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Archiv für Mai 2010

Sauberes Albanien

Freitag, 7. Mai 2010

Kaum jemand bezeichnet Albanien als sauberes Land. Zu störend ist der allgegenwärtige Anblick von Müll in der Landschaft und der beisende Geschmack von Abgasen in der Nase.

Ganz anders sehen dies Wissenschaftler der amerikanischen Yale Universität. Im »2010 Environmental Performance Index« setzen sie Albanien auf Platz 23 von 163 Ländern weltweit, knapp hinter Italien (18), Portugal (19), Japan (20) und Tschechien (22), knapp vor Spanien (25), Singapur (28) und Serbien (29). Angeführt wird das Ranking von Island, auf das die Schweiz und Costa Rica folgen. Die skandinavischen Länder sowie Frankreich (7), Österreich (8) und Deutschland (17) schneiden ebenfalls gut ab, während zum Beispiel die Niederlande (47), die USA (61), Griechenland (71), Mazedonien (73) und Belgien (88) auch viele Minuspunkte einfuhren. Die letzten sechs Plätze der Liste werden von afrikanischen Ländern eingenommen.

Wie kann das sein, dass Albanien so positiv gewertet wird und das sauberste Land Osteuropas ist? Zumindest wird die Luftverschmutzung (respektive deren Auswirkungen auf die Menschen) als sehr negativ eingeschätzt.

Totz allem Müll in der Landschaft beurteilen die Autoren das Ökostystem Albaniens als sehr gesund. So sind zum Beispiel die CO2-Emissionen sehr gering und die Biodiversität sehr hoch. Auch die Wasserqualität wird generell als gut eingestuft, auch wenn die Wasserversorgung noch mangelhaft ist.

Tatsächlich bietet Albanien noch viele Gebiete, die noch fast unberührt sind von menschlichen Einflüssen – ein Faktor, der wohl auch Russland zu dem verhältnismässig guten Platz 69 verholfen hat. Das Fehlen grösserer industrieller Tätigkeiten ist für die Sauberkeit in dieser Untersuchung sicherlich auch positiv. Trotz allem hinterlässt die Auswertung ein schales Gefühl. Irgendwie passt sie nicht ganz zum Bild, das man sich von Albanien macht. Vielleicht werden die untersuchten Kriterien der albanischen Wirklichkeit doch nicht ganz gerecht. Und schon gar nicht darf das Gefühl entstehen, dass hier alles in Ordnung sei. Es gäbe noch viel zu tun, angefangen damit, bei den Albanern ein Umweltbewusstsein zu schaffen.

>> 2010 Environmental Performance Index

Badische Zeitung: Keine Musterdemokratie

Donnerstag, 6. Mai 2010

Kommentar in der »Badischen Zeitung« zur albanischen Politik:
>> Albanien ist alles andere als eine Musterdemokratie
(veröffentlicht am 5. Mai 2010 auf badische-zeitung.de)

Luxus macht sich breit

Sonntag, 2. Mai 2010

Geld auszugeben ist selten ein Problem. Etwas anspruchsvoller stellt man sich dies vielleicht in Albanien vor. Schwer getäuscht! Dass es in Albanien viele Reiche gibt, wurde ja immer schon vermutet – allein schon wegen der Dichte von Luxuskarossen. Woher das Geld kommt, will man oft lieber nicht wissen. Wo es landen soll, wird jetzt immer klarer.

Zahlreiche neue Einkaufstempel in und um Tirana mit Läden internationaler Marken und kleine Boutiquen, die Armani-Pullover für € 200 verkaufen, lassen den Kapitalismus hochleben: Für Geld ist alles zu kriegen. Früher beschränkte sich das Luxussegment auf ein paar wenige Hotels, die Zimmer zu europäischen Standardpreisen boten und mit überteuerten Läden und Restaurants ihre Gäste in eine fremde Welt entführten. Mittlerweile macht sich diese fremde Welt in Albanien langsam breit.

Und nicht nur für italienische Mode wird Geld ausgegeben. Auch andere Industrien steuern gezielt die Reichen Albaniens an. »Lufthansa City Center« möchte seine Dienstleistungen im Luxus-Segment ausbauen, wie das Reisebüro der Lufthanasa letzthin bekannt gab. Als einer von vier ausländischen, über den ganzen Globus verstreuten Standorten, wo LCC dies umzustzen plant, wurde Tirana genannt.

Ob diese Rechnung aufgehen wird, wird sich zeigen müssen. Denn auch Albanien leidet unter der Wirtschaftskrise. Die Gastarbeiter im Ausland senden viel weniger Geld in die Heimat. Abgesehen von den angesagtesten, hipsten Lokalitäten bleibt denn auch vieles bedenklich leer. Das Luxusrestaurant im 21. Stockwerk wird nur von ein paar herumstehenden Kellnern bevölkert. Die Verkäuferinnen in den Boutiquen telefonieren vor Langeweile oder spielen Karten am Computer. Und bei der grossen Mall weit draussen vor der Stadt ist vor allem die Auswahl an freien Parkplätzen grenzenlos.