Kenner der Szene werden es mit großem Erstaunen registrieren: Der seit etlichen Jahren fertige, moderne Flughafen von Kukes wurde nun völlig unerwartet doch noch offiziell eröffnet.
Das ominöse Flughafenwunder, dessen Nicht-Funktion alle dort vorbei fahrenden ausländischen Touristen immer wieder verblüffte und das im Lande allzeit die Gerüchteküche bis zum Überkochen anheizte, wurde auf den sicherlich von allen Europäern leicht über die Lippen zu bringenden Namen des Finanziers getauft: „Zayed Bin Sultan Al-Nahyan“.
Nun frage bloß nicht jemand, wann er denn nach Kukes fliegen kann. Es gibt nämlich nach wie vor keinen Flugplan, und wann von der schicken Landebahn je ein Flugzeug abheben wird, dürfte noch einige Zeit ungewiss bleiben. Pfeifen doch in Tirana die Spatzen von den Dächern, dass der Vertrag zum Bau des Hauptstadtflughafens die Klausel enthielt, dass Albanien für 20 Jahre keinen weiteren in Betrieb nehmen darf.
Rationale hat das Ereignis dennoch: Derselbe Scheich soll nämlich die Autobahn nach Elbasan finanzieren, da kann man ihn doch nicht damit düpieren, dass sein vorheriges großzügiges Geschenk für ewig uneingeweiht bleibt.
