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Wenn die Luftwaffe Drogen transportiert

2. Februar 2015

Die Überraschung war gross, als letzter Dienstag in Südspanien ein abgestürzter Hubschrauber gefunden wurde. Pilot und Co-Pilot starben beim Unfall, nachdem sie bei ihrem nächtlichen Flug mit einem Strommasten kollidiert waren. Die beiden hatten eine Ladung von fast einer Tonne Haschisch – vermutlich aus Marokko – nach Europa geflogen.

Beim Piloten handelt es sich um einen Instruktor der albanischen Luftwaffe. Die Untersuchungsbehörden fahnden jetzt nach den Auftraggebern. Hat der Major die Hintermänner bei einer Ausbildung im November in Grossbritannien kennengelernt? Oder steckt sein Schwager dahinter, der schon wegen Drogendelikten in der Schweiz und Italien im Gefängnis sass?

Somit gerät wieder einmal eine Institution ins Wanken: Im Sommer war aufgeflogen, dass sich ein Mitarbeiter der Nationalbank Albaniens jahrelang in den Tresoren bedient hatte. Jetzt ist es ein erfahrener Major der Luftwaffe, der sich als Drogenkurier einen Zusatzverdienst verschaffen wollte. Trotz Nato-Mitgliedschaft: Albaniens Militär hat noch einen weiten Weg zu gehen, um wieder als Autorität für Ruhe und Sicherheit im Land gelten zu können.

Wiener Philharmoniker: albanische Neujahrs­grüsse

3. Januar 2015

Shkёlzen Doli, Zweite Violine im Orchester der Wiener Philharmoniker, übermittelte der Welt einen besonderen Neujahrsgruss: Der in 92 Ländern ausgestrahlte Pausenfilm des Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker begann mit einem albanischen Stück, für das der albanische Geiger Doli verantwortlich zeigte.

Der Pausenfilm, bei dem acht Musiker der Philharmonie mitwirkten, widmete sich der »Wiener Ringstrasse«, die 2015 ihr 150. Jubiläum feiert. Auf das vierminütige Stück »Albanian Soul« folgten Werke von Mozart, Debussy und Strauss.

Kleiner Eifelturm im Kleinen Paris

22. Dezember 2014

Erst vor Kurzem wurde hier berichtet, dass Albanien sich zum Spielpatz für Architekten entwickelt. Ein neuer Bau setzt der ganzen Spielerei noch eins obendrauf: Das Architekturbüro »Bolles+Wilson« aus Münster hat in Korça für zweieinhalb Millionen Euro einen 34 Meter hohen Aussichtsturm gebaut.

In Korça – aufgrund seiner »französischen« Vergangenheit und seines speziellen Flairs auch »Kleines Paris« genannt – wird zur Zeit an einer »Wiedergeburt« der Stadt gearbeitet: Viel Geld wird investiert, um wichtige Plätze und Strassenzüge zu erneuern, aufzufrischen und die Stadt lebenswerter zu machen. Das das Prinzip der »farbigen Häuser« für Albanien funktioniert, hat Edi Rama ja schon in Tirana bewiesen. Dieser Tage besuchte er Korça und zeigte sich sichtlich begeistert über den neuen Turm.

Aussicht gibt es in Korça ja eigentlich schon ohne Turm genügend: Ein schönes Panorama geniesst man vom Partisanenfriedhof, der sich über ein paar Treppen am Stadtrand erklimmen lässt. Wer noch mehr will, kann mit dem Auto weit den Berg hochfahren. Hoffenm wir, dass der Aussichtsturm wirklich Symbol für gute Aussichten wird – nicht nur das Panorama sollte überzeugen, hoffentlich stehen auch die Aussichten für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt und des Landes gut. Auf Glatteis begehen wollte sich Rama jedenfalls nicht: Die am Fusse des Turms erstellte Eisbahn benutzte er nicht.

Auch der richtige Eifelturm im grossen Paris erntete zu Beginn vor allem Kritik. Vielleicht wird der neue »nutzlose« Aussichtsturm im »Kleinen Paris« ja mit der Zeit auch noch überzeugen. So oder so: Korça und Region sind durchaus einen Besuch wert, nicht (nur) wegen des Turms.

Ein paar Bilder von Facebook:

Korça mit neuem Aussichtsturm und Weihnachtsdekoration

Korça – neuer Aussichtsturm

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Live from Albania

7. Dezember 2014

Immer mehr Italiener zieht es auf die andere Seite der Adria. Neben 46,000 Albanern, die aus dem »Bel Paese« in ihre Heimat zurückgekehrt sind, leben jetzt auch 19,000 Italiener in Albanien – so zumindest die Angaben der albanischen Regierung. Auch 400 italienische Firmen sollen in Albanien aktiv sein. Und immer öfter geht es dabei nicht um günstige Produktion von Schuhen oder Kleidern oder Investitionen in den albanischen Detailhandel, sondern um Dienstleistungen für Italiener: 50 Call Center gibt es in Albanien, die vor allem für italienische Firmen arbeiten, darunter auch die »Swisscom«-Tochter »Fastweb«.

Neuerdings gibt es auch italienisches Fernsehen, das in Albanien produziert wird. Der Sender »Agon Channel« hat anfangs Dezember seine italienisches Programm gestartet – auf Albanisch wird schon länger gesendet. Weil die Einnahmen aus der Werbung im krisengeplagten Italien drastisch zurückgegangen sind, musste nach Kosteneinsparmöglichkeiten gesucht werden. In Albanien lässt sich billiger produzieren, trotz überdurchschnittlicher Löhne und zahlreicher italienischer Stars, die engagiert wurden. Rund 500 Personen sollen in Tirana für den neuen Fernsehkanal tätig sein.

Jahrelang hat italienisches Fernsehen die weite Welt in die albanischen Wohnzimmer gebracht. Die halbe Nation hat so Italienisch gelernt. Der schnelle Wandel ist erstaunlich: Jetzt wird andersrum über die Adria gesendet. Es ist nicht mehr der Osten, der TV-Programme aus dem Westen schaut, sondern der Westen, der mit Billigproduktionen aus dem Osten gefüttert wird.

Agon Channel Italia – Screenshot

Agon Channel Italia – Screenshot

Nicole Kidman, die Teil der Eröffnungsshow war, hat den Weg nach Tirana zwar nicht geschafft. Aber viel TV-Prominenz und viele TV-Sternchen aus Italien sind fixer Teil des in Tirana produzierten Programms.

Hinter dem Projekt steckt der italienische Geschäftsmann Francesco Becchetti, Fussball-Experten bekannt als neuer Besitzer des Londoner Drittliga-Vereins »Leyton Orient«. Sein Vermögen soll Becchetti mit Abfallentsorgung und Recycling gemacht haben. In die Fernsehstudios in Tirana des neuen Senders will er 40 Millionen Euro investiert haben.

Für Italien ist es wohl kein besonders gutes Zeichen, wenn immer mehr Dienstleistungen über die Adria abwandern. Für Albanien ist es aber sicher sehr gut, wenn dort mehr investiert wird und nicht nur Migranten von dort exportiert werden. Gerade ein Projekt wie dieses, das viel Aufmerksamkeit erregt, dürfte wohl andere auch dazu ermuntern, neue Wege zu gehen. Albanien kann auch Qualitätsdienstleistungen liefern.

Willkommen im Bunker

23. November 2014

Dass Albanien voll von Bunkern ist, hat Ausländer schon immer fasziniert. Während die kleinen, übers ganze Land verstreuten Bunker immer mehr aus dem Blickfeld verschwinden, rücken langsam die unterirdischen Bunkeranlagen ans Tageslicht – wie in der Schweiz.

Zwar hat Albanien noch immer das touristische Potential seiner Bunker- und Militäranlagen nicht wirklich erkannt, man scheint immer noch einen gewissen Wert in den Anlagen zu sehen und die Paranoia ist noch nicht komplett Vergangenheit. Aber Schrittchen für Schrittchen werden einzelne Anlagen jetzt unter der Regierung Rama doch zugänglich gemacht. Von Sazan haben wir erst gerade berichtet, in Gjirokastra soll es mit den grossen Kavernen auch vorwärts gehen und jetzt ist noch Hoxhas Generalstabsbunker bei Tirana geöffnet worden.

Bunk’Art

In den 70er Jahren wurde am Fusse des Dajti-Berges eine riesige Kavernenanlage gegraben, fünfstöckig mit über 100 Räumen. Gestern wurde der Bunker für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, als Museum eröffnet. Mit der Kunstausstellung »Bunk’Art« wird dem 70. Jahrestag der Befreiung Albaniens gedacht. Die Besucher können nicht nur zahlreiche Räume der Anlage besichtigen inklusive Envers Schlafzimmer. Das Museum zeigt auch viele militärische Gegenstände aus der Zeit, und vor dem Eingang sind diverse alte Fahrzeuge ausgestellt wie eine Luxuskarrosse, die Enver einst von Stalin geschenkt bekommen hatte.

Leider scheint das Museum nur bis Ende Jahr geöffnet zu sein. Wir würden informieren, sollte sich hier was ändern. Die Bilder bleiben zumindest erhalten:

Noch viel Potential

Und besonders freuen würden wir uns, wenn dann irgendwann auch die Flugzeugkavernen mit alten MiGs, U-Bootkavernen und andere Grossbunker besichtigt werden können …

Kruja und noch etwas weiter hoch

15. November 2014

Ein Beitrag für die Reihe »Ungesehene Sehenswürdigkeiten«, wobei diese Sehenswürdigkeit zwar häufig von Fernem gesehen, aber doch selten besucht wird.

Wer in Kruja den Blick über die Felsen oberhalb der Stadt schweifen lässt, erkennt ganz oben auf dem Berg ein Haus. Manch einer wird wohl verwundert sein, dass man da überhaupt hochkommt, die Felsen scheinen so steil zu sein. Es gibt aber einen ordentlichen Weg durch die Wand hoch – und auch ein Strässchen, das von hinten hinaufführt und heute auch asphaltiert sein soll. So kommen auch weniger ambitionierte Wanderer da hoch und können die sensationelle Aussicht über die Küstenebene geniessen. Zur Erfrischung gibt es ein, zwei kleine Ausflugslokale.

Und dann ist da noch das Bektaschi-Heiligtum »Sari Salltik«. In einer Grotte gerade unterhalb des Gipfelgrats liegen versteckt ein paar Gräber. Das Panorama ist sicherlich die grössere Sehenswürdigkeit auf dem Kruja-Berg – aber zusammen mit dem alten Grab des Heiligen Sari Saltuk ein Grund mehr, den strapaziäösen Aufstieg über sicherlich Fünfhundert Höhenmeter aufsichzunehmen.

Kruja von oben

Kruja von oben

Ist schon über sieben Jahre her, dass ich da oben war. Und noch immer habe ich es noch nicht geschafft, ordentlich darüber zu berichten – oder wieder hochzusteigen. Ich kann es aber jedem ans Herz legen, vor allem, wenn es nicht allzu dunstig ist über der Ebene von Tirana und man mit einer Rundsicht vom Tomor (ein anderes Bektaschi-Heiligtum) bis nach Montenegro belohnt wird.

Zum Glück gibt es ja noch andere, die im Internet von ihren Erlebnissen berichten:

>> akihart: Bektaschi-Heiligtum in Kruja

Spielplatz für Architekten

8. Oktober 2014

Dem Vorbild des Ex-Künstlers, Ex-Bürgermeisters und Ministerpräsidenten Edi Rama folgend, ist in Albanien eine verspielte und vielfältige Architektur entstanden. Alles ist möglich, alles ist erlaubt: Höhe, Materialien, vor allem viel Farbe, Formen auch mit viel Schrägen und Rundungen, Einflüsse von antik über Hundertwasser bis super-modern. Hauptsache auffallen!

Angezogen von diesen grenzenlosen Möglichkeiten, einem grossen Nachholbedarf und vielen Wettbewerben entwickelte sich Albanien auch zu einem Jekami: Zahlreiche renommierte internationale Architekten haben den Weg nach Tirana gefunden, der Verlockung, mal etwas ganz Neues ausprobieren zu können, folgend. Viele Projekte wurden am Schluss Opfer politischer Streitereien und leerer Budgetöpfe, wie zum Beispiel das Projekt für ein neues Parlament der österreichischen Architekten »Coop Himmelb(l)au«.

Andere Projekte werden realisiert. Immer höhere Hochhäuser werden in Tirana gebaut – es entsteht nicht nur eine Skyline, sondern auch eindrücklich vielfältige Architektur, wie sie die Welt noch kaum gesehen hat. Dazu gehören der leider immer noch im Bau befindliche »TID Tower« wenig östlich vom Skanderbegplatz mit 25 sich nach unten verjüngenden Stockwerken und das »ABA Business Center« unweit des Stadions, das sich schön abhebt von der farblosen Einheitsarchitektur ähnlicher Bürohochhäuser weltweit.

Neu gesellt sich das in kurzer Zeit vollendete Wohnhaus des amerikanischen Architekten Daniel Libeskind dazu, das Teil eines von ihm geplanten neuen Stadtteils ist.

Rezidenca Libeskind

Rezidenca Libeskind

Der Amerikaner fand in Tirana einen Platz sich auszutoben und zu verwirklichen. Die »Rezidenca Libeskind« ist wohl mal einen Abstecher wert, wenn man im Westen der Stadt unterwegs ist. Und vielleicht werden Ihnen noch andere dorthin folgen: Wenn noch mehr solche Projekte realisiert werden, wird Tirana bald eine neue Pflicht-Destination für Liebhaber moderner Architektur und Studenten dieses Fachs. Wir sind gespannt, wie es weitergeht.

Nasse Füsse

4. Oktober 2014

Baum im See

 

Eigentlich gibt es hier noch ein kleines Inselchen dazu. Aber wenn es regnet, werden in Albanien schnell mal weite Flächen überflutet. Bei diesem Reservoir nicht allzu weit entfernt von Korça hat der angestiegene Wasserpegel aber keine Schäden verursacht. Wenige Stunden später war die Insel wieder da.