Auslegungen von albanischen charakterlichen Begriffen
Verfasst: Di, 04. Nov 2008, 12:55
von Bizza
Hallo zusammen!
Was bedeuten für euch folgende Begriffe? Wie definiert ihr sie?
Besa e shqipëtarit (das heilige Versprechen eines Albaners), Burrnimi (Eine Art albanische, weise Männlichkeit), Ehre, Stolz, Atdhetar (heimatliebend) und Modernität.
Finden sie in der heutigen Zeit noch Anwendung bei euch, oder stellen sie für euch einfach Merkmale einer längst vergangenen Epoche dar?
Ich bedanke mich schon einmal für eure Beiträge.
Gruss
Verfasst: Di, 04. Nov 2008, 14:01
von Toni_KS
Also ich finde diese Begriffe widersprechen keiner menschlichen Moralvorstellungen. Somit kommen sie auch in Kontext mit meiner Religion und mit meiner Lebensvorstellung. Daher haben diese für mich immer einen Platz im Alltag. Das sind für mich universelle Werte, die lohnenswert sind zu schätzen und ich meine das generell, nicht nur jetzt unbedingt auf unsere Kultur bezogen. Was ich damit sagen will ist, dass das Werte oder Begriffe sind, die mehr oder weniger in jeglichen Kulturen, in ähnlicher Form ihre grosse Bedeutung haben.
Und was der Modernität anbelangt, da sehe ich auch gar keine Probleme. Je nachdem was man unter modern versteht.
Modern muss für mich nicht zwingend, alles tun was moralisch verwerflich ist, bedeuten.
Verfasst: Di, 04. Nov 2008, 17:53
von Sonne1710
@Toni_KS
Kontext (für „Zusammenhang”, Plural: Kontexte, von lat. contexo „zusammenweben, zusammensetzen” und contextus „verflochten, fortlaufend”)
Du meinstest sicherlich, dass moralische und ethische Werte im Kontext mit deiner Religion und Lebensvorstellung stehen! Oder?
LG Sonne
Verfasst: Di, 04. Nov 2008, 18:02
von Toni_KS
Sonne1710 hat geschrieben:@Toni_KS
Kontext (für „Zusammenhang”, Plural: Kontexte, von lat. contexo „zusammenweben, zusammensetzen” und contextus „verflochten, fortlaufend”)
Du meinstest sicherlich, dass moralische und ethische Werte im Kontext mit deiner Religion und Lebensvorstellung stehen! Oder?
LG Sonne
Genau das wollte ich sagen, danke!
Aber hab wieder mal zuviel klugsch...
Ich wage zu behaupten, dass diese Werte, die Bizza genannt hat, irgendwo in ähnlicher Form, generell mit den allg. menschlichen, moralische und ethische Werte in Kontext stehen.
Verfasst: Di, 04. Nov 2008, 18:09
von Sonne1710
Das sollten sie zumindest. Aber das menschlische Wesen ist voller Abgründe und für manche ist es gar nicht so leicht, alles unter einen Hut zu bringen!
PS. Ich wollte aber nicht schulmeistern!!!
Verfasst: Mi, 05. Nov 2008, 10:15
von Genci85
Die Frage ist, was du persönlich unter diesen Werten verstehst.
Ich kann mit vielen Idealen der Albaner nicht viel anfangen.
So kann ich nicht etwas mit der Tatsache anfangen, dass viele albanisch Eltern nicht ihre Kinder los lassen können, damit diese Ihren eigenen Weg gehen können.
Bin ich nun ein schlechter Sohn oder ein strake Persönlichkeit, die weiss was sie will?
Was definiert man mit Ehre, seiner Tochter zu verbieten auszugehen. Oder bereit zu sein schützend vor ihr zu stehen und sie gegen Angriffe Ewiggestrigen zu schützen.
Stolz auf was, darauf dass die Korruption in albanischen Gebieten grassiert, die Wirtschaft am Boden liegt oder im Sommer sich alles nur um Heiraten dreht, als hätten wir keine andere Probleme.
Besa, ein schönes Wort, aber trotzdem haben wir immer Angst von einem Albaner über den Tisch gezogen zu werden. Wo bleibt die Besa der albanischen Politiker?
Viel Show wenig Inhalt.
Verfasst: Mi, 05. Nov 2008, 14:14
von Miss_Sunshine
Bizza mich würde interessieren was diese Begriffe für dich bedeuten. Finden sie bei dir in der heutigen Zeit noch Anwendung?
Verfasst: Do, 06. Nov 2008, 9:04
von Toni_KS
Genci85 hat geschrieben:Die Frage ist, was du persönlich unter diesen Werten verstehst.
Ich kann mit vielen Idealen der Albaner nicht viel anfangen.
So kann ich nicht etwas mit der Tatsache anfangen, dass viele albanisch Eltern nicht ihre Kinder los lassen können, damit diese Ihren eigenen Weg gehen können.
Bin ich nun ein schlechter Sohn oder ein strake Persönlichkeit, die weiss was sie will?
Was definiert man mit Ehre, seiner Tochter zu verbieten auszugehen. Oder bereit zu sein schützend vor ihr zu stehen und sie gegen Angriffe Ewiggestrigen zu schützen.
Stolz auf was, darauf dass die Korruption in albanischen Gebieten grassiert, die Wirtschaft am Boden liegt oder im Sommer sich alles nur um Heiraten dreht, als hätten wir keine andere Probleme.
Besa, ein schönes Wort, aber trotzdem haben wir immer Angst von einem Albaner über den Tisch gezogen zu werden. Wo bleibt die Besa der albanischen Politiker?
Viel Show wenig Inhalt.
Im Nachhinein muss ich Genci einstückweit Recht geben, wenn man diese Werte auf die ganze Gesellschaft bezieht. Als Kinder wurden wir mit diesen Werten erzogen, aber inwieweit diese in der Gesellschaft praktisch umgesetzt worden sind, kann man heute sehen. Heute finden wir leider diese alb. Werte fast nur noch in den Büchern von Kadare!
Dennoch ist das für mich kein Grund diese Werte aufzugeben, oder diese nicht mehr weiterzugeben. Man könnte jetzt lange diskutieren, wo diese Werte geblieben sind, oder ob sie jemals existiert haben?!? Man könnte heute denken, vielleicht war das alles nur rhetorisch gespielte Propaganda?!? Keine Ahnung weshalb man heute alles daran setzt dieses schöne Bild zu zerstören?!?
Wie dem auch sei, mich persönlich kann kein Politiker, keine Gesellschaft daran hindern diese Werte nach zu streben.
Also um eines schon vorweg klarzustellen. Ich definiere Stolz oder Ehre, nicht wie es Genci dargestellt hat. Stolz und Ehre muss man sich meiner Meinung nach verdienen, diese kriegt man nicht gescheckt, dafür müssen Taten sprechen. Man kann nicht stolz auf den Kosten eines anderen sein. Schlussendlich geht jeder seinen eigenen Weg und ist für seine Taten nur selber verantwortlich und nur diese Person wir für diese Taten am Schluss zu Rechenschaft gezogen.
D.h. auf Deutsch kein Politer, Gesellschaft oder was weiss ich kann für den einzelnen Personen sprechen und somit ist man eigentlich frei von allem!
Verfasst: Do, 06. Nov 2008, 13:04
von Bizza
Genci, ich habe ja deswegen diese Fragen aufgepflanzt, weil ich wissen wollte, was jeder einzelne von euch darunter versteht, ob es Leute gibt, die sich an solchen Werten noch stützen beziehungsweise daran halten, weil ich heute oftmals das Gefühl habe, es gibt Leute unter uns, die solche Werte erst zu Profilierungszwecken hervorkramen, sie geradezu missbrauchen oder sie so umkneten, dass diese Werte zu ihren Lebensführungen dann passen, worauf man sich dann als „stolzer Albaner“ herauszustechen versucht.
In deinem Beitrag ist es mir zu allgemein gehalten, deine subjektive Wahrnehmung von diesen Werten fehlt. Du zielst mit deinen Beispielen auf die albanische Gesellschaft hin, und folglich machen nicht ein paar Wenige das Gesellschaftsdenken aus, soll das jetzt bedeuten dass die Meisten von uns solche Werte zurechtlegen und das falsche Verständnis dieser Werte dann bei Argumentationsmangel hervorwühlen, um der Tochter das Ausgangsverbot schleierhaft zu erklären und begreiflicher zu machen, um einem Unwissenden sein Stolz vorzugaukeln oder um die Handlungsweise unserer Politiker vor einem Ausländer krampfhaft zu verteidigen?!
Besa e Shqipëtarit: Mir persönlich sind Versprechen heilig. Ein Versprechen basiert normalerweise schon darauf, dass man sich unter allen widrigen Umständen auf das Wort derjenigen Person verlassen kann. Aber da ein Versprechen sogar in unseren albanischen Werten fest verankert ist und auch mein Name eine gewichtige Rolle dazu spielt, stellt es für mich eine klare unüberwindbare Grenze dar, die ich nie wagen würde, zu übertreten. Ich gebe demnach keine Versprechen ab, von dem ich nicht von vornherein weiss, dass ich sie nicht in jedem Falle halten kann und halten werde, ganz gleich was auf mich zukommt.
Burrnimi: Ich verbinde damit persönliche Werte und Ansichten, für die man jederzeit einsteht und dafür bürgen würde. Das man den Pfad der Wahrheit und Gerechtigkeit begeht, Hilfe ohne Gegenleistung anbietet, bereitwillig ist, von seinem Reichtum abzugeben, nicht von oben herunterspottet, nicht vulgäre Ausdrücke mit der Mutter in Verbindung bringt, Anstand besitzt. Auch verbinde ich damit, dass man Respekt den Älteren zollt, sich bei entsprechenden Situationen weiss wie anzupassen (z.B. welches Gesprächsthema, Provokationen auslässt, nicht infantile und unüberlegte Antworten und Fragestellungen in den Raum wirft, sich bescheiden und nicht besserwisserisch gibt, lieber schweigt, als das man nicht zu Ende gedachte Sachen daherquaselt). Das man so was wie Respekt und Hochachtung vor der eigenen Mutter, Schwester, Freundin oder Frau kennt, sie schätzt und für sie mit Herz und Seele einsteht, ihre Meinung und Ansichten ebenbürtig behandelt und ihr die gleichen Rechte zugesteht, die man sich selber auch gibt.
Ehre: Damit meine ich nicht diese von den halbstarken Ghetto-hood Türken und Orientalisten übernommene Ehre, die Schwester auf Schritt und Tritt zu verfolgen, dafür zu sorgen, dass sie „brav“ bleibt, ihr die Rechte wie beispielsweise Liebe abzusprechen und die selbstgerechte und selbsternannte Ehre mit Pistolenkugeln wieder herzustellen, auch nicht diese von ein paar Eltern zurechtgelegte Ehre, dass die Kinder nur dann empfinden können, wenn sie willenlos und still die Forderungen der Eltern ausführen und übernehmen, und sind es noch so falsche und ungerechte Forderungen, sondern diese Ehre, die einen persönlich anpreist und den eigenen Charakter widerspiegelt. Anderes Wort dafür; Niveau oder Seelengrösse. Wenn man sich nicht vor aller Öffentlichkeit bis zum Abwinken betrinkt und blamiert, nicht die Frauen und sein Genital als eine Komponente wahrnimmt, sich nicht mit Bettgeschichten rühmt, keine intime Details der Freundin oder der Frau vor Freunden genüsslich herausplaudert, so was wie eine Schamgrenze kennt.
Eine Kursleiterin hatte einmal zu mir gesagt, dass viele verhaltensauffällige Albaner mit einer Selbstverständlichkeit „auffallen“ und sich diesen Bedarf schönreden und vor Anderen damit gerne begründen oder damit prallen, dass sie nun mal „Albaner“ seien, dass das nunmal „unsere Kultur“ sei und deswegen brauche man sich als Aussenstehender auch gar nicht davor zu wundern. Bei mir hatte sie eben nicht das Gefühl, dass sich Albaner herkunfts- und kulturbedingt mit Fäusten wissen zu helfen und das ganze Anmach- und Flucharsenal in und auswendig kennen. Was ich damit sagen möchte ist, dass eine Du-hast-vor-mir-hinzuknien-und-vor-Gnade-in-die-Hose-zu-pinkeln-weil-ich-Albaner-bin-man- oder ich-bin-albaner-man-und-es-liegt-in-meinen-Genen-jede-Frau-haben-zu-können-und-im-Bett-gut-zu-sein- Mentalität solche und andere Werte schlicht und einfach nur verschandeln und unsere Kultur untergraben.
Mir ist es egal, wenn jemand sich nicht an solche Werte hält und offen sagt, dass er mit solchen Werten nicht viel anfangen kann. Ich habe persönlich nur Mühe mit Leuten, die sich bei gelegentlichem Bedarf an diesen Werten zu schaffen machen und umkrempeln, damit es mit ihren Ansichten vereinbar ist.
Stolz: Ich definiere Stolz, wenn man so etwas wie Selbstachtung kennt, persönliche Prinzipien, Werte- und Moralvorstellungen besitzt, die man auch bei der äussersten Versuchung (zur Versuchung an sich würde es ja gar nicht erst kommen, wenn man zuvor schon abblockt) nicht mit anderen Dingen umtauscht. Wenn man persönliche Grenzen markiert, die es nicht zu überschreiten gilt. Wenn man einen starken Charakter besitzt, der andere Personen nicht befähigt, diesen Charakter zu erniedrigen oder emotional in die Abhängigkeit zu führen.
Atdhetar: Heimatliebend, stolz auf seine Herkunft, seine Wurzeln und vom flimmernden Gefühl beflügelt, rot und schwarz zu sehen, heimatliche Erde unter den Füssen zu spüren, heimatliche Luft einzuatmen und heimatliche, vertraute Landschaften erblicken zu dürfen. Nicht abgrundtiefer Hass, Rassenwahn und Vergeltungsgefühle gegenüber anderen Nationen sind sein Ansporn um seine Heimat und sein Volk zu lieben und auf ihre Leistungsfähigkeit hin in den oberen Etagen zu sehen, sondern einfach nur auf das eigene Recht pochen zu dürfen zusammenzufügen, was zusammengehört und das Gefühl zu empfinden, zu etwas dazuzugehören und stolz darauf zu sein, was in der Vergangenheit so tapfer gegen Unmenschlichkeit und Hirngespinste gekämpft und unermüdlich die grössten Qualen über sich ergehen lassen hat. Etwas zu sein und die Verbindung innerlich zu spüren, dass andere auch so sind. Genug Heimatliebe und Selbstanklage bei sich zu haben, um bereit zu sein Missstände und Ungerechtigkeiten aufzuzeigen und zu bekämpfen, nicht weil man seine Heimat abwerten will oder hasst, sondern gerade weil man es liebt und Verbesserungen sehen will und nicht bereit ist seine Heimat verfallen zu lassen, wie wenn man eine Selbstkritik zulassen würde um die persönliche Entwicklung nicht zu gefährden sondern frei entfalten zu lassen. Wenn ich heute sehe, wie sich unsere Politiker wegen Ruhm und Geld an sich selber und an ihr Land, ihr Volk verkaufen, Wenn ich sehe, wie sich heute Landsmänner/frauen untereinander begegnen und behandeln, dann kann ich kein Stolz, sondern blankes Entsetzen empfinden. Ich vertröste mich in diesen Zeiten mit der Vergangenheit ab, mit den Momenten ab, wo wir einheitlicher waren und zusammen an einem Strick gezogen haben, wo Männer und Frauen durch ihr Tatendrang und Opfermut für ihr Volk und für ihre Identität herausstachen und nicht wie heute, wo von euroatlantischen Zwängen durchtriebene Versager, sich als unsere Politiker präsentieren, aber ihre eigenen Interessen verfolgen und schlicht und einfach das Sprachrohr von egozentrischen Unmik Leuten bilden – aber wenigstens jene Erinnerungen an längst vergangene Zeiten kann mir niemand mehr wegnehmen.
Modern: Modern heisst für mich, wenn man Mut hat, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen und nicht einfach wie eine abgestimmte Maschine folgt und nach Fremdbestimmung handelt. Modern heisst auch für mich, wenn man sich selbst verwirklichen will, sich selbst Ziele steckt, selbst in Schule und Beruf Erfolg hat und selbstbewusst und mit eigenen Meinungen und Einstellungen durch das Leben stolziert, ohne dabei in’s Extreme abzudriften und diese Dinge zu missbrauchen.
Das waren meine Begriffsbestimmungen von diesen Werten, und ich glaube, man versteht von Selbst ob sie mit meinem Leben vereinbar sind, und ob ich sie noch einhalte oder nicht.
Ich will hier nochmals betonen, dass meine Bestimmungen selbstverständlich nicht die absolute, allgemein gültige Richtigkeit darstellen. Jeder interpretiert hier etwas anderes hinein.
Verfasst: Do, 06. Nov 2008, 14:36
von Lara_k
Une te tera keto shprehje i perfshij tek burrerija.
Nje shprehje..
po të dhashë fjalën , e thera djalën... ata qe e kane krijuar kete shprehje jane burra dhe jo keta te ketij brezi te sotem qe mburren me "titullin" Shqipetar.
Sa per prinderit kemi kete shprehjen tjeter ...
çfarë të bën fëmija, s'ta bën perëndia
Modernizimi po hecen me hapa gjigand , aq shpejt saqe nuk po e shijome ose kuptojme ashtu si duhet.
Kaq kisha , e shkrujta ne shqip , kush ka deshire ta perktheje per ata qe nuk e kuptojne te mos hezistoje
Ah dhe nje tjeter ...burri qe eshte burr e çon tavën ne furrë dhe nuk e merr kurrë...shaka

Verfasst: Fr, 07. Nov 2008, 12:11
von Genci85
@Bizza
Nun ich bin nicht bescheiden, brauche vulgäre Ausdrücke, bin provokativ und betrinke mich.
Und dieses Intellektuellen-Fetisch vieler Albaner an Hochschulen teile ich nicht.
Wir sind sehr unterschiedlich.
PS:
Man muss sich Respekt verdienen, ich respektiere niemanden wegen seines Alters.