redshrimp
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Albanien mit dem Rad - Velorouten - Radreisen

Do, 03. Mär 2005, 18:21

Hallo zusammen!

Wir (2 Jungs, beide 21) planen etwa im August/Sept/Okt eine Fahrradtour von Athen
über den Balkan nach Köln zu unternehmen (wir habe bereits Tourerfahrung (1000km)).
Da die Situation besonders in Albanien nach einigen Internetrecherchen problematisch aussieht,
suche ich nach Urlaubern/Radlern, die in letzter Zeit in Albanien gewesen sind
oder sogar eine ähnliche Tour gemacht haben. Ist es überhaupt zu verantworten (Raubüberfälle,
Landminen), wenn ja, was ist zu beachten? Um eine beratende Unterstützung wäre ich sehr dankbar.
Gruß redshrimp

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Lars
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Fahrradfahrn

Do, 03. Mär 2005, 18:43

Hallo Radlerkollegen!

Landminen und Überfälle sollten nicht das Problem sein - erstere gibt es nur im Grenzgebiet zu Kosova und gegen Diebstahl kann man sich mit ein wenig Aufmerksamkeit gut schützen.

Mehr Probleme sehe ich bezüglich schlechter Strassen, anspruchvoles Terain, heisses Wetter, teilweise übler Verkehr und allenfalls auch bissigen Hunden.

Einen netten Erfahrungsbericht findest du auf http://www.fahrtnacholympia.de/ (unter Tagebuch, 4. Woche). Ich hatte die Jungs ein wenig beraten - an meinen Tipp, die Fahrstrecken so einzuteilen, dass man nachmittags am Zielort ist, haben sie sich nicht gehalten und schlecht Erfahrungen gemacht. Ansonsten machte ihnen aber nru der Magen ein wenig Sorgen.

Eine ausführlichen Albanein-Fahrrad-Guide gibt es unter http://home.arcor.de/jan.cramer/albanien.htm . Da gibt es Reisebeschreibungen und alle Infos, die man braucht.

Hier gibt es noch mehr Berichte: http://www.griechenland-seite.de/Albanien.html (die waren sogar mehrmals dort).
Unter http://dmoz.org/World/Deutsch/Freizeit/ ... /Albanien/ gibt es noch einen älteren, dreiteiligen Fahrtbericht.

Zusammenfassend: grundsätzlich spricht nichts dagegen, auch wenn es (wie immer beim Fahrradfahren - ich spreche aus Erfahrung) ein wenig anstrengend werden dürfte.

p.s. ich träume schon lange von einer Fahrt - aber lieber mit dem Bike und ohne Gepäck abseits der (Haupt)Strassen.

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Lars
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vergessen...

Sa, 05. Mär 2005, 0:05

Was ich ganz vergessen habe: Schick mir doch mal eure Routenplanung, wenn ihr so weit seid. Dann kann ich meinen Kommentar dazu geben, ob Strecke und Tagesetappen sinnvoll/machbar sind.

redshrimp
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So, 06. Mär 2005, 19:33

Vielen Dank für die Beratung.
Was meinst du mit "anspruchvoles Terain"? Allgemeine Straßenlage?? Wie "gebirgig" ist es eigtl an der Künste? Wir wollen eigtl soweit möglich immer an der Künste langfahren.
Was lässt sich noch zu den Hunden sagen? Habe schon anderswo im Web was davon gehört? Was sollte man da beachten? Evtl kannst du auch noch was zu den benötigten Impungen sagen, da ich dazu auch nur wenig gefunden habe. Danke!!
Ansonsten werde ich mich die Tage mal an die etwas genauere Routenplanung begeben und mich dann nochmal melden.

Edit: Hat jemand Ahnung, wie man an Kartenmaterial kommt, das für Radfahrer halbwegs geeignet ist?
Wildes Zelten ist in Albanien wegen dichter Besiedlung, meist eher "offener" Landschaft und der speziellen albanischen Mentalität (siehe "spezielle Gefahren"), in Kosova wegen Landminen und ähnlicher Kriegsrelikte leider nicht die "Methode der Wahl" wie in den ex-jugoslawischen Nachbarländern. Vor allem in Nordalbanien sollte man nur ganz ausnahmsweise an ganz sicheren Stellen biwaken, nördlich des Drin aber auf gar keinen Fall!
aus http://home.arcor.de/jan.cramer/albanien.htm

Wie stehts mit dem Zelten? Anderswo habe ich gelesen, dass es keinerlei Problem darstellt und fast überall möglich ist.
Zuletzt geändert von redshrimp am So, 06. Mär 2005, 20:55, insgesamt 1-mal geändert.

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Lars
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Fahrad zum Zweiten

So, 06. Mär 2005, 20:37

redshrimp hat geschrieben:Was meinst du mit "anspruchvoles Terain"? Allgemeine Straßenlage?? Wie "gebirgig" ist es eigtl an der Künste? Wir wollen eigtl soweit möglich immer an der Künste langfahren.
Im Süden ist es grauenhaft coupert - ständiges rauf und runter. Auch an der Küstenstrasse ist ein Pass von 1000 Meter Höhe inklusive - vgl. auch http://www.albanien.ch/albinfo/kndb/pmw ... cheRiviera
Nördlich von Vlora ist es grösstenteils flach. Die Strasse verläuft aber so gut wie nie entlang der Küste, sondern immer recht weit im Hinterland - zum Teil jenseits der Küstenebene entlang der ersten Hügelkette.
redshrimp hat geschrieben:Was lässt sich noch zu den Hunden sagen? Habe schon anderswo im Web was davon gehört? Was sollte man da beachten? Evtl kannst du auch noch was zu den benötigten Impungen sagen, da ich dazu auch nur wenig gefunden habe.
Hunde sind wohl nur nachts und in sehr ländlichen Gebieten abseits der Hauptstrassen ein Problem. Nachts bewachen Hof-Hunde ihre Anwesen und vereinen sich zum Teil in Ortschaften zu Rudeln. Abseits der Hauptstrassen kann man Schäferhunden begegnen, die auch nicht immer freundlich sind. Strassenköter sind zumindest tagsüber meist sehr ängstlich. Ich denke also nicht, dass du gross Probleme haben solltest.
Spezifische Impfungen braucht man für Albanien nicht. Aber vor so einer Reise würde sich wohl Starrkrampf (Tetanus) schon empfehlen (wegen Tieren und anderen Unfällen). Tollwut sollte kein Problem sein - aber wäre möglich, wenn man für alle Fälle vorsorgen möchte. Für einige andere Länder auf eurer Reiserute werden zudem noch andere Impfungen empfohlen.

Henning
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Mi, 30. Mär 2005, 19:08

Hallo,
ich plane ebenfalls diesen Sommer mit dem Rad durch Albanien zu fahren. Allerdings möchte ich in Kroatien (Zagreb) starten und via Bosnien, Montenegro, Albanien und Mazedonien weiter nach Thessaloniki. Vermutlich im Juli und August.

Albanien steht schon so lange auf meiner Fahrrad-Wunschliste und ich hoffe sehr die Tour diesen Sommer endlich verwirklichen zu können.

Leider wird von Albanien ja immer so sehr abgeraten (irgendwie aber immer von Leuten, die anscheinend noch nie selber da waren), es würde mich deswegen eine realistische Einschätzung der Sicherheitssituation schon sehr interessieren.

Eigentlich müsste man doch, wenn man freundlich fragt, auch halbwild, sprich beim Bauern zelten können? Wieviel muss man denn für private Quartiere rechnen? Welche Grenzübergänge sind denn zwischen Montenegro und Albanien tasächlich offen? Ist der Norden wirklich so prekär wie auf der Seite von Jan Cramer beschrieben?

Gruß Henning

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Lars
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Mit dem Rad

Do, 31. Mär 2005, 10:11

Henning hat geschrieben:Eigentlich müsste man doch, wenn man freundlich fragt, auch halbwild, sprich beim Bauern zelten können? Wieviel muss man denn für private Quartiere rechnen?
Ich denke auch, dass das möglich sein sollte. Ich würde zwar nicht fahren, bis es dunkel wird, und dann auf gutes Glück hoffen. Wenn man aber rechtzeitig in einem Dorf ist und sich dort in einem Café erkundigt, dürfte sich schnell eine Lösung finden lassen.

Die Kosten sind natürlich im Voraus abzusprechen. Für einfaches Zelten wird hoffentlich oft nicht wirklich etwas verlangt - ein kleines Dankeschön (und wenn es nur Süssigkeiten für die Kinder sind) ist aber sicherlich angebracht. Eine Privatunterkunft sollte nur ein paar € kosten, mit Verpflegung das Doppelte.
Henning hat geschrieben:Welche Grenzübergänge sind denn zwischen Montenegro und Albanien tasächlich offen?
Siehe http://www.albanien.ch/albinfo/pmwiki.p ... ps.AnReise resp. http://www.albanien.ch/albinfo/pmwiki.p ... DurchReise
Henning hat geschrieben:Leider wird von Albanien ja immer so sehr abgeraten (irgendwie aber immer von Leuten, die anscheinend noch nie selber da waren), es würde mich deswegen eine realistische Einschätzung der Sicherheitssituation schon sehr interessieren.

Ist der Norden wirklich so prekär wie auf der Seite von Jan Cramer beschrieben?
Cramers Einschätzung finde ich recht realistisch: "Gelegenheitsüberfälle (Mobbing) kann man nirgends [=weltweit] ausschliessen, und ich kenne keine objektiven Hinweise für ein wirklich erhöhtes Risiko im Albanien von heute." Siehe auch http://www.albanien.ch/albinfo/pmwiki.p ... Sicherheit
Zu Nordalbanien: ich gebe Cramer recht, dass man in den Bergen Vorsicht walten lassen sollte und nicht einfach so die Hauptstrassen verlassen sollte. Tagsüber und in den grossen Ortschaften zum Übernachten sollte es aber problemlos sein. Im übrigen ist bei seinen Einschätzungen gut zu unterscheiden zwischen den Abschnitten, die die Vergangenheit behandeln ("waren besonders häufig im Norden Albaniens") und denjeningen, die sich auf die Gegenwart beziehen.

Wenn du uns sagst, welche Route durch Albanien du planst, kann ich dir auch sagen, wo ich Probleme sehe (oder keine).

Henning
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Fr, 01. Apr 2005, 15:04

Hallo Lars,
danke für die netten Infos. Nun ist der Wunsch wirklich hinzufahren noch viel grösser geworden!

Ich vermute das meine Tour, je nach der Zeit die ich habe, in Kroatien beginnt. Ich habe gerade eine Diplomarbeit in Geographie über Kroatien geschrieben und nun will ich unbedingt mit etwa Ruhe in die angenzenden Länder, sprich Bosnien, Montenegro, Albanien, dann weiter über Mazedonien bis nach Saloniki.

Ich glaube ich fahre über Sukobin nach Skhodra. Es gibt zwar auf der Seite von Jan Cramer den Hinweis auf einen neuen Grenzposten bei Grncar, im Vermosh-Tal, aber vielleicht waere so ein Albanien Einstieg von Montenegro kommend doch etwas überhart?

Von Skodhra gibt es zwie Ideen, entweder Richtung Tirana und weiter über Elbasani zum Ohrid und Prespasee (kurze Route), oder aber weiter an der Küste nach Süden zur Rviera und Saranda, dann entlang der Nordflanke des Grammos Richtung Korca und Prespa/Ohrid.

Ich möchte dann weiter nach Ohrid und relativ zügig nach Griechenland /Saloniki, dort warten Freunde.

Gruß, Henning

Barbara
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Sa, 02. Apr 2005, 12:20

Hallo Henning

bin gerade aus albanien zurückgekehrt und habe deine zwei möglichen reisewege gesehen. ich reise seit 6 jahren 3-4 mal pro jahr nach albanien und habe schon viele orte gesehen. im norden, das heisst nördlicher von lezhe war ich bis jetzt noch nie. aber im letzten herbst habe wir in berat, wo ich während meinen aufenthalten zu hause bin, mit touristen aus oesterreich gesprochen, die sind vom norden der küste nach in den süden gereist und meinten, sie wären im norden sehr viel hilfsbereiteren und "ehrlicheren" menschen begegnet als im süden. ein grund dafür mag sein, dass im süden viel mehr touristen unterwegs sind und deshalb die kunst die touristen übers ohr zu hauen schon üblicher ist :)
am sicher stimmt es, dass im norden noch etwas mehr vorsicht angebracht ist.
wenn ich deine zwei reisewege ansehe würde ich dir spontan dazu raten, der küste nach zu gehen. obwohl es ist nicht so einfach sich zu entscheiden, denn auch der ohrid see ist wunderschön. aber mich fasznieren die vielen menschenleeren strände und die strasse führt immer wieder auf höhen hinauf und bietet wunderschöne aussicht. wenn man das meer sehr gerne hat, würde ich diesen weg empfehlen, aber eben beides ist schön :)
was die sicherheit betrifft glaube ich kann man sagen, dass es für beide wege gleich ist.
vielleicht hab ichs dir schwieriger gemacht, hoffe ich aber nicht. du kannst ja auch wieder dorthin reisen und dann den anderen weg nehmen :)
hab schon wieder heimweh beim gedanken an albanien :(
gute reise!
barbara

europecyclist
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Albanien per Rad

Mi, 27. Apr 2005, 18:21

Hi Radlergemeinde!

ich bin derzeit kreuz und quer durch suedosteuropa on tour. Zur zeit in makedonien, 150km vor der Grenze zu Albanien. Ich werde 4 Tage ueber Tirane nach Sarende fahren und dann ne Faehre nach Korfu nehmen. Kann euch in ca. 1 Woche konkretes erzaehlen.

Vorweg sei gesagt, dass ich heute hier im Ort Albaner getroffen habe. Die Aussage ist die, dass Albanien verstanden hat, was Europa bedeutet: Toleranz, Freundlichkeit und Gewaltfreiheit. Die Strassen sollen so und so sein. Anyway, am 03 oder 04. Mai ist vorbei mit den Geruechten, dann gibts den Albanien 2005-Fahrradbericht dann an dieser Stelle.

Bis bald,
Andreas.

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Lars
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Re: Albanien per Rad

Mi, 27. Apr 2005, 18:23

europecyclist hat geschrieben:Anyway, am 03 oder 04. Mai ist vorbei mit den Geruechten, dann gibts den Albanien 2005-Fahrradbericht dann an dieser Stelle.
Mit Fotos? ;-)

Looking forward!

europecyclist
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Di, 03. Mai 2005, 15:40

Hallo all,

Moechte euch heute mit ersten Infos ueber meinen Albanientrip informieren. Meine Route war:

Ohrid-Ebansan, 92km
Elbasan- Durres, 95km
Durres-Vlore, 116km
Vlore-Sarande, 124km, 2550 Hoehenmeter! Sehr sportlich!

Von ca. 450km waren 70km etwas schlechter Asphalt, die uebrigen 380km wie geleckt. Die Albaner sind sehr freundlich und hilfsbereit, ich habe nur positive Erfahrungen gemacht. Es ist jedoch meist viel Verkehr auf dem Strassen und man braucht in puncto Hupen ein dickes Fell, es hupt jeder! Hunde sind kein Thema, ich habe wenige gesehen, und die paar waren eher scheu und aengstlich. Kulinarisch ist Albanien ein Mix aus Italien und Tuerkei, viele Pizza, Boerik und Doener Buden sowie Cafebars mit richtigen Expressomaschinen.

Die Fahre von sarande nach Korfu gibt es uebrings definitiv, hab sie heute morgen genommen, jedes Boot nimmt das Rad ohne Extrakosten mit, die Ueberfahrt kostet 17,50 Euro und ist 3mal taeglich.

Ich hoffe die Tage nochmal Zeit fuer diese Seite zu haben.
Bis dahin,
Andreas.

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Lars
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Di, 03. Mai 2005, 20:15

Besten Dank für die Info und weiterhin gute Fahrt!

Toni
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Fragen zu den Streckenverhältnissen

Mi, 04. Mai 2005, 1:24

Hallo,
ich werde Mitte Mai von Mazedonien kommend nach Albanien radeln dann weiter nach Griechenland. Genauer über Pogradec, Korca, Permet und den Grenzübergang Tre Urat. Ich interessiere mich besonders für die Strecke von Korca nach Permet über einen Pass (1662 m) in der Nähe des Berges Qelzes vorbei. Diese Nebenstrecke (über Qafezez, Clirim und Frasher) sieht auf meiner ReiseWelt-Karte sehr verheißungsvoll aus. Kennt jemand die Strecke und ist sie fahrbar? Ist es über dieses Teilstück an einem Tag (Korca -> Permet) zu schaffen?

Was mich auch interessiert ist die Rundreise von Korca -> Voskopeje ->Vithkuq ->Korca, die auf der einen Albanien-Seite erwähnt ist. Leider ist der Streckenverlauf nicht gut erkennbar.

Vielleicht könnte jemand dieses Gebiet von der EuroCart-Karte "Albanien" 1:300.000, die es leider nicht mehr gibt, scannen und das Bild mir per e-mail schicken.

Tausend Dank!

Fenek
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Do, 09. Jun 2005, 18:41

Hallo Toni,

zuerst zur Kartenfrage:

Wir empfehlen ausdrücklich die Karte „ALBANIEN 1 : 220 000“ des WORLD MAPPING PROJECTs aus dem Reise Know How – Verlag. Sie stellt Straßenverläufe und Größenordnungen meist sehr genau dar. Für GPS-Fans enthält sie zudem ein sehr genaues Gradnetz, mit Hilfe dessen Hilfe man die eingescannte Karte kalibrieren und für das GPS-System nutzbar machen kann.

Zur Route Korca – Frasher – Permet:

Wir haben im Mai versucht, diese Strecke in umgekehrter Richtung zu fahren (siehe unser Reisebericht unter www.offroad-reisen.com ). Laut Auskunft der Dorfbevölkerung von Frasher ist der 1662 hohe Pass für Fahrzeuge – auch mit Allradtechnik – (zur Zeit?) nicht mehr befahrbar. Natürlich kann man Fahrräder auch über Stock und Stein tragen, auf jeden Fall ist es unseres Erachtens eine Illusion, die Strecke in einem Tag schaffen zu wollen.

Über Rückmeldung zu dieser Strecke würden wir uns sehr freuen!

Viele Grüße aus München

Klaus Friedl
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Velotour

Fr, 12. Mai 2006, 9:54

Shkodra - Koman - Fierza - Bajram Curri - Valbona/ Ragam - Gjakova (Kosova) - Peja - Cakor (Montenegro) - Plav - Vermosh (Albanien) - Hot - Shkodra:
Die ultimative Runde um das "Verfluchte Gebirge",
reine Fahrzeit 5 Tagesetappen, hochrangiges Abenteuer, nur ein etwas unangenehmes Pistenstück (Cem-Tal). --

1.Tag: Abzweig nach Koman von Strasse Shkodra - Puka oberhalb des Vau-i-Dejes-Kraftwerks (weit vorher beschildert), brauchbarer Asphalt, am Ort über Brücke und zur Staumauer hinauf, unbeleuchteter Tunnel (ca. 500 m), Anlegestelle. Die Fähre Fierza - Koman - Fierza fährt einmal täglich, Abfahrt in Fierza angeblich um 7:00, in Praxis eher um 8:00, Fahrtdauer um 2 Stunden, Rückfahrt von Koman ab 10:00, eher später. Man sollte sicherheitshalber vielleicht um 9:00 aufkreuzen, d.h. spätestens um 6:00 in Shkodra losfahren (60 km mit einigen Höhenmetern). Vom Fähranleger bei Fierza kurze interessante Fahrt nach Bajram Curri im so überirdisch schönen, zutiefst albanischen, von Charakter überströmenden Tropoja. Homestay in Margegaj gleich nördlich der Stadt möglich und sehr empfehlenswert. --
2.Tag: Durch die wilde Schlucht der Valbona bis zum Talschluss bei Ragam in einem überwältigenden "natürlichen Amphitheater", mit wenig Gepäck einfache Piste, eher gleichmäßige Steigung, einfache Strecke ca. 30 km, Höhenlagen Bajram Curri ca. 300 m, Taleintritt ca. 200 m, Valbona ca. 900 m, Ragam ca. 1.000 m. Einschwenken in die Schlucht auf linker Fusseite, vor Valbona etwas steiler, danach bis Ragam flach. Gegen Ende muss man leider durch das grobsteinige Flussbett fahren bzw. schieben, das fast den gesamten Talgrund einnimmt, aber es lohnt sich wirklich sehr. Unbedingt bis Ragam fahren, nicht schon von Valbona zurück. --
3.Tag: Von Bajram Curri hinab ins Tal, am Abzweig der Strasse nach Kukes (durch die Region Has) links auf gute Piste; wenn man den Ort Tropoja rechts umfährt gibt es einige schwierige Stellen, aber vermutlich ist die Strecke bald gut ausgebaut (Entwicklungsprojekt, um die Region Tropoja wieder besser an ihre natürliche Schwesterregion Kosova anzubinden). Problemlose Grenzpassage auf kleinem Pass, nach einigen km sehr guter Asphalt, Kosova mit seiner für uns völlig gewohnten, praktisch mitteleuropäischen Infrastruktur. Gjakova, zwei gefährliche Stunden auf schmaler Strasse mit viel sehr schnellem Verkehr, Decani, weite Blicke über Hügelland, Peja. --
4.Tag: Rugovska-Schlucht bald ohne Asphalt, folgend durchweg gute Piste, kaum Verkehr (ab Grenze wegen Strassenschaden kfz-frei), immer angenehmer Anstieg, viele Walderdbeeren, hoher Pass mit gewaltigem Panorama, montenegrinischer Polizeiposten auf Pass (Grenze lange vorher), sehr lange Abfahrt, halbwegs wieder Asphalt, Plav (Jugo-Hotel, Doppelzimmer mit Bad allein 13 Euro). Unbedingt Abstecher nach Vusanje, Grebaje (auf Karte "Dolja" und weiter talaufwärts) und zu einigen abgelegenen kleinen Seen; aufpassen wegen Grenznähe. -- 5.Tag: Guter Asphalt bis zum neuen Grenzposten bei Grncar, im Vermosh-Tal Piste, die schnell endet. Um auf den Weg ins Cem-Tal und zum Shkodra-See zu gelangen, muss man entweder ein Stück im Fluss talaufwärts zurücklegen oder eine Durchschlageübung durch Wald, eingezäunte Weiden und Grundstücke auf die südliche Talseite veranstalten. Dort kleine Passfahrt, dann lange (30-35 km), mit der Zeit verflachende Abfahrt auf wegen Schotter rutschiger Piste durchs spektakuläre Cem-Tal, aufpassen und langsam fahren. Nach "Abbiegen" des Flusses nach Montenegro ebenso spektakuläre, leichte Serpentinen nach Rrapsh. Berauschender Blick zurück, wieder Asphalt, Abfahrt zum Shkodra-See, Shkodra.

Hallo zusammen
Habe diesen Bericht aus dem Internet
-ich denke mal er ist nicht mehr der Neuste und da wird sich einiges geändert haben.
- hat jemand schon ähnliches gemacht? und möchte mir davon erzählen?
- wie ist der Verkehr auf diesen Strassen im Sommer?
- auf meinen Karten schwer abschätzbar sind die höhenmeter, wieviele haben die wohl pro Tag gemacht?
- ich möchte vielleicht diesen sommer gerne diese Strecke fahren (falls sich noch ein paar "wagemutige" finden)
- warte aber sicher noch ab was in Montenegro jetzt passiert.

bin gespannt auf eure Antworten.

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Lars
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Re: Velotour

Fr, 12. Mai 2006, 13:44

werde diesen Sommer auch mit dem Velo unterwegs sein in dieser Region - aber nur Albanien und abgelegene Streckenabschnitte (Tag 2 und 5).
1.Tag: Abzweig nach Koman von Strasse Shkodra - Puka oberhalb des Vau-i-Dejes-Kraftwerks (weit vorher beschildert), brauchbarer Asphalt, am Ort über Brücke und zur Staumauer hinauf, unbeleuchteter Tunnel (ca. 500 m), Anlegestelle. Die Fähre Fierza - Koman - Fierza fährt einmal täglich, Abfahrt in Fierza angeblich um 7:00, in Praxis eher um 8:00, Fahrtdauer um 2 Stunden, Rückfahrt von Koman ab 10:00, eher später. Man sollte sicherheitshalber vielleicht um 9:00 aufkreuzen, d.h. spätestens um 6:00 in Shkodra losfahren (60 km mit einigen Höhenmetern). Vom Fähranleger bei Fierza kurze interessante Fahrt nach Bajram Curri im so überirdisch schönen, zutiefst albanischen, von Charakter überströmenden Tropoja. Homestay in Margegaj gleich nördlich der Stadt möglich und sehr empfehlenswert. --
- Veränderungen: Strasse hat keine Veränderungen erfahren
- Höhenmeter: über 350 m steigt die Strecke nicht - aber wie immer in Albanien wohl ein fleissiges Auf und Ab.
- Verkehr: Ein wenig Verkehr in Verbindung mit den beiden Fährfahrten am Tag. Sonst wohl recht wenig, ein wenig mehr zwischen Fierza und BC.
2.Tag: Durch die wilde Schlucht der Valbona bis zum Talschluss bei Ragam in einem überwältigenden "natürlichen Amphitheater", mit wenig Gepäck einfache Piste, eher gleichmäßige Steigung, einfache Strecke ca. 30 km, Höhenlagen Bajram Curri ca. 300 m, Taleintritt ca. 200 m, Valbona ca. 900 m, Ragam ca. 1.000 m. Einschwenken in die Schlucht auf linker Fusseite, vor Valbona etwas steiler, danach bis Ragam flach. Gegen Ende muss man leider durch das grobsteinige Flussbett fahren bzw. schieben, das fast den gesamten Talgrund einnimmt, aber es lohnt sich wirklich sehr. Unbedingt bis Ragam fahren, nicht schon von Valbona zurück. --
- Veränderungen: unverändert
- Höhenmeter: s.o.
- Verkehr: Piste, ganz wenige Autos
3.Tag: Von Bajram Curri hinab ins Tal, am Abzweig der Strasse nach Kukes (durch die Region Has) links auf gute Piste; wenn man den Ort Tropoja rechts umfährt gibt es einige schwierige Stellen, aber vermutlich ist die Strecke bald gut ausgebaut (Entwicklungsprojekt, um die Region Tropoja wieder besser an ihre natürliche Schwesterregion Kosova anzubinden). Problemlose Grenzpassage auf kleinem Pass, nach einigen km sehr guter Asphalt, Kosova mit seiner für uns völlig gewohnten, praktisch mitteleuropäischen Infrastruktur. Gjakova, zwei gefährliche Stunden auf schmaler Strasse mit viel sehr schnellem Verkehr, Decani, weite Blicke über Hügelland, Peja. --
- Veränderungen: s.o.
- Höhenmeter: Pass auf ca. 600 m - dazwischen wohl noch ein wenig rauf und runter - danach runter und später eher flach?.
- Verkehr: In Albanien sehr wenig langsamer Verkehr. In Kosova (Gjakova-Peja): reichlich bis viel Verkehr (s.o.)
4.Tag: Rugovska-Schlucht bald ohne Asphalt, folgend durchweg gute Piste, kaum Verkehr (ab Grenze wegen Strassenschaden kfz-frei), immer angenehmer Anstieg, viele Walderdbeeren, hoher Pass mit gewaltigem Panorama, montenegrinischer Polizeiposten auf Pass (Grenze lange vorher), sehr lange Abfahrt, halbwegs wieder Asphalt, Plav (Jugo-Hotel, Doppelzimmer mit Bad allein 13 Euro). Unbedingt Abstecher nach Vusanje, Grebaje (auf Karte "Dolja" und weiter talaufwärts) und zu einigen abgelegenen kleinen Seen; aufpassen wegen Grenznähe. --
- Veränderungen: Region mir unbekannt - einfach unbedingt abklären, ob Grenze wirklich offen
- Höhenmeter: ?
- Verkehr: s.o.
5.Tag: Guter Asphalt bis zum neuen Grenzposten bei Grncar, im Vermosh-Tal Piste, die schnell endet. Um auf den Weg ins Cem-Tal und zum Shkodra-See zu gelangen, muss man entweder ein Stück im Fluss talaufwärts zurücklegen oder eine Durchschlageübung durch Wald, eingezäunte Weiden und Grundstücke auf die südliche Talseite veranstalten. Dort kleine Passfahrt, dann lange (30-35 km), mit der Zeit verflachende Abfahrt auf wegen Schotter rutschiger Piste durchs spektakuläre Cem-Tal, aufpassen und langsam fahren. Nach "Abbiegen" des Flusses nach Montenegro ebenso spektakuläre, leichte Serpentinen nach Rrapsh. Berauschender Blick zurück, wieder Asphalt, Abfahrt zum Shkodra-See, Shkodra.
- Veränderungen: vermutl. keine
- Höhenmeter: bis zu Pass 1 ab Grenze rund 3-400 m, Serpentinen rund 4-500m; sonst geht es abwärts
- Verkehr: bis zum Shkodra-See fast kaum Verkehr, danach wohl leicht befahrene Strasse

xyz
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Re: Velotour

Fr, 12. Mai 2006, 17:59

Danke für die schnelle Antwort!
würde mich schon sehr reizen....


4.Tag: Rugovska-Schlucht bald ohne Asphalt, folgend durchweg gute Piste, kaum Verkehr (ab Grenze wegen Strassenschaden kfz-frei), immer angenehmer Anstieg, viele Walderdbeeren, hoher Pass mit gewaltigem Panorama, montenegrinischer Polizeiposten auf Pass (Grenze lange vorher), sehr lange Abfahrt, halbwegs wieder Asphalt, Plav (Jugo-Hotel, Doppelzimmer mit Bad allein 13 Euro). Unbedingt Abstecher nach Vusanje, Grebaje (auf Karte "Dolja" und weiter talaufwärts) und zu einigen abgelegenen kleinen Seen; aufpassen wegen Grenznähe. --
Diesen Teil bin ich vor 4 JAhren mal mit dem Auto gefahren, an der Grenze mussten wir umkehren, dort war ein grosses Loch in der Strasse,
ich denke mal mit dem Velo kommt man da vorbei, aber ist sicher etwas unheimlich......

Horst Deimel
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Albanien per Rad - gefährlich?

Sa, 05. Apr 2008, 17:24

Hallo, ihr Albanienprofis!

Ich plane im Rahmen einer großen Radreise in näherer Zukunft gemeinsam mit meiner Freundin einer Fahrraddurchquerung Albaniens. Ich freue mich sehr darauf, habe aber kürzlich jemanden getroffen, der vor ca. 10 Jahren per Motorrad durch Albanien gereist ist und bin seitdem verunsichert.

a) Er hat gesagt, er würde nie wieder dorthin reisen. Er habe kaum stehen bleiben können, da er sofort von Menschen (v. a. Kindern) unringt gewesen sei, die sich an seinem Gepäck zu schaffen gemacht hätten, und er sei im Grunde nur damit beschäftigt gewesen, sicherzustellen, dass ihm nichts gestohlen würde. Da ich ja auch noch mit Frau unterwegs bin, wäre das schon unangenehm. Gibt's ähnliche Erfahrungen?

b) Angedachte Route: Von Montenegro - Shkoder - Tirana - rüber zur Küsste - dann ins Landesinnere via Gijrokaster - Sarande - Butrint - Griechenland. Wäre dies okay für Trekkingräder mit Gepäck? Oder besser an der Küste bleiben?

Vielen Dank für gute Infos, revanchiere mich dann später gerne!

Horst

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Sa, 05. Apr 2008, 17:51

http://www.cramers-web.de/albanien.htm

hier ein Link für dich!
Viel spass!

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