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"Torbesh" - Eure Meinung

Die albanische Kultur ist vielen Mitteleuropäern fremd - Fragen und Diskutieren ist hier erlaubt.

"Torbesh" - Eure Meinung

Beitragvon kefalo » Fr, 23. Apr 2010, 23:01

Mirë dita,

Ich bin neu hier und die folgenden fragen sind der grund für meine registrierung.

Ich bin ein sogenannter "Torbesh". Ich lebe in Zürich und komme ursprünglich aus Nord-Prizren. In meiner familie wird ein serbokroatischer dialekt gesprochen, den wir selbst als nashinski (deutsch: nach Unserem, nach unserer sprache) betiteln. Ich will euch meine Familiengeschichte erzählen:

Frühestens im 17. und spätestens im frühen 19. Jahrhundert, beschlossen 4 Brüder aus Albanien. genauer - aus Bellë in Kukës, ihre heimat zu verlassen um auszuwandern in ein besseres Leben. Die Brüder hiessen "Bairë", "Mulë" und die anderen habe ich vergessen.
Sie kamen an in den Bergen Nord-Prizrens, wo sie beschlossen anzusiedeln. Es schlossen sich ihnen viele neuankömmlinge an aus den verschiedensten Ethnien (meist albaner, aber auch slawen aus bulgarien, mazedonien etc.). Ihre neue heimatstätte nannten sie Skorobishtë, wie es heute noch auf Strassenschildern zu sehen ist. Skorobishtë wurde unterteilt in ca. 10 Mahallas (Xhaferet, Bajret, Jusufet, shabanet etc.) die gründer skorobishtes, männer aus verschiedenen ethnien, kommunizierten in einer einheitssprache und orientierten sich nach einer einheits kultur. Die Religion war der Islam. Da die leute alle muslime waren, schlossen sie sich der kosovo-albanischen kultur, die vom orient beeinflusst worden ist, an und feierten hochzeiten, sangen lieder und benannten ihre kinder gleich wie alle anderen albaner kosovos. Sie übernahmen jedoch nicht die albanische Sprache - wieso? ich weiss es nicht! Sie übernahmen einen serbokroatischen dialekt, ähnlich wie in mazedonien.
In skorobishtë unterrichtete man die kinder im mahalla im privatunterricht auf albanisch, daher war jeder torbesh skorobishtës befähigt beide sprachen zu sprechen - das albanische und das serbische. wann? früh - ca. 19. Jahrhundert! das heisst die allerersten einwohner skorobishtes sprachen beide sprachen. offiziell jedoch unterrichtet man in der schule von skorobishte erst seit 1973 auf albanisch. (NICHT ALLE TORBESH LERNEN IN DER SCHULE ALBANISCH!!!! DIE SÜD-PRIZREN-TORBESH LERNEN DIE SPRACHE NICHT. SELBST HEUTZUTAGE NICHT! AUSSER IN EIGENBEMÜHUNG!!!) zuhause wird serbokroatisch geredet bis auf einige ausnahmen. Noch höher in den norden, weiter weg von prizren kommen wir in eine stadt namens Mushtishtë. Die Torbesh waren damals die klare mehrheit in dieser stadt um 1973, heute gibt es dort keine torbesh. wo sind die hin? die sind noch da, jedoch haben sie die albanische sprache zur muttersprache gemacht und zählen seit dann als Albaner. Ratet mal wer aus Mushtisht und somit eigentlich torbesh ist! ich verrate es euch - SHKURTE FEJZA :)

Skorobishtë wurde in unserer neuen Zeit bald zu klein für die mittlerweile tausenden von einwohner. Sie zogen um. Sie ergründeten einen Prizren-Vorort namens "Lubizhdë", wo ich heute lebe. Die Schulen, der Nord-Prizren-Torbesh sind albanisch, die jugend kommuniziert seid dem krieg auf albanisch, nur zuhause spricht man noch serbokroatisch. Lubizhdë ist geteilt: 60% Torbesh, 30% Albaner, 10% Torbesh, die albanisch zur muttersprache machten. Der bekannteste Torbesh: UCK Komandant DRINI - Ekrem Rexha.

<a href="http://kosovare.forumotion.com/histori-f8/kush-ishte-komandant-drini-t507.htm"><img src="http://www.mustafa.elshani.btinternet.co.uk/Eks1.jpg" alt="Mehr über Komandant Drini"></a>

Dies ist meine Familiengeschichte. Ich stamme von einem der 4 Brüder aus Albanien (Mulë) trage einen albanischen vor und nachnamen, mein albanischer Fis (Stamm) ist 'Kastrati', bin in kosovo geboren, mein grossvater trug einen albanischen Plis auf dem Kopf und bin sehr stolz auf mein Atdhe (Vaterland) und meine familie. Ich spreche aber kein albanisch, bzw. lerne ich es gerade. Die letzte tatsache macht mich zu einem torbesh... Ich bin Albaner, nicht erst seit dem Krieg! Sondern seit generationen!
Für viele Landsleute ist Torbesh gleich Torbesh - dies ist jedoch nicht so! Die vielen torbesh haben alle verschiedene ethnien! Die Süd-Prizren-Torbesh aus den Shar-bergen die sich "Zhupa" nennen, kann ich selbst nicht ausstehen! Ich habe mit Bosnien NICHTS AM HUT! ICH BIN ALBANER UND SEHR STOLZ DARAUF!

wie steht ihr zu torbesh? kennt ihr torbesh? was erzählen die euch?

faleminderit edhe naten e mir
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Beitragvon Gedankensturm » Sa, 24. Apr 2010, 0:30

Ehm ich habe nicht viel Ahnung davon aber wenn du sagst, das die
Torbeschen aus Kukes /Albanien kamen, dann ist es logisch das
sie Albaner sind und sich der serbischen Sprache unterlegen haben.
Außerdem muss ich dich verbessern, die Stadt Prizren war schon
vorher von Albanern bewohnt.

Die Torbeschen kenn ich leider nicht so gut, was ich sagen
kann: Wenn du dich als Albaner fühlst und du diese Kultur
auslebst, dann bist du auch einer, erst recht wenn
du nachfahre einer dieser 4 Brüdern bist..

Shqipe, mos ta nin qa thojn tjert. Meso shqip, se mire ja ke nis.

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Beitragvon kefalo » Sa, 24. Apr 2010, 2:06

Gedankensturm hat geschrieben:Außerdem muss ich dich verbessern, die Stadt Prizren war schon
vorher von Albanern bewohnt.


Ich habe auch nie etwas anderes behauptet! inwiefern hast du mich verbessert?

kefalo hat geschrieben:Sie ergründeten einen Prizren-Vorort namens "Lubizhdë", wo ich heute lebe.


meinst du vielleicht diese aussage? damit meine ich nicht dass die torbesh prizren ergründeten, sondern ein dorf um prizren, das mittlerweile zur stadt gehört, einfach als vorort.
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Beitragvon Meta » Sa, 24. Apr 2010, 4:34

Veq mëso shqip se ma shqiptar se unë je :lol: .Vetem, që nga presioni kanë mësuar gjuhen të paret tu...Dhe, mëso letrarishten sepse ajo gjuhë shqipe që flet Prizreni nuk e merrë kush vesh...
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Beitragvon Topolino » So, 25. Apr 2010, 16:28

Hallo kefalo

Ich kenne eine, die auch aus Lubizhde ist und hier in der CH wohnt. Leider hab ich mit ihr nicht viel über unsere Nationalität(en) gesprochen. Ich weiss nur, dass sie ebenfalls nicht richtig albanisch kann, aber die albanischen Lieder hat sie drauf. :)

Ich hab auch oft bemerkt, dass man in meiner Verwandtschaft schlecht über die Torbeschen spricht, bsp. über den Mann meiner Tante ... ich denke das kommt daher, dass ihr serbisch (unsere Feindssprache) sprecht...
Gjaku i shqipes nuk hup kurre, ai gjake mbetet ne flamur.
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Beitragvon Gedankensturm » So, 25. Apr 2010, 16:39

kefalo hat geschrieben:
Gedankensturm hat geschrieben:Außerdem muss ich dich verbessern, die Stadt Prizren war schon
vorher von Albanern bewohnt.


Ich habe auch nie etwas anderes behauptet! inwiefern hast du mich verbessert?

kefalo hat geschrieben:Sie ergründeten einen Prizren-Vorort namens "Lubizhdë", wo ich heute lebe.


meinst du vielleicht diese aussage? damit meine ich nicht dass die torbesh prizren ergründeten, sondern ein dorf um prizren, das mittlerweile zur stadt gehört, einfach als vorort.


achso na denn, dann hab ich das falsch verstanden.
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Beitragvon kefalo » Mo, 26. Apr 2010, 19:36

Topolino hat geschrieben:Ich hab auch oft bemerkt, dass man in meiner Verwandtschaft schlecht über die Torbeschen spricht, bsp. über den Mann meiner Tante ... ich denke das kommt daher, dass ihr serbisch (unsere Feindssprache) sprecht...


Danke für dein feedback topolino! ja, ich kenne das... wisst ihr ich hatte mal eine freundin, die war wie fast alle meine freundinen, albanisch. als die zuhause von mir erzählte, sagte ihre mutter ich hätte einen schönen namen und käme aus einer schönen stadt im KS, als ihre mutter dann mit mir telefonieren wollte und sie ihr erklärte dass ich "Torbesh" bin, drehte sie durch und definierte "Torbesh": DIE SIND SCHLIMMER ALS DIE SERBEN.

Genau wegen solchen vorurteilen habe ich diesen thread eröffnet. es gibt "torbesh", welche ich selbst nicht als meine leute betrachte. ich sehe mich sowieso mehr als albaner als torbesh... jedoch sind die meisten torbesh aus nord-prizren sehr albanisch gesont.

1. In meinem Dorf gab es einige UCK-Kämpfer (sogar ein komandant)
2. Ein aussenstehender betritt mein dorf, fragt beim ersten laden nach dem weg, fährt wieder raus und man fragt ihn: waren das albaner? und er antwortet: die sahen aus wie albaner, die redeten wie albaner, ja das waren sicher albaner. wir unterscheiden uns nicht!
3. Liebe ich mein atdhe.

ich möchte, dass alle albaner wissen, dass es nicht nur schlechte Torbesh gibt!
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Beitragvon Koby Phoenix » Mo, 26. Apr 2010, 20:04

Wie definiert man einen Albaner/ eine Albanerin?
1) Wenn er/sie Albanisch spricht?
2) Wenn er/sie Albanische Eltern hat?
3) Wenn er nach der albanischen Kultur lebt?


1)Heute können mehr als 50 % der Albaner der neuen
Generation im Ausland weder Albanisch schreiben
noch albanisch lesen oder hochalbanisch verstehen.

2) Die Eltern sind Albanisch, doch was waren die Vorfahren?
Mehr als 10 Ethnien streiften durch das heutige Albanien und
die umliegenden Ländern, wo Albaner leben. Darunter
Osmanen, Perser, Goten, Slawen, Awaren, Thraker, Byzantiner,
Römer... Also kann man Albaner sein nicht von "dem Blut"
definieren.

3) Die Kultur und die albanische Kultur war und ist im Wandel.
Gerade die Globalisierung hat die albanische Kultur weitaus
sowohl positiv als auch negativ verändert.

Also das einzige, was mich, dich und die anderen Albaner zu
Albanern macht ist die Utopie nach einer gemeinsamen Identität bzw.
Gemeinsamkeiten die uns teils prägen.
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Beitragvon kefalo » Mo, 03. Mai 2010, 14:20

Ist diese, wie du sie nennst, "Utopie" den negativ aufzufassen? Ist man menschenfeindlich oder degeneriert, wenn man den Wunsch nach Identität anstrebt?

Manchmal denke ich - ja.
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Beitragvon Koby Phoenix » Mo, 03. Mai 2010, 17:30

Ich habe noch keine Nation gesehen, die sich nicht durch ihre Identität hervorheben möchte. So wäre das positiv als auch negativ zu betrachten.
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Beitragvon Topolino » Mo, 03. Mai 2010, 20:25

kefalo hat geschrieben:Ist diese, wie du sie nennst, "Utopie" den negativ aufzufassen? Ist man menschenfeindlich oder degeneriert, wenn man den Wunsch nach Identität anstrebt?

Manchmal denke ich - ja.


Ich denke nicht, dass man menschenfeindlich (Ausserdem ist menschenfeindlich nicht das richtige Wort. Du meinst wohl eher fremdenfeindlich) ist, wenn man seine eigene Identität sucht, sie findet und beibehalten/leben möchte.
Kultur ist immer ein Stück weit eigene Identifikation, und hilft uns, uns in dieser Welt zu orientieren und zu wissen, wo wir hingehören. Es ist sehr wichtig für einen Menschen, seine Wurzeln zu kennen!
Negativ wird es dann, wenn "meine" Herkunft als etwas Besseres gilt als "deine" (wie die Torbesh).

Generell ist die Identitätssuche ein bedeutender Schritt im Leben eines Menschen.
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Beitragvon Koby Phoenix » Mo, 03. Mai 2010, 20:50

Topolino hat geschrieben:
kefalo hat geschrieben:Ist diese, wie du sie nennst, "Utopie" den negativ aufzufassen? Ist man menschenfeindlich oder degeneriert, wenn man den Wunsch nach Identität anstrebt?

Manchmal denke ich - ja.


Ich denke nicht, dass man menschenfeindlich (Ausserdem ist menschenfeindlich nicht das richtige Wort. Du meinst wohl eher fremdenfeindlich) ist, wenn man seine eigene Identität sucht, sie findet und beibehalten/leben möchte.
Kultur ist immer ein Stück weit eigene Identifikation, und hilft uns, uns in dieser Welt zu orientieren und zu wissen, wo wir hingehören. Es ist sehr wichtig für einen Menschen, seine Wurzeln zu kennen!
Negativ wird es dann, wenn "meine" Herkunft als etwas Besseres gilt als "deine" (wie die Torbesh).

Generell ist die Identitätssuche ein bedeutender Schritt im Leben eines Menschen.


Ich denke das die menschliche Identität weitaus vorteilhafter und wichtiger ist als die Kulturelle..
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Beitragvon liberte » Mo, 03. Mai 2010, 21:06

aber gehört zur individuellen identität nicht irgendwo auch die kulturelle als großes ganzes.
ganz egal woher jemand kommt, er sollte es lieben, weil es ihn zu dem gemacht hat, u.a., der er ist.

ansonsten freue ich mich heute etwas dazu gelernt zu haben. danke dem autor für das ausführliche erzählen.
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Anyone who love in the expectation of being loved in return is wasting their time. Love for the sake of love itself //
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Beitragvon Koby Phoenix » Mo, 03. Mai 2010, 21:10

Ich denke das der Mensch als ganzes die Menschlichkeit auszeichnet. Kulturelle Identität ist dagegen nur ein Teil des Menschen, was wir
aber gemeinsam haben sind Gemeinsamkeiten die jede Kultur
mehr oder weniger trägt, nämlich was die Kultur uns vermitteln
will : Nächstenliebe, gemeinsam Leben und Normen.
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Beitragvon Topolino » Di, 04. Mai 2010, 22:45

Koby Phoenix hat geschrieben:
Topolino hat geschrieben:
kefalo hat geschrieben:Ist diese, wie du sie nennst, "Utopie" den negativ aufzufassen? Ist man menschenfeindlich oder degeneriert, wenn man den Wunsch nach Identität anstrebt?

Manchmal denke ich - ja.


Ich denke nicht, dass man menschenfeindlich (Ausserdem ist menschenfeindlich nicht das richtige Wort. Du meinst wohl eher fremdenfeindlich) ist, wenn man seine eigene Identität sucht, sie findet und beibehalten/leben möchte.
Kultur ist immer ein Stück weit eigene Identifikation, und hilft uns, uns in dieser Welt zu orientieren und zu wissen, wo wir hingehören. Es ist sehr wichtig für einen Menschen, seine Wurzeln zu kennen!
Negativ wird es dann, wenn "meine" Herkunft als etwas Besseres gilt als "deine" (wie die Torbesh).

Generell ist die Identitätssuche ein bedeutender Schritt im Leben eines Menschen.


Ich denke das die menschliche Identität weitaus vorteilhafter und wichtiger ist als die Kulturelle..


Ja, recht hast du. Ich hab ja geschrieben dass die Kultur ein Stück weit zur eigenen Identifikation beiträgt, und wie gross der Einfluss der jeweiligen Kultur auf den Menschen hat ist auch von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Die einen werden mehr dadurch geprägt, andere weniger.
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Beitragvon Illyrian^Prince » Do, 06. Mai 2010, 13:19

Wie kann man Torbesh sein und zugleich zu einem albanischen Stamm angehören?
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Re: "Torbesh" - Eure Meinung

Beitragvon Melanie31 » Fr, 07. Mai 2010, 1:19

kefalo hat geschrieben:Mirë dita,

Ich bin neu hier und die folgenden fragen sind der grund für meine registrierung.

Ich bin ein sogenannter "Torbesh". Ich lebe in Zürich und komme ursprünglich aus Nord-Prizren. In meiner familie wird ein serbokroatischer dialekt gesprochen, den wir selbst als nashinski (deutsch: nach Unserem, nach unserer sprache) betiteln. Ich will euch meine Familiengeschichte erzählen:

Frühestens im 17. und spätestens im frühen 19. Jahrhundert, beschlossen 4 Brüder aus Albanien. genauer - aus Bellë in Kukës, ihre heimat zu verlassen um auszuwandern in ein besseres Leben. Die Brüder hiessen "Bairë", "Mulë" und die anderen habe ich vergessen.
Sie kamen an in den Bergen Nord-Prizrens, wo sie beschlossen anzusiedeln. Es schlossen sich ihnen viele neuankömmlinge an aus den verschiedensten Ethnien (meist albaner, aber auch slawen aus bulgarien, mazedonien etc.). Ihre neue heimatstätte nannten sie Skorobishtë, wie es heute noch auf Strassenschildern zu sehen ist. Skorobishtë wurde unterteilt in ca. 10 Mahallas (Xhaferet, Bajret, Jusufet, shabanet etc.) die gründer skorobishtes, männer aus verschiedenen ethnien, kommunizierten in einer einheitssprache und orientierten sich nach einer einheits kultur. Die Religion war der Islam. Da die leute alle muslime waren, schlossen sie sich der kosovo-albanischen kultur, die vom orient beeinflusst worden ist, an und feierten hochzeiten, sangen lieder und benannten ihre kinder gleich wie alle anderen albaner kosovos. Sie übernahmen jedoch nicht die albanische Sprache - wieso? ich weiss es nicht! Sie übernahmen einen serbokroatischen dialekt, ähnlich wie in mazedonien.
In skorobishtë unterrichtete man die kinder im mahalla im privatunterricht auf albanisch, daher war jeder torbesh skorobishtës befähigt beide sprachen zu sprechen - das albanische und das serbische. wann? früh - ca. 19. Jahrhundert! das heisst die allerersten einwohner skorobishtes sprachen beide sprachen. offiziell jedoch unterrichtet man in der schule von skorobishte erst seit 1973 auf albanisch. (NICHT ALLE TORBESH LERNEN IN DER SCHULE ALBANISCH!!!! DIE SÜD-PRIZREN-TORBESH LERNEN DIE SPRACHE NICHT. SELBST HEUTZUTAGE NICHT! AUSSER IN EIGENBEMÜHUNG!!!) zuhause wird serbokroatisch geredet bis auf einige ausnahmen. Noch höher in den norden, weiter weg von prizren kommen wir in eine stadt namens Mushtishtë. Die Torbesh waren damals die klare mehrheit in dieser stadt um 1973, heute gibt es dort keine torbesh. wo sind die hin? die sind noch da, jedoch haben sie die albanische sprache zur muttersprache gemacht und zählen seit dann als Albaner. Ratet mal wer aus Mushtisht und somit eigentlich torbesh ist! ich verrate es euch - SHKURTE FEJZA :)

Skorobishtë wurde in unserer neuen Zeit bald zu klein für die mittlerweile tausenden von einwohner. Sie zogen um. Sie ergründeten einen Prizren-Vorort namens "Lubizhdë", wo ich heute lebe. Die Schulen, der Nord-Prizren-Torbesh sind albanisch, die jugend kommuniziert seid dem krieg auf albanisch, nur zuhause spricht man noch serbokroatisch. Lubizhdë ist geteilt: 60% Torbesh, 30% Albaner, 10% Torbesh, die albanisch zur muttersprache machten. Der bekannteste Torbesh: UCK Komandant DRINI - Ekrem Rexha.

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Dies ist meine Familiengeschichte. Ich stamme von einem der 4 Brüder aus Albanien (Mulë) trage einen albanischen vor und nachnamen, mein albanischer Fis (Stamm) ist 'Kastrati', bin in kosovo geboren, mein grossvater trug einen albanischen Plis auf dem Kopf und bin sehr stolz auf mein Atdhe (Vaterland) und meine familie. Ich spreche aber kein albanisch, bzw. lerne ich es gerade. Die letzte tatsache macht mich zu einem torbesh... Ich bin Albaner, nicht erst seit dem Krieg! Sondern seit generationen!
Für viele Landsleute ist Torbesh gleich Torbesh - dies ist jedoch nicht so! Die vielen torbesh haben alle verschiedene ethnien! Die Süd-Prizren-Torbesh aus den Shar-bergen die sich "Zhupa" nennen, kann ich selbst nicht ausstehen! Ich habe mit Bosnien NICHTS AM HUT! ICH BIN ALBANER UND SEHR STOLZ DARAUF!

wie steht ihr zu torbesh? kennt ihr torbesh? was erzählen die euch?

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Hallo kefalo


Torbesh sind kein albaner und haben mit albanern nichts gemeinsames.
Also torbesh sind sllaven die die zum islam konverntiert - praktizieren bzw.sind moslem soger fanaticher als die albaner, sie haben eigene gebote und verbote.

also wie du gesagt hast in prizren gibt davon.In mazedonien gibts auch ganz ganz viele torbesh wie folgt : kërcove,struga.ohrid,prilep.manastir,
strumicë,veles und skopje.und die meisten von den sind in rusland sllovenien italien und gering in der schweiz.

Über torbesh wollte ich dir kein irgend einer unterricht halten den ich selbst nicht habe aber insoweit kann ich nur sagen das das auch torbesh sind gute leute kann man zusamenleben arbeiten sind gute leidenschafliche bauarbeiter.

Gruß dich
Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern das er nicht tun muss, was er nicht will.
Die Sklaverei lässt sich bedeutend steigern, indem man ihr den Anschein der Freiheit gewährt.
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Beitragvon zanezane » Fr, 30. Jul 2010, 13:59

dragi kefalo,
o shok kefallo,
ich glaube, du als "New Albaner" solltest erst mal deine Name richtig schrieben, nämlich "kefallo" und nicht "kefalo"...so liest man auf serbisch "kefaljo".
Nesto bi ti preporucio, pre nego sto i dalje izmisljas i ubedjujes neke lakomislene posetioce ovog foruma, da tvoje potomstvo zadrzis za sebe i ne izdajes citav "nasinski" narod na ovaj jevtin nacin.
...vrlo bi ti vazno bilo za tvoj ponos da obratis paznju na ovaj citat koji sledi...
"BOLJE NEK ME MRZE ZA ONO STO JESAM,
NEGO DA ME VOLE ZA ONO STO NISAM".
Mada, niko nas nebi trebao da mrzi, jer nikome zlo ili stetu naneli nismo.
Ja sam Musliman *NASINEC ili GORANAC* i s ponosom to kazem, a maternji jezik mi nije Albanski, vec Makedonsko-srpski.

Pozdrav iz Nebrooste
zanezane
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Beitragvon egnatia » Fr, 30. Jul 2010, 14:55

Und jetzt, was steht da alles? :roll: :?
Koha s'vjen pas teje, ti hiq pas kohese!
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Beitragvon shqiptare » Fr, 30. Jul 2010, 15:16

. . . . .
Zuletzt geändert von shqiptare am Mo, 04. Jul 2011, 17:13, insgesamt 1-mal geändert.
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