Mi, 26. Jan 2011, 0:50
Ich bin ein guter Beweis, dass sowohl Genetik als auch Erziehung eine wichtige Rolle spielen.
Ich bin ohne meinen leiblichen Vater aufgewachsen, da dieser im gefängnis verweilte... (verrückter Typ, bis in die vierziger auf Identitätssuche, adoptiert, tättowiert von oben bis unten, aus der DDR abgehauen, lange Haare, Ohringe, immer gegen alles...)
Meine Mutter dagegen: Lehrerin, gut bürgerlich, sehr streng in ihrer Erziehung, konservativ...
Ich habe einfach Gene in mir, die meine Mutter auch durch ihre strenge Erziehung nicht unterdrücken konnte. Ich hatte höllischen Respekt vor ihr, habe aber trotzdem viel Mist gemacht. Jedoch so, dass sie es nicht mitbekam, ausgebadet haben mit mir dannn alles tante und onkel...
in letzter konsequenz, hat sich jedoch trotz genbedingtem hang zum verrücktem, aussergewöhnlichen der vernünftige kern durchgesetzt...
ich habe immer vernünftige freunde gehabt, ich habe nie drogen genommen, ich habe respekt vor älteren gehabt, mein abitur geschafft und einen job gefunden, der mich erfüllt, meiner persönlichkeit gerecht wird und gleichzeitig den ansprüchen meiner mutter genügt.
heute verstehen wir uns viel besser als damals.
ich habe ihre ratschläge und vorschriften gehört, aber ich konnte nicht anders. ich musste gewisse erfahrungen machen um daraus zu lernen...
heute lachen wir darüber, wenn sie etwas an mir bemängelt und meint das seien die gene meines vaters (den ich erst mit 15 wirklich kennengelernt habe) sage ich: tja mutti, dafür kann ich nix. eltern kann man sich nicht aussuchen, hättest mir ja auch nen anständigen papa suchen können;-)
die werte die mir meine familie mitgegeben hat, sitzen und die saßen immer, trotzdem gibt es sachen, die sie einfach nicht steuern können...
rahmenbedingungen die eltern schaffen, können unvernünftiges verhalten jedoch eingrenzen:
ausgangssperrzeit, gezielt grenzen setzen und sie durchsetzen wie liberte es schrieb und doch mit herz und offenem ohr walten...
te jetosh do te thote te luftosh