Inzwischen waren wir in Voskopoja. Die Strasse von Korca aus ist zwar relativ schmal und auch der Belag recht holprig, aber die Strasse ist zumindest komplett befestigt, so dass man auch bei nassem Wetter ohne Allrad problemlos hinkommt: als wir in Korca losfuhren, brach gerade ein richtiges Gewitter los, das erst nach Ankunft in Voskopoja aufhörte.
Bzgl. des Wegs hatten wir Glück, ein freundlicher Albaner, den wir an der Grenze am Ohridsee kennengelernt hatten und der ebenfalls nach Korca fuhr, führte uns bis zur Strasse, die nach Voskopoja führt. Von der Stadt fährt man auf dieser Strasse immer nur geradeaus und kommt direkt nach Voskopoja. In Korca selber war sogar ein kleines Hinweisschild mit der Aufschrift Voskopoja auszumachen, das wir aber ohne die fremde Hilfe wohl nicht so schnell gefunden hätten. Im Bradt-Travel-Guide Albania ist ein recht guter Stadtplan von Korca drin, der auch die Strasse nach Voskopoja aufführt (dort als Ajet Xhindolli bezeichnet).
Von Pogradec her kommend fährt man Richtung Stadtzentrum rein (Einfallsstrassen zur Zeit in furchtbar schlechtem Zustand, fast nur Schritttempo möglich), hält sich dann leicht rechts entlang der Durchfahrtsstrasse und sucht oder erfragt die nahe der Mirahori-Moschee nach rechts abzweigende Strasse nach Voskopoja. Ist die Strasse erst mal gefunden, kann man fast nichts mehr schief machen, alles geradeaus, zuerst über eine Ebene, wo sich die Strasse nach einiger Zeit gabelt (keine Hinweisschilder): hier links halten und nicht der Versuchung erlegen, die frisch geflasterte Strasse nach rechts zu nehmen.
Nun beginnt die Strasse anzusteigen, die Abzweigungen zu einzelnen ausgeschilderten Dörfern nach links und rechts wird man nicht in Versuchung kommen zu fahren. Alles geradeaus kommt man nach einiger Zeit auf eine Hochebene, durch die man noch ein Stück fährt bis Voskopoja. Hier kann man wirklich nicht mehr falsch fahren.
In Voskopoja haben wir übrigens in dem wunderschön oberhalb des Dorfes in einem Wald gelegenen Hotel Akademia übernachtet, das auch ein prima Restaurant beherbergt. Rund um das Hotel ist ein schöner Park, in dem man gut auch einmal einen Tag Ruhepause einlegen und die gute Berglusft geniessen kann. Die Zimmer sind einfach eingerichtet, aber in Ordnung. Buchen kann man sogar über Internet:
http://www.albania-hotel.com/de/hotel_akademia.html, wir haben aber auch vor Ort noch problemlos ein Zimmer bekommen. Die Eigenwerbung "Das Service-Personal ist freundlich und zuvorkommend und spricht englisch" können wir nur bestätigen, mit der Ergänzung "spricht englisch und zum Teil italienisch".
Mit entsprechender ortkundiger Führung kann man von da aus bestimmt auch wunderschöne Wanderungen unternehmen.
Zum Hotel gelangt man, wenn man den Weg zum Kloster oberhalb des Dorfes nimmt. Kurz bevor man von Korca kommend nach Voskopoja gelangt, weist am Dorfrand ein Wegweiser (Hotel Akademia) nach rechts, man folgt einer nach unten führenden, unbefestigten Strasse, an einigen Neubauten vorbei, ohne ins Dorf reinzufahren. Nach knapp einem km gelangt man an einen Fluss, wo sich die Strasse verzweigt (altes, verwittertes Schild mit Hinweis auf das Kloster), man fährt hier weder nach links noch nach rechts (wo eine Bar/Taverne ausgeschildert ist), sondern geradeaus über die Brücke mit den hellen Natursteinen über den Fluss, von wo der Weg steil hinaufführt. Dieser Strasse kann man nun bis zum Hotel folgen, sie macht nach einiger Zeit eine Rechtskurve, dann kommt man in einen Wald. Gut einen km nach der Brücke sind links zwischen den Bäumen diverse Gebäude auszumachen, und bald schon folgt der Hotelparkplatz, den man auch benutzen sollte, wenn man das Kloster besichtigen möchte (noch ca. 10 Minuten zu Fuss bergauf). Die Kirche des Klosters war leider verschlossen, und der ganze Komplex schien in Wiederherstellungsarbeiten begriffen zu sein. Durch die Fenster war sogar eine Art Massenlager auszumachen, vielleicht für Gäste mit weniger Ansprüchen? Von der Abzweigung beim Dorfeingang sind es ca. 2 km bis zum Hotel.
Auf den im Internet verfügbaren russischen Karten 1:50.000 kann man sich den Situationsplan ansehen, der die Anfahrt zum Hotel und Kloster ziemlich genau wiedergibt: das Blatt mit Voskopja ist zu finden unter
http://sunsite.berkeley.edu:8085/albani ... -126-1.jpg.
Das Hotel befindet sich in den Gebäuden, die unmittelbar rechts der Schnittstelle der waagerechten Achse 01 mit der senkrechten Achse 66 eingezeichnet sind (mit russ. Inschrift "pionerlager'"). Etwas weiter rechts oben, in der Mitte des Planquadrates, genau in der Mitte zwischen den beiden Höhenangaben 1395 und 1351, befindet sich ein Kreuz, das das Kloster bezeichnet (russ. Inschrift "monastyr'"). Das Dorf Voskopoja selber ist links unten, jenseits des Baches eingezeichnet.
Übrigens: wenn man den Bach in Richtung Hotel überquert hat, sind in dem Hang rechts der Strasse, wo auf der Karte 25/10 eingetragen ist, zwei grosse, recht unheimlich wirkende Bunker in den Berg eingelassen, und zwar nicht in der "klassischen" Pilzform, sondern in Form grosser "Garagentore". Von der Strasse selber aus sind sie nicht zu sehen, bloss vom Hügel auf der anderen Seite des Flusses, wo etwa auch die Kirche Shën Thanasit liegt.
Aufgrund der besonders eindrücklichen Stimmung mit den beeindruckenden Kichen und der schönen, ruhigen und sauberen Berglandschaft hat uns Voskopoja sehr gut gefallen und gehört zu Orten, wo es uns am besten gefallen hat in Albanien. Wir können also einen Abstecher nach Voskopoja nur empfehlen.
Daniel