Die jüngsten Erkenntnisse zu einigen Zeltplätzen an der Südküste (Stand 07.07.2010):
Grundsätzlich: Alle Campings waren Mitte vergangener Woche noch fast leer. Das trifft aber genau so auf viele Hotels zu. Die Saison kommt diesmal, wahrscheinlich wegen der allgemeinen Krisenlage, sehr schwer in Gang.
Dhermi:
Totoredo-Camping (068 2704977, 068 2026525):
Heureka (Evrika), zu Deutsch, ich habe ihn endlich gefunden: Der ominöse, bereits am Hauptabzweig zum Strand ausgewiesene Camping hat mir nach mehreren vergeblichen Anläufen sein Geheimnis preisgegeben: Das Ding liegt unglaublich versteckt mitten im dichten Olivenwald des Nordbereichs von Dhermi-Strand.
Anfahrt: Dem eben neu asfaltierten Abzweig zum Nordbereich (300 m ab Hauptabzweig zum Strand Dhermi von der Küstenstraße) bis zum Ende am Strand folgen (3 km). Dort links (nach Süden) auf den Strandweg abbiegen, nach 250 m findet man ein Richtungsschild zum Camping vor einem neuen (jetzt noch im Bau befindlichen Hotel). Es wieder weg vom Strand nach oben (Nordosten), aber jetzt einen unglaublich grobschottrigen Engweg, den man eher für einen Trockenbach hält (ist wohl im Prinzip auch einer). Nicht beirren lassen, dem unmöglichen Weg auf 250 m bis zu einem weiterem, querstehendem, neuen Hotel folgen, HINTER diesem rechts (Südosten) ab auf einen noch unscheinbareren Weg, diesem 200 m folgen.
Es handelt sich um einen kleinen Hotelcamping, d.h., etwa 15 Zweimann-Zelte, sauber geordnet auf festem Unterboden, mit metallenen Schlafpritschen ausgestattet. Sanitäranlagen machten sauberen Eindruck (europäische Toilettenbecken mit Brille), Waschbecken und Duschen teils ohne Überdachung. Kosten 10 €/Person. Aufstellung eigener Zelte gleich außerhalb der Umzäunung möglich, mit Benutzung der Sanitäranlagen des Platzes.
Sicherlich der ruhigste, aber auch der am schwersten zu findende Camping Albaniens, frage mich, ob sich überhaupt je Kunden da hin verirren, eigentlich ist der Weg für normale PKW fast zu schlecht.
Camping The Sea Turtle (067 2053847)
Auf selbem Wege zu erreichen, in der letzten Kurve des Abzweigweges zum Nordstrand liegend (250 m vor dem Strand). Provisorisch wirkender Zeltplatz für Studenten mit eigenem Zelt, in den 1000 Leke/Person ist bereits eine Art Vollverpflegung eingeschlossen. Die Sanitäranlagen machten einen recht provisorischen Eindruck. Gut erreichbar, aber vermutlich nicht leise, da die Straße zum Strand stark frequentiert wird.
Jala:
Der im Forum bereits vorgestellte Camping Gerbi (gleich rechts am Eingang der Bucht) ist in Betrieb, vor wenigen Tagen war er ziemlich wenig ausgebucht, ich sah nur drei Kunden. Es handelt sich auch um einen Hotel-Camping mit 20 ordentlich auf Platten aufgestellten 2-3-Mann Zelten (2000/3000 Leke/Nacht), ebenfalls mit Pritschen ausgestattet, und 6 Holzblockhütten (5000/6000 Leke/Nacht, eigene Sanitäranlagen). Die Sanitäranlagen für die Zelte recht einfach, (Balkan-Abtritte), Waschbeckenbereiche nicht überdacht, aber die Anlage machte trotzdem einen gepflegten Eindruck. Kaum Stellplatz für eigene Zelte (höchstens drei).
Das Problem: „Jugendcamping“, d.h., auf dem kleinen Gelände selbst Tanzfläche für Diskos, unmittelbar davor noch eine „Wumm-Wumm“-Strandbar.
Himara:
Der hier auch bereits vorgestellte Himara-Camping (
www.Himaracamping.com, 068 3922681, im Südteil von Himara) ist auch ein Hotel-Camping, recht schlicht, aber auch preiswert (20 Kleinzelte für 2 Pers., hier mit Bodenmatratzen, 4€/Nacht/Person), Gesamter Sanitärbereich oben offen, sehr einfache Ausführung.
Das Problem hier: Liegt fast direkt an der Hauptstraße, nur wenig durch ein Zwischengebäude geschützt. Richtig leise dürfte es da nie sein.
Porto Palermo:
Das "Öko"-Hüttendorf oberhalb der Ali-Pascha-Festung habe ich mir auch genauer angesehen - bestenfalls als Notbehelfs-Durchgangsstation zu empfehlen (liegt mitten am kahlen Hang in der prallen Sonne, keine Klimaanlagen, salziges Brackwasser in der Leitung, Wasser-Aufheizsystem unreguliert - tags nur heißes, abends nur zu kaltes, Abflüsse unterdimensioniert, Jauche quillt im Duschbereich nach oben).
Interessant: Der Berghang bringt eine Windanomalie hervor, pünktlich um zehn abends setzen sturmartige Fallwinde ein, die bis fast zum Morgen andauern, es zieht die Hütten dabei fast von Hang.
Die unterhalb liegende Taverne kriegt jeden Abend frischen Fisch von den Trawlern, die in der Bucht liegen.