Neue Sprache entdeckt
Verfasst: Di, 19. Mai 2009, 2:04
Sprach-Schatz unter Schichten
Neue Sprache entdeckt
verborgene SchriftenForscherglück an der Frankfurter Uni: Wissenschaftler haben eine bislang unbekannte Sprache entdeckt. Sie fanden die neue Schrift versteckt auf mittelalterlichen Pergamenten. Außerdem stießen Historiker auf ein fränkisches Kastell aus der Zeit Karls des Großen.
Die unbekannte Sprache und Schrift wurde im 5. Jahrhundert im Bereich des heutigen Aserbaidschan gesprochen. Das Forscherteam entdeckte die neue Schrift mit modernen Fototechniken auf mittelalterlichen Pergamenten. Diese waren in einem Kloster auf dem Sinai und in Jerusalem gefunden worden.
Der Fund ist für die Wissenschaftler eine Sensation. Zehn Jahre lang haben Sprachwissenschaftler um den Frankfurter Prof. Jost Gippert drei sogenannte Palimpsest-Handschriften untersucht. Als Palimpsest (griechisch: "wieder abgekratzt") bezeichnet man ein beschriebenes Stück Pergament dessen ursprüngliche Beschriftung abgeschabt oder abgewaschen und dann wieder neu überschrieben wurde. Dies war im Mittelalter eine gängige Spar-Praxis, denn Pergament war teuer.
Unter den aktuellen Beschriftungen der Handschriften vermuteten die Forscher Texte, die für die Entwicklung des Christentums und des Schrifttums im Kaukasus prägend waren.
Ans Licht kam etwa die Hälfte des Johannes-Evangeliums, zahlreiche andere Texte aus dem Neuen und Alten Testament und die Überraschung: Neben Armenisch, Georgisch und Syrisch fanden sich auch Texte auf Kaukasisch-Albanisch. Dabei handelt es sich um das erste handschriftliche Material einer bisher praktisch unbekannten Sprache.
Die sogenannten kaukasischen "Albaner" lebten um 400 nach Christus im Nordwesten des heutigen Aserbaidschan und nicht etwa auf dem Balkan. Mit der Ausbreitung des Christentums in ihrer Region entwickelten sie auch eine eigene Schrift. Diese verschwand allerdings mit der Islamisierung des Gebietes.
hronline.de
Neue Sprache entdeckt
verborgene SchriftenForscherglück an der Frankfurter Uni: Wissenschaftler haben eine bislang unbekannte Sprache entdeckt. Sie fanden die neue Schrift versteckt auf mittelalterlichen Pergamenten. Außerdem stießen Historiker auf ein fränkisches Kastell aus der Zeit Karls des Großen.
Die unbekannte Sprache und Schrift wurde im 5. Jahrhundert im Bereich des heutigen Aserbaidschan gesprochen. Das Forscherteam entdeckte die neue Schrift mit modernen Fototechniken auf mittelalterlichen Pergamenten. Diese waren in einem Kloster auf dem Sinai und in Jerusalem gefunden worden.
Der Fund ist für die Wissenschaftler eine Sensation. Zehn Jahre lang haben Sprachwissenschaftler um den Frankfurter Prof. Jost Gippert drei sogenannte Palimpsest-Handschriften untersucht. Als Palimpsest (griechisch: "wieder abgekratzt") bezeichnet man ein beschriebenes Stück Pergament dessen ursprüngliche Beschriftung abgeschabt oder abgewaschen und dann wieder neu überschrieben wurde. Dies war im Mittelalter eine gängige Spar-Praxis, denn Pergament war teuer.
Unter den aktuellen Beschriftungen der Handschriften vermuteten die Forscher Texte, die für die Entwicklung des Christentums und des Schrifttums im Kaukasus prägend waren.
Ans Licht kam etwa die Hälfte des Johannes-Evangeliums, zahlreiche andere Texte aus dem Neuen und Alten Testament und die Überraschung: Neben Armenisch, Georgisch und Syrisch fanden sich auch Texte auf Kaukasisch-Albanisch. Dabei handelt es sich um das erste handschriftliche Material einer bisher praktisch unbekannten Sprache.
Die sogenannten kaukasischen "Albaner" lebten um 400 nach Christus im Nordwesten des heutigen Aserbaidschan und nicht etwa auf dem Balkan. Mit der Ausbreitung des Christentums in ihrer Region entwickelten sie auch eine eigene Schrift. Diese verschwand allerdings mit der Islamisierung des Gebietes.
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