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albanien.ch Forum     Albanien - Meinungen & Fragen
 

Theth, Vermosh

Fragen und Kommentare rund ums Reisen in und nach Albanien.

Re: Plav-See - Grusinje - Vermosh > Straßenzustand?

Beitragvon GjergjD » Mi, 16. Aug 2017, 22:13

Hallo Michael,
willkommen im Forum. Die Straße ist inzwischen praktisch durchgehend asphaltiert und ganz problemlos. Näheres findest du (hier) im Thema Theth/Vermosh aber auch unter viewtopic.php?f=3&t=18093 wurde die Strecke mit angesprochen.
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Re: Theth, Vermosh

Beitragvon MichaelHA » Do, 17. Aug 2017, 13:02

Vielen Dank für deine schnelle Antwort!
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Wandern Vermosh > Touren-Infos nur in Tamara?

Beitragvon MichaelHA » Do, 17. Aug 2017, 13:15

Wir würden gern von Vermosh aus bisserl wandern gehen. Nichts Spektakuläres, eher so 3 - 6-stündige Sachen. Mehr so in Richtung ambitioniertes Spazierengehen. :-)

Frage: Ist es gscheit, da erst nach Tamara zu fahren wegen der Tourist-Info, oder krieg ich in Vermosh auch Infos? Eigentlich würden wir gerne aus dem Norden über Plav einreisen, direkt in Vermosh einige Tage bleiben und nach Tamara erst paar Tage später auf dem Weg nach Shkodra.
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Re: Wandern Vermosh > Touren-Infos nur in Tamara?

Beitragvon GjergjD » Do, 17. Aug 2017, 19:09

Deinem Plan steht nichts entgegen, aber Infos holst du besser schon von zuhause ;-) Erwarte von den albanischen Touristenbüros einfach nichts, dann wirst du noch überrascht sein, falls sich der Besuch doch gelohnt hat :penguin:

Die Touristeninformation in Tamara unter dem Dach des kleinen Hauses bei https://goo.gl/maps/cngYFRkz8Xw habe ich als durchaus interessant in Erinnerung, war im Juni geschlossen und ist vermutlich in die Verwaltung am Hauptplatz umgezogen. Auch dieses Büro war verschlossen, kann aber sicher von einem Angestellten nebenan geöffnet werden. Dort werden auch ein paar lokale Produkte verkauft (wie auch in Läden am Hauptplatz). Bitte mal das dortige Restaurant "Bukë, Kripë, Zemër" testen, bei meinem Besuch ebenfalls geschlossen. https://youtu.be/95vDnK1lbjA?t=11m24s

Tipps für Wanderungen würde ich mir in Tamara nicht erhoffen, allenfalls ein paar Prospekte. Es wird vielleicht noch die gute Wanderkarte erhältlich sein, die bereits vor einigen Jahren gedruckt wurde und gratis abgegeben wird, sie enthält alle wichtigen Touren-Vorschläge. Besser, du druckst dir die Version hier aus dem Forum aus. viewtopic.php?f=3&t=16316&start=200#p240584

Vor einigen Jahren habe ich eine schöne Halbtagswanderung rund um Vermosh unternommen, von Bauernhof zu Bauernhof oben über dem Tal, so eine Tour bietet sehr schöne Einblicke, wenn man sich für das albanische Landleben interessiert. Man nutzt dabei Pfade, die auch zum Viehtrieb dienen.
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Re: Theth, Vermosh

Beitragvon volkergrundmann » Do, 17. Aug 2017, 22:31

Ja, aber es steht ein einsam-leeres Touristen-Informationshäuschen, von einer italienischen Organisation gesponsert, am Ausgang von Vermosh Richtung Grenze. Es hat die selbe Bewandtnis damit wie etwa mit dem Tourismus-Pavillon von Kukes mit seinen zerschlagenen Glasscheiben, den die Tschechen spendiert haben. Die Dummheit, solche Häuschen zu errichten, ohne die Mittel für ihren Betrieb zu sichern, ist aber kein Spezifikum für Albanien. Auch die EU verschwendet in ihren eigenen Ländern Unsummen für Touristenpavillions, die hinterher keiner unterhält. Habe ein genau solches Beispiel letztes Jahr auf Chalkidiki in Griechenland gesehen. Die Unfähigkeit der Sponsoren, einfache Wahrheiten anzunehmen (hier: Jegliche noch so gut gemeinte Investition verrottet, wenn ich nicht auch die Mittel für ihren Betrieb sichere) scheint unendlich...
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Re: Theth, Vermosh

Beitragvon Lars » Sa, 19. Aug 2017, 20:54

zur Not: in Lepushë (20 Minuten mit dem Auto von Vermosh) im Hotel Alpini waren vor Kurzem zahlreiche verschiedene Wanderprospekte (jede ausländische Initiative muss natürlich ihre eigene Wanderkarte produzieren) vorrätig.
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Grenzübergang Vermosh

Beitragvon MichaelHA » So, 20. Aug 2017, 18:41

Wie muss ich mir eigentlich den Grenzübergang Vermosh vorstellen? Hab auf Google ein Foto gefunden, auf dem einfach nur so ein kleines Häusl zu sehen ist.

Frage: Gibts dort eine Wechselstube? Oder in Vermosh? Oder sollte man schon irgendwo in Montenegro sich LEK besorgen? Oder hilft einem da jemand in Vermosh? Oder ist es für den Anfang dort komplett egal, solang man kleine Euro-Scheine mithat. Fragen über Fragen ... ;-)
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Re: Theth, Vermosh

Beitragvon GjergjD » So, 20. Aug 2017, 18:56

Der Kontrollpunkt auf albanischer Seite ist halt immer noch improvisiert und man hat dort wohl auch immer noch keine Verbindung zum zentralen Rechner in Tirana, alle Ein- und Ausreisenden wurden bisher in einer Kladde per Hand eingetragen. Dafür kann man auch einen Blick in das Schlafzimmer der Grenzer werfen :D Es gibt im gesamten Gebiet auf albanischer Seite natürlich weder Bank, Wechselstube, Geldautomat etc. Überall dort, wo man auf Touristen eingestellt ist, wird EUR angenommen. Auch werden die Vermieter bei Bedarf EUR in Lek wechseln. Banken in Montenegro werden keine Leke tauschen.
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Re: Theth, Vermosh

Beitragvon MichaelHA » So, 20. Aug 2017, 19:31

Danke, habs mir fast so gedacht.

Bin schon über extrem obskure Grenzen gefahren, Weißrussland, Serbien, was weiß ich. Aber irgendwelche Geldwechsler in irgendeiner windschiefen Blech-oder Holzhütte gabs immer. Hatte mir das ursprünglich auch in Vermosh so vorgestellt. Vorhin hab ich aber ein Foto von dem Grenzübertrittshäusl ergoogelt - und dann kamen mir Zweifel.

Aber, passt schon. wegen genau dieser Abgeschiedenheit haben wir uns ja für Vermosh entschieden. :lol:
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Re: Theth, Vermosh

Beitragvon Lars » Mo, 21. Aug 2017, 0:54

In Vermosh und Umgebung nehmen sie gerne Euro. Denn das meiste kaufen sie auch dort ein, sie brauchen also eh Euro.


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Re: Theth, Vermosh

Beitragvon GjergjD » Mo, 21. Aug 2017, 20:28

MichaelHA hat geschrieben:Aber, passt schon. wegen genau dieser Abgeschiedenheit haben wir uns ja für Vermosh entschieden. :lol:

Ganz so abgeschieden ist es ja auch schon nicht mehr, bedingt durch die zahlreichen Transitreisenden aus Montenegro (mal auf die KFZ-Kenneichen achten). Immerhin ist das Preisniveau noch niedriger als in Theth. In Lepusha und Vermosh gibt es zahlreiche Gästehäuser.
Hier noch mal der Hinweis auf unsere Sammlung der ländlichen Unterkünfte im ganzen Land, ohne Anspruch auf Vollständigkeit: http://albanien.ch/albanien_info/unterk ... -dem-land/
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Re: Theth, Vermosh

Beitragvon Illyrian^Prince » Mi, 23. Aug 2017, 15:32

Bild

Am Samstag findet in Theth das "Fee Festival" statt, bekannt als ZA Fest mit Elina Duni, Shpat Deda und Vlashent Sata.

mehr dazu
https://www.facebook.com/zafestival2017/
https://www.youtube.com/watch?v=2_IIbwXxy6Y
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Re: Theth, Vermosh

Beitragvon volkergrundmann » Mi, 23. Aug 2017, 17:12

Fällt das dann nicht zusammen mit logu i bjeshkeve in Vermosh?
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Re: Theth, Vermosh

Beitragvon Malsia E Madhe » Mi, 23. Aug 2017, 19:12

volkergrundmann hat geschrieben:Fällt das dann nicht zusammen mit logu i bjeshkeve in Vermosh?

Logu i Bjeshkeve ist schon gewesen. http://calendar.al/event/kelmend-logu-i ... ay-of-logu
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Re: Theth, Vermosh

Beitragvon Illyrian^Prince » Do, 24. Aug 2017, 12:17

volkergrundmann hat geschrieben:Fällt das dann nicht zusammen mit logu i bjeshkeve in Vermosh?


Nein, dass ist was neues und auf der anderen Seite der Berge.

Mit dabei nun auch Arben Bajraktaraj.

ps: die Schweiz ist auch Sponsor.
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Re: Theth, Vermosh

Beitragvon Lars » Fr, 25. Aug 2017, 23:29

Malsia E Madhe hat geschrieben:
volkergrundmann hat geschrieben:Fällt das dann nicht zusammen mit logu i bjeshkeve in Vermosh?

Logu i Bjeshkeve ist schon gewesen. http://calendar.al/event/kelmend-logu-i ... ay-of-logu

Bericht :arrow: http://www.albanien.ch/une/blog/1806
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3 Wochen Albanien (2) > Anreise Podgorica - Vermosh

Beitragvon MichaelHA » Sa, 26. Aug 2017, 0:04

3 Wochen Albanien (2) > Anreise Podgorica - Vermosh

Tag 3 (Mittwoch)
Endlich gehts "so richtig" in Richtung Albanien. Auf der doch eher schmalen Straße kommen uns LKWs entgegen, tw. bergauf in Mördertempo. Schnelles Reagieren ist gefragt, aber man gewöhnt sich an alles.
Vorbei gehts am Plav-See, irgendwie hatten wir uns mehr erwartet. Top Tourismus-Attraktion in der Gegend, naja, wird schon so sein. Man sollte bloß nicht mit dem Salzkammergut und seinen Seen vergleichen.
Einen letzten Pflichtstop machen wir noch vor der Grenze: Kolasin. Uns kommt es so vor, als wär das für die nächsten Tage (die wir in Vermosh verbringen wollen) die letzte Möglichkeit, Sachen einzukaufen. Wasser, Schokolade, Chips. Ich geb zu, Wanderwürstel (Kabanossi und Co), Bergkäse, Prinzenrolle, diverse Fertigkaffee-Sackerln und noch mehr haben wir aus Wien mitgebracht. Gute Idee, wie wir später noch merken werden.

Der Grenzübergang selbst ist echt süß. Ein sehr bemühter Zöllner, der unsere Daten in sein wichtiges Buch einträgt - und uns dann eine handgeschriebene Skizze in die Hand drückt: SO gehts zu seinem Gästehaus. Leider liegt es in Lepushe, und schaut auch bisserl sehr nach ganz neuem Schickimicki aus. 2 Gründe, es zu meiden. Egal - wir danken artig und sind jetzt endlich in Albanien.
Wie bestellt gehts auch gleich los mit einer Schotterpiste, die (wir sind fast enttäuscht darüber) nach 1 oder 2 Kilometern zu solidem Asphalt wird. Gleich rechts dann der erste Bunker, und links einer, und noch einer, und dort drüben auch, und ... . Ist fast wie beim Schwammerlsuchen, wenn man so einen richtig guten Lauf hat.

Vermosh City, endlich. Ein handgemaltes Ortsschild in roter Schrift. Und schon die ersten Guest Houses auf der linken Seite. Wirken aber schon ein bisserl sehr touristisch, fast ein wenig aufgesetzt irgendwie. Ja, vielleicht ist das jetzt nicht fair, kann schon sein. Wir beschließen, bis ans Ende der Straße zu fahren und uns einmal umzuschauen.
Am Ende des asphaltierten Straßenteils dann sowas wie ein Mini-Ortskern, mit Kirche, Cafe, und - Überraschung!- einem Minimarkt. Zuviel sollte man sich da nicht erwarten, aber diverse Basics und die eine oder andere frische Banane werden wir dort im Lauf der nächsten Tage sichten.
Da eine Überraschung selten allein kommt, im Cafe die zweite: Wieselflinkes Internet.
Einen Espresso später machen wir uns auf den Rückweg durchs Vermosh-Tal, eine Entscheidung steht jetzt an: Welches Guest House soll das unsere werden für die nächsten 4 Nächte? Am Rückweg sehen wir eine Brücke, davor ein Schild: Leonard Lumaj. Dahinter eine Schotterstraße. Das schaut gut aus, irgendwie nicht so kapriziös wie einige andere Herbergen - wir entern die schmale Brücke und folgen der Buckelpiste. Am Ende ein kleine Gruppe von Häusern. Sackgasse. Hier soll das Gästehaus sein? Außerdem offenbar niemand daheim.
Wir wollen schon umdrehen - da kommt uns eine (ältere?) Frau entgegen. Macht uns klar, dass sie für das alles zuständig ist. Und so oft tritt dann im entscheidenden Moment jemand auf den Plan, der Englisch kann. In diesem Fall ein junges Mädel, das aus einem Auto heraus übersetzt. Paar Minuten später sind wir handelseinig, 4 Nächte, Frühstück, Abendessen. 20 Euro je Person und Tag - was will man mehr?
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Wer will, wird sie sehen, die Wanderweg-Markierungen :-)
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Vermosh begrüßt seine Gäste.
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Gibt doch noch einige ...
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Letzte Notration vor Vermosh :-)
MichaelHA
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3 Wochen Albanien (2,5) > Erster Tag in Vermosh

Beitragvon MichaelHA » Sa, 26. Aug 2017, 0:53

3 Wochen Albanien (2,5) > Erster Tag in Vermosh

Tag 3 (immer noch, und immer noch Mittwoch).

Ist erst früher Nachmittag, also Zeit genug, die Gegend zu erkunden. Wir gehen einfach hinter unserem Gästehaus einen Weg hoch. Mini-Wanderung für Einsteiger also. Was sofort ins Auge fällt, sind die Müllberge. Meist nicht neben dem eigenen Haus, sondern gleich hinter dem eigenen Zaun. Schon klar, gibt keine Müllabfuhr. Aber so müsste es nicht sein. Sehr schade eigentlich.
Ich war vor etwa 10 Jahren erstmals in Albanien. Alles wunderbar damals, aber das mit dem Dreck war schon augenfällig. Und ein wenig hatte ich gehofft, es wäre jetzt besser. Fehlanzeige also.

Aber echt mysteriös ist dann ein Fund mitten im Wald: In einem Baum hängen 4 oder 5 Schafkadaver (oder zumindest Felle, teilweise mit Extremitäten). Irgendwie noch frisch, wie wir am Gestank erkennen können. Aber wer macht das? Und wozu? 2 Tage später zeigen wir das Foto einem Vermosher, der eher besorgt reagiert und auf eine Großkatze tippt. Er werde sich das Ding jedenfalls ansehen, meint er. Keine Ahnung, ein paar Luchse scheint es ja in der Gegend zu geben. Aber grad in Vermosh? Ich bin jedenfalls gespannt, ob da noch was rauskommt.

Der Abend verläuft dann recht unspektakulär, aber wohlschmeckend: Gegrilltes Fleisch, Salat, Brot, Schafkäse, Bier, Rakja. Alles bestens - wenn da nicht dieser höchst fragwürdige Rotwein wäre. Vorne moussierend, unglaublich spritzig-süß, und an den Abgang möchte ich eher nicht mehr erinnert werden. Im Zimmer lagert zum Glück noch - von unserem Einkauf vor der Grenze - ein mazedonischer Vranec , ein relativ trockener Roter. Den werden wir nächstes Mal trinken, und uns beim Abendessen die nächsten Tage einfach auf Bier und Schnaps beschränken, beides übrigens hervorragend.
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Katholische Fußgängerbrücke
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Zaunüberstieg
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Stinkende Schaf(fell)e im Baum. Wars der Luchs?
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Jedem sein eigener, privater Müllplatz.
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3 Wochen Albanien (3) > Zweiter Tag in Vermosh

Beitragvon MichaelHA » Sa, 26. Aug 2017, 7:54

3 Wochen Albanien (3) > Zweiter Tag in Vermosh

Tag 4

Nach einem feinen Frühstück im Guest House (Noch heiß dampfendes frisches Weißbrot; Schafkäse; dieser unglaublich aromatische Tee, von dem wir aber nicht genau wissen, was es eigentlich ist; Unmenge Marmelade; und dann noch etwas, was ausgesehen hat wie Topfen, aber geschmeckt hat wie eine Mischung aus Butter und Schlagobers) steht unsere erste Wanderung am Plan.

Dank dieses netten Forums haben wir all diese Karten ausgedruckt:
viewtopic.php?f=3&t=16316&start=200#p240584

Und uns für Route 10b entschieden, rauf auf den Berg vor Liqenet (Name auf der Karte schwer zu lesen) und zurück in Richtung Südwesten über 10a. Geschätzte Gehzeit: vielleicht 6 Stunden.

Unten bei unserem Guest House gehts los. Auf der Karte quasi nach links oben, falls sich jemand die Mühe macht, die Route nachzuvollziehen. Sofort die erste Überraschung: Alles top markiert, frisch und auch sehr sinnvoll (tw. in Form von Pfeilen, Kurven - meist so, dass man es gut versteht). Frage an die Foren-Oldies: Weiß jemand, wer sich da die Mühe macht zu markieren?

Es geht flott bergauf, bald sind wir auch an der Weggabelung, wo 10a praktisch gerade weitergeht und 10 b nach rechts abbiegt. Wir folgen 10b.
Ungefähr dort sehen wir direkt an einer Grundstücksgrenze in einem Baum eine große Jacke und eine Art Halstuch hängen, ausgebreitet, sehr nach einem Menschen aussehend. Mystisch, mystisch. Oder auch beklemmend - je nachdem, wie man halt grad drauf ist. Also schon wieder etwas, was wir bei nächster Gelegenheit rausfinden müssen. Was wir dann auch tun: Die Lösung ist, dass damit offenbar Wölfe vom Grundstück ferngehalten werden sollen. Da hört man zuerst, dass es in dieser Gegend kein wildes Getier wie etwa Bären, Luchse oder Wölfe geben soll. Und dann das. Aber Vorsicht ist offenbar auch in Albanien die Mutter der Porzellankiste.

Weiter gehts rauf durch kleine Farnwälder und eine teilweise sehr liebliche Berglandschaft, zwischendurch immer wieder raus aus dem Wald, über weite Strecken über Geröllwege, und immer wieder gibts feine Ausblicke. So nach etwa 3 Stunden Aufstiegszeit dämmert uns aber, dass der Weg, den wir gehen, irgendwie nicht mehr die Route 10b sein kann. Geht einfach irgendwie zu weit nach Osten, und dann auch nicht mehr das letzte Stück rauf auf den Berg, sondern eher runter - und rüber.

Klar, niemand hat uns garantiert, dass die Markierungen exakt genau den Routenvorschlägen folgen, die wir runtergeladen haben. Und es ist in Wirklichkeit auch egal. Jetzt ist jedenfalls deutlich: Egal, wie es hier weitergeht, es werden doch noch einige Stunden sein, Ziel im Moment auch eher unbekannt. Macht aber nichts - wir drehen einfach um und suchen uns einen Rastplatz mit schöner Aussicht, ist ohnehin Zeit für eine Jause.

Anschließend geht es wieder runter, in 2 Stunden sind wir wieder im Tal.

Fazit: Eine wunderschöne Wanderung, gute 5 Stunden Gehzeit, schöne Ausblicke - wohin auch immer der Weg am Ende geführt hätte. Wir wissen es nicht, und werden es vielleicht auch nicht herausfinden. Egal, oder?
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Schützt angeblich vor Wölfen. Nur dann, wenn man daran glaubt?
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Frage an die Geologen hier im Forum: Was ist das? Schiefer? Gneis?
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Vermosh Wanderungen

Beitragvon GjergjD » Sa, 26. Aug 2017, 12:28

Hallo Michael,
vielen Dank für die interessanten Berichte! Haltet uns doch bitte weiter auf dem Laufenden!
MichaelHA hat geschrieben:Und uns für Route 10b entschieden, rauf auf den Berg vor Liqenet (Name auf der Karte schwer zu lesen) und zurück in Richtung Südwesten über 10a. ... Weiß jemand, wer sich da die Mühe macht zu markieren? ... Wir folgen 10b.

Es gibt neben der Wanderkarte, die ihr ausgedruckt habt, ursprünglich den Wanderführer Nordalbanien Thethi und Kelmend mit Karte aus dem Huber Verlag (2008), der aber offenbar nahezu vergriffen ist. In der Buchhandlung Adrion am Skanderbegplatz in Tirana findet man ihn noch.
Beim Verlag scheint es eine Neufauflage? zu geben. Allerdings wird die zugehörige Wanderkarte im Shop nicht gelistet. Die Kartenausschnitte im Wanderführer reichen aber auch aus.

Die Markierung der Wege von Kelmend gehen zurück auf die damaligen Aktivitäten der Schweizer Bergfreunde Hausammann und Zindel sowie anderer Organisationen und werden inzwischen von örtlichen Freiwilligen betreut.
Der Name des Hauptgipfel mit 2124 M. nördlich der Hütten der Alm Liqenet (nördlich des 10a) ist auch nicht ganz klar Maja Kershi Djegur /Maja Lugu i Niles.

Mit den Wanderungen ist es wie so oft in Albanien, mit "Plan B" kommt man weiter. Ich habe es schon oft erlebt, dass auch markierte Wege nicht ganz eindeutig waren (oder man hat nicht aufgepasst). Dann bin ich froh über gps Unterstützung mit dem aus Luftbildern ungefähr vorgezeichneten Weg.

Bin gespannt, was ihr von der Tour zum Wasserfall von Selca zu berichten habt.
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