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NZZ: Albanien wird seine Bunker nicht los

Verfasst: Mi, 15. Nov 2006, 13:29
von daur
Heute (Mittwoch, 15. 1.. 06) in der NZZ ein ganzseitiger Artikel: Albanien wird seine Bunker nicht los. Unbewältigte Vergangenheit und nationaler Stolz. S. 7. Es geht u. a. um die Öffnung der Geheimdienst-Archive.

Verfasst: Mi, 15. Nov 2006, 22:58
von Lars
die aktuelle Debatte in Albanien ist ja recht spannend:

- Weshalb gibt es in Albanien bis jetzt praktisch keine Aufbereitung der (kommunistische) Vergangenheit?

- Was würde in Albanien passieren, wenn die Sigurimi-Akten eingesehen werden könnten?

Verfasst: Mi, 15. Nov 2006, 23:35
von Shpendi1984
Lars hat geschrieben:die aktuelle Debatte in Albanien ist ja recht spannend:

- Weshalb gibt es in Albanien bis jetzt praktisch keine Aufbereitung der (kommunistische) Vergangenheit?

- Was würde in Albanien passieren, wenn die Sigurimi-Akten eingesehen werden könnten?
Das ist vergleichbar mit der DDR Aufbereitung. Die Akten von manchen Politikern werden immer noch der Öffentlichkeit vorenthalten. In Albanien dürfte es größere Probleme geben, weil die meisten Politiker schon damals Funktionäre waren.

Verfasst: Mi, 15. Nov 2006, 23:48
von Lars
es geht ja nicht nur darum, was Politiker wollen. Zumindest gemäss diesem NZZ-Artikel scheint auch sonst in breiten Bevölkerungsschichten keine Offenlegung erwünscht zu sein.

Verfasst: Do, 16. Nov 2006, 9:46
von Nora!
Klar ist eine Offenlegung erwünscht, aber niemand hört auf die Bevölkerung.
Die Politiker versuchen natürlich die akten ganz wegzubringen, weil so viele Politiker soviel :-P gebaut haben und wenn alles rauskämme...dann würde man sie doch keine Politiker mehr nennen, sie wären dann das wovon alle sowieso denken, dass sie es sind. Kleine dreckige, egoistische, dumme Leute, die während dem Krieg ihre Landsleute umgebracht haben.

(Zum Glück waren nicht alle so, aber von vielen ist die schon lange die Rede, dass sie ihre Landsleute umgebracht haben und mit den Serben zusammengearbeitet haben, also verhindern sie, dass solche Akten wo solche Sachen drauf stehen ja nie gezeigt werden)

....ich hasse politiker.....

falls ihr findet dieser Beitrag gehört nicht hierher, oder sonstwas...könnt ihr es auch Löschen, ist mir gleich.

Verfasst: So, 19. Nov 2006, 21:51
von Kusho1983
Shpendi1984 hat geschrieben:
Lars hat geschrieben:die aktuelle Debatte in Albanien ist ja recht spannend:

- Weshalb gibt es in Albanien bis jetzt praktisch keine Aufbereitung der (kommunistische) Vergangenheit?

- Was würde in Albanien passieren, wenn die Sigurimi-Akten eingesehen werden könnten?
Das ist vergleichbar mit der DDR Aufbereitung. Die Akten von manchen Politikern werden immer noch der Öffentlichkeit vorenthalten. In Albanien dürfte es größere Probleme geben, weil die meisten Politiker schon damals Funktionäre waren.
also ich sehe nicht ein,wieso in albanien die öffnung der sigurimi-akten ein grösseres problem darstellen sollte,als in der ddr...auch in der ddr waren die politiker und öffentliche persönlichkeiten in der stasi als funktionäre aktiv.das war in fast jedem soz.land eine eigenheit des systems:wenn jemand z.b.zum parteifunktionär einer region aufsteigen wollte,musste er(meistens waren es nur männer)auch"über leichen gehen"(d.h.spionagearbeit leisten)...

Verfasst: Mo, 20. Nov 2006, 18:49
von Shpendi1984
Kusho1983 hat geschrieben:
Shpendi1984 hat geschrieben:
Lars hat geschrieben:die aktuelle Debatte in Albanien ist ja recht spannend:

- Weshalb gibt es in Albanien bis jetzt praktisch keine Aufbereitung der (kommunistische) Vergangenheit?

- Was würde in Albanien passieren, wenn die Sigurimi-Akten eingesehen werden könnten?
Das ist vergleichbar mit der DDR Aufbereitung. Die Akten von manchen Politikern werden immer noch der Öffentlichkeit vorenthalten. In Albanien dürfte es größere Probleme geben, weil die meisten Politiker schon damals Funktionäre waren.
also ich sehe nicht ein,wieso in albanien die öffnung der sigurimi-akten ein grösseres problem darstellen sollte,als in der ddr...auch in der ddr waren die politiker und öffentliche persönlichkeiten in der stasi als funktionäre aktiv.das war in fast jedem soz.land eine eigenheit des systems:wenn jemand z.b.zum parteifunktionär einer region aufsteigen wollte,musste er(meistens waren es nur männer)auch"über leichen gehen"(d.h.spionagearbeit leisten)...
Du als Albanien-Albaner solltest es besser wissen. Es könnte zu politischen Spannungen führen und wie gefährlich politische Spannungen sind haben wir ja 1997. Nun ist ja Albanien ein wenig weiter und trotzdem ist es immer noch labil

Dosje

Verfasst: Mi, 22. Nov 2006, 10:24
von Albana
Ich glaube das die Leute nicht mit der Vergangenheit sich konfrontieren wollen. Irgendwie, haben sie die Vergangenheit verdrängt, und glauben sogar das es die nicht gab. Ich kenne ein par Leute die für Sigurimi gearbeitet haben. Die benehmen sich als hätten sie nie in diese Institution gearbeitet. Ein sehr interessantes phenomenon.

Dazu komm: man glaubt das die mächtigsten Leute ihre dosje schon versorgt haben. Das heisst, die grösste Kriminellen werden nichts von dosje öffnung spüren.

Re: Dosje

Verfasst: Do, 23. Nov 2006, 20:54
von Kusho1983
Shpendi1984 hat geschrieben:Du als Albanien-Albaner solltest es besser wissen. Es könnte zu politischen Spannungen führen und wie gefährlich politische Spannungen sind haben wir ja 1997. Nun ist ja Albanien ein wenig weiter und trotzdem ist es immer noch labil
Albana hat geschrieben:Dazu komm: man glaubt das die mächtigsten Leute ihre dosje schon versorgt haben. Das heisst, die grösste Kriminellen werden nichts von dosje öffnung spüren.
albana hat deine argumentation gut"gekontert".in albanien würde die öffnung der akten keine so grossen wellen schlagen,zumindest nicht für die pol."elite",da deren akten schon seit längerem entsorgt wurden...nach fatos klosi(ehem.shik-chef)sollen bis zu 10'000akten spurlos verschwunden sein...es geht nur darum,die akten der anderen öffentlichen persönlichkeiten zu veröffentlichen(bsp.die akte kadarese oder anderer"wichtiger"personen)...