Adaptierte Version für Albanien – hier als Werbevideo von LSI …
>> Gangnam Style Tirana (YouTube)
![]()
|
S'ka problem!Albanien.ch Blog
Archiv für die Kategorie „Alltag“Gangnam Style TiranaFreitag, 18. Januar 2013Adaptierte Version für Albanien – hier als Werbevideo von LSI … >> Gangnam Style Tirana (YouTube) Blicke zurückSamstag, 17. November 2012Immer wieder muss ich mich entschuldigen, wenn ich in Albanien unterwegs bin, weil ich ständig erzähle, was sich hier gerade alles verändert hat im Vergleich zu früher. Das ständige Vergleichen mag vielleicht manchen Zuhörer nerven, aber andererseits ist die rasante Entwicklung schon immer wieder faszinierend. Nicht jede Veränderung der letzten 20 Jahre war positiv, was wohl auch nicht zu vermeiden ist, wenn diese so schnell von statten gehen. Wo heute ganze Hochhausquartiere stehen, gab es früher nur Buschland. Wo man früher über ein löchriges Strässchen holperte, gibt es heute breite Asphaltpisten. In früher kaum erschlossenen Tälern rast man heute über breite Autobahnen. Verstopfte Kreuzungen wurden durch sechsspurige Überführungen entschärft. Hotelburgen ziehen sich fast lückenlos Stränden entlang, wo früher nur Pinienbäume zum Himmel strebten. Abgelegene Dörfer ohne Infrastruktur haben heute eine Zufahrtsstrasse, Läden und Bars – aber vielleicht nur noch eine zerfallene Schule und sicher keine Krankentstation mehr. Auch Müllhalden in der Landschaft sind Zeugen eines veränderten Lebensstils. Und in manchem Viertel mit alten Häusern finden sich fast nur noch Hochhäuser. Auch auf dieser Website hatte ich schon die alten Zeiten wieder aufleben lassen, wie mit Luftaufnahmen von 1995 oder mit einem Fotovergleich aus Tirana. Ich scheine aber nicht der einzige zu sein, der von den sich ändernden Dingen in Albanien beeindruckt ist. So stellte der Albanienreisende Klaus Wehr ein Büchlein zusammen mit Fotovergleichen von 1996 und 2006. Bei einer seiner Besuche in Albanien ist er an Orte zurückgekehrt, wo er 1996 Fotos geschossen hat. Aufnahmen von Alt und Neu stehen im Buch nebeneinander. Die Unterschiede sind zum Teil unterhaltsam, zum Teil ermutigend, manchmal auch schockierend: »Bilder aus Albanien: 1996 und 2006« In zwei weiteren Büchlein berichtet er von früheren Reisen durchs Land, so von schönen Erlebnissen auf einer Wanderung von Durrës an die griechische Grenze im Südosten im Jahr 1996: »Zu Fuß in Albanien: 1996« »Mercedes für jedermann«Freitag, 20. April 2012Mal wieder ein nettes Zitat aus der Tagespresse:
Auch der Rest des Artikels von Markus Dütschler im Tages-Anzeiger über eine Busreise in Albanien ist ganz nett und lesenswert. Auslandsstudium in TiranaMontag, 7. März 2011»Die Zeit« berichtet von deutschen Studenten in Tirana – Anektoten wie »mit dem Wintermantel in der Vorlesung« oder »die Hilfsbereitschaft der Professoren war unglaublich«. »Der Staatsanwalt von damals ist Richter von heute«Mittwoch, 16. Februar 2011Heinz Eggert schreibt in SUPERillu über seine Erfahrungen in Albanien, wo der einstige DDR-Oppositionelle und spätere Innenminister von Sachsen derzeit als Berater in Sachen Vergangenheitsbewältigung aktiv ist. Wappenkunde mangelhaftFreitag, 23. Juli 2010Irgendwann in diesem Frühling fuhren wir vom Flughafen ins Zentrum von Tirana. Mit im Auto eine gute Freundin aus der Schweiz auf ihrem ersten Besuch in Albanien. Plötzlich schauten wir alle ganz verdattert auf das Auto vor uns. Nicht das Schweizer Nummernschild erregte unsere Aufmerksamkeit, sondern ein paar kleine Details darauf, die irgendwie nicht ganz passten. ![]() Tirana, rruga Durrësit: gefälschtes Schweizer Autokennzeichen Viele Fahrzeuge in Albanien verkehren noch lange nach dem Import mit ausländischen Nummernschildern. Die unstimmige Kombination von Buchstaben und Wappen bei diesem Wagen fällt natürlich jedem Schweizer sogleich auf. Dass in Albanien Autos mit gefälschten Schweizer Autokennzeichen herumkurven, hat jetzt auch die grösste Schweizer Tageszeitung »20 Minuten« zum Thema gemacht: Nummernschilder made in Albania. Dass die Zeitung die Geschichte gestern als Titelstory brachte, hört sich aber nach schlimmen Sommerloch an. Die Erklärung für die falschen Autoschilder liegt natürlich weniger in der Beliebtheit der Schweiz in Albanien, wie das mein Kollege Rolf Alther gegenüber der Zeitung erklärte. Vielmehr versuchen wohl die Besitzer dieser Wagen, in Albanien Steuern und Zölle zu sparen. Gefälscht sind vermutlich auch die dazugehörigen »Wagenpapiere«. Vielleicht sind Schweizer Papiere besonders gut zu fälschen oder bei den albanischen Polizisten einfach sehr unbekannt. Jedenfalls scheint es in letzter Zeit eine Häufung dieser gefälschten Zeichen zu geben. Früher berichtete niemand von gefälschten Schweizer Autokennzeichen. Abgesehen davon, dass die Schrift nicht ganz mit dem Original übereinstimmt, hier noch eine Übersicht der richtigen Kantonswappen und Kürzeln für alle Fälscher und nach Fälschung suchenden Polizisten in Albanien: Schweizer Autokennzeichen ![]() Tirana, rruga Durrësit: gefälschtes Schweizer Autokennzeichen Luxus macht sich breitSonntag, 2. Mai 2010Geld auszugeben ist selten ein Problem. Etwas anspruchsvoller stellt man sich dies vielleicht in Albanien vor. Schwer getäuscht! Dass es in Albanien viele Reiche gibt, wurde ja immer schon vermutet – allein schon wegen der Dichte von Luxuskarossen. Woher das Geld kommt, will man oft lieber nicht wissen. Wo es landen soll, wird jetzt immer klarer. Zahlreiche neue Einkaufstempel in und um Tirana mit Läden internationaler Marken und kleine Boutiquen, die Armani-Pullover für € 200 verkaufen, lassen den Kapitalismus hochleben: Für Geld ist alles zu kriegen. Früher beschränkte sich das Luxussegment auf ein paar wenige Hotels, die Zimmer zu europäischen Standardpreisen boten und mit überteuerten Läden und Restaurants ihre Gäste in eine fremde Welt entführten. Mittlerweile macht sich diese fremde Welt in Albanien langsam breit. Und nicht nur für italienische Mode wird Geld ausgegeben. Auch andere Industrien steuern gezielt die Reichen Albaniens an. »Lufthansa City Center« möchte seine Dienstleistungen im Luxus-Segment ausbauen, wie das Reisebüro der Lufthanasa letzthin bekannt gab. Als einer von vier ausländischen, über den ganzen Globus verstreuten Standorten, wo LCC dies umzustzen plant, wurde Tirana genannt. Ob diese Rechnung aufgehen wird, wird sich zeigen müssen. Denn auch Albanien leidet unter der Wirtschaftskrise. Die Gastarbeiter im Ausland senden viel weniger Geld in die Heimat. Abgesehen von den angesagtesten, hipsten Lokalitäten bleibt denn auch vieles bedenklich leer. Das Luxusrestaurant im 21. Stockwerk wird nur von ein paar herumstehenden Kellnern bevölkert. Die Verkäuferinnen in den Boutiquen telefonieren vor Langeweile oder spielen Karten am Computer. Und bei der grossen Mall weit draussen vor der Stadt ist vor allem die Auswahl an freien Parkplätzen grenzenlos. Proteste gegen Coming-outSonntag, 4. April 2010Die dritte Ausgabe der albanischen Fassung von »Big Brother« hatte Proteste von zahlreichen Einwohnern in Lezha zur Folge. Die Geschichte ist zwar schon drei, vier Wochen alt, aber darf hier nicht fehlen. Leider bin ich nicht früher dazu gekommen, darüber zu berichten. Bei der aktuell im albanischen Sender »Top Channel« laufenden Staffel von »Big Brother« ist Klodian einer der Teilnehmer. »Klodi« ist 1993 nach Italien ausgewandert und lebt heute in Mailand. Der 35-Jährige stammt ursprünglich aus Lezha, dem regionalen Zentrum zwischen Tirana und Shkodra. Mitte März verlas er in der Fernsehsendung einen Brief an seine Mutter, in dem er erklärte, dass er schwul sei. Klodians Bekenntnis gilt als erstes öffentliches Coming-out Albaniens, wo vor 20 Jahren Homosexualität noch strafbar war. Noch heute ist Homosexualität in der albanischen Gesellschaft tabu. Schwule und Lesben bekennen sich meist auch gegenüber ihrer eigenen Familie nicht dazu, weil ihnen heftige Diskriminierung droht. Auch ein soeben in Kraft getretenes Antidiskriminierungs-Gesetz und der gescheiterte Versuch von Premierminister Berisha im letzten Herbst, die gleichgeschlechtliche Ehe einzuführen, ändern an der Haltung der Gesellschaft kaum was. Ein schwuler Albaner erklärte gegenüber einer amerikanischen Homosexuellen-Zeitschrift, dass die Abneigung vor allem daraus erwachse, dass die Albaner schlecht informiert seien. Albaner seien allgemein schlecht informiert über Sexualität, meinte er. Während die gleichgeschlechtliche Ehe am Widerstand religiöser Würdenträger scheiterte, wurde Klodi nach seinem Outing Gegenstand hitziger Diskussionen und in seinem Heimatort Lezha gingen viele protestierend auf die Strasse. Sie distanzierten sich öffentlich von Klodi: Er sei keiner von ihnen, er sei nicht in Lezha schwul geworden, er sei erst nach seiner Geburt zugewandert. Es war den Demonstranten wichtig zu sagen, dass es »im sauberen Lezha« keine Schwulen gäbe. Unterstützung erhielt Klodi hingegen von ausländischen Botschaftern, die sich öffentlich für eine vorurteilsfreie Gesellschaft stark machten. Klodis Coming-out dürfte viele Albaner überrascht haben, aber vermutlich auch eine erdrutschartige Veränderung in der Wahrnehmung von Homosexualität zur Folge haben. Viele Albaner verstanden trotzdem nicht, dass der schwule Klodi nicht aus dem Big-Brother-Container abgewählt wurde. Letzendlich dürfte der anonyme Albaner aus der amerikanischen Schwulen-Zeitschrift doch recht haben: Nicht nur Homosexualität, sondern auch viele andere Aspekte der Liebe sind in Albanien tabu und unbekannt. Dazu gehören auch grundlegende Aspekte, wie die albanische Sängerin Alida Hisku in ihrer Autobiographie offenbarte. Die im kommunistischen Albanien zuerst gefeierte, später verfolgte Sängerin musste ebenfalls Albanien verlassen, um – als Mutter von zwei Kindern – zu lernen, dass auch Frauen Spass an Sex haben können. |