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amina
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Koby Phoenix
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Fr, 09. Jan 2009, 23:23

funky75 hat geschrieben:
Koby Phoenix hat geschrieben:
funky75 hat geschrieben:wieso sagte keiner (hier) was als die hamas tagtäglich (tut heute noch) raketen an israelische städte und zivilisten schiesst?
Hab ich doch miterwähnt, falls dir das nicht aufgefallen ist..
fairniss halber zitiere ich das hier,wo du dich zum ERSTEN mal in diesen thread geäussert und das so :
Koby Phoenix hat geschrieben: Eigentlich möchte ich mich nicht in dieser Unterhaltung einmischen, doch wo ich die Streubomben von Israel sah, die sich auf Städten in Palestina verteilt haben, dachte ich: "Was sind das für Menschen".
Genauso ergings mir wo ich die Hamas sah, wie sie Attentate verübten, die auch auf zivile Opfer kein Halt machten.

Ich kenne mich leider in dieser Materie noch zu wenig aus um jetzt zu sagen wer Schuld und wer keine Schuld hat, das einzigste ist, das hier wieder gezeigt wird wie dumm wir Menschen doch sein können und
das ist das wichtigste, was man sich klar machen sollte.


Guten Abend
nichtdestotz,miterwähnen und den angreifenden,konflikt provozierenden klar benennen sind zwei paar schuhe.
ich möchte kein direktes vergleich zwischen kosovo und den nahost konflikt ziehen aber eine paralelle denkweise über den konflikt an sich kann man doch machen,z.b:in kosovo erwähnte man auch die tote albaner mit, aber meistens machte man sorgen um den belgrad,um die industrie und die dort zerstörte brücken (manche medien)

trotz dass der hamas (palestinenser aus gaza) als erstes die israel mit raketen die ganze zeit schon angriff,du hast als erstens die angreifer ,also den der agresor (hamas) bemitleidet(rot markierte text)---ob das gerecht ist? für mich nicht!!

hand aufs herz :wie würdest du reagieren wenn ein nachbarland uns die ganze zeit mit raketen angreifft???

eigentlich war diese frage an alle gerichtet um mal ein input zu geben und bewusst zu machen dass man trotz allem,trotz so ein hohen zahl an toten , den angreiffer und den verteidiger klar beim namen nennt,und nicht an dich ,aber du hast dich anscheinden angesprochen gefühlt, ich hoffe dass das dein schlechtes gewissen war.

Diese Fläche ist so groß wie Bremen, eine Spezialeinheit von 150 Mann hätten genügt um die Hamas zu bekämpfen. Es wäre politisch korrekter gewesen, eine direkte Offensive zu starten, anstatt ein Bombardement zu machen, das so fürchterlich ist , das mir die Worte fehlen. Es ist zu tiefst pervers und geht mir an die menschliche Seele, wenn ich Kinder mit 1 Bein sehe oder getötete Frauen, die zersprengt in der Straße rumliegen.
Ich habe auf keiner Weise die Hamas durch meine Kommentare unterstützt. Sollte sich eine Staatsform auf die Niveau einer Organisation einlassen und das gleiche Verbrechen anrichten? Sollte eine Staatsform so unbedacht jederzeit unschuldiges Menschenleben vernichten?
Wie gesagt eine Militärische Räumung hätte es auch getan und wären die Israeliten so gewillt auf Frieden hätten sie auch die Wünsche der Palästinensisches Volkes bedacht, denn jede Gewaltform hat irgendwo seine Vorgeschichte.


Ich springe auch nicht einfach so los obwohl nichts ist. Dies sollte aber keine Rechtfertigung sein , sondern nur eine Stütze auch mal die zu verstehen, die in schlechtem Licht stehen sei es Hamas oder Israel.

Wir haben wie gesagt bei den Israeliten die Angst, das sie Ihr Land verlieren, die sie sich durch den 7-Tage Krieg geholt haben und historisch als ihr eigenes sehen und der Wille der Palästinensische Bevölkerung auf Mitbestimmung und Freiheit in dem Land, das sie auch als eigenes sehen.

Unsere Welt bzw. bessergesagt unsere Gesellschaft ist darauf aufgebaut immer mit den Finger auf das Böse zu zeigen und sich selbst als gut und weise zu empfinden, doch so wirklich was verändern tun wir dadurch nicht.
Außer diese Schwarz/Weiß Denken können wir nicht, wir detailieren nichts, wir gucken nicht die Vorgeschichte...

Wen ich unterstütze? Ich unterstütze die Freiheit des Palästinensisches Volkes, denn wenn der Hunger von Freiheit und Frieden bei den Palästinenser Gestillt ist ,dann wird jede Organisation automatisch vernichtet. Ich unterstütze eine sofortige Auflösung des Israelischen Parlamentes und eine Erneuerung dieses Parlamentes, wo Palästinenser und Juden das Recht haben, demokratisch mitzubestimmen. Ich unterstütze gemeinsame Schulen, die Bekämpfung jeglichen Hasses und der Aufbau einer Jugend, die nicht mehr gezwungen ist sich bedroht durch anrollende Panzer zu fühlen und die nicht gezwungen ist sich durch Steinwurf zu bilden und die Freiheit dadurch zu erträumen, sondern eine Chance hat dort eine vernünftiges Leben und Bildungsmöglichkeit zu haben und einfach mal rauszugehen wo es nicht nach Gas, Menschenfleisch und Bombenfeuer riecht.
Und das für beide Seiten...

Ja wir sitzen hier warm... haben essen und draußen ertönt allerhöchstens noch ein Böller übriggeblieben von der Silvesternacht, während palestinensische und jüdische Kinder bei jedem Flugzeuggeräusch auf den Boden stürzen und Panik bekommen... nein wir sind daran nicht gewohnt, wir gucken uns nur die Nachrichten an und essen dannach Spaghetti a la Bolognese.

Guten Abend,
Koby

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Koby Phoenix
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amina
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Sa, 10. Jan 2009, 0:55

mir scheint als würden alle nur auf amerika warten damit sich was tut. und dann beschweren sie sich das amerika sich gerne als weltmacht aufführt. :roll:

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Koby Phoenix
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Sa, 10. Jan 2009, 0:58

Tja das ist das Unterbewusstsein, egal wo Kriege sind, Amerika ist fast immer dabei... entweder als Konfliktschlichter oder Konfliktmacher.

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Sa, 10. Jan 2009, 1:02

Kurzgesagt Amerika hat Eier, sie sind eigenwillig und lassen sich nichts sagen, unbeeinflussbar....

Dagegen sind viele Europäische Länder eher die großen Redner, die öfters nie was zu Ende bringen ....

Und außerdem wird Amerika nicht viel machen, zumindest jetzt nicht, Israel ist ja immerhin der "lill brother" überhaupt.


Ich finde jeder sollte da mitreden und nicht auf den "Großen" warten..

Slevin Kelevra
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Sa, 10. Jan 2009, 13:40

Sonne1710 hat geschrieben:Gerücht "Spenden für Israel"

Aktuell kursiert ein Gerücht in diversen Internetforen, dass u.a. Lidl die europaweiten Einnahmen von Freitag, den 09.01.2009 und Samstag, den 10.01.2009, an Israel spenden will.

Lidl dementiert dieses Gerücht:
Das im Internet kursierende Gerücht entbehrt jeglicher Grundlage.

Siehe Lidl-Homepage!

Gruß Sonne
Wenn du in Detuschland lebst, dann weißt du auch, dass Lidl zu den Firmen gehört die unter der schwarzen Liste zu finden sind.Das bedeutet, dass diese Firma ihre Mitarbeiter systematisch unter Druck setzt (in allen Belangen),der Betriebsrat hat fast nichts zu sagen (Frontal 21 hat schon oft genug darüber berichtet) und somit sind deine Informationen von der Lidl Hompage ein Witz und nichts weiter.Dummerweise gibt es trotzdem Mitarbeiter, die diese Spenderpraktiken ausplaudern.Ich habe es von drei verschiedenen Quellen erfahren.Alles Aldimitarbeiter.Es gibt zu diesem Thema keine offizielle Bestätigung, weil man will, dass dieses alte Gelabere über Verschwörungstheorien angefacht wird. Vorsichtshalber gehe ich nicht einkaufen.Jeder muss für ich selbst wissen ob es diesem "Gerücht" glaubt wird oder nicht

@Sonne1710
Der Staatsschutz interessiert mich absolut nicht. Ich tu ja nichts verbotenes.Außerdem ist das sowiso ein Haufen von Nutlosen Anfängern, die es noch nicht mal fertig gebracht haben die Grundlagen dafür zu schaffen die NPD zu verbieten.Oder sie wollten einfach nur nicht

Sonne1710
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Sa, 10. Jan 2009, 14:01

Slevin Kelevra hat geschrieben:
Sonne1710 hat geschrieben:Gerücht "Spenden für Israel"

Aktuell kursiert ein Gerücht in diversen Internetforen, dass u.a. Lidl die europaweiten Einnahmen von Freitag, den 09.01.2009 und Samstag, den 10.01.2009, an Israel spenden will.

Lidl dementiert dieses Gerücht:
Das im Internet kursierende Gerücht entbehrt jeglicher Grundlage.

Siehe Lidl-Homepage!

Gruß Sonne
Wenn du in Detuschland lebst, dann weißt du auch, dass Lidl zu den Firmen gehört die unter der schwarzen Liste zu finden sind.Das bedeutet, dass diese Firma ihre Mitarbeiter systematisch unter Druck setzt (in allen Belangen),der Betriebsrat hat fast nichts zu sagen (Frontal 21 hat schon oft genug darüber berichtet) und somit sind deine Informationen von der Lidl Hompage ein Witz und nichts weiter.Dummerweise gibt es trotzdem Mitarbeiter, die diese Spenderpraktiken ausplaudern.Ich habe es von drei verschiedenen Quellen erfahren.Alles Aldimitarbeiter.Es gibt zu diesem Thema keine offizielle Bestätigung, weil man will, dass dieses alte Gelabere über Verschwörungstheorien angefacht wird. Vorsichtshalber gehe ich nicht einkaufen.Jeder muss für ich selbst wissen ob es diesem "Gerücht" glaubt wird oder nicht

@Sonne1710
Der Staatsschutz interessiert mich absolut nicht. Ich tu ja nichts verbotenes.Außerdem ist das sowiso ein Haufen von Nutlosen Anfängern, die es noch nicht mal fertig gebracht haben die Grundlagen dafür zu schaffen die NPD zu verbieten.Oder sie wollten einfach nur nicht

Ich hoffe, du weißt, dass Personalpolitik nichts mit dem öffentlichen Auftritt eines Unternehmens zu tun hat. Wenn dir das noch nicht klar ist, dann scheinst du auch den letzten Schuß nicht gehört zu haben! Das was du da von dir gibst, schadet nur uns allen, all denen, die das Wort Demokratie noch kennen und vertreten. Darum hinkt auch dein Vergleich mit der NPD. Lese die Verfassung und dann verstehst du es auch. Und höre auf solche "Klo-Parolen" zu verbreiten. Oder lass dich in den Stadtrat der Stadt oder Gemeinde wählen, wenn du meinst, dass du der Checker bist. Große Klappe und keine konstruktiven Vorschläge, nur das Weitergeben von irgendwelchen Gerüchten. Das regt mich auf!

LG Sonne
Wie die Biene, die den Honig verschiedenen Blumen entnimmt, anerkennt der Weise den Wahrheitskern verschiedener heiliger Schriften und sieht nur das Gute in allen Religionen.
Aus dem Srimad Bhagavatam

Slevin Kelevra
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Sa, 10. Jan 2009, 14:22

Sonne1710 hat geschrieben:Ich hoffe, du weißt, dass Personalpolitik nichts mit dem öffentlichen Auftritt eines Unternehmens zu tun hat. Wenn dir das noch nicht klar ist, dann scheinst du auch den letzten Schuß nicht gehört zu haben!
Hä?Das ist keine PERSONALPOLITIK sondern FIRMENPOLITIK! Hast wohl selbst kein Plan was?Oder ist Mitarbeiter schikanieren für dich Personalpolitik?Haste den letzten Schuss etwa nicht gehört?
Sonne1710 hat geschrieben:Das was du da von dir gibst, schadet nur uns allen, all denen, die das Wort Demokratie noch kennen und vertreten.
Der Hammer ja.Was ein Schwachsinn.Denkst du etwa du bist die letzte Bastion der Demokratie????????????
Ich weiß, dass das NPD-Verbot aus verfassungsrechtlichen Gründen gescheitert ist.Sollte ich aber deshalb meine Kritik zurücknehmen?Oder meinst du nicht,dass dein alleswissender Verfassungsschutz (was für ein widersinniges Wort, da sie ja noch nicht einmal das Dokument kennen, das sie zu schützen glauben!!!) was falsch gemacht hat
Sonne1710 hat geschrieben:Und höre auf solche "Klo-Parolen" zu verbreiten. Oder lass dich in den Stadtrat der Stadt oder Gemeinde wählen, wenn du meinst, dass du der Checker bist. Große Klappe und keine konstruktiven Vorschläge, nur das Weitergeben von irgendwelchen Gerüchten. Das regt mich auf!
Dein Plumps-Klo-Gelaber ist schon fast nicht mehr zu ertragen.Aber Hauptsache du bist die große Checkerin der Demokratie. Da kannst du dich ja glatt als nächste US-Präsidentin bewerben, weil du mit Sicherheit auch den dummen, dummen Arabern die Demokratie beibringen kannst, ungefähr so wie es Bush getan hat

Tomcat
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Sa, 10. Jan 2009, 14:29

Slevin Kelevra hat geschrieben:
Wenn du in Detuschland lebst, dann weißt du auch, dass Lidl zu den Firmen gehört die unter der schwarzen Liste zu finden sind.Das bedeutet, dass diese Firma ihre Mitarbeiter systematisch unter Druck setzt (in allen Belangen),der Betriebsrat hat fast nichts zu sagen (Frontal 21 hat schon oft genug darüber berichtet) und somit sind deine Informationen von der Lidl Hompage ein Witz und nichts weiter.Dummerweise gibt es trotzdem Mitarbeiter, die diese Spenderpraktiken ausplaudern.Ich habe es von drei verschiedenen Quellen erfahren.Alles Aldimitarbeiter.Es gibt zu diesem Thema keine offizielle Bestätigung, weil man will, dass dieses alte Gelabere über Verschwörungstheorien angefacht wird. Vorsichtshalber gehe ich nicht einkaufen.Jeder muss für ich selbst wissen ob es diesem "Gerücht" glaubt wird oder nicht

Hier ein Kommentar dazu, dem ich mich nur anschließen kann:

http://www.musafira.de/

Ich habe gleich mehrere Probleme mit diesen Nachrichten:

1. Die Unlogik. Wenn ein Konzern etwas spenden möchte, dann tut er das ohnehin und nicht nur an bestimmten Tagen. Was soll mein Boykott an diesen Tagen also bringen?

2. Die fehlenden Quellen. Wie kommen Muslime (die Absender sind bei mir ausschließlich Muslime, oder zumindest Leute mit arabisch oder türkisch klingenden Namen) darauf, solch offensichtlich abstrusen und dubiosen Behauptungen ohne vorherige Überprüfung weiterzuleiten? Auf Nachfrage kommt die Antwort: Ja, das haben soooo viele mir geschickt, dann muss es ja stimmen!. Oder: “Aldi gehört ja auch Juden. (Anmerkung: Das stimmt nicht, die Gebrüger Albrecht sind Christen)

3. Hier habe ich dann gleich das nächste Problem, nämlich die misstrauische bis offen feindliche Haltung Juden in ihrer Gesamtheit gegenüber. Sie ist mir schon öfters begegnet, nur heißt das nicht, dass sie deswegen auch richtig ist. Es ist eine Binsenweisheit, das Menschen die irgendeiner Gruppe – Juden, Christen, Afrikaner, Atheisten usw. – angehören nicht alle gleich sein, denken oder handeln können. Trotzdem wird dieses Pauschalurteil immer wieder geäußert. Ironischerweise von Leuten, die sich selbst – oft zurecht – als Opfer eines rassistischen Vorurteils sehen und es wegen dieser Erfahrung besser wissen könnten/sollten.

Nun, wenn schon die eigene Vernunft einen nicht mehr aufhält, dann doch wenigstens – so meine stille Hoffnung – die Realität. Ein paar Muslime haben sich die Mühe gemacht, das Märchen zu überprüfen. Ich dokumentiere an dieser Stelle zwei Emails zum Thema, damit möglichst viele darauf aufmerksam werden, die sich erstmal im Netz informieren wollen, bevor sie sinnlose Emails weiterleiten oder unsinnigen Boykottaufrufen folgen.
Slevin Kelevra hat geschrieben:
@Sonne1710
Der Staatsschutz interessiert mich absolut nicht. Ich tu ja nichts verbotenes.Außerdem ist das sowiso ein Haufen von Nutlosen Anfängern, die es noch nicht mal fertig gebracht haben die Grundlagen dafür zu schaffen die NPD zu verbieten.Oder sie wollten einfach nur nicht
Nicht der Staatsschutz kann die Grundlage für eine NPD Verbot schaffen, sondern nur die NPD selbst, indem sie sich nämlich Verfassungswidrig verhält. Und das scheint sie ja nicht der Fall zu sein. Die NPD ist nach dem jetzigen Stand der Dinge wohl genauso wenig verfassungswidrig, wie es nicht verfassungswidrig ist, wenn irgendwelche muslimischen Klappskalli-Extremisten hirnrissige Gerüchte verbreiten, siehe oben.

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Valon
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Sa, 10. Jan 2009, 14:29

Ich weiss nicht Leute.
Ich bin selbt sozusagen geteilter Meinung
da ich beide Länder bzw. beide "Parteien"
verstehen kann.

Wir wissen aber auch: Das Israel eine hinter-
hältige Politik benutzt um den Palästinensern
das Leben schwer zu machen so das einige von
ihnen komplett psychsich werden und als letztes
Mittel den "Dschihad" als Gegenwehr benutzen.

Ich habe auch gesehen wie Palästinenser auf Israelis
geschossen haben (gibt´s viele Videos im Internet)
gesehen wie de Hamas gegen ihre Wiedersacher
vorgehen (egal ob Israeli oder Palästinenser selbst)
aber ich denke, dass Israel es etwas übertreibt.

Bodenoffensive??? Flugangriffe??? Diese Methoden
benutzt man auch gerne um die Zivilbevölkerung zu
vernichten. Wir sehen es doch in den Nachrichten oder
nicht? Wo auch immer ein ein Angriff durchgenommen
wurde, traf es mehrheitlich die Zivilisten in Palästina.

Nebenbei: Vor lauter kamera werden palästinenische
Kinder und Jugendliche von israelischen Soldaten auf-
gegriffen und geschlagen- einige von ihnen werden
auch sofort erschossen obwohl sie nur Steine werfen
(und meistens keinen Soldaten damit treffen).

Täglich werden auch palästinensiche Gebiete eingenommen,
die Araber werden aus ihren Häusern verjagt, dann rollen
die israelischen Bulldozer und zerstören ihre Gebiete und
schaffen somit neue Ansiedlungsgebiete für die Israelis
so, dass die Araber selber keinen Platz mehr für sich haben.
Einige werden natürlich verrückt und sehen die Hamas als
letzte Chance andere wiederrum müssen flüchten entweder
nach Jordanien, Libanon oder Ägypten- weil der Israeli ihren
Wohnsitz einfach so eingenommen hat.

Nebenbei bemerkt: Es gibt viele Bilder wo Muslime von
israelischen Passanten oder auch Soldaten provoziert wurden sogar geschlagen. Dieses Bild zeigt, wie ein isrealischer Soldat ein kleines
Kind mit der Waffe im Visier hat. (Ist das menschlich???)
Bild

Ich denke das Israel es viel schlimmer gemach hat als es schon ist
und es sind nicht die Palästinenser die fremdes Land eingenommen haben sonder die Israelis (Juden) die erst nach dem 2WK nach Israel
kamen (ihren Wurzeln) da die es einsahen das in Europa kein Platz für
sie ist. Im Gaza ja eigentlich auch nicht- aber leider konnten sie sich
besser schützen als die Araber (was eigentlich wunder) da die Araber
die Mehrheit waren und die Israelis eher nicht.

Sonne1710
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Sa, 10. Jan 2009, 15:07

Nahost-Konflikt: Eine Israelin und ein Palästinenser im Gespräch
Tobias Kempkes am 2.01.2009 22:42 Uhr
MÜNSTER Der Konflikt im Gazastreifen eskaliert. Auch in Münster leben Menschen aus dem Nahen Osten, die das Aufflammen der Gewalt direkt betrifft: Ihre Familien und Freunde leben in den betroffenen Gebieten.

Beide haben einen israelischen Pass, aber Omar Abdelhai zählt sich selbst zu den seiner Meinung nach unterdrückten Palästinensern im Nahen Osten. Mirith Silbermann hat vier Jahre in der israelischen Armee gedient und sieht in der radikalislamischen Hamas eines der größten Hindernisse für den Frieden.

MZ-Volontär Tobias Kempkes hat sich mit der Israelin Mirith Silbermann (27) und dem Palästinenser Omar Abdelhai (24) über die Krise unterhalten.

Frau Silbermann, Herr Abdelhai, wie erleben Sie gerade die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und Palästina?

Omar Abdelhai: Seit Tagen verfolge ich das 24 Stunden am Tag über mehrere Fernsehersender und über das Internet. Vor allem über den arabischen Sender Al Jazeera, denn die europäischen Sender zeigen nicht alles. Sie zeigen nicht das Leid, was wirklich im Gazastreifen passiert. Ich weiß es, weil ich viele Freunde von dort hier in Münster habe.

Mirith Silbermann: Bis heute Morgen habe ich zu jeder vollen Stunde die Nachrichten gesehen. Aber ich sitze nicht 24 Stunden vor dem Fernseher. Wenn etwas Dramatisches passiert, dann hätte ich einen Anruf von meiner Mutter aus Rishon Le Zion bekommen.

Wer ist denn für die plötzliche Eskalation des Konflikts verantwortlich?

Abdelhai: Man kann die Schuld nicht nur auf eine Seite schieben. Beide Seiten müssen nachgeben. Aber die israelische Regierung ist zu unnachgiebig. Als stärkste militärische Macht müsste sie mehr nachgeben.

Inwiefern?

Abdelhai: Israel sollte seine Siedlungen in den palästinensischen Gebieten wie der Westbank begrenzen. Ich war mehrmals dort und wurde dort von den radikalen Siedlern total diskriminiert. Das ist doch die Strategie von Israel, dass sie solche Radikalen dort ansiedelt.

Silbermann: Aber die Schuld liegt doch auf der Seite der radikalislamischen Hamas – genau wie die deutsche Regierung sagt. Die Hamas hat doch im November angefangen, indem sie einen Tunnel unter unsere Mauer gegraben hat. Ich meine dabei nur die Hamas, nicht das ganze palästinensische Volk.

Abdelhai: Aber die israelische Regierung unterscheidet da nicht.

Silbermann: Ich war jahrelang beim Militär und würde nicht wie die Hamas meine Soldaten aufhetzen.

Abdelhai: Okay, die Hamas hat ja auch die Fatah-Anhänger vertrieben. Die beiden Parteien müssen auch unter sich Frieden finden. Aber die israelische Armee hat in den letzten Tagen zivile Orte im Gazastreifen mit Raketen getroffen. Darunter die Universität, Krankenhäuser und sogar Gebetshäuser. Die haben sie vorher sonst nie beschossen. So viele Tote wie jetzt hatten wir noch nie in so kurzer Zeit. So schlimm war es noch nie.

Silbermann: Beide Seiten haben große Fehler gemacht, aber das jetzt ist nicht von uns hochgepuscht worden – das war die Hamas.

Wie wird denn die Hamas vom Volk in Palästina gesehen? Als Hoffnungsträger?

Abdelhai: Meine palästinensischen Freunde in Gaza sagen mir, dass die Situation dort unter der Hamas-Regierung total mies ist. Es ist zwar alles organisierter, aber wie in einer Diktatur und noch schlimmer als in Afghanistan. Die sind überhaupt nicht für die Hamas und für Krieg. Sie wollen einen politischen Friedensprozess.

Silbermann: Man kann aber nicht mit der Hamas reden, die als einziges Ziel hat, Israel zu vernichten. Das ist völlig legitim, die anzugreifen. Der Hamas ist kein menschliches Leben etwas wert. Sie verteidigt nicht ihre Bürger.

Abdelhai: Doch!

Silbermann: Ich habe als Soldatin israelische Siedlungen an der Front im Westjordanland bewacht. Das war dort genauso schlimm. Mein Onkel ist dort als Soldat gestorben. Und im Gazastreifen habe ich sogar mitgeholfen, radikale jüdische Siedler aus den Häusern zu holen. Auf beiden Seiten gibt es Radikale. Doch wie die Hamas Israel das Existenzrecht abspricht, das ist das Schlimmste überhaupt.

Abdelbai: Ja, das macht die Hamas, weil Israel die Palästinensergebiete nicht als Staat anerkennt ...

Silbermann: Doch, auch wenn ich nicht für die israelische Regierung sprechen kann. Ich erkenne sie an. Für mich stellt sich nur die Frage: Wie groß sollen die Palästinensergebiete sein? Bei der Hauptstadt Jerusalem ist das schon schwierig.

Welche Schritte schlagen Sie denn für eine Lösung des Konfliktes vor?

Silbermann: Als erstes müssen die Palästinenser zueinander finden. Dann müssen sie Israel als Staat anerkennen ...

Abdelhai: Da bin ich hundertprozentig deiner Meinung.

Silbermann: ... Erst dann kann man mit ihnen verhandeln.

Abdelhai: Israel muss aber Zugeständnisse machen und sich zurückziehen – auf die Grenzen von vor dem Sechstage-Krieg 1967 ...

Silbermann: Wir haben doch schon angefangen und uns aus dem Gazastreifen zurückgezogen. Wir sind Euch entgegengekommen, haben guten Willen gezeigt. Aber was habt Ihr gemacht? Ihr habt uns zwei Monate angegriffen. Wir sagten darauf: „Hört auf!“ Doch Ihr habt nicht aufgehört. Wir haben dann eine Mauer entlang der Grenze zu Gaza gebaut, um uns zu schützen – nicht, um Euch auszusperren. Israel war bis dahin immer sehr geduldig.

Abdelbai: Ja, okay, das gebe ich zu. Wir sind da immer in einer Art Teufelskreis ...

Silbermann: ... und im Kern denken wir das Gleiche: Krieg ist keine Lösung. Dabei sind Freundschaften zwischen Juden und Muslimen möglich. Es gibt sie: Unsere Trauzeugin für die Hochzeit im Mai ist eine Muslimin. Das wahre Übel sind die Oberen, die Regierenden – aber das größere Übel ist die Hamas.

Ist denn nun ein Dialog zwischen den beiden Regierungen überhaupt noch möglich?

Silbermann: Ja, wenn die Hamas nicht mehr an der Macht ist. Aber das ist schwer, weil sie von den arabischen Staaten unterstützt wird. Ich war als Soldatin auch an der jordanischen Grenze und habe dort mit jordanischen Soldaten kontrolliert. Ich habe die für die Hamas geschmuggelten Waffen gesehen. Die arabischen Staaten müssen der Hamas endlich den Rücken zukehren.

Abdelhai: Aber das wird nicht passieren. Das musst Du verstehen: Die können das nicht. Blut ist dicker als Wasser. Ich sehe da keine Lösung.

Silbermann: Wir werden jetzt hier in Münster auch keine Lösung finden.

Abdelhai: Aber vielleicht, wenn Israel versucht, mit allen arabischen Nachbarländern klarzukommen.
So wie der Frieden zwischen Israel und Jordanien, das ist ein sehr gutes Beispiel. Wenn das auch mit Syrien klappt – umso besser. Das wäre gut für das Verhältnis zu Palästina. Wenn alle den Frieden wollen, dann ist er auch möglich.


Ich denke mal, die beiden wissen wovon sie reden!
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Aus dem Srimad Bhagavatam

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Toni_KS
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Mo, 12. Jan 2009, 11:56

Kennt einer von euch Uri Avnery, ein sehr bekannter israelischer Journalist. Er erhielt auch ein Friedensnobelpreis und sein Zitat war (übrigens er ist über 70Jahre alt):

Ich habe in den letzten 71 Jahren meines Lebens keinen einzigen Tag des Friedens erlebt. Ich hoffe und glaube, dass ich den Frieden noch erlebe.

Das ist die Bilanz der israelischen Politik.

Ironischerweise waren es die Moslems, die einzigen, die Juden über Jahrhunderte Schutz boten. Wie im alten Andalusien, über das osmanische Reich usw. Heute will man es so drehen, als wären die Juden immer von den Moslems verfolgt worden.

Hier ein sehr interessanter Artikel von diesem Journalist. Selbst er als Jude, kritisiert scharf die Politik Israels und seine allg. unlegitimierte Besatzung der letzten Jahrzente. Er nennt hier das Kind beim Namen und zeigt um was wirklich in diesem dreckigen Spiel geht. Denkt ihr wirklich, dass wenn Israel wollte, die Hamas nicht ausschalten könnte. Ich meine dieser zionistische Staat besitzt eine Armee, zu vergleichen mit den Amis. Die Hamas sind nur Werkzeuge und werden von beiden Seiten missbraucht, wie von den Extremisten, als auch von Israel selbst.

Was ich bei uns Albanern beobachtet habe ist, wie krass schnell ein Opfer zum „passiven Tätern“ werden kann. Das natürliche Dinge wie Freiheit, Gerechtigkeit und blabla, so schnell ihren Wert verlieren können.
Der Krieg gegen die Hamas stärkt den islamischen Fundamentalismus
Uri Avnery 04.01.2009

Kurz nach Mitternacht berichtete der arabisch sprechende Aljazeera-Sender über das, was gerade im Gazastreifen geschieht. Plötzlich wurde die Kamera zum dunklen Himmel gedreht. Er war pechschwarz. Man konnte nichts sehen, doch ein Geräusch hören: das Geräusch von Flugzeugen, ein erschreckendes, entsetzliches Dröhnen. Es war unmöglich, nicht an die Zehntausende Kinder im Gazastreifen zu denken, die dieses Geräusch in diesem Augenblick auch hören und die vor Angst schaudern, vor Furcht gelähmt sind und auf das Fallen der Bomben.
"Israel muss sich gegen die Raketen verteidigen, die unsere südlichen Städte terrorisieren", erklärten israelische Sprecher. "Die Palästinenser müssen auf das Töten unserer Kämpfer innerhalb des Gazastreifens reagieren", gaben Hamassprecher bekannt.
Was den Zusammenbruch der Feuerpause betrifft, so gab es nie eine wirkliche Feuerpause. Das Wichtigste an der Feuerpause im Gazastreifen hätte die Öffnung der Grenzübergänge sein müssen. Ohne den ständigen Versorgungsfluss kann es im Gazastreifen kein Leben geben. Aber die Grenzübergänge waren - abgesehen von wenigen Stunden hin und wieder – nicht geöffnet. Die Blockade des Landes, des Meerzugangs und des Luftraumes gegenüber einer Bevölkerung von 1,5 Millionen ist ein Kriegsakt, genau so wie wenn Bomben fallen und Raketen abgefeuert werden. Sie lähmt das Leben im Gazastreifen: sie zerstört die Verdienstmöglichkeiten und bringt Hunderttausende an den Rand des Hungers; Krankenhäuser hören auf zu funktionieren; Strom und Wasserzufuhr sind unterbrochen.

Diejenigen, die die Schließung - egal unter welchem Vorwand – entschieden haben, wussten, dass es unter diesen Umständen keine wirkliche Feuerpause geben kann.
Das ist die Hauptsache. Dann kamen die kleinen Provokationen, die dafür bestimmt waren, dass die Hamas darauf reagieren soll. Nach mehreren Monaten, während derer kaum Kassamraketen abgefeuert worden waren, wurde eine (israelische) Armeeeinheit in den Gazastreifen gesandt, um "einen Tunnel zu zerstören, der nah an den Grenzzaun" herankam. Vom rein militärischen Standpunkt aus gesehen, wäre es viel sinnvoller gewesen, auf der israelischen Seite des Zaunes einen Hinterhalt zu legen. Aber das Ziel war, einen Vorwand für die Beendigung der Feuerpause zu finden, und zwar in einer Weise, die es ermöglichte, den Palästinensern die Schuld dafür zu geben. Und tatsächlich, nach mehreren solcher kleinen Aktionen, bei denen Hamaskämpfer getötet wurden, rächte sich die Hamas mit einem massiven Granatenbeschuss und - siehe da – die Feuerpause war beendet. Alle gaben der Hamas die Schuld.

Logik und Politik haben wenig miteinander zu tun

Und was war das Ziel? Zipi Livni verkündete es offen: die Hamasherrschaft im Gazastreifen zu vernichten. Die Kassams dienten nur als Vorwand.
Die Hamasherrschaft liquidieren? Dies klingt fast wie ein Kapitel aus dem berühmten Buch von Barbara Tuchman "Der Marsch der Dummen". Schließlich ist es kein Geheimnis, dass es die israelische Regierung war, die die Hamas anfangs mit aufbaute. Als ich einmal einen früheren Shin-Bet-Chef, Yacob Peri, darüber fragte, gab er eine seltsame Antwort: "Wir haben sie nicht geschaffen, aber wir behinderten auch ihre Entstehung nicht."

Jahrelang wurde die islamische Bewegung in den besetzten Gebieten von den israelischen Behörden begünstigt. Alle anderen politischen Aktivitäten wurden rigoros unterdrückt, aber die Tätigkeiten in den Moscheen wurden erlaubt. Man kalkulierte einfach und naiv: Zu jener Zeit wurde die PLO als der Hauptfeind angesehen und Yassir Arafat als der gegenwärtige Satan. Die Islamische Bewegung predigte gegen die PLO und Arafat, deshalb wurde die islamische Bewegung als Verbündeter betrachtet.
Mit dem Ausbruch der 1.Intifada 1987 nahm die Islamische Bewegung offiziell den Namen Hamas an (die arabischen Anfangsbuchstaben der "islamischen Widerstandbewegung") und schloss sich dem Kampf an. Selbst dann unternahm der Shin Bet fast ein Jahr lang nichts gegen sie, während Fatahmitglieder massenhaft exekutiert oder verhaftet wurden. Erst nach einem Jahr wurden auch Sheik Ahmed Yassin und seine Kollegen verhaftet.

Seitdem hat sich das Rad gedreht. Nun ist die Hamas der gegenwärtige Satan, und die PLO wird von vielen in Israel fast wie ein Ableger der zionistischen Organisation angesehen. Die logische Schlussfolgerung einer israelischen Regierung, die an Frieden interessiert ist, hätte weitreichende Konzessionen an die Fatah-Führung sein müssen: Ende der Besatzung, Unterzeichnung eines Friedensvertrages, die Gründung eines palästinensischen Staates, Rückzug zu den Grenzen von 1967, eine vernünftige Lösung des Flüchtlingsproblems, Entlassung der Gefangenen. Das hätte der Hamas sicher Einhalt geboten.

Aber Logik und Politik haben wenig mit einander zu tun; denn nichts davon geschah. Im Gegenteil. Nach dem Mord an Arafat erklärte Ariel Sharon Mahmoud Abbas, der Arafats Platz einnahm, zum "gerupften Huhn". Abbas wurde nicht die geringste politische Errungenschaft zugestanden. Die Verhandlungen wurden – unter amerikanischer Schirmherrschaft – zum Witz. Der authentischste Fatahführer Marwan Barghouti wurde auf Lebenszeit ins Gefängnis geschickt. Und anstelle einer großzügigen Gefangenenentlassung gab es belanglose und beleidigende "Gesten".

Abbas wurde systematisch gedemütigt. Fatah sah einer leeren Hülse gleich, und Hamas gewann einen überwältigenden Sieg bei den palästinensischen Wahlen – den demokratischsten Wahlen, die je in der arabischen Welt abgehalten worden waren. Israel boykottierte die gewählte Regierung. Beim folgenden internen Kampf gewann die Hamas die Macht im Gazastreifen.
Nach alledem entschied sich jetzt die Regierung Israels, die "Hamasherrschaft im Gazastreifen zu liquidieren" – mit Blut, Feuer und Rauchsäulen.

Der Wahlkampfkrieg

Der offizielle Name des Krieges ist "Gegossenes Blei", zwei Wörter aus einem Kinderlied über den Trendel, ein Chanukka-Spielzeug. Ihn "Wahlkampfkrieg" zu nennen, wäre genauer.
Auch in der Vergangenheit wurden während der Wahlkampagne militärische Aktionen durchgeführt. Menachem Begin bombardierte während der 1981er Wahlkampagne den irakischen Atomreaktor. Als Shimon Peres behauptete, dies sei eine Wahltrick, schrie Begin bei einer Wahl-Ralley: "Juden, glaubt ihr wirklich, dass ich unsere tapferen Jungs in den Tod schicken würde oder schlimmer noch, sie von menschlichen Tieren zu Gefangenen nehmen ließe, nur um die Wahlen zu gewinnen?" Begin gewann.

Peres ist kein Begin. Während der 1996er-Kampagne befahl er die Invasion in den Libanon (die Operation "Trauben des Zorns"). Jeder war davon überzeugt, dass er dies getan hatte, um die Wahl zu gewinnen. Der Krieg war ein Fehlschlag, Peres verlor die Wahlen und Binyamin Netayahu kam ans Ruder.

Barak und Zipi Livni nehmen nun ihre Zuflucht zu demselben alten Trick. Nach den Umfragen wuchsen Baraks vorausgesagte Wahlergebnisse innerhalb von 48 Stunden um fünf Knessetsitze. Also etwa 80 tote Palästinenser pro Sitz. Aber es ist schwierig, über einen Stapel von Leichen zu gehen. Der Erfolg mag sich innerhalb einer Minute in Luft auflösen, wenn der Krieg von der israelischen Öffentlichkeit als Fehlschlag angesehen werden wird. Zum Beispiel wenn die Raketen weiterhin Be’er Sheba treffen werden oder wenn die Bodenattacke zu vielen israelischen Gefallenen führt.

Der Zeitpunkt war auch aus einem anderen Blickwinkel sorgfältig ausgewählt worden. Der Krieg begann zwei Tage nach Weihnachten, wenn die amerikanisch und europäisch politischen Verantwortlichen bis über Neujahr in Ferien sind. Die Kalkulation: Selbst wenn jemand gewollt und versucht hätte, den Krieg zu stoppen, keiner würde seine Ferien aufgeben. Dies sicherte dem Krieg noch ein paar Tage ohne Druck von außen.

Ein weiterer Grund für diesen Zeitpunkt: Es sind die letzten Tage von George Bush im Weißen Haus. Von diesem von Blut befleckten Schwachkopf könnte sogar eine begeisterte Unterstützung des Krieges erwartet werden – und so war es denn auch. Barack Obama hat sein Amt noch nicht angetreten und hatte einen guten Vorwand, sich still zu verhalten: "Es gibt nur einen Präsidenten." Das Schweigen ist kein gutes Zeichen für die Amtszeit des Präsidenten Obama.

Wiederholung des Libanonkriegs

Entscheidend war, nicht dieselben Fehler zu machen wie im 2. Libanonkrieg. Dies wurde endlos in allen Nachrichtenprogrammen und Talkshows wiederholt. Dies verändert die Fakten nicht: der Gazakrieg ist fast genau die Wiederholung des 2. Libanonkrieges.
Das strategische Konzept ist dasselbe: Die zivile Bevölkerung durch unablässige Luftangriffe zu terrorisieren und Tod und Zerstörung zu säen. Dies stellt für die Piloten keine Gefahr dar, da die Palästinenser keinerlei Flugabwehr besitzen. Man rechnete damit: Wenn die ganze lebenserhaltende Infrastruktur des Gazastreifens zum größten Teil zerstört ist und Anarchie herrscht, wird sich die Bevölkerung erheben und das Hamasregime stürzen. Mahmoud Abbas wird dann auf dem Rücken eines israelischen Panzers nach Gaza zurückkommen.
Im Libanon hat diese Rechnung auch nicht funktioniert. Die bombardierte Bevölkerung, einschließlich der Christen, hat sich hinter der Hisbollah zusammengeschlossen, und Hassan Nasrallah wurde der Held der arabischen Welt. Etwas Ähnliches wird auch hier geschehen. Generäle sind zwar Experten bei der Anwendung von Waffen und dem Einsatz von Streitkräften, aber keine Experten von Massenpsychologie.
Vor einiger Zeit schrieb ich, die Gazablockade sei eine Art wissenschaftliches Experiment, um herauszufinden, wie weit man eine Bevölkerung aushungern lassen und ihr Leben zur Hölle machen könne, bevor sie dem Druck nachgibt. Dieses Experiment wurde mit der großzügigen Hilfe Europas und der USA durchgeführt. Bis jetzt ist das Experiment nicht gelungen. Die Hamas wurde stärker und die Reichweite der Kassams größer. Der gegenwärtige Krieg ist eine Fortsetzung des Experiments mit andern Mitteln.

Es könnte sein, dass die Armee "keine andere Alternative" haben wird, als den Gazastreifen zurückzuerobern, weil es keinen anderen Weg gibt, die Kassams zu stoppen – außer dass man mit der Hamas ein Abkommen abschließt, das im Gegensatz zur Regierungspolitik steht. Wenn die Bodeninvasion beginnt, wird alles von der Motivation und den Fähigkeiten der Hamaskämpfer gegenüber den israelischen Soldaten abhängen. Keiner weiß, was dann geschehen wird.

Die Mauer der Schande

Tag für Tag und Nacht für Nacht sendet der arabische Aljazeera-Kanal die grauenhaftesten Bilder: Berge von verstümmelten Leichen, weinende Verwandte, die unter den Dutzenden von Leichen, die neben einander liegen, nach ihren Lieben suchen. Eine Frau zieht unter den Trümmern ihre junge Tochter hervor, Ärzte versuchen, ohne Medikamente das Leben der Verletzten zu retten. (der englisch-sprachige Aljazeera-Sender hat im Gegensatz zu seiner arabisch sprechenden Schwesterstation eine erstaunliche Wendung durchgemacht; er sendet nur "gereinigte" Bilder und trägt frei zur israelischen Regierungspropaganda bei. Es wäre interessant zu erfahren, was da geschehen ist).
Millionen sehen diese schrecklichen Bilder, ein Foto nach dem anderen, Tag um Tag. Diese Bilder werden sich ihnen auf immer ins Gedächtnis einprägen: schreckliches Israel, abscheuliches Israel, unmenschliches Israel. Eine ganze Generation von Hassenden wird heranwachsen. Das ist der schreckliche Preis, den wir werden zahlen müssen, wenn längst alle anderen Folgen des Krieges in Israel vergessen worden sind.
Aber da gibt es noch etwas, das sich in das Gedächtnis dieser Millionen einprägen wird, das Bild der erbärmlich korrupten, passiven arabischen Regime. Aus arabischer Sicht wird eine Tatsache oben anstehen: die Mauer der Schande.

Für die anderthalb Millionen Araber im Gazastreifen, die so schrecklich leiden, ist die einzige Öffnung zur Welt, die nicht von Israelis beherrscht wird, die Grenze mit Ägypten. Nur von hier können lebensnotwendige Nahrungsmittel und Medikamente kommen, die das Leben der Verletzten retten können. Die Grenze blieb auch auf dem Höhepunkt des Schreckens geschlossen. Die ägyptische Armee hat den einzigen Weg für Nahrungsmittel und Medikamente geschlossen, während Chirurgen die Verwundeten ohne Betäubungsmittel operieren.

Durch die ganze arabische Welt schallen vom einen zum anderen Ende die Worte von Hassan Nasralleh: Die Herrscher Ägyptens sind Komplizen des Verbrechens. Sie arbeiten mit dem "zionistischen Feind" zusammen, um den Widerstand des palästinensischen Volkes zu brechen. Ich möchte vermuten, dass sie nicht nur Mubarak meinen, sondern auch die anderen Führer, vom saudiarabischen König bis zum palästinensischen Präsidenten. Wenn man die Demonstrationen in der ganzen arabischen Welt sieht und den Slogans zuhört, dann erhält man den Eindruck, als ob für viele Araber ihre Führer bestenfalls als solche erscheinen, die Mitleid hätten oder schlimmstenfalls als erbärmliche Kollaborateure agierten.
Dies wird historische Konsequenzen haben. Eine ganze Generation arabischer Führer, eine Generation, die von der Ideologie des säkularen arabischen Nationalismus erfüllt war, die Nachfolger von Gamal Abd-al-Nasser, Hafez al-Assad und Yasser Arafat, mögen von der historischen Bühne weggefegt worden sein. Im arabischen Raum besteht aber nur eine einzige Alternative: die des islamischen Fundamentalismus.
Dieser Krieg ist wie die Schrift an der Wand: Israel versäumt die historische Chance, mit dem säkularen arabischen Nationalismus Frieden zu machen. Morgen wird es mit einer einförmigen fundamentalistischen arabischen Welt konfrontiert sein, mit Hamas hoch zehn.
Ein Taxifahrer in Tel Aviv, in dessen Taxi ich fuhr, dachte laut: Warum sollten nicht die Söhne der Minister und der Knessetmitglieder in eine Kampfeinheit einberufen und ausgeschickt werden, damit sie bei der kommenden Bodeninvasion in Gaza den andern vorausgehen?

Uri Avnery ist Gründer der Friedensbewegung Gush Shalom. Der langjährige Knesset-Abgeordnete Avnery, 1923 in Beckum geboren und 1933 nach Palästina ausgewandert, gehört seit Uri Avneryhrzehnten zu den profiliertesten Personen der israelischen Politik. Er ist durch seine kämpferisch-kritische Begleitung der offiziellen israelischen Regierungspolitik weit über die Grenzen seines Landes hinaus bekannt geworden. Für sein Engagement für den Frieden im Nahen Osten sind ihm zahlreiche Auszeichnungen zuerkannt worden.
TONi
-aty ku ka frikë, aty ka anarki-

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Die Tinte des Schülers ist heiliger, als das Blut eines Märtyrers.
(Mohammed saws.)

uta
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Mo, 12. Jan 2009, 18:19

Hallo zusammen

Was hält ihr davon?

11. Januar 2009 - 10:50
Israels Botschafter kritisiert die Schweiz

Grund für die israelische Kritik ist die Schweizer Unterstützung einer Sondersitzung des UNO-Menschenrechtsrats zum Krieg im Gazastreifen. Ilan Elgar erklärte in einem Interview mit der SonntagsZeitung, die Schweiz habe sich als einziges westliches Land hinter einen Antrag der arabischen Länder gestellt.


http://www.swissinfo.ch/ger/news_digest ... 6000&ty=nd


uta

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daylight
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Mo, 12. Jan 2009, 19:39

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Meri
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Mo, 12. Jan 2009, 19:42

[quote="daylight"]Bild
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hahahahaha, Daylight-das sieht ja lustig aus.
laß´das bloß die Schweizer nicht sehen :D :wink:

LG Meri
" Und so verliebte sich der Löwe in das Lamm"

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daylight
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Mo, 12. Jan 2009, 19:48

:lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:

uta
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Mo, 12. Jan 2009, 20:14

daylight hat geschrieben:Bild
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Hallo daylight

Es ist Schade dass du das nicht verstanden hast, es geht hier nicht um eine angebliche parteilichkeit der Schweiz, sondern darum weil es das einzige EU Land ist.

konkret: warum enthält sich die Mehrheit der westlichen Staaten?

"Wer gutes tun kan, und es nicht tut, sündet. "

-Das Buch dass die westliche Welt am meisten geprägt hat.

uta

Meri
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Mo, 12. Jan 2009, 20:43

uta hat geschrieben:
daylight hat geschrieben:Bild
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Hallo daylight

Es ist Schade dass du das nicht verstanden hast, es geht hier nicht um eine angebliche parteilichkeit der Schweiz, sondern darum weil es das einzige EU Land ist.

konkret: warum enthält sich die Mehrheit der westlichen Staaten?

"Wer gutes tun kan, und es nicht tut, sündet. "

-Das Buch dass die westliche Welt am meisten geprägt hat.

uta
hallo uta,

ich denke die westlichen länder mischen sich da nicht ein, weil Hitler,die Juden verfolgt hat.Und deswegen haben die Israelis Narrenfreiheit.
Das ist meine meinung

Lg Meri
" Und so verliebte sich der Löwe in das Lamm"

Estra
Danke für die vielen Übersetzungen
Danke für die vielen Übersetzungen
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Mo, 12. Jan 2009, 22:27

Schweiz EU-Land :?: :?: :?:

HA, nur im Traum

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