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Stromausfall oder: von Albanien lernen

26. Februar 2010

Einige deutschsprachige Medien berichteten vorgestern, dass in ganz Albanien nach einem Blitzeinschlag in einem Kraftwerk in Vau-Deja der Strom ausgefallen sei (zum Beispiel stern.de: Albanien nach Blitzeinschlag in Finsternis). Diese Meldung ist grundsätzlich in Frage zu stellen. Stromausfall im ganzen Land mag in Italien oder in den USA für Aufregung sorgen, nicht aber in Albanien, wo das schon fast zum Alltag gehört. Die Albaner wissen mit Stromausfällen zu leben und jeder, der erfolgreich ein Geschäft betreibt, hat auch einen Generator zur Hand, den er in solchen Fällen in Betrieb nehmen kann. Finsternis? in Albanien sicherlich nicht.

Gemäss FT Deutschland hat die halbe Stunde Finsternis (oder Stromausfall ohne Finsternis) aber doch einiges bewirkt – der Autor schreibt: »Nur einen Tag später erklärte die störrische Opposition des Landes, sie werde ihren seit Monaten andauernden Boykott des Parlaments aufgeben.« Weiter erhoft sich der Kolumnenschreiber ein ähnliches Ereignis für Deutschland, in der Hoffnung, das sich was verändern könnte: »Ein kurzfristiger Stromausfall könnte hier Wunder wirken.«
Ganzer Artikel: »Von Albanien lernen«

> News »Sozialisten beenden Boykott«

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Berlusconi hat nichts gegen hübsche Albanerinnen

15. Februar 2010

20 Minuten berichtete gestern von Sali Berishas Besuch bei Silvio Berlusconi in Rom. Der albanische Premier versprach den vollen Einsatz seines Landes gegen Schmuggel über die Adria: Er wolle nicht, dass Kriminelle nach Italien gelangten und er wolle auch nicht, dass Albaner im Meer sterben.  Daraufhin erwiderte Berlusconi in seiner typischen Manier: »Wir machen gerne für einige hübsche Albanerinnen eine Ausnahme.« Nach dem Pressetermin liess er sich laut Pressebericht mit albanischen Journalistinnen fotografieren und erklärte: »Man weiss ja, dass ich Single bin.«

Mal wieder sei ein Lob von Berlusconi missverstanden worden, meint dazu »Die Welt« – kein Wunder, würden doch seit Jahren italienische Kriminelle junge Albanerinnen in den Westen schleusen und dort zur Prostitution zwingen.

Sali Berisha und Silvio Berlusconi – 12. Februar 2010 in Rom

Sali Berisha und Silvio Berlusconi – 12. Februar 2010 in Rom

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Schildkröten im Müll

7. Februar 2010

Dank Yankees Blog wurde ich wieder auf das Thema Schildkröten aufmerksam. Suppenschildkröten (Chelonia mydas) und Karettschildkröten (Caretta caretta) kommen entlang der gesamten albanischen Küste vor – vom Butrint-See bis zur montenegrinischen Grenze. Besonders häufig sind die vom Aussterben bedrohten Meeresbewohner im Drin-Golf und dort insbesondere am Strand von Patok. In diesem Gebiet werden sie zur Zeit auch untersucht, gezählt, markiert und erforscht. Drei Tiere wurden mit GPS-Sendern versehen. Ihre Wanderungen können im Internet verfolgt werden.

Schilkröten in Albanien – Bild: MEDASSET – anklicken für ganze Ansicht

Schilkröten mit GPS-Sendern in Albanien – Bild: MEDASSET – anklicken für ganze Ansicht

Über 245 Tiere wurden seit dem Proektstart im Jahr 2008 gefangen und markiert. Aufgrund dieser Nummer schliessen die Wissenschaftler von MEDASSET darauf, dass die Region von Patok ein wichtiges Gebiet für die Karettschildkröten zur Futtersuche ist. Den über einem Meter gross werdenden Tieren scheint es in Albanien zu gefallen.

Das ist eher überraschend. Denn diese Strände sind stark verschmutzt. Der Müll ist dermassen problematisch, dass die Wissenschaftler ihm sogar eine eigene Untersuchung gewidmet haben. Vor allem der Fluss Ishëm, der die Grossstadtregion Tirana entwässert, führt der Bucht stinkendes Abwasser und Plastik zu. Keine besonders schöne Umgebung für die seltenen Meeresbewohner.

Müll in der Region von Patok – Bild: MEDASSET

Müll in der Region von Patok – Bild: MEDASSET

Wenigstens werden die Meeresschildkröten nicht auch von den lokalen Fischern geplagt. Diese glauben nämlich, es bringe Unglück, Schildkröten zu töten.

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Real ist käuflich

8. Januar 2010

Dass in Albanien alles möglich ist und dieser Blog zu recht seinen Namen trägt, beweisen jüngste Absurditäten aus der Fussballwelt. Der Fussballverein »KS Gramoz Erseka«, der vor zwei Jahren noch in der dritthöchsten Liga spielte und jetzt Tabellenletzter in Albaniens höchster Liga »Kategoria Superiore« ist, hat »Real Madrid«, zur Zeit Tabellenzweiter in der »Primera División«, zu einem Freundschaftsspiel nach Albanien eingeladen.

Möglich gemacht hat dies natürlich nicht das grosse Interesse der Spanier an albanischem Fussball, sondern der stolze »Kaufpreis« von € 2,5 Millionen, die für 90 Minuten Spiel nach Madrid überwiesen werden. Bezahlen kann der Provinz-Fussballclub diesen Betrag natürlich nicht selbst. Der albanische »Ölmagnat« und Fussballfanatiker Rezart Taçi bringt die Summe auf. Taçi hatte im Sommer auf sich aufmerksam gemacht, als er für € 20 Millionen den »FC Bologna« erwerben wollte (aber dann nicht zur Vertragsunterzeichnung erschien). Und im Oktober verkündete er, er hätte Berlusconi angeboten, ihm die »AC Milan« abzukaufen, deren Wert auf rund € 700 Millionen geschätzt wird, was er problemlos bezahlen könne. Reich geworden ist Taçi, der noch vor etwas mehr als zehn Jahren Student in Italien war und als Kelner jobte, durch seine albanische Tankstellenkette »Taçi Oil«.

Schon zwei Mal hat Taçi die »AC Milan«für Freundschaftsspiele nach Albanien gebracht. Das letzte Mal im Mai haben die Weltstars aus Italien nur knapp gewonnen. Die AC Milan hatte aber als Gegner die albanische Nationalmannschaft und einen Spitzenverein aus der Hauptstadt. Jetzt kommt Erseka aus der abgelegensten Provoinz zum Zug. »KS Gramozi Erseka« ist Taçis eigener Verein, den er in kürzester Zeit in die erste Liga gebracht hat, wo sie sich aber zur Zeit nicht zu behaupten vermögen.

Eine Reise ins abgelegene Erseka ist den Spaniern nicht zuzumuten. Das kleine Städtchen in den südalbanischen Bergen ist zu abgelegen und zu sehr »am Ende der Welt«, als dass die Fussballwelt dort vorbeikommen würde. Das kleine Stadion wird einfach »Sportplatz« genannt und wurde anlässlich des Aufstiegs in die erste Liga auf 2000 Sitzp- und 4000 Stehplätze ausgebaut. Das Spiel wird am 20. Januar in Tirana stattfinden und wohl in einer hohen Nierderlage der Albaner enden, auch wenn die grössten Stars nicht auf dem Platz stehen werden.

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Das Ende – Fatos Lubonja über die Wende

7. Januar 2010

Albanien vor der Wende ist für viele ein schwarzes Loch – kaum einer war dort, kaum etwas drang nach Aussen. In einem Interview mit kulturama.org gibt uns Fatos Lubonja einen Einblick, wie er vor 20 Jahren das Ende des Kommunismus wahrgenommen hatte: Die verordnete Wende

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Aufräumen fürs 2010

2. Januar 2010

Zum Jahresstart räum ich mal ein paar Links beiseite, die sich angesammelt haben.

Im »Around the World Blog« wird die Frage «Is Albania A Safe Country For Tourists?« gestellt und sogleich mit einem deutlichen »yes, very safe« beantwortet. Das ist natürlich für alle, die immer wieder mit Vorurteilen gegenüber Albanien zu tun haben, eine erfreuliche Mitteilung. Auch die ersten Eindrücke von Albanien, die Howie, der Autor dieser Beiträge erlebte, sind durchaus positiv: Die Taxifahrer verlangen ohne zu verhandeln weniger vom Flughafen in die Stadt, als im Reiseführer steht, die Leute sind modisch gekleidet, freundlich und hilfsbereit, das Essen ist köstlich (und das sagt einer, der in Rom lebt) und alles ist recht günstig.

Ein weiterer Link, den ich noch erwähnt haben möchte, handelt mal wieder von einer Ausstellung im Hotel Dajti (vgl. auch Wieder Leben im Hotel Dajti). n-ost berichtete unter dem Titel »Der letzte Dominostein« vor einem Monat ausführlich über den »Deutschen Oktober«, eine Reihe von kulturellen Veranstaltungen und Diskussionsrunden organisiert von der deutschen Botschaft in Tirana, die den Mauerfall in Deutschland und das Ende des Kommunismus in Albanien zum Thema hatte.

Mit diesem Lesestoff bewappnet wünsche ich allen einen guten Start ins neue Jahr.

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Albaniens Beitrage für Eurovision 2010

28. Dezember 2009

Am letzten Wochenende hat Albanien seinen Beitrag für den Eurovision Song Contest 2010 bestimmt.

Beim Ausscheidungswettbewerb »Festivali i Këngës« gewann Juliana Pasha mit dem Titel »Nuk mundem pa ty«. Juliana stammt aus Tirana, wo sie 1980 geboren wurde.

>> Weitere Informationen: Eurovision Windmaschine

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Heimwerker aus Deutschland

1. Dezember 2009

Es ist zwar schon ein paar Wochen her, dass die Filiale von Praktiker in Tirana (Kamza) eröffnet hat und Albanien somit jetzt auch über einen richtigen Heimwerker-Baumarkt resp. Do-it-Yourself-Laden (Tregu i materialëve të ndërtimit) verfügt.

Die schönen Bilder von Fiona wollte ich euch natürlich nicht vorenthalten:
>> Fiona’s Blog: Praktiker – the future of DIY in Albania

>> Noch mehr zu Praktiker in Albanien

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