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Valon
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Arbeiter gegen die Firma Alferon

So, 14. Aug 2005, 19:19

nas: Arbeiter gegen die Firma Alferon
"Kein Versprechen kann unsere Haltung ändern"

Am Mittwoch den 10. August gab es in Prishtina eine Pressekonferenz der Firma Alferon. Alferon betrachtet sich als Sieger der Ausschreibung von Ferronikel in Drenas. Obwohl Alferon 16 Millionen Euro weniger bot als die Firma Adi Nikel, bekam sie durch die AKM (Kosova-Treuhandagentur), geleitet von dem Deutschen Joachim Rücker, den Zuschlag für Ferronikel. Der Industriegigant Ferronikel ist ein ziemlich moderner Betrieb, der erst 1980 die Produktion aufnahm. Nähere Informationen zu Ferronikel gibt es unter Kosova-Aktuell (Rubrik Ökonomie).

Die Ausschreibung zur Privatisierung erfolgte gegen den Willen der Arbeiter und der Menschen im Drenica Gebiet. Zudem hat der Ausschreibungssieg von Alferon gegen Adi Nikel den Gedanken an Korruption und Bestechlichkeit weiter befördert. Dem aus Deutschland stammenden Spitzenbürokraten Rücker (er kommt aus dem Auswärtigem Amt und hat dort den Spitznamen Joogi) wird einseitige Interessenspolitik zugunsten einer Firma nachgesagt, die in "Eurasien", Rußland, Kasachstan und dem Balkan ihren Schwerpunkt in Sachen Mineralaufarbeitung und Energiegewinnung hat. In der Firmenleitung sitzen Angehörige der russischen Mafia-Bourgeoisie, verbunden mit englischen und deutschen Managern.

Adi-Nikel hingegen gilt als albanisch-amerikanisches Unternehmen, das mit der "kerneuropäischen Achse" nicht verbunden ist. Rücker wird unterstellt, im Rahmen zwischenimperialer Differenzen bewußt Alferon zu bevorzugen. Es gibt zudem in Kosova die Behauptung, dass für Wirtschaftsminister Dugolli Bakschisch geflossen sein soll. Die Arbeiter sollten in diesem Spiel nicht vorkommen. Die UNMIK akzeptiert in Kosova die Gesetze aus der Milosevic Ära, nach ihnen sind die Arbeiter nur zu 20% als Aktionäre am Firmeneigentum beteiligt. Ganz im Gegensatz zu den Gesetzen wonach die Arbeiter im alten Jugoslawien Gruppeneigentümer der Firmen waren. Es macht (durch die Akzeptanz der Milosevic Gesetze durch die UNMIK) demzufolge einen Unterschied aus, wieviel für eine Firma gezahlt wird. Allerdings fordern die Arbeiter von Ferronikel die Ingangsetzungen der Produktion auf gesellschaftlicher Basis. Die Arbeiter betrachten sich selbst als die Herren des Verfahrens. Das versetzte die UNMIK und die Firma Alferon in Panik. Herr Johannes Sitthard ( Leitender Manager von Alferon) versuchte deshalb am vergangenen Mittwoch, die Gemüter zu beruhigen. Er versprach den Arbeitern, "einen guten Lohn" und "Beschäftigung für mehr als tausend Arbeiter".


Wie reagierten die Arbeiter und Gewerkschafter von Ferronikel ?


In einer Erklärung der örtlichen Metallarbeitergewerkschaft vom 11. August stellte der Sekretär Ferki Karaxha fest: "Kein Versprechen der Firma Alferon wird unsere Haltung ändern. Alles was die Firma sagt ist pure Demagogie. Wir wissen, dass die Firma in Mazedonien Produktionsanlagen erwarb und den dortigen Arbeitern einen guten Lohn versprach. In der Realität zahlen sie den dortigen Arbeitern zwischen 150 und 200 Euro. Das bescheidene Salär kommt meist unpünktlich und gewerkschaftliche Rechte akzeptiert Alferon nicht. Sie heuern und feuern nach Gusto. Alle Versprechen von Alferon haben nur mit der Tatsache zu tun, dass sie Ferronikel haben wollen."

Weiter machte Karaxha klar, dass in Drenas und im gesamten Drenica Gebiet mit weiteren Protestaktionen zu rechnen ist, wenn die AKM nicht von dem Verkauf von Ferronikel Abstand nimmt. Karaxha sprach von Gesprächen mit anderen "Gewerkschaftsdelegation" um den Widerstand zu koordinieren. Karaxha machte mehr als deutlich, "man kann mit schärferen Protesten rechnen", wenn die AKM sich nicht "korrigiert". Am selben Tag erklärte der Leiter der Gemeinde Drenas Abdyl Krasniqi: "Wir unterstützen voll und ganz die Metallarbeitergewerkschaft unabhängig davon, welche Widerstandsform die Gewerkschaft wählt". Vor einigen Wochen sprachen sich die gewählten Kommunalvertretungen in Drenas und Skenderaj, in öffentlicher Versammlung, gegen den Verkauf von Ferronikel aus. Internationale Beobachter warnen bereits die AKM und die "Regierung" Kosovas davor, "den Bogen nicht zu überspannen". In der Tat, das Drenica Gebiet ist für seinen rebellischen Geist bekannt, zudem ist in der Region Drenica die Arbeitslosigkeit besonders hoch.




Agron Sadiku
Prishtina

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http://www.kosova-aktuell.de/aktuell/aktuell_frei/ferronikel140805.htm
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Rasputin8383
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Fr, 09. Dez 2005, 17:55

Dieses Thema wurde hier am falschen Ort eröffnet! (Alferon ist eine Firma im Kosovo)...

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