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Bild: Byllis

Fortsetzung in unserer Serie »Bilderbeschreibung«:

Byllis ist eine der typischen touristischen Trouvaillen Albaniens. Anderswo wären diese Ruinen überlaufen und kommerzialisiert. In Albanien ist das ein touristischer Geheimtipp, wo man sich noch als Entdecker fühlen und die Ruhe geniessen kann. Um diesem schönen Flecken zu ein wenig mehr Bekanntheit zu verhelfen, erhielt er von mir sein eigenes Plätzchen auf der Homepage.

Homepage: Byllis

Homepage: Byllis

Byllis war ursprünglich eine bedeutende illyrische Siedlung. Später wurde die Stadt teil des römischen Reichs. Der Bischofsitz wurde im Mittelalter wiederholt zerstört, die Stadt irgendwann nicht wieder aufgebaut. Der einige Kilometer entfernte Ort Ballsh wurde hingegen immer bedeutender und ist heute die nächstgelgene Stadt. Byllis liegt auf einem Hügel hoch über dem Fluss Vjosa. Der weite Tafelberg-artige Hügel bot auch ohne grosse Befestigung eingiermassen Schutz. Im Süden Albaniens gelegen, wurde der Ort dank Handel und Ackerbau immer grösser und bedeutender. Die Überreste des Theaters, von grossen Badeanlagen und einer noch grösseren Agora, die 2200 Meter lange Stadtmauer und die Reste von mehreren Kirchen zeugen von der damaligen Bedeutung.

Schon lange ist die Ruhe zurückgekehrt auf den Hügel. Ruhig ist es noch heute meistens, auch wenn ein asphaltiertes Strässchen die Ruinenstätte erreichbar macht. Wenn der Wind nicht gerade Schwefelgestank von den Ölfeldern bei Ballsh herüberweht, bietet sich dem Besucher ein eindrücklicher Blick über das Hügelland der Mallakastra.

Byllis ist ein Parku Arkeologjik Kombetar, ein Nationaler Archäologiepark. Jedem, der zwischen Gjirokastra und Mittelalbanien unterwegs ist, empfehle ich den Abstecher ein paar Kilometer südlich von Ballsh dringend. Dem ausländischen Besucher werden ein paar Euro Eintrittsgeld abgenommen. Dafür ist alles einigermassen gepflegt, zum Teil sogar beschrieben und vor allem auch bewacht. Man könnte den Touristen mehr bieten: Die vielen eindrücklichen Boden-Mosaike sind meist zu ihrem Schutz unter einer mit Sand beschwerten Plastikfolie begraben. Zu graben gäbe es auch noch viel. Fremdenführer würden sicherlich einiges zu berichten haben. Ein Museum, das einem mehr zur Geschichte des Ortes berichtet und Fundstücke zeigt, fehlt leider auch. Das kleine Restaurant neben der Tekke der Bektaschi bietet zumindest einen idyllischen Ort zur Erholung sowie Erfrischungen.

Dafür kann man – oder muss eben – den Entdecker spielen. Ohne von Gruppen gestört zu werden, macht man sich in Byllis zu Erkundungen auf, kann die alten Mauern erleben und erfühlen, darauf herumgehen, berühren, auch die verborgenen Ecken erkunden – alles mögliche, was in Italien oder Griechenland schon lange verboten ist. Den Reiseführer muss man halt selber spielen: Das Buch von Neritan Ceka kaufen und daraus lesen, während man durchs Ruinenfeld stolpert oder im Theater Platz nimmt und den weiten Blick ins Vjosa-Tal geniesst.

Typisch Albanien eben!

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