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Artikel-Schlagworte: „Berge“

Kruja und noch etwas weiter hoch

Samstag, 15. November 2014

Ein Beitrag für die Reihe »Ungesehene Sehenswürdigkeiten«, wobei diese Sehenswürdigkeit zwar häufig von Fernem gesehen, aber doch selten besucht wird.

Wer in Kruja den Blick über die Felsen oberhalb der Stadt schweifen lässt, erkennt ganz oben auf dem Berg ein Haus. Manch einer wird wohl verwundert sein, dass man da überhaupt hochkommt, die Felsen scheinen so steil zu sein. Es gibt aber einen ordentlichen Weg durch die Wand hoch – und auch ein Strässchen, das von hinten hinaufführt und heute auch asphaltiert sein soll. So kommen auch weniger ambitionierte Wanderer da hoch und können die sensationelle Aussicht über die Küstenebene geniessen. Zur Erfrischung gibt es ein, zwei kleine Ausflugslokale.

Und dann ist da noch das Bektaschi-Heiligtum »Sari Salltik«. In einer Grotte gerade unterhalb des Gipfelgrats liegen versteckt ein paar Gräber. Das Panorama ist sicherlich die grössere Sehenswürdigkeit auf dem Kruja-Berg – aber zusammen mit dem alten Grab des Heiligen Sari Saltuk ein Grund mehr, den strapaziäösen Aufstieg über sicherlich Fünfhundert Höhenmeter aufsichzunehmen.

Kruja von oben

Kruja von oben

Ist schon über sieben Jahre her, dass ich da oben war. Und noch immer habe ich es noch nicht geschafft, ordentlich darüber zu berichten – oder wieder hochzusteigen. Ich kann es aber jedem ans Herz legen, vor allem, wenn es nicht allzu dunstig ist über der Ebene von Tirana und man mit einer Rundsicht vom Tomor (ein anderes Bektaschi-Heiligtum) bis nach Montenegro belohnt wird.

Zum Glück gibt es ja noch andere, die im Internet von ihren Erlebnissen berichten:

>> akihart: Bektaschi-Heiligtum in Kruja

Zuerst Asphalt, dann das World Wide Web

Dienstag, 3. August 2010

Strassen, die die Welt bedeuten …

Heute morgen am Radio diskutierten sie darüber, wie die Welt in zehn Jahren aussehen könnte. Ich habe mir da überlegt, wie die Welt vor zehn Jahren ausgesehen hat – wie Albanien vor zehn Jahren ausgesehen hat – wie Albanien in zehn Jahren aussehen könnte. Mein Bild von der albanischen Zukunft möchte ich euch ersparen. Aber bei diesen Gedankenspielen ist mir aufgefallen, dass sich auch aktuell in Albanien einiges ändert.

Strassen, die die Welt bedeuten – die neu asphaltierten Strassen führen in Albanien zu tiefgreifenden Veränderungen. Zwar dauert es meist einige Jahre länger als versprochen, bis die zuvor erbärmlichen Feldwege, die bis anhin die einzige Verbindung mit dem Rest der Welt darstellten, nach und nach asphaltiert werden. Wenn es dann aber so weit ist und neue ländliche Gebiete plötzlich erreichbar sind, verändert sich das Leben dort rasch. Es werden neue Häuser gebaut, es entstehen neue Geschäfte und es gibt neues Leben.

Schön beobachten konnte ich das in den letzten Jahren in den Albanischen Alpen. Als ich dort vor ein paar Jahren zum ersten Mal unterwegs war, war Reisen eine mühsame Sache. Zwar kam ab und zu ein Bus vorbei, aber man reduzierte die Fahrten auf das notwendige Minimum. Entsprechend dürftig war zum Beispiel auch das Warenangebot.
Seitdem aber mehr und mehr Kilometer Strasse asphaltiert sind, verändert sich  auch das Dorfleben in den Bergen rasant. Nicht nur ist die Aussenwelt schneller erreichbar und man fährt mal schnell irgendwo hin. Nein, auch die Aussenwelt kommt einfacher in die Berge: Touristen sind unterwegs, aber auch Albaner auf Ausflügen. Überall wird gebaut, das Angebot in den Kneipen, die meist auch als Kleinstladen dienen, steigt. Und viele Waren werden auf den immer häufigeren Reisen aus der Stadt mitgebracht.

Noch vor vier Jahren gab es in den Bergen kaum Mobiltelefone. Es gab keinen Empfang – zumindest nicht ohne weitere technische Hilfsmittel. Zwischenzeitlich wurden neue Antennen errichtet und auch das Festnetz erreicht allmählich die Berge. Und so kam es, dass ich vor ein paar Wochen die ersten Bekannten aus den Bergen auf Facebook traf. Nein, nicht solche, die in Shkodra in einem Internetcafé sitzen. Jetzt gibt es tatsächlich auch Internet in den abgelegenen Bergdörfern.

Bald wird also auch das ländliche Albanien teil der virtuellen Welt sein – das World Wide Web wird dann auch in den albanischen Bergne zum Alltag gehören.

Die Strassen haben aber auch ihre ganz handfesten Nachteile: Der frische Asphalt verleitet zu schnellem Fahren, was so manchen zusätzlichen Unfall zur Folge hatte. Und den Holzfällern wird das illegale Zerstören der Bergwäldern noch einfacher gemacht.

Meine Durchquerung der nordalbanischen Alpen im April 1914

Sonntag, 23. August 2009

1914, in der kurzen »friedvollen« Zeit zwischen Balkankriege und dem Ersten Weltkrieg, machte sich der Zürcher Dr. C. Täuber auf, den westlichen Balkan zu erkunden. Auf albanisches Territorium stiess er leider nicht vor, aber seine Erkundigung des Gebiets zwischen den »Straßen den großen Weltverkehrs« (die Dampferlinie in der Adria und die macedonische Bahnlinie zwischen Belgrad und Skopje) in den Albanischen Alpen und Kosova (das er Oberalbanien nennt) zeigen ein eindrückliches Bild des von 500 Jahren türkischer Herrschaft geprägten rückständigen Balkans. Es zeigt uns vor allem auch das Bild, das Europa im Jahr 1 des unabhängigen albanischen Staats von den Albanern hatte. (mehr …)