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Ratlos..die Suche einer Außerirdischen nach Ihrer Identität.

Fragen rund um Beziehungen mit Albanern und Suche von Kontakten.

Ratlos..die Suche einer Außerirdischen nach Ihrer Identität.

Beitragvon Souley » Do, 01. Sep 2016, 17:07

Hallo liebe User,

da ich mich vor einer Stunde in diesem Forum angemeldet habe, würde ich mich gerne kurz vorstellen und mein "Anliegen" schildern - dabei hoffe ich, auf ein wenig Verständnis zu stoßen und nicht komplett ins Lächerliche gezogen zu werden. :oops:

Ein paar Eckdaten vorab: Ich, 27, Kosovoalbanerin (geb. in Peje), lebe seit meinem ersten Lebensjahr in Deutschland (Stuttgart), habe vor zwei Jahren mein Studium absolviert und arbeite nun in der Immobilienbranche.
Hätte man mich vor ca. 1-2 Jahren gefragt, was ich mit Kosovo, der albanischen Kultur, meinen Landsleuten, etc. am Hut habe, wäre meine Antwort sicherlich die folgende gewesen: Überhaupt N i c h t s. Schon immer habe ich mich wurzellos und auch etwas verloren gefühlt, was meine eigene Identität anbelangt. Weder habe ich mich deutsch, noch albanisch noch sonst irgendwie gefühlt, wohl eher wie ein Alien, was irgendwo dazwischen nach einem Nest für die Seele und dem Gefühl der Zugehörigkeit sucht. Auch hatte ich zeitgleich stets das Gefühl, mich überall auf dem Planeten Erde zurecht finden zu können, solange die richtigen Leute mit mir diese Reise bestreiten. Meine Freude daran, die komplette Welt zu bereisen, hat dieses Gefühl der Unabhängigkeit, der grenzenlosen Freiheit bestärkt. Da mein Dad mit 14 Jahren bereits nach Deutschland kam, war auch er nicht der typische Albi-Papa, wie man ihn aus dem Hören-Sagen kennt. So wurden Meine Sis, mein Bruder und ich sehr frei in unserer Denkweise erzogen, fernab von der albanischen Kultur. Einzig allein meine Mama versuchte uns in frühen Kinderjahren an unsere Heimat zu binden, aber auch dies nahm sehr rasch ein Ende. Meine ältere Sis heiratete vor 6 Jahren einen Nicht-Albi, mein Bruder ebenso, und auch für mich war irgendwie immer klar, dass ich eines Tages nur mein Herz entscheiden lasse, wer "Mister Right" werden wird - unabhängig von seiner Nationalität, seiner Kultur etc. Auf diese Suche habe ich mich jedoch nie begeben. wie ihr gleich erfahren werdet.

Denn vor genau einem Jahr geschah etwas, was meine Sichtweise in vielerlei Dingen gänzlich änderte:
Mein Bruder, der sich nach nur einem Jahr Ehe von seiner dt. Partnerin scheiden ließ, hatte sich in eine Albanerin aus dem Kosovo verliebt. Das Mädchen lebte auch unten. Nach 1.5 Jahren Beziehung beschlossen die beiden, die Sache offiziell zu machen und die Verlobung zu arrangieren. Für mich war es verwunderlich, da mein Bruder sich wirklich nie für Jugo-Mädchen interessiert hatte. So setzen wir uns also alle vor genau einem Jahr ins Auto, und tuckerten langsam in Richtung Kosovo, um die Feier vorzubereiten. Die Fahrt weckte alte Gefühle in mir: wir sangen lachend albanische Kinderlieder, die uns meine Mama als wir klein waren, immer vorgesungen hatte und redeten über alte Erinnerungen, die wir dort gemacht hatten. An der kosovarischen Grenze verspürte ich den unglaublichen Drang zu weinen; ich hatte zum einen Freudentränen, weil ich einfach nur froh war ZUHAUSE zu sein. Ich freute mich auf die Menschen, die Natur, das Essen, die eigenwillige Art meiner Landsleute, auf alles. Zugleich waren es aber auch Tränen der Scham: Wie konnte ich, ICH, jemals geglaubt haben, irgendwo anders hinzugehören als hier her, wie konnte ich jemals geglaubt haben irgend etwas anderes zu sein als eine Albanerin. Ich hatte das komische Gefühl, dass alles plötzlich einen Sinn ergab, mein südländisches Aussehen, mein Temperament, meine eigenwillige, störrische, dickköpfige Art, mein Stolz und meine Eitelkeit, all diese Faktoren, die ich bei den Deutschen nie in dieser Form vorgefunden hatte.
Die Verlobung fand statt und es war ein wunderschöner Tag, der traditionelle Ablauf der Feier sagte mir sehr zu, und auch spürte ich sofort, dass diese zwei Menschen, mein Bruder und seine Partnerin, einfach für einander bestimmt waren. Sie hatte genau die Eigenschaften, die er in seiner deutschen Partnerin hoffnungsvoll gesucht hatte und dennoch nie finden konnte: Ihre herzliche Wärme, und eine besondere Art, ihn einzunehmen, ohne ihn zu erdrücken.

So. Bevor Ihr euch nun die Augen wund lest: Seit diesem Tag, wünsche ich mir dasselbe Glück wie mein Bruder. Ich war nie richtig abgeneigt, einen Partner zu finden, jedoch habe ich stets andere Dinge priorisiert: Die Schule, die Uni, den Job, ich hatte niemals Lust, von meiner Freiheit irgendwas abgeben zu müssen, nur um "irgendwen" zu heiraten. So kam es dazu, dass ich mein Leben lang zwar immer wieder den ein oder anderen Mann kennenlernte, mich jedoch niemals auf etwas eingelassen habe. Es fühlte sich irgendwie nie "richtig", nie "ok" an. Mein komplettes Umfeld sagte mir stets dasselbe: "Bist du ein Alien? Du siehst gut aus, bist fleißig, bodenständig, bist nicht auf den Kopf gefallen. Du fällst einfach auf. Was zum TEUFEL IST DER GRUND für dein niemals endendes Single-Leben?"
Bis zum heutigen Tag hat mich diese Frage aber nie beschäftigt, da ich stets dachte: ach das passiert doch eh alles von allein. Aber mittlerweile, seitdem ich meinen Traum von albanischen Mann verfolge (ja, ich lache ja selbst drüber :D ), beschäftigt mich das Thema sehr. Da ich weder einen albanischen Freundeskreis habe, noch irgendwo "abhänge", wo Albis aufzufinden sind, frage ich mich, wo mein Mister Right anzutreffen ist. Zum Einen wünsche ich mir, dass er hier in Deutschland lebt. Zum Anderen weiß ich aber, dass viele Albi-Jungs sich gerne eine Süße aus dem Süden schnappen. Und ich bin 27, was in Deutschland in der Kategorie "Young and Fresh", bei den Albanern aber sicherlich in der Kategorie "Fallobst" landet :D. Hach ja, ich bin einfach ratlos. Alles was ich mir wünsche, ist ein Partner, der denselben Background hat, der verständnisvoll, ehrlich, wertschätzend ist. Und natürlich jemand, der auch will, dass unsere Kids nicht Jonas, Michael und Bernd, sondern Ilir, Shkurte und Blerta heissen :D

Jedenfalls würde ich mich freuen, hier nette Menschen, sowohl Männer als auch Frauen, Jungs, Mädchen kennenzulernen, denen es ähnlich geht, oder die sich einfach gerne mit mir austauschen mögen.

Viele liebe Grüße,

eure Souly :)
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Souley
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Re: Ratlos..die Suche einer Außerirdischen nach Ihrer Identi

Beitragvon Danni » Fr, 02. Sep 2016, 10:03

Liebe Souly
Danke für das Teilen deiner Geschichte! Kann dir leider nicht selbst weiterhelfen, da ich Albanien nur als Touristin kennen lernen werde, aber ich wünsche dir alles Gute auf deinem Weg!
Danni
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Re: Ratlos..die Suche einer Außerirdischen nach Ihrer Identi

Beitragvon Jenny6 » So, 25. Sep 2016, 21:25

Ich kenn das, als kind habe ich es geliiiiebt in den Kosovo zufahren, die vielen Kinder dort, die Natur , die Feigheit. Mit der Pubertät Habe ich mich dieser Kultur immer mehr abgewandt, ich fand die Musik dort, wie sich die Menschen, die älteren, kleiden, dass alles so rückständig ist ( ja das war ziemlich Kindisch). Als ich dann mit ca 15 oder 16 wieder im Urlaub mit der Familie dort war, ist dasselbe passiert wie bei dir. Ich hab mich für meine Gesängen geschämt, ich hatte wieder so viel Spaß da, wir waren Abends so oft was essen, waren auf Hochzeiten, haben getanzt, gesungen. Ich hab richtig zugehörig gefühlt, ich dachte mir: wie konnte ich jemals glauben keine Albanerin zu sein? Das ist meine Kultur, das sind meine Leute! Auf dem Heimweg war ich den tränen nahe, ich vermisste schon diesen Zusammenhalt, dieses menschliche... Ich malte mir aus, wie ich iwann als erwachsene zurückziehen und für immer dort leben würde. Als Übersetzerin oder so. Tja und jetzt? Ich bin 19 und könnte niemals dort leben. Man neigt manchmal dazu nur positive oder nur die negativen Seiten einer Kultur zu sehen. Die albanische Gemeinschaft ist auch sehr erdrückend, autoritär, patriarchalisch, es geht nur um die Ehre (es mag ausnahmen geben). Mit meinen Eltern gibt es ständig streit, weil sie nicht akzeptieren wollen, dass ich mein Leben selbst bestimme usw. Was ich damit sagen will: ich denk viele von uns sind ständig zwischen den Kulturen hin und hergerissen, fühlen uns mal so mal so, das sehe ich auch bei vielen meiner Cousins.
Naja was ich damit jetzt sagen will, weiß ich selber nicht, ich glaub ich musste das einfach mal loswerden xD
Viele Grüße
Jenny
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Re: Ratlos..die Suche einer Außerirdischen nach Ihrer Identi

Beitragvon trileqe » Do, 01. Jun 2017, 16:11

Hallo liebe Souley

Danke fürs teilen deiner Geschichte!

Ich bin zwar nur zarte 18 aber ich will dir mal meine Seite erzählen.

Vor etwa 2.5 Jahren habe ich mich genauso gefühlt. Bzw konnte ich mich nicht mit meinem Land wirklich identifizieren, hatte nie den grossen Patriotismus in mir und überhaupt hatte ich in meiner Freizeit nichts mit Albanern am Hut. Ich hatte mir gesagt, man weiss nie wo die Liebe hinfällt und dass es, auch wenn es kein Albaner ist, nicht schlimm ist. Dass alles irgendwie geht.

Vor knapp 2 Jahren habe ich einen jungen Shqiptar kennengelernt. Spontan, durch eine Freundin. Wir kamen ins Gespräch und verliebten uns, gingen eine Beziehungen ein.

Und ich weiss erst seitdem, was Patriotismus ist, was Liebe zum eigenen Land und der Sprache ist. Das albanisch reden, die gleiche Mentalität, gleiche Traditionen. Gleiche Religion, zusammen Weihnachten und Ostern feiern (bzw. Bajram usw). Wie gut sich der Freund mit der Familie versteht, wie schnell man sich mag. Diese Freude wenn man sicher zum Spass "Nuse" oder "o burr" sagt, diese Neckereien die nur Albaner verstehen. Das kann nur ein Albaner. Sich irgendwann jeden Sommer auf DVDs tanzen sehen, albanische Lieder singen und den Kindern irgendwann unsere Traditionen übergeben.

Und ich kann mir nichts anderes mehr vorstellen. Ein Albaner mit einer Albanerin, das ist das einzig Wahre. Es gibt keine vollkommenere Liebe als diese. Die Sprache und die Liebe zum Land verbindet einen auf eine Art, auf die dich nichts anderes verbinden kann. Und ich wünsche dir, liebe Souley, dass du dieses Glück ganz ganz bald auch erleben darfst. Und denk dran, Fallobst ist meistens das Süsseste :wink:

Ganz liebe Grüsse :heart:

Trileqe
Hast du einen Albaner zum Freund, brauchst du Gott nicht.
Ist er jedoch dein Feind, ist der Teufel nichts dagegen.

- altes kroatisches Sprichwort
trileqe
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Re: Ratlos..die Suche einer Außerirdischen nach Ihrer Identi

Beitragvon albanerin.nr1 » Sa, 02. Sep 2017, 20:35

Hi Souley,

ich bin in (fast) der gleichen Situation wie du.
Ich bin 17, mache bald mein abi und studiere nächstes Jahr. Einen albanischen Freundeskreis habe ich nicht, in meiner Stufe gibt es keine albaner.
Trotzdem kann ich mir nicht vorstellen einen deutschen zu heiraten.
Naja, ich bin auch noch jung und werde hoffentlich noch albaner kennenlernen, trotzdem ist die angst, dass ich meinen albanischen prinz charming nicht finden werde, da.
Da es schon ein jahr her ist seit du den eintrag geschrieben hast, würde es mich interessieren ob sich was an deiner Lage geändert hat.
albanerin.nr1
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