Zitat:
A family from Kosovo was attacked while travelling from Kosovo to Durrës on vacation. A mother of two was injured while two gunned teenagers attacked the car she was travelling in with the aim of stealing it. The incident happened along the Kukës-Morina road section only few kilometres after the family had passed the border crossing. Kukës police tried to play down the incident in order not to cause panic among the other travellers. The incident ended with the police arresting two of the suspects. Immediately after the incident, the police increased the number of police on the road segment and on the border crossing in order to ensure higher security for travellers.
Zitatende
Damit keine allgemeine Panik entsteht, sage ich zuerst noch mal: Es gilt weiterhin, dass indivudualreisende Ausländer in der Fläche des Landes und vor allem in den Bergdörfern weitgehend auf das traditionelle Gastfreundschaftsgebot der Bevölkerung verlassen können - sofern sie sich so benehmen, wie die Albaner das von Gästen erwarten.
Wie ich aber im Forum schon mehrfach hinwies, haben wir es in verschiedenen städtischen Zentren mit jetzt (langsam) sichtbar werdender Tendenz der Ausprägung von Kriminalität gegenüber Touristen zu tun. In Tirana haben zur Zeit Taschendiebstähle erstmals eine solche Dimension erreicht, dass das unter Ausländern Thema ist. Die Stadt leidet auch unter deutlich mehr gewordenen Wohnungseinbrüchen. Erste direkte Raubüberfälle auf Ausländer wurden berichtet.
Das Niveau und das Ausmaß von deutschen Großstädten hat das noch lange nicht, aber vollkommen entspanntes, vorsichtsfreies Bummeln durch alle Viertel, wie das noch vor zwei Jahren möglich war, sollte man sich in Tirana nicht mehr leisten.
Besondere Vorsicht bei Individualtouristen ist jedoch für Besuche im Raum Kukes angezeigt. Wir haben auch hier im Forum in den letzten Wochen mehrere Informationen über tätliche Übergriffe gegen Motorradfahrer. Die Ursache liegt meines Erachtens in einer Ausnahmesituation, der besonderen Zusammensetzung der dortigen Bevölkerung. Kukes ist keine historisch gewachsene Stadt sondern war zu Enver Hoxhas Zeiten eine Art Verbannungsort, Dort wurden sowohl politisch Missliebige als auch Kriminelle hin gezwungen. Dies hat eine Bevölkerung ohne regional verwurzelte Mentalität und Moral geschaffen. Hinzu kommen starke heutige kriminelle Verbindungen zum Kosovo. Die Hernawachsende Jugend dort hat keine Perspektive und mangels Bindung an traditionell verwurzelte positiv-ethische Verhaltensweisen liegt da der Übergang ins Kriminelle besonders nahe.
Leider befürchte ich, dass bei Ausbleiben tatsächlicher Wirtschaftsentwicklung und dem Entstehen von Arbeitsplätzen das "Kukes-Syndrom" über kurz oder lang auch auf andere albanische 'Städte übergreift.
Also, sich relativ sicher fühlen in Albanien, ja, weiterhin. Aber insbesondere in städtischen Ballungszentren nicht die Vorsicht vergessen und verdächtige Gruppen von Jugendlichen meiden (was ja eigentlich für alle europäischen Länder, und nicht zuletzt für Deutschland, auch gilt).
Und, das ist letztlich der Sinn dieser Info, Motorradfahrer, die den Umkreis von Kukes tangieren, sollten hier besonders vorsichtig sein.
