Da ich schnell keinen passenden Eintrag gefunden habe, mache ich mal wieder einen neuen auf. Ein Käufer meines Reisehandbuch sandte mir das folgende Feedback über eine jetzt eben, also Februar-März stattgefundene Wanderreise durch Süd-Albanien. Gewiss, auch ich empfehle diese Zeit nicht für touristische Einreisen und habe dafür Gründe. Aber mit dem nötigen Enthusiasmus und mit Suchbereitschaft nach Unterkünften (und Akzeptanz möglicherweise wenig komfortabler) kommt man eben in Albanien praktisch überall durch. Nachahmer merken sich die höchst nützlichen Tavernen-Hinweise vor (ich mir auch). Übrigens, mein neuer Geheimtipp für die Übernachtung in Gjirokastra ist das Hotel "Gjirokastra" ( 40° 4'23.87"N, 20° 8'15.45"E), auch traditionell, Mutters einheimische Küche, akzeptabler Preis, ruhige Lage, Zugang auch mit Auto. Hier also Auszüge aus dem Bericht der Familie Ebenhoch (Namensveröffentlichung zugestimmt) :
Wir sind mit dem Zug nach Brindisi, mussten aber gleich feststellen, dass sich ab 01.03.2013 die Pläne geändert haben. Also zurück nach Bari und mit der Fähre nach Dürres, statt über Brindisi nach Vlora. Am nächsten Morgen sind wir dann mit einem Furgone zu unserem Ausgangspunkt Vlora.
Von Vlora sind wir am ersten Tag über die Ruine Kanine, Drashovica, Vodica nach Kote, wo wir ein privates Zimmer bekommen haben und mit netten Leuten Bekanntschaft machen konnten. Der Ausflugsgasthof, den Sie früher gesehen haben war zwar geöffnet (und die Tischlein nett gedeckt), aber wir mussten uns mit einem Cay mali begnügen. Vielleicht ist hier im Sommer möglich, zu übernachten.
Von Kote sind wir teils an der Strasse, teils über wunderschöne Feldwege nach Mesaplik/Shales weitergewandert und konnten dort wieder bei einer Familie übernachten. Am dritten Tag sind wir über einen Partisanenweg nach Kuc gegangen und konnten bei Mozi schlafen. Mozi ist der Besitzer des nettes Fischlokals in Kuc - übrigens ist das Essen dort sehr zu empfehlen.
Am Tag danach sind wir durch die Schlucht und das Flussbett von Kuc nach Progonat weitergewandert. Der Weg war nicht einfach, dafür die Sicht unten und in den Bergen ein Traum. Kurz vor Progonat biegt der Feldweg nach Golem in die Berge ab und wir hatten auf ca. 1200 m noch etwas Schnee. Auf der anderen Seite des Passes liegt Golem, wir sind aber noch weiter nach Kolonie. Dort ein Zimmer zu bekommen war etwas schwieriger, aber wir hatten Erfolg.
Am 5. Tag sind wir über Pixar an die Hauptstrasse runter. Der Abstecher in das griechische Dorf Anton Poci hat sich gelohnt, denn dort gab es drei Tavernen. Wir hatten traumhafte Lammkotletts und selbstgemachten Wein.
Die Strecke von Anto Poci nach Gjirokaster war ok, aber keine Höhepunkte. In Gjirokaster hat's geregnet, aber das nette Zimmer im Hotel Kalemi brachte etwas angenehmen Ausgleich. Restaurant Festival gibt es nicht mehr. Dafür waren Restauran Sofra und Calupi für uns positive Erfahrungen.
Die letzten beiden Tage sind wir über Libohove an die Grenze nach Kakavje. Landschaftlich in Ordnung, nur der Teil ab Libohove war noch etwas wie ein Höhepunkt. In Libohove gibt es 2 Übernachtungen und 2-3 Restaurants.
Alles in allem hatten wir eine sehr schöne Wanderung - 154 Kilometer durch Albanien - die wir nie vermissen möchten. Rückreise über Ioannina in Griechenland unproblematisch und ein netter Ausklang. Vielen Dank nochmals für Ihre Hilfe und den netten Kontakt mit Ihnen.


