Mo, 22. Jun 2009, 19:57
Sonnenschutz hat viele Gesichter
Der richtige Umgang mit der Sonne – denn die Haut vergisst nicht!
1. Wenig direkte Sonne!
Die ultraviolette Strahlung der Sonne beschleunigt nicht nur die Hautalterung, sondern kann auch die Erbsubstanz von Hautzellen so verändern, dass noch nach Jahrzehnten ein Hauttumor entsteht.
2. Langsam an die Sonne gewöhnen!
Genießen Sie in den ersten Tagen lieber den Schatten.
Weniger ist mehr: Je langsamer Ihre Haut an die Sonne gewöhnt wird, desto intensiver und länger anhaltend bleibt die Bräune.
3. Mittagssonne vermeiden!
Im Sommer sollten Sie sich, wenn die Sonne am höchsten steht, nicht in der prallen Sonne aufhalten. Dies ist ungefähr zwischen 11 und 15 Uhr europäischer Sommerzeit der Fall.
4. Beim Sonnenbaden richtig kleiden!
Auch im Urlaub und im Sommer zu Hause kann die Haut Abwechslung zu Badehose und Bikini vertragen. Zumindest zwischenzeitlich leichte Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen oder mit einem langen Rock und für den Kopf einen Sonnenhut gibt Ihrer Haut eine Verschnaufpause.
5. Hauttyp bzw. Lichttyp berücksichtigen!
Schutzlose Haut verträgt nur wenig Sonne. Wie lange Sie ungeschützt in der Sonne bleiben können ohne Ihrer Haut zu schädigen, hängt von Ihrem Hauttyp ab. Richtzeiten bietet die folgende Tabelle:
Lichttyp Sonnenbrandschwelle ohne Schutz
I circa 10 Minuten
II 10-20 Minuten
III 20-30 Minuten
IV circa 45 Minuten
6. Sonnencreme und Pflegeprodukte nutzen!
Bei der Sonnencreme gilt die Faustformel:
Lichtschutzfaktor (LSF) x maximale Sonnenzeit ohne Schutz = maximal erlaubte Sonnenzeit mit Schutz.
Der LSF gibt den Faktor an, um den die Creme die Sonnenbrandschwelle im Vergleich zu ungeschützter Haut erhöht. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Lichttypen und die dazugehörigen Sonnenschutzzeiten:
Lichttyp Sonnenbrandschwelle mit LSF 16 Sonnenbrandschwelle mit LSF 32
I 2,5 Stunden 5 Stunden
II 2,5-5 Stunden 5-10 Stunden
III 5-7 Stunden über 10 Stunden
IV über 10 Stunden über 10 Stunden
Der richtige Gebrauch von Sonnenschutzmitteln
Benutzen Sie den richtigen Lichtschutzfaktor in Abhängigkeit mit Ihren individuellen Lichttyp!
Der LSF sollte nur als Anhaltspunkt dienen. In der Anwendung können die – im Labor ermittelten – Werte um bis zu zwei Drittel geringer sein.
Das Sonnenschutzprodukt sollte das gesamte UV-A- und UV-B-Sprektrum abdecken.
Denken Sie daran, das Sonnenschutzmittel mindestens 30 Minuten vor dem Sonnenbad aufzutragen. Nur so kann es seine Schutzfunktion voll entfalten.
Nachcremen verlängert die Schutzdauer insgesamt nicht! Trotzdem sollten Sie sich nach dem Baden oder bei starkem Schwitzen erneut eincremen, das das Sonnenschutzmittel teilweise "abgewaschen" wird.
Denken Sie daran, dass Meerwasser und Sand, aber auch Schnee die UV-Strahlen reflektieren und somit in ihrer Wirkung verstärken!
Auch Wolken lassen UV-Strahlung durch!
7. Augen durch Sonnenbrillen schützen!
Dunkle Gläser allein reichen nicht aus um die Augen vor der Sonne zu schützen – achten Sie deshalb auf Gläser mit UV-Schutz.
Brillengläser ohne UV-Schutz schaden mehr, als sie nützen: Sie führen dazu, dass sich die Pupillen weiter öffnen und noch mehr UV-Strahlung ins Auge gelangt.
8. Keine Kosmetik!
Kosmetika wie z.B. Make up und Parfüms bergen die Gefahr bleibender Hautverfärbungen (Pigmentierungen). Auch bestimmte ätherische Öle, die z. B. in Zitronen- oder Lavendelöl enthalten sind, können schon bei geringer UV-Strahlung eine Reaktion auslösen, die einem Sonnenbrand ähnelt.
9. Vorsicht bei Einnahme bestimmter Medikamente!
Achten Sie bei Medikamenten auf deren Nebenwirkungen in der Sonne. Eine erhöhte Lichtempfindlichkeit verursachen beispielsweise Antibiotika aus der Gruppe der Tetrazykline (Tetrazyklin, Doxyzyklin etc) oder so genannte Neuroleptika, also Medikamente, die bei bestimmten psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie gegeben werden.
10. Kinder brauchen besonderen Schutz!
Die Haut von Kindern ist weitaus empfindlicher als die von Erwachsenen.
Für Kinder unter einem Jahr ist direkte Sonneneinstrahlung deshalb tabu. Auch danach sollten Sie die empfindliche Haut ihres Kindes nicht unnötig belastender Sonnenstrahlung aussetzen.
Die einfachsten Schutzmaßnahmen sind am wirksamsten: Sonnengerechte Kleidung und Schatten.
Schützen Sie auch ältere Kinder mit kindgerechten Sonnenschutzmitteln mit einem Lichtschutzfaktor (LSF) von mindestens 15. Am besten eignen sich Cremes und Lotionen. Sie trocknen die Kinderhaut weniger aus als Gele oder alkoholhaltige Produkte.
Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind unter keinen Umständen einen Sonnenbrand erleidet.
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Fachliche Beratung
Prof. Hauschild
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Universitäts-Hautklinik Kiel
So, alle Unklarheiten beseitigt?
Wie die Biene, die den Honig verschiedenen Blumen entnimmt, anerkennt der Weise den Wahrheitskern verschiedener heiliger Schriften und sieht nur das Gute in allen Religionen.
Aus dem Srimad Bhagavatam