{"id":48,"date":"2009-03-27T18:23:38","date_gmt":"2009-03-27T17:23:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albanien.ch\/une\/?p=48"},"modified":"2009-03-27T18:42:13","modified_gmt":"2009-03-27T17:42:13","slug":"wie-war-das-damals","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albanien.ch\/une\/blog\/48","title":{"rendered":"Wie war das damals?"},"content":{"rendered":"<p>Das Leben im kommunistischen Albanien scheint eine starke Faszination auf alle auszustrahlen, die das nicht erlebt haben. Westeurop\u00e4er scheinen laufend Fragen zu dieser\u00c2\u00a0Zeit zu stellen, bei der Albanien-Berichterstattung ist\u00c2\u00a0diese Epoche immer pr\u00e4sent.<\/p>\n<p>In jedem Artikel zum Reiseland Albanien nehmen die Bunker nach wie vor eine\u00c2\u00a0wichtige Rolle ein, obwohl sie in vielen Landesgegenden kaum mehr zu sehen sind. Und wie kein Interview mit Ismail Kadare ohne Fragen zu seiner kommunistischen Vergangenheit auskommt, scheint auch jeder andere Westeurop\u00e4er\u00c2\u00a0mit Vorliebe Albaner mit Fragen \u00fcber das Leben im Kommunismus zu l\u00f6chern \u2013 zumindest\u00c2\u00a0beim ersten Aufeinandertreffen<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>War es wirklich so schlimm? Ist die Freiheit jetzt nicht sch\u00f6n? Hasst ihr Enver Hoxha? Solche Fragen tauchen auch im neuen <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/redirect.html?ie=UTF8&amp;location=http%3A%2F%2Fwww.amazon.de%2Fs%3Fie%3DUTF8%26ref%255F%3Dnb%255Fss%255Fw%26field-keywords%3Dunterwegs%2520nach%2520albanien%26url%3Dsearch-alias%253Daps&amp;site-redirect=de&amp;tag=langweilige07-21&amp;linkCode=ur2&amp;camp=1638&amp;creative=19454\" target=\"_blank\">Buch &#8222;Unterwegs nach Albanien&#8220;<\/a> von Arthur F\u00fcrnhammer<span class=\"binding\">\u00c2\u00a0<\/span> immer wieder auf. Unentwegt taucht dieses Thema durch das ganze Buch immer wieder auf.<\/p>\n<p>Weshalb sind wir Westler von der Kommunismus-Frage dermassen fasziniert? Nat\u00fcrlich: Albanien wurde von einer der h\u00e4rtesten Diktaturen geplagt. Albanien war komplett abgeschottet und Informationen rarer als von mancher Insel im S\u00fcdpazifik, was mitunter ein Grund sein d\u00fcrfte, dass kaum ein Westeurop\u00e4er die Nachbarl\u00e4nder Albaniens aufz\u00e4hlen kann. Weshalb\u00c2\u00a0aber\u00c2\u00a0Berichte aus Polen oder Russland problemlos auf Details aus der kommunistischen Zeit verzichten k\u00f6nnen, dies im Falle Albaniens aber unm\u00f6glich ist, l\u00e4sst sich meines Erachtens aber nicht allein mit dem hier verbreiteten allgemeinen Albanien-Unwissen erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Im grossen Gegensatz zur Neugier der Ausl\u00e4nder sind die Albaner hingegen sehr schweigsam, was diese Zeit anbelangt. Nur wenige erz\u00e4hlen ausf\u00fchrlich und gerne \u00fcber den Kommunismus. Einzig politische Opfer der Diktatur sind auskunftsfreudiger, neben den Schriftstellern, die ihre Geschichten meistens auch in dieser Zeit ansiedeln. Ansonsten ist die kommunistische Vergangenheit aber weitgehend tabu \u2013 vermutlich mitunter, weil fast jeder zwangsl\u00e4ufig zu einem gewissen Grad Teil dieses perfiden Systems war. Die kommunistische Zeit bleibt in der \u00d6ffentlichkeit nach wie vor unverarbeitet.<\/p>\n<p>Die Albaner so hat man den Eindruck, leben mehr in der Gegenwart, mit deren Bew\u00e4ltigung\u00c2\u00a0die meisten reichlich besch\u00e4ftigt sind. F\u00fcr die Zukunft und Vergangenheit l\u00e4sst der Alltag wenig Zeit.<\/p>\n<p>F\u00fcrnhammer<span class=\"binding\">\u00c2\u00a0kann in seinem Buch denn auch von keinem Albaner berichten, der seinen Wissensdrang befriedigen konnte. Nur einige \u00bbfrustrierte Alte\u00ab schw\u00e4rmten von der Zeit, als es noch keine Kriminalit\u00e4t gab. Diese ist nach meinen Erfahrungen eine f\u00fcr Albanien untypische Aussage \u2013 im Gegensatz zu vielen anderen post-kommunistischen L\u00e4ndern gilt die Diktatur allgemein als schlecht und kaum jemand trauert dieser Zeit nach, auch wenn das Leben heute auch nicht einfach ist. <\/span><\/p>\n<p>Bei denjenigen, die immer wieder G\u00e4ste im Land der Shkipetaren sind, tritt die Kommunismus-Thematik auch schnell in den Hintergrund.\u00c2\u00a0Wir Albanienliebhaber legen den\u00c2\u00a0Fokus wie die Albaner schnell auf die Gegenwart. Nat\u00fcrlich ist die Geschichte f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis einer Kultur oder Gesellschaft wichtig und sollte bekannt sein. Aber das moderne Albanien bietet gen\u00fcgend Faszinierendes und Unbekanntes, als dass man sich allein auf diese 45 Jahre Vergangenheit konzentrieren m\u00fcsste.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Leben im kommunistischen Albanien scheint eine starke Faszination auf alle auszustrahlen, die das nicht erlebt haben. Westeurop\u00e4er scheinen laufend Fragen zu dieser\u00c2\u00a0Zeit zu stellen, bei der Albanien-Berichterstattung ist\u00c2\u00a0diese Epoche immer pr\u00e4sent. 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