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liberte
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Fühlen Menschen anderer Nationalität anders?

Mo, 08. Nov 2010, 15:58

Hallo Ihrs,

Koby hat es angeregt und innerlich musste ich ihm beipflichten, in diesem Forum im Bereich Liebe & Kontakte haben sich einige Leute, mich eingeschlossen, auf eine bestimmte Seite gestellt und als bald jemand seine Geschichte einstellt wird geschossen. Es gibt die böse und die guten Polizisten und oft hab ich auch das Gefüh, daß hier dann einfach nur noch sinnlos getobt und geschwafelt wird, ohne daß jemandem geholfen wird.

Wie gesagt, ich schließe mich nicht aus, aber dafür sind wir Menschen und können aus unseren Fehlern lernen. Bitte erinnert mich daran:-).

Also, mir kam gerade beim Lesen einiger Threads etwas in den Sinn.

Ich habe den Eindruck, daß die unterschiedliche Erziehung, geprägt durch die Kultur, tatsächlich Einfluß auf das Gefühlsleben bzw. vielmehr wie man mit Gefühlen umgeht, hat.

Nicht immer, aber es erkenne schon Tendenzen, daß man mit Dingen wie z.B. der Definition von Liebe und Partnerschaft, Tod, Scheidung usw. anders umgeht.

Sehr ihr das auch so?
Wie definiert Ihr Liebe?
Was macht für Euch eine funktionierende Partnerschaft aus?

Sehr Ihr Unterschiede in der Nationalität?

Natürlich kann auch dieses Thema wieder hitzig werden, aber hitzig heißt ja nicht immer auch gleich schlecht.
Paulo Coelho
Anyone who love in the expectation of being loved in return is wasting their time. Love for the sake of love itself //

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Lilli
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Mo, 08. Nov 2010, 16:04

Ah cooles Thema, liberté. Mir ging's grad ähnlich als ich die Frage nach der Angst vorm Tod beantworten wollte. Nur leider ruft mein Zaharzttermin :( Werd mich aber später damit beschäftigen!

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traurig077
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Mo, 08. Nov 2010, 16:58

Ich denke auch dass es tendenzen auf grund der kultur/erziehung gibt.

tendenziell sprechen albaner aus meiner sich weniger über gefühle und zeigen sie auch weniger (kein küssen in der öffentlichkeit...).

So in mehreren threads belegt. ob nun über positive gefühle wie liebe oder schmerzhafte wie tod.

deutsche und besonders frauen sind da denke ich wesentlich gefühlsbetonter.

Wie definiere ich liebe? Ein Gefühl, dass jeder beschreibung entbehrt.

was ist wichtig für eine beziehung?
Tendenz deutsch aus meiner sicht... mehr sein als schein, dafür eher kurzlebig...

alt-albanisch- mehr schein als sein dafür ein leben lang.

Eine beziehung macht für mich aus:

-liebe

-sich regelmäßig sehen und somit sein leben teilen.

-gemeinsame erfahrungen, einzelne erfahrungen, erfahrungsaustausch.

-das gefühl, dass man sich auf den anderen verlassen kann/vertrauen

-man muss zu dem partner aufschauen können, aber auchselbst mal das zugpferd sein, heißt anerkennen und anerkennung bekommen.

-man muss gemeinsame interessen haben

-und zuletzt sich gemeinsam weiterentwickeln.


zu deiner frage... ich glaube nicht, dass wir anders fühlen... ich glaube, dass die erziehung die eigentlichengefühle in manchen fällen in eine andere bahn lenkt.

bsp.: mein freund wurde nie geknuddelt, es wurde nie gesagt, dass man ihn lieb hat, man hat es ihm aber gezeigt.
er verspürt liebe und auch den drang es zu zeigen... da er es aber nicht gelernt hat in worten zu übermitteln,läuft es in eine andere bahn... extremes drücken, grobes in die wange kneifen...

oder auch das sprechen über gefühle... es wurde darüber nicht gesprochen und es fällt nun schwer fragen zu den eigenen gefühlen zu beantworten. er ist kein repräsentatives beispiel...

aber die tendenz erkenne ich hier oft auch...
deswegen vielleicht auch von vielen eher unverständnis, dass man überhaupt über so private dinge spricht.
te jetosh do te thote te luftosh

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kleshtrimania
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Mo, 08. Nov 2010, 17:02

Die Werte und Normen einer Nation wiederspiegeln sich auch in den Gefühlen und Ansichten.

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Valon
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Mo, 08. Nov 2010, 17:23

kleshtrimania hat geschrieben:Die Werte und Normen einer Nation wiederspiegeln sich auch in den Gefühlen und Ansichten.
Kann man nicht so sagen, schließlich ist jeder Mensch anders.

MfG
If you love something let it go, if it comes back to you it is yours. If it doesn't, it never was...

Lula
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Mo, 08. Nov 2010, 20:06

Ja und doch spielt Erziehung auch eine grosse Rolle, eine viel grössere als man meint.

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Koby Phoenix
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Mo, 08. Nov 2010, 20:36

Es kann sein, das die Kultur und die Nationalität eine wichtige Rolle spielen. Ja und es ist auch irgendwo wahr, das weniger über Dinge
wie Sexualleben oder Gefühle geredet wird. Nicht in jeder Familie zumindest.

Aber ich bin der Meinung und das meine ich keineswegs Böse,
das es mich teils verwundert, wenn ich von Freunden deutscher
Herkunft höre, das sie mit der Mutter über Sex und Freundin
reden. Klar ist Sex was ganz natürliches, doch halte ich den
Abstand zwischen der Familie und dea eigenen Sexualleben
für notwendig. Einerseits ist es vielleicht gut über Probleme zu sprechen,
wenn die Freundin ungewollt schwanger wird oder wenn ein Mädchen
ihre Mutter über die Tage aufklärt. Vielleicht auch eine indirektee pubertiäre Vorabklärung, was Liebe heißt.Es gibt sogar Väter , die zeigen
einen gute Rasiertipps oder wie man mit Frauen umgeht.. Aber
ich denke das ist ein Unterschied, worüber man redet.

Klar kann man die Deutschen da auch nicht
pauschalisieren.

Ich bin so aufgewachsen, das ich vieles von meinen Eltern gelernt habe
aber sie mich auch ein Stück selber lernen gelassen haben. Sie haben
mir nur die Tür des Wissens aufgemacht, aber das Wissen alleine habe
ich dann mit der Zeit rausbekommen. Ich denke gerade diese pseudowissenschaftliche Erziehungspsychologie ist katastrophal, welches
behauptet, Kinder müssten alles von den Eltern beigebracht bekommen..
Nein, nicht alles, zwar ein Teil aber nicht alles.

Ich weiß wenn ich Probleme habe, kann ich mich an meiner Familie wenden, doch ist es unsere Kultur selbst erstmal versuchen, diese
Probleme zu bewältigen. Erst wenn es nicht geht, frage ich nach.. Aber komischerweiße habe ich immer vieles alleine hingekriegt.
Geschwister spielen auch eine sehr wichtige Rolle zumindest
gleichgeschlechtliche Geschwister, da man mit denen besser über
Dinge reden kann.

Was ich von der Liebe halte? Familiäre Liebe oder Liebe in der Partnerschaft?

Ich denke Liebe braucht man nicht lehren, wenn man in einer Familie
lebt, wo Liebe so vermittelt wird, das sie ein normale Sache ist, wie
Margarine aufs Brot ist.
Wenn zu Hause keine Liebe herrscht, dann haben es die Kinder meist schwer. Ich kann mir auch nicht zurecht vorstellen, wie Eltern ihre Kinder so verwahrlosen können und am Ende irgendeine Super Nanny oder
irgend einen Psychologen dazuholen, der dann die Fehler des Kindes
(weil es ja die schuld trägt) holen, anstatt bei sich anzufangen.
Es ist sehr leicht die Schuld bei anderen aufzusuchen, aber bei sich selbst,
das traut sich in dieser ach so modernen Gesellschaft kaum einer.
Nein, die Kinder werden vor laufender Kamera denunziert.
Es ist das gleiche als würde man Kinder schlagen, nur hierbei schlägt man auf seiner Psyche was genauso schlimm ist!
Also die Familie ist wie ein großes Gebäude, wenn da die Festigkeit von anfang an nicht ist und die Liebe als Grundfeiler fehlt oder nur zum Teil
vermittelt wird, kann ein Kind nur schwer aufwachsen.

Zu viel des Guten veranlasst dazu, das Kind glauben zu lassen, es wäre einfach auf dieser Welt. Das Kind wird instabil.

Ich denke hierbei muss man beachten, das alles ausgewogen ist, wie es überall zu sein hat.



Die Liebe in einer Beziehung baut auch darauf, das man im ausgewogenen bleibt, mit der Einsicht das der Partner/die Partnerin
immer Zeit kosten wird und man Zeit für alles investieren muss.
Man ist gebunden, braucht Nähe und Abstand, aber so dosiert,
das man frei ist und gleichfalls verpflichtungen eingeht.
So sehe ich das.


Ich denke jede Kultur und jede Nation hat da ihre Art, es gibt viele Gemeinsamkeiten. Das aber die Deutschen gefühlsvoller sind (wie es
in einem Beitrag behauptet wurde) kann ich nicht zustimmen, denn
da spielen auch andere Faktoren eine Rolle. Es geht eher richtung
menschlicher Bindungen.

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Koby Phoenix
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Mo, 08. Nov 2010, 20:56

Genauso halte ich es auch falsch wie in einigen albanischen Familien mit den Kindern umgegangen wird. Meist ist es nichts mehr kulturelles wenn der Vater seinen Sohn schlägt oder wenn ein arger Ton herrscht. Ich zumindest bin nicht so aufgewachsen.

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Hogwash
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Mo, 08. Nov 2010, 21:13

Natürlich beeinflusst das die Einstellung. Man nehme nur mal verschiedene Kulturen wie z. B. die der Afrikaner die sich mit ihren Ahnen oder Toten in Gemeinschaft verbunden fühlen oder leben und bei uns ist der Tod ein Tabuthema.

Die Liebe ist in jedem Land auch anderen Ansichten ausgesetzt. In den arabischen Kulturen eher als Mittel zum Zweck, um die Familienstellung z.B. zu verbessern (für manche Frauen/Männer hier auch :wink: ) . Bei uns wir das eher/inzwischen als "Lebensabschnittsparter" gesehen.

Also bis zu einem gewissen Grad werden wir von unserer Erziehung, Nationalität und Kultur in Bezug auf unsere Werte beeinflusst und somit auch auf die emotionale Einstellung.
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Hogwash
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Mo, 08. Nov 2010, 21:15

Koby Phoenix hat geschrieben:Aber ich bin der Meinung und das meine ich keineswegs Böse,
das es mich teils verwundert, wenn ich von Freunden deutscher
Herkunft höre, das sie mit der Mutter über Sex und Freundin
reden. Klar ist Sex was ganz natürliches, doch halte ich den
Abstand zwischen der Familie und dea eigenen Sexualleben
für notwendig. Einerseits ist es vielleicht gut über Probleme zu sprechen,
wenn die Freundin ungewollt schwanger wird oder wenn ein Mädchen
ihre Mutter über die Tage aufklärt. Vielleicht auch eine indirektee pubertiäre Vorabklärung, was Liebe heißt.Es gibt sogar Väter , die zeigen
einen gute Rasiertipps oder wie man mit Frauen umgeht.. Aber
ich denke das ist ein Unterschied, worüber man redet.
Ja das ist auch bei uns auch ein Tabuthema und ich wundere mich auch immer wieder wie locker andere Familien damit umgehen.
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Genci85
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Mo, 08. Nov 2010, 23:18

Ich war mit Schweizerinnen und Albanerinnen schon zusammen und muss mal grundsätzlich sagen, dass es Unterschiede gibt, aber ob diese Tendenzen repräsentativ sind weiss ich nicht.

Albanerinnen sind nicht so "verliebt" wie Schweizerinnen, man hat Gefühle, aber man will es nicht an die grosse Glocke hängen. Albanerinnen lieben anders, es ist irgendwie einfacher und ursprünglicher.

Schweizerinnen wollen immer sehr "verliebt" sein. Dies wird auch kultiviert und aufgebauscht. Man versucht der Liebe eine Struktur zugeben, wie sie funktionieren muss. Der Kopf spielt eine sehr starke Rolle, das merkt man auch beim Sex, wo der nicht einfach ausgeschaltet ist.

Ob es bei uns Albaner mehr Schein als Sein ist. Kann ich nicht beurteilen, ich glaube nicht. Ich küsse meine Freundin nicht gerne in der Öffentlichkeit, weil es etwas intimes ist.

Ich kann mir vorstellen, dass die Kultur und Erziehung eine Rolle spielt. Aber man sollte das nicht überbewerten.
Shqiptaret e bojën mas miri!!

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Shonya
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Di, 09. Nov 2010, 8:14

Ich denke, die Menschen lieben und fühlen alle gleich...nur kann man eben ausschließlich das weitergeben, was man auch selbst gelernt hat. Soll heissen, ein Kind das nie geknuddelt wurde, wird sich mit solchen Annäherungen auch echt schwer tun.

Ich bin 8 Jahre die Jüngste in meiner Familie gewesen. Ich wurde von meinen Eltern und großen Geschwistern entsprechend geknuddelt, gekuschelt und verwöhnt. Genau so bin ich heute. Für mich heisst Liebe, dass ich meine geliebten Wesen mit Kosenamen bedenke, meinen Mann knuddel und betüddel...ich gebe halt weiter, was ich als Liebe gelernt habe und das tun alle Menschen, davon ist nur ein Teil abhängig von der Nationalität, es ist eher Prägung. Ich erwische mich dabei, wie meine Mama zu werden, nur mit anderem Temprament :D wenn alle satt und sauber sind, dann ists erst schön.

Eine funktionierende Partnerschaft macht für mich aus, dass man gibt, was einem selber gut tut. Das man auch in schwierigen Zeiten füreinander da ist und Kraft abgibt, wenn Kraft gebraucht wird. Das man miteinander redet, versteht und sich gemeinsam weiter entwickelt. Das man auch verzeiht und nicht jede Schwäche des Partners als Angriffsfläche nutzt. Und Vertrauen, dass ist auch sehr wichtig...also auch Freiraum geben, den brauche ich selbst sehr.

Übrigens knutschen und ständig aneinander rumfummel in der Öffentlichkeit find ich auch nicht schön. Mal ein flüchtiger Kuss ist ok, aber mehr nicht!
Viele Menschen sind gut erzogen, um nicht mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun.

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Mystery
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Di, 09. Nov 2010, 11:00

Shonya hat geschrieben: Übrigens knutschen und ständig aneinander rumfummel in der Öffentlichkeit find ich auch nicht schön. Mal ein flüchtiger Kuss ist ok, aber mehr nicht!
das hat auch nicht soo sehr was mit Liebe zu tun, sondern denke ich ist auch altersabhängig. als jugendlicher fühlt man sich vielleicht besonders erwachsen dabei, als erwachsener ist es eher peinlich.

was mir zum körperkontakt einfällt ist, dass es mir auffiel, dass innerhalb der familie von meinem freund mehr geknuddelt wurde als bei uns. das war für mich etwas ungewöhnlich. auch wie mit kindern umgegangen wird. bei uns wird sehr viel mehr gefördert und die kinder haben dafür weniger freiraum. kinder haben wie ich es empfunden habe dort sehr viel mehr freiraum zum gemeinsamen spiel und werden gleichzeitig von anfang an mehr in die gemeinschaft eingebunden. es ist auch vieles vereinfacht zum "deutschen system". hier müssen die kinder von klein auf schon mehr leisten und werden schon mehr auf die schule usw. vorbereitet. dort leben die kleinen kinder eher so wie wir früher, spielen viel gemeinsam draussen, ohne dass erwachsene direkt eingreifen würden. was jetzt besser oder schlechter ist kann ich nicht beurteilen. sicher hat beides seine positive seite. vieles ist bei uns sehr verkopft u. wird dort spontaner entschieden. so mein gefühl.

sicherlich hat unser deutsches system aber auch seine vorzüge. so wird hier z.b. früh erkannt, wenn defizite beim kind bestehen und früh gefördert. was ich nicht so gut finde ist, dass die kinder hier wirklich schon früh z.B. viel zu viel spielzeug haben und den wert der dinge deshalb vielleicht nicht mehr so zu schätzen wissen. auch wird sehr früh mit den kindern mit computer usw. angefangen, was nicht nur positiv ist.

was liebe betrifft. das ist ein grosses wort. für mich und meinen partner bedeutet liebe in erster linie familie.
Eine funktionierende Partnerschaft macht für mich aus, dass man gibt, was einem selber gut tut. Das man auch in schwierigen Zeiten füreinander da ist und Kraft abgibt, wenn Kraft gebraucht wird. Das man miteinander redet, versteht und sich gemeinsam weiter entwickelt. Das man auch verzeiht und nicht jede Schwäche des Partners als Angriffsfläche nutzt. Und Vertrauen, dass ist auch sehr wichtig...also auch Freiraum geben, den brauche ich selbst sehr.
das sehe ich genauso shonya.

was mir noch einfällt ist, dass vielleicht hier menschen nicht immer so genommen werden wie sie sind. hat man z.B. ein lebhaftes kind, dass gerne draussen spielt und sich schwer tut mit dem stillsitzen, dann ist dieses kind in deutschland sofort "krank" und bekommt vielleicht ungerechtfertigt eine adhs-diagnose?!
so gesehen in meiner verwandtschaft, die nichte meines freundes in serbien ist ein sehr lebhaftes kind, sie spielt viel draussen und ist gerne "wild", kann aber auch sehr sehr lieb sein. sie wird dort einfach so gelassen wie sie ist und genommen wie sie ist und darf toben. hier habe ich einen neffen in deutschland der ist genauso, er tobt einfach gerne und kann sich nur schwer an regeln halten. hier in deutschland bekam er sofort eine adhs-diagnose, dabei hat er meiner meinung nach einfach ein lebhaftes temperament und ist sehr neugierig für sein alter.

ich persönlich finde es schade, dass kinder hier oft keine kinder mehr sein dürfen.

die kleine war ja auch hier und ich hab die beiden kinder nebeneinander gesehen. also in deutschland bekäme sie höchstwahrscheinlich auch eine adhs-diagnose so lebhaft wie sie ist. aber sie kam mir auch sehr glücklich vor, dort wie hier, einfach weil sie toben darf und laut sein darf. wie es jetzt in der vorschule mit ihr geht weiss ich nicht, aber für meinen neffen in deutschland fand ich es manchmal ganz schön traurig, wie er von erwachsenen (erzieherinnen und auch von familie von uns) gesehen wurde.
Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt (Albert Einstein)

Blerta-Gjakovë
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Registriert: Di, 31. Aug 2010, 11:48

Di, 09. Nov 2010, 18:03

Ich glaube nicht, dass man sagen kann AlbanerInnen lieben so und SchweizerInnen lieben so... Es hängt nicht von der Nationalität ab, sondern meistens von der familiären Wärme, die bei einigen Albanern fehlt. Bitte nicht falsch verstehen :!:
Ich meine damit, es gibt wenige albanische Kinder in der Schweiz die wirklich "ernst" genommen werden von ihren Eltern,Grosseltern und der Rest der Verwandschaft. Erst wenn man älter wird, nehmen wir mal an, nach einer abgeschlossenen Ausbildung (wenn die Zeit zum Heiraten da ist hahaha :P ) wird man irgendwie "anerkannt". Ich weiss, es ist nicht bei allen so, aber bei vielen.
Ich denke solche Menschen fällt es schwerer jemanden zu lieben und sich zu öffnen und bei vielen kommt das als emocionale Kälte an, was eigentlich nur ein Schutzschild ist.

Bei mir war es mit meinen Eltern auch so, leider wurde ich oft nicht ernst genommen und wurde nur dann gefragt, wenn ich wieder etwas angstellt habe (-:
Und für mich war es auch schwer auf jemanden einzugehen und ihm zu sagen, dass ich ihn gerne mag. Aber mit der Zeit ging dass auch "weg" und ich kann heute zu meinem Freund sagen, dass ich ihn sehr gerne mag rsp. liebe!!!

- Nun zu "Körperkontakt"
In der Schweiz gebe ich zu, passe ich nicht wirklich auf, wie ich mit meinem Freund herumlaufe und küsse ihn ab und zu (kurz!) haha :lol:
Aber als wir beide in Gjakovë waren, da schauten wir schon beide das wir uns nicht in der Öffentlichkeit küssen, da die Leute dort viel mehr zu jungen Päärchen hinschauen, als in der Schweiz.
Just because I don't care...doesn't mean that I don't understand!!! :-))

Kasiunia
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Di, 09. Nov 2010, 23:12

.........................
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Estra
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Mi, 10. Nov 2010, 0:33

Ich denke, dass die Herkunft, Wurzeln, Sprache und Kultur doch auch den Ausdruck von Gefühlen beeinflusst.
Es gibt zB Ausdrücke in der albanischen Sprache, die kann ich nicht übersetzen, das ist ein Zustand oder Gefühl, dass man im Deutschen nicht so sagen kann. Und umgekehrt auch. Dann wiederum sind wir auch kulturell geprägt, was sich gehört und was nicht usw. Das tragen wir alles auch in die Beziehung zu anderen Menschen mit all den Gefühlen.
Ich denke der grosse Unterschied ist nicht bei den Gefühlen selbst. sondern die Art und Weise wie man sie lebt.

Alket
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Mi, 10. Nov 2010, 8:23

Überrascht darüber dass man ernsthaft eine Diskussion führt ob ein Mensch, der aus einem anderen Land kommt andere bioelektrische Reaktionen verfügt und dessen Nervensystem anders funktioniert.

Wie soll man unsere Spezies nennen? Albanoide Menschen? Oder doch allgemein fremde Organismen?

Ich wette, dass ein Asylant aus Afrika, ohne jemals eine Schule besucht zu haben, mehr von Fühlen und Mensch sein versteht als 1000de von eurer Sorte.

(natürlich ist meine jetzige Reaktion folge meiner Herkunft, genauer gesagt ist der albanische Rezeptor verantwortlich dafür dass ich mich gekränkt fühle wenn Gesellschaftssoziale Fragen mit der Anatomie begründet werden,die natürlich je nach Herkunftsland anders aussieht als die Anatomie eines west-europäischen Menschen.)

Der Satire wegen, könnte man diese Diskussion natürlich vertiefen und sich Fragen ob die Anatomie des Menschen, speziell, das Nervensystem der Deutschen vor 70 Jahren anders funktionierte, als man seinen Nachbarn in Öffen verbrannte oder mit Gas vergiftete.

Normalerweise müsstet ihr doch dieses deutsche Gefühl immer noch in euch haben, das Gefühl Nicht-Deutsche zu vergasen, zu verbrennen.

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kleshtrimania
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Mi, 10. Nov 2010, 9:08

Alket deine Antwort ist einfach nur unterste Schublade.

Alket
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Mi, 10. Nov 2010, 9:15

Hogwash hat geschrieben:Natürlich beeinflusst das die Einstellung. Man nehme nur mal verschiedene Kulturen wie z. B. die der Afrikaner die sich mit ihren Ahnen oder Toten in Gemeinschaft verbunden fühlen oder leben und bei uns ist der Tod ein Tabuthema.

Die Liebe ist in jedem Land auch anderen Ansichten ausgesetzt. In den arabischen Kulturen eher als Mittel zum Zweck, um die Familienstellung z.B. zu verbessern (für manche Frauen/Männer hier auch :wink: ) . Bei uns wir das eher/inzwischen als "Lebensabschnittsparter" gesehen.

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Meinst du eigentlich ernsthaft dass, wen eine afrikanische Mutter ihren Sohn verliert, sie anders fühlt, als wenn eine albanische Mutter ihren Sohn verliert oder Deutsche Mutter?


Und meinst du wirklich dass eine junge Araberin keine Träume hat? Sie nicht denjenigen heiraten will den sie liebt. Sie nicht geliebt und geschätzt werden will? Sie keine Gefühle wie Sehnsucht und Verzweiflung hat?

Ich glaube, die einzigen Ausländer die ihr kennt, stammen aus Zeitschriften oder dem TV.

Estra
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Mi, 10. Nov 2010, 9:17

Alket: Natürlich sind Gefühle nicht wertbar, es geht eher darum ob man diese anderes lebt und zeigt, je nach Sprache und Kultur!
Es sollte ein Ansatz sein, in Liebe und Kontakt mal was anderes zu diskutieren als gescheiterte Beziehungen!

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