Unternehmer aus Nordalbanien ist, untermauerte seine Vorwürfe mit einem Video, in dem der angeheurte Mörder die Pläne aufdeckt.</p>
<p>Ilir Meta sieht sich nicht zum ersten Mal mit Videoanschuldigungen konfrontiert. Bereits 2011 musste er von seinem Posten als stellvertretender Minsiterpräsident – in der Regierung von Sali Berisha – zurücktreten, nachdem durch einen heimlichen Film <a href="https://www.albanien.ch/bb/2011/01/korruptionsaffaere-fuehrt-zu-ausschreitungen/">Korruptionsvorwürfe</a> augekommen waren. Meta wurde später jedoch freigesprochen und verbündete sich bei den nächsten Wahlen mit Edi Rama und den Sozialisten.</p>
<p>Wie vor vier Jahren löste der Wirbel um Meta Proteste aus. Wiederum ging die Opposition auf die Strasse – dieses Mal ist es aber die demokratische Partei, die Rücktritte fordert. Im Gegensatz zu den Ereignissen von 2011 blieben die Massenproteste von letzter Woche aber friedlich.</p>
<p>Die albanischen Polit-Possen sind um ein Kapitel reicher. Ob die Vorwürfe wahr sind, wird jetzt von den Untersuchungsbehörden abgeklärt. Es bleibt nur fest zu hoffen, dass an den Vorwürfen nichts Wahres – die politische Kultur des Landes ist auch ohne Mord und Attentate schon allzu bedenklich.</p>
<p style="text-align: right;"><em>(div)</em></p>
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		<title>Grosse Gemeindefusion</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lars]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Aug 2014 23:03:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Edi Rama]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinden]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Städte]]></category>
		<category><![CDATA[Verwaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Verwaltungsgliederung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Parlament beschliesst Reduktion auf 61 Gemeinden Das albanische Parlament hat gestern beschlossen, die Gemeinden Albaniens neu zu strukturieren. Anstatt der bestehenden 373 Gemeinden und Städten soll es in Zukunft noch 61 Bashkie geben. Die oft sehr kleinen Gemeinden haben, gerade in ländlichen Gebieten, oft Schwierigkeiten, ihre Aufgaben zu erfüllen. Insbesondere die finanziellen Mittel und Steuereinnahmen sind [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h4>Parlament beschliesst Reduktion auf 61 Gemeinden</h4>
<p><span id="more-5"></span></p>
<p>Das albanische Parlament hat gestern beschlossen, die Gemeinden Albaniens neu zu strukturieren. Anstatt der bestehenden 373 Gemeinden und Städten soll es in Zukunft noch 61 <i>Bashkie</i> geben.</p>
<p>Die oft sehr kleinen Gemeinden haben, gerade in ländlichen Gebieten, oft Schwierigkeiten, ihre Aufgaben zu erfüllen. Insbesondere die finanziellen Mittel und Steuereinnahmen sind meistens sehr gering. Es besteht ein grosses Ungleichgewicht zu den grossen urbanen Gemeinden. Schon bei den Lokalwahlen nächstes Jahr sollen Vertreter für die neuen Gemeinden gewählt werden.</p>
<p>Die Opposition kündigte an, die neue administrativen Einheiten nicht zu akzeptieren. Man werde beim Verfassungsgericht Beschwerde einlegen. Auch Vertreter der Minderheiten waren nicht alle einverstanden, da in gewissen Regionen die Selbstbestimmung verlorengehe, weil die ethnische Minderheit in der Gemeinde nicht mehr über die Mehrheit verfüge.</p>
<p><a href="http://www.reformaterritoriale.al/images/presentations/Harta_61_bashki.pdf" target="_blank">&gt;&gt; Karte der alten und neuen Gemeinden</a></p>
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		<title>Wieder politische Grabenkämpfe</title>
		<link>https://www.albanien.ch/bb/2006/03/wieder-politische-grabenkaempfe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lars]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Mar 2006 16:09:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratische Partei]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Sali Berisha]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialistische Partei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der politische Dialog in Albanien steht wieder still: Misstrauensanträge, gegenseitige Vorwürfe kriminellen Handelns und ein blockiertes Parlament bestimmen zur Zeit die politische Bühne. Nur wenige Tage, nachdem EU-Kommissionspräsident Barroso im albanischen Parlament zur Verbesserung des politischen Dialogs aufgerufen hatte, streiten sich Opposition und Parlamentsmehrheit wieder wie zu schlimmsten Zeiten in den 90ern. Streit um Abstimmungsmodus [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.albanien.ch/bb/2006/03/wieder-politische-grabenkaempfe/">Wieder politische Grabenkämpfe</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.albanien.ch/bb">News by newsletter Albanien</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4>Der politische Dialog in Albanien steht wieder still: Misstrauensanträge, gegenseitige Vorwürfe kriminellen Handelns und ein blockiertes Parlament bestimmen zur Zeit die politische Bühne.</h4>
<p><span id="more-296"></span></p>
<p><div style="width: 284px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" loading="lazy" src="https://www.albanien.ch/bb/data/images/kuvendishqiptar-m.jpg" alt="Wieder politische Grabenkämpfe" width="274" height="229" border="0" hspace="0" vspace="0" /><p class="wp-caption-text">Albanisches Parlament (Photo: Balkanweb)</p></div></p>
<p>Nur wenige Tage, nachdem EU-Kommissionspräsident Barroso im albanischen Parlament zur Verbesserung des politischen Dialogs aufgerufen hatte, streiten sich Opposition und Parlamentsmehrheit wieder wie zu schlimmsten Zeiten in den 90ern.</p>
<p><b>Streit um Abstimmungsmodus</b><br />
Angefangen hatte es mit einem Misstrauensvotum letzte Woche gegen die Parlamentspräsidentin Jozefina Topali. Die Abstimmung wurde elektronisch durchgeführt, was der Opposition missfiel: Sie verlangt, dass die Abstimmung geheim durchgeführt wurde wie bei der Wahl im letzten Herbst.</p>
<p><b>Nationalgarde gegen Trillerpfeifen</b><br />
Weil die Demokratische Partei und insbesondere Ministerpräsident Sali Berisha nichts von einer geheimen Wahl oder einer Wiederholung wissen will, blockiert die Opposition zur Zeit die Arbeit des Parlaments und seiner Kommissionen.</p>
<p>Sogar mit Trillerpfeifen versuchten oppositionelle Abgeordnete, Parlamentssitzungen zu stören. Die Nationalgarde erhielt diese Tage den Auftrag, Parlamentarier mit Pfeifen und Trommeln zu entwaffnen. Die Präsenz der Armee im Parlament hat wiederum den Unmut vieler auf sich gezogen.</p>
<p><b>Vorwürfe des Ministerpräsidenten</b><br />
In einem am Fernsehen ausgestrahlten Rundumschlag verdächtigte Ministerpräsident Sali Berisha am Sonntag den Generalstaatsanwalt und beinahe die gesamte Führung der Sozialistischen Parten und viele ihrer Angehörigen krimineller Machenschaften, ohne jedoch konkrete Vorwürfe zu erheben. Er kündigte auch eine grundlegende Reform des Justizsystems an.</p>
<p><b>Warten, dass der andere nachgibt</b><br />
Die Opposition ist nicht bereit, von ihrer Forderung nach einer geheimen Abstimmung abzurücken. Sie sieht sich als Retter der konstitutionellen Ordnung und warnt davor, dass man bald wieder Zustände wie 1996/97 habe, als das Land unter Berishas Regierung im Chaos versank.</p>
<p>Berisha und die Demokraten sind nicht bereit, in der Abstimmungsfrage nachzugeben. In der Zwischenzeit wiederholen sie ihre Vorwürfe, dass die Gegenseite zu grossen Teilen kriminell sei.</p>
<p>Und das Volk sitzt &#8211; mal wieder sehr oft ohne Strom &#8211; da und wartet, dass sich eine Lösung abzeichnet, die Parlamentarier wieder ihre Arbeit aufnehmen und die dringenden Probleme im Land lösen. Und alle sind gespannt darauf, ob Berisha seine Vorwürfe krimineller Machenschaften dieses Mal mit Tatsachen unterlegen kann.</p>
<p style="text-align: right;">(div)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.albanien.ch/bb/2006/03/wieder-politische-grabenkaempfe/">Wieder politische Grabenkämpfe</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.albanien.ch/bb">News by newsletter Albanien</a>.</p>
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