Mit dem Motorrad durch Albanien
Verfasst: Do, 18. Mai 2006, 21:33
Hallo Albanienfreunde,
bin jetzt ja seit ein paar Tagen zurück und muß jetzt endlich mal meinen Bericht loswerden.
Vorweg: wir sind zu zweit mit zwei Motorrädern, zwei unverwüstlichen und robusten BMW R 1100 GS durch Albanien gefahren.
Wir sind von Bari nach Durres mit der Tirrenia, Grenzformalitäten gingen relativ schnell. Dann kurz durch Durres und gleich weiter nach Kruja. Hinter Durres schon die erste Geschwindigkeitskontrolle mit Laserpistole, aber hier wird auch fleissig geblinkt. Die "Straße" nach Durres eine Schlaglochpiste mit viel Staub, aber es sollte ja noch dicker kommen. Für Kruja nahmen wir uns nicht sehr viel Zeit, wir wollten ja noch bis Kukës. Weiter auf guter Straße nach Shkodra. Dort war aber keine Abzweigung zu finden. Der Verkehr ziemlich chaotisch, nachdem wir einen Polizisten gefragt hatten fuhren wir wieder gut 10 km zurück und fanden dort eine kleine Abzweigung. Kukës war aber nirgends angeschrieben. Gut die Hälfte der Strecke war eine Schlaglochpiste, auf der wir mit unseren GS gerade mal einen knappen 30 - er Schnitt schafften. Danach kam von rechts eine direkte Verbindung aus Richtung Durres, die vielleicht etwas besser ist. Der Rest bis Kukes war etwas besser zu fahren. Landschaftlich war die ganze Strecke sehr bergig und schön. In Kukës zogen wir ins Hotel Amerika ein. Die BMW kamen in die Garage.
Der nächste Tag sollte es in sich haben. Die Strecke nach Peshkopi ist nur anfangs und vor Peshkopi geteert. Dazwischen liegen kleinere und größere Pässe, alles unbefestigt und teils in furchtbar schlechtem Zustand. Die Strecke ist 1 - spurig, es fahren wenige Autos (meist Sammeltaxis) und es empfiehlt sich, alle entgegenkommenden anzuhalten und sicherheitshalber nach dem Weg zu fahren, da auf unserer Karte die ganzen Abzweigungen nicht eingezeichnet waren. Ab der Hälfte fings an zu regnen, die lehmigen Passagen weichten auf und waren mit den schweren GS nur mit größter Vorsicht zu genießen. In einigen Wasserdurchfahrten hieß es Zylinder unter ! Unser Schnitt lag hier bei ziemlich genau 20 km/h, damit waren wir immer noch deutlich schneller als jedes Auto. Ich würde aber davon abraten die Strecke mit einem PKW zu befahren, Geländewagen ist o.k. Ein Straßenmotorrad ist völlig ungeeignet, wenn es trocken ist mit einer Enduro, auch einer BMW GS, aber nicht ohne entsprechende Erfahrung. Bei Nässe würde ich auch damit die Strecke nicht wieder befahren, das ist kein Vergnügen. Landschaftlich ist die ganze Strecke sehr schön ! Ziemlich nass und mit nur zwei unfreiwilligen Abstiegen erreichten wir Peshkopi und eine Bar, wo uns ein Drink von einem unbekannten spendiert wurde. Draußen waren 7 Grad, die Schneefallgrenze war kurz über uns ! Nachdem wir eine große Pfütze hinterlassen hatten fuhren wir zur makedonischen Grenze und weiter nach Ohrid.
Der Schlagbaum wurde hier noch von Hand aufgemacht. Die Beamten waren alle freundlich, es ging schnell und reibungslos.
Von Ohrid (sehr sehenswert) fuhren wir am nächsten Tag wieder zurück nach Albanien und Richtung Korçë. Die Strecke war ordentlich befahrbar (für albanische Verhältnisse). Korçë allerdings hat glaube ich mehr Ruinen als ganze Häuser. Die folgende Strecke bis Përmet ist landschaftlich sehr schön, es geht bergauf und bergab, die Straßen sind natürlich schlaglochübersät, aber daran hatten wir uns längst gewöhnt. Über 60 kann man selten fahren, 40 km/h ist ein realistisches Stundenmittel.
Die Landschaft um Përmet ist traumhaft. Wir wollten aber noch bis Berat, obwohl Einheimische an der letzten Bar uns abgeraten hatten. Trotz Dämmerung fuhren wir noch von Këlcyrë (hier rechts) direkt Richtung Berat. Nach 20 km kommt eine steinig - felsige Paßstrecke, die mit den voll bepackten GS überwiegend im 1. Gang zu fahren ist. Keine Chance für ein Straßenmotorrad. Im Bradt Travel Guide steht, nur mit Geländewagen zu befahren, was ich nur bestätigen würde. Da es dunkel wurde, drehten wir nach knapp 20 km wieder um, bei Nacht hätte ich hier nicht fahren wollen. Aber nicht aus Angst vor Überfällen (die sind glaube ich ein Märchen), sondern weils zu gefährlich gewesen wäre und wir schon an der nächsten Abzweigung nicht mehr gewußt hätten , wohin. Wir sind dann im 1. Gang zurück und längst bei Dunkelheit in Përmet angekommen. Wir fanden ein sehr freundliches, neues und gepflegtes Hotel und ein gutes Restaurant gleich daneben.
Am nächsten Tag fuhren wir dann nach Berat, bummelten durch die Stadt und ließen es uns nur gutgehen.
Tags darauf regnete es wieder mal und wir fuhren Richtung Vlorë. In einigen Ortschaften hieß es wieder Zylinder unter (das entspricht etwa 40 cm Wassertiefe), aber in Vlorë wars wieder trocken. Die ersten Kilometer Richtung Sarandë sind in sehr gutem Zustand, es geht über einen Paß mit herrlichem Blick auf die Küste. Danach kommt Baustelle und dahinter bis kurz vor Sarandë die übliche schmale Schlaglochstrecke mit dem schon bekannten Schnitt, nichts für verwöhnte westeuropäische Autos. Die landschaftliche Schönheit der Küste kann sich aber mit jeder anderen in Europa messen !
Um Sarandë scheinen dann alle Straßen besser zu sein. Die Stadt selbst war relativ sauber, etwas verschlafen noch, aber in schöner Lage mit Bars direkt am Meer und einer Fülle von Hotels in allen Preislagen.
Auch die Straße nach Butrint ist in gutem Zustand, natürlich sollte man dort hin fahren.
Am nächsten Tag fuhren wir noch nach Gjirokastër. Die Stadt ist sehenwert, die Bausubstanz aber in schlechtem Zustand. Auf sehr guten Straßen gings dann nach Griechenland, wo uns der griechische Grenzpolizist mit den Worten "Back in europe" begrüßte. Da wir zu diesem Zeitpunkt nicht wußten, daß die kleine Grenze hinter Butrint auch nach Griechenland geführt hätte, fuhren wir hier über Ioannina nach Igoumenitsa und am nächsten Tag mit der Fähre nach Venedig.
Soviel zu unserer Tour.
Mein Fazit ist: Ich habe kein anderes Land erlebt, in dem die Leute freundlicher und auch zurückhaltender und unaufdringlicher waren. Wir trafen im Landesinneren auf sehr herzlich freundliche Menschen. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, in irgend einer Weise in Gefahr zu sein (außer auf der Straße; Autofahrer kommen auch an völlig unübersichtlichen Stellen auf der linken Seite entgegen und sind auch sonst oft rücksichtslos, auch wenn ausgesprochen rücksichtsvolle Fahrer in der Mehrzahl zu sein scheinen). Jedenfalls hatten wir nie den Eindruck, daß uns jemand beklauen wollte, geschweige denn überfallen.
Wir trafen überall auf hilfsbereite, freundliche Leute, die sich trotz Sprachhandicap immer sehr bemühten.
Die Polizei ist allgegenwärtig, angehalten wurden wir nur einmal. Probleme gab es nie, im Gegenteil gaben die Polizisten immer sehr freundlich Auskunft (bei einem standen wir 5 Minuten mitten auf einer Kreuzung in Skhodra, so lange interessierte der sich nicht für den Verkehr).
Einen Führerschein wollte nie jemand sehen, lediglich Pass, deutschen Fzg-schein und grüne Vers.karte an der Grenze zu Makedonien.
Bars (hier sitzen nur Männer!) gibts überall für einen Kaffee, verhungern muss auch niemand, in den größeren Städten gibt es durchaus gute Restaurants.
Tankstellen gibts es genügend, entlang der Küste zwischen Durres und Shkodra mehr als Autos. Im Landesinneren allerdings nicht immer bleifrei, verschmutzten oder verdünnten Sprit hatten wir nie, damit habe ich in Nordafrika viel schlechtere Erfahrungen gemacht.
Noch ein paar Tips:
Mehr als 200 km sollte man sich pro Tag nicht vornehmen. Will man nicht nur auf den Hauptachsen (Durres - Ohrid, Sarandë - Shkodra) fahren, ist ein sehr robustes Auto oder ein Geländewagen eine gute Idee. Mit einem Straßenmotorrad würde ich auch nicht nach Albanien reisen.
Hotels finden sich in den größeren Städten durchaus gute (auch nach westlichen Maßstäben).
Was wir empfehlen würden:
In Kukës das Hotel Amerika (sehr freundlich, sauber, gutes Essen, Garage für die Motorräder).
In Përmet (sehr saubere Stadt, herrliche Landschaft zum Wandern und Bergsteigen, Flusstal) im nagelneuen Hotel Kivald (10 DZ, alle mit Dusche und Toilette). Das Hotel hat eine Dachterasse mit schöner Aussicht und gutem Frühstück (Chef spricht französisch). Es steht noch nicht in den Führern, gegenüber Hotel Dhëmbel, top Standard, super freundliche Leute. 50 m unterhalb links ein sehr gutes Restaurant, spricht aber nur albanisch, bemüht sich aber sehr, ist kein Problem.
In Berat waren wir im Hotel Mangalem (auch Tommi's Hotel genannt) wo's hochgeht zum Castle unten links. Gutes Essen und Frühstück, sauber, sehr freundlich, gemütlich.
Bleibt unterm Strich:
Trotz ein paar Unzulänglichkeiten wie die super schlechten Straßen, teilweise zugemüllte Ortschaften oder der natürlich noch fehlenden Infrastruktur (falls man das als Unzulänglichkeit empfindet) würde ich sofort wieder hinfahren, werde es wohl auch tun. Es ist ein ideales Reiseland, schöne Landschaften, freundliche Leute mit denen man gleich Kontakt bekommt, auch wenns mit der Sprache gar nicht klappt. Als gefährlich habe ich außer dem Straßenverkehr nichts empfunden, würde sofort auch allein durchs Land reisen. Ein paar Worte albanisch zu lernen würde ich auch empfehlen, es ist schon schön, wenn man wenigstens faleminderit - danke - sagen kann.
So, das war jetzt ziemlich lang, etwas trocken, sonst wärs noch länger geworden, aber vielleicht nützt es ja dem einen oder anderen was.
Ansonsten beantworte ich auch mails, falls noch Bedarf besteht.
Dieses Land muss man mögen,
Werner

bin jetzt ja seit ein paar Tagen zurück und muß jetzt endlich mal meinen Bericht loswerden.
Vorweg: wir sind zu zweit mit zwei Motorrädern, zwei unverwüstlichen und robusten BMW R 1100 GS durch Albanien gefahren.
Wir sind von Bari nach Durres mit der Tirrenia, Grenzformalitäten gingen relativ schnell. Dann kurz durch Durres und gleich weiter nach Kruja. Hinter Durres schon die erste Geschwindigkeitskontrolle mit Laserpistole, aber hier wird auch fleissig geblinkt. Die "Straße" nach Durres eine Schlaglochpiste mit viel Staub, aber es sollte ja noch dicker kommen. Für Kruja nahmen wir uns nicht sehr viel Zeit, wir wollten ja noch bis Kukës. Weiter auf guter Straße nach Shkodra. Dort war aber keine Abzweigung zu finden. Der Verkehr ziemlich chaotisch, nachdem wir einen Polizisten gefragt hatten fuhren wir wieder gut 10 km zurück und fanden dort eine kleine Abzweigung. Kukës war aber nirgends angeschrieben. Gut die Hälfte der Strecke war eine Schlaglochpiste, auf der wir mit unseren GS gerade mal einen knappen 30 - er Schnitt schafften. Danach kam von rechts eine direkte Verbindung aus Richtung Durres, die vielleicht etwas besser ist. Der Rest bis Kukes war etwas besser zu fahren. Landschaftlich war die ganze Strecke sehr bergig und schön. In Kukës zogen wir ins Hotel Amerika ein. Die BMW kamen in die Garage.
Der nächste Tag sollte es in sich haben. Die Strecke nach Peshkopi ist nur anfangs und vor Peshkopi geteert. Dazwischen liegen kleinere und größere Pässe, alles unbefestigt und teils in furchtbar schlechtem Zustand. Die Strecke ist 1 - spurig, es fahren wenige Autos (meist Sammeltaxis) und es empfiehlt sich, alle entgegenkommenden anzuhalten und sicherheitshalber nach dem Weg zu fahren, da auf unserer Karte die ganzen Abzweigungen nicht eingezeichnet waren. Ab der Hälfte fings an zu regnen, die lehmigen Passagen weichten auf und waren mit den schweren GS nur mit größter Vorsicht zu genießen. In einigen Wasserdurchfahrten hieß es Zylinder unter ! Unser Schnitt lag hier bei ziemlich genau 20 km/h, damit waren wir immer noch deutlich schneller als jedes Auto. Ich würde aber davon abraten die Strecke mit einem PKW zu befahren, Geländewagen ist o.k. Ein Straßenmotorrad ist völlig ungeeignet, wenn es trocken ist mit einer Enduro, auch einer BMW GS, aber nicht ohne entsprechende Erfahrung. Bei Nässe würde ich auch damit die Strecke nicht wieder befahren, das ist kein Vergnügen. Landschaftlich ist die ganze Strecke sehr schön ! Ziemlich nass und mit nur zwei unfreiwilligen Abstiegen erreichten wir Peshkopi und eine Bar, wo uns ein Drink von einem unbekannten spendiert wurde. Draußen waren 7 Grad, die Schneefallgrenze war kurz über uns ! Nachdem wir eine große Pfütze hinterlassen hatten fuhren wir zur makedonischen Grenze und weiter nach Ohrid.
Der Schlagbaum wurde hier noch von Hand aufgemacht. Die Beamten waren alle freundlich, es ging schnell und reibungslos.
Von Ohrid (sehr sehenswert) fuhren wir am nächsten Tag wieder zurück nach Albanien und Richtung Korçë. Die Strecke war ordentlich befahrbar (für albanische Verhältnisse). Korçë allerdings hat glaube ich mehr Ruinen als ganze Häuser. Die folgende Strecke bis Përmet ist landschaftlich sehr schön, es geht bergauf und bergab, die Straßen sind natürlich schlaglochübersät, aber daran hatten wir uns längst gewöhnt. Über 60 kann man selten fahren, 40 km/h ist ein realistisches Stundenmittel.
Die Landschaft um Përmet ist traumhaft. Wir wollten aber noch bis Berat, obwohl Einheimische an der letzten Bar uns abgeraten hatten. Trotz Dämmerung fuhren wir noch von Këlcyrë (hier rechts) direkt Richtung Berat. Nach 20 km kommt eine steinig - felsige Paßstrecke, die mit den voll bepackten GS überwiegend im 1. Gang zu fahren ist. Keine Chance für ein Straßenmotorrad. Im Bradt Travel Guide steht, nur mit Geländewagen zu befahren, was ich nur bestätigen würde. Da es dunkel wurde, drehten wir nach knapp 20 km wieder um, bei Nacht hätte ich hier nicht fahren wollen. Aber nicht aus Angst vor Überfällen (die sind glaube ich ein Märchen), sondern weils zu gefährlich gewesen wäre und wir schon an der nächsten Abzweigung nicht mehr gewußt hätten , wohin. Wir sind dann im 1. Gang zurück und längst bei Dunkelheit in Përmet angekommen. Wir fanden ein sehr freundliches, neues und gepflegtes Hotel und ein gutes Restaurant gleich daneben.
Am nächsten Tag fuhren wir dann nach Berat, bummelten durch die Stadt und ließen es uns nur gutgehen.
Tags darauf regnete es wieder mal und wir fuhren Richtung Vlorë. In einigen Ortschaften hieß es wieder Zylinder unter (das entspricht etwa 40 cm Wassertiefe), aber in Vlorë wars wieder trocken. Die ersten Kilometer Richtung Sarandë sind in sehr gutem Zustand, es geht über einen Paß mit herrlichem Blick auf die Küste. Danach kommt Baustelle und dahinter bis kurz vor Sarandë die übliche schmale Schlaglochstrecke mit dem schon bekannten Schnitt, nichts für verwöhnte westeuropäische Autos. Die landschaftliche Schönheit der Küste kann sich aber mit jeder anderen in Europa messen !
Um Sarandë scheinen dann alle Straßen besser zu sein. Die Stadt selbst war relativ sauber, etwas verschlafen noch, aber in schöner Lage mit Bars direkt am Meer und einer Fülle von Hotels in allen Preislagen.
Auch die Straße nach Butrint ist in gutem Zustand, natürlich sollte man dort hin fahren.
Am nächsten Tag fuhren wir noch nach Gjirokastër. Die Stadt ist sehenwert, die Bausubstanz aber in schlechtem Zustand. Auf sehr guten Straßen gings dann nach Griechenland, wo uns der griechische Grenzpolizist mit den Worten "Back in europe" begrüßte. Da wir zu diesem Zeitpunkt nicht wußten, daß die kleine Grenze hinter Butrint auch nach Griechenland geführt hätte, fuhren wir hier über Ioannina nach Igoumenitsa und am nächsten Tag mit der Fähre nach Venedig.
Soviel zu unserer Tour.
Mein Fazit ist: Ich habe kein anderes Land erlebt, in dem die Leute freundlicher und auch zurückhaltender und unaufdringlicher waren. Wir trafen im Landesinneren auf sehr herzlich freundliche Menschen. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, in irgend einer Weise in Gefahr zu sein (außer auf der Straße; Autofahrer kommen auch an völlig unübersichtlichen Stellen auf der linken Seite entgegen und sind auch sonst oft rücksichtslos, auch wenn ausgesprochen rücksichtsvolle Fahrer in der Mehrzahl zu sein scheinen). Jedenfalls hatten wir nie den Eindruck, daß uns jemand beklauen wollte, geschweige denn überfallen.
Wir trafen überall auf hilfsbereite, freundliche Leute, die sich trotz Sprachhandicap immer sehr bemühten.
Die Polizei ist allgegenwärtig, angehalten wurden wir nur einmal. Probleme gab es nie, im Gegenteil gaben die Polizisten immer sehr freundlich Auskunft (bei einem standen wir 5 Minuten mitten auf einer Kreuzung in Skhodra, so lange interessierte der sich nicht für den Verkehr).
Einen Führerschein wollte nie jemand sehen, lediglich Pass, deutschen Fzg-schein und grüne Vers.karte an der Grenze zu Makedonien.
Bars (hier sitzen nur Männer!) gibts überall für einen Kaffee, verhungern muss auch niemand, in den größeren Städten gibt es durchaus gute Restaurants.
Tankstellen gibts es genügend, entlang der Küste zwischen Durres und Shkodra mehr als Autos. Im Landesinneren allerdings nicht immer bleifrei, verschmutzten oder verdünnten Sprit hatten wir nie, damit habe ich in Nordafrika viel schlechtere Erfahrungen gemacht.
Noch ein paar Tips:
Mehr als 200 km sollte man sich pro Tag nicht vornehmen. Will man nicht nur auf den Hauptachsen (Durres - Ohrid, Sarandë - Shkodra) fahren, ist ein sehr robustes Auto oder ein Geländewagen eine gute Idee. Mit einem Straßenmotorrad würde ich auch nicht nach Albanien reisen.
Hotels finden sich in den größeren Städten durchaus gute (auch nach westlichen Maßstäben).
Was wir empfehlen würden:
In Kukës das Hotel Amerika (sehr freundlich, sauber, gutes Essen, Garage für die Motorräder).
In Përmet (sehr saubere Stadt, herrliche Landschaft zum Wandern und Bergsteigen, Flusstal) im nagelneuen Hotel Kivald (10 DZ, alle mit Dusche und Toilette). Das Hotel hat eine Dachterasse mit schöner Aussicht und gutem Frühstück (Chef spricht französisch). Es steht noch nicht in den Führern, gegenüber Hotel Dhëmbel, top Standard, super freundliche Leute. 50 m unterhalb links ein sehr gutes Restaurant, spricht aber nur albanisch, bemüht sich aber sehr, ist kein Problem.
In Berat waren wir im Hotel Mangalem (auch Tommi's Hotel genannt) wo's hochgeht zum Castle unten links. Gutes Essen und Frühstück, sauber, sehr freundlich, gemütlich.
Bleibt unterm Strich:
Trotz ein paar Unzulänglichkeiten wie die super schlechten Straßen, teilweise zugemüllte Ortschaften oder der natürlich noch fehlenden Infrastruktur (falls man das als Unzulänglichkeit empfindet) würde ich sofort wieder hinfahren, werde es wohl auch tun. Es ist ein ideales Reiseland, schöne Landschaften, freundliche Leute mit denen man gleich Kontakt bekommt, auch wenns mit der Sprache gar nicht klappt. Als gefährlich habe ich außer dem Straßenverkehr nichts empfunden, würde sofort auch allein durchs Land reisen. Ein paar Worte albanisch zu lernen würde ich auch empfehlen, es ist schon schön, wenn man wenigstens faleminderit - danke - sagen kann.
So, das war jetzt ziemlich lang, etwas trocken, sonst wärs noch länger geworden, aber vielleicht nützt es ja dem einen oder anderen was.
Ansonsten beantworte ich auch mails, falls noch Bedarf besteht.
Dieses Land muss man mögen,
Werner