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Verliebt in einen Kosovo-Albaner ohne Zukunft?

Fragen rund um Beziehungen mit Albanern und Suche von Kontakten.

Verliebt in einen Kosovo-Albaner ohne Zukunft?

Beitragvon Sternkind » So, 28. Apr 2019, 11:31

Hallo zusammen,
bestimmt habt ihr eine ähnliche Geschichte schon etliche Male gehört aber für mich ist das alles Neuland und deshalb hoffe ich auf ein paar Einschätzungen.

Vor ca. 5 Monaten habe ich (23) einen Kosovo-Albaner (25) kennengelernt. Er hatte mich angesprochen, wir haben Nummern ausgetauscht und von dem Tag an fast täglich geschrieben. Der Kontaktaufbau ging stetig aber langsam und wir haben uns erst letzten Monat das erste Mal wiedergesehen. Das zweite und dritte Treffen folgte kurze Zeit später. Wir haben uns jedes Mal wunderbar verstanden, viel gelacht und ich hab mich wahnsinnig wohl mit ihm gefühlt. Es war auch eine starke körperliche Anziehung vorhanden aber bis zum Sex ist es nicht gekommen. Von Anfang an hatte ich das Gefühl, dass er ernsthafte Absichten hat denn er hat nicht (wie so viele andere Männer - egal welcher Herkunft) versucht, mich sofort ins Bett zu kriegen. Er war liebevoll, hat zugehört, mir Komplimente gemacht und gesagt, dass er mich sehr mag. Wir sind noch kein Paar, vielleicht werden wird auch nie eins denn:

Er wurde beim letzten Treffen plötzlich sehr nachdenklich. Er meinte, dass er sich Gedanken machen müsste und hat mir dann auch den Grund verraten: Seine Familie erwartet, dass er über kurz oder lang ebenfalls eine Albanerin heiratet. Er ist niemand bestimmten versprochen oder so etwas aber alle seine Geschwister, Cousins etc. sind ebenfalls mit der gleichen Nationalität verheiratet. Für mich war das natürlich erstmal sehr schockierend. Nie hätte ich damit gerechnet, er ist sehr integriert, wohnt seit der Kindheit hier und hat hier viele Freunde. Ich bin weltoffen und tolerant erzogen worden. Für mich spielten Nationalität, Hautfarbe oder Religion noch nie eine Rolle. Wenn man sich verliebt, dann in den Menschen und in keinen anderen Umstand.

Ich verstehe natürlich den Konflikt, in dem er sich jetzt befindet. Er hat sich seitdem auch nicht mehr bei mir gemeldet (das erste Mal überhaupt) was mich nachdenklich stimmt. Aber ich akzeptiere es denn in seiner Haut möchte ich auch nicht stecken und so eine Überlegung braucht natürlich Zeit. Er meinte auch, dass er trotz dem familiären Druck immer noch seine eigene Meinung hat und vertritt. Meine Frage ist nun: welche Erfahrungen habt ihr mit ähnlichen Situationen gemacht? Gibt es überhaupt eine Chance auf eine gemeinsame Zukunft? Ich möchte natürlich auch nicht, dass er mit seiner Familie brechen muss damit wir zusammen sein können. Das könnte und würde ich nie von ihm verlangen wollen.

Ganz liebe Grüße,
Sternkind
Zuletzt geändert von Sternkind am Mo, 06. Mai 2019, 10:54, insgesamt 1-mal geändert.
Sternkind
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Re: Verliebt in einen Kosovo-Albaner ohne Zukunft?

Beitragvon LorikC » Do, 02. Mai 2019, 21:07

Schwierig zu sagen, ob es eine Zukunft hat. Das liegt eigentlich an dir und ihm. Falls er diesen Druck welcher gegen ihn ausgeübt wird überwinden und zu dir halten kann und du ihm und seiner Familie auch entgegen kommst was die Kultur angeht, dann könnte es klappen. Davon gibt es heutzutage mehrere Beispiele, auch innerhalb meiner Verwandtschaft.

Du musst verstehen, dass dieser familiäre Druck für ihn enorm ist. Er leidet, weil er dich wirklich mag, sich aber trotzdem nicht so leicht auf dich einlassen kann. Ich hatte selber eine jahrelange Beziehung mit einer Nicht-Albanerin. Es war bisher die schönste Zeit in meinem Leben, jedoch musste ich die Beziehung beenden, da mich der Druck gebrochen hat. Den Druck der Eltern konnte ich noch standhalten, aber als noch andere Verwandte dazukamen wurde es einfach zu viel. Der schmerzhafteste Teil war dann die Trennung, für mich und meiner Ex. Davon habe ich mich immer noch nicht richtig erholt, liegt auch daran, dass auch mehrere male versucht hat mich zurück zu nehmen und ich sie trotzdem abweisen musste..

Ich hoffe bei euch klappt es besser. Viel Glück :)
LorikC
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Re: Verliebt in einen Kosovo-Albaner ohne Zukunft?

Beitragvon Sternkind » Fr, 03. Mai 2019, 8:01

Lieber LorikC ,
ich danke dir für deine Antwort. Auch wenn ich einen Teil meines Herzens schon an ihn verschenkt habe, bin ich froh, dass das alles in so einem frühen Stadium passiert ist. Ich habe mich hier im Forum intensiv eingelesen und sehe eigentlich nur, wie wahnsinnig kompliziert alles werden könnte wenn wir uns gegenseitig aufeinander einlassen. Irgendjemand (und sei es seine geliebte Familie) wird leiden wenn wir zusammen sind. Keine gute Ausgangslage für eine Liebe....

Es tut mir sehr leid zu hören, dass es bei dir trotz großer Gefühle füreinander nicht geklappt hat. Dass du sagst es war die schönste Zeit deines Lebens und du konntest es einfach nicht weiterführen, macht mich traurig. Das ist für mich Nicht-Albanerin nur sehr schwer nachzuvollziehen, da ich an die bedingungslose Liebe glaube. Aber da prallen wahrscheinlich extrem unterschiedliche Kulturen und Lebenseinstellungen aufeinander, die es einfach nicht zulassen.

Wenn du es erzählen möchtest, würde mich interessieren ob du inzwischen eine albanische Frau hast? Und kannst du mir vielleicht sagen, was genau an einer Nicht-Albanerin (Schweizerin, Deutsche etc.) auszusetzen ist? Ist es die fehlende Jungfräulichkeit? Oder die falsche Religionszugehörigkeit?

Auch wenn es aussichtslos ist, ist das Thema noch nicht 100% vergessen und ich wüsste gerne, inwieweit ich mich und meine Werte anpassen müsste, um wenigstens eine minimale Chance der Akzeptanz zu erhalten.
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Re: Verliebt in einen Kosovo-Albaner ohne Zukunft?

Beitragvon Star_Platinum » Sa, 04. Mai 2019, 1:44

Ist es die fehlende Jungfräulichkeit? Oder die falsche Religionszugehörigkeit?


Also ich kann mir vorstellen, dass diese Gründe meine Eltern nennen würden. Hahaha.
Aber nein, Naja es kommt immer darauf an, wie tolerant und offen die Eltern auch sind.

ich komme aus einem muslimischen Elternhaus, aber meine Eltern beispielsweise würden mir nicht einmal eine muslimische Nicht-Albanerin erlauben. Ja, ich habe sehr komplizierte Eltern, was das
angeht.

Das einzige was du und er machen könnt, ist abzuwarten. Du könntest dich in die Kultur einlernen, mal die Sitten kennen lernen oder die Sprache erlernen (was sehr viel Arbeit erfordert).
Aber hast du seine Eltern schon kennengelernt? Den das würde die Sache erst einmal ein Wenig erleichtern.

Es herrscht immer ein enormer schwerer Druck auf einen, klar ist es nicht einfach sich gegen die Familie zu stellen. Aber man muss sich selber die Entscheidung treffen. Einfach mal die Barriere zu brechen.

Schließlich sollte man sich das Leben selber gestalten lassen und nicht von Anderen.
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Re: Verliebt in einen Kosovo-Albaner ohne Zukunft?

Beitragvon Sternkind » Mo, 06. Mai 2019, 10:56

Danke für deine Einschätzung. Ich habe mir so etwas schon gedacht.... da kann man wohl nicht viel machen.

Die Sache scheint auch inzwischen erledigt zu sein. Ich bin froh, dass es schon so früh offen angesprochen wurde und mich so vor viel Herzschmerz bewahrt hat.

Beim nächsten Mal weiß ich jedenfalls, worauf ich mich einlasse. Oder auch nicht.
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Re: Verliebt in einen Kosovo-Albaner ohne Zukunft?

Beitragvon LorikC » Di, 07. Mai 2019, 15:31

Sternkind hat geschrieben:Lieber LorikC ,
ich danke dir für deine Antwort. Auch wenn ich einen Teil meines Herzens schon an ihn verschenkt habe, bin ich froh, dass das alles in so einem frühen Stadium passiert ist. Ich habe mich hier im Forum intensiv eingelesen und sehe eigentlich nur, wie wahnsinnig kompliziert alles werden könnte wenn wir uns gegenseitig aufeinander einlassen. Irgendjemand (und sei es seine geliebte Familie) wird leiden wenn wir zusammen sind. Keine gute Ausgangslage für eine Liebe....

Es tut mir sehr leid zu hören, dass es bei dir trotz großer Gefühle füreinander nicht geklappt hat. Dass du sagst es war die schönste Zeit deines Lebens und du konntest es einfach nicht weiterführen, macht mich traurig. Das ist für mich Nicht-Albanerin nur sehr schwer nachzuvollziehen, da ich an die bedingungslose Liebe glaube. Aber da prallen wahrscheinlich extrem unterschiedliche Kulturen und Lebenseinstellungen aufeinander, die es einfach nicht zulassen.

Wenn du es erzählen möchtest, würde mich interessieren ob du inzwischen eine albanische Frau hast? Und kannst du mir vielleicht sagen, was genau an einer Nicht-Albanerin (Schweizerin, Deutsche etc.) auszusetzen ist? Ist es die fehlende Jungfräulichkeit? Oder die falsche Religionszugehörigkeit?




Auch wenn es aussichtslos ist, ist das Thema noch nicht 100% vergessen und ich wüsste gerne, inwieweit ich mich und meine Werte anpassen müsste, um wenigstens eine minimale Chance der Akzeptanz zu erhalten.


Nein, ich hatte mich zwar eine Zeit lang mit Einer getroffen, aber die gefiel mir nicht charakterlich, da sie total abgehoben war.

Also bezüglich Religionszugehörigkeit ist man Recht tolerant in meinem Umfeld, da meine Familie nicht sehr religiös ist und die Jungfräulichkeit hat den Eltern eigentlich nicht so sehr zu interessieren.

Es gibt aber mehrere Gründe, wieso für Albaner eher Landsfrauen in Frage kommen sollten (aus Sicht der Familie):

1. Ist da die Geschichte: Die Albaner sind ein Volk, welches Jahrhunderte lang unterdrückt und missbraucht wurde. Das geht bis im späten Mittelalter zurück, indem sie von Osmanen zum Teil versklavt und assimiliert wurden bis in das Ende der 90er (ethnische Säuberung im Kosovo, Unterdrückung in Mazedonien). Daraus entstand mit der Zeit ein Verlangen nach einem Zusammenhalt, um das "Albanertum" zu schützen.

2. Das Ansehen: Die Albaner sind recht traditionell und konservativ. Das heisst, wenn die Traditionen gewahrt werden, so hat man vom albanischen Umfeld (meist die älteren Generationen) ein gutes Ansehen. Heiratet man jetzt eine Nicht-Albanerin, so wird über diese Familie getratscht, sich über sie lustig gemacht etc. (meist sind dafür Leute verantwortlich, die wenig im Leben erreicht haben). Heirate ich jetzt zu Beispiel eine Spanierin, so werden meine Eltern nicht nur nach ihren Namen gekannt, sondern sind dann automatisch "die Eltern, dessen Sohn eine Spanierin geheiratet hat".
Aufgrund vom Ansehen ignorieren auch zum Teil die gläubigsten Albaner den Koran und erfinden so ihre eigenen Gesetzte, da laut dem Islam eine Ablehnung aufgrund der Herkunft, sowie dem Sohn eine Ehefrau zu verbieten untersagt wird.

3. Die Angst vor einem kulturellen Konflikt und somit Scheidung. Wie du vielleicht weisst, sind Albaner äusserst familiär. Der familiäre Zusammenhalt steht an oberster Stelle. Für einen Albaner sind die Frau und die Kinder das Ein und Alles. Darum ist eine Scheidung und somit der Verlust der Familie extrem schmerzhaft, ausserdem schadet es dem oben genannten Ansehen. Eine Scheidung wird in der albanischen Kultur nur in Ausnahmefällen wie bspw. Betrug oder Gewalt gegen den Ehepartner heutzutage unternommen. Sich scheiden zu lassen, weil die Ehe nicht mehr so prickelnd wie am Anfang ist, ist bei uns unverständlich. Da die Eltern sich fürchten, dass dem Sohn eine Scheidung widerfährt aufgrund von den kulturellen Differenzen, lehnen sie eine Frau ausserhalb der Kultur ab. Ausserdem wissen sie, dass in der westlichen Kultur eine Scheidung nicht ein all zu grossen Ding heutzutage ist und somit den Sohn davor schützen möchten.

Bei mir war es halt so, dass meine Ex durch ihre süditalienischen Wurzeln auch extrem familiär war und auch eine solche Familie hatte, was die Sache einfacher machte.

Aber eben, in meiner Verwandtschaft gibt es heutzutage auch einige Mischehen, die funktionieren. In einer solchen Ehe muss man halt Kompromisse eingehen (wie in jeder binationalen Ehe eigentlich). Wenn du eine Zukunft mit einem Albaner haben willst, so musst du seine Kultur akzeptieren und zu Teil auch nach seiner leben, wenn sein Umfeld euch bspw. besuchen kommt. Natürlich gilt auch das Gleiche für ihn bezüglich deiner Kultur.
LorikC
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