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	<title>Kosova &#8211; S&#039;ka problem!</title>
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		<title>Albanien vs. Kosova – geht einfach nicht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lars]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 May 2018 21:58:34 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Das erste offizielle Fussballspiel zwischen Albanien und Kosova war zwar ein schönes Fest – aber es war auch ein Ding der Unmöglichkeit. Beim Freundschaftsspiel heute Abend kamen 18&#8217;700 Fans ins Zürcher Letzigrund. Das Stadion war gut gefüllt – aber für eine Bombenstimmung im – ach so weiten – Rund reichte es nicht. Das lag wohl ... <p class="moree"><a class="btn btn-inverse btn-normal btn-primary " href="https://www.albanien.ch/une/blog/1953">Read more</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das erste offizielle Fussballspiel zwischen Albanien und Kosova war zwar ein schönes Fest – aber es war auch ein Ding der Unmöglichkeit.</p>
<div id="attachment_1945" style="width: 810px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.albanien.ch/une/blog/1932/albanien-kosova_cikalleshi" rel="attachment wp-att-1945"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1945" class="wp-image-1945 size-large" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2018/05/Albanien-Kosova_Cikalleshi-800x397.jpg" alt="" width="800" height="397" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2018/05/Albanien-Kosova_Cikalleshi-800x397.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2018/05/Albanien-Kosova_Cikalleshi-350x174.jpg 350w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><p id="caption-attachment-1945" class="wp-caption-text">Einer der wenigen Angriffe der Rot-Schwarzen – Cikalleshi beim Freistoss</p></div>
<p>Beim Freundschaftsspiel heute Abend kamen 18&#8217;700 Fans ins Zürcher Letzigrund. Das Stadion war gut gefüllt – aber für eine Bombenstimmung im – ach so weiten – Rund reichte es nicht. Das lag wohl auch daran, dass die Fans einfach nicht wussten, welche Mannschaft sie unterstützen sollten. Die meisten waren zwar Kosovaren, trugen aber Schwarz-Rot.</p>
<div id="attachment_1946" style="width: 810px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.albanien.ch/une/blog/1932/albanien-kosova_flags-together-2" rel="attachment wp-att-1946"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1946" class="size-large wp-image-1946" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2018/05/Albanien-Kosova_flags-together-1-800x556.jpg" alt="" width="800" height="556" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2018/05/Albanien-Kosova_flags-together-1-800x556.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2018/05/Albanien-Kosova_flags-together-1-350x243.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2018/05/Albanien-Kosova_flags-together-1.jpg 1692w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><p id="caption-attachment-1946" class="wp-caption-text">Albanien gegen Kosova – schwierige Parteinahme</p></div>
<p>Anfangs dominierten die Shqipëria-Schlachtrufe. Wohl aus Gewohnheit. Und weil der jungen kosovarischen Mannschaft auch die organisierten Unterstützer fehlen – im Gegensatz zu den Rotschwarzen, deren Ultras auch nach Zürich gereist waren. Es war aber zu spüren, dass die vielen Albaner aus Kosova – sonst wohl alle seit Langem treue Albanien-Fans – im Herzen doch für die kosovarischen Nationalmannschaft waren. Sobald die Kosovaren gegen das Tor stürmten, kam viel Unruhe auf. Und die Kosovaren stürmten fleissig: Schon bald führten die nach einem schnellen Gegenschlag in der 21. Minute durch Arbër Zeneli.</p>
<div id="attachment_1939" style="width: 810px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.albanien.ch/une/blog/1932/albanien-kosova_2-flags" rel="attachment wp-att-1939"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1939" class="size-large wp-image-1939" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2018/05/Albanien-Kosova_2-flags-800x418.jpg" alt="" width="800" height="418" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2018/05/Albanien-Kosova_2-flags-800x418.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2018/05/Albanien-Kosova_2-flags-350x183.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2018/05/Albanien-Kosova_2-flags.jpg 2000w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><p id="caption-attachment-1939" class="wp-caption-text">Adler mit verschiedenen Farben</p></div>
<p>Das Publikum feuerte weiterhin beide Mannschaften an. Auf Shqipëria-Schlachtrufe folgten Kosova-Gesänge aus den gleichen Kehlen. Auf den Rängen sass neben Blaugelb oft Rotschwarz – und viele trugen auch eine vielfarbige Kombination. Um den beiden Seelen in einer Brust und den Besonderheiten dieser Partie gerecht zu werden, wurden die vereinenden Sprechchöre immer häufiger. Das patroitische Lied »Xhamadani vija-vija« (Text: <em>»Është Kosova ooo është Shqipëria ”¦ Sa e madhe është Shqiptaria«</em>) wurde schon zu Beginn gesungen. Später ertönte öfters auch der Ruf »Shqipëria etnike«. Oder es wurde einfach abwechselnd »Shqipëria« und »Kosova« gerufen. Die grenzüberschreitende Freundschaft war aber auch ein Stimmungskiller. Es fehlt einfach an Spannung, wenn es allen egal ist, wer gewinnt.</p>
<div id="attachment_1941" style="width: 810px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.albanien.ch/une/blog/1932/albanien-kosova_fans-nach-spiel" rel="attachment wp-att-1941"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1941" class="size-large wp-image-1941" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2018/05/Albanien-Kosova_fans-nach-Spiel-800x419.jpg" alt="" width="800" height="419" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2018/05/Albanien-Kosova_fans-nach-Spiel-800x419.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2018/05/Albanien-Kosova_fans-nach-Spiel-350x183.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2018/05/Albanien-Kosova_fans-nach-Spiel.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><p id="caption-attachment-1941" class="wp-caption-text">Volksfeststimmung – fast 20&#8217;000 Albaner verfolgten das Spiel</p></div>
<p>Auf dem Platz überraschten die jungen Kosovaren, die erst ihr 14. offizielles Länderspiel bestritten. Unter Leitung der Schweizer Trainerlegende Bernard Challandes zeigten sie von Beginn weg viel Engagement und kämpften beherzt. Auf der anderen Seite enttäuschten die Albaner mit vielen Fehlern in der Verteidigung und wenig Drang nach vorne. Und so konnte das Publikum in der 51. Minute Zenelis zweiten Treffer bejubeln. Im Gegensatz zu den Albanern, denen nichts gelang, hatten die Kosovaren durch das ganze Spiel hindurch viele weitere Chancen. In der 67. Minute gelang auch Edon Zhegrova noch ein Treffer: Kosova führte wider aller Erwartungen 3:0!</p>
<p>Vielleicht spielten auch einfach zu viele Albaner aus Kosovo in der albanischen Mannschaft, um in diesem Freundschaftsspiel zu Saisonende nochmals alles zu geben. Ganz nebenbei: nebst den Schiedsrichtern standen im Verlauf des Spieles auch rund zehn »Schweizer« auf dem Platz – Doppelbürger mit albanischen Wurzeln, die in der Schweiz gross geworden sind.</p>
<div id="attachment_1943" style="width: 810px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.albanien.ch/une/blog/1932/albanien-kosova_spielende" rel="attachment wp-att-1943"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1943" class="wp-image-1943 size-large" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2018/05/Albanien-Kosova_spielende-800x363.jpg" alt="" width="800" height="363" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2018/05/Albanien-Kosova_spielende-800x363.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2018/05/Albanien-Kosova_spielende-350x159.jpg 350w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2018/05/Albanien-Kosova_spielende.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><p id="caption-attachment-1943" class="wp-caption-text">Kosovarischer Jubel nach Spielende</p></div>
<p>Mit dem Sieg der Kosovaren konnten alle gut leben. Beim »Heimspiel« der Kosovaren in Zürich zeigte sich zwar stark die Verbundenheit der kosovarischen Albaner mit Albanien – es kam aber auch eine tiefe Beziehung zum jungen, etwas künstlichem »Staatsgebilde Kosova« zum Vorschein, die vielleicht viele der Kosovo-Albaner selbst überraschte.</p>
<p>Für die kosovarischen Spieler stimmte das Resultat sowieso: Sie stellten ihre Klasse unter Beweis. Und die passive Haltung vieler albanischer Spieler liess die Vermutung aufkommen, dass der Ausgang der Partie schon im Voraus abgemacht war.</p>
<div id="attachment_1934" style="width: 810px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.albanien.ch/une/blog/1932/albanien-kosova_3-0" rel="attachment wp-att-1934"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1934" class="size-large wp-image-1934" src="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2018/05/Albanien-Kosova_3-0-800x449.jpg" alt="" width="800" height="449" srcset="https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2018/05/Albanien-Kosova_3-0-800x449.jpg 800w, https://www.albanien.ch/une/wp-content/uploads/2018/05/Albanien-Kosova_3-0-350x197.jpg 350w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><p id="caption-attachment-1934" class="wp-caption-text">3:0 – Kosova schlägt Albanien am 29. Mai 2018 im Zürcher Letzigrund</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>100 Jahre Unabhängigkeit &#8211; keine Selbstverständlichkeit</title>
		<link>https://www.albanien.ch/une/blog/918</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lars]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Nov 2012 19:38:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles aus Albanien]]></category>
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					<description><![CDATA[Albanien feiert 100 Jahre Unabhängigkeit – die Festlichkeiten sind ausgelassen, das Land versinkt in Rot-Schwarz und alles, das irgendeinen Kontext zu den Albanern hat, wird patriotisch hochgejubelt. Etwas weniger euphorisch sind die Kommentare ausländischer Beobachter und Journalisten, die feststellen, dass nicht alles glänzt, das mit dem albanischen Staat zu tun hat: Nicht nur die schwierige ... <p class="moree"><a class="btn btn-inverse btn-normal btn-primary " href="https://www.albanien.ch/une/blog/918">Read more</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Albanien feiert 100 Jahre Unabhängigkeit – die Festlichkeiten sind ausgelassen, das Land versinkt in Rot-Schwarz und alles, das irgendeinen Kontext zu den Albanern hat, wird patriotisch hochgejubelt. Etwas weniger euphorisch sind die Kommentare ausländischer Beobachter und Journalisten, die feststellen, dass nicht alles glänzt, das mit dem albanischen Staat zu tun hat: Nicht nur die schwierige Geschichte werden erwähnt, sondern auch auf die aktuellen politischen Missstände, wirtschaftliche Probleme, fehlende Aufarbeitung der Geschichte und grassierende Korruption wird hingewiesen.</p>
<p>Klar haben sie nicht Unrecht: Die letzten 100 Jahre albanische Geschichte waren vor allem ein Leidensweg, und die aktuellen Verhältnisse in beiden albanischen Staaten, in der Republik Albanien wie auch in der Republik Kosova, bergen viel Kritikpotenzial. Trotzdem ist das heutige Jubiläum wohl ein Tag, an dem man durchaus mit Stolz feiern kann. Denn der Weg war wie erwähnt nicht einfach, und es gehört viel Glück dazu, dass die Albaner heute trotz grosser Verluste überhaupt feiern können.</p>
<p>Als Ismail Qemali Bey Vlora am 28. Dezember 1912 mit ein paar Dutzend Verbündeten aus dem ganzen albanischen Siedlungsgebiet in Vlora einen unabhängigen Staat ausrief, war das eine aus der Not geborene Idee. Bis auf ein kleines Gebiet rund um Vlora war ganz Albanien von ausländischen Truppen besetzt und das Osmanische Reich, zudem man sich zugehörig fühlte – auch wenn immer wieder mehr Autonomie für die Albaner gefordert wurde – war am Auseinanderfallen. Die albanische Zukunft bot plötzlich nur noch zwei Optionen: Minderheit werden in den Nachbarstaaten Griechenland, Serbien, Bulgarien und Montengro oder einen eigenen Staat gründen. Bis anhin hatten nur sehr wenige revolutionäre Geister unter den Albanern überhaupt mit diesem Gedanken gespielt, aber jetzt war es die letzte Option.</p>
<p>Eigentlich war auch die Ausrufung der Unabhängigkeit eine aussichtslose Mission. Denn einerseits waren die Nachbarvölker bereit, sich mit Waffengewalt möglichst viel albanisches Siedlungsgebiet einzuverleiben, andererseits hatten die Albaner keine wichtigen Freunde, die sich für sie stark machen würden. So war wohl vor allem die Angst vor einem allzu mächtigen Serbien, dem die Italiener und Österreicher keinen Zugang zur Adria gönnen wollten, der Nährboden für den albanischen Staat. Wien und Rom setzten gegen die Interessen der Russen und Franzosen durch, dass Albanien als Pufferstaat zwischen Serbien und ihren eigenen Einflussbereichen international anerkannt wurde. Dementsprechend klein fielen die Grenzen des neuen albanischen Staats aus: Knapp gross genug für einen überlebenstauglichen Staat, aber ohne viele wichtige Zentren – das Siedlungsgebiet von rund der Hälfte der Albaner ging an die Nachbarstaaten und sorgte noch für die fast nächsten 100 Jahre für ungelöste Probleme, Vertreibung und Gewalt.</p>
<p>Auch wenn der junge albanische Staat die erste Hürde nahm und von der internationalen Gemeinschaft mit dem Ende des Ersten Balkankriegs anerkannt wurde, gab es noch zahlreiche weitere Hürden zu nehmen. Es sollte viele Monate dauern, bis sich die ausländischen Armeen aus albanischem Territorium zurückgezogen hatten. Der von den Grossmächten eingesetzte deutsche Prinz, der Albanien regieren sollte, erwies sich als recht unfähig und machtlos. Auch viele mächtige Albaner versuchten oft und zum Teil auch mit Gewalt, mehr ihre eigenen Interessen durchzusetzen als der noch fremden Idee eines geeinten Albaniens zu folgen. Im Ersten Weltkrieg war Albanien gleich wieder Tummelplatz ausländischer Soldaten. Nach dem Krieg sollte Albanien oder Teile davonÂ unter den Besatzungsmächten aufgeteilt werden – sie waren aber wohl zu kriegsmüde, um sich in Albanien festzubeissen. Die für einmal geeinten Albaner schafften es, die fremden Truppen aus dem Land zu jagen und eine eigenständige Staatlichkeit zu etablieren. In der Folge anerkannte der Völkerbund Albaniens Unabhängigkeit, die Albaner konnten die Eigenstaatlichkeit für ein paar weitere Jahrzehnte retten. In Kosova litten die Albaner aber schwer: Hundertausende Muslime wurden vertrieben.</p>
<p>Die Zwischenkriegszeit war zuerst geprägt von sich laufend abwechselnden Regierungen, die sich zum Teil gewaltsam ablösten, bis sich der junge Ahmet Zogu mit geringer Rücksichtnahme auf Verluste etablieren konnte. Er liess sich erst zum Präsidenten, später zum König ausrufen und setzte seine Interessen vehement durch, aber schaffte allmählich stabile Verhältnisse, ein Staatsverständnis unter seinen Untergebenen und einen einigermassen funktionierenden Staatsapparat. Er führte das Land aber auch in eine gefährliche Abhängigkeit zu den Italienern. Mussolini überfiel dann auch im April 1939 Albanien und gliederte es dem Italienischen Königreich ein. Die albanische Unabhängigkeit wurde mal wieder zu Grabe getragen. Wiederum meinte es das Schicksal recht gütig mit den Albanern. Als Italien kapitulierte, mussten die Deutschen diese Flanke sichern. Ihnen fehlten aber die Soldaten, um Albanien zu unterwerfen. Also wurde ein grossalbanischer Staat ausgerufen, und die Wehrmacht kümmerte sich nur um die allerdringlichsten Angelegenheiten. Nach dem Krieg, als die meisten Albaner aus Griechenland vertrieben wurden, entstand in den alten Grenzen die Sozialistische Volksrepublik Albanien. Das Land entwickelte sich rasch, als Hoxha noch Hilfe von den Sowjets annahm, verfiel aber immer mehr, je mehr der paranoide Diktator das Land von der Aussenwelt isolierte. Auch zu den Albanern in den jugoslawischen Grenzgebieten bestand kein Kontakt mehr.</p>
<p>1991, als das nationalistisch-diktatorische Regime kommunistischer Couleur in Albanien aufgab und die Demokratie eingeführt wurde, war das Land am Boden. Die Bewohner hätten es alle am liebsten verlassen und für die Nachbarn wäre es leichte Beute gewesen – aber die wollten nicht mehr. Mit internationaler Hilfe wurde Albanien wieder aufgepäppelt und die Albaner in ihrem Land zurückgehalten. Eine Pseudo-Demokratie mit viel Korruption und gefälschten Wahlen etablierte sich, die Menschen waren aber mehr mit dem Überleben beschäftigt. Als man langsam einen Silberstreifen am Horizont sah, kam der nächste Schlag: ein grosses System von Pyramidenfirmen stürzte Land und Leute in den Ruin. Danach stabilisierte sich Albanien aber deutlich dank verstärkter ausländischer Einflussnahme, verstärkter ausländischer Hilfe und sich verbessernder politischer Verhältnisse.</p>
<p>Den Albanern in Kosova ging es aber bald wieder sehr schlecht. Die serbische Repression war schlimm und provozierte bewaffneten Widerstand. Nur die späte Intervention der NATO konnte noch Abhilfe schaffen. Nach dem Kosovokrieg erlangten auch die Albaner in Kosova ihre Selbstbestimmung und konnten 2008 einen eigenen Staat ausrufen. Zwar gibt es in Südserbien, in Mazedonien und in Montenegro auch noch albanische Minderheiten, die Konflikte der letzten Jahre haben aber auch hier nachgelassen.</p>
<p>Die Eigenstaatlichkeit, von der die Albaner heute zwei haben, war also während der letzten Jahre von vielen glücklichen Umständen begleitet. Dass die Albaner unter diesen Umständen immer noch in Unabhängigkeit leben können, ist somit alles andere als selbstverständlich und durchaus ein Grund zum Feiern!</p>
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		<title>Albanosphäre</title>
		<link>https://www.albanien.ch/une/blog/264</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lars]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Oct 2009 16:27:09 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Eine Alternative für den Begriff »Grossalbanien« zu suchen, war zu recht erstrebenswert, ist dieses Wort doch sehr mit extremen nationalistischen Ideen verknüpft. Zwar sind nur wenige Albaner dieser Idee verfallen sind und von noch wenigern wird Grossalbanien konkret angestrebt, dennoch wird der Begriff gerne von den Gegnern jegliches Albanischen als Schreckensbild aufgezeichnet. Um das Phänomen ... <p class="moree"><a class="btn btn-inverse btn-normal btn-primary " href="https://www.albanien.ch/une/blog/264">Read more</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Alternative für den Begriff »Grossalbanien« zu suchen, war zu recht erstrebenswert, ist dieses Wort doch sehr mit extremen nationalistischen Ideen verknüpft. Zwar sind nur wenige Albaner dieser Idee verfallen sind und von noch wenigern wird Grossalbanien konkret angestrebt, dennoch wird der Begriff gerne von den Gegnern jegliches Albanischen als Schreckensbild aufgezeichnet.</p>
<p>Um das Phänomen des wachsenden Austauschs der Albaner über die südosteuropäischen Grenzen zu beschreiben, ist in neuster Zeit der Begriff <em>»Albanosphäre« </em>aufgetaucht. Dieser Austausch hat sich in den letzten Jahren stark intensiviert, was einerseits mit der Unabhängigkeits Kosovas zusammenhängt, andererseits auch eine Folge der verbesserten Verkehrsinfrastruktur in den Bergen des Balkans, durchlässigeren Grenzen in Südosteuropa und einer wachsenden Wirtschaft ist. Dass sich die Albaner in Albanien, Kosova, Mazedonien, Südserbien und Montenegro in allen Bereichen des Lebens wie Kultur, Medien, Bildung, Freizeit, Wissenschaft und vor allem auch Wirtschaft austauschen, treffen und besuchen, ist natürlich. Erst die unnatürlichen und unüberwindbaren Staatsgrenzen, die auf dem Balkan im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts gezogen und die von totalitären Systemen nach dem Zweiten Weltkrieg geschlossen wurden, haben diesen Austausch über Jahrzehnte verunmöglicht.</p>
<p>Das Zusammenwachsen der Albaner – auch wenn nicht Grossalbanien, sondern Albanosphäre genannt und meist nicht politisch motiviert – scheint aber noch immer alles andere als nur  Freude auszulösen. So <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/international/mazedonien_albaner_1.3874733.html" target="_blank">schrieb die NZZ gestern</a> (was mich zum Verfassen dieses Beitrags veranlasste):</p>
<blockquote><p>»Innerhalb der EU, welche die Grenzen ihrer Mitgliedstaaten zugleich relativiert und schützt, könnten eine dynamische «Albanosphäre» und die bestehenden Staatsgrenzen wohl koexistieren – ausserhalb kaum.«</p></blockquote>
<p>Was beispielsweise in Westeuropa, wo der Austausch von Sprachgruppen über Landesgrenzen hinaus alltäglich und gewollt ist, scheint in Südosteuropa nach wie vor Skepsis und Ängste auszulösen. Für mich als Schweizer, der in einem kleinen Land wohnt, das mitten in Europa liegt, wo die verschiedenen Sprachgruppen täglich Austausch über die Grenzen haben und das auch schon fast mit zur Albanosphäre gehört, ist diese Unsicherheit schwer verständlich. Erstaunlich gerade auch, weil Europa mit Stabilitätspakt und verschiedensten anderen Förderprogrammen doch auch in seiner Tradition die Zusammenarbeit über Grenzen hinaus auch auf dem Balkan förderte.</p>
<p>Natürlich hat sich die Situation mit der Unabhängigkeit Kosovas verändert: Es gibt jetzt zwei Staaten auf dem Balkan mit einer Mehrheit von Albanern von 90 Prozent oder mehr. Umso erstaunlicher wäre es, wenn diese beiden Gesellschaften nicht miteinander kooperieren würden.</p>
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