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Einbahn – nicht zu spassen

16. April 2014

Manchmal muss man wohl den Vorschriften mit etwas Nachdruck dazu verhelfen, dass sie auch befolgt werden. In Pogradec findet sich ein besonderes Muster, wie den albanischen Autofahrern die Verkehrsvorschriften nahe gelegt werden.

Einbahnstrasse in Pogradec – Nagelstreifen

Einbahnstrasse in Pogradec – Nagelstreifen

Mittels eines Nagelstreifen, der fest im Boden installiert ist, wird hier die Richtung vorgegeben

Weisheit

23. Februar 2014

Ein alter Baba der Bektaschi brachte vor über 80 Jahren die albanische religiöse Toleranz zum Ausdruck (National Geographic Magazine 1931):

It is only what man believes he has found that divides the world’s religions. It is the still-unfound, for which we all search, that makes mankind one.

Young Boys gegen und in Korça

22. Januar 2014

Der Berner Fussballklub »BSC Young Boys«, aktuell dritter der Meisterschaft, weilte soeben in Portugal im Trainingslager. Vor 50 Zuschauern im grossen Stadion von Faro trat man dort zu einem Testspiel gegen »KF Skënderbeu Korça« an, den albanischen Meister. Dem kurzen Matchbericht ist zu entnehmen, dass der Führungstreffer »hochverdient« gewesen sei – wer sich selber ein Bild davon machen will, kann sich das YouTube-Filmchen mit den Höhenpunkten des Spiels anschauen. Bern-Trainer Uli Forte beurteilte die Albaner als schwierigen, »technisch sehr versierten« Gegner.

Dieses neuste albanisch-schweizerische Fussballrencontre wäre aber nicht unbedingt einen Blogbeitrag wert, wäre da nicht noch eine Verbindung zwischen YB und Korça: Seit dieser Saison spielt in der vierten albanischen Liga – die sich bezeichnenderweise »Kategorie e Tretë« nennt – nämlich ein Klub namens »FK Young Boys« mit, der auch aus Korça kommt.

Viel ist über den kleinen Klub aus Südostalbanien nicht in Erfahrung zu bringen. Ob sich die Gründer bewusst waren, dass es in der fernen Schweiz bereits einen Fussballklub mit diesem Namen gibt, konnten wir ebensowenig in Erfahrung bringen wie die Gründe, die zu dieser Namenswahl führten. Wir wissen nur, dass die Spieler alle sehr jung sind – nur einer  ist schon 20 Jahre alt. Auch wenn fünf Spieler der Mannschaft über eine Profilizent verfügen, benötigt der Verein dringend etwas Erfolg. In acht Spielen hat man bis jetzt erst sieben Punkte erzielt, obwohl man schon 20 Tore geschossen hat. So ist »Young Boys« zur Zeit auf dem zweitletzten Tabellenplatz, zum Glück aber noch in Reichweite der ersten Tabellenhälfte.

Früher hat BSC YB eine Fussballschule in der Elfenbeinküste unterstützt – mit dem Engagement wollte man nicht nur in Afrika Gutes tun, sondern auch Nachwuchstalente finden. Vielleicht könnten die Berner jetzt ja die Namensvettern in Albanien unterstützen? Wie wir an den raketenhaften Aufstiegen von albanischen Fussballklubs wie »Gramoz Erseka« und Kukës gesehen haben, können auch kleine Mannschaften mit etwas Förderung schnell in der Meisterschaft des Landes vorne mitspielen. So wäre es nicht ausgeschlossen, dass in ein paar Jahren plötzlich andere »Young Bogys« den albanischen Meister »Skënderbeu« aus Korça herausfordern könnten …

Zeit Online mit schöner Fotoreportage

11. Dezember 2013

Auszüge aus dem neuen Buch »Life After Zog and other Stories« der italienischen Fotografin Chiara Tocci:
>> Weite Landschaften, Blutfehden und Aluminiumdosen

Ungesehene Sehenswürdigkeiten: Ad Quintum

9. November 2013

Albanien hat einige Sehenswürdigkeiten, die noch nicht Eingang in die Reiseführer gefunden haben. Zum Teil sind sie abgelgen, nicht erschlossen. Andere werden aber einfach ignoriert. Sie sind zwar nicht international hervorstehende Kulturgüter, aber doch interessant. Zumeist fehlt auch jegliche Dokumentation vor Ort.

»Ad Quintum« ist so ein vergessner Ort, wo unbegreiflich ist, weshalb er so übergangen wird. Die Ruinen dieser römischen Pferdewechselstation sind nämlich nicht nur gut erhalten, sondern auch einfach zugänglich, gleich bei einer Hauptstrasse unweit von Elbasan.

Zu sehen sind schöne Mauerresten, die sich an einer Terrasse entlang ziehen. Daneben die Reste eines römischen Bads. Nicht besonders gross, aber doch einen Halt wert. Hier rasteten vor 2000 Jahren die Reisenden, die auf der Via Egnatia unterwegs waren – der wichtigen Verbindung zwischen Rom und Konstantinopel. Es wurden Pferde gewechselt und Entspannung bei einem Bad gesucht.

Zur Zeit gibt es nichteinmal ein Hinweisschild, wie sie sonst bei vielen weniger sehenswerten Ruinen die Touristen von der Hauptstrasse wegzuleiten versuchen. Auch bei den antiken Fundstätte ist nichts angeschrieben. Immerhin hatte jemand kurz zuvor Gestrüpp weggeschnitten, damit die Sehenswürdigkeit nicht hinter wucherndem Grün verschwindet, aber leider noch nicht weggebracht.

Der Ort würde sich sehr gut eignen für ein kleines Museum und Informationszentrum über die Via Egnatia. Ein paar Schautafeln und Erläuterungen zu den Ausgrabungen und der antiken Via Egnatia würden schon reichen, um aus diesen Ruinen eine grosse Sehenswürdigkeit zu machen.

»Ad Qintum« ist auch ganz einfach zu erreichen: Von Elbasan komment nimmt man bei Bradashesh, wo das grosse Industriewerk »Stahl der Partei« vor sich hinrostet, nicht die Strasse nach Tirana, sondern zweigt gleich hinter der Eisenbahn links (nach Westen) auf die alte Landstrasse ab. Dieser folgt man für ca. anderthalb Kilometer, bis zur Autobahnbrücke. Hier parkieren und am Bach entlang den Hügel 50 Meter hoch, den Bach überqueren und schon steht man inmitten der Ruinen.

Weg damit

20. Oktober 2013

Während meiner letzten Albanienreise habe ich einige selten besuchte Sehenswürdigkeiten angefahren. An einem Ort lagen grosse Haufen von Ästen herum: Grünzeug, das offenbar soeben dort weggeschnitten worden war, damit die antiken Mauern nicht ganz von wuchernden Büschen verdeckt werden. An einem anderen Ort zeigten mir Arbeiter stolz, was sie gerade alles für den Unterhalt der Anlage getan haben: Wege instand gestellt und durch die Büsche hindurch freigeschnitten.

Langsam scheinen sich auch in Albanien immer mehr bewusst zu werden, dass es nicht reicht, Sehenswürdigkeiten in Listen aufzuführen, sondern dass man sie auch zugänglich machen muss. Bessere Strassen und Beschilderungen gehören auch dazu, wie positiv vermerkt werden kann.

Der Reiz der Sehenswürdigkeiten wird aber oft durch den in Albanien allgegenwärtigen Müll getrübt, wie das Bild unten zeigt. Zum Glück gibt es auch in Albanien Leute, die das betrübt und etwas dagegen tun. Zum Beispiel die »Beschützer des Kap Rodon«, die schon seit einem Weilchen mit Freiwilligen Müll an der Küste rund ums Kap einsammeln. Oder die Freiwilligen, die dieses Wochenende die Burg von Borsh an der Albanischen Riviera von Müll, Geröll und Büschen befreit haben – >> Bilder der Aktion.

Es ist schön zu sehen, dass auch den weniger bekannten und kleineren Kultur- und Naturschönheiten immer mehr Sorge getragen wird.

Vom Meer angetriebene Plastikflaschen bei der Skanderbeg-Burg am Kap Rodon nördlich von Durrës

Vom Meer angetriebene Plastikflaschen und dergleichen bei der Skanderbeg-Burg am Kap Rodon nördlich von Durrës

Hitzig im Stadion, freudvoll danach

12. Oktober 2013

Auch wenn Xherdan Shaqiri während des Spiels bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen wurde, danach war er wieder der gefragte Mann.

Die Schweizer – mehr als 700 Fans sind mit der Nati nach Albanien gereist – konnten im Stadion und danach bei sommerlichen Temperaturen in den viele Bars der Stadt lange feiern.

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Sportliche Freude

29. September 2013

Die albanischen Fussballer haben es wohl verpasst, sich für die Weltmeisterschaften zu qualifizieren. Trotzdem gibt es gute Neuigkeiten vom albanischen Spitzensport. Die Albaner haben einen neuen Helden: Denn der junge albanische Radsportler Iltjan Nika fuhr gestern (fast) allen davon. Bei der laufenden Strassenradweltmeisterschaften holte der 18-Jährige Bronze im Rennen der Junioren. Nach 140 Kilometer war im Sprint der Verfolger hinter dem Sieger Mathieu van der Poel nur der Däne Mads Pedersen schneller.

Iltjan Nika gehörte nicht zu den Favoriten – vielleicht profitierte er aber davon, dass die Weltmeisterschaft in Florenz für ihn schon fast ein Heimspiel war. Der Albaner lebt nämlich im Süden der Toskana in Manciano. Als kleines Kind von Puka in Nordalbanien ausgewandert, fand Iltjan in Italien eine neue Heimat. Wie viele Albaner träumte er lange davon, als Fussballer berühmt zu werden. Bis er vor einigen Jahren eher zufällig auf ein Rennrad stieg und von einem neuen Virus gepackt wurde.

In Albanien wird sein Sieg gross gefeiert. Denn zum ersten Mal überhaupt hat ein Albaner an einer Strassen-Weltmeisterschaft eine Medaille gewonnen. In Albanien hat der Radsport einen schweren Stand. In Iltjan Nika und sein Team junger Fahrer, das im itaienischen Exil aufgebaut wurde, wird aber grosse Hoffnungen gesetzt.

Iltjan Nika 2012 (Foto Facebook)

Iltjan Nika 2012 (Foto Facebook)