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Urlaubsbericht Balkanreise 2014 (Albanien ausführlicher)

Verfasst: Mo, 09. Mär 2015, 0:03
von stickedy
So, ich hatte es ja schon vor Monaten angekündigt, aber jetzt erst die Muse gehabt, anzufangen, das alles zusammenzuschreiben. Da die Reisezeit ja bald wieder los geht, sind für den ein oder anderen bestimmt ein paar nützliche Infos dabei.

Also nach unserer grandiosen Rundwanderung von Plav über Valbona und Theth zurück nach Plav, sind wir am übernächsten Tag zu zweit zu einer mehr oder weniger spontanen Rundreise aufgebrochen. Camping-Utensilien hatten wir dabei und ein paar Infos haben wir in Plav auf dem Campingplatz im Internet recherchiert (Unterkunft Tirana, Wechselkurse u.a.), der Rest hat sich dann spontan ergeben.

Hier unsere komplette Reiseroute:
Teil 1 (bis Tirana): https://goo.gl/maps/GDED5
Teil 2 (ab Tirana): https://goo.gl/maps/QlyIL

Den Anfang spare ich uns, der ist im anderen Bericht beschrieben bzw. bestand hauptsächlich aus der Anreise aus Deutschland.

Kosovo & Mazedonien

Verfasst: Mo, 09. Mär 2015, 0:03
von stickedy
Wir sind also am Montag nach einem Tag Rast von Plav aus über Berana und Rožaje in das Kosovo gefahren. Der Grenzübertritt war kein großes Problem, fast keine Wartezeit, nur die obligatorische Versicherung für 30 Euro war zu zahlen, da ja die Grüne Karte nicht gültig ist. Die Landschaft ist im Kosovo Richtung Peja durchaus spektakulär, da man aus dem Gebirge in die Ebene runter fährt und von der Paßstraße eine tolle Fernsicht hat. Wir haben uns im Kosovo nicht großartig aufgehalten, weil wir nach Mazedonien zum Ohridsee wollten. Allerdings ist die Straße von Peja nach Prishtina und weiter nach Han i Elezit sehr mühsam, der Verkehr war ziemlich dicht und man kam recht zäh voran. Wir haben dann noch Tanken müssen (LPG) und waren dann bei 37 Grad im Schatten gegen 17:00 Uhr an der Grenze nach Mazedonien. Da wollten wir eigentlich auf einen Campingplatz (Ohrid war zu weit weg), haben aber einen in der Nähe von Skopje verpasst und sind deswegen zum Mavrovo-Nationalpark und zum dortigen See abgebogen, da dort auf unserer Karte vier Campingplätze eingezeichnet waren. Real vorhanden war keiner, aber eine Nachfrage an einer Tankstelle hat uns zu einem wilden Zeltplatz direkt am See (https://goo.gl/maps/thKwC) geführt. Dort war einiges los, unter anderem war ein Reisebus da und wir haben uns entschlossen, die Nacht da zu verbringen. War soweit alles in Ordnung und ein schöner Platz. Polizei kam keine, was aufgrund der Masse an Leuten (v.a. Einheimische) auch recht unwahrscheinlich war.

Am nächsten Tag sind wir dann über Debar weiter nach Struga gefahren und haben uns kurz vor Ohrid den Campingplatz "Camp Andon Dukov" (https://goo.gl/maps/MckFR) angeguckt. Der Platz hatte den Charme und Zustand eines sozialistischen Ferienlagers und war in unseren Augen für 12 Euro pro Person deinitiv überteuert. Ich frag mich ja, was die mit dem Geld machen, investiert worden ist da seit 20 Jahren jedenfalls nix mehr... Wir haben uns dann also erstmal die Sehenswürdigkeiten von Ohrid angeguckt, lecker zu Mittag gegessen und einen schönen Tag in der Stadt verbracht. Am späten Nachmittag sind wir dann weiter Richtung Sveti Naum gefahren und haben dann schließlich auf dem "Campgrounds Eleshec" (https://goo.gl/maps/QxLKz) die Nacht verbracht. Der Platz war etwas günstiger und in einem etwas besseren Zustand. So besonders gefallen hat es uns nicht, was aber vor allem an den vielen Dauercampern / Wohnwägen gelegen hat, für Zelte gab es einen kleinen Platz im hintersten Eck des Platzes. Außerdem ist der Campingplatz selber riesig, das gefällt uns nicht so, wir haben es lieber übersichtlich. Schön war der Zugang zum See, die Sanitäranlagen waren OK, aber kein Highlight. Aber besser als der erste... Was keine Kunst ist

Nach einer sehr warmen Nacht sind wir dann am Ohridsee weiter entlang gefahren und haben uns die Bay of Bones (https://goo.gl/maps/fOnQJ) - Eine rekonstruiertes Pfahldorf + Römer-Castell - angesehen. Das ist schön hergerichtet, war mit 100 Denar pro Person auch nicht wirklich teuer und interessant. Als Tipp: Es gibt da schöne Picnick-Plätze, nehmt was zu Essen mit wenn ihr euch da anguckt! Danach sind wir weiter Richtung albanischer Grenze gefahren und mehr oder weniger unabsichtlich und unvorbereitet in Sveti Naum gelandet (https://goo.gl/maps/RtUfR). Nachdem wir 1 Euro als Parkplatzgebühr bezahlt haben, haben wir wohl einen der verrücktesten Orte auf dem Balkan (wenn nicht der Welt) kennen gelernt. Eine unglaubliche Mischung, ich kann das gar nicht richtig beschreiben, mit einem Kloster hat das jedenfalls wenig zu tun. Es gibt zig Souvenirstände, mehere Restaurants, Strandbars, Quellen, Bootsfahrten, Parkgelände, frei laufende Pfaue und tatsächlich auch Klostergebäude. Muss man irgendwie gesehen haben...

Wir sind dann wiederum am späten Nachmittag weiter gefahren und über die albanische Grenze zum neuen und kleinen Campingplatz "Camping ARBI" (https://goo.gl/maps/zY7ml) gefahren. Das ist ein recht witziges Konstrukt, typisch albanisch, aber auch sehr schön. Im Prinzip besteht der Campingplatz aus einer Strandbar bzw. kleinem Restaurant (welches wohl schon etwas länger besteht) und dann ist man auf die Idee gekommen, dass man das Gelände dahinter ja auch nutzen könnte. Also hat man dahinter eine Grasfläche und eine Schotterfläche angelegt und Sanitäranlagen gebaut. Die sind auch gerade pünktlich zu unserer Ankunft fertig geworden und waren damit dann nagelneu. Leider hat man irgendwie den Schatten vergessen und bei 35 Grad ist das natürlich nicht besonders toll ;) Den Betreibern ist das dann auch aufgefallen und sie haben uns einen großen Sonnenschirm von der Bar zur Verfügung gestellt. Außer uns war noch ein anderes Zelt da und eine Campingbus mit drei sehr netten Österreicherinnen, die uns Volkers Reiseführer für Albanien ausgeliehen haben. Bezahlt haben wir für eine Nacht 5 Euro pro Personen (also 10 Euro) inkl. Strom. War wirklich ein schöner, wenn auch spartanischer Platz, auf jeden Fall eher was fürs Zelten.

Albanien I

Verfasst: Mo, 09. Mär 2015, 0:04
von stickedy
Am nächsten Tag haben wir uns dann weiter auf der SH3 Richtung Tirana begeben. Nach einigen Einkäufen in Elbasan (Obst, Gemüse, Käse, Wurst und Brot) haben wir auf dem Weg noch einen Zwischenstopp in Petrele gemacht und die dortige kleine Festung besichtigt (https://goo.gl/maps/YoC7c). Wir sind da hingefahren, weil die im Reiseführer angepriesen wurde, aber naja, wenn man aus einer Gegend stammt wo es riesige Festungsanlagen gibt, dann ist das irgendwie nicht so spektakulär. Der Dorftplatz ist aber sehr schön saniert worden, wir haben da Picknick gemacht und allgemein ist der Ausblick schon ok. Falls man es eilig hat, kann man sich aber den Weg sparen.

In Tirana angekommen sind wir zum Hostel "Trip'N'Hostel" (https://goo.gl/maps/G76I9) gefahren und haben da eingecheckt. Schöne klimatisierte Zimmer, Kosten waren afair 10 Euro pro Personen pro Nacht inkl. Frühstück. Das Publikum ist etwas naja alternativ und es hing ein Hauch von Gras in der Luft ;) Für das Auto was direkt beim Hostel Platz, also alles soweit passend. Wir haben dann erstmal Wäsche gewaschen und sind so gegen 17:00 Uhr aufgebrochen um die Hauptstadt und ihre Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Vorher war das auch nicht möglich, weil es einfach viel zu heiß war. Nachdem wir erst etwas orientierungslos am Skanderbeg-Paltz rumgeirrt sind, haben wir tatsächlich in der Touristinfo (https://goo.gl/maps/oYcQy) nach Dienstschluss noch reichlich Infomaterial zu Tirana und Albanien inkl. Stadtplan bekommen. Umsonst... Und der gute Mann, der extra für uns nochmal aufgesperrt hatte, war sichtlich erfeut a) überhaupt Gäste begrüßen zu dürfen und b) noch dazu welche aus Deutschland. Amüsante Begebenheit am Rande: Ungefähr 50 m vor der versteckten Touristinfo habe ich einen Polizisten nach dem Weg zu eben jener gefragt. Er wusste nicht, dass sie einen Steinwurf entfernt ist, noch dass es sie überhaupt gibt :D

Wir haben dann im Anschluss die Sehenswürdigkeiten Tiranas an einem sehr warmen Sommerabend mit einem langen Spaziergang erlaufen. Da aber das Zentrum Tiranas übersichtlich ist und eigentlich alles Sehenswerte zwischen Nationalmuseum und Parku i Madh an zwei Straßenzügen entlang aufgereiht ist, ist das keine große Sache. Wir haben also gemütlich laufend und wieder essend die Stadt und ihr Flair genossen. Hat wirklich was. Der Parku i Madh ist auch klasse, und was da los ist Abends, einfach toll. Vor allem, dass da einfach alle Generationen unterwegs sind, von Kleinkind bis zum Urgroßvater, quasi von 0 bis 100 sind da alle Altersschichten vertreten. Zum Schluss gegen 22:00 Uhr noch ein kühles Bier in einer Bar und so um 23:00 Uhr waren wir zurück im Hostel.

Nach einer erholsamen Nacht (es ist doch mal wieder schön gewesen, in einem Bett statt auf der relativ harten Matte zu schlafen), sind wir nach einem reichhaltigen Frühstück und dem Check-Out nochmal ins Zentrum gelaufen (das Auto haben wir beim Hostel gelassen). Da haben wir dann das Nationalmuseum besucht. Für 200 Lek pro Person auch mehr als OK. Der Besuch lohnt sich, man erfährt einiges über Albanien und wer da früher so alles gelebt hat. Nach dem Museumsbesuch haben wir uns noch einen Imbiss gegönnt und sind dann Richtung Durres aufgebrochen um ein paar Tage am Meer zu verbingen.

Ziel war der Campingplatz "Kamping pa Emer" (https://goo.gl/maps/mSWzT), den uns die Österreicherinnen empfohlen hatten. Die Anreise ist etwas holprig sobald man die SH4 verlassen hat. Ist aber absolut machbar und sogar ausgeschildert. Am Platz angekommen wollte uns der italienische Besitzer erst einen Platz oben am Hang zuweisen. Nach Intervention meiner Begleiterin und seiner Ansage "You wanto to stay in the sea?", haben wir dann einen Platz direkt am Strand bekommen. Und das meine wortwörtlich, das Auto stand 1,5 Meter vom Wasser entfernt direkt am Strand, unser Zelt haben wir direkt dahinter aufgestellt. Sowas gibt es wohl nur in Albanien. Aber sensationell! Und Strom gab es auch. Und nette Nachbarn. Wir haben uns dann einen Sonnenschutz gebastelt und waren 2 Nächte dort. Auf der künstlichen Insel gibt es Pizza, die Preise sind in Ordnung. Allerdings sollte man aufpassen und in Lek bezahlen. In Euro geht zwar auch, allerdings schlägt man dann schon mal 50% drauf und dann kostet die Pizza eben 6 Euro statt der umgerechneten 4 Euro. Alle Preise sind in Lek und Euro angegeben, man wird also nicht wirklich übers Ohr gehauen ;) Ist halt geschickt gemacht :D Wobei die 6 Euro für diese Pizza auch noch absolut in Ordnung sind! Die Nacht hat glaube ich insgesamt 12 Euro, also 24 Euro für zwei Nächste gekostet, bin mir aber nicht mehr ganz sicher. Viel teurer war es jedenfalls nicht!

Das Wasser war traumhaft und sehr seicht, toller Sandstrand, die Sanitäranlagen auch sehr sauber.

Albanien II

Verfasst: Mo, 09. Mär 2015, 0:05
von stickedy
Nach zwei Nächten sind wir dann wieder aufgebrochen und zurück nach Durres und dann weiter nach Kruja gefahren. Dort haben wir uns die Festungsanlage und das sich darin befindende etymologische Museum angeguckt. Das ist schon alles sehenswert, wir haben auch gut und günstig gegessen in Kruja und die tolle Aussicht genossen. Anschließend wollten wir wieder ans Meer und haben uns vorher schon Tale ausgeguckt gehabt. In Volkers Reiseführer wird eine Bar am Strand als Wohnmobilstellplatz beschrieben (Name vergessen) die wir ansteuern wollten um zu gucken, ob wir da auch unterkommen. Auf den Weg dahin auch noch die Artillerie-Bunker angeguckt :)

So, bei dieser Bar wäre auch Platz für uns gewesen, allerdings war es megavoll und megawindig und allgemein irgendwie ungemütlich. Wir sind also nicht geblieben sondern wollten uns erst mal umschauen. Wieder irgendwie typisch Albanien parkt und fährt man direkt auf dem Sandstrand :) Jedenfalls war an diesem Strandabschnitt nix vernünftiges für unser Zelt zu finden. Wir sind dann auf dem Rückweg zur SH1 Richtung Fluss abgebogen, weil wir ein Schild als Campingplatz falsch interpretiert hatten. Wir sind dann jedenfalls an einem relativ einsamen Strandabschnitt mit zwei Bars gelandet (https://goo.gl/maps/lkYXd) und haben dann bei der einen gefragt, ob wir hier die Nacht verbringen können.

Das war kein Problem, es gab sogar eine improvisierte Dusche und wir haben unser Zelt direkt auf dem Strand aufgeschlagen. Allerdings im Windschutz vom Auto, es war nämlich verdammt windig. Wir haben uns dann in der Bar auch was zu Essen bestellt, es gab Tintenfisch, Salat und Käse für 12 Euro inkl. Getränke und es war sensationell gut. Ich esse ja normalerweise kein Meeresgetier, aber das hat schon so gut gerochen, das musste ich einfach probieren und es war echt gut. Im Laufe des frühen Abends hat sich dann auch der Strand geleert (es war Sonntag) und irgendwann waren wir dann bis auf die Nachtwache der Bar komplett allein. Mit dem Sohn haben wir uns auch noch sehr nett unterhalten und es war ein richtig schöner Abend.

Die Nacht war auch gut und nachdem wir am Morgen mit einem Kaffee noch unsere restlichen Lek losgeworden sind, sind wir Richtung montenegrinische Grenze aufgebrochen um Albanien wieder zu verlassen. Kurz vor Shkodra hab ich dann nochmals LPG voll getankt weil das deutlich günstiger als in Montenegro ist. Allerdings hat mich der Tankwart tatsächlich mit seiner kumpelhaften Art und seiner für mich verwirrenden Umrechnung von Lek in Euro (hatten nur noch Euro, ich wollte mir Kreditkarte tanken, aber keine Chance) übers Ohr gehauen. Letztlich war es immer noch günstiger als in Montenegro, aber naja, hätte nicht sein müssen. Aber die 5 Euro haben uns auch nicht ärmer gemacht.

Zur Ausreise haben wir den unteren Übergang Muriqan - Sukobin genommen weil wir erstens bei Han i Hotit bei unserer Irrfahrt nach Theth schon genug Zeit an der Grenze verbracht haben und zweitens noch etwas montenegrinische Adriaküste genießen wollten. Die Ausreise war kein Problem, EU-Fahrzeuge wurden ohne einen Blick auf die Papiere auf einer Spur einfach durchgewunken. Ansonsten war mächtig was los, aber dafür anders als bei Han i Hotit auch mehrere Spuren geöffnet.

Montenegro & Bosnien und Herzegowina

Verfasst: Mo, 09. Mär 2015, 0:05
von stickedy
Wir sind dann nach weiter nach Bar gefahren und haben kurz dahinter mal wieder gespeist. Danach hab ich den Sozina-Tunnel zurück ins Landesinnere nach Podgorica genommen und wir sind nach Niksic gefahren. Dort haben wir in einem größeren Einkaufszentrum alle Vorräte wieder aufgefüllt und sind dann über die relativ neue Verbindungsstraße durch die Berge nach Žabljak gefahren um ein paar Tage im Durmitor Nationalpark zu verbringen. Dort haben wir den Campingplatz "Ivan Do" (https://goo.gl/maps/y1Ydu) angesteuert. Ein sehr schöner Platz, etwas hügelig und größtenteils mit Bergsteigern und Wanderern aus allen Herren Ländern bevölkert. Aber sehr übersichtlich, gemütlich, alles sauber und natürlich mit einer sensationellen Landschaft umgeben. Gekostet hat es pro Person pro Nacht 3 Euro. Wir sind zwei Nächte geblieben, haben also 12 Euro bezahlt.

Nachts war es allerdings verflucht kalt, die Höhe von gut 1.500 m macht sich da stark negativ bemerkbar. Ich schätze mal so 5 Grad dürften es nachts gewesen sein, tagsüber so um die 25 Grad. Mies war natürlich auch, dass wir am späten Nachmittag noch in Niksic bei ca. 35 Grad waren und dann in Žabljak kurz vor Sonnenuntergang fertig mit Zeltaufbau und Essen waren. Und dann ist die Temperatur schlagartig erst mal auf 15 Grad oder so abgesackt. Und 20 Grad Temperaturunterschied innerhalb von drei Stunden haben unsere sonnenverwöhnten Körper erst mal verkraften müssen...

Am nächsten Tag haben wir einen Spaziergang um den Crno jezero (https://goo.gl/maps/YqVoQ) gemacht und ein paar Stunden am See verbracht. Einfach chillen, nix spektakuläres. Es sind aber alle Wege perfekt ausgeschildert, wirklich eine tolle Gegend. Am darauf folgenden Tag haben wir uns dann mal wieder für etwas mehr Anstrengung entschieden und haben den "Savin Kuk" erklommen (https://goo.gl/maps/YmVDt). Der Aufstieg ist relativ einfach, zwar teilweise recht steil, aber man kommt schön voran. Und oben auf dem Gipfel war es zwar auch wieder verdammt windig und frisch, aber die Fernsicht über den Nationalpark und die umliegenden Gebiete ist schon wirklich toll. Leider hat sich aber auch gegen Mittag sichtbar schlechtes Wetter angekündigt.

Eine Nachfrage später bei der Touristinfo hat ergeben, dass Regen im Anmarsch ist. Wenn nicht noch heute, dann spätestens im Lauf der Nacht. Da ein nasses Zelt nicht so toll ist, haben wir uns dazu entschieden, noch aufzubrechen um den Regen zu entgehen und nach Kroatien zu fahren. Dort wollten wir uns Dubrovnik angucken. Wir sind also wieder nach Niksic zurückgefahren und dann über Trebinje in Bosnien und Herzegowina weiter nach Dubrovnik. Die Landschaft in BiH direkt nach dem Grenzübergang ist auch wirklich toll. Die Gegend ist ja etwas aus dem Fokus, aber die Fahrt über Trebinje lohnt nicht nur um die Bucht von Kotor zu umfahren.

In Trebinje haben wir dann nochmal günstig eingekauft, alles Tanks gefüllt und haben dann relativ spät gegen 20:00 Uhr die Grenze bei Ivanica passiert.

Kroatien & Slowenien

Verfasst: Mo, 09. Mär 2015, 0:06
von stickedy
Da wir uns Dubrovnik angucken wollten, wollten wir logischerweise irgendwo in der Umgebung übernachten und nach Möglichkeit günstig. Meine erste Idee war ja in Ivanica eine Pension oder ähnliches zu finden. Die Idee war gut, die Ausführung mangelhaft, da es schlicht nix gab. Auch eine Nachfrage in einem Restaurant hat zu keinem Ergebnis geführt. Plan B war dann ein Campingplatz. Auf unserer Karte waren mehrere davon Richtung Neum eingezeichnet. Das wäre unser gelegen gekommen, da wir ja wieder Richtung Norden wollten. Langer Rede, kurzer Sinn, da gab es mal wieder keinen Campingplatz. Wir sind dann um die Buch rumgefahren, ziemlich weit hinten gibt es ein Hostel. Es war leider voll bis auf ein Doppelzimmer. Kostenpunkt wäre 50 Euro gewesen, das war uns zu viel. Wir sind dann nach Dubrovnik rein gefahren, weil es da auch einen Campingplatz gibt. Unsere Befürchtungen über den Preis haben sich bestätigt, die Nacht hätte 35 Euro gekostet und Abreise bis 11 Uhr. Da wir dann immer noch keinen Platz für das Auto gehabt hätten und keine 70 Euro für zwei Nächte bezahlen wollten (den Wucher wollten wir nicht unterstützen, v.a. weil der Campingplatz fast komplett leer war), sind wir weiter gefahren. Da nach Norden nix ging also dann Richtung Süden. In Kupari sind wir dann schließlich fündig geworden: Campingplatz "Camping Kupari" die Nacht für 12,00 Euro und die Bushaltestelle für den Linienbus nach Dubrovnik wenige Hundert Meter entfernt (https://goo.gl/maps/nMsUw). Wir haben uns für zwei Nächte entschieden und haben uns dann am nächsten Tag Dubrovnik angeguckt. Der Bus hat ein paar Kuna gekostet, ich weiß nicht mehr genau wie viel, ich glaub um die 20 Kuna, aber da das Parken in Dubrovnik oben ander Straße schwierig ist, in der Stadt direkt quasi unmöglich und in der Tiefgarage schlappe 3,50 Euro pro Stunde fällig werden, würde ich das generell empfehlen: Irgendwo in Kupari oder Mlini parken wo es erlaubt ist und dann mit dem Linienbus rein und wieder raus fahren. Die Taktung ist sehr dicht.

Dubrovnik selbst ist fantastisch!! Aber auch verdammt teuer. 100 Kuna für die Begehung der Stadtmauer ist in meinen Augen etwas überzogen auch wenn das ein Muss ist! Auch ansonsten sind die Preise gesalzen (Döner für 6,50 Euro). Wir haben uns dann diese Dubrovnik Card für 150 Kuna gekauft, mit der man dann zur Stadtmauer und zu diversen Museen freien Eintritt hat. Also haben wir uns ein Kulturprogramm gegeben :) War aber traumhaft!

Nach einem anstrengenden Tag, sind wir dann am darauf folgenden Richtung Plitvice aufgebrochen. Die Wiedereinreise nach Kroatien am Neum-Korridor hat ewig gedauert, aber es war noch erträglich. In Plitvice waren wir dann auf dem südlichen Campingplatz "Camp Borje" in Korenica (https://goo.gl/maps/sLxa5). Der Platz ist relativ neu uns hat ebenfalls 12 Euro pro Nacht gekostet. Das tolle ist, dass früh ein Bus zum Eingang vom Nationalpark fährt und Abends wieder zurück und zwar umsonst (bzw. halt im Preis vom Camping halt enthalten). WLAN gibt es ebenfalls. Ich muss sagen, von dem Campinplatz war ich echt begeistert, sehr modern, sehr sauber, vergleichsweise günstiger Preis, tolle Lage. Top!

Leider war dann das Wetter am nächsten Tag nicht so toll, sprich es gab eine Mega-Gewitter und geschüttet was runter kam, aber wir haben uns den Nationalpark natürlich trotzdem angeguckt (einen Tag im Zelt verbringen wenn es draußen regnet bringt's ja auch nicht). Und es war wirklich sehr schön! Den Nationalpark sollte man sich wirklich angucken. Und das gute am schlechten Wetter war, das trotz Sonntag und Ende August recht wenig los war. Hat also gepasst und irgendwann nachmittags kam dann sogar die Sonne etwas raus.

Da das Wetter weiter als schlecht gemeldet war, haben wir dann unseren Plan geändert und statt nach Ljubljana zu fahren, haben wir das schlechte Wetter westlich umfahren und sind dann über Rijeka und Nova Gorica ins Soca-Tal gefahren. Das Wetter hat noch gehalten und wir sind dann zufällig auf dem Campingplatz "Camp Vodenca" in Bovec (https://goo.gl/maps/6c7vG) gelandet. Da war es auch sehr schön, auch ein recht kleiner und gemütlicher Platz. Preis war auch irgendwas um die 12 Euro. Und am nächsten Tag ging es dann endgültig heim :)

Zusammenfassung

Verfasst: Mo, 09. Mär 2015, 0:06
von stickedy
Alles in allem war das ein sehr schöner und vor allem auch günstiger Urlaub. Wir haben pro Person alles zusammen, also Essen & Trinken, Übernachtung, Maut, Eintrittskosten, LPG etc. 370 Euro für 3,5 Wochen Urlaub ausgegeben. Und dabei haben wir es uns wirklich gut gehen lassen. Gut, meistens natürlich selber gekocht und Nahrungsmittel sind wirklich günstig in der Gegend wenn man einheimische Produkte kauft.

Das meiste Geld haben wir da wirklich in Kroatien ausgegeben, obwohl wir da nur drei Tage waren... Aber schön wars!

Re: Urlaubsbericht Balkanreise 2014 (Albanien ausführlicher)

Verfasst: Mo, 09. Mär 2015, 23:44
von volkergrundmann
Wiedermal eine wirklich anregende Lektüre, dieser Bericht. Und eine, aus der Nachahmer etliches lernen können.

Bestimmte Bewertungen werden immer strittig bleiben. Ich gebe unumwunden zu, dass der Reiseführerautor gelegentlich den nicht vorhandenen Charme mancher Besichtigungsstätten herbei schreiben muss – vielleicht, weil es eben nichts Besseres gibt. Mein Eindruck von der „Festung Petrele“ war jedenfalls auch immer zwiespältig. Aber zu Zeiten fand ich es ganz angenehm, von da oben den Blick über die weite Tirana-Ebene schweifen zu lassen und dabei ein Eis löffeln zu können. Der Ausblick hatte irgendwas Theatralisches, ja, Erhebendes, das Eis produzierte die Antithese, den nach innen gerichteten Genuss. Und das söhnte mich am Ende mit dem Zwang aus, den andere Autoren vor mir produziert hatten, nämlich die hässliche Schöpfung hip zu finden. Bleibe daher dabei und empfehle den Besuch weiterhin.

„es gab Tintenfisch, Salat und Käse für 12 Euro inkl. Getränke“: Hättest du auch in Paris haben können. Aber in dieser Qualität und Frische wie an der albanischen Küste nicht für das Zehnfache, sondern für das Zwanzigfache dieses Preises. Insofern führe ich meine Reisen nach einer strengen Liste von Etappenpunkten entlang der Küste: Die Gourmet-Sea Food-Restaurants, wo du für 20-25 Euro eben das kriegst, was in Paris nur für 250 Euro zu haben ist. Vielleicht sollte GjergjD mal einen Thread über „Die besten Restraurants in Albanien“ aufmachen. Bin mir allerdings nicht sicher, ob ich beitrage. Zuviel Reklame erhöht immer die Preise.

Wenn es „megawindig“ ist, den Strand zu verlassen, halte ich übrigens für sinnvoll. Gerade an den breiten Feinsandstränden der Nordküste hat eine Nacht des Stehens mit dem Auto am Sandstrand bei steifer Brise ungefähr dieselbe Wirkung, als wenn du dein Auto mit Sandpapier abschmirgelst. Wahrscheinlich hast du ein älteres Werk von mir benutzt, in den jüngeren empfehle ich insbesondere für Wohnmobilisten in der Gegend von Tala die „Keshtjella Margarita“, ein sehr ordentliches Restaurant ein paar Kilometer landeinwärts. Dort windet es nicht mehr und das Angebot an Speisen ist vorzüglich.

Re: Urlaubsbericht Balkanreise 2014 (Albanien ausführlicher)

Verfasst: Di, 10. Mär 2015, 1:27
von stickedy
volkergrundmann hat geschrieben:Bestimmte Bewertungen werden immer strittig bleiben. Ich gebe unumwunden zu, dass der Reiseführerautor gelegentlich den nicht vorhandenen Charme mancher Besichtigungsstätten herbei schreiben muss – vielleicht, weil es eben nichts Besseres gibt. Mein Eindruck von der „Festung Petrele“ war jedenfalls auch immer zwiespältig. Aber zu Zeiten fand ich es ganz angenehm, von da oben den Blick über die weite Tirana-Ebene schweifen zu lassen und dabei ein Eis löffeln zu können. Der Ausblick hatte irgendwas Theatralisches, ja, Erhebendes, das Eis produzierte die Antithese, den nach innen gerichteten Genuss. Und das söhnte mich am Ende mit dem Zwang aus, den andere Autoren vor mir produziert hatten, nämlich die hässliche Schöpfung hip zu finden. Bleibe daher dabei und empfehle den Besuch weiterhin.
Naja, sooo schlecht ist es ja auch nicht, und wenn man aus Norddeutschland oder so stammt wo es eher wenige Festungen auf Bergen gibt, ist das sicherlich auch ein ganz anderer Anblick. Wenn man aber sowas wie das http://de.wikipedia.org/wiki/Festung_Rosenberg zu Hause fast täglich sieht, dann ist Petrele halt etwas hmm lächerlich ;) Man sollte halt einfach nicht zu viel erwarten, dass war vielleicht auch unser Fehler.
Wenn es „megawindig“ ist, den Strand zu verlassen, halte ich übrigens für sinnvoll. Gerade an den breiten Feinsandstränden der Nordküste hat eine Nacht des Stehens mit dem Auto am Sandstrand bei steifer Brise ungefähr dieselbe Wirkung, als wenn du dein Auto mit Sandpapier abschmirgelst. Wahrscheinlich hast du ein älteres Werk von mir benutzt, in den jüngeren empfehle ich insbesondere für Wohnmobilisten in der Gegend von Tala die „Keshtjella Margarita“, ein sehr ordentliches Restaurant ein paar Kilometer landeinwärts. Dort windet es nicht mehr und das Angebot an Speisen ist vorzüglich.
Ja, das ist wahr. Bei meinem 25 Jahre alten Auto ist mir das aber relativ egal. Der Wind ließ dann aber auch zum Sonnenuntergang nach, nachts war es windstill. Was aber noch wesentlich derber als der Sandsturm da war, haben wir einige Jahre vorher direkt unterhalb des Llogara-Passes (Südseite, da wo der Kies abgebaut wird) erlebt. Da ist der "Sand" deutlich gröber, das hat sich angefühlt als würde man sich ein Sandstrahlgerät auf die Hand halten. Wahnsinn :)

Re: Urlaubsbericht Balkanreise 2014 (Albanien ausführlicher)

Verfasst: Di, 10. Mär 2015, 21:09
von GjergjD
Sehr schön beschrieben. Auch Franken ist immer eine Reise wert :wink:
stickedy hat geschrieben:Wir sind dann nach weiter nach Bar gefahren und haben kurz dahinter mal wieder gespeist. Danach hab ich den Sozina-Tunnel zurück ins Landesinnere nach Podgorica genommen und wir sind nach Niksic gefahren.
Hat in letzter Zeit mal jemand den Paß nahe dem Tunnel von Virpazar nach Bar genommen? Ich habe diese Straße im letzten Sommer befahren und selten so eine "abgefahrene" Strecke erlebt. Die Natur erobert sich diese einstmals gut ausgebaute Straße zurück, trotzdem ist sie noch auf Asphalt befahrbar, aber aufpassen, wo Teile der Straße unvermittelt weggebrochen sind :twisted: Verkehr ist nahezu gleich Null.

Re: Urlaubsbericht Balkanreise 2014 (Albanien ausführlicher)

Verfasst: Di, 10. Mär 2015, 21:50
von volkergrundmann
GjergjD hat geschrieben: Hat in letzter Zeit mal jemand den Paß nahe dem Tunnel von Virpazar nach Bar genommen? Ich habe diese Straße im letzten Sommer befahren und selten so eine "abgefahrene" Strecke erlebt. Die Natur erobert sich diese einstmals gut ausgebaute Straße zurück, trotzdem ist sie noch auf Asphalt befahrbar, aber aufpassen, wo Teile der Straße unvermittelt weggebrochen sind :twisted: Verkehr ist nahezu gleich Null.
Ich hatte schon bei meiner letzten Reise vor ein paar Jahren einen recht gespenstischen Eindruck von der Strecke. Bei Radlern hat sie allerdings fast Kult-Status.