volkergrundmann
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Sa, 14. Aug 2010, 11:54

Nearly 400 fatal car accidents are recorded in Albania every year, amounting to 13.9 deaths per 100,000 people, slightly higher than the EU average, according to a World Bank study

...und genau das Doppelte der Pro-100.000-Verkehrstoten wie in D (2009). Wichtigster Rat, sich nicht provozieren lassen von der Fahrweise der Albaner. Wenn sie sich auch im Stau von allen Seiten vordrängeln, lasst sie. Es hat keinen Zweck, in Wut zu geraten und mitzumachen (habe ich mir zumindest immer wieder eingeredet, dran gehalten habe ich mich auch manchmal nicht).

Estra
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Sa, 14. Aug 2010, 16:47

tja Männer am Steuer... 8)

Aber manchmal sind nebst den tollen Hechten die in der Kurve überholen auch die Schuld, die dann nicht Platz machen, wenns eng wird, aus Trotz.
Autobahnen sind ja toll, aber wenn alle nur links fahren auch die langsamen irgendwie sinnlos. Und auch Fussgänger und Kühe auf der Autobahn/Strasse sind sicher ein erhöhtes Risiko. Kreisel sind auch super, wenn man die Regeln beherrscht. Also für all die Erneuerungen im Strassenverkehr müsste man für alle die den Führerschein anno irgendwann gemacht haben einen Auffrischkurs anbieten.

volkergrundmann
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Sa, 14. Aug 2010, 20:58

Die Hitze... der Stress... das Ego.
Ich registriere zumindest noch, wieviel (wie wenig) Zeit es erfordert, bevor ich mich im Stau vom "deutschen Bildungsbürger" zum X5-Albaner verwandelt habe. Auch wenn ich für mein Latein schon mal abgestraft wurde:Nihil humani a me alienam puto - zu Deutsch: Nichts Menschliches ist mir fremd.
Nichts desto trotz: Die Dinge im albanischen Straßenverkehr eskalieren in einer Art Gesetzmäßigkeit zur Katastrofe. Wer die moralische Kraft hat, sich dem Trieb des Tierischen zu widersetzen, hat 75% Chance, zu überleben. Die restlichen 25% sind dann z.B., platzende (weil uralte oder fünfmal geflickte) Reifen, oder nur das balkanische Gestikulieren hinter dem Steuer mit der Familie beim Entgegenkommenden. Aber wer das Restrisiko nicht abkann, der sollte zu Hause im Bett bleiben und nicht nach Albanien fahren.

hoval789
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Sa, 14. Aug 2010, 23:40

Ich kann Volkers Einschätzung aus eigener Erfahrung nur bestätigen.

Ich möchte mit meiner Familie nicht den Heldentod auf Albaniens Straßen sterben und habe mich nach einigen negativen Erfahrungen der letzten Tage entschlossen, mich auf Albaniens Straßen ab sofort nur mehr völlig defensiv zu verhalten.

Interessant für mich ist dabei die Tatsache, dass offensichtlich gerade die Auslandsalbaner (und davon gerade diejenigen mit I- und GB-Kennzeichen), die ja aus ihren neuen Heimatländern eine einigermaßen zivilisierte Fahrweise kennen, im eigenen Land besonders rücksichtslos agieren.

Wie seht ihr das ?
Pro Albania

volkergrundmann
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Sa, 14. Aug 2010, 23:51

hoval789 hat geschrieben:
Interessant für mich ist dabei die Tatsache, dass offensichtlich gerade die Auslandsalbaner (und davon gerade diejenigen mit I- und GB-Kennzeichen), die ja aus ihren neuen Heimatländern eine einigermaßen zivilisierte Fahrweise kennen, im eigenen Land besonders rücksichtslos agieren.

Wie seht ihr das ?
Exakt so. Wie die sich verhalten, ist ein Thema für eine Doktorarbeit. Da ist eine enorme Bandbreite des Irrationalen und psychisch völlig Überdrehten bzw. Überforderten drin.
Viele Albaner, die in die Heimat zurückkommen, sind offenbar überfordert, die Rolle die sie im Ausland tatsächlich spielen, mit der Erwartungshaltung ihrer Familie und Freundesgemeinschaft sowie ihrem eigenen Ehr- und Stolzbedürfnis noch einigermaßen auszubalancieren. Das bricht sich dann irgendwie in ihrem fahrerischen Verhalten Bahn.

hoval789
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So, 15. Aug 2010, 0:12

Albaner und Straßenverkehr ist sowieso eine "Never-ending-story", schau ma wie das weitergeht.
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Estra
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So, 15. Aug 2010, 11:10

ja sicher ist es schwieriger, da sich niemand an die bie uns mühsam gelehrten Strassenregeln hält. Aber ist das nicht auch in Italien schon so??
Und wenn ich hier den Sicherheitsabstand auf der Autobahn einhalte, hat es immer ein paar ganz Schlaue, die denken ich halte ihnen ein Plätzchen frei, damit sie sich einreihen können. Heisst dann, wieder zurückfallen lassen, damit man dem Schlauen nicht ins Hinterteil fährt.
Es ist genau so gefährlich, aber dank der gut ausgebauten Strassen und Verkehrserleichterungen hat es meistens weniger Folgen.
Gruss Estra

roland
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Autofahren

Fr, 20. Aug 2010, 7:37


Ralf K.
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Re: Autofahren

Fr, 20. Aug 2010, 15:50

roland hat geschrieben:noch so ne Autofahrer-Region
Vor meiner Persien-Reise mit dem Mopped vor einigen Jahren wurde ich von einem Perser bzgl. der Verkehrssitten "aufgeklärt": "Zum Glück wollt ihr nicht weiter bis nach Pakistan, denn dort fährt man mit Berührung."

Was diese stufenweise Änderung der Verkehrssitten zwischen Mitteleuropa und Vorderasien bedeuten sollte, habe ich dann selbst erfahren: Istanbul ist im Gegensatz zum SZ-Bericht ein Kindergeburtstag, denn das Tempo in der Stadt ist nicht besonders hoch. Man braucht eine sehr kräftige Hupe. Das größte Risiko ist der extrem glatte Asphalt besonders im Bereich vor Kreuzungen und Ampeln. Etwas kritischer ist es in (Ost-)Anatolien, denn dort muß man wirklich damit rechnen, daß Einzelne fahren, als hätten sie ihren Führerschein noch nicht mal gekauft. Dort beginnt man dann weiterhin zu lernen, daß Schilder am Straßenrand i.A. eine unverbindliche Verkehrsempfehlung darstellen. Im Iran wird's lustiger je weiter man nach Osten kommt. Die unverbindlichen Verkehrsempfehlungen erwähnte ich schon, dazu zählen spätestens ab Teheran auch Ampeln, wobei es davon gar nicht mal so viele gibt. Kreisverkehre sind viel besser, denn da hat jeder Vorfahrt. Also jeder, der nicht bremst. Gewöhnt man sich dran, auch als Moppedfahrer, denn es wird wirklich nicht auf Berührung gefahren. Der Sicherheizabstand wird anerkannt und ggf. auf wenige cm reduziert. Das ist allerdings gewöhnungsbedürftig. Meshhed im NO vom Iran ist eine weitere Vorstufe zu pakistanischen Verkehrsgepflogenheiten, mischen doch dort noch etliche Touristen bzw. Pilger aus den zentralasiatischen Ländern im Verkehrsgewühl mit. Es wird selten aggressiv und bleibt ohne Berührung, Rückspiegel außen gibt es keine mehr, nach hinten schaut keiner, aber wenn man mal 1cm Vorsprung vor dem anderen hat, dann wird das respektiert. Ganz im Gegensatz zu .de, .ch oder .at. Und dann wird auch nicht erwartet, daß man noch nach hinten schaut, was man aber als Moppedfahrer aus Europa trotzdem (heimlich) tut.

Leute, erzählt viel über den Verkehr in Albanien, aber übertreibt nicht! Ich habe auch dort problemlos per Mopped das Land bereist. Wenn wir mit den Moppeds schneller fahren wollten als die Einheimischen in den Autos, dann hat man uns das gegönnt und uns nicht beim Überholen behindert (wie in .de, .ch oder .at). Wollten wir langsam fahren zwecks Sightseeing oder wg. der für Moppeds ungünstigen Bodenverhältnisse, dann wurde auch das respektiert, z.B. Baustellen-Schotterstrecken, die per Wasser aus dem LKW zur schmierigen, aber staubfreien Piste gewandelt werden. Das ganze Verkehrsgeschehen ist recht kalkulierbar. Nur einen Unfall mit einem albanischen Fahrzeug mit einem erkennbar ehemaligen deutschen Kennzeichen möchte ich nicht haben, denn diese sind häufig genug nicht gültig und somit die Fahrzeuge offensichtlich gar nicht versichert.

Gruß, Ralf

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