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Albanien / Kosovo

Verfasst: Fr, 18. Sep 2009, 15:06
von carleugen
Hallo allerseits,

ich bin neu hier bei Euch, und beginne mal mit einer kurze Vorstellung:

Ich bin Mitte 40, wohne in der näheren Umgebung von Stuttgart, bin begeisterter Motorradfahrer, - und weiß jetzt schon nicht mehr wie ich mit der Vorstellung fortfahren soll.
Deshalb: Fragen zu meiner Person werden gerne beantwortet, solange sie nicht zu intim sind :-)

Ich habe mich hier angemeldet, weil ich sehe, das es sich hier um ein gut besuchtes (u.a.) Albanien- und Kosovo-Forum handelt, und ich ein paar Fragen habe.

In den Fragen geht es um Albanien und den Kosovo, ich öffne aber wegen Eurer Unterteilung keine 2 Treads, und bleibe hier in der Unterrubrik „Albanien“, und hoffe das geht in Ordnung.

Ich habe 4 Wochen Urlaub hinter mir.
1Woche Anreise nach Bulgarien (Schwarzes Meer) / 2 Wochen Urlaub am Schwarzen Meer /
und eine Woche wieder zurück.

Bei der Hin- und Rückreise waren wir zu zweit (mit einem Freund) auf zwei neueren BMW Motorrädern, also ohne Sozius. Die 2 Wochen am Schwarzen Meer haben wir dann mit unseren Frauen verbracht, die einen kürzeren Weg nach Bulgarien mit dem Auto wählten.

Die Hinreise ging über Italien – Igomenitsa (GR) – Sarande – Permet – Ohrithsee – Mazedonien – BUL.
Die Rückreise ging (weil es uns so gut gefallen hat) über Mazedonien – Kosovo (Prizren)– Kukes – Shkoder – Kroatien – usw. – Stuttgart

Insgesamt waren es knapp 8000km ! – Und Ihr habt es evt. schon rausgelesen: Albanien/Kosovo/Mazedonien waren für uns zwei das absolute Highlight, dieser super tollen Motorradtour.

Jetzt zu meinen Fragen.
Vorab noch - scheut Euch nicht auch mir ein paar Fragen zu stellen, wir haben viel erlebt !

Fragen zu Albanien:
Die Hinfahrt durch Albanien war einfach „Top“, Kinder haben uns zugewunken, alle die wir getroffen haben waren sehr freundlich ! (null Probleme)
Auf der Rückfahrt durch Albanien erhielt unser „Albanien-Highlight“ eine kleinen „Knacks“ !
Frühjugendliche Jungs (ca. 12Jahre alt) schmissen mit Steinen nach uns !
Wir fuhren aus einer kleineren Stadt (Dorf) raus, ich sah 4 Jungs neben der Straße, einer davon bückte sich, die Jungs winkten, wir winkten zurück. Ich fuhr vorbei, mein Freund fuhr vorbei, im Rückspiegel sah ich wie der eine Junge seinen aufgelesenen Stein uns hinterher schmiss.
Kurz vor Shkoder, auch eine kleinere Stadt (Dorf), vorbei an den Obst-Verkaufsständen, es ging nur im Schritttempo voran, wurden wir von einem Jungen „blödgrinsend“ (sorry) mit Weintrauben beschmissen. (nicht getroffen – aber trotzdem)
Meine Fragen hierzu:
Woher kommt so ein Verhalten ???
(Ich will das nicht einfach nur auf frühjugendliche Unbekümmertheit schieben)
Was wäre passiert, wenn ich bei dem Steineschmeissenden Jungen zurückgefahren wäre ???
Und ihn zur Rede gestellt hätte, evt. auch mit einem gehörigen Schreck, indem ich auf den Jungen zugefahren wäre.
Würdet Ihr mir davon Abraten ?

Weiter mit Albanien:
Wenn ich die Städte Sarande/Skhoder/Pogradec mit (z.B.) Kukes vergleiche. In den ersten genannten Städten haben wir und absolut sicher gefühlt. In Kukes (z.B.) wollten wir nicht unbedingt anhalten, da hat es uns zu sehr „gewusselt“, und wir haben uns dort nicht so „sicher“ gefühlt. Ich will hier ja eigentlich keine Frage bezgl. meinem Gefühl stellen, aber vielleicht kann sich jemand vorstellen welchen Unterschied ich meine.
Und hierzu auch meine Frage:
Woher kommt dieser Unterschied ?

Allgemein zu meinen Albanien Fragen:
Das mit dem „Bewerfen“, war der einzige „Knacks“ den wir in Albanien bekamen, ich bin von dem Land absolut begeistert (Landschaft / Leute / Motorradfahren), ich nenne es: das letzte Stückchen Abenteuer das man in Europa noch erleben kann. Das mit dem „Bewerfen“, ändert meine Meinung nicht.

KOSOVO –
- war für uns die Überraschung pur !
- Euro / vor dem Euro die D-Mark
- keine zerbommten Häuser (was manch ein Vorurteilbelasteter Westeuropäer denken kann)

Alles sehr modern, tolle Landschaft (da wo wir waren), sehr freundliche Menschen. Wir haben uns, auch ohne die KFOR sehr sicher gefühlt. Dieser Eindruck erhielt hier keinen „Knacks“.
Wir haben ein paar tolle Hotels gesehen (z.B. so ein großes weißes Hotel nach nach Prizren Richtung Kukes keine paar Meter ein weiters…) alles sehr „nobel“.
Hierzu auch meine ersten Fragen:
Wer baut solche neue Anlagen ?
Woher kommt das Geld, um solche neue Anlagen zu bauen ?
Kann man sich solche Anlagen für „Apel und Ei“ dort hinstellen ?
Ist das der beginn einer Ausbeutung vom Kosovo durch Ausländer ?
Wer nutz diese Angebote ?
Gibt es einen ausgeprägten Tourismus in Kosovo ?
Wie schon erwähnt, ein Vorurteilbelasteter Westeuropäer (zu dem auch ich „gehörte“) stellt sich trotzdem noch diese Frage.

Weiter mit Kosovo:
Ich als Westeuropäer war es gar nicht mehr gewohnt was ein Grenzübergang ist 
Nach Frankreich / Österreich / weiter nach Italien / usw.…. denkt man doch gar nicht mehr an seine Ausweispapiere, es ist bei mir schon sicher vorgekommen das ich bei solchen „Kurztrips“ gar keine Papiere bei mir hatte, „was ist den schon ein Grenzübertritt“ ? – Einfach durchfahren, und schon ist mit in Österreich.
In den jetzt bereisten Ländern läuft das aber ein bis anders ab !
Albanien raus – anhalten – Papiere / Niemandland / Mazedonien rein – anhalten – Papiere und weiter.
Hierzu auch meine Frage:
Der Kosovo wird ja bis heute nicht von Serbien anerkannt.
Wir hielten uns nur im Süden von Kosovo auf, ich nenn es mal in „Kosovo-Albanien“.
Ist es so: Umso weiter nördlicher wir gekommen wären, umso „serbischer“ wäre es geworden ?
Falls ja: Gibt es eine klare Linie zwischen „Kosovo-Albanien“ und „Kosovo-Serbien“ ?
Im Süden ist die KFOR noch sehr präsent, wie ist das im Norden vom Kosovo ?

……..

Ich sehe dieses Posting ist doch recht groß geworden.
Ihr kennt mich nicht, und ich stelle Euch hier sehr detaillierte evt. auch „kritische“ Fragen.
Ich hoffe das diese Fragen keiner falsch versteht !
Es handelt sich bei diesen Fragen um sehr offene Fragen, ohne irgendwelche Hintergedanken, sie sind aus offenen und ehrlichen Interesse entstanden.
Ich wüsste auf Anhieb niemanden den fragen kann, und wollte (und will) die fragen eigentlich nicht „adacta“ legen.
Ich bin durch Zufall auf Euer Forum gestoßen, und hoffe ich bin mit meine Fragen am richtigen Ort.

So das wars
Bis dann
Gruß Carl

Verfasst: Fr, 18. Sep 2009, 15:18
von kleshtrimania
Hallo Carl

Schön dass du so eine tolle und erlebnisreiche Zeit hattest. Du solltest diesen "Knacks" einfach vergessen. In Deutschland hätte dir dies genau so passieren können. Es kommt ja immer wieder vor dass Kinder und sogar Erwachsene Steine oder Holzklötze von einer Brücke auf die Autobahn werfen. Also war ja dein "Fall" halb so schlimm.
Was hätte sich den geändert wenn du zurück gefahren wärst? Hättest du dich den mit den Jungs unterhalten können? Kannst du albanisch?

Verfasst: Fr, 18. Sep 2009, 16:30
von hschneider
hallo carl,

das mit den steinen und trauben würde mich an deiner stelle in einer ganz anderen art und weise zu denken geben. hier im forum hat noch niemand ueber solche faelle in albanien oder sonst irgendwo berichtet. da musst du dir an deine eigene nase fassen und keine pauschalverdaechtigungen gegen die bevölkerung eines ganzen landes aussprechen.

die schoenen hotels werden in aller regel durch in albanien oder im ausland akkumuliertes kapital finanziert- ganau wie im rest der welt auch.

deine subtilen und unterschwelligen vorwürfe und vorurteile werden durch vorweggenommenes hinweisen die eigene westeuropäische scheuklappe nicht abgeschwächt und weniger erniedrigend für die so angeschwärzenten menschen.

beste gruesse

harald

Verfasst: Fr, 18. Sep 2009, 16:44
von kleshtrimania
Darf ich dich bitte noch um etwas bitten? Ich weiss du meinst es nicht böse weil du es einfach nicht besser weisst aber gebraucht die Wörter Kosovo-Albanien und Kosovo-Serbien nie wieder.
Es gibt ja auch schliesslich kein Deutschland-Schweiz oder Deutschland-Polen.

Verfasst: Fr, 18. Sep 2009, 18:55
von Zamira
Ich finde nicht, dass hier die Bevölkerung generell unter Verdacht gestellt wird...

Es gab in einer Region unangenehme Zwischenfälle und es wurde nachgefragt.

Deswegen finde ich den Beitrag von HSchneider absolut unangemessen und seine Reaktion total überzogen.

Verfasst: Sa, 19. Sep 2009, 14:11
von Lars
von steinewerfenden Jungs in Kukës wurde tatsächlich schon wiederholt berichtet. Das albanische Bergland ist sehr arm – die ländlichen Gebiete sind von einem bäuerlichen Alltag geprägt, wo die "Welt noch in Ordnung ist". In einigen Städten im Bergland scheint wohl eher Depression zu herrschen. Nichts zu tun, nichts zu verdienen – nur immer wieder reiche Ausländer, die vorbeifahren. Das kann bei solchen Jungs schon zu "Fehlreaktionen" führen.

Zurückfahren hätte wohl nichts gebracht – resp. das Risiko, dass sich dies in eine dümmere Situation dreht mit richtigem Streit und Schaden wäre wohl zu gross. Und Verständigungsschwierigkeiten hätte es ja auch gegeben. Und den grossen Macho raushängen und in hohem Tempo auf die zufahren wäre aus nicht gerade vorbildlich gewesen. Ich kann dich aber durchaus verstehen: Einfach hinnehmen möchte man so etwas nicht. Da müsste man wohl mal die Autoritäten im Ort (der nächste Polizist, der nächste Restaurant-Besitzer, im nächsten Hotel oder so) ansprechen. Wenn das dann im Dorf die Runde macht, könnte es dem Treiben der Jungs schnell ein Ende setzen.

Hotels in Kosova: Das Erstellen dieser Hotels ist wohl wirklich nicht extrem teuer. Ob die in ein paar Jahren auch noch so toll aussehen, ist die nächste Frage. Das Geld kommt sicherlich irgendwie aus dem Ausland: Entweder von Verwandten, die im Ausland tätig waren. Oder der Besitzer profitierte irgendwie von den Internationalen in Kosova (gutbezahlte Arbeit etc.), was ihm eine solche Investition erlaubte. Ein Weilchen lang soll es in Kosova auch viel Prostitution gegeben haben – ich weiss aber nicht, ob das in solchen Hotels war oder in anderen Absteigen. Die Internationalen haben sich jedenfalls nicht nur vorbildlich benommen. Dann darf man nicht vergessen, dass es im Vergleich zu Westeuropa sehr wenig kosten dürfte, ein solches Hotel am Laufen zu halten/zu unterhalten. Da spielt es auch nicht so eine Rolle, dass nicht allzu viele Leute diese Hotels nutzen – auch wenn sich die Eigentümer ursprünglich sicherlich mehr Umsatz erhofft hatten. Aber die Konkurrenz ist einfach zu gross. Wirklich Tourismus gibt es nicht – nur viele Ausgewanderte auf Heimaturlaub. (Ich weiss nicht, wie das in Kosova ist, aber in Albanien werden viele Hotels auch nur für Stunden gemietet – die engen Wohnverhältnisse lassen keine Schäferstündchen zu Hause zu.)
Kosova und Albanien sind zwar sicherlich arme Länder, dank der grossen Diaspora ist aber doch auch reichlich Geld im Umlauf. Und wie immer im Kapitalismus gibt es Arme und Reiche, auch wenn dort die Anzahl der Armen natürlich viel zu gross ist und ein ausgeprägter Mittelstand wie bei uns fehlt.

Wo in Kosova sich serbsiche Siedlungsgebiete finden, ist sicherlich irgendwo im Internet erwähnt – zum Beispiel bei Wikipedia. In Mitrovica ist der Übergang von albanisch zu serbisch bewohnten Gebieten sehr klar und noch immer ein Pulverfass. In vielen anderen serbischen Dörfern gerade im Süden ist eine ständige KFOR-Präsenz heute meist nicht mehr nötig. Der Nordzipfel ist scon mehr serbisch geprägt. Aber auch in den serbischen Grenzgebieten zu Kosova, insbesondere Presheva, lebt zum Teil noch eine albanische Mehrheit. Der Übergang ist also oft erst jenseits der Grenze.

Verfasst: Sa, 19. Sep 2009, 14:35
von carleugen
Hey,

erstmal mal ein Danke schön an Zamira.
Es war wirklich nicht meine Absicht eine Bevölkerung unter Generalverdacht zu stellen.
Uns ist das passiert, und ich weiß nicht wie ein Verhalten von uns das andere Verhalten provuziert haben soll. - Aber Egal
Es wird dann wohl an jugendlichen Leichtsinn gelegen haben, wenn solche Dinge hier noch nie erwähnt wurden.

Bzgl. den zwei Worten die ich benutz habe:
- eins dieser Worte hat man oft genug in den Nachrichten gehört.
- nach den ersten paar Kilometern in Kosovo sehen wir eine bemalte
Brücke, die albanische Fahne im Hintergrund, und den Worten "Thank
you NATO" im Vordergrund.
Die Geschichte von Kosov ist mir bekannt.
Aber Du hast schon recht (Kkleshtrimania), ich weiß es nicht besser, und habe "meine" Worte benutzt, um die Frage irgendwie verständlich rüberzubringen. Sollte sich diesbezgl. jemand angegriffen (oder sogar erniedrigt und angeschwärtzt) fühlen, dann entschuldige ich mich dafür, das war wirklich nicht meine Absicht.

Hschneider, eigentlich ist es nicht meine Art auf Postings wie deine zu antworten, trotzdem:
Der Hintergund eines Postings ist "nur" dem Ersteller bekannt.
In einem anonymen Medium hat man nur die Möglichkeit sich "schriftlich" zu äussern, man muß versuchen sein Anliegen so gut und so "ehrlich" wie möglich rüber zu bringen. "Auge in Auge hat man andere Möglichkeiten.
Klar, das man da evt. was falsch rüberbringen kann, bzw. etwas falsch verstehen kann.
In deinem Fall glaube ich allerdings du wolltest mein Posting falsch verstehen, und beginnst erstmal mit Beleidigung als Angriff.
Bitte verschone mich mit sowas, in diesem Fall ist das anonyme Medium ein Vorteil, solche Antworten wie deine interessiern mich ein laues Lüftchen.

Naja, - an alle anderen User.
Bitte mein erstes Posting nicht falsch verstehen, bitte nachfragen um Unklarheiten zu beseitigen.
An Anworten auf meine Fragen bin ich weiterhin interessiert.

Danke
Gruß Carl

Verfasst: Sa, 19. Sep 2009, 15:05
von carleugen
Hallo Lars,

unsere zwei letzten Postings wurden wohl zur gleich Zeit erstellt.

Hast schon recht, - einen ähnlichen Unfug zu machen wäre nicht gerade vorbildlich gewesen. Schon gar nicht für die Jugendlichen. Aber (normal) hinfahren, und mit Mimik zeigen das man das nicht in Ordnung fand, hätte ich vielleicht schon gern gemacht. Und "hätte" den Jungs vielleicht auch gezeigt das das "Steineschmeissen" dumm war.

Auf jeden Fall Danke für Deine ausführlichen Antworten.

Gruß Carl

Re: Albanien / Kosovo

Verfasst: Sa, 19. Sep 2009, 19:40
von roland
Zitat. Hschneider:
deine subtilen und unterschwelligen vorwürfe und vorurteile werden durch vorweggenommenes hinweisen die eigene westeuropäische scheuklappe nicht abgeschwächt und weniger erniedrigend für die so angeschwärzenten menschen.

mensch Hschneider, du scheinst dich ja gut auszukennen, sowohl mit der albanischen Gesellschaft, als auch mit der deutschen Wortwahl. wow Respekt HSchneider.... debil fare!!!!

Carl, bei dir merkt man, dass du wieder da runterfahren wirst. Viel Spaß weiterhin dabei.
Gruß

Re: Albanien / Kosovo

Verfasst: So, 20. Sep 2009, 18:35
von heiniheimer
carleugen hat geschrieben: Meine Fragen hierzu:
Woher kommt so ein Verhalten ???
(Ich will das nicht einfach nur auf frühjugendliche Unbekümmertheit schieben)
Was wäre passiert, wenn ich bei dem Steineschmeissenden Jungen zurückgefahren wäre ???
Und ihn zur Rede gestellt hätte, evt. auch mit einem gehörigen Schreck, indem ich auf den Jungen zugefahren wäre.
Würdet Ihr mir davon Abraten ?
Hallo Carl,
beim Lesen Deines Beitrags habe ich ich mich wahrscheinlich genauso wie hschneider gefragt was Du uns eigentlich damit sagen willst und warum Du diese Fragen stellst. Sollen wir hier Psychiater spielen und uns Gedanken über einen dummen Jungenstreich machen? Gibt es keine anderen Probleme?
Meine Kinder haben auch schon einmal mit Kirschen auf ein Auto geworfen. Der Fahrer ist ausgestiegen und hat sie ordentlich beschimpft. Mit Recht wie ich meine. Danach war die Sache abgehakt. Ich glaube auch nicht, das er in irgendeinem Forum dieses Vorfall thematisiert hat und sich die Fragen stellt, ob wir unserer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen sind oder ob das Fahren in unserem Dorf in Zukunft zu gefährlich ist oder ob andere Verkehrsteilnehmer ähnliche Vorfälle hatten.

Man soll aus einer Mücke keinen Elefanten machen und die Sache lieber auf sich beruhen lassen. Jede Frage, erst recht solche wie Du sie gestellt hast (...Woher kommt so ein Verhalten?...), erzeugt Gegenfragen, sinnlose Antworten oder einfach nur Ärger so wie er jetzt bei mir langsam aufkommt. Und so ist ein Elefant entstanden.

Trotzdem.... liebe Grüße

Verfasst: Mo, 21. Sep 2009, 9:17
von noha4210
Hallo Carl,

vorab mal schön dass du eine tolle Reise hattest, ich war selber im August drei Wochen mit dem Motorrad in Albanien unterwegs.

Uns ist auch einmal von einem Jungen etwas nachgeworfen worden, der war aber sicher nicht älter als fünf oder sechs Jahre - das fällt für mich einfach unter Kinderstreich. Ich würde es dann bedenklich finden wenn solche Reaktionen/ Aktionen permanent und von Erwachsenen passieren. Einen riesen Vorteil haben wir Motorradfahrer ja: wir haben einen Helm auf :lol:

Ein Motorradfreund von mir hat kürzlich bei uns in Österreich einen Gehstock eines alten Mannes zu spüren bekommen als er bei ihm vorbeigefahren ist.
Fahr mal im Aostatal in Italien Offroad, da steht an allen Ecken und Enden dass wir Motorradfahrer nicht willkommen sind, Strecken wurden gesperrt und Wurfgeschosse kamen auch schon zum Einsatz. So was kann dir überall passieren.

Hake die Erfahrung einfach ab!

lg
Hannes

Re: Albanien / Kosovo

Verfasst: Mo, 21. Sep 2009, 13:10
von Ralf K.
heiniheimer hat geschrieben: Meine Kinder haben auch schon einmal mit Kirschen auf ein Auto geworfen. Der Fahrer ist ausgestiegen und hat sie ordentlich beschimpft. Mit Recht wie ich meine. Danach war die Sache abgehakt.
Von meinen Moppedreisen durch Albanien (wie schon mal hier erwähnt wurde ich auch nahe Kukes beworfen) sowie in Nordafrika, Türkei und Persien kenne ich das Problem leider zu gut. In Web-Foren wird dies recht regelmäßig thematisiert, so daß die Brennpunkte dort, wo die statistische Basis größer ist, durchaus bekannt sind.

Aus der Ecke der Tunesien-, Marokko- und früher Algerien-Reisenden hat sich sowohl für Auto- wie auch noch mehr für Moppedfahrer herauskristallisiert, daß es mehrere Kleinigkeiten zu beachten gibt, wenn verdächtige(!) Kinder am Straßenrand stehen:
- langsam fahren (sollte sowieso so sein wg. Kinder),
- Kinder beobachten und zwar so, daß sie merken, daß man sie beachtet; so erkennt man auch recht frühzeitig, wenn Kinder Steine aufheben; d.h. durchaus in diesem Moment mit dem Finger oder dem ausgestreckten Arm auf sie zeigen;
- wenn Steine geworfen wurden, anhalten und je nach Situation sich an die Erwachsenen der unmittelbaren Umgebung wenden, da diese die Steinwerfaktionen der Kinder meist genausowenig gut finden.
- Ich gebe zu, daß ich bei Steinwurfaktionen, die "erfolgreich" waren, auch schon härtere Methoden angewendet habe. D.h. ich halte es in dem Moment der emotionellen Eskalation für (noch) zulässig sich entsprechend zur Wehr zu setzen. Dafür könnt ihr mich verurteilen, aber gerade mit dem Mopped unterwegs ist es nicht gerade angenehm das Ziel von Steinewürfen zu sein (es verursacht Schmerzen, es ging auch schon Material zu Bruch, die Gefahr von Unfällen in direkter Folge ist gegeben, was sich Nichtmoppedfahrer nicht unbedingt vorstellen können).
heiniheimer hat geschrieben: Ich glaube auch nicht, das er in irgendeinem Forum dieses Vorfall thematisiert hat und sich die Fragen stellt, ob wir unserer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen sind oder ob das Fahren in unserem Dorf in Zukunft zu gefährlich ist oder ob andere Verkehrsteilnehmer ähnliche Vorfälle hatten.
Die Diskussion der Brennpunkte in Tunesien und früher in Algerien kenne ich aus den entsprechenden Foren. In Albanien steht ausschließlich die Gegend von Kukes im Mittelpunkt der Betrachtung, leider nicht unbegründet. Trotzdem würde ich dort wieder durchfahren, mit der entsprechenden besonderen Wachsamkeit genau dort. Allerdings würde ich jeden weiteren Aufenthalt dort auf ein Minimum beschränken, da ich dort offensichtlich unerwünscht bin.
heiniheimer hat geschrieben: Man soll aus einer Mücke keinen Elefanten machen und die Sache lieber auf sich beruhen lassen. Jede Frage, erst recht solche wie Du sie gestellt hast (...Woher kommt so ein Verhalten?...), erzeugt Gegenfragen, sinnlose Antworten oder einfach nur Ärger so wie er jetzt bei mir langsam aufkommt. Und so ist ein Elefant entstanden.
Für mich ist das kein Elefant. Das Verhalten solcher Jugendlicher ist auch aus Sicht der meisten Erwachsenen vor Ort nicht tragbar, so zumindest meine eigenen Erfahrungen. Das Verhalten zeugt von mangelndem Respekt. Daß dieser manchmal von Reisenden provoziert wird, ist ein anderer Aspekt.

Gruß, Ralf