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Impressions from Tirana

16. April 2015

Habe einen alten Film gefunden – ein paar Szenen aus Tirana im Jahr 2004.

Kaum zu glauben, wie sich die Stadt in den letzten zehn Jahren wieder verändert hat.

Neuerlicher Fussballfahnenzwischenfall

22. März 2015

Die albanische Fussballliga ist ja nicht allzu hochstehend – so sind es meistens negative Schlagzeilen, die die Runde machen. Die heutige Geschichte gehört aber mehr in die Abteilung »skuril«:

Heute spielten in Fier »Apolonia« gegen »Tirana«. In der 22. Minute soll Tirana einen Penalty schiessen, als ein Fan mit Albanien-Fahne das Spielfeld betritt und sich vor dem Tor aufstellt. Noch bevor der gemächlich antrabende Polizist eingreifen kann, entreisst von hinten der serbische Torhüter von »Apolonia« dem Störefried die Albanienfahne.

Die Szene erinnert an die Ereignisse in Belgard vom letzten Oktober. Die Sitution beruhigt sich aber rasch wieder. Ein Mannschaftskollege nimmt dem Torwart – vermutlich mit ein paar bissigen Kommentaren – die Fahne wieder ab, der Polizist führt den Zuschauer vom Platz. Noch ein paar Diskussionen zwischen den Spielern, dann könnte das Spiel weitergehen. Der Trainer entscheidet sich aber, den Torwart auszuwechseln. Tirana gewinnt das Spiel am Schluss 0:2.

Vilson Caković, der serbische Torhüter von »Apolonia«, spielt seit 2013 in Albanien. Der 24-jährige ist langjähriger Torhüter der serbischen U-Nationalmannschaften. Zur Zeit spielen bei mehreren albanischen Clubs serbische Söldner.

Lapidari: In Beton gegossene Ideologie

8. März 2015

Während des Kommunismus wurden im ganzen Land verstreut Denkmäler errichtet – schon fast wie die Bunker. Die meisten dieser Denkmäler gedachten dem Partisanenkampf im Zweiten Weltkrieg und halfen, die nationalen Ideologie des kommunistischen Regimes in die hintersten Ecken des Landes zu verbreiten. Denn zu finden sind sie noch heute überall: oft am Strassenrand in der Landschaft, an zentralen Plätzen von Städten, in kleinen Dörfern oder auch an schwierig zu erreichenden Orten. Eine gewisse Ähnlichkeit weist meist der Stil der Bauten auf: viel Beton, klare Linien, oft an Obeliske erinnernd, aber häufig auch viel, viel grösser.

Die Albaner haben bis heute die Jahre des Kommunismus nicht aufgearbeitet. Auch ihr Verhältnis zu diesen »Lapidare« genannten Denkmälern ist zwiespältig. Denn trotz des nationalen Bezugs wird gerne ausgeblendet, was mit den Kommunisten im Zusammenhang steht. Nur an wenige Orten wird gelegentlich noch der Helden oder Ereignisse von damals gedacht. Und auch das Verhältnis zu den Gegnern von damals – Italiener und Deutsche – hat sich grundlegend geändert.

Und so kommt es, dass viele der Denkmäler in Vergessenheit geraten sind. Viele wurden auch zerstört oder beschädigt, verfielen, wurden übermalt oder verschwanden hinter Neubauten.

Kein Wunder, dass der Impuls zur Erinnerung an die Lapidare aus dem Ausland kam. Das Produkt traf diese Woche bei mir in der Post ein: Drei umfangreiche Bücher. Eine kleine Gruppe, getrieben von ein paar »verrückten« Ausländern, hatte sich auf den Weg gemacht, alle Lapidare zu suchen, zu dokumentieren, zu fotografieren. Entstanden ist ein umfangreiches Werk mit vielen Fotos, Tabellen, aber auch weiterführenden Texten zum Hintergrund der Monumente.

Die Autoren verstehen dieses »Lexikon der Monumente« zwar nur als Basis für ausführlichere Untersuchungen. Aber sicher mal nicht schlecht, dass sich jemand dieses Themas angenommen hat, bevor noch mehr Lapidare verschwinden. Vermutlich wird wohl niemand so schnell wieder mehr als 7500 Kilometer durch Albanien fahren und allen 657 Lapidaren – und noch ein paar fehlenden – nachjagen.

Die Bücher können auch im Internet heruntergeladen werden.

Wenn die Luftwaffe Drogen transportiert

2. Februar 2015

Die Überraschung war gross, als letzter Dienstag in Südspanien ein abgestürzter Hubschrauber gefunden wurde. Pilot und Co-Pilot starben beim Unfall, nachdem sie bei ihrem nächtlichen Flug mit einem Strommasten kollidiert waren. Die beiden hatten eine Ladung von fast einer Tonne Haschisch – vermutlich aus Marokko – nach Europa geflogen.

Beim Piloten handelt es sich um einen Instruktor der albanischen Luftwaffe. Die Untersuchungsbehörden fahnden jetzt nach den Auftraggebern. Hat der Major die Hintermänner bei einer Ausbildung im November in Grossbritannien kennengelernt? Oder steckt sein Schwager dahinter, der schon wegen Drogendelikten in der Schweiz und Italien im Gefängnis sass?

Somit gerät wieder einmal eine Institution ins Wanken: Im Sommer war aufgeflogen, dass sich ein Mitarbeiter der Nationalbank Albaniens jahrelang in den Tresoren bedient hatte. Jetzt ist es ein erfahrener Major der Luftwaffe, der sich als Drogenkurier einen Zusatzverdienst verschaffen wollte. Trotz Nato-Mitgliedschaft: Albaniens Militär hat noch einen weiten Weg zu gehen, um wieder als Autorität für Ruhe und Sicherheit im Land gelten zu können.

Wiener Philharmoniker: albanische Neujahrs­grüsse

3. Januar 2015

Shkёlzen Doli, Zweite Violine im Orchester der Wiener Philharmoniker, übermittelte der Welt einen besonderen Neujahrsgruss: Der in 92 Ländern ausgestrahlte Pausenfilm des Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker begann mit einem albanischen Stück, für das der albanische Geiger Doli verantwortlich zeigte.

Der Pausenfilm, bei dem acht Musiker der Philharmonie mitwirkten, widmete sich der »Wiener Ringstrasse«, die 2015 ihr 150. Jubiläum feiert. Auf das vierminütige Stück »Albanian Soul« folgten Werke von Mozart, Debussy und Strauss.

Kleiner Eifelturm im Kleinen Paris

22. Dezember 2014

Erst vor Kurzem wurde hier berichtet, dass Albanien sich zum Spielpatz für Architekten entwickelt. Ein neuer Bau setzt der ganzen Spielerei noch eins obendrauf: Das Architekturbüro »Bolles+Wilson« aus Münster hat in Korça für zweieinhalb Millionen Euro einen 34 Meter hohen Aussichtsturm gebaut.

In Korça – aufgrund seiner »französischen« Vergangenheit und seines speziellen Flairs auch »Kleines Paris« genannt – wird zur Zeit an einer »Wiedergeburt« der Stadt gearbeitet: Viel Geld wird investiert, um wichtige Plätze und Strassenzüge zu erneuern, aufzufrischen und die Stadt lebenswerter zu machen. Das das Prinzip der »farbigen Häuser« für Albanien funktioniert, hat Edi Rama ja schon in Tirana bewiesen. Dieser Tage besuchte er Korça und zeigte sich sichtlich begeistert über den neuen Turm.

Aussicht gibt es in Korça ja eigentlich schon ohne Turm genügend: Ein schönes Panorama geniesst man vom Partisanenfriedhof, der sich über ein paar Treppen am Stadtrand erklimmen lässt. Wer noch mehr will, kann mit dem Auto weit den Berg hochfahren. Hoffenm wir, dass der Aussichtsturm wirklich Symbol für gute Aussichten wird – nicht nur das Panorama sollte überzeugen, hoffentlich stehen auch die Aussichten für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt und des Landes gut. Auf Glatteis begehen wollte sich Rama jedenfalls nicht: Die am Fusse des Turms erstellte Eisbahn benutzte er nicht.

Auch der richtige Eifelturm im grossen Paris erntete zu Beginn vor allem Kritik. Vielleicht wird der neue »nutzlose« Aussichtsturm im »Kleinen Paris« ja mit der Zeit auch noch überzeugen. So oder so: Korça und Region sind durchaus einen Besuch wert, nicht (nur) wegen des Turms.

Ein paar Bilder von Facebook:

Korça mit neuem Aussichtsturm und Weihnachtsdekoration

Korça – neuer Aussichtsturm

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Live from Albania

7. Dezember 2014

Immer mehr Italiener zieht es auf die andere Seite der Adria. Neben 46,000 Albanern, die aus dem »Bel Paese« in ihre Heimat zurückgekehrt sind, leben jetzt auch 19,000 Italiener in Albanien – so zumindest die Angaben der albanischen Regierung. Auch 400 italienische Firmen sollen in Albanien aktiv sein. Und immer öfter geht es dabei nicht um günstige Produktion von Schuhen oder Kleidern oder Investitionen in den albanischen Detailhandel, sondern um Dienstleistungen für Italiener: 50 Call Center gibt es in Albanien, die vor allem für italienische Firmen arbeiten, darunter auch die »Swisscom«-Tochter »Fastweb«.

Neuerdings gibt es auch italienisches Fernsehen, das in Albanien produziert wird. Der Sender »Agon Channel« hat anfangs Dezember seine italienisches Programm gestartet – auf Albanisch wird schon länger gesendet. Weil die Einnahmen aus der Werbung im krisengeplagten Italien drastisch zurückgegangen sind, musste nach Kosteneinsparmöglichkeiten gesucht werden. In Albanien lässt sich billiger produzieren, trotz überdurchschnittlicher Löhne und zahlreicher italienischer Stars, die engagiert wurden. Rund 500 Personen sollen in Tirana für den neuen Fernsehkanal tätig sein.

Jahrelang hat italienisches Fernsehen die weite Welt in die albanischen Wohnzimmer gebracht. Die halbe Nation hat so Italienisch gelernt. Der schnelle Wandel ist erstaunlich: Jetzt wird andersrum über die Adria gesendet. Es ist nicht mehr der Osten, der TV-Programme aus dem Westen schaut, sondern der Westen, der mit Billigproduktionen aus dem Osten gefüttert wird.

Agon Channel Italia – Screenshot

Agon Channel Italia – Screenshot

Nicole Kidman, die Teil der Eröffnungsshow war, hat den Weg nach Tirana zwar nicht geschafft. Aber viel TV-Prominenz und viele TV-Sternchen aus Italien sind fixer Teil des in Tirana produzierten Programms.

Hinter dem Projekt steckt der italienische Geschäftsmann Francesco Becchetti, Fussball-Experten bekannt als neuer Besitzer des Londoner Drittliga-Vereins »Leyton Orient«. Sein Vermögen soll Becchetti mit Abfallentsorgung und Recycling gemacht haben. In die Fernsehstudios in Tirana des neuen Senders will er 40 Millionen Euro investiert haben.

Für Italien ist es wohl kein besonders gutes Zeichen, wenn immer mehr Dienstleistungen über die Adria abwandern. Für Albanien ist es aber sicher sehr gut, wenn dort mehr investiert wird und nicht nur Migranten von dort exportiert werden. Gerade ein Projekt wie dieses, das viel Aufmerksamkeit erregt, dürfte wohl andere auch dazu ermuntern, neue Wege zu gehen. Albanien kann auch Qualitätsdienstleistungen liefern.

Willkommen im Bunker

23. November 2014

Dass Albanien voll von Bunkern ist, hat Ausländer schon immer fasziniert. Während die kleinen, übers ganze Land verstreuten Bunker immer mehr aus dem Blickfeld verschwinden, rücken langsam die unterirdischen Bunkeranlagen ans Tageslicht – wie in der Schweiz.

Zwar hat Albanien noch immer das touristische Potential seiner Bunker- und Militäranlagen nicht wirklich erkannt, man scheint immer noch einen gewissen Wert in den Anlagen zu sehen und die Paranoia ist noch nicht komplett Vergangenheit. Aber Schrittchen für Schrittchen werden einzelne Anlagen jetzt unter der Regierung Rama doch zugänglich gemacht. Von Sazan haben wir erst gerade berichtet, in Gjirokastra soll es mit den grossen Kavernen auch vorwärts gehen und jetzt ist noch Hoxhas Generalstabsbunker bei Tirana geöffnet worden.

Bunk’Art

In den 70er Jahren wurde am Fusse des Dajti-Berges eine riesige Kavernenanlage gegraben, fünfstöckig mit über 100 Räumen. Gestern wurde der Bunker für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, als Museum eröffnet. Mit der Kunstausstellung »Bunk’Art« wird dem 70. Jahrestag der Befreiung Albaniens gedacht. Die Besucher können nicht nur zahlreiche Räume der Anlage besichtigen inklusive Envers Schlafzimmer. Das Museum zeigt auch viele militärische Gegenstände aus der Zeit, und vor dem Eingang sind diverse alte Fahrzeuge ausgestellt wie eine Luxuskarrosse, die Enver einst von Stalin geschenkt bekommen hatte.

Leider scheint das Museum nur bis Ende Jahr geöffnet zu sein. Wir würden informieren, sollte sich hier was ändern. Die Bilder bleiben zumindest erhalten:

Noch viel Potential

Und besonders freuen würden wir uns, wenn dann irgendwann auch die Flugzeugkavernen mit alten MiGs, U-Bootkavernen und andere Grossbunker besichtigt werden können …