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Miss Kosovarja
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Mi, 20. Jun 2007, 22:31

Ach, das ist ja mein "Niset trimi per gyrbet":
Miss Kosovarja hat geschrieben:Wenn ich an meine Heimat denke, ertönt in meinem Unterbewusstsein plötzlich ein altes albanisches Lied, welches mich all die Jahre in meiner Sehnsucht begleitet hat. ("Niset trimi per ngyrbet" von Sinan Vllasaliu) Du glaubst ja nicht wie mich immer alle ausgelacht haben, dass ich schon bei den ersten Klängen und Worten dieser Melodie so heftig in Tränen ausbrach, dass meine Wangen völlig durchnässt waren. :lol:
Da leben doch verloren geglaubte Erinnerungen wieder auf. :cry:
... Jeder Gewinn, der Ehre kostet, ist ein Verlust ...

... Eine handvoll Heimaterde ist mehr wert als zehntausend Pfund fremden Goldes ...

... Nicht wo du die Bäume kennst, sondern wo die Bäume dich kennen, ist deine Heimat ...

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Miss Kosovarja
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Mi, 20. Jun 2007, 23:33

Ich danke euch sehr für eure Anteilnahme wegen meiner Mutter. Es gibt Dinge von damals, an die ich manchmal gar nicht denken möchte, weil ich gemerkt habe, dass ich damit nur innerlich sterbe. Als meine Großmutter im Sterben lag, hatte sie meine Mutter mehr als 10 Jahre nicht gesehen. Als meine Mutter dann noch rechtzeitig zu ihr fahren konnte, unter größtem Risiko, hat meine Großmutter einen Satz gesagt, der meiner Mutter "ja ka biruar zemren". Als sie meine Mutter neben ihrem Bett stehen sah, sagte sie: "Jetzt kann ich endlich für immer gehen". So, als hätte allein der Wunsch und die Sehnsucht nach ihrer Tochter sie noch am Leben erhalten. Einen Tag später ist sie gestorben. Meine Mutter kam nicht mehr als die Frau zurück, als die sie gegangen ist. Ich habe da verstanden, dass man Trauer an den Augen eines Menschen ablesen kann, zum ersten Mal in meinem Leben sah ich ein trauriges Lächeln. Ich habe dieses Lied jetzt nach langer Zeit zum ersten Mal wieder gehört und ich hasse mich dafür, dass ich es nicht einfach sein gelassen habe. Irgendwie trage ich seither ein Gefühl in mir, das mich nicht verzeihen lässt. Es ist unerklärlich, denn auf wen sollte ich schon wütend sein? Aber es ist ein Gefühl, dass mich nicht einfach vergessen lässt, mich nicht akzeptieren und nicht vergeben lässt und das macht alles nur noch schlimmer. Es ist so schwer, wenn man nicht akzeptiert, weil man somit eine Sache nicht ruhen lässt.
Ach man mel_ody, wieso hast du dir nur so einen Thread ausgesucht, bei dem ich einfach nicht widerstehen kann? :lol: :cry: Für mich gilt immer, dass ich bestimmte Gefühle nicht aussprechen will, weil ich sie selbst nicht hören möchte. Indem ich sie hörbar mache, schenke ich ihnen Beachtung und sie leben auf, wobei man sich andauernd wünscht, dass sie endlich erlöschen mögen.
Ich wette morgen lache ich über diesen Beitrag, aber im Moment könnte ich heulen. :cry: :lol:
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lord_red_dragon
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Do, 21. Jun 2007, 20:31

@Miss Kosovarja
ich kann dich echt gut verstehen.
die Geschichte mit meiner gross Mutter und meiner Mutter war auch beinahe gleich wie deine, ich kann dich echt verstehen!!!, und bei meinem Vater lief es auch net besser.
Ich kannte meine gross Väter nicht und meine gross Mütter nur sehr wenig, heute bereue ich es wieso ich nicht öfters bei ihnen gegangen bin, naja wahrscheinlich war ich damals noch zu klein um so zu denken!

und dieses Trauer und diesen Wut das du hast/spürst, ich denke so was hat jeder von uns (ich hab so was auch), vor allem wenn ich solche Lieder höre über Kosovo, dann kommen mir Gedanken hervor die ich am liebsten nie hätte denken sollen/wollen.
Zum Glück kommen bei mir die Tränen sehr sehr selten, sonst hät ich ganz viele bis heute vergossen!!

@Bizza
diese lied wird erst dann nicht mehr gehört wenn die Menschheit aus stirbt haste recht :wink:

@mel_ody
Zitat: lord_red_dragon
in letzer zeit ist es für mich noch schwerer geworden, verwante verloben sich und ich kann nicht dort sein, sie bekommen kinder und ich lerne sie erst kenne wenn sie schon laufen oder schon renden können, einige sterben, und ich kann nicht dort sein (klingt zwar blöd aber den letzen respekt hät ich doch gern einigen gegeben)


Diesen Abschnitt musste ich zweimal durchlesen Lord..
Ich weiss nicht ob schön der richtige Begriff dafür ist, aber du hast es wahrhaftig und weise beschrieben..

Ich weiss auch net ob schön der richtige Begriff dafür ist!!!
Aber es klingt doch sehr gut ;)
Aber eben in letzter Zeit passiert das bei mir öffters und es nimmt mich doch mehr mit als ich gedacht hatte/hätte.

nach meinen letzten Beitrag hier ist mir vieles durch den Kopf gegangen sehr vieles.
Ich habe nach positive Sachen gesucht, fand sie auch, doch das nahm mir die sehn sucht für Kosovo auch nicht weg.
Am Dienstag sind meine Eltern nach Kosovo geflogen, am tel klangen sie zwar ein bisschen besorg weil sie uns (mich und meinen Bruder) hier alleine gelassen haben doch man konnte es in ihrer stimme hören, sie klangen viel glücklicher, hach wenn ich mir vorstelle sie dort ich hier dann ich könnt huelen :D

Mir ist bei diesem Thema eine vergessen geglaubte Geschichte wieder eingefallen:
Ich war zwischen 3 und 5 Jahren alt (ich sagte euch bereit ich kann mich an Geschichten erinnern die manchmal meine Mutter schockieren :D), mein Vater war in Kosovo für ne kurze zeit gekommen und er musste wieder zurück in die Schweiz, und mein Vater sagt mir aus spass das er mich mitnehmen würde in die Schweiz.
(ihr könnt euch ja bestimmt vorstellen was für eine Freude ich hatte)
und am letzen Tag dann am abend als er losfahren wollte sass ich in seinem Auto, und sagte ihm: „ich komme heute ja auch mit juhuu“ und dann sage er: „nein du kannst nicht mit kommen du musst hier bleiben“
ich konnte es kaum glauben was er da sagte, meine Mutter zog (zerren währe vllt das richtige Wort) mich aus dem Auto ich fing an zu weinen, mein Vater fuhr los, und weg war er, somit auch meine Freude und mein Traum, mit dem Vater zusammen zu sein.
Ich habe bis tief in die nacht geweint, und hatte es damals nicht verstanden wieso er immer wieder gehen muss, doch heute weiss ich es zum Glück, heute versteh ich sogar wieso er damals das zu mir gesagt hatte.
Und trotzdem obwohl ich heute alles verstehe tief in meinem herzen kommt der Gedanke immer wieder hoch, „wieso konnte ich nicht mit meinem Vater spielen als ich klein war, wieso diese und wieso jenes nicht mit dem Vater“ ich will nicht sagen ich hasse ihn dafür nein, ganz und gar nicht, aber es ist halt ein komisches Gefühl.
Naja, ich habe viele solche Geschichten die ich hier erzählen könnte, doch ich bin mir über den nutzen dieser Erzählungen nicht ganz im klaren. (auf mich persönlich bezogen)

Mir ist letztens auch ein Lied eingefallen das singt eine Frau im Film „King Arthur“, es passt eigentlich auch ganz gut zu uns Albaner ;)

„Land des Adlers Land des Bären, Land wo wir die Welt erblickten, wir gehen nach Haus, wir gehen nach Haus, Wir gehen nach Haus über die Bergen...“
naja wenn man es hört klingt es schöner :D,
und immer hin gehen wir alle nach Haus über die berge im lande des Adlers!!!

Ju pershendes

me:

http://www.youtube.com/watch?v=7xqXSgHc-ok

PS: fangt bitte nicht schon wieder an über unsere lieder hier zu diskutieren danke :wink:
Wörter sind gut doch Taten sind besser.

Die Verantwortung zu tragen ist hart, die Kosnequenzen zu tragen noch härter.

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