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Was haltet ihr von der sozialistischen Grundidee?
Verfasst: Mo, 26. Apr 2010, 18:56
von Koby Phoenix
Ich meine eher nicht Enver Hoxha oder irgendwelche Wahnsinnige.. sondern einfach die marxsistsche Ideologie, die Grundidee des
Sozialismus. Würde gerne wissen was ihr darüber denkt.
Re: Was haltet ihr von der sozialistischen Grundidee?
Verfasst: Di, 27. Apr 2010, 21:18
von Keiner
Koby Phoenix hat geschrieben:Ich meine eher nicht Enver Hoxha oder irgendwelche Wahnsinnige.. sondern einfach die marxsistsche Ideologie, die Grundidee des
Sozialismus. Würde gerne wissen was ihr darüber denkt.
Idealistische Sozialisten verkennen die menschliche Natur. Es sind Daueroptimisten mit Lernhemmung.
Weniger idealistische Sozialisten, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen, betrügen einfach gestrickte Menschen. Und das scheint sich zu lohnen. Die meisten Berufssozialisten sind finanziell weit von denjenigen entfernt, die sie zu vertreten vorgeben.
Verfasst: Di, 27. Apr 2010, 21:27
von liberte
also mich hat die idee viele viele jahre sehr fasziniert. als jugendliche war ich überzeugt, daß es möglich wäre so zu leben, wenn man nur nicht die falschen menschen an die macht ließe.
heute weiß ich, daß es tatsächlich wider der natur der menschen ist. leider. denn die idee ist, meiner meinung nach, einfach nur klasse!
Verfasst: Di, 27. Apr 2010, 22:07
von Estra
Liberte, bei mir war es auch so, als Jugendliche war ich auch von der Idee fasziniert. Marx hatte gute Ansätze, aber eben nur theoretisch. Aber leider ist es nur in der Theorie gut und nicht praktikabel für die Menschen.
Verfasst: Di, 27. Apr 2010, 23:04
von Lula
Genau meine Worte:
Theorie: Eins
Praxis: Sechs
Einfach nicht durchführbar.
Verfasst: Mi, 28. Apr 2010, 8:55
von Sonne1710
Der gesamte Ostblock ist daran gescheitert. Sozialismus ist einfach was für Theoretiker, die Praxis hat die Potjomkinschen Dörfer wie Kartenhäuser zusammenbrechen lassen!
Verfasst: Mi, 28. Apr 2010, 9:05
von Toni_KS
Wisst ihr weshalb diese Ideologie nicht funktioniert?!
Weil Menschen keine Zahnräder oder Maschinen sind. Das bedeutet man kann sie nicht ausrechnen, im Bereich des Menschlichen gibt es nur Annahmen und Möglichkeiten. Man kann die zukünftige Bewegung der Sonne für folgende Tage und Jahre berechnen. Aber niemand (ausser Einer, Der schon die Geschichte geschrieben hat) kann wissen, was ein Mensch verheimlicht und was er beabsichtigt; was er morgen oder übermorgen tun wird. Man kann das nur in Form einer Ahnung, einer Wahrscheinlichkeit und einer Einschätzung annehmen und das mit der Voraussetzung, dass man genügend Kenntnis zum Urteilen besitzt.
Alle Prophezeiungen von Karl Marx erwiesen sich als falsch:
Der Kommunismus fand seinen Anfang nicht in einem fortgeschrittenen Land, wie er vorhersagte, sondern in einem unentwickelten Land. Der Zwiespalt zwischen Kapitalismus und Kommunismus stieg nicht an. Im Gegenteil, beide Blöcke näherten sich einander in einem Zustand der friedlichen Koexistenz. Sie öffneten dem amerikanischen Kapitalismus sogar die Türen. Eher fielen Uneinigkeit und Streit unter die Mitglieder des sozialistischen Ostblocks. Alle Rechnungen von Karl Marx schlugen fehl und bewiesen damit die Unzulänglichkeit seines fatalen Konzepts.
Der grösste Irrtum war, indem man versuchte die Zukunft zu berechnen. Dabei hatte man völlig vergessen, dass der Mensch einen Willen hat und dass seine Freiheit Wirklichkeit ist.
TONi
Verfasst: Mi, 28. Apr 2010, 9:40
von Genci85
Sozialisten sind jene die Menschlichkeit den Menschen per Gesetzt abverlangen wollen. Weil sie kein Vertrauen in die Menschen haben. Aber ich denke, dass eine Gesellschaft auch Menschlich sein kann ohne das man sie dazu zwingt.
Verfasst: Mi, 28. Apr 2010, 16:56
von leanna
Menschlich? Sie kann es sein. Sie ist es aber in den meisten Fällen nicht. Es ist nun mal die Realität, dass die Reichen immer reicher werden und die Armen immer ärmer. Einige Grundideen des Sozialismus könnte sich die heutige Politik schon zunutze machen.
Der Sozialismus berücksichtigt eben nicht den Drang des Menschen, immer besser zu werden. Immer mehr zu haben. Sich mit anderen zu messen.
Der Kapitalismus unterstützt genau das und hat das Streben und die Gier nach immer mehr zur obersten Maxime unserer Gesellschaft werden lassen. Viel Geld zu haben und wenig Zeit, ständig gehetzt zu sein und im Stress und furchtbar wichtig, das ist es doch was zählt.
Ich denke, es kann nur jeder für sich selber die sicher guten Grundideen des Sozialismus leben. Mit anderen teilen, darauf achten, dass es allen gut geht. Und sich nicht selbst ins Hamsterrad des "Immer mehr, immer höher, immer schneller" hineinziehen lassen.
Verfasst: Fr, 30. Apr 2010, 11:17
von Arbëror
Leanna spricht mir hier grösstenteils aus der Seele.
Nachdem die Menscheit mit herben Verlusten den Komunismus und den Nationalsozialismus zerschlagen hat, ist das grösste Geschwür des 21. Jahrhundert der krankhafte Kapitalismus. Der Wahn nach Gewinnmaximierung und Leistungssteigerung, der exzessive Umgang mit menschlichen Ressourcen, mit der Selektion, Ersatz und der schnellen und kostensparenden Ausscheidung von "abgenutzten" Arbeitnehmern, machen die Kluft zwischen Arm und Reich noch grösser. Wir wachsen in einer "Geiz ist [bitte ein wenig Anstand]"-Gesellschaft heran, Kostendruck und tief gehaltene Produktionskosten werden auf den Buckel der Arbeiterklasse ausgetragen, der Markt zerstört sich somit selbst weil kleine Fische den Konkurrenzkampf mit grossen Marktketten nicht gewachsen sind, weil viele den Kostendruck mit möglicher Qualitätsminderung scheuen, somit ist unsere Wahlmöglichkeit und unser Angebot sehr eingeschränkt, aber man redet immer noch gerne von "freier Marktwirtschaft" und den lieben Chinesen, die ja nur nach den Prinzipien der freien Marktwirtschaft ihre Ware an den Mann bringen.
Ich möchte hier nicht den Moralappostel aufziehen, aber es ist für mich voraussehbar, dass das kapitalistische Modell für den grössten Teil der Menscheit ein Verderben darstellt, der kleinste Teil wird weiterhin ihre Milliarden auf Kosten des Proletariats schefeln.
Der Traum nach Freiheit, sozialer Gleichheit, Wohlfahrt und der Gleichberechtigung etc. für Jedermann in einer Gesellschaft zu erlangen ist utopisch, weil der Grossteil der Menschen an sich mit Habgier, Erfolgshunger, Neid, Arroganz, Wertezerfall und abwertendes Verhalten bestückt sind, nur schon der Thread mit der übergewichten Frau macht dies überdeutlich.
"Gib einem Menschen Macht und du erkennst seinen wahren Charakter."
Verfasst: Fr, 30. Apr 2010, 13:37
von leanna
Arbëror hat geschrieben:"Gib einem Menschen Macht und du erkennst seinen wahren Charakter."
Wie wahr. Leider. Ein schönes Beispiel ist der Film "Das Experiment". Der Otto-Normal-Bürger wird eben schnell zum Monster, das über Leichen geht. Wenn er es kann.
Oder Steve Jobs. Der mit Apple den Traum von der Weltherrschaft lebt und seine Angestellten wie Lakaien behandelt. Von amerikanischen Medien auch gerne als iGod bezeichnet, ist er ein schönes Beispiel dafür, wie sehr Konsum und die Vormachtstellung gigantischer Konzern unser Leben beeinflusst.
Oder wie im aktuellen Fall die Rating-Agenturen. Die mit wilden Herauf- oder Herabstufungen und Spekulationen ganze Länder und damit die gesamte Weltwirtschaft ins Verderben stürzen. Alles Auswüchse eines ungebremsten Kapitalismus - der sich früher oder später selbst zugrunde richten wird.
Verfasst: So, 25. Jul 2010, 9:26
von Keiner
Ein wunderbares Beispiel dafür, wie auch Sozialismus funktioniert, hat kürzlich der Grünenvorsitzende Özdemir geliefert:
Zum Hintergrund: In Hamburg fand eine Volksentscheidung über eine Schulreform statt. Einzelheiten kann man hier nachlesen:
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 76,00.html
Kurzum: Das Ergebnis des Volksentscheides war ganz und gar nicht im Sinne sämtlicher etablierter Parteien. Die Schweizer kennen das.
Özdemir hatte dafür folgende, bemerkenswerte Erklärung:
http://www.welt.de/debatte/kommentare/a ... demir.html
Sozialisten sind, wie die Grünen, keine Realisten, sondern Moralisten mit einem geradezu absurden Sendungsbewusstsein.
Wenn ich Özdemir richtig verstanden habe, sieht er das so:
Wir haben Recht. Und moralisch sowieso.
Wenn irgendwelche Wahlergebnisse etwas anderes aussagen, dann sind die Wahlergebnisse eben falsch. Im konkreten Fall ist es deshalb falsch, weil die Nichtwähler für uns gestimmt hätten, wegen ihres geringen Bildungsniveaus aber gehindert warnen, zur Wahl zu gehen.
Zu Ende gedacht, ist (und war in der Vergangenheit) diese Denkweise eine prima Begründung dafür, eine Diktatur zu errichten. Dann sorgen wir eben dafür, dass die Nichtwähler ein höheres Bildungsniveau erreichen und dann wäre unsere Diktatur demokratisch legitimiert.
Weil: Dann hätten die heutigen Nichtwähler ja das Bildungsniveau gehabt, um für uns zu stimmen.
Die Älteren unter uns und diejenigen, die im Gemeinschaftskundeunterricht aufgepasst haben, haben da glatt ein Deja vu:
http://www.youtube.com/watch?v=OPNin0-dLVE
Verfasst: So, 25. Jul 2010, 11:52
von Slevin Kelevra
Keiner hat geschrieben:Ein wunderbares Beispiel dafür, wie auch Sozialismus funktioniert, hat kürzlich der Grünenvorsitzende Özdemir geliefert:
Zum Hintergrund: In Hamburg fand eine Volksentscheidung über eine Schulreform statt. Einzelheiten kann man hier nachlesen:
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 76,00.html
Kurzum: Das Ergebnis des Volksentscheides war ganz und gar nicht im Sinne sämtlicher etablierter Parteien. Die Schweizer kennen das.
Özdemir hatte dafür folgende, bemerkenswerte Erklärung:
http://www.welt.de/debatte/kommentare/a ... demir.html
Sozialisten sind, wie die Grünen, keine Realisten, sondern Moralisten mit einem geradezu absurden Sendungsbewusstsein.
Wenn ich Özdemir richtig verstanden habe, sieht er das so:
Wir haben Recht. Und moralisch sowieso.
Wenn irgendwelche Wahlergebnisse etwas anderes aussagen, dann sind die Wahlergebnisse eben falsch. Im konkreten Fall ist es deshalb falsch, weil die Nichtwähler für uns gestimmt hätten, wegen ihres geringen Bildungsniveaus aber gehindert warnen, zur Wahl zu gehen.
Zu Ende gedacht, ist (und war in der Vergangenheit) diese Denkweise eine prima Begründung dafür, eine Diktatur zu errichten. Dann sorgen wir eben dafür, dass die Nichtwähler ein höheres Bildungsniveau erreichen und dann wäre unsere Diktatur demokratisch legitimiert.
Weil: Dann hätten die heutigen Nichtwähler ja das Bildungsniveau gehabt, um für uns zu stimmen.
Die Älteren unter uns und diejenigen, die im Gemeinschaftskundeunterricht aufgepasst haben, haben da glatt ein Deja vu:
http://www.youtube.com/watch?v=OPNin0-dLVE
Özdemir hat absolut recht. Da haben sich die Mittelschicht und die Reichen zusammengeschlossen, um eine beispiellose Propaganda gegen Familien aus der unteren Schicht dieser Gesellschaft zu fahren. Aber das ist typisch deutsches Selektionsdenken. Das ist ekelhaft. Baaa!! Ich kenne an meiner Uni viele Studenten. Fast ausnahmslos kommen diese Studenten aus einer Akademikerfamilie. Die einzigen, die dieses Kriterium nicht erfüllen sind meist ausländische Studenten. Das zeigt das wahre Bild von Deutschland. Bildung für alle?! Träumt weiter!
Verfasst: So, 25. Jul 2010, 11:56
von Koby Phoenix
wenn sogar bei der Bundestagswahl 1/3 nicht wählt, dann ist diese Entscheidung nicht die Entscheidung des gesamten Volkes.
Was soll das Volk wählen, wenn es zwischen Dünnschi*s
und Verstopfung die wahl hat?
Ich persönlich frage mich, wenn das Volk so unzufrieden ist,
wieso organisieren sie sich nicht? Es sind immer die Minderheiten
die sich organisieren.
@Keiner : welche Partei kann man noch vertrauen?
Die Braunen kannste in der Tonne treten, für mich
ewig gestrige!
Die SPD hat schwere Fehler gemacht.Hartz 4 und Gerhard
Schröders falsche Wirtschaftspolitik.Keine Selbstkritik.
Die Linke als Partei ist nicht mehr ernst zu nehmen. Sie
rechtfertigt die DDR immer erneut wieder. Haben
utopische Ideen und bringen keine Taten vor sich.
Die CDU ist eine Partei, die sich Christlich nennt
aber nichts christliches an sich hat. Sie äußert sich
nicht zu selten weltfremd und ausländerfeindlich.
Ist für Abschiebungen und will eine
Schichtengesellschaft haben. So sehe ich das.
Die FDP ist eine Lobby Partei..
Die Grüne verrät sich immer wieder selbst. Arbeitet
mit Parteien zusammen, wie die CDU die Atomenergie
für sinnvoll und wirtschaftlich richtig halten.
Also gibt es keine anständig halbwegs selbstehrliche
Partei in Deutschland geschweige denn in Europa.
Ob es die Neoliberalen, die Sozialisten
Konservativen, Rechtskonservativen oder die Rechten
sind, sie alle taugen gar nichts. Alles nur
ein Haufen von Versager die nichts hinbekommen.
Traurig aber war.