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Rendez-vous der Vierbeiner

29. August 2015
Wer ist stärker?

Wer ist stärker? Wer hat mehr Angst?

Wenn der Park nicht nur fürs Gassi-Gehen mit dem Hund da ist …
Vor ein paar Jahren fotografiert im grossen Park von Tirana.

Wobei noch anzumerken wäre: Kühe gibt es wohl schon einiges länger in albanischen Parks als Schosshunde.

Asyl wegen Autobahn?

6. August 2015

Ein gutes Stück der Umfahrungsstrasse von Tirana – »Unaza e madhe« genannt – ist bereits fertiggebaut. Aktuell endet der von Elbasan kommende Teil aber mitten in einem Wohnquartier.

Ringautobahn von Tirana beim Grossen Park

Ringautobahn von Tirana beim Grossen Park

Vor Kurzem wurden die Bauarbeiten wieder aufgenommen. Das Problem ist aber: Die Strasse endete mitten in einem Wohnquartier. Um weiterbauen zu können, müssen Wohnhäuser aus dem Weg geräumt werden. Wohin mit den Bewohnern?

Wie »Gazeta Shqip« gestern berichtete, sind die betroffenen Personen sehr unglücklich angesichts der geringen und auch noch nicht ausbezahlten Entschädigungen. Wie weiter?

Die Zeitung weiss auch zu berichten, dass 50 Familien aus dem betroffenen Quartier jetzt nach Deutschland gereist seien und dort Asyl beantrag hätten. In Albanien hätten sie jetzt alles verloren und keine Zukunft.

In Deutschland Asyl zu beantragen ist unter den Albanern ja gerade Mode. Im ersten Halbjahr hätten 31’400 Personen aus dem Kosovo und 22’209 Personen aus Albanien in Deutschland nach Asyl ersucht, wie das Bundesministerium des Innern informierte. Allein im Juni reichten fast 6’000 Personen aus Albanien Asyl in Deutschland ein – vier Mal mehr als Personen aus dem Kosovo.

Die Kampagne der Deutschen Botschaft, dass Deutschland Albanern kein Asyl gewähre aus Wirtschaftsgründen, hat also noch keine grosse Wirkug gezeigt. Dabei hatte Botschafter Hellmutt Hoffmann im Februar gerade dieses Viertel von Tirana besucht, wo jetzt die Autobahn gebaut wird. Des Botschafters Botschaft scheint nicht angekommen zu sein, obwohl das Thema auch die albanischen Medien stark beschäftigt – auch gestern versuchte die Botschaft, Gerüchte um Entschädigungen richtigzustellen.

»Tartan Prancer 2015« – erstes albanisches Auto

29. Juli 2015

Vor 30 Jahren war der gänzlich im eigenen Land hergestellte Traktor der Stolz Albaniens. Heute ist es der »Tartan Prancer 2015« – das erste Auto aus Eigenproduktion, ein Van mit vielen verspielten Extras, der Star der albanischen Fahrzeugproduktioin: »Clever wie ein Luchs, schnell wie ein Adler, stark wie ein Bär«. Der Mittelklasse-Van sei perfekt für jegliche Strasse und kann auch jede Strassensperre durchbrechen.

Werbung für den »Tartan Prancer 2015«

Werbung für den »Tartan Prancer 2015«

So zumindest im neuen Film »Vacation – Wir sind die Griswolds«, der im August bei uns in die Kinos kommt.

Der Werbefilm ist täuschend echt, wenn man bedenkt, dass Hollywood dahinter steckt:

Im Film selber überzeugt die »hohe albanische Technologie« für grösstes Fahrvergnügen des »albanischen Hondas« nicht komplett:

Wieder mal ein Hollywood-Film mit vielen Negativbildern über Albanien – aber doch mit Liebe gemacht. So auch die Website des »Tartan Prancer 2015«.

Alle feiern mit

18. Juli 2015

Fastenbrechen? Ramadan? Mit diesen Begriffen wusste noch vor wenigen Jahren kaum jemand was anzufangen. Jetzt scheint es auch im Westen Mode geworden zu sein, hier zumindest zu gratulieren.

Screenshot Facebook Seite von Blick am Abend

Screenshot Twitter Tweet von Hillary Clinton
Vielleicht feiern wir in ein paar Jahr alle zusammen – wie in Albanien.

Wir natürlich auch: Gëzuar Ramadanin

Zu schwach für Albaniens Berge

7. Juni 2015

Jetzt, wo der meiste Schnee in den Albanischen Alpen dahingeschmolzen ist und bald wieder überall Wanderer unterwegs sind, sei hier mal eine Warnung ausgesprochen: Die nordalbanischen Berge sind hart und fordern viele Wanderschuhe.

Albanische Alpen

Schuhe bleiben draussen

So haben wir dort schon mehrere Wanderer gesehen, deren Schuhe mit Klebeband umwickelt waren – wohl ein recht verzweifelter Versuch, die sich lösenden Sohlen irgendwie am Rest vom Schuh festzumachen.

Aber auch wir hatten zu kämpfen. Stunden entfernt von der nächsten Strasse mussten wir bei einer Mitwanderin sich auflösende Schuhe feststellen – und hatten nicht einmal Klebeband dabei! In einem Unterstand fanden wir etwas Draht, mit dem wir versuchten, das Problem zu beheben. Denn noch waren viele Stunden Weg geplant. Zum Glück hatte der Schweizer wenigstens ein Armeemesser dabei. Und mit etwas Geduld waren Löcher gebohrt und der Draht so gewickelt, dass die Tour ohne grosse Beeinträchtigung fortgesetzt werden konnte.

Am übernächsten Abend in Theth wurde mit Zange und Hammer noch etwas nachgebessert. Die Albaner hier und dort betrachteten das Schuhwerk amüsiert. Während des Kommunismus hätten auch sie ihre Schuhe so repariert.

Als ich dann ein paar Tage später beim Packen im Hotel in Shkodra meine Wanderschuhe etwas genauer anschaute, merkte ich, dass die scharfkantigen Karstfelsen der Albanischen Alpen auch meinen Schuhen stark zugesetzt hatten. Und diese guten Begleiter waren wirklich noch nicht so alt. Aber eben: zu schwach für Albaniens Berge …

Und so wanderten an diesem Abend in Shkodra gleich zwei Paar Wanderschuhe in den Müll.

Neue Touristen auf neuer Strasse

20. Mai 2015

 

Ein Stück Afrika für albanische Handys

18. Mai 2015

Technologietransfer mal anders: Was in Kenia und vielen anderen afrikanischen Ländern funktioniert, sollte auch in Albanien gehen, meinte wohl der Mobilfunktelefonanbieter Vodafone. Die Voraussetzungen in Kenia und Albanien sind wohl ähnlich genug: ein schlecht entwickelter Bankensektor, wenig genutzte Zahlungsverkehrsmöglichkeiten, ein gutes Mobilnetz und viele Handys im Umlauf.

»M-Pesa« ist ein einfaches System, mit dem Geld fast wie ein SMS übers Handy verschickt werden kann. Eine elektronische Zahlungslösung für Arme: Für all diejenigen, die zwar kein Bankkonto haben, aber über ein Mobiltelefon verfügen. In Kenia, wo »M-Pesa« 2007 erfunden worden ist, hat sich das System sehr gut etabliert. Später wurde es in verschiedenen anderen afrikanischen und asiatischen Ländern eingeführt. Nachdem 2014 Vodafone »M-Pesa« nach Rumänien und somit erstmals nach Europa gebracht hat, kam jetzt im Mai der Sprung nach Albanien.

Das Handy in der Hosentasche der Albaner wird somit zum kleinen Konto. Anstatt viel Bargeld rumtragen oder Geld irgendwelchen Vermittlern geben zu müssen, sollen die Albaner jetzt auf einem sicheren Weg Zahlungen elektronisch ausführen. So sieht es zumindest Vodafone.

Bei den Geschäftsstellen von Vodafone und weiteren Agenten im ganzen Land kann man sich ein Guthaben für den elektronischen Verkehr ein- und auszahlen. Überweisungen sind von 100 bis 35.000 Lek (Fr./€ 260) möglich.

Mit dem »Mobile Banking« versucht sich die Telekomfirma, einen Kuchen vom Bankgeschäft abzuschneiden. Und die Albaner, sofern sie die bargeldlose Zahlung denn nutzen, können sich das Bankkonto sparen und gleich digital ihre Bankgeschäfte erledigen.

Mal schauen, ob der afrikanische Technologiesprung auch in Albanien gelingen wird.

Vodafone Albania: M-Pesa

Vodafone Albania: M-Pesa

Treppe ins Nirgendwo

10. Mai 2015

Wiedereinmal wollen wir eine nicht allzu bekannte Sehenswürdigkeit vorstellen.

Wenn man die südalbanische Stadt Përmet besucht, wird der Blick automatisch immer wieder vom »Stadtfelsen« angezogen. Der »Gur i Qytetit« ist ein mächtiger Block, der sich am Rand des Stadtzentrums über dem Ufer der Vjosa erhebt, vielleicht 30 Meter hoch. Wie er dahingekommen ist, bleibt ein Rätsel. Wie hingeworfen steht er da. Immerhin wurden im in den letzten 50 Jahren ein paar hässliche Wohnblocks hinzugestellt, so dass er nicht mehr als einziger Block in der Landschaft steht – noch immer ist er aber mit Abstand der grösste.

Wenn der Schweizer Reisenden dann erfährt, dass man da hoch kann, gibt es natürlich fast kein Halten mehr. Die Wegbeschreibung, die er enthält, ist auch ganz simpel: Beim Gymnasium abbiegen, die städtische Sporthalle umrunden und dann einfach die Treppe hoch.

Kein Hinweisschild leitet einen zur Rückseite der Sporthalle, wo man sich schon mal etwas verlassen vorkommt. Und vor der Treppe wird dann zuerst mal leer geschluckt. Teile des Geländers fehlen, und die verrostete Metallkonstruktion scheint sich auf eine einzige, wackelige Stange zu stützen. Willkommen in Albanien! Hier gelten noch andere Regeln: Wem es nicht passt, kann ja vom Erklimmen des Felsens absehen. Etwas schwindelfreiheit braucht es schon, wenn man da hochsteigen will. Am oberen Ende der Treppe, schon auf dem Felsen, warten dann noch ein paar kleine verwachsene Kletterstellen. Gerade beim Abstieg ist da schon Vorsicht geboten, wenn Fels und Gestrüpp noch feucht sind von der letzten Nacht.

Auf dem Felsen erwartet den Besteiger ein nicht ganz ebene, aber doch erstaunlich flache Blumenwiese, vielleicht 25 Meter lang und 20 Meter breit. Etwas Gestrüpp erschwert die Übersicht, aber zwischen den prächtig blühenden Blumen – zumindest im Frühjahr – und in die Höhe schiessende Gräser windet sich ein Pfad. Zwischen all dem Grün tauchen ab und zu ein paar Mauerreste auf. Unter den Osmanen waren hier Soldaten stationiert. Wie die hochgekommen sind, möchte man sich gar nicht vorstellen. Die Leitern damals waren sicher nicht stabiler als die heutige Treppe.

Auf der gegenüberliegenden Seite lohnt es sich, sich nahe an die Felskante vorzutasten. Denn hier wird man für Schweiss und Ängste des Aufstiegs mit einer prächtigen Aussicht über das Städtchen Përmet belohnt. Auch wenn der Ort vor allem aus reizlosen Wohnblocks besteht (Përmet wurde im Zweiten Weltkrieg von den Deutschen bis auf die Grundmauern zerstört) – die Lage am Fluss und am Fusse einer mächtigen Bergkette ist piktoresk, wobei die Moschee mit Minarett das Bild vervollständigt. Auf der anderen Seite des Felsens ist sein höchster Punkt, von wo der Blick nach Norden ins grüne Tal der Vjosa geht, oder hoch die steilen Wände des über 2000 Meter hohen Dhëmbel. Im Osten liegt das hügelige Bergland des Hotova-Nationalparks, und im Süden hinter der Stadt gen Griechenland zu hat es noch mehr imposante Felswände und ein Weglein zieht sich nach Leusa hoch, wo mitten zwischen Bäumen ein kleines Kirchlein steht. Die abgelegene Region Përmet hat noch viel zu bieten: noch mehr alte Kirchen, osmanische Steinbrücken, Heilquellen, Schluchten, Tekken, verfallene Burgen und eine gute Küche.

Hierfür muss man aber zuerst wieder vom Felsen runterkommen. Schritt für Schritt tastet man sich zur Treppe vor, Stufe um Stufe vorsichtig runter. Die Konstruktion nochmals kritisch begutachtend war ich um jeden Meter froh, den ich dem Boden näher kam. Unten angekommen war die gute Laune rasch wieder da. Nochmals ein Blick zurück, nochmals ein Kopfschütteln. Ein Lächeln zieht sich übers Gesicht und zeugt von Zufriedenheit, als wäre einem soeben die Erstbesteigung gelungen. Schön war’s, da oben!