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Die Tradition der albanischen Mannfrauen

1. September 2010

>> Über die Fotodokumentation von Pepa Hristova

(interessanter Link mit schönen Fotos und TV-Beitrag über die Sworn Virgins)

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»In Albanien ist es auch nicht schlimmer als hier«

21. August 2010

Die Weltwirtschaftskrise macht sich in Albanien insbesondere dadurch bemerkbar, dass weniger Geld von Emigranten ins Land fliesst. Gerade die billigen albanischen Arbeitskräfte in Griechenland kriegen das zu spüren.  Der Spiegel zitiert in seiner neuen Ausgabe einen Albaner:

[Der Wirt] Sakis hält noch durch, ab und an ist ein Tisch bei ihm besetzt. »Eigentlich gibt es hier keine Arbeit mehr für mich«, sagt seine albanische Hilfskraft, die sich in Griechenland Eleni nennt. »Viele meiner Landsleute gehen zurück nach Albanien, da ist es auch nicht schlimmer als hier. Mal sehen, wann ich fahren muss.«

Weniger schlimm trifft es wohl die Griechen und Albaner, die mit ausländischen Touristen zu tun haben. Dieser Wirtschaftszweig scheint noch einigermassen zu funktionieren. Ein Albaner aus Durrës berichtete mir diesen Sommer auf Santorini ganz überzeugt, dass dort im Sommer mehr Albaner als Griechen leben. Im Winter, wenn keine Touristen mehr kommen, fährt der Oberkellner dann zurück nach Albanien und erholt sich von seiner fast pausenlosen Tätigkeit an meist sieben Tagen die Woche.

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Hütchenspielerkurse und Haarefärben

15. August 2010

Noch immer scheinen Reisen nach Albanien vielen Mitmenschen einem Himmelsfahrtkommando gleichzukommen. Die Journalistin Grit Warnat hat dies in ihrem Reisebericht »Ein Land will raus aus dem Bunker« in der Magdeburger Zeitung Volksstimme sehr treffend in Worte gefasst:

Doch das Bild von den Schuften und Gaunern muss wirklich tief sitzen. Ungläubiges Kopfschütteln bei Bekannten, Verwandten, Kollegen, als ich verriet: In meinem Urlaub geht’s nach Albanien. Zu Hütchenspielerkursen wurde mir da geraten und zum Haarefärben. Lieber dunkel als auffallend blond – der Überfälle und der Entführungen wegen. Einige haben mich aufmunternd gedrückt, weil sie wohl befürchteten, dass ich Deutschland nie mehr wiedersehen werde. So muss es sein, wenn man als Kriegsberichterstatter nach Afghanistan fährt oder über mafiöse Strukturen in Sizilien berichten will. Ich aber bin nur in meinen Urlaub geflogen.

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NZZ: Kleine Hommage an Tirana

6. August 2010

Noch etwas schlaftrunken holte ich heute Morgen die NZZ aus dem Briefkasten. Nicht schlecht staunte ich, als ich ein grosses Bild von Tirana auf der Titelseite entdeckte. Fast eine ganze Seite wird dem Wandel und den Farben der albanischen Hauptstadt gewidmet.

Nicht ganz passend empfinde ich die Bildauswahl auf der Titelseite, wo von vielen Farben, Bäumen und verschwundener Trostlosigkeit die Rede ist. Das eher trostlose Bild passt hingegen eher zur grauen Morgenstimmung beim Briefkasten, wo die letzten Regentropfen von den Bäumen fielen und sich die Sonne einen Weg durch die Wolken zu bahnen versuchte, als zu dieser Bildlegende.

>> Tiranas ungestüme Erneuerung

Neue Zürcher Zeitung vom 6. August 2010

Neue Zürcher Zeitung vom 6. August 2010

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Zuerst Asphalt, dann das World Wide Web

3. August 2010

Strassen, die die Welt bedeuten …

Heute morgen am Radio diskutierten sie darüber, wie die Welt in zehn Jahren aussehen könnte. Ich habe mir da überlegt, wie die Welt vor zehn Jahren ausgesehen hat – wie Albanien vor zehn Jahren ausgesehen hat – wie Albanien in zehn Jahren aussehen könnte. Mein Bild von der albanischen Zukunft möchte ich euch ersparen. Aber bei diesen Gedankenspielen ist mir aufgefallen, dass sich auch aktuell in Albanien einiges ändert.

Strassen, die die Welt bedeuten – die neu asphaltierten Strassen führen in Albanien zu tiefgreifenden Veränderungen. Zwar dauert es meist einige Jahre länger als versprochen, bis die zuvor erbärmlichen Feldwege, die bis anhin die einzige Verbindung mit dem Rest der Welt darstellten, nach und nach asphaltiert werden. Wenn es dann aber so weit ist und neue ländliche Gebiete plötzlich erreichbar sind, verändert sich das Leben dort rasch. Es werden neue Häuser gebaut, es entstehen neue Geschäfte und es gibt neues Leben.

Schön beobachten konnte ich das in den letzten Jahren in den Albanischen Alpen. Als ich dort vor ein paar Jahren zum ersten Mal unterwegs war, war Reisen eine mühsame Sache. Zwar kam ab und zu ein Bus vorbei, aber man reduzierte die Fahrten auf das notwendige Minimum. Entsprechend dürftig war zum Beispiel auch das Warenangebot.
Seitdem aber mehr und mehr Kilometer Strasse asphaltiert sind, verändert sich  auch das Dorfleben in den Bergen rasant. Nicht nur ist die Aussenwelt schneller erreichbar und man fährt mal schnell irgendwo hin. Nein, auch die Aussenwelt kommt einfacher in die Berge: Touristen sind unterwegs, aber auch Albaner auf Ausflügen. Überall wird gebaut, das Angebot in den Kneipen, die meist auch als Kleinstladen dienen, steigt. Und viele Waren werden auf den immer häufigeren Reisen aus der Stadt mitgebracht.

Noch vor vier Jahren gab es in den Bergen kaum Mobiltelefone. Es gab keinen Empfang – zumindest nicht ohne weitere technische Hilfsmittel. Zwischenzeitlich wurden neue Antennen errichtet und auch das Festnetz erreicht allmählich die Berge. Und so kam es, dass ich vor ein paar Wochen die ersten Bekannten aus den Bergen auf Facebook traf. Nein, nicht solche, die in Shkodra in einem Internetcafé sitzen. Jetzt gibt es tatsächlich auch Internet in den abgelegenen Bergdörfern.

Bald wird also auch das ländliche Albanien teil der virtuellen Welt sein – das World Wide Web wird dann auch in den albanischen Bergne zum Alltag gehören.

Die Strassen haben aber auch ihre ganz handfesten Nachteile: Der frische Asphalt verleitet zu schnellem Fahren, was so manchen zusätzlichen Unfall zur Folge hatte. Und den Holzfällern wird das illegale Zerstören der Bergwäldern noch einfacher gemacht.

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Wappenkunde mangelhaft

23. Juli 2010

Irgendwann in diesem Frühling fuhren wir vom Flughafen ins Zentrum von Tirana. Mit im Auto eine gute Freundin aus der Schweiz auf ihrem ersten Besuch in Albanien. Plötzlich schauten wir alle ganz verdattert auf das Auto vor uns. Nicht das Schweizer Nummernschild erregte unsere Aufmerksamkeit, sondern ein paar kleine Details darauf, die irgendwie nicht ganz passten.

Gefälschtes Schweizer Autokennzeichen in Tirana

Tirana, rruga Durrësit: gefälschtes Schweizer Autokennzeichen

Viele Fahrzeuge in Albanien verkehren noch lange nach dem Import mit ausländischen Nummernschildern. Die unstimmige Kombination von Buchstaben und Wappen bei diesem Wagen fällt natürlich jedem Schweizer sogleich auf.

Dass in Albanien Autos mit gefälschten Schweizer Autokennzeichen herumkurven, hat jetzt auch die grösste Schweizer Tageszeitung »20 Minuten« zum Thema gemacht: Nummernschilder made in Albania. Dass die Zeitung die Geschichte gestern als Titelstory brachte, hört sich aber nach schlimmen Sommerloch an.

Die Erklärung für die falschen Autoschilder liegt natürlich weniger in der Beliebtheit der Schweiz in Albanien, wie das mein Kollege Rolf Alther gegenüber der Zeitung erklärte. Vielmehr versuchen wohl die Besitzer dieser Wagen, in Albanien Steuern und Zölle zu sparen. Gefälscht sind vermutlich auch die dazugehörigen »Wagenpapiere«. Vielleicht sind Schweizer Papiere besonders gut zu fälschen oder bei den albanischen Polizisten einfach sehr unbekannt.

Jedenfalls scheint es in letzter Zeit eine Häufung dieser gefälschten Zeichen zu geben. Früher berichtete niemand von gefälschten Schweizer Autokennzeichen. Abgesehen davon, dass die Schrift nicht ganz mit dem Original übereinstimmt, hier noch eine Übersicht der richtigen Kantonswappen und Kürzeln für alle Fälscher und nach Fälschung suchenden Polizisten in Albanien: Schweizer Autokennzeichen

Gefälschtes Schweizer Autokennzeichen in Tirana

Tirana, rruga Durrësit: gefälschtes Schweizer Autokennzeichen

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Wie baue ich eine Pipeline?

13. Juli 2010

Pipelines sind zur Zeit in in Europa. In der Ostsee wird eine gebaut und auch durch die Adria soll eine Gasleitung führen, die Erdgas aus der Region vom Kaspischen Meer nach Italien bringen soll. »TAP« heisst dieses Projekt, das in Südalbanien geplant wird: Trans-Adriatic-Pipeline. »AMBO«-Pipieline (»Albania-Macedonia-Bulgaria-Oil«) ist der Name des zweiten Projekts, das Erdöl vom Schwarzen Meer nach Vlora pumpen soll.

Wie man so eine Pipeline baut? Natürlich habe ich keine Ahnung. Aber nette Eindrücke von diesem Gewerbe gewinnt man, wen man die unten aufgeführten Bilder von der Website von »TAP« anschaut. Feldstecher scheinen wichtig zu sein auf den vielen Ausflügen durch die Landschaft, Karten noch mehr. Man braucht ein paar freundlich dreinschauende junge Westeuropäer mit Notizbüchern und ein paar reifere Amerikaner. Hände schütteln und lächeln scheint auch wichtig zu sein. Nicht vergessen: Rücksicht nehmen auf die Natur. Nur auf einem Bild scheint noch etwas Konfusion zu herrschen: fünf Leute in Besprechung, die aber alle in verschiedene Richtungen schauen. Immerhin spricht man den Albanern noch Kompetenz zu, wenn es um die lokale Fauna und Flora geht – ansonsten sind aber nur Ausländer als Fachpersonen gefragt.

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Albanisch? S’ka problem!

17. Juni 2010

Blog eines Österreichers, der sich aufmacht, Albanisch zu lernen:
>> albanisches.blogspot.com

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